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Mittwoch, 29. Juni 2016

BREXIT (2016)

photo credit: European Council Meeting, 28 June 2016 via photopin (license)
Da redet der britische Premier David Cameron sich sechs Jahre lang den Mund fusselig, was die EU doch für ein Scheißverein ist, wiederholt sich zur Sicherheit auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit gebetsmühlenartig. Porridge versalzen? Scheiss EU! Ale kälter als Zimmertemperatur? Sodbrennen vom After Eight? Drecks EU! Nach sechs langen Jahren Dauerbombardement mit Camerons Anti-Europa-Politik hatten die Bürger Englands eine recht klare Vorstellung von der Sache. TROMMELWIRBEL!! Jetzt versucht Cameron den ganz großen Coup: Europa mit dem Schreckgespenst eines EU-Ausstiegs noch mehr Extrawürste aus der Lende orgeln und schicko einfach mal die Bevölkerung über BREMAIN oder BREXIT abstimmen lassen. Und was machen die schwachsinnigen Bürger? Oh my gosh! Stimmen die Idis für den Ausstieg! Cameron soll geweint haben, als er das erfuhr.
Wer konnte mit so etwas rechnen?


Sonntag, 29. Juni 2014

"Nothing to fear but fear itself" (Franklin D. Roosevelt)

flickr-Bildlink

Der Bürger an sich ist ja eigentlich schon schwindelig genug, fährt zur Arbeit von Pontius nach Pilatus, Abends von der Arbeit zum Pilates. Kochen, Kinder, Kneipe, Freunde, Facebook, zwischendurch im Job mehr leisten, mehr Sport treiben. Bio einkaufen, den Bälgern Nachhilfe geben, mit dem verflohten Flokati zum Tierarzt, dann Gassi und nach Hause. Bis die Blagen im Bett sind, ist es fast elf und die Hütte sieht aus wie Sau. Die meisten Menschen haben in diesem Augenblick nicht mehr die Muße, sich jetzt noch sechs Stunden lang durch die Bleiwüste einer Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu wälzen. Die überaus differenzierten Berichte zur Lage der Nation zu lesen und vor allem zu verinnerlichen. Stattdessen sitzen sie, mattgepaukt von des Tages Knechtungen, vor der Glotze und ziehen sich zu Bier & Chips Schrott rein, den ihnen eine zu stark geschminkte, sog. "Journalistin" (Muhaha!) vorsülzt. Hier wird nach erprobtem amerikanischen Vorbild die Angst des Bürgers gezeugt und geboren, ihm eingetrichtert, wenn er am wehrlosesten ist.
Klappt!


Es ist die Angst davor, von asylsuchenden Fremden überrannt zu werden, vor dem Islam allgemein, vor E10-Sprit, vor Killerbienen, vor neuen Allergenen, Jobverlust, Russland, multiresistenten Keimen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Islamisten. Es ist die Sorge vor der zu erwartenden Winz-Rente (die uns alle zu Obdachlosen machen wird), NSA, Ärztepfusch, wieder Jobverlust (aber aus anderen Gründen), Gift im Trinkwasser, Inflation und Deflation und den Pollen neu eingeschleppter Pflanzen. Es wird Furcht in die Köpfe gesät vor Meteoriten, Chlorhühnchen, Aluminium im Deo, Genmais, Veränderungen allgemein, neuen Stromtrassen – die Liste ist endlos – gut für die, für die Angst ein Riesengeschäft ist.
Aber was wäre der Bürger denn ohne diffuse Ängste? Ohne diese Ängste würde er ja viel weniger konsumieren. Das geht ja gar nicht!

Siehe z.B. den GAU in dem japanischen AKW Fukushima: Ein paar Stunden nach der Meldung waren in den deutschen Apotheken die Jod-Tabletten ausverkauft (Blogbeitrag). Und E10 hat sich drei Jahre nach Einführung 2011 auch noch nicht so recht durchgesetzt (Blogbeitrag). Die ängstlichen Herrschaften tanken nach entsprechender Berichterstattung lieber weiterhin spei-teures Shell Super Plus Racing Mango Chutney (Blogbeitrag), infizieren sich aber im banken-finanzierten Auto immerhin nicht mit Bus-Killerkeimen. Gegen das Gift im Trinkwasser hilft es, Sprudelkisten zu schleppen, gegen den Rentenschock kann man schon jetzt so allerlei ansparen und gegen sich verteuernden Strom kann man sich Solarzellen aufs Dach pappen. Um das alles bezahlen zu können, kann man man ja (ebenso nach amerikanischem Vorbild) einen Vielzahl "günstiger" Kredite aufnehmen, das machen ja alle so. Die Sparkasse bietet mittlerweile an, alle Darlehen, die man hat, zu einem Einzigen zusammenzufassen - damit man noch klar kommt. Das nennt sich "Kreditoptimierung" und kostet natürlich extra.
"Alles was du hast, hat irgendwann dich", heißt es in Fight Club.
Es wurde selten wahrer gesprochen.

Der Angstbürger kann jetzt zu den horrenden monatlichen Zahlungen nicht auch noch Veränderungen im Wohnumfeld ertragen (Blogbeitrag). Er kann ja nicht mehr weg, das Haus muss er schließlich bis 2045 abbezahlen. Atomkraftwerke & Atommüll-Endlager in nächster Nachbarschaft gehen aus nahe liegenden Gründen nicht, aber Windkraftanlagen oder neue Stromtrassen zum Transport der Energien aus Windkraftanlagen gehen widersinnigerweise aber auch "irgendwie" nicht! Da bricht der Angstbürger nämlich aus seiner Angststarre aus und wird zum Wutbürger aka Mitmachbürger. Hey! Wenn man sich ja sonst nix mehr leisten kann: Protestieren geht immer! Und ständig ist ja was: Die Mächte der Finsternis wollen bauen, bauen, bauen: einen Golfplatz, Windkraftanlagen, einen Jugendknast, einen IKEA, eine Forensik, um nur die großen Nöte der Wuppertaler Bürger zu benennen. In Grimma konnten die Wutbürger immerhin schon erste Erfolge erzielen: Rechtzeitig vor dem Jahrhunderthochwasser konnte der Bau einer Hochwasserschutzmauer verhindert werden! Glückwunsch an Grimmas Wutbürger, sie sind komplett abgesoffen. Die Schuld tragen natürlich die Anderen (Focus-Artikel).

Drittes Jahrtausend - hey! - die Energiewende rollt an, die Offshore-Windparks könnten bald Energie in alle Teile der Republik liefern, doch ach! Erstmal muss eine neue Nord-Süd-Trasse für Strom her, die sog. „Suedlink“-Stromtrasse. Und plötzlich sind wieder tausende Bürger auf der Straße, wollen mit allen Mitteln verhindern, dass diese Stromleitung bei ihnen auch nur am Horizont entlang gebaut wird! Man hört ja so viel, man muss an die Zukunft der Kinder denken! (Na, wer hat da wohl zu viel ferngesehen und sich von übertrieben geschminkten Nachrichten-Medusen mit diffusen Ängsten aufladen lassen?)
„Mögliche gesundheitliche Auswirkungen bewegen die Menschen besonders“, greift Landrat Spieker Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern auf. Daher plant der Landrat gemeinsam mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase eine zentrale Informationsveranstaltung im Kreisgebiet, die gesundheitliche Fragestellungen zu der geplanten Gleichstromverbindung zum Thema hat. (Quelle)
"Mögliche (...) Auswirkungen (...) bewegen die Menschen": Genau. Keinen Plan von nix aber auf diffusen Verdacht hin mal Randale machen und ne Bürgerinitiative raushauen, so sind se, unsere Wutbürger!

Jetzt mal in echt: Direkt unter einer Hochstromtrasse wollte ich auch nicht leben. Aber, lieber Gott, man kann sich doch informieren. Das ist doch keine Alien-Technologie oder ein Geheimprojekt der US-Regierung! Dann recherchiert man mal in diesem Internet und findet ganz schnell heraus (Hände weg von Eso-Seiten, Indiz: Werbung für Orgon-Strahler), dass 200 m Abstand zu einer Hochspannungsleitung reichen (Quelle). Jetzt könnte man das mal einfach nicht glauben und nimmt forsch das Fünffache an, also 1.000 m. Auch gut! Aber das war's doch jetzt, oder? Herrgott, da muss man doch nicht extra an einem Mittwochabend zu einer "zentralen Informationsveranstaltung im Kreisgebiet" gehen. Es sei denn, sie bieten lecker Schnittchen und O-Saft an.

Fazit:
Leute, Leute, Leute! Wenn euch jemand Angst macht, dann doch nur, weil mit dieser Angst Milliarden umgesetzt werden. Ihr seid das Melkvieh der Nation, vergesst das nicht. Und sie tun alles, damit ihr die Milchquote übererfüllt. Aber ihr könnt euch schützen. Lasst einfach die Glotze aus. Ich sehe seit dem 12. September 2001 nicht mehr fern (schaue aber gerne noch Serien von DVD und von Festplatte). Fast dreizehn Jahre später habe ich meine Momente, an denen ich weder Angst vor "möglichen Auswirkungen" noch irgendeinen Konsumwunsch hege.
Yay!!!
Diesen paradiesischen Zustand werde ich nicht mehr hergeben.
(You have) "Nothing to fear but fear itself" (Franklin D. Roosevelt)

Und lasst endlich diesem lärmenden Bürgermitmachquatsch, das ist sowas von peinlich!

Hier ein paar Tipps und ein weiterführender Link zum fernsehfreien Leben (Blogbeitrag).


Freitag, 6. September 2013

Wutbürger

http://goo.gl/r9hTbI
In der Regel kann man die Bürgerschaft aufteilen in Bitbuerger (15 %), Mitbürger (70 %) und Wutbürger (15 %).

Der Bitbuerger (Kunstwort aus Mitbürger und einer Biermarke) ist Getränkemarkt-Kunde, müllt Altglas-Container voll, schaut im Bieranzug RTL II und sediert sich mit reichlichen Gaben Alkohol, bis er vor der Glotze einschläft, Motto: "Heute ein König!" Eine Bundesregierung weiß: Hält man die Steuern auf Alkohol niedrig, hat man von dieser Bevölkerungsgruppe keinen Stress zu erwarten (das bisschen Häusliche Gewalt geht locker im Hintergrundrauschen unter, da gibts Veilchen eben mal nicht nur am Valentinstag). Deshalb schraubt die jeweils aktuelle Regierung immer wie verrückt an der Tabaksteuer, niemals aber an den Steuern für Alkohol, diese gelten seit der Weimarer Republik als unantastbar.

Der Mitbürger an sich geht arbeiten, einkaufen, trennt Müll, zieht Kinder auf und geht immer wählen, ändert damit aber wie gewohnt einen Scheiß.

Der Wutbürger sieht sich selbst als aufgeklärt im Sinne Kants: "Aufklärung ist der Ausbruch des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." Also, statt sich "alles gefallen zu lassen" (O-Ton), beginnt der Wutbürger mit allen Mitteln, sein Umfeld und seine Umwelt an sich anzupassen, statt umgekehrt. Er fängt an, sich als "Anwohner" zu gerieren. Im Grunde kann man ja gegen jede Veränderung protestieren, sobald man den Dreh heraus hat. Atomkraft, Windkraftanlage (Blogbeitrag), Neubau einer JVA (Blogbeitrag), einer Forensik (Blogbeitrag), oder eines IKEA - oder was gerade so ansteht - die Moderne ist ja durchaus reich an Wandel. Wutbürger wollen längst weitaus mehr "als nur die Farbe der Brücke" mitbestimmen (Artikel), so zum Beispiel die Leverkusener, die sogar bei der "Form der Autobahnauffahrt" ein Wörtchen mitreden wollen (Muahaha!!!), auch wenn sie nicht den blassesten Schimmer haben.
Mittlerweile sind wir so weit, dass wichtige Bauvorhaben verunmöglicht oder wenigstens durch die Mitmachbürger-Blitzbirnen blockiert werden, wie z.B. Hochwasserschutzmauern (siehe bitte diesen Artikel - Gottogott!!!) - weil die Wutbürger es können.

Heute wäre es schlicht nicht mehr möglich, einen Eiffelturm zu errichten (verschandelt die Aussicht, macht Geräusche im Wind, wirft Schatten, zieht Blitze an etc.), desgleichen den Kölner Dom (verschandelt die Aussicht, Gefahr durch Steinschlag, wirft Schatten, zieht Blitze an etc.), die Wuppertaler Schwebebahn (verschandelt die Aussicht, rattert wie Sau, quietscht wie Hulle, geht viel zu nah an Wohnungen vorbei, bedroht den lokalen Einzelhandel etc.) usw. usf.
Das ist unser aller leuchtende Zukunft: Nichts geht mehr - rien ne vas plus.
Was bleibt ist Mittelmaß, zu läppisch, um dagegen zu protestieren.


Jetzt mal in echt: Meiner Meinung nach sollte man Eltern, die mit ihrer schwindligen Brut zu Anti-Windkraft-Demos gehen, zwangssterilisieren, die Bälger dem Jugendamt zuführen.
Und der Rest soll sich um seinen eigenen Scheiß kümmern, Gott du Gerechter!


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Reißt euch mal am Schlüpper!

http://goo.gl/jtC3x

Der tolerante, weltoffene Multikulti-Bürger an sich wird volljährig und gilt dann vor dem Gesetz als "erwachsen", nach etwa zehn Jahren ist er das dann auch so ganz bei kleinem. Man geht wählen, hat lustige "Kröskes" (= Liaisons), richtige Beziehungen und Rucksackurlaube. Peu à peu beginnt eine Phase der Familienplanung (oder -verweigerung), die in der Regel binnen weiteren zehn Jahren in die Pötte kommt. Alles easy und unverbindlich.
Vielleicht wird der Bürger sogar zum Familienmensch und Häuslebauer.

Ab hier beginnt dann die Erosion:

Wer vorher immer schallend über die Unterschichts-Namen in den Geburtsanzeigen der Zeitung gelacht hat, nennt seine Bälger in einem Anfall von hormon-induzierter Hyper-Kreativität nun selbst Lennox-Sören und Ipanema-Sophia. Im Kindergarten treffen sie dann auf Zaïre, Solveig-Blue, Agent-Orange, Fynn-Ottokar und Mia-Cäcilia (Blogbeitrag) (Blogbeitrag).

Wer vorher gerne mal einen Stick/Joint, ein Pfeifchen, eine Blubber eine Bong geraucht hat, schaut nun mißmutig auf "diese Kiffer". Das sind doch alles potentielle Kriminelle, die sich nicht im Griff haben! Und schließlich ist Cannabis eine Einstiegsdroge, das weiß doch jeder!
Am Ende werden Lennox-Sören und Ipanema-Sophia schon am Jägerzaun des Kindergarten-Freigeländes von HIV- & HEP-positiven Drogensüchtigen angefixt.
Sicher, sicher.

Wer vorher integrativen Unterricht dufte fand, vielleicht sogar Inklusion (Link), schaut nun sparsam, wenn's um die eigene Brut geht. Ziehen Ausländerkinder, Behinderte oder sogar behinderte Ausländerkinder nicht das Niveau der Klasse herunter? Bekommen Lennox-Sören und Ipanema-Sophia später Probleme, wenn sie aufs Gymnasium gehen wollen/müssen? Da man keinesfalls als "ausländerfeindlich" gelten möchte, was man selbstverständlich natürlich keinesfalls ist, sondern lediglich "kritisch hinterfragend", muss man bei seiner Begründung ganz schön tricksen. Protipp: Argumentiere mit "Gefahr durch unbekannten Impfstatus" (Link).

Wer vorher die Berichterstattung der Medien für "reißerisch" gehalten hat, klebt nun an den Lippen der vage hautfarben abgespachtelten PRO7-Nachrichten-Meduse. Hier erfährt man ungeschminkt (Muahahaha!!!), wie die gesamte Gesellschaft langsam aber sicher in Anarchie und Wahnsinn versinkt. Sodom und Gomorrha! Immer schön auf die hören, für die Angst das große Geschäft ist - und man hört ja so viel! Sicher ist sicher: Statt seine Kinder auch mal 200 m zu Fuß gehen zu lassen, werden sie halt mit dem SUV überall hingefahren, auch zu den Nachbarn gegenüber (Blogbeitrag).

Wer vorher Hundehaltung für zu lästig gehalten hat, um daran überhaupt einen Gedanken zu verschwenden, benötigt jetzt, im Rahmen von "Familie 1.0", fast schon zwangsläufig einen müffelnden Flohzirkus - der Herr des Hauses muss sich schließlich nur im Ausnahmefall selbst darum kümmern. (Blogbeitrag) (Blogbeitrag)

Wer vorher eher für Bewährungsstrafen war, den einen oder anderen politischen Kuschelkurs vertrat, will nun natürlich die härtere Gangart, nicht nur für Dealer. "Wegsperren, das kriminelle Gesocks, am besten für immer!", heißt es immer öfter. Man fordert drastische Strafen für Verbrecher, gerne auch Einzel- und/oder Dunkelhaft sowie die Einführung der Todesstrafe. Schließlich heißt es Brut und Eigentum zu schützen! Aber bitte: Gefängnis- oder Forensik-Neubauten immer in einem anderen Bundesland errichten, als dem Eigenen! (Blogbeitrag)

Meine Fresse, reißt euch mal am Schlüpper!
Versucht bitte, die Frühvergreisung so lange aufzuhalten, wie es eben geht.