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Freitag, 8. Juli 2016

Augenkrebs für alle!

photo credit: Meat Grinder zombie via photopin (license)

Diesen Mittwoch war ich wirklich nur "mal eben" im nachbarschaftlichen Wuppertaler Penny, Kieler Str. 38, es ging um etwas Obst und etwas Schnickschnack. Schnell reihte ich mich in die Kassenschlange ein und legte meine drei Polinten aufs Band.
Grundgütiger!
Die Irren hatten ihre Drohung mit Schockbildern, die 2/3 einer Zigarettenschachtel bedecken, wahr gemacht. Doch wenn man Tabaksdosen damit bedruckt, die dicker sind als eine Haushaltsrolle und die halbe Höhe davon haben, dann ergibt das verdammt viel Fläche, zudem die Riesendosen zu viert übereinander und auf 80 cm Breite über dem Kassenband nebeneinender stehen.
Meinen blutenden Augen bot sich dar:
  • Rachenfraß mit drei unfachmännisch plompierten Zahnstumpen (Innenaufnahme)
  • Raucherbein in Aspik mit hohem Krampfaderanteil
  • Raucherlunge im eigenen Saft
  • Kehlkopfkrebs an Geschwulsten
  • multiples Organ-Gedönse
Bei allen Fotos hatte man sehr viel Wert darauf gelegt, bloß keine Ästhetik aufkommen zu lassen, sondern das Ganze war im Stil von vom Inhaber selbst geschossenen, fetttriefenden Essensfotos vom "runtergerockten Griechen anne Ecke" aufgenommen, natürlich mit Blitz und auf Anschlag gedrehten Farben.

Jetzt mal in echt: Es ist nicht erst seit den 80ern bekannt, dass Schock-Bilder die Abzuschreckenden einen Scheiß abschrecken. Warum weiß man solches in der EU nicht? Dann doch bitte lieber jedes Jahr 0,50€ die Preise rauf, ihr Vögel, als Augenkrebs für alle!

Was mich daran wirklich stört: Ich rauche überhaupt nicht und werde mit diesem Shit echt hart belästigt. Ich erklärte der Kassiererin, dass man da wohl über dem Kassenband wohl noch eine blickdichte Wand aufziehen müsse, damit unschuldige Kunden (moi) und Kinder nicht verstört werden. Sie verstand nicht.
"Sie müssen ja nicht hinkucken!", sagte sie.
Is klar.
So funktionieren Leute ja auch.
Geht gar nicht.
Ich bleibe dran.

So eine Sauerei können die sich auch erst trauen, seit der Schmidt tot ist.


Sonntag, 13. Oktober 2013

Albrecht Domina Gold

http://goo.gl/RJZExd 
Normalerweise habe ich als Kunde im Supermarkt genug Zeit, meine Waren aufs Band zu legen, und zwar in einer Reihenfolge, die sinnstiftend ist: die schweren Sachen nach vorne, die leichten, zerbrechlichen oder zerdrückbaren Dinge wie Eier, Obst, Salat nach hinten. Dann kann ich flott nach vorne gehen, um die kassierten Waren in den Einkaufswagen zu verstauen. Das klappt ganz hervorragend bei Penny, REWE und bei Schnarchnasen-Edeka sowieso - nirgends muss ich heutzutage länger an der Kasse stehen als dort, wo sie Lebensmittel lieben - Muahahaha!
Der Killer indes ist Aldi.
Bei Feinkost Albrecht haben sie einen dermaßen brachialen Durchsatz an der Kasse, dass ich schon meinen Plunder nicht mal vernünftig aufs Band gelegt bekomme - auch, wenn gar niemand hinter mir steht. Während ich hinten noch ächzend Lebensmittel aufs Kassenband werfe, wird vorne schon in Hochgeschwindigkeit kassiert - blip-blip-blip, Ware häuft sich, staut, bäumt sich regelrecht auf. Ich stürze herbei, um den vorderen Kassenbereich zu räumen, muss aber erst den Beutel entfalten oder die Kiste aufklappen, was die Situation arg verschärft - solches ist hier nicht vorgesehen. Der Käufer als Störfaktor in einem ansonsten perfekt optimierten System. Die seelenlose Kassiererin scannt nun bereits alle 0,75 Sekunden einen Artikel, schiebt, stapelt. Der Kunde (moi) gerät in Schweiß, versucht, die Melone nicht auf die Bio-Eier fallen zu lassen, zermalmt stattdessen die Romana-Salatherzen. Deckel springen von Joghurtbechern, die Kanten von Milchbeuteln rammen sich in Nektarinen. Kekse splittern in ihren Packungen. Ich packe und schnaufe, sehe meine Einkäufe im Einkaufswagen schon komplett vor die Hunde gehen. Die Kassiererin erhöht, ohne dass Notwendigkeit dazu bestünde, den Durchsatz noch einmal, scannt nun alle 0,6 Sekunden einen Artikel. Mir plumpst der Fleischsalat auf den Boden. Während ich mich bücke, um das Desaster zu begutachten, dreht die Kassiererin des Teufels nochmals auf, scannt jetzt pro Sekunde zwei Artikel - nicht, weil sie müsste, sondern weil sie es kann. Zu reinen Schemen verzerrte Waren flirren über den Scanner wosch-wosch-wosch, ich als Kunde verkomme derweil zum sklavischen Dienstleister einer blau bekittelten Domina an Kasse #3, die mich gerade Kraft ihrer Profession fertig macht.
Übergangslos mit dem letzten *blip* nennt die Scanner-Domina ihren Preis.
Ich räume und ächze, zücke dabei gleichzeitig auch noch die Karte, alles geht zu schnell, als dass ich noch folgen könnte oder gar darüber nachdenken, ob der genannte Preis auch nur annähernd OK ist. Schon habe ich EC-Karte und Bon in Händen, eine Grußformel verklingt, da wird schon der nächste Kunde brachial und überschnell abgewickelt. Der drängt in Panik, wie von Furien gehetzt, an den Platz, an dem ich noch beliebe mich aufzuhalten.
Die Hälfte der Nektarinen sind Matsche, dito die Salatherzen, die Kekse sind ein Gekrümel.
Den Rest des Schadens kann ich lahmer Depp ja zu Hause begutachten.
Ich ramme Bon und EC-Karte unordentlich ins Portemonnaie, versuche diesen unwirtlichsten aller Orte zu fliehen.
Vermutlich sollte ich nur noch zu Aldi gehen, wenn mein allzu übergroßes Ego mal wieder einen empfindlichen Dämpfer benötigt.
Albrecht Domina Gold.

P.S.: Wirklich megabrutal ist der ALDI Remscheid-Bergisch Born, Bornefelder Straße/Am Eichholz, ich habe es dreimal in Folge getestet: Die besorgen es dir mal so richtig!

Top-Tipp:
"Ich beschädige im Supermarkt inzwischen mit Absicht den Barcode an ein bis zwei Artikeln, damit ich an der Kasse Zeit zum Einpacken gewinne." @wawerka, Twitter
So könnte es klappen.