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Samstag, 23. Dezember 2017

Use the force, Luke!

STAR WARS, (aka STAR WARS: EPISODE IV - A NEW HOPE), Carrie Fisher, Mark Hamill, 1977
photo credit: Vernon Area Public Library MSDSTWA EC008 via photopin (license)

Charakterdarsteller wollte er werden, dann verkörperte Mark Hamill den Luke Skywalker in den Star-Wars-Episoden 4 bis 6.
"Luke war die naive Unschuld vom Lande, eine männliche Dorothy aus "Der Zauberer von Oz", weggeweht von der Farm seines Heimatplaneten Tatooine in die große weite Welt" (Quelle).
Fortan war Mark Hamill für die Welt "Luke", egal, ob er tankte ("Use the force, Luke!"), Obst pflückte ("Use the force, Luke!"), oder es bei ihm auf der Toilette mal wieder etwas länger dauerte ("Use the force, Luke!"). Von nun führte er tausende Interviews, war auf jedem Erdteil bekannt wie Elvis oder Gandhi und erhielt tonnenweise Liebesbriefe. Man kann sich mit so etwas arrangieren ohne in der Psychiatrie zu landen. Man kann nämlich auch Pech haben wie z.B. der Kinderdarsteller Jake Lloyd, der als Zehnjähriger den jungen Anakin Skywalker in “Die dunkle Bedrohung” (1999) spielte (Quelle). Der Knabe hatte nach Power-Schulmobbing und 60 Interviews am Tag nämlich irgendwann mal das Ritalin auf.
Mark Hamill hatte da mehr Glück, er war 1977 schon 26 Jahre alt, als sich seine Welt radikal und für immer änderte. Nach der Star-Wars-Trilogie spielte er u.a. in Off-Broadway-Stücken und gab nach der Show dennoch tapfer weiterhin Autogramme auf Lichtschwerter und sonstige Star Wars-Devotionalien, die man ihm hinhielt. Da mag es helfen, ein paar Jahrzehnte lang einen guten Psychologen zu haben -- und ein tapferer Mann muss man sein obendrein.
Plötzlich, unwahrscheinlicherweise über 30 Jahre nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" von 1983 soll er wieder "seine Rolle" in "Das Erwachen der Macht" (2015) spielen und er sagt ohne unwürdiges Geschacher mit dem Studio einfach zu -- Bang!
Und dann der Schock: Das Drehbuch musste man bis zur allerletzten Seite, bis zum allerletzten Absatz lesen, um die Rolle von Hamill in dem Film überhaupt zu finden.
WTF? (Where's The Force?)
2017: Neuer Star Wars-Film, neues Glück!

+++ SPOILERWARNUNG, für alle, die "Star Wars: Die letzten Jedi" noch nicht gesehen haben +++

Star Wars: Die letzten Jedi
Jeder vernunftbegabte Kenner der Materie hätte nun angenommen, dass Master Luke jetzt in "Star Wars: Die letzten Jedi" auf seiner Insel mal flott die Ausbildung von Rey in die Hand nimmt, denn sie ist echt eine Gute und hat es wirklich bitter nötig. Vor dem inneren Auge hat man bereits Szenen, die ans Dagobah-System erinnern. Doch das Drehbuch will von Luke, dass er den verbitterten Jedi-Meister gibt, der sich der Ausbildung Reys verweigert. Eigenartigerweise gipfelt die Verleugnung all dessen, was seit 1977 bei Star Wars das Nonplusultra war, darin, dass Luke jahrtausendealte Jedi-Werke verbrennen will und ein übermäßig alberner und sich lächerlich machender Yoda in Form eines Macht-Geists ihm auch noch dabei hilft. WTF? (Where's The Force?) Am Ende des Films löst sich Master Luke zu allem Überfluss auch noch verstörend unmotiviert in einen ebensolchen Macht-Geist auf.

WTF???

Das jener verbitterte Mann nicht Luke Skywalker ist, das weiß nicht nur jeder Zuschauer, der älter ist als 30, das weiß auch der jahrzehntelange Hüter der Rolle, der Schauspieler Mark Hamill selbst.
Armer Kerl.
Was für eine beschissene Rückkehr zu der Rolle seines Lebens.
Das läßt mich an Depeche Mode denken:
"I don’t want to start any blasphemous rumours,
But I think that God’s got a sick sense of humour,
And when I die I expect to find him laughing." (Quelle
Use the force, Luke!


Interview mit Mark Hamill in der FAZ


Montag, 27. Juli 2015

ru History - Flaunt It (1986)



Die Band Sigue Sigue Sputnik wurde 1983 von Tony James gegründet, einem ehemaligen Generation X-Gitarristen von Billy Idol. Den Namen der Band hatte man nach Marketing-Gesichtspunkten von einer Moskauer Streetgang übernommen, über die die Zeitung Herald Tribune in einem Artikel Anfang 1980 geschrieben hatte. Als Bandmitglieder hatte man Anfangs die bis dahin noch unbekannte Annie Lennox im Auge, konnte sich aber nicht mit der Idee einer Frontfrau anfreunden, auch Andrew Eldritch war im Gespräch, dieser musste sich aber um seine immer bekannter werdende Band Sisters of Mercy kümmern. Zuletzt fanden sich als Bandmitglieder einige unbekannte Vögel ein, die James nach Optik gecastet hatte, nicht nach Befähigung -- Hauptsache schrille Klamotten, Tattoos, Piercings und schroffe Haare (Bandbild).

1986 erschien das erste Album "Flaunt It" (Cover), übersetzt: "Wer hat, der hat", ein Kracher!
Nachdem ich die erste Auskopplung Love Missile F1-11 bei "Formel 1", moderiert von Peter Illmann, gesehen hatte, rannte ich gleich in den Plattenladen, um die die LP zu bestellen. Ich bin bis heute der einzige Mensch, den ich kenne, der sich die Scheibe damals gekauft hat. Ähem.
"Sigue Sigue Sputniks erste Single „Love Missile F1-11“ ist mit nichts zu vergleichen, was die letzten 30 Jahre an Rock & Roll hervorgebracht haben. Gewehrfeuer und Explosionen, Fragmente von Mozart, verrückte, donnerartige Gitarren-Breaks, rückwärtslaufende Vocals und tonnenweise Hall, dies alles in einem Song, der sich alle paar Sekunden verwandelt und dem Zuhörer nicht den Hauch einer Chance lässt, sich zu langweilen. Songzeilen wie "a U.S. bomb cruises overheard / there goes my love, rocket-red" spielen auf Sex und Atomkrieg an." (englischspr. Quelle)
Als Besonderheit hatte man auf dem Album die Räume zwischen den Songs als Werbeblöcke versteigert, sodass unter anderem "L'Oreal Studio Line"-Werbung oder speziell in Deutschland ein Clip für "Tempo, das neue deutsche Monatsmagazin" zwischen zwei Liedern zu hören ist.
Bei den Briten brauchte es etwas mehr als das: Um die Scheibe zu promoten, machte SSS ein Video dazu, in dem sich explodierende Raketen mit fetten, onanierenden Männern abwechselten, und hey! Das skandalverwöhnte Londoner Publikum war auch gleich begeistert und zog nach der Vorführung des Videos auf der Record-Release-Party zufrieden ab, obwohl die Show noch im vollen Gange war. Endlich: Nun hatte die Band ihren Ruf weg und wurde von den britischen Medien oft nur noch „Sick Sick Sputnik“ genannt.
Der Song hielt sich 1986 in Deutschland 15 Wochen auf Platz 3 der Singlecharts, in UK 9 Wochen. (Wikipedia)
"In ihrem Bestreben, die ultimative Rock & Roll-Fantasy zu erschaffen, waren Sigue Sigue Sputnik überaus erfolgreich. Zum einen ist es (das Album) voller gefährlicher futuristischer wie comicartiger Bildwelten, aber zum anderen, wenn man genau genug hinhört, hat es überraschenderweise trotzdem oft etwas zu sagen." (a.a.O.)
Auch die zweite Auskopplung aus dem Album, "21st Century Boy", war erfolgreich.

Sonntag, 21. September 2014

Zurück in die Zukunft

photo credit: if i only had a cassette player via photopin (license)
Früher war ja angeblich alles besser. Mittels dieses Irrglaubens sammelt sich die AfD (»Alternative für Deutschland«) an den Rändern von Parteien und Gesellschaft ihre Wähler zusammen.

Natürlich ist die Gegenwart reich an Irrungen und Wirrungen, aber – hey! Das war sie schon immer!

Die 80er waren ja nicht nur lecker Bananarama & Miami Vice: Die Achtzigerjahre, das waren Vanilia-Hosen, die kaum einem standen, Schulterpolster und Betonfrisürkes! Ich schaffte am Zauberwürfel nicht mal eine Seite, egal, wie lange ich an dem Kackteil herumkurbelte! Waldsterben war ein Riesenthema, sodass der Begriff »the waldsterben« sogar als Lehnwort in die amerikanische Sprache aufgenommen worden ist. Wenn gewisse Chemiewerke nachts ihre Abwässer in den Rhein kippten, haben Leute schon in den verseuchten Fluten stehend ihre Fotos entwickelt – weil sie es konnten. Auch gab es eine permanente unterschwellige Bedrohung durch Atomwaffen des Warschauer Paktes. Sogar unser »Freund«, der frische Franzos, hatte seine atomaren Mittelstreckenraketen freundlicherweise allesamt auf den chemisch verseuchten Rhein gerichtet, größer war die Reichweite nämlich nicht. Et war nämlich so überaus herrlich in den 80ern! Dass wir alle mal durch so einen Mist wie in »War Games« (1983) draufgehen würden, unseren »The Day After« (1983) vielleicht noch erleben mussten, das schien Gewissheit. Wir lebten in permanenter, unterschwelliger Prä-Apokalypse. Besonders schrecklich: Zwischen 1985 und 1989 hatte Modern Talking fünf Nummer-Eins-Hits in Deutschland (Link)! Reichlich Sex mit häufig wechselnden Partnerinnen hätte mich easy über das Schlimmste hinwegtrösten können, aber dummerweise kam AIDS auf (Wort des Jahres 1987) und es wurde ein bissi hysterisch. Keiner wusste 100% genau, wie & wo man sich anstecken konnte, man konnte es ja nicht googeln. Ich kann mich erinnern, mal in die Stadtbücherei gegangen zu sein, um mich in einem aktuellen Lexikon über die Immunschwächekrankheit zu informieren. Später allerdings konnte man angeblich »auch mal ’ne Tasse verwechseln« (O-Ton), aber es blieb eine Grund-Unsicherheit. 1986 nach Tschernobyl kam Gemüse mit Bequerel-Angaben drauf in den Handel, zum praktischen Selber-Entscheiden, ob die Strahlenbelastung von z.B. 2250 Bq pro Kilo durch Jod-131 für einen noch OK ist oder nicht. 1989 hat Helmut »Birne« Kohl die Wiedervereinigung durchgepeitscht, damit er als »Kanzler der Einheit« in die Geschichte eingeht. Dafür hat er allen »blühende Landschaften« versprochen. Die Option eines »Dritten Weges« (die DDR erst einmal als eigenständigen Staat zu erhalten) wurde zugunsten von sehr schnell schal werdendem Pathos und zu großer Eile verworfen. DAS wäre nämlich eine ECHTE Alternative für Deutschland gewesen, damals vor 25 Jahren.
Dafür wählen die Bewohner der betroffenen Landschaften nun vermehrt AfD – und so schließt sich elegant der Kreis.

»Life's what you make it« (Talk Talk, 1986): Also ran ans pralle Leben! Unkomplizierter wird's nämlich nicht mehr. Außer später im geschönten Rückblick 25 Jahre später von 2039 aus gesehen.
»Früher« ist gut für Anekdoten, aber zumindest ich möchte es nicht zurück.
Außerdem gabs ja nicht mal WLAN.


Mittwoch, 31. Juli 2013

Vatter 2: Heiliger Zorn

http://goo.gl/AHglyH
De Vatter sammelte Briefmarken. In den 80ern waren alle paar Wochen Briefe mit den Neuerscheinungen in der Post. De Vatter nahm dann Alben, Lupe und Pinzette zur Hand und sortierte am Wohnzimmertisch sitzend de Marken ein. Seine Sammlung "postfrischer" Briefmarken der BRD war lückenlos (hier).
Irgendwie hatte er "im Hinterkopf gehabt" (seine Redewendung), dass das Sammeln von Briefmarken nicht nur beschäftigt, bildet und beruhigt, sondern auch als Geldanlage "irgendwie rockt" (er wird es anders formuliert haben).
Eines Tages beschloß de Vatter, das zu prüfen. Er nahm den Taschenrechner zur Hand und addierte in buchstäblicher Kleinstarbeit seine postfrischen Marken auf. Nach Stunden, Tagen kam er auf so etwas wie 2.207,85 DM.
Mit den Alben in einer großen Tüte fuhr er in ein Spezialgeschäft für Numismatiker (Münzsammler) und Philatelie (Briefmarkensammeln).
Der Ladeninhaber blätterte die ihm zum Kauf offerierten Alben mit gekonntem Desinteresse und in Teilen professionell angewidert durch und bot meinem Vater dann aus "reinem Gutmenschentum" 600,00 DM.
Dem Vatter schwoll 'ne Ader. Er sammelte seine Kleinodien etwas überhastet ein und verließ knappen Grußes recht steifbeinig das Etablissement.
Zu Hause angekommen überfiel ihn ob dieser vermeintlichen "Geldanlage" sein berühmter "Heiliger Zorn". Er kündigte das Sammler-Abonnement und klebte von nun an (bis zum 01.07.2002) hoch-exotische Briefmarken auf jede noch so banale Korrespondenz - weil er es konnte. Oft waren zwei Marken und eine leichte Überfrankierung nötig, um den aktuellen Frankaturwert zu erreichen, hier trafen sich "Kirchentag 1967 in Hannover" und der "100. Geburtstag von Joachim Ringelnatz" (1983) zu einer zornigen Collage, um an einem Prisma-Kreuzworträtsel-Wettbewerb teilzunehmen.
Die einst so vollständige Sammlung ist nun ein Leerdammer.

Manchmal, wenn mich "Heiliger Zorn" überfällt, dann weiß ich, von wem ich das habe.


Freitag, 19. Juli 2013

Haarige Zeiten

http://goo.gl/F02A2
Als Kind machte ich mir über Haare erstmal keine Gedanken, sie waren eben da und gut war es. Ich hatte indes eine Mutter, die Naturkrause "ganz herrlich" fand und ihren beiden Jungs die Haare so aufbürstete, dass sie auf Herrentoiletten von fremden Männern für Mädchen gehalten wurden. Wenn man als Bub die Haare hat wie ein frisch im Hundesalon aufgerüschter Thomas Gottschalk, dann kann das zum Problem werden. Eine Zeitlang schnitt ich mir die Haare mit der Küchenschere selbst, killte einfach alles auf meinem Kopf, was sich auch nur ein bisschen lockte. Unterm Strich sah das vermutlich auch nicht seltsamer aus als "aufgepudelt", nur halt das andere Extrem.
Mutter stellte ihr entstellendes Tun ein - Strike!

Als Jugendlicher (1983 ff.) trug ich meine Locken à la "Kommunarde", es ging schon ein ganz klein wenig in Richtung Rainer Langhans... aber hey! Das waren die 80er! Kumpel Gene, der früher gerne allerlei mit seinen Haaren unternahm (Eiweiss, Seife, Gel, Lack usw.) befand eines Tages, auch ich könnte mal so etwas wie eine "Frisur" vertragen. "Aber et geht doch nich!", sagte ich, wohl wissend, dass bei diesen Haaren jede Liebesmüh vergeblich sein würde. "Quatsch!", sagte er und legte los, "etwas" mit meinem Haupthaar zu veranstalten, ins Spiel kamen Eiweiß, Seife, Gel, Lack, Föhn und Kreppeisen. Eine Stunde später roch es ein bissi verbrannt und ich hatte ein Michael-Jackson-Frisürken, welches definitiv nicht gewollt gewesen war.
Ich wurde auf Haistyling nie mehr angesprochen.
Nix Jugendkultur, weil: Et ging doch einfach nich!

Als junger Erwachsener lief es ganz gut - gemessen an meinem Vater auf jeden Fall. Auf dessen Führerscheinfoto von 1943, das ihn 17-jährig zeigte, war sein Pony schon auf der Kopfmitte angekommen. [Diesen grauen Lappen mit recht unpopulär gewordenen Stempeln auf der Innenseite, zeigte er bis ins neue Jahrtausend hinein blinzelnden Verkehrspolizisten.] Ich trug die Haare rappelkurz (Blogbeitrag), die Jahreszeiten flogen nur so dahin, bis ich eines Tages in den Regen hinaustrat und ein Tropfen direkt auf meine Kopfhaut durchrauschte - mein einst prachtvolles Haupthaar hatte überraschend seine Mützenfunktion eingebüßt! Meine Stammfriseurin, die seit jeher unter dem Zwang stand, mir aus unerfindlichen Gründen nach dem Haareschneiden immer meinen Hinterkopf zu zeigen, beruhigte mich aber zu dem Thema - "alles gut"!
Tatsächlich konnte ich nun nach all der Zeit auch mal Gel benutzen, es funktionierte jetzt, wo es "weniger" Haare waren, fast wie bei normalen Leuten!

Mit den 30ern wurden die Haare immer heller, es entstand ein Mischwald aus weißen, hellgrauen, dunkelgrauen und braunen Haaren, der sich im Laufe der Zeit zu Gunsten von "hell" veränderten. Blogbeitrag. Ich beschloß, mir die Haare schwarz zu färben. Aber: Was für ein Geraffel! Selbst bei weltbester Grauabdreckung hielt es nicht allzu lange. Eines Tages erwischte ich "schwarzblau", danach sah ich aus wie eine Manga-Figur, weil alle Haare, die nicht braun gewesen waren, nun königsblau waren - Muahahaha! Meine lieben Kolleginnen hatten gut Lachen.
Ich ließ die Färberei dann ganz.
Wegen der Regensache kaufte ich mir eine Kappe.

Mit 45 beschloß ich, eines Tages mit vollem Haar in Rente zu gehen.
Mit 46 teilte ich dieses unvorsichtigerweise auch meiner Friseurin mit. Die kuckte aber zu dem Thema mittlerweile etwas skeptischer. Sie hatte mein Haupt tatsächlich besser im Blick als ich.
"Na, da müssen S'e sich aber beeilen mit der Rente!", sagte sie nur.
Gottogott!
Und letztens hatte ich nen Müchenstich mitten aufm Kopf. Unglaublich!
Gottogott!
Bald kommt sicherlich der erste Sonnenbrand...
WÄWÄWÄ!!!

So vergeht der Ruhm der Welt.


Dienstag, 21. Mai 2013

"Maxximum 3D" - Das Kinoerlebnis der Zukunft!

http://goo.gl/FeHJ6
Gestern Abend habe ich mir "Star Trek - Into Darkness" im lokalen Cinemaxx-Kino angesehen.
Ich hatte nicht einmal die Wahl, ob ich mir den Film in 2D oder in 3D ansehen darf, es war eine "Maxximum 3D"-Zwangsveranstaltung.

Wie man in einem vernünftigen 2D-Kino "Maxximum 3D" simulieren kann:
1) Man verbrennt zusätzlich zum normalen Eintritt einen 5,00 EUR-Schein. Grund: Damit das Kinoerlebnis schon vom Preis her maxximum ein Schmerz im Arsch ist.
2) Nach den obligatorischen Werbungen und Vorschauen setzt man sich eine fette Sonnenbrille auf. Grund:  Man "genießt" sein Kinoerlebnis maxximum abgedunkelt - wie mit einer der tollen 3D-Brillen! Dazu summe man Corey Harts "Sunglasses at night" von 1983.
3) Sitzt man rechts im Saal, klebe man sich das linke Auge mit einem Pflaster zu, sitzt man links, das Rechte. Grund: Da die angeblichen, schrill beworbenen 3D-Effekte total vernachlässigbar sind, viel stärker allerdings zusätzlich zur allgemeinen Abschattung des Bildes noch eine Randverdunkelung durch die Polarisationslinsen maxximum reinhaut, ist hier das zugeklebte Auge DAS Mittel der Wahl.

Ich war wieder einmal vor Freude außer mir, dass ich mir ein ohnehin maues Filmchen (Blogbeitrag) mit einer aufgezwungenen, multiplen Sehbehinderung ansehen musste! The next big thing wären vielleicht fette Kopfhörer, eine Nasenklammer oder ein auf die Stirn zu klebender vibrierender Dildo - ick freu mir!
In einer besseren Welt werden alle 3D-Kinos abgerissen und auf den Ruinen wieder maxximum vernünftige 2D-Kinos errichtet.

Mehr Kino: (Blogbeitrag), (Blogbeitrag)


Montag, 6. Mai 2013

Think pink

http://goo.gl/xn4gq
Seinerzeit, also prä-Drittes-Jahrtausend, war ich ein oft gesehener Kunde in der einzigen Videothek meines Heimatortes Radevormwald. Ich kann mich erinnern, bereits schon mit 16 oder so (1983) in der Videothek gewesen zu sein, als die Systeme VHS, Video 2000 und Betamax noch koexisterten (rsp. miteinander um Vorherrschaft rangen) und man nicht unbedingt jeden Titel im passenden Format bekam ("Nee, 'Apokalypse Now' haben wir gerade nur auf Beta da!").
Ende der 90er Jahre hatte die Videothek schon bessere Tage gesehen und auch schon einige Locations verschlissen. So war sie vom Alten Markt zum Neumarkt umgezogen, um dann, etwas marginaler, in die Grabenstraße in das Gebäude zu ziehen, das vor Urzeiten den ersten Aldi der Stadt beherbergt hatte.
Nachdem ich die Neuheiten-Ecke hinreichend gewürdigt hatte (leider nix), steifte ich relativ rat- und ziellos umher, putzte mir währenddessen etwas zerstreut die Brille, was bei -8,0/-6,5 Dioptrien nur selten zu optimalen Ergebnissen führt. Plötzlich umgaben mich zu drei Seiten pinkscheckige Wände!
Hä?
Wie rätselhaft!
Ich setzte die Brille wieder auf und fand mich plötzlich in der Porno-Ecke wieder.
Tsts!


Dienstag, 17. Mai 2011

ru24 History 22: 1983: Informatik auf der Realschule

1983: Culture Club sang "Do You Really Want to Hurt Me", Nena "99 Luftballons", Michael Jackson schluckaufte "Thriller", der Flashdance-Soundtrack hielt sich acht Wochen auf Platz 1 der Charts (Link).

Hurra, die Moderne war nun wirklich und endlich angebrochen!
Informatik-AG auf der Realschule, ich war in der 9. Klasse. Hier standen auf 3 kräftig gebauten Tischen, und kräftig gebaut mussten sie sein, drei Apple IIe europlus (Link), zwei davon mit grün-grün-Monitor, einer mit Bernsteinmonitor. Die ersten Personalcomputer, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe. Wir saßen zu dritt davor, einer durfte tippen. Schwarze 5 1/4"-Disketten (13 cm Kantenlänge) mit einem Fassungsvermögen von 1200 KB waren das Medium, auf das wir unsere BASIC-Programme speicherten, die schuhkartongroßen externen Laufwerke wurden dazu mit einem Hebel verriegelt. Niemand benötigte mehr als eine Diskette, denn da war ja Platz satt für jahrelanges BASIC-Programmieren! Über 1,00 MB! Das einzige alternative Eingabemedium war keine Maus, sondern an einem der Rechner ein Satz "Paddles", Drehregler, wie man sie schon von "Pong" kannte. Der Marktpreis des Apple IIe war schwindelerregend und lag bei bis zu 5.000 DM. Und weitere Rechner konnte die Schule auf absehbare Zeit ohnehin nicht anschaffen, da Amerika ein Technologie-Embargo verhängt hatte. Man fürchtete, die hochmodernen Rechner würden irgendwie auf die falsche Seite des Eisernen Vorhangs gelangen und SS-20 Interkontinentalraketen als Recheneinheit dienen...
Der Informatiklehrer war gleichzeitig mein Matheleher, Herr Fuchs. Herr Fuchs war sehr kompakt gebaut, trug gerne einen dunkelgrünen Cordanzug, eine gestrickte Krawatte, Brille und Vorhängeschloss-Bart, die überschaubare Menge Haare trug er zumeist offen.

1984 bekamen wir zusätzlich längliche Sharp PC-1401 Taschencomputer (Link). Jetzt hatte endlich jeder seinen eigenen BASIC-Rechner! Ein Gefühl, das man heute vielleicht generieren könnte, wenn man iPhone 4 an alle verteilt. Großartig!!!
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