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Mittwoch, 20. November 2013

TW 5 - Oldschool, Baby

http://goo.gl/tio49s
Manchmal denke ich so bei mir: "Och, schreibste der Tante Waltraud (81) mal eben ne SMS."
Dann muss ich kichern, weil dann fällt es mir ein: So wenig wie Tebartz-van Elst eine OBI-Top-Kunden-Karte hat, so wenig hat TW ein Handy, oder gar ein Smartphone. TW
hat zwar einen Laden, aber sie hat kein Fax und schon gar keinen Computer. Ihre Buchhaltung macht sie auf riesigen DIN-A2 Journalbögen, kritzelt sie mit Schnörkelschrift einfach voll. Als eines Tages die neuzeitliche Steuerprüfung des Dritten Jahrtausends vorbei kam, standen die Herren vor größeren Aufgaben, ein Steuer-Azubi soll sogar Rotz und Wasser geheult haben, war gar nicht mehr zu beruhigen.
Die Tage fuhr ich mit TW als Beifahrerin zur Sparkasse, ich sollte ihr einen Barscheck einlösen (sowas gibt es anscheinend noch immer). Als wir vor der Schranke des Sparkassen-Parkplatzes standen, brauchte ich als Legitimation zur Einfahrt eine EC-Karte und meine war gerade "hinten" im Smart wg. Beifahrerin.
"Tantchen, gibbse mal deine EC-Karte", sagte ich.
"Och, Junge, sowas habe ich doch gar nicht!", antwortete die Tante.
Grundgüter!
Respekt.
Oldschool, Baby.


Freitag, 5. Februar 2010

Bürogeplänkel 16 - Buchhaltung


Columnar pad
Originally uploaded by bjmccray
In der Berufsschule habe ich im Fach Rechnungswesen noch etwas über Konten und buchen gelernt. "Keine Buchung ohne Beleg" hieß es. Und, dass ein "gezogener Wechsel" eine Tratte ist.
Das hatte ich ja schon fast vergessen!
Buchhaltungstrolle saßen damals noch in finsteren Katakomben beim Schein von Fischöllampen in endlos scheinen wollenden Bankreihen, riesige ledergebundene Folianten vor sich und kratzten mit ihren Gänsekielen Zahlen in die Bücher. Die Sepia-Tinte wurde mit Sand abgelöscht, hie und da knallte eine Peitsche, man hörte den unterdrückten Schrei eines Buchhaltungs-Trolls.
So war das noch 1987!

2010: So kenne ich das aus dem Berufsalltag mit einem sehr großen Unternehmen:
Mittlerweile hat die Moderne Einzug in das Buchhaltungswesen gehalten: Buchhaltungen sind mittlerweile lichte Orte, es gibt Fenster, Licht, Heizungen und sogar fließendes Wasser! Und das Aller-Aller-Beste ist: die Buchungen werden automatisch vom Computer gemacht!
Hurra!
Doch ach! Manchmal läuft sogar im Paradies etwas schief! Oje! Dann melden sich die undankbaren Himpelchen und Pimpelchen sofort bei der Buchhaltung und meckern über eine Fehlbuchung!
Bei diesem Telefonat mit einer Buchhalterin, die vielleicht Frau Waschmaschinewski heißt, erfahren sie dann, dass die Buchhaltung hier mal überhaupt nicht zuständig ist! Bei Fehlern ist die Buchhaltung nämlich nie-nie-niemals zuständig! Das weiß doch jeder! Himpelchen und Pimpelchen sollten sich besser an irgendwen wenden, aber doch bitte nicht an die Buchhaltung!

Das ist so überaus erstaunlich! Denn wenn sich alles automatisch bucht und bei Fehlern die Buchhaltung nicht zuständig ist, ja Herrgott!, was machen die denn da den ganzen Tag?

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