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Freitag, 28. Oktober 2022

Things we lost (in the fire) - Teil 13: Anthologie »Gedanken im Netz 2«


Meine Eltern waren Vielleser, sie lasen ständig etwas, auch wenn Mutter tendenziell einen Hang zum „Pilchern“ hatte. Ich habe auch immer viel gelesen, aber auch schon früh begonnen, Geschichten aus dem Bereich Phantastik selbst zu schreiben. In den frühen 2000er Jahren hatte ich eine kurze, etwas "realistischere" Phase, hier ist die Kurzgeschichte „Zweifel“ entstanden. Sie handelte von einem Mann, der völlig in seinem Hobby, der Gartenarbeit aufgeht, bis ihn alles zunehmend weniger befriedigt, ihm sein Handeln von Tag zu Tag fragwürdiger vorkommt, und die langjährigen Nachbarn von mal zu mal bedrohlicher scheinen.
Das war ein Sujet, das ich meinen Eltern "zumuten" konnte. Ich gab die wenigen Seiten meinem Vater zu lesen. Eine Woche später, als er die Geschichte nicht erwähnte, sprach ich ihn darauf an.
„Nun …“, sagte er, an seiner Zigarette ziehend, „… ich habe ... die Geschichte …“, ergänzte er, Rauch ausstoßend, „… halb gelesen.“ Er drückte bestimmt seine Zigarette im großen Glas-Aschenbecher aus. „Das kannst du besser“, schloss er.
Das war das erste und letzte Mal, dass er sich dazu äußerte.
Puh! Man musste als Sohn schon hart gesotten sein!

Mein Vater war in der Zwischenzeit verstorben. Trotz seiner aufmunternden Worte reichte ich die Kurzgeschichte 2005 bei einem Wettbewerb des Videel-Verlags ein, wo sie im Oktober in der Anthologie »Gedanken im Netz 2« erschien. Ich war stolz — meine erste Veröffentlichung! Und endlich hatte ich auch mal ein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk für meine Mutter. Ich ließ das Buch in seiner Folie, damit es nicht litt und verpackte es als Geschenk.
Weihnachten 2005 wechselte es mit einem stolzen Lächeln meinerseits den Besitzer.
2014 starb meine Mutter.
Beim Entrümpeln ihrer Wohnung entdeckte ich das Buch im Regal. Es war noch eingeschweißt.

Ich wusste es damals nicht, weiß es heute nicht, was ich dabei empfinden soll — die Vielleser hatten es einfach beide nicht geschafft.
Seitdem stand es bei mir im Regal, natürlich weiterhin in Folie — schon aus Frack.
Nun ist es verbrannt.

Ich glaube, es ist besser so.


Dienstag, 20. März 2018

ru24 History: Mit dem Auto in den Urlaub fahren (1981)

photo credit: tonylanciabeta Retro Cars  Retro Ford Magazine Track Day Brands Hatch 22nd July 2009  IMG_9411 via photopin (license)

Es begann bereits eine Woche vor Urlaubsbeginn. De Mutter ließ den Vatter die Koffer von ganz oben aus der Abstellkammer holen. „Die Koffer“ waren aus etwas rissigem Kunstleder und in den Farben Schlammbraun und Schwarz, zwei waren weinrot. Aufgrund ihres nur mäßigen Wiedererkennungswertes im Falle einer Flugreise waren sie an einigen Stellen mit roten, kreisrunden Fahrradreflektoren beklebt. Nun standen sie also geöffnet auf dem Boden als Schikanen im Wohnungsflur und Elternschlafzimmer herum und wurden von QM peu à peu und vor allem mit viel Seelenruhe befüllt: Hier mal ein paar T-Shirts, da ein paar Shorts, Rei in der Tube, Schlüpper, Nagelnecessaire, Pflaster usw. Die Katze namens „Katz“ inspizierte die Gepäckstücke ab jetzt regelmäßig und machte von Zeit zu Zeit ihre Nickerchen in ihnen. De Vatter wurde von QM abends turnusmäßig befragt, was er denn an Kledage in den Urlaub mitzunehmen gedenke. Doch diesem Thema stand er grundsätzlich unverständlich ablehnend gegenüber, so brach er jede Befragung ab, als reiche ihm allzeit die Kleidung, die er am Leib trug. Also packte QM für ihn seufzend lediglich ein wenig mit ein. Theoretisch hatte natürlich jeder von uns vier einen eigenen Koffer, aber praktisch hatten wir jeder nur knapp über einen halben Koffer und QM hatte derer zwei. Zusätzlich zu den Koffern sammelten sich noch eine mächtige Reisetasche aus vage ockerfarbenen Kunstleder, Mutters beige Handtasche, diverse Stoffbeutel mit Schuhen, Jacken und Kleinkram wie Kinder-Flugdrachen, der den Wohnungsflur mehr und mehr zusetzte wie eine von Plaque immer enger werdende Herzarterie.

Am Abreisetag holte der Vatter nach dem Frühstück den Wagen aus der Garage. Er wird bereits ein mulmiges Gefühl in der Magengrube gehabt haben, denn diese Hekatomben an Plunder würden nie und nimmer in den Wagen passen! Der frisch gewaschene, inspizierte, kreidegelbe Granada stand nun in der Einfahrt, alle vier Türen, Schiebedach und die Kofferraumklappe geöffnet und Vatter hastete schweigend und mit zusammengebissenen Zähnen von Wohnungstür zu Kofferraum, um ächzend die Polinten zu verstauen. Manchmal stand er sinnierend vor dem Ford, die Arme an den Handrücken in die Seiten gestemmt, dann wieder wischte er sich den Schweiß von der Stirn, nestelte nach der Packung Camel in seiner Hemdtasche und rauchte, oder begann, bereits Gepacktes kopfschüttelnd wieder auszuräumen. Währenddessen zauberte QM noch weiteres Reisegepäck aus Wohnzimmer, Abstellkammer oder Bad hervor, welches Vatters ohnehin hochfragile Kalkulationen am offenen Kofferraum grausam zunichtemachte. Die Stimmung war bis zuletzt immer sehr angespannt, bis letztendlich aller Plunder und die Fahrgäste verstaut waren.

Irgendwann war es so weit: Die Operation galt als gelungen, wenn der Kofferraumdeckel beim fünften Versuch tatsächlich zu ging. Wir Kinder saßen hinten auf der Rückbank, meist noch mit reichlich Gepäck und Kühltasche zwischen uns, den Fußraum vollgestellt, die Hutablage dermaßen vollgestopft, dass der Rückspiegel für die Dauer der Fahrt nur Deko sein würde. Endlich war es soweit: Von Radevormwald aus ging es häufig über Halver, Kierspe, Meinerzhagen auf die sogenannte „Sauerlandlinie“ (A45).
a) Bereits bis Meinerzhagen dauerte die Fahrt eine verdammte Ewigkeit!
b) Ich habe übrigens diese „Linie“, die ich mir immer wie eine auf die Landschaft aufgepinselte Äquatorlinie vorgestellt habe, nie zu Gesicht bekommen. Stattdessen gab es ausschließlich öde, endlos-selbstähnliche Autobahnkilometer. Was für ein erbärmlicher Etikettenschwindel. Kein Wunder, dass diese sogenannten Sauerländer so hießen!

„Sind wir bald da-haa?“, schrien die Kinder im Chor.
„Es ist schon da hinten!“, wies de Mutter auf einen imaginären Punkt irgendwo am Horizont.
De Vatter steckte sich erst mal eine an.
Ob QM eine Karte lesen konnte, habe ich nie erfahren. De Vater hatte wie ein Kranich ein eingebautes Navigationssystem, ich kann mich nicht erinnern, dass wir uns je verfahren hätten. Aber vielleicht ist genau das der Trick: Wenn man sich verfährt, einfach mal die Schnute halten.

Im Auto selbst gab es mehrere, sehr mächtige Faktoren: 1) Die Stimmung war schon per se angespannt, also nicht so dolle. 2) Mein kleiner Bruder Frank und ich waren fünf Jahre auseinander und keine Fans voneinander. Das gab ständig Streit um nichts aus dem Nichts. 3) Eine Anschnallpflicht auch „hinten“ gab es erst ab 1984, aber Muttern setzte diese bereits mit dem Auftauchen des ersten Gurtes an der Rückbank in den Jahren vorher rigoros durch — ade paradiesische Zustände! Die Gurte schnitten uns in den Hals, wären im Falle eines Unfalls Todesfallen gewesen und fixierten uns gleichzeitig in unseren Ecken wie Fliegen an einem Fliegenfänger. Sitzerhöhung, Kindersitze oder Gurtpolster waren damals noch Science Fiction. 4) De Vatter, ein passionierter Raucher, quarzte sich während einer Tagesfahrt gut & gerne mal seine 50 bis 60 Kippen „Camel ohne Filter“ weg. QM verinhalierte in der gleichen Zeit vier „Lord Extra“. 5) Queen Mom, die obwohl sie ein Halstuch trug, ständig Zug im Nacken bekam, verbot aufgrund dessen das Öffnen von Seitenfenstern, Ausstellfenstern und Schiebedach — auch nur einen Spalt breit — vollständig für die Dauer der gesamten Fahrt.

„Sind wir bald da-haa?“, schrien die Kinder im Chor.
„Es ist schon da hinten!“, wies de Mutter auf einen imaginären Punkt irgendwo am Horizont.
De Vatter steckte sich erst mal eine an.

Wenn wir Kinder also nicht gerade wegen nichts oder irgendeinem Scheiß stritten, gerieten wir aufgrund des Zigarettenrauchs mangels Lüftung regelmäßig in toxische Todeszonen, die unsere Körper mit reichlich Übelkeit konterten. Was hatte ich als kleines Kind gekotzt wie ein Reiher! Aber jetzt wurde uns wenigstens nur noch übel. Meine Mutter, die lebenslang keinerlei Zusammenhang sah zwischen Rauch und Kinder-Übelkeit, empfahl uns allzeit sehr eindringlich, während der Autofahrt „immer schön nach vorne auf die Straße zu schauen“. Es gibt, glaube ich, bis heute, kaum etwas Langweiligeres als diese endlosen Autobahnkilometer! Aber trotzdem blinzelten wir, der Empfehlung folgend, stundenlang mit tränenden, zusammengekniffenen Augen durch den Smog nach vorne, wo seinerzeit noch große Mengen Insekten auf der Windschutzscheibe zerplatzten und ihren semitransparenten Schleier des Todes hinterließen.

Dann endlich Mittagszeit, ein Rastplatz! Der Wagen wurde randvoll mit dem guten Super verbleit betankt, dann ein Tisch mit Bänken gesucht und die Kühltasche aus dem Auto gewuchtet. Von orangefarbenen Papptellern spachtelten wir neben dem knackend auskühlenden Wagen Mutters Kartoffelsalat mit am Abend zuvor gebratenen Frikadellen! Meine Güte, das entschädigte für Vieles!

Die Fahrt in den Urlaub in Richtung war für uns Kinder endlos, lähmend, toxisch! Aber Meer, Sand und Sonne (alternativ: Berge, Almen & Bauernhof — „Ich will Kühe!“) entschädigten dann auf der Stelle für alles.

In der Regel hatten wir einen Bungalow mit Küche und Muttern bekochte uns jeden Tag mit aus der Heimat mitgebrachten Lebensmitteln, die dann immer aus lokalen Supermärkten wieder aufgefüllt wurden. Umso aufregender, wenn wir mal ein Restaurant aufsuchten! Essen zu gehen war so exotisch für uns Kinder, dass ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit reflexartig Wiener Schnitzel mit Pommes frites bestellte.

Klassischen Sonnen- bzw. Strandurlaub gab es bei uns so gut wie nicht. Selbst bei hochsommerlichen Temperaturen machten wir sehr häufig Touren, besuchten Sehenswürdigkeiten, de Vatter machte die Fotos dazu. Schon aus Frack trug er den ganzen Urlaub lang mehr oder weniger ein und dieselbe verblichene Jeans-Shorts mit selbst abgeschnittenen Beinen — er hatte ja auch nicht viel. De Mutter wechselte ihre Kleidung ständig, denn hier konnte jemand aus den Vollen schöpfen.

An Strandtagen bekamen wir ein- bis zweimal täglich eine Ganzkörpereinreibung mit einer Sonnenmilch mit damals als „hoch“ geltenden Lichtschutzfaktor 16 und gut war. De Vatter, der dem Thema „Sonnenschutz“ grundsätzlich eigenartig ablehnend gegenüberstand, verweigere sich trotz Halbglatze völlig und sah dafür wochenlang aus wie ein Spanferkel auf dem Grill — inklusive Kruste.

Aber auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Nun stand uns Kindern wieder die endlose, lähmende, toxische Rückfahrt ins Haus. Ausufernde deutsche Autobahnbaustellen mit rhythmisch blinkenden, gelben Lichtern machten aus der späten Heimkehr oft eine Stau-Nacht mit hypnotischer Lichtshow, als deren Zentrum man sich selbst wähnte.

„Siegen!“ (alternativ: „Gießen!“), knurrte de Vatter, der seit 18 Stunden hinter dem Steuer saß.
„Sind wir bald da-haa?“, schrien die Kinder im Chor.
„Es ist schon da hinten!“, wies de Mutter auf einen imaginären Punkt irgendwo am Horizont.
De Vatter steckte sich erst mal eine an.
Wir Kinder schliefen irgendwann ein.


Gottlob flogen wir auch häufig in Urlaub. Aber selbstverständlich saßen wir da im Raucherabteil des Fliegers — wir kleinen Vögel wären sonst noch völlig entwöhnt worden oder hätten Hubba-Bubba-Nikotinkaugummis kauen müssen.


Sonntag, 23. Juli 2017

Queen Mom 29 - Auf Reisen mit QM (2005, 2009)

Antigua (Bild bei Flickr)
2005 und 2009 war ich mit meiner verwitweten Mutter auf AIDA-Kreuzfahrten. Es stellte sich heraus, dass meine Mutter nicht nur mir gegenüber, sondern allzeit auch sehr unbefangen im Umgang mit ihr fremden Mitmenschen war.


De Sohn is wech!
Vom Flughafen der DomRep aus brachte uns ein Shuttlebus zum Schiff. Da ich unser beider Bordgepäck trug und auch Muttern am Arm hatte, waren wir in jeder Warteschlange die Letzen, so auch beim Besteigen des Busses. Während ich mich mit unserem Gepäck nach ganz hinten zu den letzen freien Plätzen durchkämpfte, ließ Mutter sich zufrieden auf dem Behindertenplatz hinter dem Fahrer plumpsen. 
Am Hafen angekommen, leerte sich der Bus ohne Hast. QM stieg mit den Vorderen zuerst aus. Als ich dann als Letzter aus dem Bus trat, hatte sich QM bereits bei einem draußen wartenden AIDA-Crewmitglied untergehakt und redete dabei auf ein Weiteres ein, ich hörte sie gerade noch sagen: "Ja aber mein Sohn is wech!"
Wie hätte ich wohl bei einer 20-minütigen Busfahrt ohne Halt verloren gehen können? Ich bin doch nicht Houdini!
"Hier isser, besagter Sohn!", sagte ich betont fröhlich hinzutretend.
Die AIDA-Leute waren total erleichtert, QM auch.


Langweiliges Zeug
Auf Grenada machten wir eine Besichtigungstour mit dem Bus. Eines der Reiseziele war eine Muskatnussfabrik (Link). Gegen die Arbeits-Atmosphäre hier wirkte der Job bei der Jack Daniels Distillery in Lynchburg, Tennessee echt stressig. Das Anstrengendste, was ich gesehen habe, waren Männer beim Kartenspiel. Mehr Aufregung benötigten die hier in ihrer Schale lagernden Muskatnüsse nicht zum Reifen.
Kaum angekommen, entdeckte de Mutter eine Toilette und verschwand. Da ich ihre Gehhilfe war, musste ich vor der Toilette warten. Der Touristentross samt Führer entfernte sich, der Vortrag über die Muskatnuss, ihren Anbau und ihre Verarbeitung wurde zu einem Murmeln, dann verschwanden alle um eine Ecke. Nun, das konnte man sicher wieder aufholen.
Ich wartete im Halbdunkel in mittlerweile fast völliger Stille. Nach fünf Minuten rief ich mal durch die geschlossenen Tür: "Alles gut?"
Mutter antwortetet etwas, das wie "Mömömö!" klang.
Nach geschlagenen weiteren fünf Minuten ließ QM sich wieder blicken, die Haare aufgebürstet, Eau de Cologne umwehte sie. Den 10-minütigen Vorsprung der Gruppe konnte man jetzt natürlich nicht wieder aufholen.
"Boah! Jetzt haben wir hier alles verpasst!", mopperte ich enttäuscht.
"Pöh! Das ist doch alles langweiliges Zeug hier!", bemerkte die erfahrene Weltreisende huldvoll, hakte sich unter und ließ sich von mir durch die Fabrik wieder zum Bus geleiten.
Na, da hatte ich ja nichts verpasst...


Et Mädchen
Auf Antigua hatte ich Mutter am Arm, wir hatten das Schiff kaum verlassen, als wir an einem Obststand vorbeikamen, hinter dem eine einzelne, einheimische (farbige) junge Frau ihre Waren feilbot.
"Da kuck mal, et Mädchen, wie herrlich!", freute sich de Mutter.
"Ja, schön...", sagte ich.
Eh ich mich versah schubste de Mutter mich in Richtung Obststand.
"Stell dich mal zum Mädchen, ja nä, nich so!", gab de Mutter wie immer nicht allzu präzise Anweisungen. Da sie -- weiß der Teufel warum -- nicht ein Auge einzeln zukneifen konnte, hielt sich sich die Kamera spektakulär umständlich vors Gesicht. Der Daumen ihrer rechten Hand bedeckte dabei das rechte Auge. Die junge Frau hinter dem Tresen machte gute Mine zum bösen Spiel -- was tut man nicht alles für potenzielle Kundschaft.
"Ja, nä, Mädchen, komm mal da raus int Sonnenlicht!", rief de Mutter und winkte wild.
"Dat Mädchen is so schwatt, man sieht ja sonst nix aufm Foto!", erklärte de Mutter, als wären wir allein.
Die natürlich nicht deutsch sprechende, junge Frau trat etwas verunsichert aus ihrem Obststand, ich gesellte mich rasch dazu, versuchte nicht zu gequält zu schauen.
"Int volle Sonnenlicht, Mädchen! Ja so!", rief de Mutter.
QM machte umständlich ihre Fotos.
"Schön!", sagte de Mutter, nickte "dem Mädchen" kurz gewinnend zu, griff haltsuchend nach meinem Arm und bugsierte mich von dannen. Auf die Idee, hier etwas zu kaufen, auch nur aus Anstand, wäre QM in 100 Jahren nicht gekommen. Die junge Frau schaute uns länger noch etwas verwirrt hinterher.
Wir gingen weiter, ich etwas steifbeinig.
Ich fühlte mich, nun ja, etwas... kolonial.

Seit jener und ähnlicher Begebenheiten habe ich übrigens den dritten Dan im Fremdschämen.


Das unheimliche Geräusch
Wir kamen an verschiedenen Kreuzfahrtschiffen vorbei, manche hatten gerade erst angelegt und öffneten gerade ihre Pforten, so auch ein riesiger Kahn namens "Empress of the Seas", wenn ich mich richtig erinnere. Obwohl die Tore weit offen standen, tauchte kein einziger Tourist auf, das Schiff zu verlassen. Es war wie ein dunkler Schlund, aus dem sehr leise Geräusche drangen, die wie Ticken klangen.
Zuerst klang es wie ein leises verstreutes "tick... tick... tick".
Nach einer Minute sich verdichtender Laute klang es wie "tick-de-tick-ticktick".
Nach einer weiteren Minute klang es wie "TICK-DE-TICK-TICKTICK!!!"
Eine Minute später war es ein Sturm, ein Tosen, ein tausendfaches, ein das Universum ausfüllendes TICKEN!!!
Dann schälten sich, wie in Zeitlupe, die ersten Silhouetten aus dem Dunkel des Schiffs-Schlundes. Es war, was ich niemals vermutet hätte, ein Zeitlupenrennen von hunderten von Greisen mit starren Gehhilfen (Link), die sich anschickten, ihr Schiff zu verlassen. Auf diesem Schiff lag der Altersdurchschnitt bei etwa 75 Jahren.
Ich kann seitdem kein Uhrenmuseum mehr besuchen, ohne an diese Szene zurückzudenken!


Freitag, 27. Februar 2015

ru History 53: Fahrmischer & Bagger (1970/1971)



Fahrmischer
Im Sommer 1970 befand ich mich oszillierend im Besitz eines großen, maus- bis mittelgrauen Spielzeug-Fahrmischers (das sind LKW-Betonmischer). Das mit dem "Oszillieren" kam daher, dass, wann immer ich in die Hosen gepupt/gepullert hatte, musste ich das Teil wieder an meine Mutter (Queen Mom) abgeben. Sie stellte es dann hoch oben auf den Küchenschrank - gut zu sehen, aber für Zwerge unerreichbar. Blieb ich dann trocken, bekam ich das Teil wieder zurück. Mit der Zeit hatte sich das ganz gut eingependelt: Wenn ich mal wieder die Hosen voll hatte, drückte ich meiner Mutter einfach den LKW in die Hand - da wussten wir dann beide, woran wir waren.
Im Grunde ist es ein Wunder, dass ich nicht heute noch beim Anblick eines Fahrmischers Verstopfung bekomme.

Bagger
Eines Tages nahmen meine Elten mich zu Besuch zu "Leuten" mit. Die hatten auch Kinder. Dort gab es einen feuerwehrroten Spielzeug-Bagger. Es war nicht irgendein roter Bagger. Für mich war es in diesem Augenblick "Excalibur unter den Baggern"! Mit klebrigen Griffeln klammerte ich mich an diesem von den Göttern gesandten Kleinod fest. Wann immer jemand versuchte, mich von dem Spielzeug zu lösen, stieß ich das Geheul von 1.000 Höllenhunden aus. Ich pfiff sowas von auf Argumente und so einen Quatsch wie "gehört dir gar nicht" etc! Die Anwesenden standen ratlos um mich herum, zumal meine Eltern auch gerne mal wieder nach Hause gefahren wären. Am Ende einigte man sich, dass ich den Bagger "leihen" dürfe. Zu Hause war ich erst von Excalibur zu trennen, als ich fest eingeschlafen war. De Vatter nahm den Bagger an sich, stieg ins Auto und brachte ihn den Leuten zurück.


Donnerstag, 26. Februar 2015

@work 23: "viertel zwölf" aka "11:15 Uhr"

photo credit: Telling time via photopin (license)
De Mutter sprach gerne von nem "halben Pfund 'gute' Butter". De Tante lagert sich auch heute noch mit Vorliebe mal nen "Zentner" Kartoffeln ein und wundert sich, dass sie das mit über 80 nicht mehr schafft, sie vor der totalen Auskeimung aufzuessen. De Vatter bestellte an der Fleischtheke gerne auch mal "anderthalb (1 1/2) Dutzend" Scheiben Aufschnitt, schon aus Frack, um die juvenile Fleischfach-Maid in Nöte zu bringen.

Sicherlich handelt es sich hier um veraltende Mengenangaben.
Aber wenigstens weiß man, woran man ist. Denn es gibt sie, die Vögel mit den fehlenden und dazu irreführenden Angaben...

Oft rufe ich von der Arbeit aus in Baumärkten an und erhalte die hoch-schwammige Aussage "Der Herr Pfleiderer ist um viertel zwölf wieder zugegen."
Was soll ich mit so etwas anfangen?
Gehts noch?
Hier fehlts ja wohl an allen Ecken und Enden an entscheidenden Informationen: "vor" oder "nach" oder was? Rufe ich den Pfleiderer dann um 12:15 Uhr an, ist der nörgelig, weil er schon über ne Stunde gewartet hat, da "viertel zwölf" wohl angeblich (ich hab's gegooglet) "viertel nach 11 bedeutet".
Hä?
Ein ganz klassischer Fall von "WTF?"
Dann sollen sie das doch sagen, die kryptischen Herrschaften!
Ich sag ja auch nicht "kurz acht" und meine 7:05 Uhr!
Und "ein Sechstel zwölf" bedeutet dann "zehn nach elf" und "elf zwölftel elf" bedeutet dann "fünf vor zwölf"?
Sicher, sicher.
Spacken.


Freitag, 15. August 2014

TW 6 - mit TW ins All

photo credit: x-ray delta one 1958 ... Atlas space station! via photopin (license)
De Mutter, bekannt als Queen Mom (QM), hatte zeitlebens nie auch nur ein Sterbenswörtchen darüber verlauten lassen, wie sie sich ihre eigene Beerdigung vorstellt, schon gar nicht nach Rückfrage. Das ist vielleicht etwas mit der Generation der über 80-jährigen, sie scheinen da etwas sperriger zu sein als jüngere Menschen, vielleicht, weil sie näher dran sind am sprichwörtlichen Himmelstor. (Was es bei QM auch nicht gab: keine Patientenverfügung, kein Testament, keine Bankvollmacht - einfach alles ganz oldschool, Baby.)
So oblag es meinem Bruder und mir, uns nach bestem Wissen & Gewissen selbst um die Modalitäten der Beerdigung zu kümmern. Zurück vom B-Institut saßen wir bei Tante Waltraud (TW) und erzählten ihr, was wir zum Thema QMs Beisetzung ausbaldowert hatten: Urnenbestattung auf Vatters Grabstelle.
De Tante kuckte über-sparsam. Um genau zu sein machte sie ein Gesicht wie ein beleidigter Kermit, sagte aber nichts.
"Tante!", sagte ich, "De Mutter hat nie, nie, nie auch nur ein Wort darüber verloren, wie sie es gerne hätte mit der eigenen Bestattung, deshalb müssen wir jetzt alles bestimmen. Aber wenn du zu deiner eigenen Beerdigung Wünsche & Vorschläge hättest, die es zu beherzigen gilt, dann sei doch bitte so gut, und sprich bitte zu Lebzeiten darüber. Und 'zu Lebzeiten' wäre zum Beispiel genau jetzt, aber auch nächste oder übernächste Woche oder gerne auch später!"
De Tante schrumpfte während meiner Worte mehr und mehr zusammen, so unangenehm war ihr das Thema. Die milchkaffeebraune Strickjacke war ihr bereits acht Nummern zu groß, als ich aufhörte zu reden.

Später saß ich mit'm, Bruder im Auto.
"Weisste was?", sagte ich, "Wenn se nix sagt, lassen wir de Tante ins All schießen!"
(War Spaß.)


Mehr Info zu Weltraumbestattung: hier


Samstag, 2. August 2014

Queen Mom

QM & ich bei der "Seenotrettungsübung" auf der AIDA

Diese Woche Dienstag am 29.07.2014 gegen 23.00 Uhr ist meine Mutter, "Queen Mom" genannt, gestorben. Auch wenn man wegen ihrer Krankheit damit rechnen konnte, kam das Ende dann doch überraschend schnell.
Sie war eine außergewöhnliche, reiselustige und sehr zielstrebige Frau.
Sie wird meinem Bruder, ihrer Schwester TW und natürlich auch mir fehlen.

Hier gibt es einiges zum Thema QM: Blogbeiträge.


Freitag, 16. Mai 2014

ru24 History 49 - Ölkrise (1973)

Anfang vonne 1970er fuhren de Nachbarsblagen auf nem Kettcar stundenlang durch de ganze Nachbarschaft un bei uns ummet Haus. Dat Tretauto hatte wohl en paar Winter im Freien verbracht, deswegen quietschte et sowat von gottserbärmlich. Dat Gequietsche war so dermaßen schrill, dat et allen im Umkreis quasi ununterbrochen durch Mark un Bein ging, abgesehen vonnen völlig schmerzfreien Piloten! De Blagen aufm Dingen strahlten nämlich wie de Dreckeimer, während se abwechselnd fuhren!
De Queen Mom war et ja schon länger am Planen dran gewesen un eines Tages konnte se nich mehr an sich halten. Da isse mitm Ölkännchen vonne Nähmaschine rausgerannt, hat de gerade noch wild grinsenden Blagen vonm Dingen runtergescheucht und en halbes Kännchen Öl an de strategischen Stellen getan. Währenddessen brüllten de Gören wie am Spieß, so als würden se überm Feuer geröstet. De Bälger hatten in dem Augenblick ihre ganz private "Ölkrise 1973"! De Mutter indes war ungerührt. Sowat focht se ja nich an. Als se fertich war, quietschte an dem Kettcar-Dingen nichmal nix mehr!
Aufgedunsen vonne Heulerei un mit riesigen Rotzglocken annen Nasen zogen de Blagen mitm Gefährt lautlos von dannen. Nu war Ruh.

Niemand hat et Kettcar je wieder zu Gehör oder zu Gesicht bekommen, dat war ja nu auch nich mehr interessant für de Nachbarsblagen, die sich nu en anderet Terror-Hobby zulegen mussten, vielleicht Schlachzeuch spielen oder so.


Montag, 12. August 2013

TW 4 - QM und TW sind sich einig

http://goo.gl/h9cZth
De Mutter is ja nu schon ne Weile im Altenheim.
Sonntags fährt de Bruder mit de Tante Waltraud hin, Mittwochs nehm ich de Tante mit zu Besuch bei de Mutter.
Alles gut!
Nu will de Bruder mal in Urlaub fahren. De Tante wurde et alsbald gewahr! Du Drama: Wie kommt man denn jetz Sonntags zum "Lieschen" (wie se ihre royale Schwester Queen Mom nennt)?
Ein dämonischer Plan reifte in ihr...
Ich fahr also letzten Mittwoch mit de Tante zum Altenheim.
Wir kommen an, gehen rein, rollen de Mutter raus zur Birke, setzten uns auffe Bank.
"Hörmal, wenn der Frank jetzt in Urlaub ist, fährst du mich dann Sonntags zur Mutter?", fragte de Tante.
Well played, Tante...
"Tantchen! Dat sind hin und zurück über 50 km und eineinhalb Stunden nur reine Fahrtzeit für mich. Nimm doch bitte einfach en Taxi!"
De Tante verstummte. Mir war schon klar, dass ich mit der "Taxi-Nummer" nicht durchkommen würde.
Fünf Minuten später.
"Meinste nicht, dass du mich fahren kanns, am Sonntag?"
"Tantchen! Da heuerste einfach noch Tante Walburga un Tante Edith an, dann fahrt ihr zusammen mitm Taxi wie normale Leute, das sind dann Hin-Rück nur vier Euro pro Tante!"
"Ah-hmm?", machte TW geheimnisvoll, wie nur sie es kann.
Fünf Minuten später.
"Also, du meinst wirklich nich, daste mich fahren kanns, Henning?"
Gottogott! Lies es von meinen Lippen ab!
"Nei-hein! Ta-ha-xi!"
Jetzt schaltete sich QM ein, sie ergriff die Hände ihrer Schwester, blickte tief in ihre Augen.
"Traudel! Du bisst doch nich reich! Nimm bloß kein teures Taxi!"
De Tante nickte ergriffen.
De antiken Damen waren sich einig, wat "verrückte Ausgaben" anging.

Verdammt: Plötzlich war ich Dr. Mabuse in einer Parallel-Welt, in der "Lebenszeit" wertlos und "Spritgeld" ein exotisches Fremdwort waren. Gegen ein Taxi ist ein keine Widerworte gebender Sohn & Neffe natürlich einfach unschlagbar spottbillig.


Donnerstag, 8. August 2013

Vatter 3: Einkäufe (2002)

http://goo.gl/UWjyKb
2002: Freitags Nachmittags um 17:10 Uhr kommen meine Eltern, Anfang bis Mitte 70, auf die glorreiche Idee, ihre Wocheneinkäufe zu erledigen. Die gesamten Einkäufe der Woche wurden halt immer schon Freitag Abends gemacht, warum dat ändern, nur, weil man seit Meppen in Rente ist?
De Vatter setzt en weißen Mazda 323 Stufenheck (Bild) rückwärts ausse Garage. Dann geht er zurück, um dat Garagentor zu schließen, weil, dat kann man nich aufstehen lassen, da is immer son Kros. De Mutter hatte hinter der Haustür gewartet und durche Glasbausteine gekuckt, damit se "de Abgase nicht einatmen muss", schließt dann de Haustür gründlichst hinter sich ab, kontrolliert dat noch mal ("man hört ja so viel" aka "die klauen wie die Raben") schreitet würdevoll, ja majestätisch zum Auto un steigt ein. Se hat schon seit Jahrzehnten dat Haus nicht mehr ohne Begleitung verlassen.
De Vatter fährt los in Richtung des Radevormwalder Schloßmacherviertels. Nach 500 m sind se schon da. Se drehen ne Runde über en Parkplatz – kein freier Platz weit un breit, schon gar nich vor ALDI, et herrscht Hochbetrieb. Se drehen gleich noch ne Runde und ne Weitere. Parkplatz: Fehlanzeige. De Vatter wird wat mucksig. Er umklammert dat Lenkrad wie en Bomberpilot. Int Parkhaus könnense auch nich, da isset zu eng, da is de Vatter schonmal angeschrammt. De Mutter versucht de Situation zu entschärfen, indem se auf blühende Kirschbäume (hinten vorm Lidl) hinweist und ihm dabei mitm Finger minimal kontraproduktiv vor den Augen herumfuchtelt.
"Kuck ma Rudi, da hinten, wat isset herrlich! – Hanä! Wat ne Pracht!!!"
De Vatter knirscht mit den Zähnen, dreht noch ne Runde, Schweiß tritt auf seine Stirn.
"Et blüht aus allen Knoppslöchern!", begeistert sich de Mutter.
De Vatter is, sagen wer mal, minder enthusiastisch.
Man dreht noch ne Runde, et ist en Verkehrsgewühl vom Allerfeinsten.
"Kuck mal, so Punker! Man sollet nich für möglich halten!", lacht de Mutter kopfschüttelnd un etwas aufgesetzt, wobei se dat 'u' in Punk wie et 'u' in Ute ausspricht.
De Vatter indes verläßt en Parkplatz, hat genug, fährt wortlos heim.
"Mein Gott!", sacht de Mutter. Kurz drauf: "Vielleicht hat de Waltraud noch wat Milch, die se uns leihen kann!", schiebt se wat kleinlaut hinterher.
De Vatter zuckt mit den Schultern, wischt sich de schweißfeuchte Stirn, fährt den Wagen zurück in de Einfahrt, steigt aus, öffnet dat Garagentor.
De Mutter geht schnell rein, "wegen de Abgase".
Se ruft ihre Schwester Waltraud an.
"Da müssen wir aber morgen Mittag noch wenigstens zum Langenfeld fahren, wegen de Kartoffeln", sacht de Mutter, als de Vatter wieder drin is.
Der knurrt wat, schenkt sich ein Bier ein.
Bislang hat er noch nix gesagt.

De Tante Waltraud bringt später nach Ladenschluß noch zwei Beutel Milch vorbei, gottseidank, weil se wohnt ja zwei Häuser weiter. Die bei ihr abzuholen, auf die Idee wär in 100 Jahren keiner gekommen, weil: is so.


Freitag, 19. Juli 2013

Haarige Zeiten

http://goo.gl/F02A2
Als Kind machte ich mir über Haare erstmal keine Gedanken, sie waren eben da und gut war es. Ich hatte indes eine Mutter, die Naturkrause "ganz herrlich" fand und ihren beiden Jungs die Haare so aufbürstete, dass sie auf Herrentoiletten von fremden Männern für Mädchen gehalten wurden. Wenn man als Bub die Haare hat wie ein frisch im Hundesalon aufgerüschter Thomas Gottschalk, dann kann das zum Problem werden. Eine Zeitlang schnitt ich mir die Haare mit der Küchenschere selbst, killte einfach alles auf meinem Kopf, was sich auch nur ein bisschen lockte. Unterm Strich sah das vermutlich auch nicht seltsamer aus als "aufgepudelt", nur halt das andere Extrem.
Mutter stellte ihr entstellendes Tun ein - Strike!

Als Jugendlicher (1983 ff.) trug ich meine Locken à la "Kommunarde", es ging schon ein ganz klein wenig in Richtung Rainer Langhans... aber hey! Das waren die 80er! Kumpel Gene, der früher gerne allerlei mit seinen Haaren unternahm (Eiweiss, Seife, Gel, Lack usw.) befand eines Tages, auch ich könnte mal so etwas wie eine "Frisur" vertragen. "Aber et geht doch nich!", sagte ich, wohl wissend, dass bei diesen Haaren jede Liebesmüh vergeblich sein würde. "Quatsch!", sagte er und legte los, "etwas" mit meinem Haupthaar zu veranstalten, ins Spiel kamen Eiweiß, Seife, Gel, Lack, Föhn und Kreppeisen. Eine Stunde später roch es ein bissi verbrannt und ich hatte ein Michael-Jackson-Frisürken, welches definitiv nicht gewollt gewesen war.
Ich wurde auf Haistyling nie mehr angesprochen.
Nix Jugendkultur, weil: Et ging doch einfach nich!

Als junger Erwachsener lief es ganz gut - gemessen an meinem Vater auf jeden Fall. Auf dessen Führerscheinfoto von 1943, das ihn 17-jährig zeigte, war sein Pony schon auf der Kopfmitte angekommen. [Diesen grauen Lappen mit recht unpopulär gewordenen Stempeln auf der Innenseite, zeigte er bis ins neue Jahrtausend hinein blinzelnden Verkehrspolizisten.] Ich trug die Haare rappelkurz (Blogbeitrag), die Jahreszeiten flogen nur so dahin, bis ich eines Tages in den Regen hinaustrat und ein Tropfen direkt auf meine Kopfhaut durchrauschte - mein einst prachtvolles Haupthaar hatte überraschend seine Mützenfunktion eingebüßt! Meine Stammfriseurin, die seit jeher unter dem Zwang stand, mir aus unerfindlichen Gründen nach dem Haareschneiden immer meinen Hinterkopf zu zeigen, beruhigte mich aber zu dem Thema - "alles gut"!
Tatsächlich konnte ich nun nach all der Zeit auch mal Gel benutzen, es funktionierte jetzt, wo es "weniger" Haare waren, fast wie bei normalen Leuten!

Mit den 30ern wurden die Haare immer heller, es entstand ein Mischwald aus weißen, hellgrauen, dunkelgrauen und braunen Haaren, der sich im Laufe der Zeit zu Gunsten von "hell" veränderten. Blogbeitrag. Ich beschloß, mir die Haare schwarz zu färben. Aber: Was für ein Geraffel! Selbst bei weltbester Grauabdreckung hielt es nicht allzu lange. Eines Tages erwischte ich "schwarzblau", danach sah ich aus wie eine Manga-Figur, weil alle Haare, die nicht braun gewesen waren, nun königsblau waren - Muahahaha! Meine lieben Kolleginnen hatten gut Lachen.
Ich ließ die Färberei dann ganz.
Wegen der Regensache kaufte ich mir eine Kappe.

Mit 45 beschloß ich, eines Tages mit vollem Haar in Rente zu gehen.
Mit 46 teilte ich dieses unvorsichtigerweise auch meiner Friseurin mit. Die kuckte aber zu dem Thema mittlerweile etwas skeptischer. Sie hatte mein Haupt tatsächlich besser im Blick als ich.
"Na, da müssen S'e sich aber beeilen mit der Rente!", sagte sie nur.
Gottogott!
Und letztens hatte ich nen Müchenstich mitten aufm Kopf. Unglaublich!
Gottogott!
Bald kommt sicherlich der erste Sonnenbrand...
WÄWÄWÄ!!!

So vergeht der Ruhm der Welt.


Dienstag, 19. März 2013

TW 3 - Notfalltelefon

http://goo.gl/XfpRf
Ich sitze im Büro, das Handy schellt, 'TW' (Tante Waltraud) steht im Display.
Notfall!!! Et is wat mit de Mutter!, geht es mir durch den Kopf. Ich würge den soeben völlig irrelevant gewordenen Kunden am Büro-Festnetztelefon ab (Ausrede: "Strahlungsleck"), nehme etwas atemlos den Handyanruf entgegen.
"Ja, hallo, ich bin das!", sagt die Tante geheimnisvoll.
"Hallo Tantchen!", sag ich.
"Ja - hmmm - fährst du heute zur Mutter ins Altenheim?"
Hä?
"Äh, Montags? Eher nicht, Tantchen!"
"Ah, jaaa...?", sagt de Tante super-duper-geheimnisvoll.
Ich überlege.
"Is denn wat Besonderes?"
"Ja! Ich habe was für de Mutter, das möchtest du ihr bitte vorbeibringen."
*LUFTSCHUTZSIRENE* ES KANN SICH NUR UM KRIEGSWICHTIGE, WENN NICHT GAR KRIEGSENTSCHEIDENDE GÜTER HANDELN!!! *LUFTSCHUTZSIRENE*
Uff!
"Was haste denn für de Mutter?", frage ich vorsichtig.
"Ja - hmmm - das Apothekenheftchen und Erfrischungstücher."
Grundgütiger!


Siehe auch: Blogbeitrag


Freitag, 25. Januar 2013

Queen Mom 24 - Projekt "Wat is ambach?"

http://goo.gl/4ndZH
Wat seit jeher schwer war: Vonne Mutter zu erfahren, wat denn nu eigentlich is. Vor allem, wenn se im Krankenhaus is. Da de Mutter ja nu schon ein paar Tage "Klinikum" aufm Buckel hatte un et vermutlich allerlei Ergebnisse ihrer Untersuchungen gab, wollten de Bruder un ich so ganz bei kleinem mal wissen, wat ambach is.
Entsprechend mental gerüstet fuhr ich hin zum Projekt "Wat is ambach?"
Einatmen.
Ausatmen.
"So. Mutter, wat genau sagen de Ärzte denn?"
"Ja wat sollense denn sagen?"
Gottogott.
"Je nun! Du hattest doch Untersuchungen en masse, bis geröncht worden und hattest ne fette CT. Die haben doch wat gesacht!"
"Ja, hamse: nix Gutes!"
"Mutter, Grundgütiger, geht et en bissi wat Konkreter?"
"Ja, dat et wat Böses is!"
"Noch genauer!"
"Ja, hanä, dat reicht ja wohl!"
*seufz*


Dienstag, 15. Januar 2013

Queen Mom 23 - Et is herrlich

Schwester Olga, damals war
se ja noch nett (goo.gl/5fK9l)
De Mutter alias Queen Mom oder kurz QM is im Krankenhaus.
Rundum betüdelt werden findet se jetz, ich sach ma, "nich ganz so schlimm", de Mutter. Un eigentlich könnt ja alles kreuzfahrtmäßig fein sein im Sana-Hotel, aber diesmal isset nich dat Gelbe vom Ei, sie hat et nämlich ernstlich anne Lungen.

Bevor man se besucht, isset unheimlich wichtig, dat man fragt, wat se noch braucht. Ihr fällt ja immer wat ein, also "et Blöcksken" (DIN-A7-Schreibblock) oder "de Strippe vonne Brille" (Brillenband) oder "et Dinges, wat immer... na, da neben em Stuhl anne Heizung" (Wasauchimmer).
Ich ruf an, et is besetzt - stundenlang. Hat se mal wieder den Hörer nicht richtig aufgelegt, dat kennt man ja von zu Hause. "Hörer auflegen" is eh nur wat für Lappen.
Ich ruf im Krankenhaus bei de Zentrale an, die stellt mich mit der Begründung "bei de Mutter isset dauernd besetzt" mal eben direkt auffet Schwesternzimmer vonne Station. Schwester Olga Waschmaschinewski war not amused, se knurrte und geiferte - hanä! Se würde besser mal vonne Beruhigungsmittel vonne Patienten naschen, meine Güte!
Fahr ich also ohne de Mutter vorher zu fragen hin, ich alter Gefahrensucher.
In letzte Sekunde fällt mir noch ein, dat se "Mandeln" erwähnt hatte, letztens. Ich fahr also vorher noch beim Supermarkt (guess where) vorbei.

Ich komm also endlich auf et Krankenzimmer, da isset da laut am Piepsen. Natürlich bei de Mutter, nich bei den anderen Frauen, die da liegen.
PIIIEPS!!!
Son Spritzendosier-Dinges is alle und keiner tauscht et. De Schwestern sind vermutlich alle damit beschäftigt, im Schwesternzimmer Kunden, die ihre greisen Mütter wegen nich aufgelegter Telefonhörer nich erreichen können, am Telefon abzukanzeln.
PIIIEPS!!!
Naja, et piepst ja nur alle 10 Sekunden markerschütternd, da kann man dann ja mit leben, als Stoiker.
PIIIEPS!!!
Ich begrüß de Mutter, die nich dolle, aber schon besser aussieht als am letzten Freitag.
PIIIEPS!!!
"Dein Hörer war nicht aufgelegt, ich konnte dich nicht erreichen!", sach ich, den Hörer auflegend.
PIIIEPS!!!
De Mutter ignoriert et nich mal, dat mitm Hörer, Respekt!
PIIIEPS!!!
"Ich hab dir de Mandeln mitgebracht!", sach ich.
PIIIEPS!!!
"Wo isset Marmeldenglas?", fragt de Mutter.
Hach! Se is immer so dermaßen dankbar!
PIIIEPS!!!
"???", frag ich.
PIIIEPS!!!
"Na, für de Mandeln, dat se hier nich lose rumfliegen!", sacht se.
PIIIEPS!!!
Soso.
PIIIEPS!!!
Hanä! Et is wie immer herrlich!


Mehr "QM im Krankenhaus": Blogbeitrag


Samstag, 22. Dezember 2012

Queen Mom 21 - Wunder der Vorweihnachtszeit II

http://goo.gl/dmi1M
Donnerstag vor Weihnachten.
Ich komm also zu de Queen Mom wegen de Einkäufe, diesmal vorweihnachtliche Einkäufe.
De Flur glänzt und de Mutter hat de Haare frisch in so kleine Röllekes gelegt - de Putzfrau/Frisöse war also da gewesen.
Ich setz mich.
"Wie isst?", frag ich.
"Och Gott! Wie sollet denn sein?", sacht se.
"Gut!", sach ich.
"Och jo, sachte de Mutter, holt et Portemonnaie und grofelt drin rum. Se holt zwei Fuffziger raus und drückt se mir inne Hand. "Da!", sachte se.
Ich überleg. Hatte ich de Mutter Geld geliehen? ... Nee...
Spritgeld vielleicht?
Nee, Spritgeld hatte ich ja noch nie bekommen...
"Hä?"
 "Ja, hier fürn Dinges!", sachte se.
Herrgott! Wat fürn Dinges?
"Hä?", sach ich wieder.
"Na, wegen Dinges am Montag!", sachte se.
Et dämmert mir.
Heiligabend fällt dies Jahr auf nen Montag - dat is mein Weihnachtsgeschenk!
"Mein Geschenk?", stammel ich.
"Ja sicher. Dann brauch ich nich an Weihnachten mitm Geld rummachen!"
"Äh, danke!"
"Deine Sachen krich ich dann am Montag?"
"Äh, sicher..."

War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Vorweihnachtszeit": hier.


Sonntag, 22. Juli 2012

Queen Mom 18 - Dat Mädchen weiß et doch nich

bit.ly/M44ySi 
Mit de Mutter beim Penny.
Hinter de Kasse sitzt ne neue, ganz junge Kassiererin und tippelt de Artikel ein. De Mutter hat wieder Obst noch un nöcher eingekauft. De Kassenkraft hebt ne Pomelo auf.
»Wat ist dat?«, fragt se Queen Mom.
Mom schnaubt.
»Pomelo«, sach ich.
»Quatsch!«, sacht de Mutter, als hätte ich 'Feigenkaktus' gesacht.
De Kassierin guckt von mir zu ihr, dann blättert se inner Kassenliste.
»Grapefruit!«, sacht de Kassenkraft un tippt et prompt ein.
»Humbug!«, sacht de Mutter un zieht nen Flunsch. Dann kommt en Tütken mit Nektarinen.
»Und dat?«, fragt et Mädchen.
»Ja wie?«, entfährt et Queen Mom fassungslos.
»Pfirsich!«, sagt de Kassiererin zu sich selbs un gibt et auch ein.
De Mutter macht en glucksendes Geräusch.
»Wenn Haare dran sind, sind et Pfirsiche, sons sind et Nektarinen!«, sach ich.
De Kassenkraft guckt von mir zu Muttern, dann frimmelt se wieder mitter Kassenliste rum.
De Schlange hinter uns geht bis Meppen.
De Mutter stößt mich mim Ellenbogen an. Dann kommt aufm Band en Tütken mit Pfirsichen.
»Nektarinen!«, sagt de Kassiererin un tippt et ein.
De Mutter gurrt um Fassung ringend.
»Dat waren jetz abba Pfirsiche!«, sach ich.
»Nu bring dat Mädchen nich durcheinander!«, sacht de Mutter laut, dat et auch alle hören.
Sicher, sicher.
Is klar.
Un zu mir raunt se: »Is egal, et Obst kost hier eh alles dat selbe un dat Mädchen weiß et doch nich!«


Donnerstag, 1. März 2012

Queen Mom 17 - World Watching 3

http://bit.ly/xNbMSx 
De Mutter sitzt im Smart, wir stehen aufm Parkplatz vom Kaufhof.
"Un, warse wieder bei de...?", fragt se.
Aha!
Se meint de Weight Watchers.
"Ja, ich war da", sach ich.
"Un?"
"En Kilo", sach ich.
"Drauf, oder?", fragt se.
So isse.

Nee, wat is et herrlich!


Sonntag, 12. Februar 2012

Queen Mom 16 - klappt doch

http://bit.ly/wfXXnB
2009 bin ich mit Queen Mom in Urlaub gefahren.
Abflug (Blogbeitrag) und Ankunft waren am Frankfurter Flughafen.
Schon bei Antritt vonner Rückreise sagte se: "Ich kannet nicht! Nich den ganzen Weg übern Flughafen bis zur Bahn. Ich schaff et einfach nich!"
Verstehe ich ja. Die gefühlten 2,7 Gebäudekilometer des Flughafens FFM sind für ne 80-jährige kein Pappenstiel.
"Setzte dich einfach aufn Koffer-Trolley, ich roll dich", sach ich.
De Mutter kuckt zweifelnd.
Ich fand de Idee ja nich so übel.
Wir steigen ausm Flieger, gehen durche Passkontrolle, ich hol de Koffer am Band, bepack den Trolley, de Mutter ziert sich.
"Näää!"
Wir gehen langsam nen Stück, stehen da zwei Flughafen-Hostessen mit Rollstühlen un warten.
Die Mutter wird hektisch, zeigt mitm Finger.
"DA!!!"
"Mutter, die stehen da doch nich aus Jux! Die sind doch bestellt!"
Queen Mom geht hin, lässt sich in nen Rollstuhl plumpsen.
De Hostessen rascheln hektisch mitn Papieren.
"Hatten Sie reserviert?", fragt eine.
"Ja! Natürlich!", sagt de Mutter würdevoll.
De Flughafenboden tut sich auf und verschlingt mich mitsamt dem Koffer-Dingen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Leute ohne Beine durch den Flughafen robben, weil ihr bestellter Rollstuhl nicht da war.
De Damen rascheln wieder mitn Papieren, et stellt sich schnell, raus, dat de Mutter mal gar nich reserviert hatte. Dann sprechen se int Walkie-Talkie un fünf Minuten später taucht ne flammeneue Hostess mit Rolli auf, diesmal mit Reserviert-Schild, auf dem mit Edding "Queen Mom" geschrieben steht. Dann geht alles ganz schnell. Se führt uns nämlich über Sicherheitskarten-Schleichwege durch et Gebäude und zehn Minuten später stehen wir am Bahnsteig.
Ich bedanke mich wortreich für diese sicher nich selbstverständliche Serviceleistung.
Als de Hostess mitm Rollstuhl wieder weg is, sacht de Mutter: "Na, dat hat doch ganz prima geklappt!"


Mehr "AIDA mit QM": Blogbeiträge


Samstag, 11. Februar 2012

TW 1/Queen Mom 15 - Ernstfall

http://bit.ly/zx31Mr
Ich hab Spätdienst. Deshalb bin ich erst um 19.30 Uhr bei de Mutter, um unsere Einkäufe der Woche zu machen.
Queen Mom grofelt beim PENNY wieder 20 Minuten durch de Obst-Auslagen, um vier Bio-Äpfel und eine Avocado zu kaufen. Ich mache parallel meine eigenen Einkäufe.
Plötzlich kommt de Mutter (gemäß ihrer Möglichkeiten) hektisch angerannt, winkt.
"Wat ist?", frag ich.
"Oh Gott, de Waltraud!"
"Wie?"
"Ja, de Waltraud wollte bei mir vorbeikommen un ich hab ihr den Fernseher nich angemacht!"
Gottogott!
Vor meinem geistigen Ohr höre ich ein halbes Dutzend Luftschutzsirenen.
Wir hasten zur Kasse, zahlen, rasen heim.
De Mutter flutscht wie ne ganz Junge inne Wohnung.
Zu spät.
De Tante sitzt im fast dunklen Wohnzimmer, die Hände im Schoß, langweilt sich un prattet (= schmollt) vor sich hin.
De Mutter schaltet hektisch den Fernseher an, sucht schnell nen passenden Rosamunde-Pilcher-Sender.
De Tante sacht: "WÄWÄWÄ!!!"
Gottogott!
Ich verschwinde leise, verräume de Lebensmittel inner Küche. De Mutter kommt dazu, kuckt unglücklich.
"Warum schaltet se denn den Fernseher nich selbst an?", frage ich.
"Se weiß et doch nich, wie et geht!", flüstert de Mutter.


Sonntag, 22. Januar 2012

Queen Mom 12 - Mal eben zum Reformhaus

http://bit.ly/yxPvXv
Queen Mom hatte zwei leere Flaschen Sauerkrautsaft ausm Reformhaus.
"Wir müssen mal eben zum Reformhaus!", sachte de Mutter dann an unserem Einkaufstag.
Et is ja alles immer "mal eben".
Wir fahren also inne Stadt. Parken. De Mutter bleibt im Auto. Ich geh hin. Nur doof, dat dat Reformhaus umgezogen war, jetz is et weg.
Ich geh zurück.
"Dat Reformhaus is weg!", sach ich.
Queen Mom war not amused.
De Woche drauf kam die Mutter wieder mit de Flaschen an.
"Ich weiß, wo et jetz is, ich hab de Waltraud gefragt, komm, wir fahren gleich mal eben hin."
Sicher, sicher.
Dann war et aber schon nach halb Sieben.
Queen Mom zieht nen Flunsch.
Neue Woche, neues Glück.
Ich fahr hin, such einen Parkplatz, nehm die Flaschen ausm Kofferraum, geh zum Reformhaus.
Da hat der Laden die Stirn, einfach nicht auf zu haben. "Aus Gründen" un so.
Aber, bevor ich mir dat die vierte Woche antu...
Ich schmeiß de Flaschen in en Glascontainer, nehm 30 Cent ausm Portemonnaie und geh wieder zum Auto.
"Hier!", sach ich un geb der Mutter dat Geld.
Se strahlt.
Da hab ich mir einiges erspart.


Weitere aufrüttelnde Pfandflaschen-Erlebnisse: Blogbeitrag.