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Donnerstag, 3. August 2017

Bürogeplänkel 63 -- Nickerchen machen im Chill-out Area

photo credit: tarboxje Sweetness - Tal  napping via photopin (license)
Im Unternehmen meines Vertrauens mache ich Mittags ganz gerne mal ein Nickerchen.
Das so called "Chill-Out-Area" der Firma ist bequem, aber auch sehr verkehrsgünstig gelegen, es ist ein -- nur mit einem Vorhang abgetrenntes -- Durchgangszimmer zur Pausenküche und zu einem anderen Büro.
Sobald man es sich dort gemütlich gemacht hat, startet ein absurdes Beckett-Theaterstück.

DAS BÜRO AM ENDE DES GANGES
Besetzt mit lediglich 5,5 Personen, ist dieser Hort der Arbeit, was Störungen aller Art angeht leicht als Fliegengewicht zu unterschätzen. Aber mit dieser über-agilen Mannschaft könnte man eine komplette Filmkulisse besiedeln! Quasi minütlich bis hin zum Zehnsekundentakt ploppt einer oder eine aus dem Büro, öffnet KRIK! und schließt PA-KLIK! die Glastür und verschwindet gemessenen Schrittes entweder in der Pausenküche KRIK! PA-KLIK! oder im angrenzenden Flur (Tür: PLAK!). Natürlich kommen sie von diesen Orten auch wieder zurück. Die aus dem Flur Rückkehrenden machen nicht selten Zwischenstation in der Pausenküche. PLAK! KRIK! PA-KLIK! KRIK! PA-KLIK! ... KRIK! PA-KLIK! KRIK! PA-KLIK! Man kann die Tür zum Büro aber auch offen stehen lassen und sich in der schönen Disziplin der Distanzkommunikation üben.

DIE PAUSENKÜCHE
Hier stehen Mikrowelle und ein zu Gruppensitzungen einladender Tisch. Die Mikrowelle läßt sich mit recht wenigen Tastendrücken BLIP-BLIPBLIP-BLIP-BLIP-BLIPBLIP-BLIP-BLIPBLIPBLIP!! programmieren, damit sie irgendwas für 180 Sekunden erwärmt, das dann IT-IT-IT! fertig ist. Am Tisch sammeln sich zu bestimmten Zeiten illustre Runden juveniler Pausierender, die angeregte Diskussionen über Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" führen: mömömö-HAHA-mömö-HAHAHA ... mömömömömömö... HAHAHA!!!

DER TOILETTEN-FLUR
Die einzigen beiden Toiletten dieses Stockwerks befinden sich nur 80 cm Luftlinie hinter der allzeit nur angelehnten Tür zum Pausenraum. Nicht nur wegen des Kollegen der Nachbarfirma mit dem Tarnnamen "Käpt'n Strull", sondern auch wegen der geschätzten 80 Personen, die hier im 45-Sekunden-Takt auf die Toilette gehen, ist es ein Drehkreuz. Die Türen zu den Toiletten sind i.d.R. auch nur angelehnt und die automatischen Türschließer rammen sie nach Öffnung wieder in ihre alte Position zurück. BÄNG!!! macht es eigentlich andauernd - BÄNG!!!
Auch ist es lustig, wenn man Kollegen vor der Toilette trifft, um den neuesten Tratsch über Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" aus dem Raucherzimmer zu verbreiten. MÖMÖMÖMÖ... HAHAHA!!!

MITINSASSEN IM CHILL-OUT AREA
Gerade jüngere Kollegen definieren "Chill-Out Area" völlig anders als ich. Sie zeigen sich gegenseitig Videos von Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" auf ihren Handys HAHAHA!!! und unterhalten sich "minimal lauter" (in Überzimmerlautstärke), da sie gerade mit Kopfhörern Cannibal Corpse oder "Die besten Exzenterpressen der Industriegeschichte" hören. Auch schlagen juvenile Kollegen gerne mit verbundenen Augen nach einer eselförmigen, von der Decke hängenden Piñata, feuern sich dabei gegenseitig an, während andere Kollegen (moi) nur wenige cm entfernt davon versuchen, auf der Couch ein Nickerchen zu machen.



KOLLEGIN S.
Jeder hat schon Geschichten davon gehört, dass es Menschen gibt, die bei fast jeder Situation schlafen können, selbst in Schützengräben unter Artilleriebeschuss während der Russ vorrückt. Dieses Gen hat meine Kollegin S.: Sie legt sich selbst im sogenannten "Chill-out Area" einfach hin und macht ein Nickerchen. Einfach so. Trotz BÄNG!!! KRIK! PA-KLIK! BLIP-BLIPBLIP BÄNG!!! MÖMÖMÖMÖ... HAHAHA!!! IT-IT-IT!
Da kann ich nur neidisch werden.


Dienstag, 7. März 2017

Bürogeplänkel 62 -- Lavendelig im Büro

Elen-Antilope
Bis gestern hatten wir im Büro eine schreckliche Fliegenseuche von alttestamentarischen Ausmaßen.
"Sie fliegen mir ins Gesicht, in die Haare, in den Mund!!", jammerte immer eine meiner Kolleginnen.
Nun ja. 
Mir kam die Häufigkeitsverteilung dieser Winz-Fliegen eher vor wie Bewohner Islands: Hier mal eine, da mal eine. Mancherorts lagen auch vereinzelte Mikro-Kadaver herum (Bild), so häufig wie eine in der Serengeti verendete Elen-Antilope.
Aber wegen des übereifrigen Gespuckes, Haarsträhnengepustes und mit-den-Händen-Geklatsche der Damen hat die Geschäftsleitung zu einer konzertierten Aktion aufgerufen:
  • ein von Killerfliegen befallener Ficus wurde spontan ausgewildert
  • noch nicht auf Pflanzengranulat umgestellte Pflanzkübel wurden systemisch migriert
  • alle Pflanzkübel bekamen gelbe Fliegenfangpads eingesetzt
  • es wurden etwa ein Dutzend Tellerchen mit Lavendelöl aufgestellt
Fazit:
Die Fliegen sind weg.
Alle Mitarbeiter sind auf Lavendel.
Hier am Arbeitsplatz kommt es mir vor, als säße ich mitten in der 80er-Jahre LENOR-Werbung:

LAVENDEL, OLIVER, JANINE -- VERNELL!!!

Aber vielleicht bin ich auch nur high.
Ich ruf' mir jetzt ein Taxi nach Hause.
Wirsing.


Samstag, 25. Februar 2017

Bürogeplänkel 61 - Ablenkung ist alles


Foto: Leroy Becker vom 25.02.2017, 12:30 Uhr
Seit "Altweiber" (letzten Donnerstag) werde ich als Wuppertaler in der Firma von Kollegin Kathi gedizzt, weil der Narrenruf der Wuppertaler Karnevalisten "Wuppdika!" ist.
Tsts! :P
"Wuppdika!", ruft sie mir hinterher -- na klar, dizzt mal ruhig den Wuppertaler, der sich für Karneval so brennend interessiert wie für Fußball oder den sog. "Rennsport". Gottlob findet sich in Wikipedia eine recht umfangreiche "Liste der Narrenrufe" (hier)  -- und da ist "Wuppdika!" echt die kleinste Sorge:

Schnarragagges!   Heidenei Narrenzunft Kißlegger Hudelmale 
Allamoschee!  Effeltrich
Häbberla Mäh!  Neustadt an der Aisch
Alekerch Schepp Schepp!  Altenkirchen (Westerwald)
Edscha Awoa un Ella Uhu!  Ediger-Eller
Knolli Knolli Schabau!  Scharmede
Kattfiller!  Attendorn

OK. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt: Das oben eingebettete Bild zeigt die Kaffe- und Milch-Ausgabedüsen unseres hochheiligen Jura-Kaffee-Vollautomaten im Büro von unten und wie sie wirklich sind: ECHT SCHLIMM HART VERRANZT.
Würg!
Was ist dagegen schon "Wuppdika"?

Ablenkung ist alles.


Dienstag, 20. Dezember 2016

Büro-Mäuse

photo credit: VeRoNiK@ GR Ying Yang via photopin (license)

Man kennt das: Ein Kunde ruft an, sagt gerade seinen Namen und schon klickt die neben einem sitzende Kollegin die Maus doppelt KLICK!-KLICK! und man versteht wieder kein Wort.
"Äh, wie ist bitte Ihr Name?, meine Kollegin hat gerade ihre Maus geklickt!"
Der Kunde wiederholt etwas, leider schiebt nun die Kollegin von schräg gegenüber ihre Maus übers Pad, so dass einem Sehen und Hören vergeht: SCREETCH!
Ich lasse das Namensfeld leer.
"Was kann ich für Sie tun?", frage ich so entnervt wie mutlos.
"Ja, ich habe hier ein Problem mit dem KLICK!-KLICK!-KLICK!, ...wegen man kein SCREETCH!, ...aus und deswegen möchte ich KLICK!-SCREETCH!, ...weiteren um-KLICK-KLICK!-KLICK!, ...stehen Sie?"
Jetzt hat zu allem Überfluss auch noch die Kollegin von gegenüber mitgeklickt.
"Ich, äh, ja. Von wo rufen Sie an?"
"SCREETCH!-KLICK!-KLICK!!"
"Ja, habe ich notiert, ich lasse Sie zurückrufen!", lüge ich und lege auf. Erfasst habe ich nichts. Es war ja auch nichts zu verstehen.
Die Kollegin zwei Plätze neben mir lacht vermutlich ohrenbetäubend, ich kann es leider nicht hören, weil gerade alle mit ihren Mäusen zugange sind, manche sogar mit dem Scrollrad BRAAAT-BRAAAT-BRAT-BRAAAAAAT! und damit eine Geräuschkulisse erzeugen wie in einer Gesenkschmiede.

 + + +   W E R B E U N T E R B R E C H U N G   + + +
Freunde: Endlich! Logitech hat nun mit seinem Modell M330 Silent Plus eine Maus auf den Markt gebracht, die nicht mehr markerschütternd klickt und quietscht -- diese Innovation wird den Büroalltag total umkrempeln.


Dienstag, 20. Oktober 2015

76

photo credit: evil snickers, charging via photopin (license)

Wenn ich zum ersten Mal ein neues Restaurant betrete, bestelle ich ein Gericht, zum Beispiel die Nummer 76. Schmeckt es mir wirklich ganz vorzüglich, dann werde ich, so lange dieses Restaurant existiert, immer wieder die 76 essen. Warum sollte ich einen Reinfall mit der 56 erleben oder Pech haben mit der 33?
Mal ehrlich: Alles Andere wäre doch verrückt! :D
Die Liebste, die über solches autistisches Gebaren nur den Kopf schüttelt, ordert jedes Mal etwas anderes, sagt aber dann in 2/3 der Fälle: "Ich hätte besser auch das bestellt, was du hast".

Es gibt Schokoriegel, die sind einfach perfekt.
Snickers ist seit 1930 im Handel. Mars ist von 1932. Kitkat gibt es seit 1975. WTF sollte man daran ändern? Mal ehrlich: Alles Andere wäre doch verrückt! Sollte man meinen. Leider scheint die Lebensmittelbranche hier völlig anderer Meinung zu sein. Also tauchen in unserem Bürokiosk ständig diese geschmacksverirrten Look-Alikes auf: Snickers "Intense Choc", KitKat "Dark Chocolate", Corny Müsliriegel mit Bananengeschmack (wuäh!), Twix "White" oder "Cappuchino" und leider völlig daneben: "Hanuta Milch + Crispies" -- das können sich die Herrschaften von Ferrero wirklich sonstwo hinstecken!
Natürlich bleiben diese Krampen immer bis zuletzt übrig im Kiosk. Am Ende wird man vor der Neubefüllung des Kiosks quasi gezwungen, diesen Schwachsinn angewidert und unter Protest herunterzuwürgen.
ICH WILL DIE SECHSUNDSIEBZIG!!!


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Bürogeplänkel 59 - Das Lob der Vorgesetzten

photo credit: More empty cubes via photopin (license)

Ein Freund von mir klagte mir sein Leid: Er arbeite nun schon seit über 15 Jahren im gleiche Unternehmen, mühe sich täglich redlich ab, seinen Job zu erledigen, sei aber für seine -- wie er findet -- permanent gute, manchmal überragende Leistung nur ein einziges Mal gelobt worden.
Nun, das Lob war leider nur auf Rückfrage ausgesprochen worden.
Und es war auch noch mit Einschränkungen versehen gewesen.
Auch war es nicht der Vorgesetzte gewesen, der das Lob ausgesprochen hatte, sondern nur dessen Sidekick.
Klar gab es in dieser langen Zeit schon E-Mails an die Belegschaft mit dem Betreff "Hey, das war ja ziemlich OK!", aber manchmal muss Lob einfach eine persönliche Note haben, damit man nicht innerlich kündigt.
Deshalb kramt dieser, mein Freund in seiner Verzweiflung, wenn die Nacht am dunkelsten ist, manchmal dieses winzige, so unbedacht wie halbherzig ausgesprochene, zudem auch noch mit Einschränkungen versehene Lob hervor, hält es wie einen Schatz zwischen seinen Handflächen und wärmt sich an dessen schwächlichen, vage bernsteinfarbenen Glanz.
Er hat ja nichts Anderes.

In dem Unternehmen, in dem ich arbeite, ist es völlig anders!
Wenn ich mit einer Sprengstoffweste ins Büro meines Vorgesetzten gestratzt käme und mit irre rollenden Augen verlangte, dass ich für meine Arbeit auch mal gelobt werde, dann würde ich nach kaum drei bis vier Stunden zähen Verhandlungen mit dem Verhandlungsführer eines Anti-Terror-Teams mein Lob schon noch bekommen! Muahahaha!
Also vom Verhandlungsführer der Antiterroreinheit.
Mein Vorgesetzter müsste erstmal googlen, was dieses "Lob"-Ding überhaupt sein soll.


DIE ZEIT-Artikel zu dem Thema: (Link)
Mehr zum Thema: (Blogbeitrag)


Freitag, 2. Oktober 2015

Bürogeplänkel 58: passiv-aggressiver Hase

Originalfoto
Gründonnerstag war dieses Jahr am 2. April. Da bekam die gesamte Belegschaft des Unternehmens, in dem ich arbeite, einen "Milka Lila Schmunzelhasen" geschenkt.
So weit, so undramatisch.
Die Lebenszeit dieses, meines Schokoladenhohltiers lag bei mir etwa 0,2 Sekunden unter der einer Schneeflocke in der Hölle.
Thema durch.
Fisch gelutscht.
Der Rest ist Grüner Punkt.
Heute haben wir den 2. Oktober. In den Lebensmittelgeschäften des Landes gibt es bereits seit Wochen jeden erdenklichen hochkalorischen Weihnachtsschnickschnack, unter anderem natürlich längst auch die "Milka Weihnachtsmänner" zu kaufen.
WIESO ALSO steht seit geschlagenen sechs Monaten bei einer Kollegin dieser scheiß "Milka Lila Schmunzelhase" noch immer an ihrem Arbeitsplatz herum? Ist es nicht schlimm genug, dass ich täglich arbeiten gehen muss? Nein, wenn ich reinkomme oder rausgehe aus dem Büro, grinst mich also auch noch dieses Teil höhnisch an! Ach ja: Es hilft auch nichts, dass ich die Kollegin mehrfach auf ihren aus der Zeit gefallenen Hasen anspreche, sie nur so: "Hahaha!", als hätte ich sie zum scheiß Spaß darauf hingewiesen! Leute: Kriegt man so ein Teil geschenkt, dann isst man es auf, verdammt noch mal. Oder verschenkt es. Aber nein, Madame lässt es ein halbes Jahr lang herumstehen wie bestellt und nicht abgeholt.
Was bedeutet das?
Küchenpsychologisch analysiert ist es eine passiv-aggressive Masche, die Kollegin will damit durch die Blume (des Hasen) sagen:
"Von euch, Schergen der Geschäftsleitung, nehme ich mal gar nichts an! Ich lasse mich weder von euch und schon gar nicht von euren Almosen einwickeln! Seht her, ich sammle euren billigen Flitter hier gut sichtbar für alle und speie es euch das jeden Tag ins fahle Antlitz!"
Liebwerte Kollegin: Mach das Ding weg (Fristsetzung: 09.10.), oder ich helfe dir dabei.


Freitag, 7. August 2015

Bürogeplänkel 57 - Bürohitze

photo credit: News Flash--Heat Bad for Productivity via photopin (license)

Es ist Sommer im Büro. Jedes Jahr ist mal Sommer im Büro. Sommer ist, wenn es draußen wie drinnen heiß ist, was eng mit der Variable "Jahreszeit" korreliert. Büro ist da, wo Menschen auf engem Raum zusammenhocken und lieber woanders wären, besonders im Sommer.
"Isso", könnte man jetzt sagen, und das Thema wäre durch.
Wenn es denn so einfach wäre ...

Offenbar gehöre ich zu einer Minderheit, die morgens im Büro aufscheint, sich hinsetzt, arbeitet, pausiert, arbeitet, um dann Abends wieder nach Hause zu fahren. Der überwiegende Rest betätigt sich zurzeit hauptberuflich als Büroklima-Klageweib.

Möglichkeiten der Klage und des Geweses:
1) sich minütlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht pusten. Ächzen.
2) Etwa alle zwei Minuten Ächzen, als habe sich während einer Hitze-Ohnmacht ein altbabylonischer Dämon namens "Zuul" des Körpers der Ächzenden bemächtigt.
3) alle fünf Minuten etwas am Ambiente regeln: Fenster auf/zu/auf Kipp, Schalousien rauf/runter, Ventilator an, auf 3, 2, 1, aus, dabei ächzen
4) alle zehn Minuten etwas über die Luft sagen: "stickig", "stückig", "dick", "schlecht", "wabert", "wie im Backofen", etc., Alternative: "es zieht" (is klar). Egal was: Ächzen!
5) Wespen. Vier mal pro Stunde: Soviel Zeit muss sein -- zwischen Wääääh! und Kraisch! kommt auf der Flucht vor den urst höllegefährlichen Killerinsekten auch während des unkontrollierten Herumwästerns in der Luft das Ächzen nicht zu kurz.
6) alle halbe Stunde: Per E-Mail den Betriebsrat fragen, ab wann es hitzefrei gibt und warum die Firma nicht genug gegen die Variable "Jahreszeit" unternimmt.

Hey! Da bekommt man den Arbeitstag schon mit rum.

Problem: Ich möchte hier einfach nur sitzen und -- notfalls -- arbeiten. An die Hitze denkt man nach einer Weile dann nicht mehr, es sei denn, die lieben Kolleginnen erinnern einen alle 27 Sekunden daran.
Ächz!


Mehr zum Thema "Wespe im Büro": Link
Mehr Blogbeiträge zu dem Thema "Hitze": Link, Link


Freitag, 8. Mai 2015

Bürogeplänkel 56: Hygienekopfkino!

geheimnisvolle Hygieneartikel (Originalfoto)

Auf der Damentoilette in der Firma tauchen immer wieder geheimnisvolle Hygieneartikel auf, die die Damenwelt in meiner Büro-Umgebung unaufhörlich in Unruhe versetzen! Gottogott! Zuerst Mango-Handcreme, dann SPRIT-Parfum... Zuletzt materialisierte sich ein Balea Deoroller "Himbeer-Zitronengras". Seitdem diskutierten meine Kolleginnen drei Tage in Folge, welche Besucherin einer zivilisierten Damentoilette wohl einen Deoroller benutzt, den sich ja theoretisch bereits [alle] durch die schweißfeuchte Achsel gerollt haben ...
Kraisch!!!

Aber das ist ja noch gar nichts, denn Menschen waren nicht immer so dermaßen heikel.
Es gibt ein gemeinhin wenig bekanntes Element namens Antimon (chem. Symbol Sb). Das Halbmetall ist bereits seit der Antike bekannt, im Mittelalter wurde es in Pillenform als stark wirkendes Abführmittel verwendet. Allerdings löste sich die Metall-Pille im Körper nicht auf, sie wurde komplett wieder ausgeschieden, sodass man ihrer wieder habhaft werden konnte. In Familien, in denen das Glück hold war, wurde dieses famose Abführmittel über Generationen weitervererbt. (Quelle: Link)
Hygienekopfkino!!!
DAS! IST!! SPARTA!!! :D


Dienstag, 6. Januar 2015

Bürogeplänkel 55 - Activia

photo credit: Activia Dessert Strawberry Cheesecake via photopin (license)
Eine Kollegin dümpelte während eines Tee-Zubereitungs-Zeremoniells in der Firmenküche herum. Ein Kollege kam derweil ums Eck, zog sich am Kaffeeautomaten einen Latte. Dann ging er zur Schublade, nahm einen Löffel, schaufelte Zucker in sein Heißgetränk, rührte um, lutschte den Löffel mit Inbrunst ab und legte ihn fein wieder in die Schublade zurück. Dann eilte er mit seinem Kaffeheißgetränk von dannen.
Die Kollegin blieb erstarrt zurück.
Refexartig packte sie alle Teelöffel in die Spülmaschine.
Heute brach es aus ihr heraus (ohne Namen zu nennen). Die anderen Kolleginnen, die dieser Begebenheit mit kreisrunden Augen lauschten, erstarrten ihrerseits, jede für sich. Sehr leise konnte man den Nagellack auf sich aufrollenden Zehennägeln splittern hören.

Nun, man kann das auch positiv sehen. Mittels "Reframing" läßt sich das Geschehene umdeuten: Tatsächlich ist es ja so, dass man jetzt ganz normalen weißen, billigen Joghurt kaufen kann. Sobald man einen Löffel aus der Küchen-Schublade hineinsteckt, hat man eine Art Activia-Joghurt!

Hey, danke ru24!
Gern geschehen.

Montag, 13. Oktober 2014

Bürogeplänkel 54 - Schneckenbutter

photo credit: Ricardo Alguacil via photopin cc

Sich mit ungefähr 40 Personen einen Kühlschrank zu teilen, ist ein Abenteuer. Kurz zusammengefasst kann man sagen "entweder, es verrottet spektakulär oder es verschwindet spurlos (peu à peu oder von jetzt auf gleich)".
Als vor etwa 10 Jahren in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, die Parole ausgegeben wurde, dass jedes sich im Kühlschrank befindliche nicht-personalisierte Lebensmittel quasi Freiwild für alle ist, brachen interessante Zeiten an. Für mich und viele meiner Kolleg(inn)en eröffnete sich hiermit quasi über Nacht ganz legal ein Blick über den Tellerrand! Zeitgleich begannen die Mitarbeiter notgedrungen, ihre Lebensmittel mit einem Edding zu beschriften -- doch nur ein Name ist ein verhältnismäßig schwacher Schutz gegen die Mächte der Finsternis!
Muahaha!

1) Die Leserlichen. Man kann seine Nahrungsmittel noch so augenfällig und überaus lesbar beschriften, röng-döng! ist meine überaus streichfähige, dänische Butter wieder leer. Einmal fluchte ich gotteslästerlich über diesen Umstand, da rief Martina zu mir rüber: "Och, deine Butter benutze ich immer!" Eine andere Kollegin erscheint täglich an meinem Arbeitsplatz und signalisiert mir mit wild improvisierter Pantomime (während ich telefoniere), dass sie auch gerne etwas von meinem hoch-streichfähigen Streichfett abhaben möchte. Seufz. Türlich, türlich, sicher Digger.
2) Die Virtuellen. Selbst nach all den Jahren gibt es Lebensmittel, die unsichtbar, quasi virtuell beschriftet sind, zum Beispiel Joghurts mit Verdauungs-Schnickschnack und linksdrehendem Gedöns: Wer es wagt, diese unpersonalisierten Magen-Darm-Booster illegal zu sich zu nehmen, der! wird! ausfindig! gemacht! und hat dann eine Woche lang Schuldwoche, weil Andrea oder wer auch immer nicht so feudal wie sonst Pupsi machen kann.
3) Die Unleserlichen. Was steht da auf den lecker aussehenden Frikadellenbällchen? Heißt im Büro jemand wirklich التشكيلHaha! Mitnichten! Wahrscheinlich soll das aberwitzige Gekrakel "für alle" heißen. Somit kann diese Leckerei vollkommen reuelos verzehrt werden! Hurra! Jetzt noch etwas Ketchup von "Olm", oder was das auch immer heißen soll! Was soll ich sagen: Am Ende heult wieder einer.
4) Die Über-Leserlichen. Eine Kollegin hat seit Jahren immer ihre denkbar überdeutlich nach DIN ISO 3098 beschriftete Pepsi Light im Firmenkühlschrank stehen. Jeden Tag fehlen etwa 100 ml und ziemlich viel von der Kohlensäure. Macht da jemand seit Jahren täglich den Pepsi-Test? DAS war selbst für Kenner der Materie etwas unheimlich. Sollte man eine Video-Überwachung unstallieren oder die Ghostbusters rsp. einen Exorzisten rufen? Dieser Umstand ließ sich erst beheben, als sie ihre Flasche rüber an ihren Arbeitsplatz genommen hat. Da hat die Limo zwar Zimmertemperatur, ist aber vorhanden und schäumt sogar.
5) Der Fluch. Und dann sind da noch die Verfallsdatum-Nazis von der wöchentlichen Kühlschrankrevision. WFT ist gegen eine Butter einzuwenden, die einen bis 30 Tage über das verdammte sogenannte "Mindesthaltbarkeitsdatum" ist, aber noch einwandfrei schmeckt? Auch wenn mein Name drauf stand, ist sie nun auf dem Weg zur Deponie. Verflucht sollt ihr sein! Aber التشكيل's seit zwei Wochen rot schimmelnden Spargel im Glas oder den in fauliger Pestilenz vor sich hinrottenden Buko, den lasst ihr im Kühli stehen, weil der ungeöffnet mindestens haltbar ist bis 12/2017, ihr Vögel?

Was also hilft? Der ru24-Tipp für den Firmenkühlschrank:
Ein geschickt mit einem Radierstift getilgtes Mindesthaltbarkeitsdatum ist die Grundvoraussetzung im Kampf gegen die MHD-Schergen. Gegen Mitesser hilft nur mehr Exotik: Wie wärs mit indonesischer Nacktschneckenbutter? Oder mit dem springlebendig wirkenden, sardischen Schafskäse "Casu Marzu" (Link)? Notfalls helfen auch Koala-Frikadellen! Lieber als Unmensch gelten als hungrig bleiben!
Muahaha!
Der Kollegin mit der schwindsüchtigen Pepsi möchte ich zurufen: Versuch doch mal peruanische "Inca Cola" (Link), oder nicht ganz so exotisch "Uludağ Cola" (Link, gibt es hier an jedem türkisch geführten Kiosk) dann ist vermutlich Ruh. Und wenn nicht, dann ist es etwas Persönliches.


Donnerstag, 4. September 2014

Bürogeplänkel 53 - Es ist noch Kuchen da

photo credit: multipel_bleiben via photopin cc

Kollegin Steffi kommt ins Großraumbüro geeilt, ein Kuchenblech auf der Hand.
"Es ist noch Kuchen da, wer will?", fragt sie.
Etwa ein Dutzend Hände recken sich sofort in die Luft.
"Habe ich selbst gebacken!", sage Steffi stolz.
Noch sieben Hände.
"Ganz ohne Backmischung!"
Noch drei Hände.
"Ich stells mal hier hin!"
Als sie sich umdreht, schauen alle total angestrengt auf ihre Bildschirme.

Iris hat jetzt ein Stück gegessen.
Es hat ihr angeblich geschmeckt.
Nun beobachten alle Iris.
Ich drücke ihr mal die Daumen..

[Aufgabe: Markiere alle Stellen im Text, an denen man merken kann, dass Steffi nicht oft backt und jeder im Büro das weiß. (6 Punkte)]


Donnerstag, 20. Juni 2013

Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Donnerstag, 28. März 2013

Bürogeplänkel 50 - Der talentierte Mr. Ripley

http://goo.gl/OF8lq
Ich mag alle meine Kollegen sehr, außer einen.
Denn leider arbeitet bei mir in der Firma auch der talentierte Mr. Ripley.

Wann immer ich in die Büro-Küche komme und die Spülmaschine öffne, sehe ich es: Jemand, der keinen blassen Dunst davon hat, wie man eine Spülmaschine einräumt, war am Werk. Gleich mehrfach. Oben und unten und auch im Besteckfach. Das würden doch zurückgebliebene Schimpansenkinder besser hinbekommen! Die Teller sind diagonal eingestellt, Tassen sind so einsortiert - idealerweise mit der Öffnung nach oben - dass, wenn das obere Spülmaschinenfach ein Parkplatz wäre, nur fünf Autos platz finden würden. Im Besteckfach sind nur die vorderen beiden Fächer belegt, diese sind knallvoll, der Rest ist leer. Es ist das hier sich offenbarende, überbordende Übermaß an Talent, das ihn verrät, denn so fällt mein Verdacht immer sofort auf den talentierten Mr. Ripley!
Sobald der Bohnenbehälter an der Kaffemaschine leer ist, dito der Wasserbehälter, sobald der Satzbehälter voll ist, dann stellt der talentierte Mr. Ripley das Kaffeeholen eben so lange ein, bis jemand diese Aufgaben für ihn übernimmt. Er ist einfach zu talentiert für niedere, primitive Tätigkeiten, der Herr! Neue Milch an der Kaffeemaschine anzuschließen, das fiele ihm im Traum nicht ein! Sind keine Teelöffel mehr in der Küchenschublade, dann nimmt der talentierte Mr. Ripley eben den Löffel aus dem Zuckerdöschen - kann der Nächste ja den Zucker mit 'ner Gabel nehmen. Oder mit Ess-Stäbchen.
Er ist so über die Maße talentiert, dieser Mr. Ripley!
Spendiert jemand Kuchen, so bleibt zumindest am Ende soviel davon übrig, dass das Kuchenblech keinesfalls abgeräumt werden kann: Der talentierte Mr. Ripley ist so "höflich", das letzte bucklige halbe Stück jemand anderem zu überlassen - notfalls tagelang. Das sitzt er aus.
Auf der Toilette, da gelingt es dem talentierten Mr. Ripley immer wieder, in der Kabine die Optik eines explodierten Schokofondues zu hinterlassen. Und wenn er schon mal widerwillig die Bürste benutzt, dann nur, um sie umwickelt mit nassem Klopapier fragwürdigster Herkunft wieder in den Halter zurückzustellen.

Aber vielleicht sehen wir ihn auch ganz kurz aus der Ferne winken, wenn wir in den Spiegel schauen.


Freitag, 11. Januar 2013

Bürogeplänkel 47 - "Reise nach Jerusalem"

http://goo.gl/LGsXo
In der bisherigen Sitzordnung haben wir im Büro schon seit Jahren gesessen. Diese Ordnung hatte sich bewährt, sie war quasi IN ORDNUNG. "Sehr starke Persönlichkeiten" waren mit ungefährlichen Personen umgeben, damit quasi gepampert worden. Etwaige "Befindlichkeiten" konnte man dadurch bislang bis auf ein unvermeidliches Minimum vermeiden.
Alles gut!
In allerlei Sitzungen der Anstaltsleitung wurde nun eine komplett neue Sitzordnung ausbaldowert - Begründung: "Positiver Effekt". Gestern schritt man zur Tat: Das gesamte Großraumbüro spielte "Reise nach Jerusalem" incl. Telefon, PC und beiden Monitoren.
Die Hälfte der Insassen findet es nun wg. der Lampen über sich zu hell oder zu dunkel (je nachdem, ob die Teile funktionieren oder nicht), Anstaltsleiter O. ist genervt, ein Elektriker ist schon bestellt.
Meiner einer hat nun einen Fensterplatz - doll. Ich blicke auf ein Industriegelände mit drei orangefarbenen Papiercontainern, an denen fettige Gabelstapler vorbeiholpern. Im kahlen Baum davor sitzt eine alte Krähe und kotzt. Der staubige Ficus hinter mir findet das auch alles nich ganz so dolle. Und das Beste ist: Der Heizkörper direkt neben mir. MUAHAHA!!! Neben mir! Wo et mir immer so warm is. Über "2" (von 5) wird der nie hinauskommen und die in der Gegend herumsitzenden Mädchen müssen natürlich leider alle erfrieren.
Schade eigentlich!
Und das sind noch nicht die sozialen Interaktionen der neuen Sitznachbarn in diesem hochgradig gewagten soziologischen Experiment.
Hätte die Anstaltsleitung doch mal vorher gefragt, was dem Insassen zum Thema "Sitzplatz" wichtig ist - aber auf derartigen basisdemokratischer Killefit wurde offenbar zugunsten der puren Freude am Thrill verzichtet. Leute fragen - *kicher* - wo bleibt denn da die fette Action?
Es wird Blogbeiträge geben.


Dienstag, 8. Januar 2013

Bürogeplänkel 46 - Klischee

http://goo.gl/HlLCt
Kollegin S., die Rauchen gehen wollte, bat gerade Kollegin Kathi um deren Feuerzeug. Sie habe zwar ein Eigenes in der Hosentasche, aber da komme sie gerade nicht dran, weil sie sich gerade die Fingernägel lackiert habe.
Grundgütiger!
Mädchen!


Dienstag, 4. Dezember 2012

Bürogeplänkel 43 - Schulterverletzung

http://goo.gl/gGFgY 
Eine Freundin erzählte mir, sie habe im Netz bei Elitepartner einen Herrn kennengelernt, der mit einem überaus passablen Foto von sich gelockt hatte - ein Beau sozusagen. Sie sei (Zitat) "scheiß vier Stunden lang zu dem Vogel hingefahren", um dann beim Öffnen seiner Wohnungstür festzustellen, dass das Foto wohl aus den Neunzigern gewesen sein musste. Die eklatante Gewichtszunahme erklärte der glücklose Don Juan glattzüngig mit einer "Schulterverletzung", die es ihm "in letzter Zeit unmöglich gemacht" habe, Sport zu treiben, sicher, sicher.

Im Büro werden wir per E-Mail mit anhängendem Bewerbungsbild über die Neueinstellungen der Personalabteilung informiert. Mehr oder weniger interessiert schaut sich die Belegschaft an, was der Firma da an Mitarbeitern demnächst ins Haus flattert:
Kandidat 1 heißt in etwa "Frodomir Przybilla" und sieht aus wie Nosferatu (Link),
Kandidat 2 heißt in etwa "Rufus Rantanplan" und sieht aus wie Moby (Link),
Kandidat 3 heißt in etwa "Mike Steel" und sieht aus wie der US-Schauspieler Mark Valley (Bild) nach zusätzlichen Stunden in der Maske und weiteren Durchgängen bei einem Photoshop-Profi. Der tiefe Blick dieser azurblauen Augen, dieser Glitzerstern auf den schneeweißen Zähnen, dieser verwegen von hochbezahlten Hairstylisten verstrubbelte Haaransatz!
Der Kerl ist ein Undercover-FBI-Agent, mindestens!
Die Damen waren ganz aus dem Häuschen, aufgeregtes Getuschel trug die frohe Kunde von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz! Was für ein Beau! Und die Erhabenheit dieser Züge! Das maskuline Kinn! Da! Jetzt hat er mir zugezwinkert! Hahaha! Hihihi!
Nur Kollege Kevin giftete neidisch: "Der ist doch voll gephotoshoppt!"
Die sechs Wochen bis zur Einstellung am 03.12.2012 vergingen schleppend - wenn man auf etwas wartet... . Die Damen hatten demnach also genügend Zeit zur Vorbereitung wg. Frisör- und Maniküre-Terminen. Selbst drei Pfund abnehmen war ja noch drin bei diesem großzügigen Zeitmanagement!

Der große Tag.
Alle saßen parat. Die Haare waren je nach Typ geglättet oder gelockt, Brust raus, Bauch rein. Das Schellen an der Tür kündigte den verheißungsvollen Schönling an!
Die Luft knisterte von statischer Aufladung!
Die Bürotür öffnete sich!
Da!
Oh weh! Der Kerl sah ja "voll normal" aus. "Mike Steel" hieß wohl doch Harald Habermann, war ganz augenscheinlich kein Undercover-FBI-Agent, sondern leider nur ein EDV-Fuzzi. Die Damen entspannten sich enttäuscht.
Vermutlich hatte Habermann aufgrund einer "Schulterverletzung" den Styling-Termin und das anschließende exzessive Photoshoppen sausen lassen, was die eklatante Diskrepanz zum Bewerbungsfoto fast erklären würde.


Samstag, 28. Juli 2012

@work 13 - Unwetterwarnung

bit.ly/O7VXd8 
Unwetterwarnung na und?
Wir arbeiten doch drinnen!
Als dann Freitag Nachmittag der Blitz mehr oder weniger direkt im Büro einschlug, saßen wir im Dunkeln.
Hihi!, dachte ich noch, bevor ich auf die Toilette musste. Da siehste nämlich mal gar nix!
Und dann sitzte da rum an deinem Arbeitsplatz, rien ne vas plus. Du kannst ja nichtmal auf Facebook schreiben, dass du im Büro sitzt und nichts mehr geht. Ja, OK, das war das erste Mal in meinem Leben, dass ein Smartphone nicht völlig abwegig gewesen wäre.
Kollegen, auch von der Nachbarfirma, rannten mit Taschenlampen herum und checkten Sicherungskästen und auf Notstrom laufende Server.
Für die Untätigen verrann Zeit urst langsam und vor allem ungemessen, et ging ja nix.
"Boah, is dat langweilich - hasse nich mal en Rätselheft für Omi?" (Kerkeling)
Und je länger man da ohne PC, Licht, Telefon, Kaffeemaschine und Mikrowelle herumsaß, um so langweiliger wurde das.
Boah!
"Leg dich doch was hin", schlug die Kollegin vor.
Hanä!
Schlagartig war uns die Moderne komplett abhanden gekommen.
Meine Körperbehaarung nahm von Minute zu Minute zu, ich wurde zusehends flauschiger!
Würde man den Heftklammerer auch als Faustkeil nutzen können?
Ich überlegte, aus Aktenordnern ein kleines Lagerfeuer zu improvisieren und begann, externe Festplatten aneinander zu schlagen. Es schlug zwar Funken, aber vielleicht war das Papier feucht...
Eine kleine Herde Mammuts weidete im Regen auf der Wiese, da gabs wenigstens was zu sehen.
Boah!
Plötzlich flatterte ein Brief-Archaeopteryx herein. Sein buntes Gefieder war regennass, er fauchte garstig und zeigte spitze Zähne. Der anwesende Administrator, bereits in Felle gehüllt und behaart wie Harry Rowohlt (Link) griff sich das am kralligen Lauf der Bestie befestigte Briefchen. Es war eine Nachricht vom Chef, wir könnten nach Hause gehen.
Puh!
Mit soeben noch aufrechtem Gang schaffte ich es zum Wagen und verschwand auf Nimmerwiedersehen im Unwetter.