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Donnerstag, 12. März 2015

Wackelpudding made in USA

photo credit: 42-16111376 via photopin (license)

"Götterspeise ist eine Süßspeise aus Gelatine, Zucker, Aroma- und Farbstoffen." (vgl. Wikipedia)
Also alles, was mein Körper braucht ...
Bei uns zu Hause hieß Götterspeise "Wackelpeter". Der wurde serviert mit Schlagsahne oder Vanillesauce. Und seit 1967 gab nur eine einzige Sorte: grün (also "Waldmeister").
Anderen Sorten als "grün" stehe ich auch heute noch mit Argwohn gegenüber.
In Deutschland gibt es weiterhin noch Himbeere (rot), Kirsche (im Ernst?) und Zitrone (gelb).
Das war's so ziemlich.
Reicht auch, könnte man meinen.

Das sieht man in den USA allerdings anders. Dort  heißt Wackelpuddung "Jell-O" und ist von KRAFT (was man ausspricht wie "World of Warcraft" ganz hinten). Sorten gibt's dort wie Sand am Meer, schon wegen der "unbegrenzten Möglichkeiten" und so:
Ananas, Aprikose, Berry Blau, Black Cherry, Blackberry Fusion, Cranberry, Erdbeer-Banane, Erdbeer-Daiquiri, Erdbeere, Frucht-Punsch, Himbeere, Kirsche, Kirsch-Limonade, Limette, Mango, Margarita, Melon Fusion, Orange, Pfirsich, Pina Colada, Saft, Soda-Pop, Traube, Traube Farbwechsel (is klar), Tropical Fusion, Wassermelone, Zitrone (vgl. Wikipedia).
Dazu kommen etwa drei dutzend "ehemalige" Sorten, die unverständlicherweise aus dem Programm genommen wurden. Dazu zählen solche Schmankerl wie Kaugummi, Zuckerwatte, Root Beer, italienischer Salat, gemischtes Gemüse, Tomate der Saison und Sellerie (bäh!).

Aber eine Sorte gibt es nicht und gab es noch nie in den USA: Waldmeister (so called 'woodruff').
Die wissen ja gar nicht, was ihnen entgeht.


Samstag, 7. April 2012

Bubble-Tea

http://bit.ly/I9GYir
Eines der Highlights meiner Kindheit in den 80ern war der Slush-Puppie-Stand auf dem Marktplatz in Radevormwald. In einen Becher gestoßenes Eis gab es einen schrillbunten Sirup dazu, das Ganze wurde durch einen dicken Strohhalm genuckelt. Danach war die Zunge blau, rot, grün, gelb. Ich nahm immer das Grüne.
Ha! SO fühlte sich die Moderne an!
Seltsamerweise weiß ich nicht mehr, wonach das Zeug eigentlich geschmeckt hat. Ich denke, es ging ohnehin vordergründig um die Farbe, nicht um den Geschmack. Ich tippe aber mal auf "Waldmeister", eine Geschmacksrichtung, die, wenn man sie denn wieder populär machen wollte, als "evil master of the woods" verkaufen müsste.
Den Slush-Puppie-Stand im Rader Stadtzentrum gibt es schon ewig nicht mehr.

Dafür eröffnen jetzt allerorten Bubble-Tea-Läden.
Bubble-Tea ist ein Milchshake mit Tee und Alginat-Kugeln, die man durch dicke Strohhalme nuckelt.
In Berlin kann man keine 15 Schritte mehr machen, ohne an einem solchen Laden vorbei zu kommen (Link). Jetzt haben die Bubble-Tea-Läden sogar bis in die bergische Provinz nach Wuppertal hinein metastasiert und somit meine Aufmerksamkeitsschwelle überschritten.
Also gut!
De Omma hatte damals immer eine sumpfdotterblumengelbe Packung Sidroga "Blasen- und Nierentee" herumstehen. Das aufgebrühte Teegetränk schmeckte irgendwo zwischen "Irx!" und "Argh!", aber es ging so gerade noch herunter. Ein trendiges Modegetränk wäre das nimmer geworden, selbst nicht auf Englisch ("evil bladder- and kindney-tea").
Aber mit Ommas Blasentee hat der Bubble-Tea wohl wenig bis kaum etwas zu tun...

In Wuppertal-Elberfeld gibts am Neumarkt jetzt gleich zweimal die Möglichkeit, Bubble-Tea zu genießen. Ein Bubble-Tea-Marktstand und ein Bubble-Tea-Laden - keine 100 Meter voneinander entfernt - ringen um Bubble-Kundschaft. Das muss echt unheimlich rocken!
Abgesehen davon, dass die Plempe nichts enthält, was ein Körper braucht (Link), er pro Liter bis zu 2.000 kcal enthält (Link), man neben den Farb- und Geschmacksstoffen noch weitere, unerfreulichere Chemikalien darin finden kann (Link) und die Kügelchen von Kleinkindern eingeatmet werden können (Link), scheint der Tee TOTAL GESUND zu sein (Herstellerseite) - surprise!
Muahaha!
Ja dann!
Kopfüber in die Moderne: Ich werde mir mal einen reinziehen.
Einen Grünen.


Mehr lesen: (hier)