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Freitag, 16. August 2013

Zigeunersauce und Co.

http://goo.gl/QLvx7P
Ein Verband von Sinti und Roma findet plötzlich und unerwartet das Wort "Zigeunersauce" diskriminierend (Link).
Huch!
Auch das beliebte "Zigeunerschnitzel" schneidet nicht gut ab, obwohl es aus deutschem Qualitäts-Schweinefleisch mit CMA-Gütesiegel ist. Als Alternative wird vom Verband "Paprika-Sauce" ins Gespräch gebracht.
Na, von mir aus!
Ich würde es "Puszta-Sauce" und "Puszta-Schnitzel" nennen, aber mich fragt wieder mal eh keine Sau...
Vermutlich soll jetzt auch noch gegen den EIS-NEGER vorgegangen werden??? (*kicher*)
Schokoliertes Soft-Eis wird auf der hiesigen Kirmes (Blogbeitrag) schon seit der Existenz von Softeismaschinen fett als EIS-NEGER verkauft. Das ist zwar im Dritten Jahrtausend tendenziell über-beherzt, aber man trägt es (das Herz) dabei sicherlich am rechten Fleck! So isset halt im Bergischen Land!
Natürlich könnten sie ihr Eisprodukt auch als "Soft-Schokolino" verkaufen.
Ja, geht auch, von mir aus.
Den "Schokoschaumkuss" aka "Mohrenkopf" aka "Negerkuss" haben wir ja auch überlebt.
Ich denke, ich werde meiner muslimischen Kollegin Tülay am Montag vom Bäcker mal lecker "Schweineöhrchen" mitbringen.
Da geht noch was.


Sonntag, 20. September 2009

Heimat 3 - 513. Pflaumenkirmes

In meiner Heimatstadt Radevormwald im Bergischen Land findet dieses Wochenende die 513. Pflaumenkirmes statt. Ein guter Grund, die Innenstadt weiträumig zu umgehen, wenngleich es dort solche Retro-Leckereien wie den "Eis-Neger" gibt. Hierbei handelt es sich um ein Softeis, dass in Schokolade getaucht wird. Der Name des Produktes mag 1944 noch den sprachlichen Standards genügt haben, doch in Zeiten von "Political Correctness" erfreut diese Art von Hartleibigkeit, mit der dieses Produkt seinen Namen so überaus starrsinnig behält, mein Herz.
Das ist irgendwas wie bei diesem gallischen Dorf.
Apropos "sprachliche Standards".
Ich stand gestern beim Penny an der Kasse, vor mir ein Rentner, der gerade seinen Kram zusammenpackte. Beim Weggehen frage er die Kassierin: "Na, gehense gleich auch nache Kirmes?"
Mir ging das Herz auf! Heimat! Nirgendwo sonst würde man das so fragen!
Die Kassiererin gestand mir, dass sich bereits dutzende Kunden smalltalkenderweise danach erkundigt hatten.
"Viel Spaß denn auffe Kirmes!", wünschte ich ihr.

Nache, nachen, nachet - drei Beispiele:
"Kommse vonne oder gehse nu nache Birgit?"
"Nee, nu geh ich nachen Horst."
"Nachet Klärchen warste äwwer nu ewig nich gegangen!"

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