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Dienstag, 17. Mai 2011

ru24 History 22: 1983: Informatik auf der Realschule

1983: Culture Club sang "Do You Really Want to Hurt Me", Nena "99 Luftballons", Michael Jackson schluckaufte "Thriller", der Flashdance-Soundtrack hielt sich acht Wochen auf Platz 1 der Charts (Link).

Hurra, die Moderne war nun wirklich und endlich angebrochen!
Informatik-AG auf der Realschule, ich war in der 9. Klasse. Hier standen auf 3 kräftig gebauten Tischen, und kräftig gebaut mussten sie sein, drei Apple IIe europlus (Link), zwei davon mit grün-grün-Monitor, einer mit Bernsteinmonitor. Die ersten Personalcomputer, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe. Wir saßen zu dritt davor, einer durfte tippen. Schwarze 5 1/4"-Disketten (13 cm Kantenlänge) mit einem Fassungsvermögen von 1200 KB waren das Medium, auf das wir unsere BASIC-Programme speicherten, die schuhkartongroßen externen Laufwerke wurden dazu mit einem Hebel verriegelt. Niemand benötigte mehr als eine Diskette, denn da war ja Platz satt für jahrelanges BASIC-Programmieren! Über 1,00 MB! Das einzige alternative Eingabemedium war keine Maus, sondern an einem der Rechner ein Satz "Paddles", Drehregler, wie man sie schon von "Pong" kannte. Der Marktpreis des Apple IIe war schwindelerregend und lag bei bis zu 5.000 DM. Und weitere Rechner konnte die Schule auf absehbare Zeit ohnehin nicht anschaffen, da Amerika ein Technologie-Embargo verhängt hatte. Man fürchtete, die hochmodernen Rechner würden irgendwie auf die falsche Seite des Eisernen Vorhangs gelangen und SS-20 Interkontinentalraketen als Recheneinheit dienen...
Der Informatiklehrer war gleichzeitig mein Matheleher, Herr Fuchs. Herr Fuchs war sehr kompakt gebaut, trug gerne einen dunkelgrünen Cordanzug, eine gestrickte Krawatte, Brille und Vorhängeschloss-Bart, die überschaubare Menge Haare trug er zumeist offen.

1984 bekamen wir zusätzlich längliche Sharp PC-1401 Taschencomputer (Link). Jetzt hatte endlich jeder seinen eigenen BASIC-Rechner! Ein Gefühl, das man heute vielleicht generieren könnte, wenn man iPhone 4 an alle verteilt. Großartig!!!
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Donnerstag, 28. Januar 2010

Medien 6 - Hyper, hyper!


Apple iPad
Originally uploaded by marketingfacts
Kann sich der Kapitalismus einen vollkommeneren Jünger vorstellen, als den, der jedem neuen Produkt entgegenfiebert, als seien es Früchte vom Baum der Erkenntnis (Link)?
Kann sich ein Unternehmen eine bessere Werbung vorstellen, als dass die Konsumenten selbst in Blogs und Foren sich bei Kalkulationen um die zu erwartenden Innovationen die Finger wundtippen?
Kann ein Unternehmen überhaupt vollkommener und billiger werben, als wenn selbst "seriöse Gazetten" in das gleiche Horn stoßen und unbewiesene Gerüchte über Produkt-Innovationen des Unternehmens bringen, als gehöre Schleichwerbung ganz selbstverständlich zum redaktionellen Teil?
All dies ist dem Jünger Manna, die sagenhafte Speise, die bei der Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung dient (Link).
Und dann ENDLICH der Countdown!
Noch vier Tage.
Drei.
Zwei.
Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist...
Hurra! Der Messias St. Jobs (sic!) höchstselbst präsentiert das, was bereits alle ahnten: Das Goldene Kalb (Link)!
Hyper, hyper!
Freudentränen, Jubel, Konfetti!
Der perfekte Konsument im Augenblick der Ekstase!

Wieder einmal wurde die Welt mit schönen, wegweisenden, hochinnovativen, bedienbaren und deshalb natürlich nicht billigen Produkten beglückt, die den angebissenen Apfel tragen.
Gerade wird auf Facebook, in Foren und am Arbeitsplatz diskutiert, wer das iPad (Link) überhaupt braucht.
Aber hey!
Egal!
Es gibt doch sicherlich schon neue Gerüchte!

Mal sehen, wie lange ich noch widerstehen kann, nicht ein einziges dieser Produkte zu besitzen, keinen einzigen der angebotenen Dienste zu benutzen.
Mein Tipp: fünf oder sechs Jahre gebe ich mir noch.

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Donnerstag, 2. Juli 2009

PC-Users of the world unite!

Als wieder einmal einer diese Apple-User vor mir herfuhr - er hatte einen dieser angebissenen-Apfel-Aufkleber auf sein Auto geklebt, hatte ich DIE geniale Idee, reich wie ein Scheich zu werden: Man müsste einen PC-Aufkleber erfinden, den sich dann alle PC-User aufs Auto kleben.
Meine Begeisterung währte nicht lange. Ich teilte diese Idee nämlich einer (natürlich) Mac-usenden lieben Freundin mit, einer Illustratorin - sie sollte direkt den ersten Entwurf machen. Machen wir es kurz, mein Ansinnen wurde in der Luft zerrissen. An PC-Usern sei nun einmal nichts, aber auch gar nichts Besonderes, somit gebe es auch kein Logo.
Basta.
Ich finde das jetzt ein bisschen doof, abgesehen von den dreistelligen Millionenbeträgen, die mir durch die Lappen gehen. Außerdem hatte die gebenedeite Mac-Userin an ihrem hochheiligen Arbeitszeug bis vor einem halben Jahr eine Maus mit nur einem einzigen Button im Einsatz. Das kann doch nicht gesund sein! Und nie Probleme beim Booten, mit Viren, mit Inkompatibilitäten - das ist ja wie Fussball spielen und sich nie die Knie aufschürfen. Man lernt nämlich auch durch Schmerzen - learning by burning - und ich habe schon so einiges gelernt!
Was denkt ihr?



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