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Donnerstag, 13. Juni 2013

Untermononatriumglutamatisiert

http://goo.gl/wEn3Y
Jahrelang hatte ich versucht, Mononatriumglutamat (MNG) im Essen zu meiden, denn wirklich gesund konnte das nicht sein, wenn viele Leute davon Schweißausbrüche bekommen und extreme Ruhelosigkeit dito Schlaflosigkeit vermelden. Vorbei waren also die wunderbar sorglosen 80er, in der jedes Essen in Mutters Küche quasi aus dem Handgelenk seine Portion "Maggi" oder "Fondor" bekam, was ziemlich genau "MNG mit Rieselhilfe" ist (also E 621 mit E 538).

Doch jetzt war spätestens ab 2010 die Moderne angebrochen! Ich verzichtete restlos auf alle Produkte aus den Häusern Maggi und Knorr und suchte mir in den Supermärkten der Umgebung 'nen Wolf nach MNG-freier Gemüse-Brühe - eine nahezu unlösbare Queste im Dritten Jahrtausend! Einzig beim Asiaten machte ich eine Ausnahme, denn da gibt es ja nix Anderes, die packen ja sogar noch Glutamat in den Nachtisch, die Vögel! Deshalb nennt man die körperlichen Symptome, die vom MNG herrühren, auch "Chinarestaurant-Syndrom" (Quelle).

Und eines Tages das: Mich überfiel plötzlich und unerwartet ein massiver Jieper nach "Ei mit Maggi"... Ja, ich gestehe: So hatte ich hart gekochtes Ei bereits seit meiner Kindheit immer gegessen! Ich kannt et doch gar nich anders! Et wurde auch nich mehr besser mitm Jieper, bis ich nach Tagen dem Suchtdruck endlich nachgab un en Ei mit reichlich Maggi verdrückte. Un wat soll ich sagen? Et war herrlich! Et war nämlich, als hätt der Himmel die Erde still geküsst! Ein Joseph-von-Eichendorff-Moment (Link)!
Un de Mutter hätte gesagt: "Dat war ne Schmecke!"
Fakt ist: Ich war völlig untermononatriumglutamatisiert.


Montag, 5. April 2010

Lifestyle 34 - tapferer Mann


China-Restaurant Zollhaus
Originally uploaded by inyucho
Mit Bärbel war ich vor längerer Zeit im China-Restaurant "Sonnenschein" in Remscheid-Lennep (Link). Das Essen dort ist gut, das Ambiente ist etwas schlicht, aber das wird durch die geradezu ausufernde Freundlichkeit des Personals mehr als wett gemacht.
Wir bestellten Stäbchen zum Essen.
Während das anfangs mit den Stäbchen ganz prima klappte (solange ich noch dicke Brocken Klebreis und Schweinebällchen auf dem Teller hatte), wurde es gegen Ende des Essens immer beschwerlicher und beschwerlicher. Ich kämpfte mit den immer kleinteiliger werdenden Resten, obsiegte aber zuletzt - nach einer harten halben Stunde des Kampfes! Ich ließ die Stäbchen aus der mittlerweile deformierten Hand fallen und lehnte mich zufrieden und gut geplauzt nach hinten - geschafft!
Ich bewegte die Finger, um wieder Blut und Form in meine Rechte zu bekommen.
"Frau Sonnenschein", eine etwa fünfzigjährige Chinesin, huschte heran und bedachte uns mit ihrem breitesten Lächeln, dann wandte sie sich an mich.
"Das wal sehl tapfel!", lobte sie, während sie das schmutzige Geschirr aufstapelte.
Ich grinste stolz wie ein Honigkuchenpferd.
"Wil hätten längst einen Löffel genommen!", ergänzte sie, und schwirrte mit dem Geschirr davon.
Sie ließ mich fassungslos zurück.

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