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Freitag, 7. August 2015

Bürogeplänkel 57 - Bürohitze

photo credit: News Flash--Heat Bad for Productivity via photopin (license)

Es ist Sommer im Büro. Jedes Jahr ist mal Sommer im Büro. Sommer ist, wenn es draußen wie drinnen heiß ist, was eng mit der Variable "Jahreszeit" korreliert. Büro ist da, wo Menschen auf engem Raum zusammenhocken und lieber woanders wären, besonders im Sommer.
"Isso", könnte man jetzt sagen, und das Thema wäre durch.
Wenn es denn so einfach wäre ...

Offenbar gehöre ich zu einer Minderheit, die morgens im Büro aufscheint, sich hinsetzt, arbeitet, pausiert, arbeitet, um dann Abends wieder nach Hause zu fahren. Der überwiegende Rest betätigt sich zurzeit hauptberuflich als Büroklima-Klageweib.

Möglichkeiten der Klage und des Geweses:
1) sich minütlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht pusten. Ächzen.
2) Etwa alle zwei Minuten Ächzen, als habe sich während einer Hitze-Ohnmacht ein altbabylonischer Dämon namens "Zuul" des Körpers der Ächzenden bemächtigt.
3) alle fünf Minuten etwas am Ambiente regeln: Fenster auf/zu/auf Kipp, Schalousien rauf/runter, Ventilator an, auf 3, 2, 1, aus, dabei ächzen
4) alle zehn Minuten etwas über die Luft sagen: "stickig", "stückig", "dick", "schlecht", "wabert", "wie im Backofen", etc., Alternative: "es zieht" (is klar). Egal was: Ächzen!
5) Wespen. Vier mal pro Stunde: Soviel Zeit muss sein -- zwischen Wääääh! und Kraisch! kommt auf der Flucht vor den urst höllegefährlichen Killerinsekten auch während des unkontrollierten Herumwästerns in der Luft das Ächzen nicht zu kurz.
6) alle halbe Stunde: Per E-Mail den Betriebsrat fragen, ab wann es hitzefrei gibt und warum die Firma nicht genug gegen die Variable "Jahreszeit" unternimmt.

Hey! Da bekommt man den Arbeitstag schon mit rum.

Problem: Ich möchte hier einfach nur sitzen und -- notfalls -- arbeiten. An die Hitze denkt man nach einer Weile dann nicht mehr, es sei denn, die lieben Kolleginnen erinnern einen alle 27 Sekunden daran.
Ächz!


Mehr zum Thema "Wespe im Büro": Link
Mehr Blogbeiträge zu dem Thema "Hitze": Link, Link


Freitag, 3. Juli 2015

Sommer!


photo credit: 30th January - 338 via photopin (license)

Der zu Recht weithin unbekannte Barockdichter Johann Möchtegott Klöbel formulierte es in seinem so genannten Meisterwerk "Klebrig's Erwachen" (1655) seinerzeit so:
Ein Ohr noch im verschwitzten Laken,
das and're thut in den Himmel ragen.
Von draußen lästig's Geschab' der Grille,
Es fähret fort die Amsel mit Getrille'
Es dampfen Wälder, Wiesen, Seen,
Mir dampfen itzo schon die Zeh'n.
Oh, Sommer, in deinem klebrigen Bette,
Erwach' ich neben meiner Käthe.
Und bei uns?
Asphalt fließt in Zeitlupe die Straßen hinab, AKWs droht die Abschaltung.
Tümpel, Talsperren, Flüsse verdunsten blubbernd, gekochte Fische und Unken schwimmen an der Oberfläche, an den Rändern fläzt sich der Abkühlung suchende Mob.
In Beerdigungsinstituten ist mehr los als in Sonnenstudios.
Aufgedunsenen Bankangestellten angetan mit Schlips, Kragen und Jackett wird zum ersten mal in ihrem Leben Mitgefühl von ihren Kunden entgegengebracht. Zu Unrecht, wie ich finde.
Zäpfchen werden im Eisfach aufbewahrt.
Getränke verdunsten bereits im Mundbereich.
Im Getränkemarkt herrscht Endzeitstimmung - erst der Kampf um den Parkplatz, dann ist das Mineralwasser ausverkauft, sogar das Teure (Fachinger), die Kassenschlange Rotgesichtiger verschwindet irgendwo hinter dem von Hitze flirrenden Horizont.
Dehydrierte Menschen, nur angetan mit einem allzeit wringbaren Höschen kleben träge in ihren verdunkelten Wohnungen und wanken zwischen der Dusche, die längst statt kaltes nur noch lauwarmes Wasser spendet und einem durchweichten Sitzmöbel hin und her.
Ein Radiosender, der Rudi Carells "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" spielte, bekam binnen 8 Minuten 114 Bombendrohungen, beim BKA war man zu schwach, dem nachzugehen.
Der SPIEGEL schrieb, daß durch den temperaturbedingten höheren Testosteronspiegel die Leute zweimal mehr Sex hätten als sonst. Ein Bekannter, darauf angesprochen, ereiferte sich daraufhin angewidert: "Bäh, das wär' ja jetzt voll wie Schlammcatchen!"

Donnerstag, 20. Juni 2013

Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.