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Montag, 30. Januar 2017

To make America great again

photo credit: claudia.schillinger Amersfoort via photopin (license)


Ich betrat die Bäckerei durch den Haupteingang.
Anders als in den letzten Monaten oder Jahren lagen in der Teilchenauslage noch immer ganze sechs Amerikaner herum, trotz fortgeschrittener Tageszeit -- eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
"Ist seit Trump die Nachfrage nach Amerikanern zurückgegangen?", fragte ich die sich mir zuwendende Bäckereifachverkäuferin.
Sie nickte stumm, die Augen niedergeschlagen, als sei ihr das Thema irgendwie peinlich.
Na, eigentlich war das ja zu erwarten gewesen. Ich überlegte.
"Vielleicht sollte man den Durchmesser verdoppeln, sie so groß machen wie Frisbees", schlug ich vor.
Es arbeitete in ihr, dann leuchtete Begreifen in ihren Gesichtszügen.
"To make America great again!", hauchte sie begeistert.
"Ganz genau!"


Freitag, 30. Dezember 2016

Schöner wählen mit Cambridge Analytica

photo credit: jamesgill3 DrugsMurderCrimeStatistics via photopin (license)

Mit Trump hatte niemand gerechnet, er vermutlich auch nicht. Jetzt muss er bald in ein Büro einziehen, das nur 1/4 so groß ist wie das jetzige seiner Vorzimmer-Uschi im Trump-Tower, zu allem Überfluss ist es auch noch oval, sodass man nichts stellen kann. Gelungen ist der Wahlsieg, den niemand auf dem Radar hatte, dank der Firma Cambridge Analytica, den Daten von Facebook & Co. und selten fluffiger US-Datenschutzbestimmungen. Statt wie Hillary, die versucht hat, ihre Wählerbasis mit ein paar Parolen zum Urnengang zu bewegen, hat man bei Trump so zielgenau wie nie zuvor in der Geschichte superexakt ermittelte Wählergruppen individuell angeschrieben, um sie vom Wählen (von Hillary) abzuhalten. Es ist immer leichter, Antriebsschwache von etwas ungleich couchpotatoing abzubringen, als sie zu etwas beliebigem zu motivieren -- well done, Mr. Trump. Du darfst jetzt in dein kleines, rundes Büro ziehen. Und wenn Kim Jong Un mal wieder durchdreht und der Welt mit Atomkrieg droht, dann kannst du politisches HB-Männchen Pjöngjang einfach RÖNG-DÖNG mit einer 10-Megatonnen-Bombe wegputzen -- DAS IST SPARTA!!

Die Deutschen werden immer weniger, weil sie es nicht mehr über sich bringen, sich im ausreichendem Maße zu reproduzieren. Da passten die Millionen syrischer Flüchtlinge, die man als eines der reichsten Länder der Welt mit großem Selbstverständnis aufgenommen hat, wie ein Ball in den Fängerhandschuh! Leider wurde das Flüchtlingswunder (das es tatsächlich war!) mit fröhlich winkenden, spendenwilligen Menschen an den Bahnhöfen von den Medien recht schnell zur "Flüchtlingskrise" kaputtgeschrieben, weil: Über feiernde, gutmeinende Menschen kann man ja wohl kaum wochenlang etwas schreiben, über "Islamisten", "Terrorverdächtige" und "Scheinasylanten" aber ganz dufte. Infolgedessen (und aus einer Reihe anderer Gründe) gewinnt bei Wahlen in BRD auch nicht mehr automatisch Schwarz/Gelb oder Rot/Grün.

2017 findet in Deutschland die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt -- macht die AfD vielleicht den Trump?
"Hey! Hier ist nicht die USA! Wie will man denn an die ganzen Wählerdaten kommen?", rufen schlau Himpelchen und Pimpelchen. Don't worry: In Deutschland verkaufen selbst Einwohnermeldeämter die Daten ihrer Bürger weiter, gerne auch an Parteien (Link). Und diese Datensätze kann man dann mit den gekauften PAYBACK-Daten zusammenführen.
Echt jetzt? Ja leider.

Doch wie erkennt man als AfD-ler "seine Pappenheimer"? "No problem", sagt der Chefanalyst von Cambridge Analytica, Cyrus P. Jellyfish, und analysiert kurz die Warenkörbe auf Artikelebene aus dem PAYBACK-Daten. Schnell wird er fündig: "Negerküsse" und "Herrenschokolade" sind ein guter Anfang, auch Futter für "Rassehunde", desweiteren Wella "Blondor" und mit größer 400% stark überdurchschnittlich viel schwarze Schuhcreme. "That's the brownies", sagt Jellyfish augenzwinkernd.
Grüne? "That's easy!", freut sich der Analyst, seine Finger huschen über die Tasten, er isoliert aus den Daten Beamte, kreuzvalidiert diese mit Bioladengängern und Bio-Lebensmittelkäufen z.B. von Demeter und Alnatura. "Thats it!", sagt er und zeigt auf eine kleine grüne Blase innerhalb eines rot-gelb-schwarzen Wirrwarrs.
Und die anderen Parteien?
"The techniques to isolate the other parties are highly confidential!", sagt Jellyfish bestimmt.
Is klar.

Was auf jeden Fall für immer der Vergangenheit angehören wird, sind Wahlen ohne Data-Mining und gezielter Wählerbeeinflussung.


Sonntag, 24. April 2016

ru24 Special: KALIFORNIEN, USA (von a bis z)

San Diego Sunset

Auto: Als Auto gilt in Kalifornien etwas, in das man über einen Trittstufe einsteigen muss. Ein Pickup oder Riesen-SUV sollte es schon sein. Als Kleinstwagen und Einsteigermodell gilt z.B. der in die Jahre gekommene "Isuzu Trooper" (Bild), gefolgt vom Ford F-150 (Bild), die unbestrittenen Herren der Straße sind die Dodge RAM 3500 V8 Heavy Duty Pickup Trucks mit Doppelreifen hinten (Bild). Am besten, eine Familie hat einen Riesen-SUV und einen oder mehrere Riesen-Pickups, man weiß ja nie. Ja, es gibt auch "normale" Autos in Kalifornien (meist japanische Mittelklasse), ein (1) Enthusiast aus Long Beach fährt sogar Golf und es wurden insgesamt gar drei (3) Smarts gesichtet, aber das ist nur mikrobisches Plankton auf Straßen, die von Walen dominiert werden.
Hammer: Was man in sunny California so gut wie nie sieht -- und das hat mich echt geflasht --, das sind Cabrios. Aber vielleicht sind 25° C (77° F) dem Kalifornier an sich einfach noch nicht warm genug, sodass er noch mit seinem Winter-SUV herumgurkt.

COSTCO: Vergleichbar mit unserer METRO findet man hier die Lebensmittel, mit denen man die riesigen amerikanischen Kühl-Gefrierkombinationen endlich einmal voll bekommt! Die 3-Pfund-Packung (1,36 kg) Philadelphia Frischkäse, Skippy Erdnussbutter gibt es gleich nur im Doppelpack zu 2,72 kg, Chipstüten groß wie Rotband-Säcke. Hier bersten die (Kühl-)Regale voller bizarrer Convenience-Produkte wie etwa backfrische Lasagne zu 3 kg und megalomanische verzehrfertige Eiscremetorten. Wozu zu Hause noch den Kochlöffel schwingen? Auch kann man hier kiloweise fertige Schnittchen kaufen. Natürlich soll die Gesundheit nicht zu kurz kommen, dafür gibt es hier auch einzelne, in Scheiben vorgeschnittene, ungeschälte Äpfel, die des Erwerbs harren -- you know: An apple a day keeps the doctor away.
In Anbetracht all dieser Pracht ist das hier gehandelte Toilettenpapier etwa 3 cm breiter als normal, ich finde, es steckt irgendwie System dahinter.

Coupons: Der Kassenbon an der Supermarktkasse ist locker ein Yard zwei Fuß lang (ca. 1,5 m, siehe Einheiten). Das liegt nicht am Megaeinkauf, sondern an den Coupons, die man noch aufgedruckt bekommt: 15% auf einen Artikel der Wahl bis zu dem und dem Datum, 30% auf KELLOGS Mumble Crumble oder 10% auf den gesamten Einkauf, wenn der über einem gewissen Betrag liegt oder man bekommt zwei Packungen COLGATE Ultra umsonst dazu etc. Diese Coupons kommen auch per Postwurfsendung ins Haus und sind auch im Internet zu finden, selbstredend auch über Handyapp. Wer jetzt ein Fuchs ist, sammelt die Coupons in dicken Ordnern und tüftelt darüber, wie man die wohl am heilsbringendsten zusammen mit einer PAYBACK-Karte und Lufthansa Miles & More kombiniert bekommt. Die Schlauberger sparen signifikant, indem sie Zeit & Hirnschmalz investieren, die, die einfach nur einkaufen wollen, zahlen eben drauf.

Deutscher sein in Kalifornien: Die Leute sprechen einen an, weil sie hören, dass man Deutsch spricht, dann erzählen sie, dass sie mal in Deutschland (Rammstein) stationiert waren oder zu Besuch waren (Hamburg, München) oder immer schon mal nach Deutschland fahren wollten (Oktoberfest). Dabei geben Sie auch sofort ihren kompletten Wortschatz preis: "Ghouten dak -- ahouf videasayn!" Wenn das geklärt ist, erklären sie einem, wo wir als Deutsche nun unbedingt hingehen müssen, um hoch authentische german "Bratz & Kraut" (Bratwurst & Sauerkraut) sowie "Heffe-why-cyn" (Hefeweizen) zu beziehen. Als seien wir ohne unsere German Products in California auf der Stelle auf cold turkey.

Einheiten: Sämtliche Einheiten sind hier über den Daumen eher "Harry Potter" als logisch-metrisch.
Länge: Eine Meile (entspricht 1,6 km, sie) unterteilt sich in 1.760 Yards (WTF?)  zu je 3 Fuß (uh?) zu je 12 Zoll (OMG!) -- ernstlich.
Temperatur wird in Fahrenheit gemessen, wobei Wasser bei 32° F gefriert und bei 212° F kocht -- ernstlich.
Flüssigkeiten: 1 gallon (= 3,79 l) entspricht 8 Pints (pt., 0,55 l) zu je 4 gill. o_O
Reifenluftdruck erfreut sich der Maßeinheit "Pound-force per square inch", das Drehmoment bei Autos wird übrigens in Foot-pound (Pfundfuß) angegeben *kicher*. "Pfundfuß" ist zurzeit mein neues Lieblingswort!

Erdbeben sind in Kalifornien so häufig, wie sich im Bergischen Land jemand über das Wetter beschwert. Allerdings haben die meisten Beben einen Stärke um die 2,0, sodass man gar nichts merkt. Dass eines Tages "The Big One" kommen wird, ist hier jedem klar. Das kann morgen sein oder erst in 100 Jahren. Also macht man weiter wie gewohnt.

Freundlichkeit: Ernstlich nahezu alle Kalifornier, denen ich begegnet bin, hatten ein sehr sonniges Gemüt, fast jeder freute sich über "die Deutschen". Die einzigen Ausnahmen waren ein arg mürrischer avocadohandelnder Mexikaner am Straßenrand, der in seinem Fernseher im Verkaufsstand lieber die neueste Folge von "Sturm der Leidenschaft" sehen wollte, als Früchte zu verkaufen und ein Gift & Galle spuckender Obdachloser in San Francisco, dessen Polinten ständig von seinem Karren fielen, wofür er uns Passanten die Schuld gab, sicher, sicher. Später saß Freund Sonne zu unserer großen Begeisterung mit uns im Bus nach Haight-Ashbury und monologisierte ein endloses aber nicht unrythmisches "SHITFUCKSHITSHITSHITFUCK".

Gastronomie: McDonald's, Burger King oder KFC sind hier eher die Ausnahme, ich habe kaum einen der drei Vorgenannten zu Gesicht bekommen. Dafür gibt es IHOP (International House of Pancakes), In and Out-Burger, die Bubba Gump Shrimp Company und viele Dutzend weitere spannende Läden mehr. Die Portionen sind riesig, die Preise moderat und Service wird überall RIESENGROSS geschrieben. Zum Essen bekommt man fast immer noch Tütchen mit Chips oder Cracker dazu (z.B. zur Clam-Chowder = Muschelsuppe noch bizarre Oyster-Cracker) -- warum auch immer. Kaffee und Softdrinks bekommt man bis zum Abwinken kostenlos nachgeschenkt und was man von seinem Essen nicht schafft, kann man in einen Doggy Bag mit nach Hause nehmen.
Das Bestellen des Essens ist allerdings wie bei Subway (Blogbeiträge) eine Herausforderung: Man bekommt grundsätzlich zu seiner Wahl noch ein halbes Dutzend bizarrer Wahlmöglichkeiten unterbreitet (immer genuschelt), die kleinen Nuschelmuscheln.

Geld: Münzen: 1 Cent „Penny“ (Durchmesser 19,05 mm), 5 Cents „Nickel“ (21,21 mm), 10 Cents „Dime“ (17,91 mm), 25 Cents „Quarter“ (24,26 mm), 50 Cents „Half dollar“ (30,61 mm), 1 Dollar „Buck“ (26,50 mm) -- die Größen gehen also bei aufsteigendem Wert auf-ab-auf-auf-ab -- am besten man legt der Kassiererin einfach sein gesamtes Kleingeld hin und lässt die Profis ran.
Scheine: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 -- sie sind alle gleich groß und haben in etwa die gleiche Farbe. Also muss man sie ständig sortieren, idealerweise nicht in aller Öffentlichkeit, sonst finden sich schnell "interessierte Individuen".
Am besten, man zahlt einfach alles mit Karte, wie die Einheimischen.

Highway: Alle Spuren sind gleichberechtigt. Da das Tempolimit von 55 mph für alle gilt und Temposünder sogar vom Hubschrauber aus erfasst werden, halten sich alle recht schön brav daran. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass man bei Spurwechseln nach rechts auch immer einen Schulterblick machen muss, läuft es sehr gut. Dann kann man fahren und fahren, eine Tankstelle direkt am Highway gibt es nicht, man muss abfahren zum Tanken. Die Ausfahrten zeigen an "no service", wenn keine Tanke in der Nähe ist. Manchmal kommt länger nichts. Dann fährt man mit fast leerem Tank ab und dann sind da plötzlich vier Tanken -- eine an jeder Ecke der Kreuzung. o_O

Homeless: Man sieht viele Obdachlose in Kalifornien, je nachdem, wie stark die lokale Polizei sie aus dem Stadtgebiet vertreibt -- zuweilen bis an die Ränder der Highway-Auffahrten, für die dann wohl der Staat verantwortlich ist. In San Francisco scheint das SFPD generell Besseres zu tun zu haben, als Penner herumzuschubsen. Hier gehören sie einfach zum Stadtbild, ebenso wie die mit Passbild-Lanyards versehenen Businesskasper. In San Diego, der an Mexiko grenzenden Küstenstadt, kann man sich überhaupt nicht entscheiden, ob es sich dem einen oder anderen Gammelvogel um einen skatenden Hippie, runtergerockten Surf-Hobo oder doch um einen arg derangierten Hipster mit Pappunterkunft handelt. Egal, tiefenentspannt sind die San Diego-Dudes allesamt.

kcal: Während Lebensmittelpackungen immer und ausschließlich nur Kalorienangaben "pro Portion" z.B. "277 kcal à 44 g" aufgedruckt bekommen (was die Schergen der Lebensmittelindistrie freuen wird), hat man die Restaurants & Fastfoodketten dazu verdonnert, Kalorienangaben zu ihren Getränken und Gerichten dazuzuschreiben. Das war für McDonald's, Starbucks & Co. sicherlich genau so ein Schock wie für die Kunden, die sich arglos am Morgen ihren "Iced Caramel Macchiato" in Größe "Venti" mit Vollmilch abholten, der plötzlich auf stolze 1.017 kcal kommt. Es ist ernüchternd, wenn man begreift, dass man soeben weit über 1/3 der empfohlen Tageskalorienmenge als Morgenkaffee hatte.

Los Angeles: Die Sehenswürdigkeit überhaupt ist das Getty Museum. Das Hollywood-Schild wird von der Polizei 24/7 bewacht und das Gelände rund ums Schild darf nirgends betreten werden, es ist überhaupt nur von bestimmten Stellen aus zu sehen. Doch das Beste an LA ist: Wenn man mal da war, kann man später bei TV-Serien wie Bosch, Flaked & Co. (Liste) und bei Filmen ununterbrochen wie ein Wackeldackel weise nicken und sagen: Da drüben habe ich mir die Schuhe zugebunden und da drüben hatten wir diese riesigen, ekligen Zwiebelringe!

Natur: Ich bin niemals zuvor in meinem Leben an einem Fleck der Welt gewesen, der von Sonne & Natur dermaßen gesegnet war wie dieser. Hier wachsen Dukatenbäumchen als Hecke und die Vorgärten explodieren geradezu vor Grün. Kolibris schwirren umher (insgesamt 600 Vogelarten), geradezu über-exotisch wurde es, als ein Truthahngeier versuchte, vor unserem Auto einen Roadkill von der Straße zu befördern. Seehunde und Seelöwen liegen an den Piers und auf Bojen herum, ganze Schulen Delphine (ja, die Sorte mit 'ph') schwimmen mit dem Schiff mit, überall gibt es Eichhörnchen, Eidechsen, Damwild, Monarch-Schmetterlinge. Wow!!
Der 17-mile-drive ist die vielleicht schönste Küstenstrecke der Welt, sobald man aussteigt riecht es nach Zypressen, Kiefern, Blumen und Meer, es ist unbeschreiblich.

Balboa Park, San Diego

San Diego: ist ein Surfer-Paradies. Das "Gaslamp Quarter" von SD ist völlig uninteressant, sagenhaft sind die kleinen Häuschen, schrammeligen Läden und wackeligen Bars in Ocean Beach. Die Straße bis runter zum langen Pier ist palmengesäumt (Bild oben). Ein Sonnenuntergang hier ist die Wucht in Tüten für alle Grasraucher, von denen es in SD nicht zu wenig gibt. Der Balboa Park ist einer der schönsten und aufwendigsten Parks, die ich je gesehen habe. Der Kaktusgarten rockt. Die gepflegten Rasenflächen darf man betreten und laden zum Dösen & Picknick ein. Der Park hat duchgehend kostenloses WLAN und eine eigene App, mittels der man nach allen Angeboten suchen kann, auch nach Toiletten.
Der beste Mexikaner bei dem wir je gegessen haben, ist Ortegas Cochina (Webseite).
Durch die hohe Dude-Dichte der Stadt sind die Supermärkte dazu übergegangen, elektronische Wegfahrsperren in ihre Einkaufswagen einzubauen, damit diese das Grundstück nicht verlassen und als Pennermobil enden.

San Francisco: Wenn man nicht dort war, glaubt man kaum, wie steil die Straßen einer Stadt sein können. Ich habe mich vor Ort gefragt, wer ernstlich auf die Idee kam, hier zu siedeln: Das war völlig verrückt, vor allem mit Kutschen und Pferden! Mit dem Cable Car, welches ausschließlich nur noch Touristen nutzen, sollte man wirklich ganz unbedingt fahren! An der ersten Station wimmelt es von Touris, man sollte ab der zweiten Station einsteigen und sich so etwa eine halbe Stunde Anstehen sparen. Die Fahrt (7,00 $) sollte man außen am Cable Car stehend bis Fishermans Wharf genießen. Dann schnell ein paar Fotos vom Fishermans Wharf-Logo mit Krebs und dann sollte man die Beine in die Hand nehmen, denn das Areal ist touristisch völlig übererschlossen, um es vorsichtig auszudrücken. Es lohnt, beim Rückweg mit dem Cable Car in China Town auszusteigen und man sollte mit dem Bus nach Haight-Ashbury fahren.
Tipp: In Berkeley wohnen und mit der BART-Bahn nach SF fahren, denn dort werden Parkplätze mit Gold aufgewogen. Außerdem kenne ich persönlich eine Person in meiner alten Heimatstadt, die seit dem Autofahren in SF eine Angststörung betreffs steiler Straßen hat.

Starbucks: Wer mal schnell Pipi muss und auch ins WLAN möchte, der ist bei Starbucks USA an der richtigen Adresse, denn hier gibt es immer Beides -- und auf 500 Metern gibt es manchmal drei Filialen, kein Witz (es gibt 13.000 Filialen insgesamt in den USA). Bestellen sollte man sich dann dort ganz unbedingt einen ganz normalen Filterkaffee. Erst einmal bekommt man den ohne großes Gemansche & Gepansche sofort ausgehändigt, spart hunderte kcal und das Teil ist im Gegensatz zu den anderen "Kaffe-Kreationen" bezahlbar dazu (hier die ganze kcal-Liste: Link).
Wieder zu Hause in good old Germany gilt dann wieder: "Freunde lassen Freunde nicht zu Starbucks gehen".

Tanken: Eine amerikanische Zapfsäule hat optisch eher etwas von einem Geldspielautomaten. Tanken geht nur auf Vorkasse. Die Zapfsäulen akzeptieren zwar Kreditkarten, aber sie wollen einen ZIP-Code dazu, der einer amerikanischen Postleitzahl entspricht. Man geht also zum Kassenhäuschen, zahlt vorab 40,00 $ auf die Säule Nummer 6, geht zum Auto zurück, drückt die Taste für den Sprit, den man möchte (hier gibt es alles aus einem Rüssel), tankt. Passen nur 37,22 $ in den Tank, geht man wieder zum Häuschen zurück und bekommt die restlichen 2,78 $ wieder auf die Karte gutgeschrieben. Das klingt umständlich und das ist es auch.

Toiletten: In Deutschland ist man gewohnt, dass, wenn der Laden Sitzplätze hat, dann gibt es dort in der Regel auch eine Kundentoilette. Das ist hier nicht so. Kleinere Donut-Schuppen usw. haben oft ein "No Restrooms"-Schild. Die übrigen Läden (siehe "Starbucks"), egal wie groß, begnügen sich sehr häufig mit einer (1) einzigen Unisex-Toilette, sodass es durchaus länger dauern kann, bis man die mal unbesetzt erwischt. Im IHOP in Bakersfield hatte ich 6x hintereinander kein Glück, dann wollte ich nicht mehr müssen. Dafür, dass die Meisten nur eine einzige Toilette haben, ist diese überraschend sauber.

Touristen: Wähle eine zufällige Küstenstadt Nordamerikas, wähle einen zufälligen Tisch in einem zufälligen Restaurant in einer beliebigen Seitenstraße -- und es werden Deutsche am Nebentisch sitzen. Wir haben das geschafft. Mehrfach. Während sich Serben und Brasilianer in dieser Situation gegebenenfalls weinend in die Arme fallen, wenn sie sich zufällig z.B. am Südpol begegnen, so "soll [es] ja als typisch deutsch gelten, es als unangenehm zu empfinden, beim Individualtourismus auf Landsleute zu treffen." (Tina Kupke, Facebook)
Ja. Isso.

Uggs: Bei 25° C geht dem Deutschen an sich das Herz endgültig auf. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Palmen galore!! Vor Ort stapfen die vielbesungenen california Girls dann aber immer noch gerne mit Uggs herum, weil die lokalen Damen anscheinend echt andere Temperaturen gewöhnt sind, als läppische 77° Fahrenheit. Gut, dass wir vor diesen Temperaturen wieder weg waren.

Verkehrsregeln: An der roten Ampel darf man rechts abbiegen, wenn man schön aufpasst und es nicht ausdrücklich untersagt ist. Doppelt durchgezogene Linien gelten nicht, wenn man über sie in eine Einfahrt abbiegt oder aus einer kommt. Am Stoppschild hält man nur mal gerade eben so an. Wer an einer 4er-Stopp-Kreuzung als erstes ankommt, darf als Erstes weiterfahren. Auf der Autobahn ist rechts überholen genau so normal wie links überholen. Tempolimits liegen immer bei 25/35/45/55 Meilen die Stunde. Und so. Ist man selbst entspannt, sind die Anderen es auch.
Hat man sich endlich daran gewöhnt, reist man wieder ab.

Weber-Grill: Wer in der neuen Welt etwas auf sich hält, hat einen Weber-Grill und einen Weber Barbecue-Smoker im Backyard stehen und besucht thematisch passende Abendschulkurse dazu, z.B., wie man so allerlei, z.B. Quarkbällchen, auf den Punkt grillt.
"Im Jahr 1952 erfand George Stephen den ersten Kugelgrill, indem er die Unterseiten zweier Bojen zu einem Grill mit Deckel umfunktionierte. ... Bis zur Erfindung und Etablierung des Kugelgrills waren in Nordamerika hauptsächlich Grills aus Ziegelstein üblich, die fest installiert waren." (Wikipedia) Der Firmensitz von Weber-Stephen Products LLC ist in Palatine, Illinois, USA.

Weinproben: Das "Wine Country ist eine Weinbauregion in Nordkalifornien. Sie liegt nördlich von San Francisco und besteht aus über 400, überwiegend in Sonoma County und Napa County angesiedelten Weingütern. Zu den bekanntesten Weinbaugebieten der Region gehören Napa Valley, Sonoma Valley (...) und Russian River Valley." (Wikipedia) Wer in der malerischen Ecke allerdings gerne an einer Weinprobe teilnehmen möchte, sollte viel Sonne im Herzen tragen, da die "wine tastings" zwischen 10.00 Uhr morgens und 17.00 Uhr am Nachmittag stattfinden -- vielleicht, um lange ausschlafende Alkoholiker auszusperren. Leider waren wir zu diesen Zeiten anderweitig beschäftigt.

Zwiebelringe: In Kalifornien sind die Zwiebelringe so groß, dass ein Baby sie als Stirnreif tragen könnte. Wo auf diesem Planeten gibt es solche Zwiebeln? Und nimmt man nur den Äquator dieser Riesenzwiebeln dafür? Rätselhaft!

Riesenzwiebelringe und Crackertütchen

Donnerstag, 12. März 2015

Wackelpudding made in USA

photo credit: 42-16111376 via photopin (license)

"Götterspeise ist eine Süßspeise aus Gelatine, Zucker, Aroma- und Farbstoffen." (vgl. Wikipedia)
Also alles, was mein Körper braucht ...
Bei uns zu Hause hieß Götterspeise "Wackelpeter". Der wurde serviert mit Schlagsahne oder Vanillesauce. Und seit 1967 gab nur eine einzige Sorte: grün (also "Waldmeister").
Anderen Sorten als "grün" stehe ich auch heute noch mit Argwohn gegenüber.
In Deutschland gibt es weiterhin noch Himbeere (rot), Kirsche (im Ernst?) und Zitrone (gelb).
Das war's so ziemlich.
Reicht auch, könnte man meinen.

Das sieht man in den USA allerdings anders. Dort  heißt Wackelpuddung "Jell-O" und ist von KRAFT (was man ausspricht wie "World of Warcraft" ganz hinten). Sorten gibt's dort wie Sand am Meer, schon wegen der "unbegrenzten Möglichkeiten" und so:
Ananas, Aprikose, Berry Blau, Black Cherry, Blackberry Fusion, Cranberry, Erdbeer-Banane, Erdbeer-Daiquiri, Erdbeere, Frucht-Punsch, Himbeere, Kirsche, Kirsch-Limonade, Limette, Mango, Margarita, Melon Fusion, Orange, Pfirsich, Pina Colada, Saft, Soda-Pop, Traube, Traube Farbwechsel (is klar), Tropical Fusion, Wassermelone, Zitrone (vgl. Wikipedia).
Dazu kommen etwa drei dutzend "ehemalige" Sorten, die unverständlicherweise aus dem Programm genommen wurden. Dazu zählen solche Schmankerl wie Kaugummi, Zuckerwatte, Root Beer, italienischer Salat, gemischtes Gemüse, Tomate der Saison und Sellerie (bäh!).

Aber eine Sorte gibt es nicht und gab es noch nie in den USA: Waldmeister (so called 'woodruff').
Die wissen ja gar nicht, was ihnen entgeht.


Freitag, 13. Juni 2014

ru24 Future: Ausblick auf kommende Sensationen (2055)

photo credit: PVBroadz via photopin cc

Ausblick auf kommende Sensationen: Das Jahr 2055

Berlin, dpa: Zwei Wochen nach der Zehnjahresfeier zur Einweihung des Flughafens BER haben Vizekanzler Tyrone Schieferstein (*), Außenministerin Ava Avcı (PDM) und Videospieleminister Merlin Krantz (Grüne Piraten) das Land gemeinsam zu einem Besuch der Theokratischen Union Amerikanischer Südstaaten (TUAS) verlassen. Nach dem Ende des Zweiten Sezessionskrieges hofft man, dem Gottesstaat wirtschaftliche und auch kulturelle Impulse geben zu können. Bereits morgen wird man auf Präsidenten Corey Feldman (84, Die Goonies) treffen. Außerdem wolle man über die Rückkehr Edward Snowdens (72) in das Gebiet der ehemaligen USA sprechen.
Zoë-Cayenne Meya-Appold (NL) von der Opposition prangert das an: "Snowden? Der leakt doch mittlerweile selbst!", so die attraktive, achtfache Katzenmutter in einem Video-Interview an das Leitmedium "GALA".

Erläuterungen:
1) * (Ehemals "CDU". Das "Chrlistliche" musste nach einer Klage der Deutschen Bischofskonferenz 2032 ersatzlos gestrichen werden. Es blieb "DU" (Slogan: "Du wählst DU"). Da man den Wählerwillen seit jeher sehr großzügig auslegte, musste 2037 nach einer Klagewelle auch das "Demokatische" dran glauben. Es blieb "U". Nach dem Verbot radikaler rechter Parteien durch die EU und der sukzessive daraus folgenden sofortigen Auflösung der bayrischen CSU 2039 als kriminelle Vereinigung, blieb kein Buchstabe mehr übrig, sodass die ehemalige CDU nun unter dem Sternchen-Symbol, auch "Asterisk" genannt, firmiert.)
2) PDM (Partei Deutscher mit Migrationshintergrund, zweitstärkste Kraft im Bundestag, das kulturelle und intellektuelle Rückgrat der Republik.)
3) GP (Grüne Piraten, nach der Zusammenlegung der Grünen mit der Piratenpartei die "UmweltDatenschutzPartei", drittstärkste Kraft im Staat seit 2034)
4) NL (Neoliberale. Nachdem es vier Jahrzehnte überhaupt keine sog. 'Liberalen' im Bundestag gegeben hat, sind die NL dabei, wieder Fuß zu fassen. Seit ehemals abwegige sexuelle Neigungen mehr und mehr hoffähig werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis gerade für Wähler mit masochistischen Neigungen wieder eine Partei parat steht. NL stehen für Steuererhöhungen, für Senkung der Löhne/Gehälter/Renten, für Massenentlassungen und das alles bei gleichzeitigem Abbau der Sozialleistungen.
5) So etwas wie "SPD" gibt es schon lange nicht mehr. Niemand benötigte ernstlich eine weitere, dafür aber völlig profillose "Partei der Mitte", die ihre Kanzlerkandidaten immer kurzfristig vor der Wahl aus der Grabbelkiste zog.


Mittwoch, 8. Mai 2013

Kanada: GRÖSSER

http://goo.gl/jBlgb
"Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde und fast so groß wie Europa. Das Land nimmt rund 41 % des nordamerikanischen Halbkontinents ein. (...) Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8890 Kilometer. Kanada hat mit 243.042 Kilometern zugleich die längste Küstenlinie der Welt." (Wikipedia)
Respekt!

Wenn man aus Old Europe erstmals nach Kanada kommt, da fällt es im Grunde sofort auf:
HIER IST EINFACH ALLES GRÖSSER!

Hörnchen: GRÖSSER! (Grauhörnchen wiegen zwischen 400 und 710 Gramm, unsere roten, Europäischen Eichhörnchen kommen nur auf 200 bis 400 Gramm) - pöh! Erklärung: Viel mehr Wald = viel mehr Nüsschen = größere Hörnchen. Die possierlichen Nager sind so zahlreich, dass sie unvorstellbarerweise bei einigen kanadischen Zeitgenossen als Plage gelten... tsts!

Rotkehlchen: GRÖSSER! Während unser hiesiges mickriges Rotkehlchen (so called "European Robin") nichts als Briefbeschwerer taugt, denn es wiegt nur 15 bis 18 Gramm, bringt es der kanadische Namensvetter auf stolze 77 Gramm. Der Trick: Die Kanadier nennen ihre dem Rotkehlchen vage ähnelnde Wanderdrossel biberschlau "American Robin" (= amerikanisches Rotkehlchen). Aber hey! - bigger is better!

Ahornsirup: GRÖSSER! Wird bei uns fast ausschließlich in diesen pittoresken Glasflaschen mit dem neckischen Winz-Öhrchen am Hals verkauft (durch das nicht einmal Barbie ihren Zeigefinger stecken könnte). In Kanada verkauft man dieses universelle Lebenselixir in stabilen 540 ml-Blechdosen als Grundnahrungsmittel wie Erbsen oder gewürfelte Tomaten zu umgerechnet 6,00 EUR/Dose. Für nach dem Hockey* auf Pfannkuchen usw.

Autor: glücklich
Lebensmittel: GRÖSSER! Im Supermarkt gab's Mozzarella nur im Kilobeutel. Im Kühlregal tummelten sich eingeschweißte Packungen Steaks im Doppelpack, zusammen über ein Kilo schwer = über 500g pro Steak (Link)! Es gab Erdnussbutter in 2 kg-Gläsern (eingebettetes Bild) und Milch im 2 l-Tetrapak. Jede Marmelade ist per se mindestens 1/3 größer als das Schwartau-Familienglas bei uns. Zahnpastatuben bringen es auf titanische 120 ml (im Gegensatz bei uns: 75 ml). Und "große Portionen" im Imbiss sind WAHRHAFT GROSSE PORTIONEN! (siehe nachfolgenden Blogbeitrag)

Kühl- und Gefrierschränke: GRÖSSER! Die standardisierte Breite für Geräte der Kategorie "Weiße Ware" ist in Kanada um ca. 1/3 breiter als bei uns. Erklärung: Die Lebensmittel sind einfach so wahnsinnig groß! Außerdem haben nach dem Hockey* alle einen Bärenhunger! Und: Wer mehrfach jährlich droht einzuschneien, braucht Kühlschränke und -truhen, in denen komplette Rinder, Schweine und Schafe Platz finden, möglichst nicht nur eins von jeder Sorte.

Herd: GRÖSSER! Bärenschinken und Elch-Schulter sind nicht Schweine-Kotelett und Goldbroiler, schon klar. Vor allem wenn für nach dem Hockey* das Essen auf dem Tisch stehen muss, ist für dieses Unterfangen die europäische Puppenküche verständlicherweise ungeeignet.

Waschmaschine und Wäschetrockner: GRÖSSER! Hockey*-Mütter sind einfach froh, das in Kubikmeter messende, titanische Sport-Equipment ihrer Brut in einem Rutsch in die Waschmaschine und den Trockner zu kriegen.

Autos: Auf dem Land und in Vorstädten fahren in Kanada jede Menge GRÖSSERE 4x4-Pickups herum. Das liegt nicht nur am drastisch GRÖSSEREN Platzangebot, sondern auch am Wetter. Die brauchen einfach Riesen-Karren, die man mit wenigen Handgriffen in einen Monster-Schneeschiebe-Truck verwandeln kann. Mein Smart setzt nämlich bei ca. 12 cm Schneehöhe auf, wäre dort somit nur für 5 Monate im Jahr tauglich. Außerdem: Wenn man drei Kinder hat, die Hockey* spielen, steht man wegen der riesigen Sporttaschen schlicht vor der Wahl: Entweder permanent mit einem Umzugswagen durch die Gegend zu fahren oder direkt mit einem unanständig großen Pickup (à la Dodge Ram).
In der Stadt fährt der Kanadier an sich übrigens i.d.R. ganz normale Autos. Da könnten sich unsere deutschen SUV-Birnen mal ein Beispiel dran nehmen!


Linktipp: William Shatner "singt" die kanadische Nationalhymne "O Canada"


*) In Kanada sagt man nur Hockey, damit ist natürlich EISHOCKEY gemeint, nicht Rasen-, Roll- oder wasauchimmer. Natürlich. Nur, damit das klar ist.



Freitag, 14. September 2012

Naturkonstanten

bit.ly/Nsp4LV
Ich war wohl acht oder neun als ich eines meiner ersten "Walt Disneys Lustige Taschenbücher" (kurz LTB) bekam, z.B. LTB-Ausgabe #9 "Micky ist der Größte". Die Bände hütete ich wie meinen Augapfel.
Da ich als Kind äußerst dringend Erfinder werden wollte, war mein großes Vorbild natürlich Daniel Düsentrieb (Link) nebst Helferlein (Link). Phantomias (Link) mit seinen Sprungfederstiefeln fand ich auch arg knorke!
Bei den LTBs war früher nur jede zweite Doppelseite in Farbe, auf der anderen Hälfte der Seiten waren die Zeichnungen schlicht uncolorierte Outlines.
Wenn man aufwächst, mit Micky Maus und Kater Karlo, Daniel Düsentrieb, den Panzerknackern, Dagobert Duck, Donald Duck, Tick, Trick und Track und ihrem Fähnlein Fieselschweif, dann werden sie irgendwann zu Naturkonstanten.
Natürlich fällt einem irgendwann an einem Sonntag im April, vielleicht im zarten Alter von 23 auf, dass "Daniel Düsentrieb" im amerikanischen Original sicher irgendwie anders heißt. Ebenso wie Dr. med. Leonard Horatio McCoy, der erste medizinische Offizier der USS Enterprise NCC-1701, der mit Spitznamen tatsächlich "Bones" und nicht "Pille" hieß.

Tatsächlich ist es VIEL, VIEL KRASSER.
Sagen wir so: Donald und Daisy Duck heißen in dem Land, das nur 5% der Weltbevölkerung stellt, aber dafür 25% der Welt-Öl-Reserven verballert (und dabei ganz tapfer glaubt, das Weltklima werde von Gott gemacht), Donald and Daisy Duck.
So far, so good.

Aber jetzt kommt's:
Kater Karlo = Black Pete,
Gustav Gans = Gladstone Gander,
Daniel Düsentrieb = Gyro Gearloose,
Panzerknacker = Beagle Boys,
Dagobert Duck = Scrooge McDuck,
Tick, Trick und Track = Huey, Dewey and Louie und
Fähnlein Fieselschweif = The Junior Woodchucks!!!
(die ganze Liste: hier)
Krass!!!
Soviel zum Thema "Naturkonstanten"...

Da passt es doch ganz gut, dass Batman in Schweden "Läderlappen" heißt.
Muahahahaha!
Ob Pippi Langstrumpf nun in Wirklichkeit "Urinella Långsockor" heißt, habe ich mich jetzt nicht getraut nachzusehen.


Mittwoch, 25. Januar 2012

Fragen an ru24: Warum ist Grün das neue Rot?

http://bit.ly/w09cvv
Sebastian K. aus Wk. fragt: "Warum ist Grün eigentlich das neue Rot?"

ru24 antwortet: Lieber Kringel,
das ist ein sehr gute Frage. Wenn deine Mama Chanel-Nagellack benutzt und du deswegen diese Frage stellst, (siehe Link), dann sind wir jetzt fertig und du kannst spielen gehen.
Wenn nicht, dann setz dich bitte...

Es gibt da ein Land, weit weg, das heißt U.S.A., dein Papa sagt vielleicht "Amerika" dazu. Da kommen so tolle Sachen her wie Hamburger, Ketchup und Micky Maus. Kennst du. Und die Amerikaner denken, sie hätten auch Pommes, Spaghettis und Pizza erfunden. Ham se aber nicht. Und dieses Land finden viele ganz, ganz toll, vor allem die Amerikaner. Ist es aber nicht. Und dieses Land ist das mächtigste Land der Welt. Spiderman (der auch Amerikaner ist) sagt, dass "mit großer Macht auch eine große Verantwortung" einher geht. So dolle verantwortlich benehmen die sich aber leider gar nicht, die Amerikaner. Der Staat gibt sein Geld für Waffen und Soldaten aus und schickt die überall hin, wo es Öl gibt, um da alles kaputt zu machen. Und die Leute in Amerika fahren riesige Autos die ganz viel Sprit brauchen und die Häuser haben kaum eine Wärmedämmung, weil Strom, Benzin und Heizöl dort so dolle billig sind. Und im Sommer machen sie die Klimaanlage an, die doll viel Strom benötigt, anstatt ein Fenster aufzumachen wie bei uns. Und die Industrie kann in die Luft blasen, was sie will. Und so soll das auch bleiben. Das nennt sich "American way of Life" und das steht bei denen sogar in der Verfassung.

Wir staunen da nur drüber. Wir schicken unsere Soldaten nur mal zum Aushelfen wo hin und wenn dann voll aus Versehen ein Schuss losgeht, dann kriegen alle einen Riesenschrecken! Und wir schrauben überall Energiesparbirnen rein und schalten an der roten Ampel den Motor aus. Und im Müll trennen macht und keiner was vor.

Früher, als dein Opa deine Oma noch gar nicht kannte, da hatten die Amerikaner ganz doll Angst vor Kommunisten, weil die wollten alle Menschen gleich machen. Und weil es in Amerika so viele Millionäre gab, fanden die das schrecklich doof und haben den J. Edgar Hoover beauftragt, die Kommunisten, die in Amerika lebten, zu fangen und zu ärgern, wo es ging. Die waren ganz leicht zu fangen, weil die trugen alle rote T-Shirts, deswegen nannte man die die Roten. Die Roten durften nicht mal mehr Filme drehen und viele mussten ins Gefängnis. Aber weil man da gar nichts in den Geschäften kaufen kann, auch keine iPhones, finden heute irgendwie alle den Kommunismus doof. Vor allem die Leute, die da wohnen, z.B. in Nord-Korea.

Jetzt haben manche Amerikaner aber in der Schule aufgepasst und auch viel im Internet gelesen, weil in amerikanischen Zeitungen steht gar nichts mehr davon drin, was der Staat da so alles falsch macht. Diese Leute haben nachgedacht und weil die sich dolle Sorgen um die Natur und die Welt machen, nennt man die "Umweltaktivisten". Das ist etwas Gutes, aber in Amerika ist das ein Schimpfwort. Manche von denen finden das sogar mit den Kriegen doof, die Amerika führt, weil die so viel Geld kosten, das dann woanders fehlt, z.B. in Schulen und an Staudämmen. Die wollen jetzt, dass alle Leute Müll trennen, Energie sparen und dass die Fabriken nicht mehr gar so viel schlimme Sachen in die Luft blasen. Und weil ganz viele ganz alte Bäume abgesägt werden, ketten sich die Leute mit ihren grünen T-Shirts an Bäume, damit man die nicht absägt, wie bei Stuttgart 21. Und weil viele Tiere unter ganz schlimmen Bedingungen leben, wollen sie die Tiere befreien und es denen nett machen, den befreiten Tieren.

Aber weil es in Amerika jetzt noch viel mehr Millionäre gibt, finden die das jetzt mal total voll doof, was die Umweltaktivisten da machen und haben die Polizei beauftragt, die Aktivisten, die in Amerika leben, zu fangen und zu ärgern, wo es geht. Die sind ganz leicht zu fangen, weil die tragen ja alle grüne T-Shirts.

Jetzt weißt du sicher, dass sehr, sehr böse Leute mit dem Flugzeug das World Trade Center kaputt gemacht haben. So Leute sind richtige Terroristen, die man zur Strafe voll lange einsperren müsste, wenn sie nicht schon alle tot wären. Aber weil man Leute, die Terroristen sind, viel länger einsperren darf, als Leute, die ein krankes Huhn aus einer schlimmen Fabrik geklaut haben, um es zu retten, nennt die amerikanische Regierung die Leute mit den grünen T-Shirts jetzt einfach alle auch mal "Terroristen". Das stimmt zwar nicht und das ist auch voll gemein, aber da kann man nix gegen tun. Deshalb kann die Polizei die Leute mit den grünen T-Shirts so lange einsperren wie sie will, auch, wenn sie nur ein Huhn oder einen Baum oder die Welt retten wollten.
Deshalb ist Grün das neue Rot.

Für Interessierte: hier.
T-Shirts gibts: hier.


P.S.: Wer auch Fragen an ru24 hat, kann sie gerne in den Kommentaren stellen, ich werde sehen was ich machen kann, sie zu beantworten.


Samstag, 10. September 2011

ru24 History 25: This is the end of the world as we know it (2001)

Das dritte Jahrtausend hatte angefangen und ich war noch nie in den USA gewesen. Somit beschlossen Freund Thomas und ich, mal eine Woche nach New York zu fliegen, zumal die gute, alte Deutsche Mark so gut wie lange nicht stand. Und in ein paar Monaten sollte der Euro eingeführt werden, wer konnte schon sagen, wie es dann werden würde. Die Urlaubsplanung schleppte sich zögerlich hin, dann gaben wir uns einen Ruck: Wir verabredeten uns bei mir zu Hause für die - Tadaaa!!! - endgültige Planung unserer New York-Reise.
Es war ein Dienstag.
Es war der 11.09.2001.
Ich hatte frei an diesem Tag und fuhr nach Wuppertal. In der Rathausgalerie gab es einen Plattenladen, ich grofelte angelegentlich durch die Auslagen. Der Tresenmann war überhaupt nicht bei der Sache, er starrte die ganze Zeit durch die Schaufenster auf einen im Einkaufszentrum installierten Fernseher, auf dem irgendein aus der Hüfte gefilmter SF-Film mit Hochhäusern lief - tsts. Ich hätte währenddessen den ganzen Laden ausräumen können.
Zuletzt kaufte ich eine CD und trollte mich.
Da ich abends Besuch bekam, fuhr ich auf dem Weg zur Wohnung noch einen Schlenker bei PENNY vorbei und kaufte etwas Bier und was zum Knabbern. An der Kassenschlange tappte mir jemand auf die Schulter, ich drehte mich um. Der Mann war mir völlig unbekannt.
"Haben Sie DAS gesehen?", fragte er mit bebender Stimme, er war irgendwie blass und fahrig.
Ich schaute aus den Panorama-Fenstern des Marktes hinaus auf die Kaiserstraße, aber da war nichts - wie immer.
Ich drehte mich wieder zu ihm um und grunzte fragend.
"Gehen Sie nach Hause und schalten Sie den Fernseher an! DAS IST WAHNSINN!!!", fabulierte er.
Ich nickte, beschloss aber, den Mann für nicht ganz zurechnungsfähig zu halten.
Dann fuhr ich heim, es war ca. 18.00 Uhr.
Jacke an, Tasche um und Sixpack in der Linken drückte ich einer Eingebung folgend auf die Fernseh-Fernbedienung.
Der SF-Film mit den Hochhäusern lief noch immer.
1) Flug AA 11 schlägt im Nordturm des WTC ein.
2) Flug UA 175 verschwindet im Südturm.
3) Gehe zu 1)
Und in meinem Kopf spielten REM unaufhörlich "This is the end of the world as we know it".
Als Thomas wie immer auf die Sekunde genau um 20.00 Uhr an der Tür schellte, hatte ich noch immer die Jacke an und die Tasche um, stand noch immer an der gleichen Stelle, die Fernbedienung in der Rechten. Das Bier stand auf dem Boden neben mir.
Wir tranken warmes Bier und starrten auf den Fernseher.
Die Bilder waren die Gleichen.
1) Flug AA 11 schlägt im Nordturm des WTC ein.
2) Flug UA 175 verschwindet im Südturm.
3) Gehe zu 1)
Keine Überraschung: Wir haben unsere NY-Reise an diesem Abend nicht geplant.
Tags drauf, am 12.09.2001, stöpselte ich mein Antennenkabel aus dem Fernseher und warf es weg. Kabel und GEZ habe ich gekündigt/abgemeldet.
Bis heute bin ich clean und ich habe seitdem nichts vermisst.

Im Dezember 2001 rief der damalige Bürgermeister New Yorks, Rudolph Giuliani, die Touristen der Welt auf: Wenn ihr etwas für die Stadt tun wollt, kommt uns besuchen!
Wir kamen.


P.S.: Die CD, die ich mir am 11.09.2001 in dem Laden mit dem unaufmerksamen Verkäufer geholt hatte, entdeckte ich Monate später, noch im Verkaufs-Tütchen steckend, bei den anderen CDs.
Sie war Mist.

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Dienstag, 23. Februar 2010

Lifestyle 32 - Krümel auf Diät


Cookie Monster!
Originally uploaded by Hayley_Bouchard
Manchmal kommen Nachrichten aus den USA zu uns, die zeigen so schmerzhaft überdeutlich, was für ein hirnrissiger Verein das da drüben sein kann, dass einem kaum noch ein Reim dazu einfällt, z.B. hier: Blogbeitrag.
Es scheint wie bei der Stereoanlage zu sein: Die gesamte Anlage ist nur so gut wie ihre schwächste Komponente... Ganz allgemein aber scheint zu gelten: Es rulen die Flachschädler!
Doch in diesem Fall ist das jetzt mal so, als würde man mir erklären, dass man "The Animal" von den Muppets mittlerweile auf Ritalin gesetzt hat und dass man Beaker zwingt, einen Logopäden aufzusuchen...
Doch lest selbst:
"Seit Gründung der «Sesamstraße» Mitte der sechziger Jahre steht das Krümelmonster für Genuss ohne Reue. Mit seinen blauflauschigen Pfoten schaufelt es ekstatisch Kekse in sich hinein [...]. Damit soll jetzt Schluss sein, berichtet in den Grundfesten erschüttert die Nachrichtenagentur AP: Krümelmonster wird sich in der in dieser Woche in den USA startenden 35. Staffel der «Sesamstraße» verhältnismäßig gesund ernähren. Statt Schokokekse gibt es Obst oder aber «gesünderes» Gebäck. (...) [Das Krümelmonster] werde sich mäßigen und so den jungen Zuschauern zeigen, dass man auch einen Keks genießen kann, (...)." (Quelle)
Eines ist klar: Ein gutes Pfund Cookies mit riesigen Schokostücken kann man pflanzlich überhaupt nicht substituieren, da ist Krümel binnen kurzem voll auf Turkey!
Und dann auch noch Rohkost. Krümel wird also stundenlang das Klo blockieren und dabei schreckliche Geräusche machen.
Die einzige Eigenschaft des blauen Monsters überhaupt, dereinst die einzige Identifikationsfigur für Essgestörte, ein Sympathieträger und Idol, wurde von Schwachsinnigen entfernt, die gesamte Figur ad absurdum geführt. Man stelle sich vor, Krümel brüllt "Dinkelvollkornkeksäää", "Birchermüsliii" oder "Karottenrohkostsalaaat".
Auweh.

Tatsächlich liegt solches ja zurzeit im Trend: Zuerst nahmen sie Kater Karlo sein Holzbein, dann wurde Lucky Lukes Kippe gegen eine Kornähre ersetzt und jetzt sind die Kekse vom Krümelmonster dran. Da fragt man sich schon: What's next?

Worauf soll das denn alles hinauslaufen? Dass alle so werden wie bei "Demolition Man" im Jahre 2032 (Link)? Dass alle nur noch idiotische Kinderlieder singen, reichlich Sport treiben, nur noch total gesunde Sachen essen, nie fluchen - und Sex nur noch im Computer haben?

Vielleicht kann man eine Generation pastellfarbener Schwachsinniger, denen man die Grau- und Schwarztöne aberzogen hat, noch viel leichter regieren?
Ach so!

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Danke an Iris Luckhaus, Elke Reinhart & Michael Müller - ich habe eure Facebook-Kommentare zum Thema "Krümel auf Diät" für diesen Beitrag schamlos ausgeplündert!

Sonntag, 14. Februar 2010

ru24: Valentinstag: blümerant statt happy V-day


happy valentine
Originally uploaded by twicepix
Der „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“, bislang nur hyperaktiv an diesen Friedhofsgedenktagen und dem Muttertag (gewidmet den „Gebärerinnen erbgesunder, arischer Volksgenossen“), scheint unermüdlich zu sein, wenn es darum geht, die eigenen Geschäfte anzukurbeln.
"An Popularität gewann der Valentinstag durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen. Der Tag wird mit traditionellem Brauch vermischt, ähnlich dem in den 1990er Jahren populär gewordenen und über die USA aus Irland importierten Halloween." (Quelle)
Man lasse es sich auf der Zunge zergehen: Es soll also tatsächlich forciert werden, dass Menschen sich als Zeichen ihrer gegenseitigen Liebe sterbende Pflanzen in die Wohnung stellen...
Demnächst fallen diesen Floristen-Pennern als Import-Feiertage vielleicht noch Washington's Birthday (dritter Montag im Februar) und der Thanksgiving Day (vierter Donnerstag im November) als deutsche Neu-Jubelfeste ein. Und das Schlimmste: Alle Spackos werden mal wieder mitmachen!

Nun. Ich schweife ab.
Aus guten Grund.

Dieser vermaledeite Valentinstag soll ein Tag für Verliebte sein. Diese hormonell kaum zurechnungsfähigen Menschen raunen sich Albernheiten zu, ihre Sprechblasen sind umkränzt von Herzchen und Blümchen, sie mästen sich gegenseitig mit Pralinen aus herzförmigen Dosen, zwischendurch gibt es ein Küsschen. Die Räumlichkeiten duften schwer nach vergehenden Schnittblumen, zwischen denen Cupidos und Herzchentand prangt. Vielleicht bleiben die Herrschaften sogar gleich im Bett liegen und verwöhnen sich ein wenig...

Aaah! Mir wird blümerant, man öffne ein Fenster!

Danke Amerika!
Danke Floristen!
Ich hatte es nämlich wirklich bitter nötig, auf die harte, rosarote Tour daran erinnert zu werden, dass ich Single bin und in einem Einpersonenhaushalt lebe. Auch toll, wenn es nicht der erste Valentinstag ist, den man als Single begeht, sondern der Zweite, Dritte Vierte etc. Denn dazu stehen die Chancen gar nicht zu schlecht - bei einer Singlequote von ca. 20% in Deutschland.

Was hilft?
Kiffen soll ja angeblich gleichgültig machen. Man kann sich auch einen Schwung gewaltverherrlichender Filme auf DVD ansehen. Oder die Musik von Cannibal Corpse hören. Auf Facebook kann man der Gruppe "Scheiß auf den Valentinstag, wir gehen saufen!" beitreten (14.200 Mitglieder). Und DIE ZEIT bietet sogar eine philosophische Hilfestellung für "Ungeliebte am Valentinstag" an (Quelle).

Aber eines verspreche ich auf die Hand: Wenn ich nächstes Jahr um die Zeit noch Single bin, dann steck' ich einen Blumenladen an!

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Sonntag, 10. Januar 2010

Medien 5 - Let's do it the american style!


A-10 Thunderbolt II
Originally uploaded by Contando Estrelas
Eine Freundin, die einmal in die USA geflogen ist, hatte bei der Buchung angegeben, Vegetarierin zu sein. Als dann im Flieger das Essen geschubst wurde, bekam sie das Nahrungsersatz-Paket "VEGGIE" = salzlose, fiese Naturreisplörre mit nicht mehr erkennbarer Gemüsebeilage und zum Nachtisch Obstsalat in Plempe. Der orthodoxe Jude auf der anderen Seite des Gangs zog mit "KOSCHER" den Hauptgewinn: Gefillte Fisch, Gogl Mogl, Shaw Borscht, Shai Hami und zu allem Überfluss zum Nachtisch ein äußerst appetitliches Riesenmuffin mit Mohn.
Die Vegetarierin, die ihren Fraß nicht herunterbracht hatte, hungerte während des gesamten dreizehnstündigen Fluges und starrte knurrenden Magens auf das unerreichbare Muffin in 80 cm Entfernung, das ihr vollig geplauzter Sitznachbar beim besten Willen nicht mehr geschafft hatte.*
Andere hätten jetzt vielleicht ihre Stimme erhoben...

Solches ist momentan urst gefährlich!
Der Spiegel berichtete (Link): Sobald ein Passagier einen undisziplinierten Eindruck macht, wird das Flugzeug von Kampfbombern zum nächstgelegenen Flughafen eskortiert. Zitat: "Nach dem versuchten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine am 25. Dezember sind die Sicherheitsbehörden nicht nur in Nordamerika besonders wachsam."
Reicht es vielleicht schon aus, wenn man auf der Bordtoilette das Haargel "Out Of Bed" von L'Oréal benutzt hat, für "heads without discipline"?
*ähem*
*räusper*
Vor allen: Was the f*** sollen denn die Kampfbomber bewirken?
*kicher*
Nun ja. Wenn es Fairchild A10-A Kampfbomber (Link) sind, dann könnten die mit ihren mit Uran-Hartkern-Geschossen munitionierten Gatlings auf Pöbler im Flieger schießen. Kleine Salve, so 49 Schuss zu dem einen Fenster rein, zum anderen wieder raus, Pöbler vaporisiert?
Buahaha!
Let's do it the american style!

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*) Danke an Iris für die Geschichte!

Mittwoch, 15. Juli 2009

www 4 - Am Ende des Regenbogens

Natürlich haben mir meine Eltern, als ich Kind war, erzählt, dass am Ende des Regenbogens ein Topf voller Gold versteckt ist. Schon damals hat mich interessiert: an beiden sichtbaren Enden? Ca. 37 Jahre später kam ich bei einem Mittagsspaziergang in Wermelskirchen an einem Auto mit der Webadresse zu einem Haus Regenbogen vorbei.
Als ich wieder am Arbeitsplatz saß, hatte ich dank meines fotografischen Gedächtnisses wesentliche Teile der www-Adresse wieder vergessen - auch Götter können straucheln. Also habe ich erst einmal gegoogelt und bin dabei auf so allerlei gestoßen, z.B. bei Wikipedia. Oder bei der Berliner Morgenpost, die schrieb recht knapp zu dem Thema:
"Washington – Ein Regenbogen auf der Kindergarten-Zeichnung einer Vierjährigen hat in den USA für Aufregung gesorgt. Der Regenbogen sei ein einschlägiges Symbol der Homosexuellen-Szene, klagten besorgte Eltern in Geneva im Bundesstaat New York laut Presseberichten. Der Kindergarten habe sich entschuldigt und umgehend die Zahl der Farben bei seinen Stiften limitiert."
Die Amis. Das ist so völlig bescheuert, dass es wahrscheinlich wahr ist.
Heilige Einfalt! Aber zurück zu der Adresse aus meinem Mittagsspaziergang. Mittlerweile hatte ich sie über die Suche nach "Regenbogen Wermelskirchen" wiederentdeckt.
Nun, was soll ich sagen?
Es ist ein Alters- und Pflegeheim. Nur der Name kommt mir mit diesem Wissen um das Gold, das am Fuß des Regenbogens vergraben sein soll, ein klitzekleines bisschen ironisch vor. Bei den Pflegesätzen ist nämlich die Frage, ob das Vermögen nur an einem oder an beiden Enden des Regenbogens zu finden ist, überflüssig geworden.
Natürlich an beiden, denn das letzte Hemd hat ja bekanntlich keine Taschen.

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