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Freitag, 5. Oktober 2012

Bis Meppen


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Es begab sich aber zu der Zeit, dass irgendwann in den 80ern ein Bus des Radevormwalder Handballvereins "TV Herbeck" zu einem Auswärtsspiel nach Meppen unterwegs war. Google Maps gibt diese Route mit "228 km, 2 Stunden und 22 Minuten" an.
Man fuhr wohl nun schon eine ganze Weile, als sich erster Unmut breit machte, es wurde den Handballern etwas lang und sicher auch -weilig.
"Wie lange is denn noch?", fragte da einer.
"Wie weit is denn noch", fragte ein Anderer.
"Bis Meppen", lautete die mit großer Eloquenz und nachgerade wuchtiger Weisheit vorgetragene Antwort.
Wer mag dieser Quasi-Zen-Meister gewesen sein, dessen Sentenz die Antwort auf jede der gestellten Fragen war? Leider verliert sich dies im Nebel der Geschichte. Neueste Forschungen weisen darauf hin, dass es sich hier keinesfalls um einen "Handballer" (Blogbeitrag), sondern um eine dem Sport fremde Aufsichtsperson oder einen mitreisenden Anthroplogen gehandelt haben muss.
"Bis Meppen" als universelle Antwort sowohl auf große Entfernungen als auch auf große Zeiträume erfreut sich in dieser, meiner Heimatstadt Radevormwald bis heute großer Beliebtheit.

Beispiele:
"Wie lange ist die Wurst noch haltbar?"
"Wie lange läuft diese sinnlose Sondersendung noch?"
"Wie lange sitzt Onkel Knastbruder Joey noch ein?"
und:
"Wie weit fliegen die beiden Voyager-Sonden noch?"
"Wie weit kann man von diesem Aussichtspunkt aus sehen?"
"Wie weit würdest du gehen?"

"Bis Meppen", das Lichtjahr des kleinen Mannes.


Freitag, 24. Juli 2009

Bürogeplänkel 4 - Kaffemaschinen-Zen

Als ich um die Ecke bog, meldete der edle Jura-Vollautomat im Büro "Satzbehälter leeren". Versunken stand ich da, die leere Kaffetasse in der Rechten starrte ich auf eine Sentenz, die mir wie die pointierte Aussage eines Zen-Meisters erscheinen wollte!
"Satzbehälter leeren!" - ein Mantra! Ist nicht dieser Satzbehälter zwischen unserer Ohren die Quelle unserer Sprache, das Behältnis für Wörter, Sätze, zu sagendes? Was passiert, wenn ich diesen Satzbehälter bis zur Neige leere, wenn ich dem Befehl "Satzbehälter leeren!" folge leiste?
"Jenseits des Wortsinns aber, der eher ein Schleier ist denn eine Erhellung, beginnt die Wirkungssphäre eines jeden Mantras. Und dorthin muss man gelangen: Jenseits der Worte, jenseits des Denkens - als eine Form reiner Hingabe an diese Sonne des vollkommenen Unendlichen (...)"
Wow!
Ich stand noch immer vor der Kaffemaschine, als ich wieder zu mir kam. Hinter mir hatte sich eine murrende Schlange aus 15 Mitarbeitern gebildet. Ich wischte mir mit einer beiläufigen Geste den Speichel aus dem Mundwinkel, leerte das verbrauchte Kaffemehl aus dem Mockekasten an der Kaffemaschine, drückte auf die Taste und ging mit gefüllter Tasse wieder zu meinem Platz.
Irgendwie fühlte ich mich wie frisch reinkarniert.