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Mittwoch, 14. August 2013

@work 21 - Ich fühle mich schon viel sicherer

http://goo.gl/flWDuZ
Kunde ruft an, ich am Telefon, schon beruflich.
K: "Hören Sie, wir können die Glottermupf-Liste* zu Zlotl-Zlotl* nicht ausdrucken, bitte helfen Sie mir!"
*) Wegen solcher und vergleichbarere Dinge werde ich ständig angerufen, ich schwöre. Das ist hier teilweise wie bei den "Men in Black"!
Ich: "Nun, ich habe eine spezielle Anwendung, die rufe ich auf und schaue dort nach, Moment bitte!"
Ich öffne diese "spezielle Anwendung" seit einem halben Jahr zum ersten Mal wieder. Mein Anmeldename fällt mir ein, den hatte man mir seinerzeit (vor 13 Jahren) einfach "so" aufs Auge gedrückt: HKMUEHLI (ja, ich weiß: kicher, kicher). Als Passwort will mir gerade so recht nichts einfallen, ich versuche HKMUEHLI1, es kommt ein Errorcode 6 - was auch immer das bedeutet. Ich versuche HKMUEHLI2, auch Errorcode 6. Ich bin sehr glücklich. Ich versuche HKMUEHLI3, es kommt ein Errorcode "ZONK!" - ich bin raus, gesperrt.
Ich könnte vor Glück einen Regenbogen kotzen!
"Hören Sie, ich kämpfe gerade mit der Anwendung, ich rufe Sie gle-heich zurück!", flöte ich und lege auf.
Ich suche mir eine Kollegin, die mich bei der Anwendung "zurücksetzen" kann. Nun ist Anmeldename = Passwort. Ich melde mich an: HKMUEHLI, HKMUEHLI.
Jetzt verlangt es die Eingabe eines neuen Passwortes, sicher, sicher.
Ich versuche HKMUEHLI1.
Es meldet: Passwort darf nicht mit den letzten 8 übereinstimmen.
Is klar.
Ich könnte vor Freude... !
Ich versuche auf gut Glück STEARINE.
Es meldet Errorcode 7.
Ich versuche STEARINE1.
Es meldet: Passwort darf nicht mit den letzten 8 übereinstimmen.
Ach so, hatte ich STEARINE schonmal in den vergangenen13 Jahren - Helau!
Ich versuche mein allererstes Auto-Nummernschild (vom gebenedeiten Kadett D): GM-ER 765.
Es meldet (schon aus Frack) Errorcode 13 - wasauchimmer. Vielleicht der Bindestrich...
Ich versuche MAJORAN1.
Es meldet Errorcode 7.
Ich nehme MAJORAN10 und komme rein! Na, das ging ja flott!
Nur schade, dass ich in zwei Monaten, wenn ich den Kack wieder aufrufe, keinen Schimmer mehr habe, was mir das System hier aufgezwungen hat und der ganze Mist von vorne losgeht. Am besten schreibe ich mir das Passwort auf ein Post-It, das ich unter meine Tastatur klebe...
Ich rufe den Kunden zurück, der ist aber in der Zwischenzeit nach Hause gegangen.


Wie wäre es mit noch mehr Restriktionen bei der Passwortvergabe? Z.B. "ein Wort, das bei Google Null Treffer bingt" wie "zrltgter", oder Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen im Verhältnis 1:1:1 wie "z;1#ltg6~e%77"?
Da geht noch was.
Damit irgendwann auch der Letzte alle seine Passwörter auf dem Zettel unter der Tastatur hat.
Hey! Da fühle ich mich gleich schon viel sicherer!


Freitag, 11. Mai 2012

Mehr Sicherheit für dich und mich


http://bit.ly/IQ3hfg
Im September 2009 verfiel die EDV-Abteilung in Panik - man hört ja so viel!
Automatisiert verpasste sie in einer Nacht- & Nebelaktion konzernweit allen 1.700 (erreichbaren) Schwarzweissdruckern mit eigener Netzwerkkarte ein 12-stelliges Passwort im Stil von "C7b4EmDqL27r" - jedem ein Anderes. Da wird der von China aus operierende Hacker, der sich nach allen Regeln der Kunst durch die Unternehmens-Firewall gehackt hat, eine Überraschung erleben, wenn er versucht, auf einen sieben Jahre alten Kyocera FS-1800N etwas zu hacken (z.B. dass der Drucker bei jedem Druckjob "Pipi ist kein Name und auch kein Getränk, ihr scheiß Imperialisten!" als Fußzeile mit andruckt)... Haha!
Wenn jetzt ein Techniker am Drucker was zu richten hat, muss er anrufen, nach dem Passwort fragen und es mühsam mit den Pfeil-auf/Pfeil-ab-Tasten am Drucker eingeben. Schon das Diktieren ("großer Cäsar, 7, kleine Berta...) ist ein scheiß Spaß für die Ganze Familie!
Mumpitz.

Bei der Bahn, einem der Zukunft zugewandten Unternehmen, ist man da schon viel weiter! Sich als Kunde auf www.bahn.de anzumelden, ist immer ein bisschen wie mit Matrix-Mitteln in einen Hochsicherheitstrakt einzudringen. Wenn man sich nach einem halben Jahr zwecks Buchung eines Bahn-Tickets dort anmelden will, sind Benutzername und Kennwort natürlich wie weggeblasen. Zuerst fordert man seinen Benutzernamen an. Man erhält Minuten später ein E-Mail mit dem Anmeldenamen, z.B. "Nebukadnezar778395". Ach ja, ich erinnere mich, bei der Anlage des Accounts gezwungen worden zu sein, einen 18-stelligen Benutzernamen zu nehmen. Dann kann man sich sein Passwort resetten lassen und bekommt nach einer Weile ein ein Einmalpasswort zugemailt, z.B. "C7b4EmDqL27r" (kommt mir vage bekannt vor), das sofort gemäß folgender Vorgaben zu ändern ist: Das minimal 27-stellige Passwort sollte mindestens Sonderzeichen, Zahlen, Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung und 12 Zeichen aus anderen Zeichensätzen beinhalten (z.B. russisch, griechisch, astrologische und alchemistische Symbole und Hassmännlein aus der Maya-Schrift).
Hat man irgendwann die Anmeldung geschafft, ist der Zug in der Regel abgefahren.
Bei der nächsten Anmeldung geht dann alles wieder von vorne los.
Mumpitz.

Seit ich Smart fahre, lebe ich in ständiger Angst, dass die automatische Verriegelung des Wagens eines Tages den Schlüssel mit einschließt. Scheinbar bin ich nicht alleine, Google meldet 12.000 Treffer zu "auto automatische verriegelung schlüssel eingeschlossen". Angeblich sollte so etwas nicht passieren, aber ja, der Teufel ist ja bekanntlich ein Eichhörnchen...
Mumpitz.

Mehr Sicherheit für dich und mich  --  Eines Tage werden wir vor lauter überbordender Sicherheit ausgesperrt von unseren Wohnungen, Autos, Konten, Handys und sozialen Netzwerken auf den Straßen leben und ganz von vorne anfangen müssen.
Vielleicht mit ein bisschen weniger Sicherheit.


Linktipp: hier