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Donnerstag, 25. Juli 2013

George [500. Blogbeitrag - Jubilate!!!]

http://goo.gl/SYYZDo
Das so called "Royal Baby" ist ja die Sensation des Sommer-Lochs. Wen interessiert schon ernstlich die systematische Ausspähung der Weltbürger durch NSA & Co.?
Sascha Lobo fasst diesen Umstand auf Twitter treffend zusammen:
"Google fotografiert bald Fassaden."
Volk: Apokalypse! Mindestens! –
"Ihr steht alle unter Totalüberwachung."
Volk: Oooh, ein Königsbaby.
Leute sind Idioten.
Und tatsächlich gibt es leider nichts lähmend Langweiligeres als anderer Leute Babys: Spucke, Kaka, scheeler Blick, zermürbendes Geschrei, wenn man Glück hat viel Schlaf. Wäre ein richtiger Mensch ein Buch, dann wäre ein Neugeborenes bestenfalls ein an drei Stellen unleserlich bekritzelter DIN-A6-Einkaufszettel.
Dieser schlichten Tatsache zum Trotz haben wochenlang Hilfs-Schergen der britischen Skandalpresse ebenso wie auch bucklige Untertanen vor dem St Mary's Hospital in Paddington ausgeharrt, in dem et Kate ihr Kindelein gebären sollte.
Dann war es endlich so weit: "Hochschwangere" (Gottogott) Kate rein ins Hospital, warten, warten, Stern von Bethlehem etc., etc., geschlechtsloses Kind da, ganz große Sache! Dann wurde das Geschlecht des Kindes bestimmt. La-la-la. Die Ausharrenden aßen drei bis vier Snickers - falls es mal wieder etwas länger dauert. Im Hospital wurde ein Geschlechtsbestimmungs-Dokument aufgesetzt, ratifiziert, gerollt, versiegelt, ein reitender Bote zum Buckingham-Palast geschickt, Füße abtreten, durch 450 Gangmeter laufen, wieder Füße abtreten, vor der Queen auf den Boden werfen, Dokument überreichen, warten. Die Queen legt urst huldvoll Zepter und Reichsapfel beiseite, nimmt das Pergament entgegen, bricht das Siegel, entrollt das Schreiben, liest, verharrt, begreift, zuletzt nickt sie. Der Bote verläßt mit 32 Kratzfüßen rückwärts den Audienzsaal, rennt durch 450 Gangmeter, springt auf seinen Nobelgaul, reitet zurück zum St Marys. Stau. Diverse rote Ampeln. Angekommen, abgespungen. Der Pöbel läuft zusammen, auf dem Boden rascheln Snickers-Papierchen wie Herbstlaub, die Menge umdrängt den Atemlosen.
"Es ist ein Junge!", haucht der Berittene.
Aufbrandender Jubel!
Später: "Tiefschwangere" Kate verläßt im Regen mit dem Winz-Tronfolger das Hospital.
Ganz, ganz, ganz großes Kino!!!
Nun leakte das Königshaus Tage später auch noch zu allem Überfluss den Namen des royalen Zwergen: George.
Herrgott!
Puh.
Genug des Wirbels um Prinz George. Von mir aus ist jetzt erst mal 16 bis 17 Jahre Sendepause. Und dann kann die "Sun" oder ein anderes Drecksblatt die britische Nation und die Welt darüber informieren, dass George, Gina & Lucy gleichzeitig miteinander im Bett waren.
Aber bitte erst dann.


P.S.: Ich möchte ernstlich die Wörter "Thron" und "Szepter" wieder so schreiben, wie ich es gelernt habe und nicht "Tron" (ist ein Disney-Film) und "Zepter" - bäh!


Freitag, 21. Juni 2013

Hohe Herren der öffentlichen Verwaltung schreiben Ihnen!

http://goo.gl/1H98m
Gestern hatte ich wieder Post im Briefkasten, Absender: "Rheinisch-Bergischer Kreis, Der Landrat".
Herr Wichtig persönlich kam also aufgrund seines Charakters nicht umhin, mich mit seiner Post zu bedenken! Und das ganz ohne Brieftaube und reitendem Boten!
Wann immer mir diese und ähnliche Gesellen das Privileg ihrer hochgestellten Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, wird es teuer, z.B. stolze 25,00 EUR für erbärmliche 12 km/h zu schnell - weil sie es können. Gut, dass ich es in dem Augenblick, in dem ich geblitzt wurde, nicht wirklich eilig hatte! Sonst hätte sich Herr Hochwohlgeboren wohl zu Szepter und Reichsapfel direkt noch auf meine Kosten den passenden Nerz dazu leisten können!

Hier mal eine alphabetische Auflistung der Herren, die mich in den letzten Jahren mit Post beehrten:
Oberbergischer Kreis, Der Landrat
Oberbergischer Kreis, Der Oberkreisdirektor
Stadt Köln, Der Oberbürgermeister
Stadt Radevormwald, Der Bürgermeister
Stadt Radevormwald, Der Stadtdirektor
Stadt Wuppertal, Der Oberbürgermeister
Stadt Wuppertal, Der Oberstadtdirektor
Stadt Wuppertal, Der Polizeipräsident
Und warum sind es zu 100% Männer?
Wie wäre es mal mit einer Frauenquote, ihr Vögel?
Ich stelle mir vor, dass, wenn ich von einer Frau Landrätin Post bekäme, vielleicht würde die mich mit Partnerin und Freunden mal auf ihr idyllisch gelegenes, wildrosenumranktes Wasserschloss bei Waldbröl zu Kuchen und frisch gepresster Limonade einladen.


Donnerstag, 20. Juni 2013

Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Bürogeplänkel 52 - Lüften im Büro

http://goo.gl/PdBBJ
Es ist Sommer. Besonders gestern. Es ist kein Jahrhundertsommer (Link), aber hey! - mir reicht's.
"Brüllhitze" hätte de Vatter dazu gesagt.
Empfehlungen, wie man an Sommertagen lüften soll, gibt es (im Netz) allerorten:
Eine weitere Maßnahme im Kampf gegen die Hitze in der Wohnung ist die richtige Lüftung. "Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften", rät Dorn. "Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt." (Quelle: Welt.de)
Na, dann wissen wir ja jetzt alle bescheid, oder?

Nur in der Hölle quält man die Insassen noch mit der "Großraumbüro-Methode".
Die geht so: Die Mitarbeiter kommen ins Büro, wo es eine für die Hölle völlig moderate Temperatur von sagen wir 22°C hat. Alle Fenster sind zu, die Lamellen-Gardinen sind zugezogen. Die Leute fahren ihre Rechner hoch, holen sich Kaffee und setzen sich an ihre Arbeitsplätze. Schlagartig werden 50% der Kollegen von einer Art Besessenheit befallen: Sie wollen die Fenster, die in Wirklichkeit Backofen-Türen sind öffnen, komme was wolle! Ein Fenster nach dem anderen wird aufgerissen, tödliche 290°C heiße Backofen-Luft dringt ins Büro und beginnt, die Mitarbeiter zu backen! Die Kollegen, die greinen, dass man die Fenster doch bitte, bitte geschlossen lassen solle, werden komischerweise nie, nie, niemals gehört, zu stark ist die Besessenheit der Anderen. Wird doch mal ein Fenster geschlossen, dann bekommt selbst eine normalerweise hoch-moderate Kollegin wie Drea-po-pea einen Besessenheits-Anfall und schreit: "Mäch das Fenstäää auf, ich erstickäää!!!", dabei reißt sie die noch geschlossene Backofentür auf und läßt sich von der ins Büro drängenden Umluft rösten wie Popcorn.
"Popp!!", macht es mit ihr, aber erst, nachdem sie sehr lange gelitten hat.
Am Ende sind alle Mitarbeiter totgebrutzelt, bis zum nächsten Morgen in der Großraumbüro-Hölle - und das bis in alle Ewigkeit.

Ich bin zwar Atheist, aber das richtige Leben weist doch überraschende Parallelen auf.


Dienstag, 18. Juni 2013

ru24 History 48 - Der neue Partykeller (1985)

http://goo.gl/D3L4t
1985. Für den neuen Partykeller hatte der Vater von Thomas M. ("Tom") echt was springen lassen: Ein befreundeter Schreiner hatte ihn nach Maß angefertigt und vor Ort eingebaut. Es sah zünftig aus, alles roch nach Holz und wunderbar dezent nach hochwertiger Honiglasur.

Zwei Wochen später beschlossen Toms Eltern, mal übers Wochenende wegzufahren. Das nahm Tom zum Anlaß, zu einer "kleinen Einweihungsparty" einzuladen.
Aufgrund einer sehr einschlägigen Erfahrung mit einer völlig außer Rand und Band geratenden, quasi öffentlichen Haus-Party, beschloß Tom, dieses Mal Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:
1) Einladung von nur maximal 16 der üblichen Verdächtigen
2) Limitierung der Alkohol-Ressourcen auf maximal 16 Personen
3) Aufstellen von acht 10 l-Eimern - wenn sich schon jemand übergeben muss, dann doch bitte in eines der zahlreich herumstehenden, mehr als großzügigen Behältnisse!
Ein veritabler, wenn nicht sogar ein genialer Plan!

Kumpel Michael ("Gene") und ich waren noch bei einem gesitteten Sit-In-Geburtstag ("Moni") geladen gewesen, von wo aus wir dann gegen Mitternacht mit großen Erwartungen in Richtung Toms "Partykeller-Einweihungsparty" aufbrachen.
Angekommen, stellten wir fest, dass das Haus seltsam unbelebt aussah. Aus keinem der Fenster schien Licht, verrückterweise auch nicht aus den Kellerfenstern. Wir gingen zum unbeleuchteten Eingang, lauschten - nicht das geringste Geräusch drang aus dem Gebäude, wie unheimlich! Es war doch erst Mitternacht!
Wir schellten - nichts. Wir schellten nochmal - wieder nichts! Wir läuteten Sturm, klopften, endlich wurde die Tür einen Spaltbreit geöffnet. Ein leicht aufgedunsener und schwer angetrunkener Frank P. ("Pore") öffnet uns, sein Grinsen ging einmal um den ganzen Kopf herum. Unter einem Arm klemmte eine Flasche Ravini (= Aldi-Martini) - der einzige von der Feier verbliebene, kümmerliche Rest. Von hinter ihm aus dem Hausflur aus Richtung Kellertreppe wälzte sich süßlich ein fast greifbarer Dritte-Welt-Bordell-Mief ins Freie - wir husteten angewidert. Pores guter Laune tat das keinen Abbruch.
Wir wandten die Guter-Bulle-Böser-Bulle-Verhörtechnik an und bekamen so die ganze Story:
+++ SPOILER: Das ist jetzt mal nix für Zartbesaitete +++
Was bisher geschah:
Von den handverlesenen, geladenen 16 Gästen erschienen nur acht. Dies hatte allerdings zwei Vorteile: Erstens hatte jetzt jeder seinen eigenen Eimer und zweitens war nun doppelt so viel Alkohol wie geplant für jeden da! Hurra! Man becherte, was das Zeug hielt, die Stimmung stieg! Schon bald musste sich der Erste übergeben, fein, wie geplant in den Eimer! Das war Disziplin, das lief wie gedacht! Das Bechern ging weiter, die Stimmung stieg schier ins Unermessliche! Die Alkohol-Vorräte schrumpften zusammen wie Schnee in der Sonne! Hoch disziplinierte Zecher übergaben sich gar sittsam in die bereitstehenden Behältnisse - der geniale Plan ging ja mal sowas von auf! Die Stimmung wollte schier bersten, steigerte sich von Höhepunkt zu Höhepunkt!!! Andreas L. ("Leisi"), seines Zeichens begeisterter B-Jugend-Fußballer, hielt es vor schier aufschäumendem Übermut nicht mehr auf dem Sitzplatz! Hier brach sich brachial der innewohnende Kicker Bahn! Leisi holte aus, trat und traf! Wieder und wieder! Als ihn die arg besudelten Jungs zu Boden gerungen hatten, war es bereits zu spät: Andreas hatte alle acht schwappenden Kotzeimer elfmetermäßig durch den brandneuen, maßangefertigten Hobbykeller getreten und deren Inhalte großzügig auf Decke, Wände, Mobiliar und Zecher verteilt.
Danach begann das trunkene wie panische Reinigen des besudelten Ortes, zuletzt hatte man gegen den bitterbösen Gestank alle im Haus befindlichen Duft- und Deosprays in den Keller geblasen. Dann waren gegen 23.00 Uhr alle völlig erschöpft schlafen gegangen.
Wir fanden den Gastgeber Tom in seinem Bett vor. Als er erwachte, strahlte er wie ein Dreckeimer und lallte ein begeistertes "Hey, der Henning!", um dann ansatzlos in den Papierkorb neben dem Bett zu kotzen. Was doof war: Der Papierkorb war aus Bast und funktionierte in diesem Fall wie eine Küchen-Seihe.
Pore war in der Zwischenzeit wieder eingeschlafen, er hielt die Ravini-Flasche wie einen Teddy im Arm. Die Flasche ließ sich ihm nur entringen, indem wir eine leere Flasche in die Armbeuge nachschoben, jetzt hatten wir Neuankömmlinge wenigstens auch etwas zu trinken.
Leider hatte der Ravini mittlerweile Körpertemperatur - bäh!
Wir trollten uns nach Hause.

Dieser Partykeller hatte vermutlich die längste Zeit nach Holz mit Honiglasur gerochen.


Freitag, 14. Juni 2013

75 Jahre Regen

http://goo.gl/lmdRI
Als Neville Chamberlain (Wikipedia) 1938 bei einem Staatsbesuch bei strömendem Regen in München aus dem Flugzeug stieg, öffnete er seinen Paraplü und schritt damit gemessen die Gangway hinab. Viele hundert Menschen, die das Naziregime zu diesem Anlass als Klatschvieh gedungen hatte, harrten bereits seit Stunden im Regen aus, natürlich ohne jeden Schutz vor der Witterung. Dass Chamberlain einen Schirm benutzte, das zeigte den nach einem halben Jahrzehnt Nazi-Indokrination u.a. "hart wie Kruppstahl" gewordenen Deutschen, wie unendlich verweichlicht im Gegensatz zu ihnen diese Briten doch waren! Was für Luschen! In Kinos, die die Wochenschau mit der Chamberlain-Szene zeigten, spielten sich tumaltartige Szenen unbändiger Lustigkeit ab.
Reime wurden gedichtet, Schmählieder ersonnen.
[So berichteten es meine Eltern, die zu der Zeit Kinder gewesen waren.]

Gestern war ich auf dem Weg nach Hause von der Arbeit noch kurz in einem Wuppertaler Kaufpark. Als ich herauskam, kübelte es reichlich. Ich stand im trockenen Eingangbereich, rückte mir das Basecap zurecht, um kurzum loszulaufen. Ein Herr in den 60ern lief ohne Schirm los zu seinem Wagen, um mit einem Schirm zurückzukehren. Damit wollte er wohl seinen hinter mir im Eingangsbereich kauernden, ca. 20-jährigen Sohn retten. Gemeinsam stolperten sie unter dem Parapluie zum Auto, wobei Sohnemann große Acht darauf gab, mindestens 2/3 der Schirmfläche für sich zu haben. Eine Bö wehte den Schirm kurz zur Seite, da quiekte der zarte Filius laut: "Äääh! Meine Haare!"
Ganz offensichtlich war der Bub komplett aus Zucker.

OK.
Also "irgendwas in der Mitte" wäre gesund, denke ich.


Donnerstag, 13. Juni 2013

Untermononatriumglutamatisiert

http://goo.gl/wEn3Y
Jahrelang hatte ich versucht, Mononatriumglutamat (MNG) im Essen zu meiden, denn wirklich gesund konnte das nicht sein, wenn viele Leute davon Schweißausbrüche bekommen und extreme Ruhelosigkeit dito Schlaflosigkeit vermelden. Vorbei waren also die wunderbar sorglosen 80er, in der jedes Essen in Mutters Küche quasi aus dem Handgelenk seine Portion "Maggi" oder "Fondor" bekam, was ziemlich genau "MNG mit Rieselhilfe" ist (also E 621 mit E 538).

Doch jetzt war spätestens ab 2010 die Moderne angebrochen! Ich verzichtete restlos auf alle Produkte aus den Häusern Maggi und Knorr und suchte mir in den Supermärkten der Umgebung 'nen Wolf nach MNG-freier Gemüse-Brühe - eine nahezu unlösbare Queste im Dritten Jahrtausend! Einzig beim Asiaten machte ich eine Ausnahme, denn da gibt es ja nix Anderes, die packen ja sogar noch Glutamat in den Nachtisch, die Vögel! Deshalb nennt man die körperlichen Symptome, die vom MNG herrühren, auch "Chinarestaurant-Syndrom" (Quelle).

Und eines Tages das: Mich überfiel plötzlich und unerwartet ein massiver Jieper nach "Ei mit Maggi"... Ja, ich gestehe: So hatte ich hart gekochtes Ei bereits seit meiner Kindheit immer gegessen! Ich kannt et doch gar nich anders! Et wurde auch nich mehr besser mitm Jieper, bis ich nach Tagen dem Suchtdruck endlich nachgab un en Ei mit reichlich Maggi verdrückte. Un wat soll ich sagen? Et war herrlich! Et war nämlich, als hätt der Himmel die Erde still geküsst! Ein Joseph-von-Eichendorff-Moment (Link)!
Un de Mutter hätte gesagt: "Dat war ne Schmecke!"
Fakt ist: Ich war völlig untermononatriumglutamatisiert.


Freitag, 31. Mai 2013

Restaurant - denn du bist Deutschland!

http://goo.gl/rMKA2
Wie man ein Restaurant oder eine RestoBar mit 20 Tischen in Deutschland eröffnet und betreibt:

1)
Grafikdesigner (für Logodesign, Corporate Identity & Speisekarte), Texter (für Speisekarte & Web), Webdesigner - Quatsch! Das kann man doch alles selbst viel billiger mit Paint & Word! Und Webseiten kann irgendwie der Uwe. Das gesparte Geld investiert man am besten in eine allmächtige Lattepressomaschine die mit 130 dB(A) im Gastraum Milch aufschäumt.
2) Man schafft maximal 15, besser nur 12 Speisekarten an, die man dann im Folgenden bewacht, wie einen Goldschatz. Jeder, der etwas bestellen möchte, muss nach einer Bedienung rufen. Findet der Gast endlich Gehör, muss die Bedienung wieder zurück zum Karten-Drachenhort und vorsichtig eine vorbeibringen. Am besten hält die Bedienung die Karte dabei die ganze Zeit fest umklammert, damt sie sie sofort wieder mitnehmen kann. Pro Sitzplatz einfach eine Karte am Tisch vorzuhalten - Quatsch! Wo käme man dahin?
3) Eine große Kreide-Tafel mit Tagesgerichten schafft Atmosphäre. Noch mehr Atmosphäre gibt es, wenn das Kritzelkratzel keine Sau lesen kann und die Gäste von Tisch zu Tisch darüber diskutieren, ob es wirklich "Saurierklößchen in Himbeerschlamm" gibt oder nicht.
4) Mehrere Gerichte für Vegetarier? Quatsch! "Beilagensalat" reicht doch für unsere kleinen Exoten!
5) Die Tische sollten bis auf das Tischtuch immer vollständig leer sein. Benötigen Gäste etwas, können sie ja winken, rufen, implodieren oder herumirren und fragen. Salz & Pfeffer, Zucker, Süßstoff & Milch, Essig & Öl, Karaffe mit Leitungswasser & Gläser, Servietten & Besteck oder einfach nur das W-Lan-Passwort - von selbst bekommt ein Gast so etwas nicht - wo käme man dahin? Wir sind doch nicht die scheiß Heilsarmee!
6)
Das gesamte Restaurant betreibe man komplett mit minder befähigten, aber dafür für Herren optisch aufreizenden Schülerinnen und Studentinnen - außer die Küche, da halte man sich am besten 80 Stunden die Woche eine gelernte 400 EUR-Kraft, an der Kette.
7) Abkassieren kann leider nur die Mathe-Studentin. Möchten Gäste ihr Geld loswerden, winken sie der Bedienung, die dann wiederum die Kassierbevollmächtigte herbeirufen muss, die sich aber vielleicht gerade an Tisch 12 an eine Speisekarte klammert, siehe 2).
8) Kartenzahlung? Muahahaha!!! Nur Bares ist Wahres. Sollen die Spacken doch sehen, wie sie ihr Bargeld zusammengekratzt bekommen!

Wenn man alle diese Punkte beherzigt, dann wird es mit der Lokalität ganz sicher klappen - denn du bist Deutschland!


Mittwoch, 29. Mai 2013

Automobiles 19: Abblendlicht

Originalfoto, Smart, rechter Scheinwerfer (von innen)
Mein Freund und Helfer machte mich auf mein ausgefallenes, rechtes Abblendlicht am Smart aufmerksam.
OK, dann fahre ich in der Mittagspause halt zum Bosch-Dienst, statt mich zu amüsieren.
Der Spaß fing an, nachdem ich die Mini-Fronthaube des Smart geöffnet hatte. Der Raum, der sich mir bot, um das defekte Birnchen zu entnehmen, war in etwas so bequem zu erreichen wie das dem Flaschenhals abgewandte Ende eines Buddelschiffs. Nur, dass hier nichts durchsichtig war. Und, dass selbst Barbie sich die Flossen hier angeschrammt hätte. Das große Gummi-Nupsi ging noch ganz gut ab. Nun fummelte ich an der Drahtklammer herum, die so fest saß wie die Spange an einem Teenagergebiss. Mir kam die Idee, mein iPhone in diese Lücke zu wursteln und mit nach vorne gerichteter Kamera das Handy quasi als Spiegel zu benutzen, um überhaupt mal zu sehen, was gerade Sache war. Die Idee war so "Mittel". Da hätte ich auch versuchen können, mir mit dem Handy selbst eine Darmspiegelung zu machen. Nach einer Weile hatte ich die Drecks-Klammer ab. Nun ging mir auf, dass es extrem hilfreich gewesen wäre, vor Entfernen der Klammer den Stecker vom Birnchen abgezogen zu haben - leider zu spät. Frickel, frickel. Irgendwann hatte ich auch das Problem gelöst und hielt das defekte Birnchen in der Hand.
Die Bosch-Frau knöpfte mir für das Ersatz-Leuchtmittel zwei Tageslöhne ab, mit der kleinen Papp-Box (auf der Papp-Lasche aufgedruckt die Logos "Schutzbrille tragen" und "Schutzhandschuhe tragen", sicher, sicher) kam ich zum Wagen zurück.
Es war das gleiche Geraffel, nur rückwärts. Mit Schutzhandschuhen würde das Nie-nie-niemand schaffen, nichtmal McGyver, ich schwöre! Zum Einsetzen des Teils musste ich die Handy-Kamera nochmal einschieben, um ein Foto der Gegebenheiten vor Ort zu machen (eingebettetes Bild), denn es gab nur eine richtige Position für das Winz-Birnchen. Dann kam wieder die Teenie-Spange, der Stecker, das Gummi-Nupsi.
Kaum 17 Minuten später hatte alles wieder seine Ordnung.

Ich habe nun eine vage Vorstellung, warum auf Reparaturrechnungen die Posten z.B. für das turnusmäßige Abfetten der Schlupfmuffen oder das Aufrauhen der Hutablage so schweineteuer sind.


Montag, 27. Mai 2013

Automobiles 18: Umriss-Autoaufkleber

http://goo.gl/tTSWq
Im Spätherbst 1970 hatte in Hamburg-Poppenbüttel eine Krähe auf den Kofferraum von Gunther Sachs' goldenem Mercedes-Benz 300SEL 6.3 gekackt, dem Umriss nach konnte man "Sylt" erahnen.
Hier nahm ein Missverständnis seinen Lauf, welches der Lebemann in diesem Augenblick hätte leicht aufklären können, etwa: "Hä, bist du irre, das ist doch nicht Sylt! Mir hat doch nur eine alte Krähe auf die Protz-Karre gekotet!"
Aber nein.
Vielleicht berichtete auch BILD in einer mehrtägigen Serie darüber, dass Sachs mit dem Kackumriss der Schickimicki-Insel auf dem SEL herumfuhr: "PLAYBOY LIEBT DIE SYLTER MÄDCHEN". Wie dem auch sei, der Pöbel, der schnell Wind von solchem bekommt, war wie elektrisiert! Bald wollte sich jeder deutsche Kleinwagenbesitzer Inselumrisse auf den Golf I pappen, ohne auch nur zu ahnen, wo "dieses Sült" eigentlich liegt.
Heute knubbeln sich auf den Heckklappen der Republik jede Menge Silhouetten: Westdeutschland ohne DDR ("Gute, alte Zeit"), DDR ohne Westdeutschland ("Gute, alte Zeit"), Deutschland in den Grenzen von 1237 ("Gute, alte Zeit"); Sylt, Bornholm, Rügen und Korsika - immer wieder Korsika; Boden-, Chiem- und Gardasee; Nürnburgring, Monza und Le Mans.
Es wird immer unübersichtlicher, manchmal weiß man ja nicht einmal, ob es sich um einen (geschichtlichen) geographischen Innen- oder Außenumriss oder um eine Rennstrecke handelt, siehe: hier.

Aber manchmal hat einem eben nur eine alte Krähe - oder ganz feudal ein Kormoran - auf die Heckklappe gekackt.


Und hier könnt ihr den richtigen Mist bestellen: Link.


Freitag, 24. Mai 2013

Gnocchi

goo.gl/1og4N
Früher gab es bekanntlich ja nix. Und noch davor gab es mal überhaupt gar nix! Vor der Entdeckung Amerikas gab es in Europa nicht mal Ananas, Avocados, Tomaten, Mais, Chili, Kartoffeln und Kürbisse.
Also, wichtig für alle Zeitreisenden: Keine "Pommes Schranke" oder Mikrowellen-Popcorn vor 1492! Kriegt das in die Birne!
Vermutlich gab es damals auch keine Smacks, Bananen, Erdnussflips und Hubba-Bubba - mein Gott! Vor 1492 müssen die Leute an Steinen gelutscht haben!

Dass es "kaum etwas gab" dauerte tatsächlich bis in die frühen 90er des 20. Jahrhunderts, aber dann ging plötzlich alles ganz schnell: Plötzlich gab es beim Discounter Flusskrebssalat im Kühlregal, mehrere Sorten Balsamico-Essig, Erdnussbutter in glatt und stückig, Parmesan am Stück, Kiwis und Mangos. Feinkostgeschäfte (wie "Feinkost Sackermann" auf der Alleestr. in Remscheid) schlossen in Scharen - sie wurden nicht länger benötigt.
Mit dieser absoluten Gewissheit im Rücken ging ich die Tage zum "Feinkost Albrecht" aka "ALDI", um meine Einkäufe zu verrichten. Auf der Einkaufsliste standen auch Gnocchi.
Exkurs: Die Aussprache dieser Teigware aus Kartoffeln ist in etwa "Niocki" und keinesfalls "Gnotschi" oder "Gnocki".
Ich renne mir im Wuppertaler Aldi also die Hacken wund, schaue bei Nudeln, durchforste das Kühlregal, keine Gnocchi weit & breit. Ich wieder zum Regal, wieder an die Kühltheke - nix. Natürlich auch keine aldiblaue Elfe in Sicht, ich wieder hin und her, voll der Schlauch, frage zuletzt an der Kasse, weil niemand aufzutreiben ist.
"Entschuldigung, wo sind denn die Gnocchi?"
"HÄ? WAT?", fragte die Kassiererin eloquent, unterbricht ihr Scannen.
"Gnocchi", wiederhole ich.
"Hä? Wat soll dat denn sein?", fragt se. De Leute inne Schlange kucken, als hätte ich "Fickööön" gesagt.
Gottogott!
"Na, so Miniklöße aus Kartoffeln...", sag ich.
"Neee!", sagt die Kassiererin und zieht weiter im Sekundentakt Artikel über den Scanner.
Ich gehe etwas ratlos zurück, da rennt mich fast eine Aldifrau um.
"Haben Sie Gnocchi?"
"HÄ???"
Soso...

Na, dann ist ja gut, dass ich nicht nach echten Exotika wie Annone oder Kopi Luwag gefragt habe, man wird ja auf dem Lande sehr leicht für pervers gehalten.