Posts mit dem Label Arbeitskollegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arbeitskollegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 17. November 2022

Things we lost (in the fire) — Yin und Yang (Gedanken)

Thanks to Aneta Pawlik @anetakpawlik on Unsplash

Als Kind der 70er spielten wir oft als wilde Horde von einem Dutzend und mehr Kindern auf einem damals noch unbebauten Grundstück, das wir „Die Hohe Wiese“ nannten. Gemeint war das hoch wachsende Gras. Das Areal lag in etwa dort, wo heute in Radevormwald der Penny-Markt steht. Eines Tages entdeckte eines der Kinder in der Erde einen zusammengeschmolzenen Klumpen blauen Glases, von der Größe und den Abmessungen in etwa wie ein Faustkeil. Die obere, gerundete Seite war geschwärzt und blasig, doch wenn durch den mittleren Teil Licht fiel, dann war es von einem mystischen, tief ozeanischem Blau. Es war ein Blau, bei dem das Horn eines Ozeandampfers ertönte, wenn man es sah. Wir Kinder hüteten dieses Objekt wie einen Schatz. Doch eines Tages beschloß einer der Jungs, es mit einem Stein zu zertrümmern und alle anderen vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Obwohl das nahezu 50 Jahre her ist, kann ich den Verlust des „Schatzes“ noch heute spüren.
Es ist schon verrückt, wie wir uns auch schon in jungen Jahren an zufällige Objekte klammern können.

Es ist so viel verloren gegangen. Aber es sind nicht nur die guten Dinge vernichtet worden durch den Brand.
Es gab Hemden, die ich nicht mochte (aber meine Frau Chrissi). Es gab ein zwanzig Jahre altes, schwarzweißes Hawaii-Hemd, welches ich auf Teufel komm raus behielt, für das ich aber hätte 40 kg abnehmen müssen, um es tragen zu können. Mein Bürostuhl, 2020 erworben bei Amazon, war ein Möbel das ich verfluchte, sobald ich ihn benutzte — und der hätte sicher noch die nächsten 10 Jahre genervt. Die Couch im Wohnzimmer hatte beileibe schon bessere Tage gesehen. Unsere Mikrowelle war ein sehr schlichtes Ding — ich hatte gehofft, dass sie mal den Geist aufgibt, damit wir eine bessere anschaffen können, aber sie hätte aus Frack noch bis zum Sankt Nimmerleinstag durchgehalten. Da war das in Folie eingeschweißte Buch, über das ich in Teil 13 dieser Reihe geschrieben habe. Es gab etliche „Baustellen“, unordentliche Ecken, Nester aus Chaos & Entropie und sich fluffig auftürmende, unsortierte Papierberge — alles eine einzige Mahnung, die ständig Energie kostete, sie zu ignorieren. Auch das ist alles fort, fort wie nie da gewesen.
Es ist immer etwas Helles im Dunkeln und etwas Dunkles im Hellen.

Ich habe oft gedacht, dass ich zu viele Dinge habe. Der Normalbürger besitzt wohl einige tausend Dinge (Web-Artikel). Ich hatte schon sehr viel ausgemistet im Laufe der Jahre, doch es fühlte sich manchmal schon an wie eine Last: „Alles, was du hast, hat irgendwann dich“ (Fight Club). So leicht man Krempel bestellen kann — drei Klicks und morgen ist es da — umso schwerer ist es, das alles wieder loszuwerden. Chrissi und ich hatten zwei Staffeln der Netflix-Serie „Tiny House Nation“ gesehen und ich habe mir dabei oft vorgestellt, wie es wäre, in einem solchen Winzhaus zu leben, ich stellte mir das immer ungemein romantisch-befreiend vor. Mir war aber klar, dass wir unseren Plunder nie-nie-niemals um die erforderlichen 90 % reduziert bekämen.
Surprise.
(Spoiler: Wir ziehen nicht in ein Tiny House.)

Ich habe früher mehr als einmal, in Anbetracht unserer immensen Besitztümer, gesagt: Das beste ist, die Bude brennt mal ab. 
(Spoiler: Es ist großer Mist.)
Dann bitte lieber immer weiter aussortieren.

Heute weiß ich, dass alle Gegenstände, die mir wirklich etwas bedeutet haben, in einen einzigen Umzugskarton gepasst hätten.
Darüber denke ich viel nach in letzter Zeit.


Dienstag, 6. Januar 2015

Bürogeplänkel 55 - Activia

photo credit: Activia Dessert Strawberry Cheesecake via photopin (license)
Eine Kollegin dümpelte während eines Tee-Zubereitungs-Zeremoniells in der Firmenküche herum. Ein Kollege kam derweil ums Eck, zog sich am Kaffeeautomaten einen Latte. Dann ging er zur Schublade, nahm einen Löffel, schaufelte Zucker in sein Heißgetränk, rührte um, lutschte den Löffel mit Inbrunst ab und legte ihn fein wieder in die Schublade zurück. Dann eilte er mit seinem Kaffeheißgetränk von dannen.
Die Kollegin blieb erstarrt zurück.
Refexartig packte sie alle Teelöffel in die Spülmaschine.
Heute brach es aus ihr heraus (ohne Namen zu nennen). Die anderen Kolleginnen, die dieser Begebenheit mit kreisrunden Augen lauschten, erstarrten ihrerseits, jede für sich. Sehr leise konnte man den Nagellack auf sich aufrollenden Zehennägeln splittern hören.

Nun, man kann das auch positiv sehen. Mittels "Reframing" läßt sich das Geschehene umdeuten: Tatsächlich ist es ja so, dass man jetzt ganz normalen weißen, billigen Joghurt kaufen kann. Sobald man einen Löffel aus der Küchen-Schublade hineinsteckt, hat man eine Art Activia-Joghurt!

Hey, danke ru24!
Gern geschehen.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Samstag, 15. Juni 2013

Bürogeplänkel 51 - Lieber tot als defibrilliert

http://goo.gl/UTZMf
Ein Hoch auf die Moderne und auf das nächste Büro-Gadget: den Defibrillator.

Machen wir uns nichts vor: Wir werden ja alle nicht jünger. Nichtmal ich! Der eine oder andere Herzstillstand im Büro steht uns statistisch gesehen also noch bevor. Deswegen: Daumen hoch für die weise Entscheidung der Geschäftsführung, für eine massiv alternde Belegschaft so ein Gerät anzuschaffen.

Modern, modern: Nachdem man die Scheibe am Blech-Kisterl an der Flur-Wand eingeschlagen hat, gibt das inliegende Gerät tatsächlich gesprochene Anweisungen von sich. Aber ganz so gesittet wie in dem Video (Link) wird es beim Reanimieren der Kollegenschaft sicherlich nicht zugehen. Vor meinem geistigen Auge spielt sich das eher wie ein Sketch aus dem Muppets-Laboratorium ab. Aber vielleicht gerade deshalb erzählt das sprechende Gerät zwischendurch zur Auflockerung auch mal 'nen Witz:
Kommt 'ne Frau beim Arzt.
Sagt der Arzt: "Was haben Sie denn?"

Sagt die Frau: "Mittagspause!"
Übrigens, in der weiblichen Kollegenschaft keimt bereits erster, reflexartiger Widerstand gegen das Wiederbelebt-werden. Sicher, sicher - damit war ja zu rechnen...
"Mich fasst keiner an", sagten gestern tatsächlich zwei der Bürodamen.
"HÄ? WIE? Lieber tot als defibrilliert?", fragte ich, um Fassung ringend.
"Genau!", bekam ich als bockige, brockige Rückantwort.
Tsts! Leute, Leute!!!
Man fasst es einfach nicht!

Eine Ausnahme würden die Damen sicher bei Dr. Douglas „Doug“ Ross (aka George Clooney aus der Serie Emergency Room) machen.
Eventuell...
Aber nur für den Fall, dass sie am Tag ihres Herzstillstandes ihren wirklich allerbesten BH tragen.


Siehe auch: Blogbeitrag, Blogbeitrag, Blogbeitrag


Freitag, 11. Januar 2013

Bürogeplänkel 47 - "Reise nach Jerusalem"

http://goo.gl/LGsXo
In der bisherigen Sitzordnung haben wir im Büro schon seit Jahren gesessen. Diese Ordnung hatte sich bewährt, sie war quasi IN ORDNUNG. "Sehr starke Persönlichkeiten" waren mit ungefährlichen Personen umgeben, damit quasi gepampert worden. Etwaige "Befindlichkeiten" konnte man dadurch bislang bis auf ein unvermeidliches Minimum vermeiden.
Alles gut!
In allerlei Sitzungen der Anstaltsleitung wurde nun eine komplett neue Sitzordnung ausbaldowert - Begründung: "Positiver Effekt". Gestern schritt man zur Tat: Das gesamte Großraumbüro spielte "Reise nach Jerusalem" incl. Telefon, PC und beiden Monitoren.
Die Hälfte der Insassen findet es nun wg. der Lampen über sich zu hell oder zu dunkel (je nachdem, ob die Teile funktionieren oder nicht), Anstaltsleiter O. ist genervt, ein Elektriker ist schon bestellt.
Meiner einer hat nun einen Fensterplatz - doll. Ich blicke auf ein Industriegelände mit drei orangefarbenen Papiercontainern, an denen fettige Gabelstapler vorbeiholpern. Im kahlen Baum davor sitzt eine alte Krähe und kotzt. Der staubige Ficus hinter mir findet das auch alles nich ganz so dolle. Und das Beste ist: Der Heizkörper direkt neben mir. MUAHAHA!!! Neben mir! Wo et mir immer so warm is. Über "2" (von 5) wird der nie hinauskommen und die in der Gegend herumsitzenden Mädchen müssen natürlich leider alle erfrieren.
Schade eigentlich!
Und das sind noch nicht die sozialen Interaktionen der neuen Sitznachbarn in diesem hochgradig gewagten soziologischen Experiment.
Hätte die Anstaltsleitung doch mal vorher gefragt, was dem Insassen zum Thema "Sitzplatz" wichtig ist - aber auf derartigen basisdemokratischer Killefit wurde offenbar zugunsten der puren Freude am Thrill verzichtet. Leute fragen - *kicher* - wo bleibt denn da die fette Action?
Es wird Blogbeiträge geben.


Dienstag, 4. Dezember 2012

Bürogeplänkel 43 - Schulterverletzung

http://goo.gl/gGFgY 
Eine Freundin erzählte mir, sie habe im Netz bei Elitepartner einen Herrn kennengelernt, der mit einem überaus passablen Foto von sich gelockt hatte - ein Beau sozusagen. Sie sei (Zitat) "scheiß vier Stunden lang zu dem Vogel hingefahren", um dann beim Öffnen seiner Wohnungstür festzustellen, dass das Foto wohl aus den Neunzigern gewesen sein musste. Die eklatante Gewichtszunahme erklärte der glücklose Don Juan glattzüngig mit einer "Schulterverletzung", die es ihm "in letzter Zeit unmöglich gemacht" habe, Sport zu treiben, sicher, sicher.

Im Büro werden wir per E-Mail mit anhängendem Bewerbungsbild über die Neueinstellungen der Personalabteilung informiert. Mehr oder weniger interessiert schaut sich die Belegschaft an, was der Firma da an Mitarbeitern demnächst ins Haus flattert:
Kandidat 1 heißt in etwa "Frodomir Przybilla" und sieht aus wie Nosferatu (Link),
Kandidat 2 heißt in etwa "Rufus Rantanplan" und sieht aus wie Moby (Link),
Kandidat 3 heißt in etwa "Mike Steel" und sieht aus wie der US-Schauspieler Mark Valley (Bild) nach zusätzlichen Stunden in der Maske und weiteren Durchgängen bei einem Photoshop-Profi. Der tiefe Blick dieser azurblauen Augen, dieser Glitzerstern auf den schneeweißen Zähnen, dieser verwegen von hochbezahlten Hairstylisten verstrubbelte Haaransatz!
Der Kerl ist ein Undercover-FBI-Agent, mindestens!
Die Damen waren ganz aus dem Häuschen, aufgeregtes Getuschel trug die frohe Kunde von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz! Was für ein Beau! Und die Erhabenheit dieser Züge! Das maskuline Kinn! Da! Jetzt hat er mir zugezwinkert! Hahaha! Hihihi!
Nur Kollege Kevin giftete neidisch: "Der ist doch voll gephotoshoppt!"
Die sechs Wochen bis zur Einstellung am 03.12.2012 vergingen schleppend - wenn man auf etwas wartet... . Die Damen hatten demnach also genügend Zeit zur Vorbereitung wg. Frisör- und Maniküre-Terminen. Selbst drei Pfund abnehmen war ja noch drin bei diesem großzügigen Zeitmanagement!

Der große Tag.
Alle saßen parat. Die Haare waren je nach Typ geglättet oder gelockt, Brust raus, Bauch rein. Das Schellen an der Tür kündigte den verheißungsvollen Schönling an!
Die Luft knisterte von statischer Aufladung!
Die Bürotür öffnete sich!
Da!
Oh weh! Der Kerl sah ja "voll normal" aus. "Mike Steel" hieß wohl doch Harald Habermann, war ganz augenscheinlich kein Undercover-FBI-Agent, sondern leider nur ein EDV-Fuzzi. Die Damen entspannten sich enttäuscht.
Vermutlich hatte Habermann aufgrund einer "Schulterverletzung" den Styling-Termin und das anschließende exzessive Photoshoppen sausen lassen, was die eklatante Diskrepanz zum Bewerbungsfoto fast erklären würde.


Samstag, 22. September 2012

Bürogeplänkel 38 - Bürokollegen-Ritter-Sport-Typologie

bit.ly/ckFry3
Soziologen haben herausgefunden: Die Sortenvielfalt von Ritter-Sport-Schokolade ist exakt deckungsgleich mit der Sortenvielfalt der Kollegen, die einen täglich umgibt. Und wer will hier an Zufall glauben?

Alpenmlich: Kann mit bajuwarischem Dialekt und Charme punkten.
Dunkle Voll-Nuss: Argh. Geht mal wirklich jedem voll auf die Nüsse. Aber man gewöhnt sich mit den Jahren fast dran.
Edel-Vollmilch: Alles immer nur vom Feinsten!
Erdbeer Joghurt: Hat nur für die Arbeit vorübergehend das rosafarbene Prinzessin-Lillifee-Glitzer-Diadem abgelegt.
Halbbitter: Verhärmt aufgrund langjähriger, zerrüttender Probleme.
Keks + Nuss: Geht einem zuweilen auf beides gleichzeitig, ist aber eher harmlos.
Knusperflakes: Crosse Flocke...
Knusperkeks: Nicht der oder die Hellste, aber knusprig, ist halt was fürs Auge.
Napolitaner Waffel: Hält es meist nicht lange im Unternehmen, bringt aber molto italienischen Charme mit. Hat u. U. einen an selbiger.
Noisette (Nüsschen): Youngster, aber Everybodies Darling.
Olympia: Sportivste(r) Mitarbeiter(in) ever. Nimmt die Hantelbank mit zum Marathon. Chapeau.
Rum Trauben Nuss: Nüsschen mit klitzekleinem Alkoholproblem. Aber merkt ja keiner – Stößchen!
Trauben Nuss: Wohl eher "taube Nuss", aber wenn man laut und deutlich spricht, geht es.
Voll Nuss: Brünette, Trivial-Pursuit-Opfer. Ist im Wechsel mit Weisse Voll-Nuss schwanger.
Weiss + Crisp: becirct, knackig wie er/sie ist, das andere Geschlecht.
Weisse Voll-Nuss: Blondine, nicht das hellste Licht am Christbaum. Ist im Wechsel mit Voll-Nuss schwanger.

Unterm Strich: Jede Menge Nüsschen, die einem manchmal auf den Knusperkeks gehen.
Aber missen möchte man sie irgendwie auch nicht, die Süßen.


Mehr ru24-Typologien: (Link)


Sonntag, 19. Februar 2012

Fragen an ru24: Germany's next Bundespräsident

http://bit.ly/zXw6VI
Hötti E. aus S. fragt: Lieber Dr. Henne, warum kann ich nicht Bundespräsidentin werden?

ru24 antwortet: Weil ich leider der nächste Bundespräsident werden möchte.
Es geht mir nicht ums Geld (199.000 EUR pro Jahr plus "Aufwandsentschädigung" in Höhe von 78.000 EUR per Anno). Es geht mir auch nicht um die schicke Rente (ca. 220.000 EUR pro Jahr), die Dienstwohnung (Schloss Bellevue, 20 Zimmer, ca. 1.000 m²), den lebenslangen Dienstwagen (ich will 'nen handgefertigten VW Phaeton V10-TDI) oder um das für mich lebenslang bereitstehende Büro mit den eigens für mich herumwuselnden Angestellten (wie geil!).
Ich würde das machen, um dem Amt seine Würde zurückzugeben.
Da ich keine reichen Freunde habe (mit den Vögeln gehe ich jedes Jahr campen, siehe Blogbeitrag), bin ich auch nicht sonderlich bestechlich, habe zumindest noch keine Erfahrung damit. Auf dem nationalen und internationalen politischen Parkett bin ich allemal trittsicherer als auf Laminat oder PVC, vor allem in hangenähten Schuhen. Auch würde ich bei BILD und sonstigen Vollspacken nicht auf den AB quatschen ('Rubikon' und so), weil mit Terroristen verhandelt man erst gar nicht.
Ich würde auch nicht wie Köhler beim ersten Pieps zurücktreten.
Außerdem würde ich meine ehemaligen ArbeitskollegInnen finanziell unterstützen (offiziell, mit Quittung und so). Sie haben es nämlich nötig.
Sorry, Hötte!
Aber ich würde dich als meine Nachfolgerin empfehlen.
Bernie wäre dann First Husband.
Und dann gehen wir vier mal ganz schick zelten - vorne, vor Schloss Bellevue auffe Wiese (Bild).

Ach so: Und www.rundumschlag24.de würde Leitmedium.