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Montag, 2. Mai 2016

Test: Bin ich ein Katzentyp?

(Foto: Chrissi Sommer)
Wenn man eine Katze in seinem Haushalt wohnen läßt, dann hat man plötzlich einen Mitbewohner, der körperlich fitter ist, als man es je sein wird (Stichwort: "Ninja auf Speed"). Diese Fitness ist gepaart mit einem gutmütig-robusten Wesen, einem verwegenen Sinn für Badezimmer-Hygiene und Ordnung ganz allgemein sowie einer vorhandenen, aber nicht gerade das Firmament erleuchtenden Intelligenz.
Wenn man nicht weiß, ob eine Katze als Mitbewohner zu einem passt, dann kann man das im Vorfeld simulieren, indem man für ein paar Tage einen Handballer bei sich einziehen läßt. Ist man froh, dass die Krampe wieder weg ist, dann sollte man die Anschaffung einer Katze vielleicht auch noch einmal überdenken.


Sonntag, 13. März 2016

Oskar 3 - Desert Storm

photo credit: sand storm via photopin (license)

Kater Oskar hat ein riesiges, hohes Katzenklo mit einem breiten, nach innen gewölbten Rand. Es ist so hoch und groß, dass ich mich anfangs darüber lustig gemacht habe. Theoretisch könnte man darin Bauarbeiten betreiben, ohne dass jemals Katzenstreu heraus fliegt.
"Theoretisch" ist hier wohl das Stichwort.
Denn schon als winziges Kätzchen gelang es Oskar binnen Stunden, größere Kontingente Katzenstreu in unserem Bad zu verteilen. Völlig rätselhaft! An manchen Tagen übertrieb er es dermaßen damit, dass ihm das den Spitznamen "Desert Storm" eingetragen hat -- denn unser Bad sah aus wie ein Modell des Iraks im Maßstab 1:144.000!
Gestern Abend kam ich ins Bad und konnte das Katzenvieh gerade noch dabei beobachten, wie er quasi einen Salto vorwärts aus dem Katzenklo heraus machte und wie der Blitz verschwand, pfotenweise Granulatkrümel wie Kamelle verteilend.
WTF?
Als sich eine Sekunde später die aus Richtung Katzenklo mit 2 km/h auf mich zutreibende Giftgaswolke traf, war klar, warum das Vieh wie von Furien gehetzt floh.
Ich wand mich würgend von dannen.
Ach so!


Freitag, 22. August 2014

Phalanx der Dienstleistung (2011)

photo credit: icatus via photopin cc
Als wir Spätsommer 2011 in unsere Wuppertaler Wohnung einzogen, gab es noch einige Mängel, die der Hauseigentümer ausbügeln sollte, unter anderem ein gesprungenes Waschbecken im Bad zu ersetzen.
Ich grofelte gerade durch diverse Kartonagen des kurzum stattgefundenen Umzugs, als es an der Tür schellte, ich blinzelte in den Treppenhausflur. Hier begehrte offenbar eine ganze Reisegruppe Einlass! Aber nein - es war der Hauseigentümer mit drei (3) Klempnern im Gefolge! Meine Herren! Die Handwerker staffelten sich in die Altersgruppen "kurz vor der Rente", "im besten Alter" und "Larvenstadium". Die Eintreffenden stürzten sich quasi zeitgleich ins Bad ohne sich in der Tür zu verkeilen - Profis eben - und begannen zu werkeln - welch beeindruckende Phalanx der Dienstleistung! Mir war, als wirke Orkus, der römische Gott des Klempnerhandwerkes höchstselbst für mich persönlich ein Wunder!
Da fühlte ich mich als Kunde & Mieter richtig ernst genommen!
Ich kam hinzu. Nun befanden sich im Bad zeitgleich drei Klempner, ein Hauseigentümer und ein Mieter (moi). Von dem Gewimmel zuckte mir das Augenlid! Der Klempner-Stammesälteste nahm mich zur Seite, führte mich aus dem Bad, bewunderte die Wohnung, wies auf dieses und jenes Detail hin und sparte nicht mit Lob, sang Hymnen auf den Balkon.
"Darf ich fragen, mit wie viel Personen Sie in diese wunderbare helle und große Wohnung ziehen?", fragte er ehrfürchtig mit einem leichten Timbre in der Stimme.
"Wir sind zu zweit", antwortete ich etwas baff.
"DAS IST LUXUS!!!", begeisterte sich der Handwerker-Senior speichelsprühend, wiederholte den Satz mehrfach.
Da fühlte ich mich als Kunde & Mieter richtig geschmeichelt!
Kurzum quollen Vermieter und allerlei Handwerker aus dem Bad, verabschiedeten sich und verschwanden etwas zu hurtig im Treppenhaus.
Ich ging ins Bad.
  1. Das neue Waschbecken war stark nach vorne geneigt.
  2. Es war dermaßen niedrig angebracht worden, sodass ich bei dem Unterschrank die Beine absägen musste, um ihn überhaupt darunter zu bekommen
  3. Die Silikonmasse zwischen Wand und Becken schien von betrunkenen Irren aufgetragen worden zu sein.
  4. Die Stöpsel-Mechanik funktionierte nicht, war der Stöpsel einmal unten, musste man unters Becken greifen und ihn am Gestänge manuell und mit dem richtigen Schwung wieder herausdrücken, der Hebel im Waschbecken selbst war völlig nutzlos.
Mir dämmerte, dass der Stammesälteste der Blaumänner mit seinen Lobeshymnen auf die Wohnung nur eine Klempnerhandwerks-Nebelkerze gezündet hatte, damit seine Kollegen im Auftrag und unter der Aufsicht des übersparsamen Eigentümers ganz in Ruhe preiswerte, schlampige Arbeit machen konnten.
Da fühlte ich mich als Kunde & Mieter mal so richtig verarscht!


Mehr Klempnerhandwerk: Blogbeiträge


Montag, 9. September 2013

Zen-Moment im Badezimmer

http://goo.gl/FexWEP
Das Bad: Weißgekachelter, lichter Hort der Körperpflege. Die Räumlichkeit wird gereinigt, weil es mal wieder "an der Zeit ist". Leider findet sich schon nach kurzer Zeit nach der aktigen Säuberung hier ein Flusen, dort ein Haar, garstiger Staub. Alsbald hat sich punktuell ein undefinierter Schmier festgesetzt, durchs Fenster gewehter Samen verteilt sich großzügig. Und so geht das im schnellen Galopp voran, bis es im weißgekachelten, lichten Hort der Körper-Reinigung so schangelig aussieht wie bei Hempels hinterm Einbau-Kühlschrank!

Und hie und da im Leben kommt ein Augenblick der unfassbaren Klarheit. In diesem Zen-Moment vermag man der Realität einen Schleier fortzureißen, um einen Lidschlag lang einen Blick hinter die Beschaffenheit Dinge zu erhaschen.
Meinen Zen-Moment hatte ich im Bad: Erleuchtend befiel mich eine Klarheit, küsste mir auf die Augen, auf dass ich in der Finsternis des Seins das Offensichtliche erkennen möge: Völlig weiße Badezimmerbodenfliesen sind mal sowas von scheiße!
Stattdessen sollte man fürs Bad Bodenfliesen herstellen, in deren Glasur gleich das Folgende mit eingebacken ist:
  • Haare (bunte Mischung)
  • singulärer Zehennagelabschnitt (verfärbt, Herr)
  • singulärer Fingernagelabschnitt (Herr)
  • verendete Motte
  • Hautschuppen
  • grauer Staub
  • Flusen (bunte Mischung)
  • Häutungsrückstände von Silberfischchen.
Und schon könnte man den Blick im Bad schweifen lassen immerdar und schwelgen - und müsste vor allem nur halb so oft putzen.


Montag, 20. Juli 2009

Ein schrecklicher Verdacht


Understand The Chaos
Originally uploaded by yelowcap
Ich lebe alleine in meiner Wohnung. Dachte ich wenigstens. Denn diese Wohnung macht neuerdings einen arg verwahrlosten Eindruck. Sie ist staubiger als normal, quasi paranormal staubig. Im Bad liegen Haare am Boden, die unmöglich alle von mir sein können, viele davon sind grau. Schaue ich aus den Fenstern, entsteht der Eindruck, es seien Fliegengitter davor. Sind es nicht. Der Küchenboden hat bessere Tage gesehen und die Anrichte... lassen wir das mit der Anrichte - brrr!
Schangelig ist glaube ich das Wort, nach dem ich gesucht habe.
Das kann so alles nicht sein!
Hey, ich wohne doch nur! Dieser ganze Melm und Schmutz, diese Mocke, die ganzen Haare - das kann unmöglich alles von mir alleine sein!
Ich bin in mich gegangen.
Nun keimt in mir ein schrecklicher Verdacht: Jemand wohnt bei mir, während ich bei der Arbeit bin!
Ein Jemand, der es mit Hygiene nicht zu genau nimmt.
Jemand Haariges, Großes.
Es handelt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Silberrücken-Gorilla.