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Montag, 15. Mai 2017

@work 24: Wurst

photo credit: Georgie Pauwels Now or never via photopin (license)

"Bitte ziehen Sie das dicke Kabel jetzt vom Drucker ab", sagte ich zu der Kundin am Telefon.
"Ja, und jetzt?", fragte sie.
"Jetzt schauen Sie bitte mal am anderen Ende des dicken Kabels."
"Hä?"
"Na, ein Ende halten Sie in der Hand, jetzt geht es mir um das andere Ende."
"Hä?"
"Na, das ist mit einem Kabel wie bei einer Wurst, die hat auch zwei Enden."
"Ach so! Ja, wissen Sie, Sie müssen mir das erklären wie einer Frau!"
"Ja, das war das mit der Wurst."


Dienstag, 25. Februar 2014

@work 22 - Router


Telefon schelllt, ich gehe dran - schon beruflich.
Es ist eine Kundin ist in der Leitung: "Ja, hören S'e mal, ich hab hier 'nen Router geschickt bekommen. Den hab ich angeschlossen, aber der klappt gar nicht!"
"Ah ja! Ich stelle Sie am besten mal zu unseren Netze-Kollegen durch!"
Netze-Kollege so: "Hä, nen Router? Wieso?" *tippel-di-tippel*... "Der DSL-Router läuft bei denen seit 44 Wochen ohne Unterbrechung, der ISDN-Router sogar seit sagenhaften 73 Wochen! Also, nen neuen Router haben die da wohl nicht bekommen!"
*seufz*
Ich nehme den Anruf also zurück.
"Der Kollege sagt, dass Sie wohl keinen Router bekommen haben, was haben Sie denn da für ein Gerät vorliegen?"
Stille.
"Na, das ist so 'n schwarzer Kasten mit Knopf!", sagt sie. "Sie kennen sich doch aus hier! Sagen S'e mir doch, wie sowas heißt!"
"Äh..."
Das kann ja alles sein, von einem Familienbenutzer über eine Kamera bis hin zu einem schwarzen Spülkasten fürs Designerklo. Ein nuklearer Zünder vielleicht?
Ich schweige.
Das motiviert.
"Na so ein...", sagt sie, berät sich schreiend mit den Kollegen im Hintergrund, die tendenziell Grobes und wenig Fachliches zurückbrüllen. Man einigt sich gemeinsam auf eine Begrifflichkeit. "Es ist ein... Power-Tower!", sagt sie.
"Soso!", sage ich.
"Ja!", freut sich die Kundin.
"Ist es vielleicht ein PC, im Volksmund auch 'Rechner' genannt?"
"Ja! Genau!", begeistert sie sich. "Wissen Sie, ich kenne mich da nicht so aus", ergänzt sie unnötigerweise.
"Ach Quatsch, das fällt doch keinem auf!"


Persönliche Notiz: Nur noch 20 Jahre bis zur Rente.


Mittwoch, 19. Dezember 2012

@work 17 - E-Mail von Unbekannt

http://goo.gl/2WjFK 
Telefon schellt, Kundin dran.
Kundin: "Ja hallo. Ich wollt Sie mal was fragen!"
Ich: "Legen Sie los!"
Kundin: "Ja, ich habe von einer komischen Firma ein E-Mail erhalten und weiß jetzt nicht, was ich damit machen soll..."
Ich: "Aha. Im Zweifelsfall löschen! Haha! Was denn für eine Firma?"
Kundin: "Ich mach mir ein paar Sorgen! Das Unternehmen heißt NORE-PLI."
Ich: "Ah, hmm, klingt wie 'NUSS-PLI', haha!, sagt mir nix. Ich wähle mich mal per Fernwartung bei Ihnen auf..."
*tippel-di-tippel-di*
*aufwähl*
Kundin sitzt vor einem E-Mail von noreply@obi.de (siehe: Link).
Ich: "Äh...!"
*facepalm*

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Sonntag, 16. Dezember 2012

@work 16 - ferne Ferndiagnose

http://goo.gl/2xqVC 
Telefon schellt, Kundin dran.
Kundin: "Mein Server tut piepsen!"
Ich: "Ja, das ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung, 'USV' genannt. Sowas macht die zum Beispiel, wenn der Wartungszyklus abgelaufen ist. Was zeigt denn das Display der USV an?"
Kundin: "Haha! Das weiß ich doch nicht, ich bin ja in einem ganz anderen Teil des Marktes!"
WTF?
*facepalm*
Ich: "Haha!"
Kundin: "Und ich dachte, Sie helfen mir!"
Ich: "Immer gerne! Aber nun ja, das ist jetzt ein bisschen so, als würden Sie bei der Feuerwehr anrufen, dass ihr Holzbein brennt, sie es aber leider gar nicht bei sich haben. Und dann können Sie der Feuerwehr keine Fragen zum Brandgeschehen beantworten..."
Kundin: "Na, Sie sind ja einer! Muss ich da jetzt etwa hingehen zum Server?"
Ich: "Nein. Lassen wir das Ding einfach für immer piepsen. Es stört ja niemanden, wenn keiner in der Nähe ist."
Kundin legt grußlos auf.
Rätselhafter Fall.

Protipp: Es mag helfen, sich beim Melden eines Problems in der Nähe des Problemherdes zu befinden.

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Mittwoch, 12. Dezember 2012

@work 14 - fortgeschrittene Problemanalyse

http://goo.gl/M51Et 
Telefon schellt.
Kundin: "Dea Drugga druggd dodaaal schlescht!"
Ich: "Aha! Was ist es denn für ein Modell?"
Kundin: "Ei, hia steht nix! Es isch so a Grosser!"
Ich: "Soso. Das ist ja schon mal recht konkret... Seit wann druckt er denn so schlecht?"
Kundin: "Na, seid ebben!"
Ich: "Hmm. Was ist denn eben passiert?"
Kundin: "Na, isch habb den Tonner getauschd gedan!"
Ich: "Soso!"
Kundin: "Ah jo!"
Ich: "Wenn wir jetzt mal gemeinsam gaaanz scharf nachdenken: Der Drucker druckt gut. Dann ist der Toner leer. Sie tauschen den Toner aus. Dann druckt er plötzlich schlecht. Was denken Sie - mal ganz theoretisch - woran DAS jetzt wohl liegen könnte?"
Kundin: "Äh..."
Ich: "Naaa?"
Kundin: "Ei, des dud sischer am Drugga ligge!"
Gott-oh-gott!
Ich: "Nein! Es liegt ganz sicher an einem defekten, neuen Toner! Bitte tauschen Sie den Toner abermals gegen einen Weiteren aus, dann ist alles wieder gut!"
Kundin: "Ei, de Tonner war neu! Isch will ne Meschanicka!"
Ich: "Nix Meschanicka! Tauschen!"
Kundin so: *mopper*
Ich so: *seufz*


Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Mittwoch, 4. April 2012

@work 10 - Weia

http://bit.ly/HfHWfb
Kundin ruft an.
"Die Kasse meldet: 'Der Scanner kann nicht angesprochen werden'!", sagt sie.
"Hmm. Haben Sie schon mal einen anderen Scanner an der Kasse ausprobiert?"
"Nee. ... Aber hier liegt ein Kabel herum, das ist überhaupt nicht eingesteckt!"
"Aha..."
"Ja, und das Kabel ist sogar von dem Scanner!"
"Na, das könnte ja tatsächlich erklären, warum der Scanner nicht angesprochen werden kann..."
"Au toll, vielen Dank!"

Weia.

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Dienstag, 6. März 2012

@work 8 - It's magic

http://bit.ly/xWBeye 
Während meines "Jobs out of Hell" (Blogbeitrag) habe ich telefonisch diverse Software vertickt.
So um die 1999 gab es eine Aktion mit einer Zeitungsbeileger-CD-ROM. Kunden konnten eine Software installieren, diese 30 Tage lang testen. Für den Fall, dass sie die Software behalten wollten, mussten sie nur eine Postkarte ("Gebühr bezahlt Empfänger") ausfüllen, dann bekamen sie per E-Mail ein Passwort zur unbegrenzten Freischaltung mitgeteilt.
Kundin ruft an.
"Meine Software ist nicht freigeschaltet worden!"
"Aha! Haben Sie die beiliegende Postkarte ausgefüllt?"
"Ja-haa! Natürlich habe ich die Postkarte ausgefüllt!", sie klang echt schnippisch.
"Ja. Hmm. Seltsam. Wann haben Sie die Postkarte denn ausgefüllt?"
"Vor drei Wochen!"
"Ja. Hmm. Seltsam."
Ich grübelte, währenddessen atmete sie mir wütend in den Hörer.
"Und wann haben Sie die Postkarte abgeschickt?"
"Wie abgeschickt?"
"Äh... Sie haben die Karte gar NICHT abgeschickt?"
"Nein, die habe ich hier neben mir liegen!"

It's magic, Dumpfbacke.


Sonntag, 13. November 2011

@work 3 - Blägg Boggsch

http://bit.ly/t4bCJq
Bei der Arbeit, mein Telefon schellt. Ich sage mein Sprüchlein auf, es meldet sich eine Dame.
"Gude Dag! Isch habb e Problem mid de Blägg Boggsch!"
Das würde wieder interessant werden.
"Sie sind mit dem Flugzeug abgestürzt und können Ihren Flugschreiber nicht finden?", fragte ich, nachdem ich mich rückversichert hatte, dass keine Vorgesetzten in der Nähe waren.
"Haha! Nee!", freute sich die Frau.
"Ah!", sagte ich. Das grenzte die jetzt noch offenen Möglichkeiten ja ziemlich ein... Keinen Schimmer.
"Sie meinen das EC-CASH an der Kasse?"
"Nee!", sagte die Frau, "Ned desch Kischterl!"
"Da bleiben ja nur noch ein paar Kischterln übrig. Ich weiß jetzt wirklich nicht, was Sie mit Black Box meinen!", sagte ich.
"Na, die anne Kabbeln, inne Büro!"
Mein Schweigen war ihr Ansporn, sie rang um Worte.
"Na, de Schwazze, die mer jedde Dag dausche dun!"
Es dämmerte mir.
"Ach! Sie meinen Ihre USB-Wechselfestplatte!"
"Ah, jo!", freute sie sich, "Ei, mer nenne die imma Blägg Boggsch!"
"Sehr kreativ!", log ich.

Persönliche Notiz: Nur noch 23 Jahre bis zur Rente.

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Mittwoch, 12. Oktober 2011

@work 2 - Funkmaus

http://bit.ly/qsCC4o
Kundin ruft an, die Maus sei kaputt. Ich frage schon gar nicht mehr, wie der Defekt zustande gekommen ist. Manchmal fahren sie irgendwo mit einem Stapler drüber oder zersägen es aus versehen. Oder der Azubi hatte zu viel Kraft und oder Langeweile. So viel Elend!
"Es ist aber eine Funkmaus", sagt sie.
"Oh. Echt? Am PC?"
"Jaja!"
 Welcher Steckertyp?", frage ich.
"Hä?", fragt sie konsterniert.
"Naja, so ein flacher Grauer oder ein grüner Runder?", versuche ich es einfach zu machen.
"Na Sie machen es aber kompliziert!!!"
Sie kriecht unter den Tisch, es raschelt am Hörer.
"So rund", sagt sie ächzend, sich wieder aufrichtend.
Ich schicke den Ersatzteilauftrag an die Technik. Postwendend kommt er zurück. "Funkmäuse nur an Laptops! Ansonsten kostenpflichtig!" steht da freundlich wie immer.
Ich rufe im Markt zurück, erkläre das Problem.
"Wie? Bezahlen? Aber meine Funkmaus hat doch ein Kabel!", beschwert sich die Kundin.
"???", frage ich.
"Funkmaus heißt das doch, wenn die Maus keine Kugel, sondern ein Lämpchen unten drunter hat", behauptet die Kundin.

Persönliche Notiz: Nur noch 23 Jahre bis zur Rente.

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