Posts mit dem Label Mülltonne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mülltonne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Februar 2015

Allein unter Memmen

Originalfoto

Die einzigen Frauen, die Pappkartons zerreißen können, sind Regina Halmich und Walter ausm Frauenknast aka die Wuppertalerin Kathi Karrenbauer. Alle anderen sind Mädchen und müssen beim Zerreißen von Pappkartons oder Papierschachteln leider passen.
Und die Jungs auch.
Also vermutlich.
Denn wenn ich bei unseren Vier-Mietparteien-Haus die Altpapiertonne öffne, dann sehe ich in dem stets proppenvollen Teil vor allem unzerkleinerte Kartonagen. Fünf Pizzakartons als säuberlicher Stapel. Ganze Schuhkartons. Windelkisten.
Ich glaube, das Schlimmste daran für mich ist, dass ich mich darüber aufrege. Und dann ganz automatisch an 1982 denke, wie mir die blöde Möchtegern-Hausmeisterin Frau Dörner im Haus meiner Kindheit mit ihrem pingeligen Else-Kling-Gemecker auf den Geist gegangen ist.
Bin ich hier jetzt der bekackte Nörgelrentner?
Das ist ja wie in der scheiß Werthers-Echte-Werbung!

Dann will ich lieber glauben, dass ich in Wuppertal "Allein unter Memmen" lebe.


P.S.: Müll trennen können se wenig überraschenderweise auch nicht, die jungen Herrschaften.


Siehe auch: Blogbeitrag


Samstag, 18. Mai 2013

H30

Wenn man mit mehreren Mietparteien in einem Haus lebt, kann man seine Mitbewohner schon dadurch besser kennen lernen, indem man den Müll in den Keller herunterbringt.
Erster Stock ist zum Beispiel der Meinung, dass man Pizza-Kartonage unzerlegt in das Altpapier geben kann (Rechnung mit korrekt geschriebenem Namen lag anbei. Bei mit steht auf dem Lieferschein immer "Müllekau" als Name des Bestellers - grrr!). Bei einem Gespräch im Hausflur beschwerte sich der junge Herr aus dem ersten Stock indes mir gegenüber darüber, dass die Altpapiertonne des Hauses ja leider grundsätzlich dramatisch überfüllt sei! Da ich die 65 noch nicht erreicht habe, klärte ich ihn freundlicherweise nicht über die Zusammenhänge auf, machte mir aber eine mentale Notiz: Erster Stock - schizophren.

Im grünen Punkt-Müll entdeckte ich heute beim Müll runterbringen - korrekt entsorgt - eine Styroporschale des Pizza- & China-Bringdienstes "Grill Center" (Gathe 42, 42107 Wuppertal, Link), der angeblich wohl auch einen ganz passablen Apfelstrudel zaubert... Auf der Schale stand in rotem Edding "H30". Ich meine: hey! "H1" ist sowas wie Hühnchen mit Gemüse, dann über "H2" Hühnchen süßsauer mit Ananas, "H3" Hühnchen mit Morcheln und Knoblauch usw., usf., ich komme aber beim besten Willen nur bis maximal "H14" und da habe ich schon so abwegiges Zeug wie "Wasserkastanien" und "schwarze Bohnensauce" in Betracht gezogen.
"H30": ein gruseliges Mysterium - brrr!

Es wird wohl für immer ein ungelöstes Rätsel bleiben, wer hier im Haus "Voodoo-Hühnchen mit Polonium und Werwolftränen" bestellt hat.
Ich bleibe wachsam.


Dienstag, 5. Februar 2013

ru history 43 - Dorfpunk (1984)

http://goo.gl/KKD7k
In meiner Heimatstadt 5608 Radevormwald gab es eine sehr übersichtliche Anzahl an diversen Jugendkulturen. Den hintersten Platz im Ranking belegte wohl "Punk" mit einem (1) auf 25.000 Einwohner.
Dieser singuläre Punk hieß Rambow.
Rambow war mittelblond und hatte immer ausgeblichene rote und grüne Einfärbungen im Haar, manchmal hatte er es auch halbherzig aufgestachelt. Er trug eine mit Domestos fleckig gebleichte Jeans, Springerstiefel und eine schwarze Motorrad-Lederjacke, auf der er mit einem weißen Edding "DRECKICHISSA", "STINKENTUTA" und "IN JEDER PFANNE STECKT EIN KIND" geschrieben hatte.
Rambow, der keinen Vornamen hatte, lungerte quasi vollzeit mit Bierdose (Hansa-Pils) am Neumarkt herum. Er gehörte damals zum Stadtbild wie die vier Kirchtürme.
Eines Tages erschien er seitengescheitelt mit dunklem Jackett und wohlfeilen Schuhen und hinterließ scharenweise Jugendliche in Schockstarre!!!
"Rambow, wat is???", kam es aus vielen Mündern gleichzeitig.
"Ey, Alta, war bei Gericht, Mann! Hatte im Suff ne Mülltonne umgetreten, oder ne Oma - un darum ginget."
Ach so.