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Sonntag, 29. Januar 2017

Von Datenschutzgespacke bis "Schere im Kopf" (1982-2017)

photo credit: David Blackwell. The David Party via photopin (license)
1982

Schon bei meinen ersten Ferienjobs ab 1982 fand ich das Verhalten der fest angestellten Kollegen vor Ort hochgradig spack: Wenn sie am Monatsende ihre Lohntüte an den Rändern aufgerissen hatten, dann spähten sie hinein (Abbildung), als stünden dort Raketen-Abschusscodes, die nicht in feindliche Hände fallen dürfen und nicht schlicht ihr zu niedriges Monatsgehalt. Was sollte das? Indem jeder sein Gehalt wie ein scheiß Staatsgeheimnis behandelte, konnte der grausame Produktionsmittelinhaber jedem seiner Schergen zahlen was er wollte und für die Geheimhaltung sorgten die kleinen Spacken auch noch selbst! Sie selbst hielten ein per se ungerechtes System dadurch aufrecht! Was war nur aus der vielbesungenen Solidarität unter Arbeitern geworden? Es ist übrigens 35 Jahre später unter Angestellten der gleiche, völlig unwürdige Quatsch.
Datenschutzgespacke.

1987

Bei der letzten in der alten Bundesrepublik durchgeführten Volkszählung von 1987 (Wiki) kam es -- wie sollte es anders sein -- zu wilden Boykottaufrufen und großem Widerstand gegen den "Big Brother" Bundesrepublik. In Wuppertal gibt es noch heute "VOLKSZÄHLUNGSBOYKOTT"-Graffitis in einigen der etwas runtergerockten und > 30 Jahre nicht gestrichenen Nebenstraßen des Elberfelder Ölbergs. Natürlich möchte der Bundesbürger 24/7 von seiner Regierung supertoll regiert werden, aber leider darf der Staat keinesfalls wissen, was und wen genau er da eigentlich regiert, damit alle weiterhin über die "Bürgerferne" der Politik meckern können.
Absolutes Datenschutzgespacke.

ca. 2000

Seit ich google, lasse ich mir auch offiziell von Google über die Schulter schauen. Die können mir nur immer besser helfen, wenn ich ihnen dabei helfe, dass sie immer besser werden. "Ja, aber...", schnappen jetzt reflexartig Himpelchen und Pimpelchen, die immer alles kostenlos haben wollen ohne jemals etwas dafür zu geben. So funktioniert die Welt aber nicht. Ich finde zum Beispiel Internetwerbung ziemlich dämlich, die mal so gar nicht zu mir passt, also für Singlebörsen und Gartenzubehör, Karten für Sportereignisse und Alufelgen.
Wenn ich in "meinem" Google nach "Marines" suche, dann möchte ich sofort die Webseite des famosen Lokals finden (Wiesenstraße 2, 42105 Wuppertal) und nicht Informationen über das United States Marine Corps und dessen Angehörige erhalten. "Mein" Google weiß das. Natürlich mache ich mich dadurch durchsichtig, aber das ist der Preis, den ich bewusst dafür bezahle.

ca. 2005

Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich bei einem Bekannten einen Laptop mit abgeklebter Kamera. "Paranoid ist, was du draus machst", dachte ich damals (naiv wie ich war).

2010

Seit der Trilogie um Lisbeth Salander (ab 2010 in deutschen Kinos) weiß ich, dass in Schweden dieses Datenschutz-Ding eher mal nicht so richtig existiert: Die Schweden setzen auf Transparenz. Wer also wissen will, was sein Nachbar verdient oder wen es interessiert, wem der Volvo mit dem amtl. Kennzeichen KRM-552 gehört, schaut einfach im Internet nach (Artikel). Schweden? Die sind doch cool drauf, da am Polarkreis! Hey! Datenschutz, das ist doch nur was für Lappen!

2012

"RFID-Etiketten in der Kleidung bringen Datenschützer auf den Plan" (Artikel), offenbar gab es 2012 gerade nichts Wichtigeres für Datenschützer, als RFID-Tags aus Jacken von Passanten auszulesen. "Bewegungsprofile könnten erstellt werden", *kicher*, is klar. Da die Dinger aus bis zu 10 m Entfernung ausgelesen werden können, braucht es für eine Stadt wie Wuppertal also lediglich 17 Millionen Messstellen, damit man einen einzelnen Spacko in seiner Designer-Joppe verfolgen kann, Muahahaha!!!, ihr Lappen. Absolutes Datenschutzgespacke.

2013

Die Künsterlin Heather Dewey-Hagborg sammelt Kaugummis und Zigarrettenkippen von der Straße und Haare in öffentlichern Verkehrsmitteln und analysiert die Funde genetisch, läßt in 3D-Druckern die Gesichter der Erbgut-Träger entstehen (Artikel), krass: Webseite der Künstlerin (hier).
"Eine Zeit der "genetischen Überwachung" bahne sich an, sagt die Informations-Künstlerin, die sich in anderen Projekten bereits mit Gesichts- und Spracherkennung befasst hat. " (a.a.O.)
Irgendwann sind wir alle längst in GATTACA (Link) angekommen, ohne es gemerkt zu haben.

"Ed Snowden" und Wikileaks: auch DAS war in 2013, aber da haben alle nur noch total abgestumpft drauf reagiert, ganz so, als könne man da eh nichts dran ändern, wie auch am Artensterben und dem Klimawandel.
Wenn so etwas in den 80ern herausgekommen wäre, da hätten auf den Straßen ein paar Barrikaden gebrannt.

2014

Identitätsklau per Kamera: Fingerabdrücke von Politikern zu kopieren, ist kein Problem. Ein Foto der Hand genügt, wie zwei Sicherheitsforscher demonstrierten (Artikel). Somit wird die Merkel-Raute auf Fotos zum Sicherheitsfeature, das Ackermann-Victory (hier) oder ein schlichtes "thumbs up" auf Fotos (hier) zum Datenleck -- also ist Vorsicht geboten in Zukunft. Zumindest könnten Diebe das geklaute iPhone entsperren und sämtliche weitere Fingerabdruck-Sicherheitssperren überwinden, z.B. am Laptop, notfalls mit einem Kunstdaumen aus dem 3D-Drucker. Unwahrscheinlich aber technisch möglich.
Schon ein bissi Datenschutzgespacke.

2016

Aktuell klebt selbst "Mr. Facebook" Mark Zuckerberg die Front-Kamera seines Notebooks ab -- wie ein Boss (Artikel), Ed Snowden sei Dank. Die Piraten-Augenbinde für Notebooks gibt es mittlerweile als Standardzubehör zu kaufen, aber vermutlich landet man als Käufer in einer Watchlist von Menschen, die glauben, noch etwas zu verbergen zu haben.
Letztens schaute ich in der Wohnung von meinem Schreibtisch aus gedankenverloren auf das Dach gegenüber, wo sich silbern im Wind Lamellenschornsteine drehten. Ich googelte die Teile (Schornstein, chrom, dreht), fand damit heraus wie die Dinger überhaupt heißen, dass sie durch ihre Bauweise den "Zug im Rohr" erhöhen -- aha! ach so! -- und gut war. Dachte ich. Seitdem verfolgen mich die Teile von Webseite zu Webseite. Nein, ich möchte den Zug im Rohr nicht erhöhen!
Aber genau aus diesem Grund habe ich keinen Dildo als Weihnachtswichtelgeschenk für die Firmenweihnachtsfeier bestellt (was sicherlich sofort eine Bombenstimmung ausgelöst hätte). Meine Zurückhaltung rührt daher, auf dass ich nicht monatelang beim Surfen von vage rosafarbenen Kunst-Phalli belagert werden möchte.
Hier fängt es an, das mit der "Schere im Kopf".

2017

Letztens habe ich "schmutzige Bombe" gegooglet, nur um mal zu sehen, was genau dahintersteckt. Mist, ich war zu impulsiv: Sicherlich bin ich jetzt für den Rest meines Lebens auf mehreren Geheimdienst-Watchlists (UK, USA, Israel), der BND wird es verpennt haben.
Ich fände es auch interessant, mal nachzusehen, wie man eigentlich selbst Sprengstoff herstellt, nicht, weil ich welchen produzieren möchte, ganz bestimmt nicht, lediglich weil mich Dinge interessieren. Und hey: wie kommt man eigentlich an Rizin? Wo kann man sich den TOR-Browser (für das Darknet) herunterladen und gibt es im Darknet überhaupt eine Suchmaschine, z.B. GRRRGLE?
Ich schaue nicht nach, einfach, um mich nicht verdächtig zu machen.
Wie vielen, "die nichts zu verbergen haben" (O-Ton) geht es genauso?
Hurra, die Selbstzensur ist auch schon da!
Das sind wir: Freie Bürger mit Schere im Kopf.


LINKS
Absolut sehenswerter Film: "Snowden" (2016), Trailer
Das Zeitalter der Videoüberwachung beginnt erst. Link
Artikel über Posts, die Facebooknutzer nie veröffentlichen, die Facebook aber trotzdem liest. Link
Psychologie: Ständige Überwachung führt zu Selbstzensur. Link


Samstag, 4. Juni 2016

Seuchenvögel

photo credit: Winter Viruses and How to Beat Them via photopin (license)
Wie jeden Mittwochabend schob ich mich letzte Woche durch den Radevormwalder Penny-Markt. Ich grofelte gerade vorne durch die Obstauslagen (man muss ja immer reichlich von dem Zeug für die Fruchtfliegen mit nach Hause nehmen), als ich das Gekläffe hörte.
Irritiert blickte ich mich um und sah eine junge Mutter, die in ihrem Einkaufswagen zwei hart verrotzte Gören in den Laden schob. Der etwa Fünfjährige stand im Wagen, der circa Dreijährige saß in dem Kinderklappsitz. Die beiden Virenschleudern husteten bellend wie die Seehunde und niesten wie die Sittiche, das natürlich alles, ohne je eine Hand vor den Mund zu halten. Durch ihre unterschiedliche Anbringungshöhe und das ständige, leuchtturmartige Schwenken ihrer rotzverklebten Köpfe, verteilten sie ihre Gaben fast schon überoptimal. Wenn das der Ausbruch einer tödlichen Seuche war, dann war das Ende der Welt sehr nah! Noch niemals zuvor hatte ich mir so sehnlich einen Chemturion-Anzug (Abb.) oder wenigstens das Outfit eines mittelalterlichen Pestarztes (Abb.) gewünscht!
Ich versuchte etwas linkisch immer mindestens 12 m strategischen Abstand zu halten, dabei schmiss ich etwas abgelenkt wahllos Lebensmittel in meinen Wagen. Mit der anderen Hand googlete ich die Nummer einer deutschen Seuchenschutzbehörde, aber natürlich fand ich in der Aufregung nur das amerikanische CDC & seinen europäischen Ableger ECDC. Das europäische Zentrum für Seuchekontrolle in Solna, Schweden hatte gerade das West-Nil-Fieber im Angebot, wenn ich es richtig interpretierte. Das half jetzt auch nicht weiter!
Zwischendurch sah ich aus der Ferne, wie die Mutter ihren beiden Seuchenvögeln aus einer Wasserflasche zu trinken gab, sie quasi nachlud -- vielen Dank dafür! Das sputumhaltige Kläffen und feuchte Rotzen verfolgte mich durch den ganzen Laden. Wenn die Mutter ihre Seehunde von der Leine gelassen hätte, dann wäre im Penny sicherlich eine Panik ausgebrochen.
Eine Ein-Mann-Panik.

Erst zu Hause, die Patienten Null waren bereits über alle Berge des Bergischen Landes, entdeckte ich das für die kleinen Schleudern in Deutschland zuständige Robert-Koch-Institut (RKI), gut versteckt auf der sechsten oder siebten Google-Trefferseite, aber da war es natürlich schon zu spät.

Mein linkes Auge juckt.
Habe ich heute leicht überhöhte Temperatur?
Von der Inkubationszeit her passt es.

Gottogott.


Freitag, 27. Mai 2016

In der Mehrzahl

photo credit: wb39-1994-009 via photopin (license)
Auf einer zeitlich recht fortgeschrittenen Grillparty fragte eine Bekannte plötzlich ins Dunkel: "Was ist eigentlich die Mehrzahl von Kohl?"
Es entspannte sich eine angeregte Diskussion, wobei elegante Lösungen wie "Kohlköpfe" oder "Kapusta" ;) eher ins Hintertreffen gerieten und Lösungen wie "Köhler" (ehem. dünnhäutiger Bundespräsident) oder "Kohle" den Vorzug bekamen.
Niemand dudente das Problem. Hans & Franz googlen 24/7 jeden Scheiß, gedudent wird nie nix, dabei gibt es den Duden seit 1880, Google erst seit 1996. Die Amis haben sowas einfach drauf.
Vielleicht muss man "gedudent" einfach nur öfter sagen, damit sich Hans & Franz daran gewöhnen.
Der Nominativ plural von "Kohl" ist übrigens "die Köhle" (Link), ich habs gedudent.
Mehr zum Nachschlagen:
"Der Mafiosi nimmt zwei Espressos zu seinen Antibiotika."
Also entweder der Mafioso (Einzahl) oder die Mafiosi (Mehrzahl). Und am wahrscheinlichsten heißt es Espresso/Espressi (oder Espresso Doppio, wenns ein Doppelter ist). Ist der Mann bakteriell beeinträchtigt, dann bekommt er vielleicht tatsächlich ein Antibiotikum verschrieben und nur, wenn man, "wie es etwa in der niedersächsischen Hähnchenmast üblich ist, innerhalb von 30 Tagen bis zu 8 verschiedene Antibiotika" (Quelle) wie Smarties verteilt, denn dann spricht man wirklich in der Mehrzahl von Antibiotika.

Schöne Wochenenden!


Montag, 12. Januar 2015

Daten-Scampi

photo credit: 20120227-NodeXL-Twitter-bigdata network graph via photopin (license)

Google ist die weltgrößte Datenkrake. Sagen immer alle. Oder war das Facebook? Oder Payback (oder so)? Hmmm. Auf jeden Fall lesen "sie" mit Big Data in mir wie ein Buch! "Die" wissen doch schon zwei Minuten vor mir, wann ich zum Klo muss!
Voll bad die NSA-Schergen!

Doch wie schlimm ist es wirklich?

Ein praktisches Beispiel:
(1) Ich habe mir vor acht Wochen im Internet ein Hemd & einen Kapuzenpulli bei der Fa. HAPPYSIZE bestellt (die haben Klamotten für Fatties).
(2) Gestern Abend habe ich geschaut, ob POLAROID schon die "Socialmatic 14MP Wi-Fi Digitalkamera" rausgebracht hat und was die so kostet.

Ergebnis:
Heute also bekomme ich Internet-Werbung für den HAPPYSIZE Kapuzenpulli (den ich schon habe) eingeblendet. Und - voll die Überraschung - Werbung für die POLAROID Socialmatic. Als Drittes kriege ich Reklame der PARSHIP Partneragentur angezeigt - mutig, wenn man bedenkt, dass ich in weniger als fünf Monaten heiraten werde.

Leute, Leute, Leute!
Für ein Datengekrakel in dieser Qualität hätte man keinen Schnullewupp-Teraflop-Rechner mit 2.000 Terabyte Arbeitsspeicher gebraucht. Das hätte jeder Minderbemittelte mit einem DIN-A7-Abreißblöckchen genau so gut, wenn nicht besser hinbekommen können.

Also bleibt cool: Die Datenkrake ist in Wirklichkeit ein Daten-Scampi.


Montag, 8. September 2014

Der etwas andere Blogbeitrag

photo credit: Kiosk Neustadtring Ecke Glücksstaße via photopin (license)

Wenn man drauf achtet, findet man es IRL oder im Internet auf Schritt & Tritt: "der/die/das etwas andere" Wasauchimmer. Natürlich, normal sind wir ja alle nicht!
Sicher, sicher.
Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?
Ja, ja.
Also werten wir ein kleines, nach Pipi riechendes Bahnhofs-Kiosk mal mit der Nullaussage "Das etwas andere Kiosk" urst superdolle auf. Dito "die etwas andere Tankstelle" (stinkt nach Gummi, Sprit und Pächter) und "der etwas andere Blumenladen" (müffelt nach Geranien).
Meine Herren!
Hier handelt es sich eindeutig um das Arschgeweih aller Aussagen über Wasauchimmer!
Und andererseits: Wer möchte denn ernstlich "die etwas andere Abreibung" oder "den etwas anderen Insektenstich" bekommen, geschweige denn "der etwas anderen Motorradgang" begegnen? Oder wie wärs mit der "etwas anderen unheilbaren Krankheit"?
Aha!
Sucht man bei Google (Stand 08.09.2014), so finden sich:
  • "der etwas andere": ungefähr 14.600.000 Ergebnisse
  • "die etwas andere": ungefähr 15.800.000 Ergebnisse
  • "das etwas andere": ungefähr 13.800.000 Ergebnisse
Was unterm Strich 44.200.000 mal "etwas andere" Wasauchimmers ergibt.
Und 44,2 Millionen mal "etwas anders" ist exakt der gleiche Bullshit wie alles andere auch.
Ihr macht mich echt fertig.


Montag, 31. Dezember 2012

www 19 - Facebook-Profil bei Google auffindbar - WTFWJD???

http://goo.gl/itcx8 
Soeben erleben wir die gefühlte 19. Facebook-Hysterie-Welle über uns hinwegziehen: OMFG*!!!
Denn: Man kann das Facebook-Profil bei Google finden!!!
Bei Google, der gar schri-schra-schröcklichen Datenkrake!!!
Ausgerechnet da!!! Jetzt kann man Hans' & Franz' und Himpelchens & Pimpelchens und SOGAR MEIN Facebook-Profil mittels unseres KLARNAMENS bei Google AUFFINDEN!!! AUF-FIN-DEN!!! Kraisch!!! Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag! Mein Gott!
Ich schloss mich 4 Tage in einem Bodentresor ein, las die einschlägigen Aufrufe von Profi-Hysteriken dazu auf Facebook und ernährte mich ballsttoffreich. WTFWJD** ging es mir wieder und wieder durch den Kopf, wie ein Mantra.
Geläutert kehrte ich ins Licht zurück.

1) Ob man jetzt bei Google oder direkt bei Facebook nach "Susanne Bäcker" sucht, ist ja wohl sowas von völlig Jacke wie Hose.
2) Social Media ist nun mal "mit Leuten". Tja, das ist scheiße, ja, ich weiß. Aber ihr könnt noch soviel winseln und wehklagen, et ändert doch nix dran!
3) Double facepalm, wenn ich sehe, wie Himpelchen & Pimpelchen auf Facebook ihre bisherigen Klarnamen nun rückwärts schreiben oder willkürliche Leerzeichen einfügen, damit sie "von außen" nicht mehr gefunden werden können.

Sagt mal: Geht's noch, ihr Pfeifen?

Euch Euer
Gninneh Suahgnilhüm
aka Henni Ng Mühli Ng Haus


  *) OMFG = Oh my fucking god
**) WTFWJD = What the fuck would Jesus do?


Freitag, 11. Mai 2012

Mehr Sicherheit für dich und mich


http://bit.ly/IQ3hfg
Im September 2009 verfiel die EDV-Abteilung in Panik - man hört ja so viel!
Automatisiert verpasste sie in einer Nacht- & Nebelaktion konzernweit allen 1.700 (erreichbaren) Schwarzweissdruckern mit eigener Netzwerkkarte ein 12-stelliges Passwort im Stil von "C7b4EmDqL27r" - jedem ein Anderes. Da wird der von China aus operierende Hacker, der sich nach allen Regeln der Kunst durch die Unternehmens-Firewall gehackt hat, eine Überraschung erleben, wenn er versucht, auf einen sieben Jahre alten Kyocera FS-1800N etwas zu hacken (z.B. dass der Drucker bei jedem Druckjob "Pipi ist kein Name und auch kein Getränk, ihr scheiß Imperialisten!" als Fußzeile mit andruckt)... Haha!
Wenn jetzt ein Techniker am Drucker was zu richten hat, muss er anrufen, nach dem Passwort fragen und es mühsam mit den Pfeil-auf/Pfeil-ab-Tasten am Drucker eingeben. Schon das Diktieren ("großer Cäsar, 7, kleine Berta...) ist ein scheiß Spaß für die Ganze Familie!
Mumpitz.

Bei der Bahn, einem der Zukunft zugewandten Unternehmen, ist man da schon viel weiter! Sich als Kunde auf www.bahn.de anzumelden, ist immer ein bisschen wie mit Matrix-Mitteln in einen Hochsicherheitstrakt einzudringen. Wenn man sich nach einem halben Jahr zwecks Buchung eines Bahn-Tickets dort anmelden will, sind Benutzername und Kennwort natürlich wie weggeblasen. Zuerst fordert man seinen Benutzernamen an. Man erhält Minuten später ein E-Mail mit dem Anmeldenamen, z.B. "Nebukadnezar778395". Ach ja, ich erinnere mich, bei der Anlage des Accounts gezwungen worden zu sein, einen 18-stelligen Benutzernamen zu nehmen. Dann kann man sich sein Passwort resetten lassen und bekommt nach einer Weile ein ein Einmalpasswort zugemailt, z.B. "C7b4EmDqL27r" (kommt mir vage bekannt vor), das sofort gemäß folgender Vorgaben zu ändern ist: Das minimal 27-stellige Passwort sollte mindestens Sonderzeichen, Zahlen, Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung und 12 Zeichen aus anderen Zeichensätzen beinhalten (z.B. russisch, griechisch, astrologische und alchemistische Symbole und Hassmännlein aus der Maya-Schrift).
Hat man irgendwann die Anmeldung geschafft, ist der Zug in der Regel abgefahren.
Bei der nächsten Anmeldung geht dann alles wieder von vorne los.
Mumpitz.

Seit ich Smart fahre, lebe ich in ständiger Angst, dass die automatische Verriegelung des Wagens eines Tages den Schlüssel mit einschließt. Scheinbar bin ich nicht alleine, Google meldet 12.000 Treffer zu "auto automatische verriegelung schlüssel eingeschlossen". Angeblich sollte so etwas nicht passieren, aber ja, der Teufel ist ja bekanntlich ein Eichhörnchen...
Mumpitz.

Mehr Sicherheit für dich und mich  --  Eines Tage werden wir vor lauter überbordender Sicherheit ausgesperrt von unseren Wohnungen, Autos, Konten, Handys und sozialen Netzwerken auf den Straßen leben und ganz von vorne anfangen müssen.
Vielleicht mit ein bisschen weniger Sicherheit.


Linktipp: hier


Montag, 12. März 2012

Ausblick auf kommende Sensationen

http://bit.ly/xHJqSt 
Früher, da war im Raucherzimmer immer Bombenstimmung! Die Kollegen trudelten ein, steckten sich eine an und fluchten gründlich. Irgendwann fing eine oder einer an zu kichern und dann jagte eine Zote die Andere. Nach spätestens einer dreiviertel Zigarette war man so weit wieder aufgebaut, dass man dem Rest des Arbeitstages mutig ins Auge blicken konnte.
Heute kam ich ins Raucherzimmer, dort stand ein Kollege mit seinem Smartphone und wischte schweigend darauf herum. Er blickte nicht einmal auf, er erkannte mich wohl an den Schuhen. Nach zwei Minuten kam der nächste Kollege herein, hatte sein Smartphone bereits in Vorhalte. Ich blickte vom Einen zum Anderen. Niemand sprach. Ihr Körperhaltung war irgendwie bucklig, wie sie so in ihre Geräte starrten. Sie waren wohl mit ihren sozialen Netzwerken beschäftigt. Oder vielleicht kommunizierten sie ja miteinander.
*irrkicher*
Hey: Da geht noch was!
Daten-Brillen sind der nächste technische Evolutionsschritt! Google bringt bald eine heraus, die auf Android läuft (Link). Dann stehen alle so in der Gegend herum wie die Pet Shop Boys, die auf den Bus warten, können sich aber fürs Zwischenmenschliche, Private auch mal ganz prima via Facebook anstubsten.
Ick freue mir.
Danke, Moderne!


Freitag, 9. März 2012

Deppenapostroph reloaded

http://bit.ly/zJpUaI 
"Dabei ist es so einfach:
Andreas Imbiss gehört Andrea, 

Andreas' Imbiss gehört Andreas,
Andrea's Imbiss gehört einem Idioten."
(sinngemäß zitiert) @Ereschkidal, Twitter
Schöner kann man das nicht sagen!

Leute schreiben jeden Mist mit Apostroph: »CD's«, »DVD's«, »LP's«, »T-Shirt's«, »Snack's«, »Phallu's«, »Fan's«, »Pizza's«, »Kid's«, »Link's« und »Info's«.
»Phallu's« war Spaß.
Natürlich wird McDonald's die Schuld am Deppen-Apostroph rsp. der »Apostrophitis« gegeben. Klar! Die schreiben sich völlig korrekt und versauen so quasi im Drive-by-Shooting unsere Rechtschreibung!
Sicher, sicher!
Die Gegenbewegung rottet sich seit der Jahrtausendwende z.B. bei www.deppenapostroph.info zusammen.
Genützt hat es einen Scheißdreck!

Bäh!: »Heidi's Geburtstag« und »Gitti's Hose« erlaubt der Duden mittlerweile. Demnächst ist laut Duden vermutlich auch »nähmlich« und »dähmlich« voll knorke - Danke Duden!
Weiter so!

Denn wenn das eine erstmal erlaubt ist, dann erschließen sich für unsere »creativen« Mitbürger in Windeseile neue Anwendungen. Es wurden Ungetüme wie den »Bauer'n-Hof«, das »Spielzeug von Damal's« und der »Weihnacht's-Baum« gesichtet.
Aber hey!
Da geht doch noch was!

Der Depp wäre ja kein rechter Depp, benutzte er nicht zu allem Überfluß auch noch die falsche Taste. Die Richtige ist die mit dem #. Drückt man SHIFT+#, ergibt das das erwünschte Hochkomma, wenn auch an der falschen Stelle. Die Steigerung ist, wenn man stattdessen die Taste rechts vom Eszett nimmt. Die Taste ist für die Accents z.B. des Französischen (»Marché« etc.). Das macht dann zusammen: »Steak´s«, »Goethe`s Werke« und »Currywurst-Pomme´s« - Helau!
Manchmal geht halt auch was daneben: »Cafe´ Central«. Die Teile gehören aber über Vokale! Vorgehensweise: Taste rechts vom ß, dann den Vokal drücken. Andersherum: SHIFT und Taste rechts vom ß, dann den Vokal drücken.

Gab man Ende 2002 in Google als Suchwort »New's« ein, bekam man noch 5.480 Treffer. Heute in 2012 sind es »ungefähr 3.120.000 Ergebnisse (0,22 Sekunden)«.
Wow!
Was für eine ungeheure Inflation der Idiotie!
Schauen wir mal in 2022... (irgendwelche Wetten abzugeben?)

Aba, wa`s soll´s, liebe Kid's!
Steht's zu Diensten!
Tschü`'ß denn, eue´r Hennìng


Die komplette Anleitung zur korrekten Apostrophierung: (Link)


Freitag, 2. März 2012

www 17 - Datenschutz

http://bit.ly/w6laya
Es gibt allerlei schützenswerte Daten in meinem Leben:
Mein Geburtsdatum: Tipp: Wenn man zu recht den Alptraum Identitätsdiebstahl fürchet, sollte man sein Geburtsdatum nicht an jeder Ecke posten (wie bei Facebook usw.). Lesenwert: (Link).
Meine Bankverbindung: Tipp: Tatsächlich reicht die aus, um auch ohne Geheimzahl ganz leicht Geld von meinem Konto zu zocken (Link).
Meine EC-Geheimzahl: jaja
Meine Kreditkartennummer: Da brauchen wir nicht drüber reden, oder?
Meine Adresse: Die braucht auch nicht jeder zu haben, es sei denn, man steht auf Stalker, die nachts am Briefkastenschlitz schnüffeln.
Meine Handynummer: nö. Das Teil nervt schon so genug.
Krankenkassendaten, Sozialversicherungsnummer usw. behalte ich auch für mich, klar.

Ja: In allen vorgenannten Fällen möchte ich gerne Datenschutz beantragen!

Aber hey!
Was für ein Skandal, wenn das Smartphone Bewegungsprofile von mir speichert! Mal ehrlich: Wen interessierts? Es sei denn, man gehört zur al-Qaida Schwäbisch Gmünd (Link).
Was für ein Skandal, wenn die Kleidung, die ich mir kaufe, frisch ab Werk noch RFID-Tags enthält, die man mit entsprechenden Scannern (wenn man denn nur einen hätte) auslesen könnte. Damit könnte man dann, wenn einem der Sinn danach stünde, Teenager-Passantinnen scannen und ermitteln, dass ihre Klamotten von H&M und in Bangladesh in einem Sweat-Shop von 13-jährigen Mädchen zusammengekloppt worden sind - voll die totale Super-Duper-Überraschung!
Was für ein Skandal, wenn die Bundesregierung eine Volkszählung machen will, um herauszufinden, wen sie da eigentlich regiert! Sofort schreien alle: VOLKSZÄHLUNGS-BOYKOTT!!! (Und gründen stante pede eine Facebook-Gruppe "Volkszählungsboykott sofort!" - Muahahaha!) Danach beschweren sich alle, dass die Bundesregierung wieder mal voll am Bürger vorbei regiert. Merkt da einer noch was?
Was für ein Skandal, wenn die allmächtigen Internet-Werkzeuge, die ich Tag für Tag benutze, meine Daten speichern und damit die Hilfestellung, die sie mir leisten, kontinuierlich verbessern! Unerhört! Google ist so eine schlimme Datenkrake!!! Wenn dagegen Amazon uns Tipps gibt, welche Bücher uns auch interessieren könnten, dann ist das aber voll OK.
Was für ein Skandal, dass Facebook meine persönlichen Daten vertickt und sogar das Recht an meinen hochgeladenen Bildern innehält! Die werden die Fotos, die ich 2005 von den verschneiten Brombeerbüschen gemacht habe, für 6,6 Mio. US$ ans Museum of Modern Art, NYC verhökern und ich gehe mal wieder leer aus!
Na klar...

Also ehrlich, Leute, wenn ihr paranoid seid, dann lasst das doch einfach alles!
Alternativ kann Nachdenken helfen. Auch, über die Rolle der Medien. Die haben euch nämlich mal wieder aufgehetzt. Davon leben sie.

Alternativen:
Handy: Weder iPhone noch Android-betriebene Systeme bieten 100%-ige Sicherheit. Also holt den alten NOKIA-Knochen von 1996 wieder raus (Nokia 1610, Link).
Soziales Netzwerk: geht zu Diaspora (Link). Da ist zwar keiner, aber eure Daten sind sowas von sicher.
Suchmaschine: Benutzt doch eine Metasuchmaschine, die eure Daten erst gar nicht speichert, ihr nervösen Vögel (Link).
Datensicherheit: Wie wärs mit verschlüsseln? (Link)
AV & Firewall: Hier gibts die Testsieger (PC) kostenlos: (Link) und (Link).
Gedankenkontrolle: bastelt euch lustige Hütchen aus Alufolie, das macht auch sicher vor Sozialkontakten (Link).



Samstag, 21. Januar 2012

Zucken, tief unterm Pathos

http://bit.ly/xYmsBk
"Adele ist soo toll!", sagt Himpelchen.
Und Pimpelchen meint: "Boah, die hat so dolle viel Stil!"
"Und die supa Texte!", sagt Butzelmann.
Leute, Leute, Leute!
Tsts!

Jetzt mal in echt.
Schaut man auf Google, dann scheint es heutzutage schon zu reichen, Anflüge von Stil zu simulieren, indem man daumendick Wimperntusche aufträgt, sich in lokale Wirkwaren wickelt und mit einer Mischung aus Vorwurf und Freudlosigkeit in die Kamera schaut (hier).
Brrr!
In der Ohrenpeitsche "Someone like you" jammert Adele sechs (6!) Mal "Sometimes it lasts in love, But sometimes it hurts instead" - was man anscheinend gar nicht oft genug wiederholen kann. Unterm Strich, Klartext: Mal gewinnt man, mal verliert man. Es werden wohl danke Adele ganze Philosophiebücher neu geschrieben werden müssen!!!
Muahahaha!
Da hilft es auch nicht, wenn man alles unter einer kilometerdicken Schicht aufgesetzem Pathos erstickt, wie seinerzeit Pompeji unter Asche begraben wurde. Auch wüstes Klaviergeklimper und ein bissi Jodeln reißen es nicht raus.
Und das Ohrenkrebs auslösende "Rolling in the deep"? Will wohl meinen: Da zuckt noch was, ganz tief unterm Pathos.
Shit happens.

"Da da da - Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht" - das war Dada, aber wenigstens nicht verlogen. Leute, wenn ihr heulen wollt, schneidet Zwiebeln und/oder hört euch eure alten Dido-Platten an, die sind auch scheiße.


Dienstag, 22. Juni 2010

ru24: www 13 - Ich bin drin 3.0

Abends (nach einem Arbeitstag am PC im Büro) skype (Link) ich mit meiner Berliner Freundin. Das ist "videofonieren am PC", ich hätte es vor einer Woche auch noch nicht so genau gewusst.
Und wenn man schon am PC sitzt, so Auge in Auge miteinander quatscht, dann kann man sich gleichzeitig auch diverse Dateien zukommen lassen. Über Skype geht das jetzt irgendwie nicht, vermutlich weil sie "Mac ist" und ich "PC". Also senden wir uns während des Gesprächs z.B. ein Dutzend zusammengezippter Fotos via yousendit (Link) zu. Derweil tauschen wir uns über "unseren Tag" und den aktuellen Facebook-Tratsch (Link) aus, danach berichtet sie mir beiläufig in einem Nebensatz, dass sie mir auf meinen Flickr-Account (Link) ein paar Flickr-Mails geschrieben hat, um mich auf bestimmte Flickr-Gruppen aufmerksam zu machen, die mich interessieren könnten, auf die ich aber nimmer gekommen wäre (Beispiel).
Hey! Klasse!
Da geht plötzlich das "richtige" Telefon: Lüdel-lüdel-lüdel! Eine gute Freundin aus Köln ist dran, um mir mitzuteilen, dass sie mir eine SMS aufs Handy geschrieben hat, mit dem Inhalt, dass ich ein E-Mail bei web.de (Link) bekommen habe...
[*hüstel* Ja, tatsächlich bekomme ich nicht immer alles mit - und wer mich kennt...]
Während des Telefon-Telefonats mit ihr lächle ich in die neue Logitech-Webkamera auf meinem Monitor, werfe meiner fernen Videofoniererin eine Braue zu und öffne parallel bei web.de das E-Mail. Inhaltlich dreht es sich um die Kooperation zwischen der guten Freundin und mir auf "Google Text & Tabellen" (Link) die wir mit gemeinsamen Münchner Facebook-Freunden haben, wenn wir zur Kommunikation nicht gerade das Facebook-Mail mit dem Vierfachverteiler nutzen...
Mein Augenlid zuckt.
Ob alles in Ordnung ist, fragt meine Berliner Freundin, nachdem ich das Kölner Telefonat beendet habe.
Ich...
Nein, nein, alles in Ordnung, mein Mauszeiger irrlichtet herum, ich klicke irgendwo irgendwas, drehe Kreise.
Mein Blick ist leer.
"Ich muss auf die Couch", sage ich.

Ich gehe ein Buch lesen, aus Papier.

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Sonntag, 24. Januar 2010

ru24: www 11 - Suchet so werdet ihr finden


Manneken Pis
Originally uploaded by ►bEbO
Eine Kollegin beklagte sich einst bei mir, sie habe mal aus Spaß für eine lustige Glückwunschkarte, die sie hatte basteln wollte, bei Google in der Bildersuche nach "Männeken Pis" gesucht. Ich vermute sogar dringend mit Doppel-s. Was sie dort alles gefunden habe, sei "jenseits des Vorstellbaren" gewesen.
Tsts!
Mir ist es ähnlich gegangen. Ich hatte zur Silvesterfeier nach Eierflip-Rezepten gesucht.
Nein.
Nicht was ihr jetzt denkt... Haha!
Das Suchwort "Eierflip" war völlig unbedenklich!
Seltsam eigentlich...
Leider fand ich dermaßen viele unterschiedliche Rezepte zu diesem alkoholischen Heißgetränk (das in Amerika Eggnog heißt), dass ich schier verzweifelte. Mal mit 10 Eiern, mal mit Eierlikör, mal mit Weisswein, mal ohne, mit Wiskey, Rum, mit Honig usw.
Ich fragte ein Freundin um Rat, die empfahl mir, alternativ statt des Eierflips eine "Heiße Oma" zu machen.
Und hey! Ich kann euch sagen: "Heiße Oma" ist kein Terminus, nach dem man von vorneherein in der Bildersuche suchen sollte, ich schwöre! (*würg*)
Wie naiv kann man eigentlich sein?
Letztendlich bin ich doch noch fündig geworden. Ich habe mir einfach "um die heißen Omas herum" die Rezepte herausgepickt.

Ich will euch die jetzt bereits getesteten und für gut befundenen Rezepte, die ich aus Dutzenden von Funden herausdestilliert habe, nicht vorenthalten:

Heiße Oma:
750 ml Eierlikör (1 Flasche)
500 ml süßen Weisswein
500 ml O-Saft
zusammen in einen Topf geben und erhitzen, nicht kochen. In Becher füllen. Wem das alles nicht süß genug ist, der kann zu einem beliebigen Stadium noch Vanillzucker hinzugeben.

Eierflip:
Wie die "Heiße Oma", in Becher füllen und zu jedem Becher noch 1 EL Rum geben und unterrühren. Ebenso hier ggf. Vanillzucker nach Geschmack hinzugeben.

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Dienstag, 5. Januar 2010

ru24: www 10 - Mecker, mecker, mecker!


facebook
Originally uploaded by pshab
Man kann auf Facebook z.B. auch Nachrichten von Spiegel Online (SPON) abonnieren. Täglich scheinen dann sporadisch Meldungen aus den verschiedenen Ressorts auf, bunte Mischung, wie HARIBO COLOR-RADO.
Natürlich interessiert nicht jeden immer alles, das liegt in der Natur der Sache.
Doch wer wäre der Deutschen, nähme er das nicht sofort zum Anlass, ein Fass aufzumachen?
Unmittelbar melden sich Himpelchen und Pimpelchen empört zu Wort:
HIMPELCHEN: Ok, jetzt reichts. "SPIEGEL ONLINE verbergen". Klick.
...
PIMPELCHEN: DAS soll eine Eilmeldung wert sein? ... was ist mit dem Sack Reis in China?
...
BUTZELMANN: Ey, was geht? Wenn das eine Eilmeldung ist, dann kann ich mir das mal locker sparen, Mann. "Mich als Fan entfernen" Klick.
Das ist doch sehr traurig!
SPON wird sich die Augen ausweinen!
Schreibt jemand wütende Leserbriefe an eine Zeitung, weil sie einen Sportteil oder ein Feuilleton hat?

Manchmal kommt bei Facebook auch ein SPON-Beitrag, vielleicht sogar eine +++Eilmeldung+++ zum Thema "Google". Dann...
Dann ist niemand empört, dass es ihn nicht interessiert. Weil Google benutzt schließlich jeder. Nur wohin jetzt mit der allergerechtesten Empörung?
Genau!
Sofort sind Himpelchen und Pimpelchen wieder zur Stelle:
HIMPELCHEN: Voll die Datenkrake! Die sammeln doch mehr Daten über uns als alle Geheimdienste zusammen!
...
PIMPELCHEN: Google spioniert uns total aus! Voll gemein!
...
BUTZELMANN: Big Brother, Mann, sag ich, schlimm die Brüder, echt, zum Kotzen!
Hey Leute!
Schon gemerkt?
Einen Tod müsst ihr nämlich sterben!
Entweder, jemand weiß nichts über euch, dann dürft ihr euch nicht über Meldungen wie "Eisschnellläuferin: Pechstein darf in Salt Lake City starten" oder "Wechsel an Konzern-Spitze: GM-Chef Henderson gibt auf" aufregen. Woher soll denn jemand wissen, dass genau das euch einen feuchten Kehricht interessiert?
Und wenn jemand exakt dem vorbeugen will, auf dass er eine vage Ahnung bekäme, wie es in eurem finsteren, kleinen Oberstübchen so tickt, dann ist er eine ganz doll schlimme Datenkrake.
Ihr seid doof, glaube ich.


Donnerstag, 19. November 2009

www 6 - Wanna buy cheap plutonium, my friend?


Kraftwerk im Kraftwerk
Originally uploaded by Songkran
Eben habe ich einem Kollegen vielleicht die Suchmaschine der Zukunft gezeigt: Wolfram|Alpha (Link) vom Mathematica-Erfinder, dem Herrn Wolfram. Wenn man hier ein Suchwort eingibt, z.B. sein eigenes Geburtsdatum (mal ausprobieren!) oder eben ein x-beliebiges Suchwort, dann ist das Tolle: Man bekommt nicht 12.000 Treffer angezeigt, "relevante" zuerst (Wikipedia, Ebay, Amazon...), sondern eine Art "Portfolio", in dem Informationen zu dem Thema tabellarisch zusammengefasst werden. Das klappt oft schon ganz gut.
Ausprobiert habe ich das mal mit dem Suchwort PLUTONIUM.
Da bekommt man auf einer Seite alles angezeigt, was man so braucht, um die Bombe zu lieben und muß es sich nicht aus den ersten 15 Treffern raussuchen (Suchergebnis)!
"Jetzt such' mal bei Google nach PLUTONIUM!", sagte mein Kollege Ofi.
Gesagt getan.
Der erste Treffer war - Trommelwirbel - Ebay*... Buahahaha!
Dann Amazon:
Plutonium
ab 20€ Versandkostenfrei bestellen
Schnell, sicher, billig!
amazon.de
*kicher*
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

*) 20 Minuten später ließ sich das Suchergebnis von vorhin nicht mehr 100%ig nachstellen, der Ebay-Eintrag fehlte. Möglicherweise hatte der Google-Suchroboter bei Ebay nachgeschaut und festgestellt, dass zurzeit bissi Ebbe mit Plutonium-Abgeboten ist. Gibt man allerdings "Plutonium kaufen" in die Google-Suchmaske, dann ist der Markt wieder im Lot:
Plutonium bei eBay
www.ebay.de/Plutonium
Plutonium: Reihenweise Angebote Plutonium? Ab zu eBay!

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