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Dienstag, 1. November 2022

Things we lost (in the fire) - Teil 17: Brunsviga

Quelle: Wikipedia

Im Bureau (nur in frz. Schreibweise) meines Urgroßvaters (mütterlicherseits) F. W. Fieseler gab es einen massiven Eichenschreibtisch und dazu passenden Rollschrank. Technisch ausgestattet war es mit einer mechanischen Index-Schreibmaschine AEG Mignon No. 4 (YouTube), mit der man mit einem Zeiger auf einem Buchstabenbrett zeigen musste, welcher Buchstabe getippt werden sollte. Auch gab es eine Brunsviga A-Rechenmaschine mit Glöckchen (Lexikon). Diese wurde damals beworben mit dem Slogan „Gehirn von Stahl“ und über Vertreter verkauft wie heutzutage Vorwerk-Artikel. Später bekam das Bureau noch einen schwarzen Bakelit-Fernsprecher dazu, Rufnummer 309 — mehr Technik geht ja kaum!

Alle diese wunderbaren Artefakte aus einer anderen Zeit existierten noch, als ich Kind war und mit der Schreibmaschine und auch mit der robusten Rechenmaschine ließ sich bei Oma trefflich spielen, etwas einstellen, wo herumdrücken und herumkurbeln geht ja bei Kindern immer. Später erbte ich das Telefon und auch das massive Rechenwunder und es stand als Ausstellungsstück bei uns im Wohnzimmerschrank.

Nun sind sie leider fort — Adieu!


Inhaltsverzeichnis der gesamten Serie


Dienstag, 5. Juni 2018

ru24 Special: Portugal von A-Z (Teil 3 von 3)

Porto
Nepp
1) Nochmal: niemals ein Restaurant betreten, vor dem Hanseln stehen, die dazu auffordern.
2) In Lissabon und auch Porto gibt es Läden für Touristen, die ausschließlich eingedoste Sardinen mit poppigem Design zu je 7,50 € verkaufen. Da muss man schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um hier seine Mitbringsel zu kaufen.
Und nein: Es gibt gar keine „Piermont-Sardinen“.

Ich nehm' den Nachtbus, Nachtbus, Nachtbus.
ÖPNV
Busse und Straßenbahnen sind das Mittel der Wahl zur Fortbewegung in der Stadt. 10 Minuten Verspätung sind nichts, worüber man sich hier aufregt. Auch bei einer Viertelstunde schauen die am Bushäuschen wartenden Einheimischen nicht einmal auf ihre Armbanduhr. Auf die ikonische Straßenbahn 28, die an einer bestimmten Haltestelle alle 8 Minuten halten sollte, kam mal in einer Dreiviertelstunde nur einmal und war so voll wie die Tokioter U-Bahn zur Rush Hour.
Busse und historische Straßenbahnen kacheln zentimetergenau durch enge Gassen und wenn irgendwo mal wieder einer lässig die Straße überquert oder ein Auto mit dem Warnblinker herumsteht, dann wird halt unaufgeregt gehupt bis der Vogel sein Gefährt wegsetzt. Businsassen haben einen dicken Nerv, regen sich wenn aber spektakulär im Kollektiv auf — wie Truthähne. Es klingt dann auch so. Pro: Der Nachtbus ist so voll, dass man gar nicht umkippen kann.
In Porto sollte man die Straßenbahn unbedingt bis zur Endstation fahren. Die Bahn wendet nicht, sondern fährt rückwärts wieder zurück. Zuvor wandert der Fahrer mit einem Einhängesitz und einer Kurbel in der Hand von ehemals vorne (jetzt hinten) zum neuen Vorne. Alle Sitzlehnen im Waggon werden zur Freude aller mit großem Hallo herumgeklappt, dann geht es wieder los in die Gegenrichtung.
Dickes Plus: Keine Musikanten in öffentlichen Verkehrsmitteln, das ist den Vögeln vermutlich nicht verlässlich genug.

Parks
In den Parks leben rabiate Tauben, rabiate Enten und zuweilen extrem rabiate Gänse. Der mit Abstand beste Park Lissabons ist der Jardim da Estrela direkt gegenüber der Basílica da Estrela. Im Teich gibts neben dem vorgenannten Federvieh sogar Wasserschildkröten! Yay! Im günstigen Café gibt‘s schattige Plätzchen am Teich, wechselnde Tagesgerichte und WLAN. Gegebenenfalls  klappt beim nächsten Besuch sogar die Toilette wieder. Gegebenenfalls.

Pastéis de Belem/Nata
Pastéis de Nata
Mönche, die ihre Schlüpper ausschließlich mit Eiweiß stärkten, hatten deswegen große Mengen Eigelb übrig und erfanden somit als Abfallprodukt eine süße Eiersahnecreme auf knusprigem Blätterteig, die berühmten Pastéis de Belém. Sie werden in der ganzen Stadt von Pastelarias (Bäckereien) als „Pastéis de Nata“ vertrieben und sind der Himmel auf Erden. Das Original-Rezept ist natürlich geheim... Da man mindestens ein Pastéis de Nata pro Tag essen sollte, bietet man in Portugal unglaublich günstige Kombis „Nata plus Espresso“ zu 1,00 € an. Yay!

Porto
„Pittoresk“ ist ja in der Regel nur ein Euphemismus für „verelendet“ und „heruntergekommen“. Porto aber ist so dermaßen schön und würdevoll gealtert, wie es Filmstars oft nicht tun. Bevor der ganze Laden rundumsaniert und durchgentrifiziert wird und die Häuser Plastikhaustüren und Kiesgärten bekommen, sollte man sich dieses Juwel in seiner gebrochenen, romantisch verwahrlosten Pracht dringend einmal ansehen, bevor es zu spät ist.

Sintra (Weltkulturerbe)
Eine einst sicher schöne Stadt, dermaßen vom Tourismus gezeichnet, als hätte eines Tages ein Wanderzirkus beschlossen, vor Ort zu bleiben, um dann auf Teufel komm‘ raus zu metastasieren. Hier haben wir die teuersten Kaffeeheißgetränke unserer Reise zu uns genommen: Einen etwas muffig schmeckenden Milchkaffe und einen wirklich grottenüblen Cappuccino. Ggf. war das der Denkzettel des Etablissements dafür, dass wir nicht feudal haben auffahren lassen.
Etwas fahl flohen wir diesen Ort.

Tauben
Tauben
Lissabon, deine Tauben scheissen nicht gerne im Dunkeln.

Telefon
Handy-Telefonate (oder das hier beliebte FaceTime) sind in Portugal buchstäblich endlos. Einmal begonnen, dauern sie IMMER bis zum Ende der Akkulaufzeit. Nur portugiesische Omas fassen sich kurz. Dabei brüllen sie mit der Stimme von Sophia Petrillo von den „Golden Girls“ ins Telefon und lachen wie Dämonen.

TV
Sobald der portugiesische Mann einen Fernseher mit Fußballspiel erblickt, erstarrt er wie ein Reh im Scheinwerferlicht und ist auch, wenn er mitten im Weg steht, nicht mehr ansprechbar.
True Story.



FAZIT
Selten war mir ein Urlaubsland auf Anhieb so sympathisch wie Portugal.
Wenn man am ersten Urlaubstag ein Lokal mit defekter Toilette besucht, kann man sicher sein, dass die Toilette auch am letzten Urlaubstag noch nicht funktioniert. Vieles wirkt unorganisiert, chaotisch und als Deutscher möchte man ständig etwas verbessern, und seien es die Abläufe aus Bestellen und Ausgabe ein einem Café -- was einem gleichzeitig die Augen öffnet, wie deutsch man eigentlich ist.
Wir werden wiederkommen, denn Portugal ist auf seine charmante Art wunderbar unperfekt.
Wer mehr darauf steht, dass jemand jeden Morgen mit einem Poliertuch das Dallmayer Prodomo-Schild am Café poliert, sollte nach Bayern fahren.

Montag, 15. Mai 2017

@work 24: Wurst

photo credit: Georgie Pauwels Now or never via photopin (license)

"Bitte ziehen Sie das dicke Kabel jetzt vom Drucker ab", sagte ich zu der Kundin am Telefon.
"Ja, und jetzt?", fragte sie.
"Jetzt schauen Sie bitte mal am anderen Ende des dicken Kabels."
"Hä?"
"Na, ein Ende halten Sie in der Hand, jetzt geht es mir um das andere Ende."
"Hä?"
"Na, das ist mit einem Kabel wie bei einer Wurst, die hat auch zwei Enden."
"Ach so! Ja, wissen Sie, Sie müssen mir das erklären wie einer Frau!"
"Ja, das war das mit der Wurst."


Samstag, 4. Februar 2017

Einen Anruf frei

photo credit: Mirko Olandese [01-III. Mug Shot] [Bonus photo] via photopin (license)
Man kennt das: Man wird verhaftet, bekommt alles weggenommen (Schnürsenkel, Gürtel, Tasche und vor allem das Handy) und hat dann einen (1) Anruf frei. In der Reihenfolge. Im Film können immer alle ihren Anwalt anrufen, sie kennen die Nummer wohl auswendig, is klar.
Der durchschnittliche Mensch der Moderne kann heutzutage noch drei (3) Telefonnummern auswendig: seine eigene, die des Partners/der Partnerin und irgendeinen Quatsch. Irgendwo muss es also statistisch gesehen jemanden geben, der fünf (5) Telefonnummern auswendig kann, denn ich kann mir leider nämlich nur eine einzige Nummer merken: Die vom chinesischen Panda-Imbiss in Remscheid-Lennep: 02191 68888.
Ich kann also, sollte ich einmal in diese Lage geraten, das Gericht 43 "knuspriges Hähnchen à la Malaysia" bestellen.
"Na, immerhin", würde de Mutter jetzt sagen.


Sonntag, 14. Dezember 2014

ru 25 history 51: Telefonieren

photo credit: Nostalgia ! via photopin (license)
Von 1974 an gab es für "günstiges Telefonieren" den sog. "Mondscheintarif" (Wikipedia). Der führte ab 18.00 Uhr zu Schlangen an den Telefonzellen und allgemein zu so hohem Gesprächsaufkommen, dass ganze Ortsnetze nicht mehr erreichbar waren. Deshalb schaffte ihn die Post 1980 wieder ab -- wegen des großen Erfolges. Is klar. Später gab es ihn dann unter der Bezeichnung Moonshine-Tarif wieder. Die Spinner.
Das Telefonieren kostete zwischen dem 3. Januar 1980 und Heiligabend 1988 werktags von 8–18 Uhr 0,23 DM je 8 Min und die übrige Zeit 23 Pf je 16 Min.
Liebe Post: Das waren ja je nach Uhrzeit 7,5 oder 3,75 Takte die Stunde zu je 0,23 DM, was 1,73 DM oder 0,86 DM entsprach -- das habt ihr Penner doch mit Absicht gemacht, dass sich das kein Schwein merken oder nachvollziehen konnte, oder?
In den 80ern haben wir auf jeden Fall immer Hektik am Telefon gemacht. Denn keinesfalls durfte nämlich die Telefonrechnung zu Hause die magische Grenze von 50,00 DM pro Monat überschreiten, sonst wäre Tango gewesen. Dann wäre ein Wählscheibenschloss ans Telefon gekommen, wie immer gedroht wurde.
Die Telefonnummern meiner Freunde, die von Tante und Oma und die von zu Hause hatte ich alle im Kopf -- Kunststück, die Telefonnummern meiner Kindheit waren allesamt vierstellig. Wir hatten zu Hause 5411. Am grünen Wählscheibentelefon im Wohnzimmer meiner Eltern wählte ich die 4 ratratratrat, 3 ratratrat, 0 ratratratratratratratrat, 3 ratratrat. Und nach dreimal schellen (und es war eine "Schelle") hatte ich im Idealfall meinen Kumpel Michael am Telefon, oder seine Mutter, die mich dann weitergab. Wir verabredeten uns in der Stadt und wenn einer von uns beiden mal nicht pünktlich am Treffpunkt war, dann wartetet man eben so lange, bis der andere aufschien. Niemand wäre auf die Idee gekommen, jetzt in schneller Folge vier oder fünf Postkarten rauszuhauen, Inhalt: "Wo bleibst du?" und 17 Sekunden später: "Ich warte seit 5 Minuten!"
Die Wartezeit verbrachte man stattdessen damit, Ortsfremden, die mit ihrem 5 kg schweren Autoatlas von 1972 nicht weiterkamen und mit ihrem 1969er Opel Rekord am Rand hielten, den Weg zur Landessportschule zu erklären.
Irgendwann kam der Kumpel dann auch mal angeschlappt auf seinen Adidas Allround.
Und wenn nicht, dann ging man eben wieder nach Hause.


Dienstag, 25. Februar 2014

@work 22 - Router


Telefon schelllt, ich gehe dran - schon beruflich.
Es ist eine Kundin ist in der Leitung: "Ja, hören S'e mal, ich hab hier 'nen Router geschickt bekommen. Den hab ich angeschlossen, aber der klappt gar nicht!"
"Ah ja! Ich stelle Sie am besten mal zu unseren Netze-Kollegen durch!"
Netze-Kollege so: "Hä, nen Router? Wieso?" *tippel-di-tippel*... "Der DSL-Router läuft bei denen seit 44 Wochen ohne Unterbrechung, der ISDN-Router sogar seit sagenhaften 73 Wochen! Also, nen neuen Router haben die da wohl nicht bekommen!"
*seufz*
Ich nehme den Anruf also zurück.
"Der Kollege sagt, dass Sie wohl keinen Router bekommen haben, was haben Sie denn da für ein Gerät vorliegen?"
Stille.
"Na, das ist so 'n schwarzer Kasten mit Knopf!", sagt sie. "Sie kennen sich doch aus hier! Sagen S'e mir doch, wie sowas heißt!"
"Äh..."
Das kann ja alles sein, von einem Familienbenutzer über eine Kamera bis hin zu einem schwarzen Spülkasten fürs Designerklo. Ein nuklearer Zünder vielleicht?
Ich schweige.
Das motiviert.
"Na so ein...", sagt sie, berät sich schreiend mit den Kollegen im Hintergrund, die tendenziell Grobes und wenig Fachliches zurückbrüllen. Man einigt sich gemeinsam auf eine Begrifflichkeit. "Es ist ein... Power-Tower!", sagt sie.
"Soso!", sage ich.
"Ja!", freut sich die Kundin.
"Ist es vielleicht ein PC, im Volksmund auch 'Rechner' genannt?"
"Ja! Genau!", begeistert sie sich. "Wissen Sie, ich kenne mich da nicht so aus", ergänzt sie unnötigerweise.
"Ach Quatsch, das fällt doch keinem auf!"


Persönliche Notiz: Nur noch 20 Jahre bis zur Rente.


Freitag, 24. Januar 2014

Tipp aus dem Stasi-Museum

NSA_Field_Station_006 by Sven_71
NSA_Field_Station_006, a photo by Sven_71 on Flickr.

Fun-Fact: Wer im Stasi-Museum Berlin mit dem privaten Handy telefoniert oder eine SMS schreibt, wird mit dem allergrößten Selbstverständnis abgehört.
Von den Amis und den Briten.

Natürlich sitzt da keiner mehr wie Ulrich Mühe seinerzeit im Kabuff ("Das Leben der anderen"), hört sich alles an und macht sich mit Bleistiftstummel und Kladde seine Notizen. Denn dazu müssten die amerikanischen Geheimdienste ja eine zweite Erde im Keller haben und jeder der 7,2 Milliarden Bewohner dort jobbt wacker als Stasi-Scherge.
Da diese total verlockende Aussicht leider nicht zu realisieren ist, müssen stattdessen mathematische Algorithmen die Hekatomben an Gelaber und pubertärem SMS-Geschreibsel, geWhatsAppe und ge-E-Maile nach Verdächtigem durchwuseln.

Das Budget nur der USA für Geheimdiensttätigkeit beträgt insgesamt 50 Milliarden US$ per Anno.
Doch manchmal ist weniger mehr.
Vielleicht stellen die Geheimdienste (NSA, MI6 & Co.) den allzu bemühten Brute-Force-Versuch der Vorab-Entdeckung von Terror-Spacken mal ganz ein -- klappt ja eh nicht, wie man prima am Bostoner Marathon-Massaker sehen kann.
Vielleicht nutzt man stattdessen das Hinschmalz von 100.000 Analysten und 100 Super-Duper-Computern ein bissi sinnstifender dafür, aus dieser Welt einen lebenswerteren Ort zu machen -- dann hört das Terror-Gespacke nämlich ganz von selbst auf -- total die Überraschung!
Ist nur ein Tipp.


Freitag, 4. Januar 2013

@work 19 - Frau Hä?

http://goo.gl/GcbKm
Ich rufe beim Kunden an.
Kunde: "Nuschel-Muschel-nuschelmuschel, meinnameis Möschemösche, wakannifürsitun?"
Ich: "Guten Tag, mein Name ist Mühlinghaus, ich hätte gerne Frau Albrecht gesprochen."
Kunde: "Hä? Wen?"
Ich: "Frau Albrecht!"
Kunde: "Hä? Nä! Ne Frau Albrecht ham wer nich!"
Ich: "Hmm... Naja, vielleicht ist der Name so ähnlich?"
Kunde: "Hä? ... Nä!"
Ich: "Hier steht 'in der Elektroabteilung'."
Kunde: "Ach so! Sie meinen Frau Aalbrech, ich verbinde!"
*facepalm*

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Sonntag, 16. Dezember 2012

@work 16 - ferne Ferndiagnose

http://goo.gl/2xqVC 
Telefon schellt, Kundin dran.
Kundin: "Mein Server tut piepsen!"
Ich: "Ja, das ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung, 'USV' genannt. Sowas macht die zum Beispiel, wenn der Wartungszyklus abgelaufen ist. Was zeigt denn das Display der USV an?"
Kundin: "Haha! Das weiß ich doch nicht, ich bin ja in einem ganz anderen Teil des Marktes!"
WTF?
*facepalm*
Ich: "Haha!"
Kundin: "Und ich dachte, Sie helfen mir!"
Ich: "Immer gerne! Aber nun ja, das ist jetzt ein bisschen so, als würden Sie bei der Feuerwehr anrufen, dass ihr Holzbein brennt, sie es aber leider gar nicht bei sich haben. Und dann können Sie der Feuerwehr keine Fragen zum Brandgeschehen beantworten..."
Kundin: "Na, Sie sind ja einer! Muss ich da jetzt etwa hingehen zum Server?"
Ich: "Nein. Lassen wir das Ding einfach für immer piepsen. Es stört ja niemanden, wenn keiner in der Nähe ist."
Kundin legt grußlos auf.
Rätselhafter Fall.

Protipp: Es mag helfen, sich beim Melden eines Problems in der Nähe des Problemherdes zu befinden.

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Dienstag, 24. April 2012

Bußgeld wegen Himpelchen & Pimpelchen

http://bit.ly/I62ZNY
Zeit Online schreibt: "Trotz Bußgelds - Immer mehr Autofahrer mit Handy am Steuer" (Link).
Das könnte am neuen Trend (*würg*) "In-Car-Living" (*kicher*) liegen (Link), denn immer mehr Deutsche verbringen immer mehr Zeit im Auto, pro Arbeitnehmer 330 Stunden im Jahr.
Und es könnte auch daran liegen, dass einen Himpelchen & Pimpelchen ständig wegen jedem Scheiß aufs Handy anrufen.


Dienstag, 6. März 2012

@work 8 - It's magic

http://bit.ly/xWBeye 
Während meines "Jobs out of Hell" (Blogbeitrag) habe ich telefonisch diverse Software vertickt.
So um die 1999 gab es eine Aktion mit einer Zeitungsbeileger-CD-ROM. Kunden konnten eine Software installieren, diese 30 Tage lang testen. Für den Fall, dass sie die Software behalten wollten, mussten sie nur eine Postkarte ("Gebühr bezahlt Empfänger") ausfüllen, dann bekamen sie per E-Mail ein Passwort zur unbegrenzten Freischaltung mitgeteilt.
Kundin ruft an.
"Meine Software ist nicht freigeschaltet worden!"
"Aha! Haben Sie die beiliegende Postkarte ausgefüllt?"
"Ja-haa! Natürlich habe ich die Postkarte ausgefüllt!", sie klang echt schnippisch.
"Ja. Hmm. Seltsam. Wann haben Sie die Postkarte denn ausgefüllt?"
"Vor drei Wochen!"
"Ja. Hmm. Seltsam."
Ich grübelte, währenddessen atmete sie mir wütend in den Hörer.
"Und wann haben Sie die Postkarte abgeschickt?"
"Wie abgeschickt?"
"Äh... Sie haben die Karte gar NICHT abgeschickt?"
"Nein, die habe ich hier neben mir liegen!"

It's magic, Dumpfbacke.


Freitag, 9. Dezember 2011

@work 4 - Tuning

http://bit.ly/rpKkZH
Telefon schellt.
Ein Kunde (K).

K: „Entschuldigen Sie, dass ich Sie belästige!“
H: „Ich arbeite hier beruflich! Was kann ich für Sie tun?“
K: „Es ist was mit dem Drucker!“
[Aha.]
H: „Was ist es denn für ein Modell?“
K: „Woher soll ich das denn wissen?“
H: „Es steht groß auf dem Gehäuse.“
K: „Ah, Moment mal…“, *raschelraschel*, „es ist ein großer Drucker!“
[Soso.]
H: „Ah, sehr gut! Und was für ein Modell?“
K: „Na, Sie stellen ja Fragen!“
H: „Ja, beruflich, schon, um zu erfahren, worum es geht!“
[*raschelraschel*]
K: „Na, hier steht es ja: C920“
H: „Was macht er denn?“
K: „Er druckt schlecht.“
H: „Haben Sie die Verbrauchsmaterialien mal ausgetauscht?“
K: „Sie meinen die Tuner?“ [sprich: Tjuner]
H: „… Äh, ja. Die Toner...“
K: „Ich habe Magneta und Chayenne ausgetauscht.“
[Magneta - war die nicht früher bei ABBA?- Muahahaha!]
[Und Cayenne - das ist doch was von Porsche! - Toll!]
[Meiner Treu!]
H: „Soo. Ich wähle mich mal per Fernwartung auf den Drucker auf.“
K: „Sowas können Sie?“
H: „Ja. … Ich sehe, dass die Toner in Ordnung sind, aber alle farbigen Fotoleiter sind komplett leer.“
K: "Das kann nicht sein! Ich habe die Tuner doch gerade ausgetauscht!"
H: "Der Drucker hat Toner-Kartuschen UND Fotoleiter, die hängen schräg unterhalb der Toner!"
K: "Die haben wir ja noch nie getauscht!"
[Surprise!]
H: "Ja, eben, deswegen druckt er schlecht!"
K: "Die sind bestimmt teuer. Ich möchte lieber einen Techniker!"
[*seufz*]

Persönliche Notiz: Nur noch 23 Jahre bis zur Rente.


Sonntag, 13. November 2011

@work 3 - Blägg Boggsch

http://bit.ly/t4bCJq
Bei der Arbeit, mein Telefon schellt. Ich sage mein Sprüchlein auf, es meldet sich eine Dame.
"Gude Dag! Isch habb e Problem mid de Blägg Boggsch!"
Das würde wieder interessant werden.
"Sie sind mit dem Flugzeug abgestürzt und können Ihren Flugschreiber nicht finden?", fragte ich, nachdem ich mich rückversichert hatte, dass keine Vorgesetzten in der Nähe waren.
"Haha! Nee!", freute sich die Frau.
"Ah!", sagte ich. Das grenzte die jetzt noch offenen Möglichkeiten ja ziemlich ein... Keinen Schimmer.
"Sie meinen das EC-CASH an der Kasse?"
"Nee!", sagte die Frau, "Ned desch Kischterl!"
"Da bleiben ja nur noch ein paar Kischterln übrig. Ich weiß jetzt wirklich nicht, was Sie mit Black Box meinen!", sagte ich.
"Na, die anne Kabbeln, inne Büro!"
Mein Schweigen war ihr Ansporn, sie rang um Worte.
"Na, de Schwazze, die mer jedde Dag dausche dun!"
Es dämmerte mir.
"Ach! Sie meinen Ihre USB-Wechselfestplatte!"
"Ah, jo!", freute sie sich, "Ei, mer nenne die imma Blägg Boggsch!"
"Sehr kreativ!", log ich.

Persönliche Notiz: Nur noch 23 Jahre bis zur Rente.

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Mittwoch, 12. Oktober 2011

@work 2 - Funkmaus

http://bit.ly/qsCC4o
Kundin ruft an, die Maus sei kaputt. Ich frage schon gar nicht mehr, wie der Defekt zustande gekommen ist. Manchmal fahren sie irgendwo mit einem Stapler drüber oder zersägen es aus versehen. Oder der Azubi hatte zu viel Kraft und oder Langeweile. So viel Elend!
"Es ist aber eine Funkmaus", sagt sie.
"Oh. Echt? Am PC?"
"Jaja!"
 Welcher Steckertyp?", frage ich.
"Hä?", fragt sie konsterniert.
"Naja, so ein flacher Grauer oder ein grüner Runder?", versuche ich es einfach zu machen.
"Na Sie machen es aber kompliziert!!!"
Sie kriecht unter den Tisch, es raschelt am Hörer.
"So rund", sagt sie ächzend, sich wieder aufrichtend.
Ich schicke den Ersatzteilauftrag an die Technik. Postwendend kommt er zurück. "Funkmäuse nur an Laptops! Ansonsten kostenpflichtig!" steht da freundlich wie immer.
Ich rufe im Markt zurück, erkläre das Problem.
"Wie? Bezahlen? Aber meine Funkmaus hat doch ein Kabel!", beschwert sich die Kundin.
"???", frage ich.
"Funkmaus heißt das doch, wenn die Maus keine Kugel, sondern ein Lämpchen unten drunter hat", behauptet die Kundin.

Persönliche Notiz: Nur noch 23 Jahre bis zur Rente.

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Montag, 26. September 2011

Umzug

"Ich kann hier niemals ausziehen!", sagte ich damals zu einer Freundin. Gemeint war meine Wohnung in 42477 Radevormwald, 50 m² mit Garten, Parkplatz vorm Haus für 190,00 EUR, die ich schon seit 10 Jahren bewohnte.
Ich meine hey!
Bei der Miete!?
Die Freundin schaute damals etwas sparsam. Nun, sie war meine damalige Freundin.
Aber, wie de Omma schon immer sagte: "Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen". Nun, sie sagte es auf französisch, was sich anhörte wie "Musche-musche-musche-awek-ö". Also, wie sich quasi alles auf französisch anhört, aber ich wusste ja, was sie meinte.
Die Zeiten haben mich dann irgendwann auch mal erwischt und spülten mich an neue Gestade, vulgo: ich zog der Liebe halber nach Wuppertal.

Zwischenspiel: Auf einer Garten-Party in Oberhausen. Meine Freundin und ich erzählen einer uns Unbekannten, dass wir gerade nach Wuppertal gezogen seien. Sie: "Seid ihr geistesgestört?"
So viel dazu.

Ein Umzug könnte ein Riesenspaß sein, wenn das Aussortieren, Kisten besorgen, Einpacken, Renovieren, Herumschleppen, Auspacken, Anschließen, Aufbauen und Kisten sowie Müll entsorgen nicht wäre. Ich hatte schon auf vielen Umzügen geholfen und da das ganze Spektrum der Möglichkeiten erlebt, von einer völlig ungepackten Wohnung, Motto: "Ach, Kistenpacken, das geht doch schnell! Kommt rein!" bis hin zur totalen Organisation nebst Empfangsgirl im Flur mit Klemmbrett, Motto: "Karton 68 gehört laut Liste hinten links ins Schlafzimmer, da weist dich dann jemand ein!"
Doch es ist immer eine ganz eigene Sache, wenn man selber umzieht...

Hier ein paar auf die harte Tour erarbeitete Tipps:

0) Bevor ihr irgendwo hinzieht, fragt VORHER die Nachbarn, wie es da im Winter ist.
[Wir beide sind jetzt SEHR gespannt auf den Winter, nachdem uns diverse Nachbarn über die Zentralheizung im Hause und den nicht stattfindenden Winterdienst in unserer steilen, schmalen Straße aufgeklärt haben]
1) Leute, kommt aus den Puschen und packt euren Kram selbst, bevor es andere für euch tun.
[So fand ich dann im Arbeitszimmer drei Wochen nach dem Umzug eine Kiste, aus der Wolken von Fruchtfliegen aufstiegen. Sie enthielt neben Bürokrimskrams originellerweise eine Obstschale mit in Verflüssigung befindlichen Birnen, eine Art Phantasialand der Drosophila.]
2) Beschriftet eure Kartons auf beiden Schmalseiten UND dem Deckel.
[a) kistenschleppenden Freunden ist es eh scheissegal, was du auf die Kartons geschrieben hast. Und: 2. Stock: (scheissegal)², 3. Stock: (scheissegal)³ etc. b) Beschriftungen von einseitig gekennzeichneten Kisten werden von den rekrutierten Hilfskräften grundsätzlich zur Wandseite gestellt. Mein Besteck ist noch immer Missing in Action. Gewöhne mich langsam ans Fingerfood.]
2b) Schreibt auf die Kisten nicht nur K, D, B, WZ, SZ, AZ.
[Wenn plötzlich und unerwartet die TAN-Liste benötigt wird, sind trotzdem noch 8 Kisten "AZ" zu durchsuchen. Ich hatte Glück im Unglück und musste nur eine komplette Raumecke freiräumen.]
2c) Bitte nehmt einen wasserfesten Stift!
Kaum hatten die Helfer alle Kisten zum Einladen in die Autos an die Straße gestellt, öffnete der Himmel des Bergischen Landes seine Schleusen für einen kurzen aber heftigen Schauer. Aus der Umzugskistenbeschriftung "Akten, Wii, Deko" wurde im Handumdrehen "$% ,,&/ /²²". Wenn etwas schief gehen kann, geht es schief.
3) Demontiert eure Möbel selbst, bevor es andere für euch tun.
[Tütet eure Schrauben und Möbelverbindungsteile ein, nebst Zettel, für was das zum Teufel eigentlich ist. Klebt euch diese Tüten an den Körper wie Sprengstoffgürtel. Bis alles aufgebaut ist. Glaubt mir, es ist sinnvoll, auch wenn es juckt. Alternativ kann man natürlich auch 3x zu IKEA fahren und die lieben Leute am IKEA-Kundenservice-Schalter besser kennenlernen. Klaus und Irene sind übrigens dufte!]
4) Macht euch einen Ordner mit allen wichtigen Papieren.
[Wie hieß nochmal der Auto-Versicherer? Granata? Hungaria? Weiß die Fröhn-Versicherung gegen Arbeitsscheu eigentlich schon die neue Adresse? Und die scheiß TAN-Liste fürs Überweisen der Miete, siehe 2b)... Just do it.]
5) Wo entsorge ich was?
[Ein Umzug enthüllt erbarmungslos, wieviel grausam unnützes Zeugs du eigentlich hast. Und wenn man zusammenzieht, hat man den ganzen Scheiß auch noch mindestens doppelt! Entsorgung tut not. Intime Kenntnisse über Entsorgungskalender, Standorte von Altglas-, Papier- sowie Altkleidercontainern, Diakoniestationen (zur Abgabe von sonstigem Plunder), Sondermüll-Sammelstellen und Müllverbrennungsanlagen sind idealerweise VOR dem Umzug zu erwerben.]
Dann passiert lange nichts.
6) Die Telekom schaltet DSL frei.
[Der Telekom-Fritze erscheint einige lange Wochen nach dem Umzug irgendwann zwischen 8.00 Uhr und 14.00 Uhr, steckt seinen Schraubvenzieher in die Telefondose und geht wieder. Dann stehst du da mit deinen Kabeln und Geräten. Das Geschlöngels ist unbeschreiblich! NTBA, Splitter, Fritz-Box, AB, ISDN-Telefon, Netzteile und Kabelage - Technik kann so viel Spaß machen, wenn sie auf Anhieb funktioniert! Schaut vor dem Umzug ins Internet und druckt euch was aus. Die Seite kommt in den Ordner, siehe 4).]

OK, Leutz, jetzt kann nur noch alles Andere schiefgehen!

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