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Donnerstag, 15. August 2013

wie Leute

goo.gl/uMFIm1
Als ich heute Morgen zur Arbeit kam, habe ich eine Banane auf meinen Schreibtisch gelegt - so weit, so unspektakulär. Nach eine Weile kam "Sophie" dazu. Sophie ist eine rotäugige Drosophila melanogaster vulgo "Fruchtfliege". Die setzte sich in den Dunstkreis der Banane und huldigte still ihrem sie um das 30-fache überragenden, titanischen Obstgott. Nach einer Weile setzt sie sich mal oben drauf (wie Ahab auf den Wal), um bald wieder von der Tischoberfläche aus rotesten Auges auf das schon leicht braunfleckige Objekt ihrer Begierde zu starren. Vielleicht nuckelt sie zwischendurch etwas an einem kleinen, braunen Fleck. Jetzt sind noch ein paar hinzugekommen. Da ich die Banane heute nicht mehr essen werde, werden die Sophies wohl in einen Schlafsack eingerollt im Schatten des fruchtigen Ayers Rock auch die Nacht verbringen - furchtlos und alles andere als fruchtlos!

Ein bisschen erinnert mich das daran, dass Leute (sog. "Luftfahrtfans") ernstlich auf Flughäfen herumhängen, sogar dort übernachten, einzig weil am nächsten Tag erstmalig auf deutschem Boden z.B. eine Boeing 787 "Dreamliner" landen soll (Bericht). Vielleicht ist es ja sogar ein gelber Flieger von „Banana Airlines“... . Sie jubeln und klatschen, schießen 1.700 vollkommen nichtssagende Fotos, wenn das Ding dann endlich mal am Himmel erscheint. Und dann setzen sie alles daran, dem Riesenteil so nahe wie möglich zu kommen, starren rotesten Auges auf das Objekt ihrer Begierde, möchten gerne wenigstens mal am Vorderreifen lecken.

Leute sind wie Fruchtfliegen.


Sonntag, 12. Februar 2012

Queen Mom 16 - klappt doch

http://bit.ly/wfXXnB
2009 bin ich mit Queen Mom in Urlaub gefahren.
Abflug (Blogbeitrag) und Ankunft waren am Frankfurter Flughafen.
Schon bei Antritt vonner Rückreise sagte se: "Ich kannet nicht! Nich den ganzen Weg übern Flughafen bis zur Bahn. Ich schaff et einfach nich!"
Verstehe ich ja. Die gefühlten 2,7 Gebäudekilometer des Flughafens FFM sind für ne 80-jährige kein Pappenstiel.
"Setzte dich einfach aufn Koffer-Trolley, ich roll dich", sach ich.
De Mutter kuckt zweifelnd.
Ich fand de Idee ja nich so übel.
Wir steigen ausm Flieger, gehen durche Passkontrolle, ich hol de Koffer am Band, bepack den Trolley, de Mutter ziert sich.
"Näää!"
Wir gehen langsam nen Stück, stehen da zwei Flughafen-Hostessen mit Rollstühlen un warten.
Die Mutter wird hektisch, zeigt mitm Finger.
"DA!!!"
"Mutter, die stehen da doch nich aus Jux! Die sind doch bestellt!"
Queen Mom geht hin, lässt sich in nen Rollstuhl plumpsen.
De Hostessen rascheln hektisch mitn Papieren.
"Hatten Sie reserviert?", fragt eine.
"Ja! Natürlich!", sagt de Mutter würdevoll.
De Flughafenboden tut sich auf und verschlingt mich mitsamt dem Koffer-Dingen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich Leute ohne Beine durch den Flughafen robben, weil ihr bestellter Rollstuhl nicht da war.
De Damen rascheln wieder mitn Papieren, et stellt sich schnell, raus, dat de Mutter mal gar nich reserviert hatte. Dann sprechen se int Walkie-Talkie un fünf Minuten später taucht ne flammeneue Hostess mit Rolli auf, diesmal mit Reserviert-Schild, auf dem mit Edding "Queen Mom" geschrieben steht. Dann geht alles ganz schnell. Se führt uns nämlich über Sicherheitskarten-Schleichwege durch et Gebäude und zehn Minuten später stehen wir am Bahnsteig.
Ich bedanke mich wortreich für diese sicher nich selbstverständliche Serviceleistung.
Als de Hostess mitm Rollstuhl wieder weg is, sacht de Mutter: "Na, dat hat doch ganz prima geklappt!"


Mehr "AIDA mit QM": Blogbeiträge


Samstag, 29. August 2009

Queen Mom 1 - Von den Reichen und Schönen



Originally uploaded by J. Star
Im Februar dieses Jahres bin ich mit meiner Mutter zum Anlaß ihres 80. Geburtstags in Urlaub geflogen. Mein Job bei solchen und ähnlichen Begebenheiten ist der des Sherpas mit eingebauter Gehhilfe. Queen Mom und ihr Sherpa Henning taperten nun am Frankfurter Flughafen hinter einem von mir geschobenen Koffer-Trolley her, unsere Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 2,2 km/h, wobei am Flughafen Frankfurt die kürzeste Distanz zwischen der Ankunft mit der Bahn und dem Gate des Abflugs bei ca. 2,7 Gebäudekilometern liegt. Und meine Zusatzaufgabe war es, uns binnen einer 3/4 Stunde da hindurchzuschleusen.
Auf halbem Weg bockte Queen Mom, sie verlangte nach einer Rast. Ich schaute auf die Uhr, blies die Wangen auf. Doch wer wäre ich, mich einer Naturgewalt in den Weg zu stellen?
Ich bin ja nicht einmal Klingone.
Wir rasteten also auf einer Bank.
Hunderte Menschen ratterten mit ihren Trolleys an uns vorbei, hasteten zu ihren Check-Ins, zu ihren Gates, ihren (flughafen-neudeusch) Destinationen entgegen. Sitzend beobachtete ich die anderen Reisenden - ach was: es müssen Travellers gewesen sein! Zuletzt fiel mein Blick auf ein riesiges Werbeplakat mir gegenüber: Jude Laws Konterfei warb für den Herrenduft Dior Homme Sport (Link). Auf dem Bild schaut ein tiefenentspannter Herr Law aus, wie einst der Talentierte Mr Ripley (Link): reich, schön, der König der Welt, zumindest aber der der Côte d'Azur.
Mama kramte derweil in ihrer Handtasche, packte zwei Servietten, zwei hartgekochte Eier und einen Salzstreuer aus.
"Da!", sagte sie und drückte mir mein Ei in die Hand.
Wir aßen unsere sehr hartgekochten Eier.
Derweil blickte ich auf Mr. Law und fragte mich, was um alles in der Welt schief gelaufen war.


Heimflug: (Blogbeitrag)
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