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Montag, 12. August 2013

TW 4 - QM und TW sind sich einig

http://goo.gl/h9cZth
De Mutter is ja nu schon ne Weile im Altenheim.
Sonntags fährt de Bruder mit de Tante Waltraud hin, Mittwochs nehm ich de Tante mit zu Besuch bei de Mutter.
Alles gut!
Nu will de Bruder mal in Urlaub fahren. De Tante wurde et alsbald gewahr! Du Drama: Wie kommt man denn jetz Sonntags zum "Lieschen" (wie se ihre royale Schwester Queen Mom nennt)?
Ein dämonischer Plan reifte in ihr...
Ich fahr also letzten Mittwoch mit de Tante zum Altenheim.
Wir kommen an, gehen rein, rollen de Mutter raus zur Birke, setzten uns auffe Bank.
"Hörmal, wenn der Frank jetzt in Urlaub ist, fährst du mich dann Sonntags zur Mutter?", fragte de Tante.
Well played, Tante...
"Tantchen! Dat sind hin und zurück über 50 km und eineinhalb Stunden nur reine Fahrtzeit für mich. Nimm doch bitte einfach en Taxi!"
De Tante verstummte. Mir war schon klar, dass ich mit der "Taxi-Nummer" nicht durchkommen würde.
Fünf Minuten später.
"Meinste nicht, dass du mich fahren kanns, am Sonntag?"
"Tantchen! Da heuerste einfach noch Tante Walburga un Tante Edith an, dann fahrt ihr zusammen mitm Taxi wie normale Leute, das sind dann Hin-Rück nur vier Euro pro Tante!"
"Ah-hmm?", machte TW geheimnisvoll, wie nur sie es kann.
Fünf Minuten später.
"Also, du meinst wirklich nich, daste mich fahren kanns, Henning?"
Gottogott! Lies es von meinen Lippen ab!
"Nei-hein! Ta-ha-xi!"
Jetzt schaltete sich QM ein, sie ergriff die Hände ihrer Schwester, blickte tief in ihre Augen.
"Traudel! Du bisst doch nich reich! Nimm bloß kein teures Taxi!"
De Tante nickte ergriffen.
De antiken Damen waren sich einig, wat "verrückte Ausgaben" anging.

Verdammt: Plötzlich war ich Dr. Mabuse in einer Parallel-Welt, in der "Lebenszeit" wertlos und "Spritgeld" ein exotisches Fremdwort waren. Gegen ein Taxi ist ein keine Widerworte gebender Sohn & Neffe natürlich einfach unschlagbar spottbillig.


Dienstag, 1. November 2011

Schallplattensammlung

http://bit.ly/uTg3qG
Irgend etwas war mir (ca. 2005) im Wohnzimmer heruntergefallen, ich ließ mich auf die Knie herab um es aufzuheben, da fiel mein Blick auf meine LP-Sammlung.
Hey!
Meine LPs!
Das Heruntergefallene, Abtrünnige war vergessen. LPs! So viele Erinnerungen! Dire Straits - Love over Gold (1982) mit dem 14-Minuten-Stück "Telegraph Road" - hach! Propaganda - A Secret Wish (1985) mit den Hits Duel, Dr. Mabuse und p:Machinery - meine Güte! Jean Michel Jarre - The Concerts in China (1985), toll! ZZ Top - Tres Hombres (1973). Kraftwerk - Autobahn (1974), wie cool! INXS - Kick (1987) mit New Sensation. Electric Light Orchestra - Discovery (1979) ...
Ich verlor mich etwas, dachte an die Orte, an denen ich die Musik gehört hatte und an die Freunde und Freundinnen, an hunderte Liter Tee, Bier, Wein, die geflossen waren, Tränen ...
Meine linke Hand griff sich Alan Parsons Project - Tales of Mystery and Imagination (1976), ließ die Innenhülle mit der LP in die wartende Rechte gleiten.
Ich stellte das Cover aufrecht gegen das Regal.
LP und Inlet hatte ich plötzlich in der Linken.
Die LP glitt mit leisen Zischen und minimalem elektrostatischem Knistern aus der Hülle und wurde vom Daumenballen meiner rechten Hand gestoppt, mit den Fingern der Rechten hielt ich das Etikett der Platte. Die Linke stellte das Innencover fort. Ohne darüber nachzudenken hielt ich die LP plötzlich mit den Daumen und Zeigefingern beider Hände am Rand und blinzelte auf die Plattenoberfläche nach Staub, pustete angelegentlich. Mit einer fließenden Drehung der rechten Hand rotierte ich die Platte um 180°, linste dort nach Stäubchen.
Sehr zufrieden mit mir, dass das nach all den Jahren digitaler Musikdatenträger noch immer wie aus dem Effeff beherrschte, schaute ich mich nach dem Plattenspieler um.
...
Shit!
Ich hatte schon seit Jahren keinen Plattenspieler mehr.

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