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Samstag, 22. Dezember 2012

Queen Mom 21 - Wunder der Vorweihnachtszeit II

http://goo.gl/dmi1M
Donnerstag vor Weihnachten.
Ich komm also zu de Queen Mom wegen de Einkäufe, diesmal vorweihnachtliche Einkäufe.
De Flur glänzt und de Mutter hat de Haare frisch in so kleine Röllekes gelegt - de Putzfrau/Frisöse war also da gewesen.
Ich setz mich.
"Wie isst?", frag ich.
"Och Gott! Wie sollet denn sein?", sacht se.
"Gut!", sach ich.
"Och jo, sachte de Mutter, holt et Portemonnaie und grofelt drin rum. Se holt zwei Fuffziger raus und drückt se mir inne Hand. "Da!", sachte se.
Ich überleg. Hatte ich de Mutter Geld geliehen? ... Nee...
Spritgeld vielleicht?
Nee, Spritgeld hatte ich ja noch nie bekommen...
"Hä?"
 "Ja, hier fürn Dinges!", sachte se.
Herrgott! Wat fürn Dinges?
"Hä?", sach ich wieder.
"Na, wegen Dinges am Montag!", sachte se.
Et dämmert mir.
Heiligabend fällt dies Jahr auf nen Montag - dat is mein Weihnachtsgeschenk!
"Mein Geschenk?", stammel ich.
"Ja sicher. Dann brauch ich nich an Weihnachten mitm Geld rummachen!"
"Äh, danke!"
"Deine Sachen krich ich dann am Montag?"
"Äh, sicher..."

War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Vorweihnachtszeit": hier.


Samstag, 15. Dezember 2012

@work 15 - lustige Nachnamen

http://goo.gl/mPWuW
Ich war noch jünger und machte in 1999 gerade den "Job out of Hell" (Blogbeitrag). Quasi im Minutentakt riefen Endkunden an, um Software wie Norton Antivirus, Norton Utilities, Lotus Organizer und die Lotus Smart Suite zu bestellen.
Eines Tages rief ein Herr Eichhorn an. Als ich seine Adresse "Am Waldrand 84b" eingab, erheiterte mich diese gelungene Kombination und ich ließ mich zu einem "Na, das passt doch ganz prima!" hinreißen. Daraufhin schlug mir telefonisch eisigstes Schweigen entgegen. Es war nicht nur ein herkömmliches, handelsübliches eisiges Schweigen, nein, es war wirklich und wahrhaftig ein Mega-Mutanten-SUPERHELDENSCHWEIGEN (à la X-Men). Es vereiste mir die Fontanelle, seinerzeit.
Seitdem heißt die Erfahrung mich schweigen, wenn ich jemanden mit einem lustigen Namen ans Telefon bekomme, was nicht zu selten der Fall ist.

Hier eine kleine Auswahl: Herr Fruhstuck, Herr Kuhhaupt und Herr Rindfleisch, Frau Mann, Frau Bärwald (die man wohl besser nicht mit Frau Büchsenschütz bekannt machen sollte), Herr Franzkowiak (in einem Wort), Frau Behitler (just be it), Herr Oxenfart (der vermutlich nicht ahnt, wie lustig sein Name auf englisch ist), Herr Colombo, die Herren Kaul und Quappe (die im gleichen Unternehmen arbeiteten) und last but not least Wiebke Knabenschuh.
Ich sag nix!
Nichtmal ein winziges "...!" kommt über meine Lippen.

Aber eines Tages wird mich vielleicht eine "Brenda Dorn-Busch", "Jacqueline Oppel-Ase" oder ein "Herr D. Ment" anrufen (der vergessen hat, was er eigentlich will), und dann wird es um meine Contenance mal wieder geschehen sein...


P.S.:
Der humor-reduzierte Nager mit dem Superheldenschweigen wohnt übrigens noch immer am Waldrand (Link), naja, wo auch sonst?
*kicher*


Freitag, 14. Dezember 2012

Bonner Bombe hatte terroristischen Hintergrund

http://goo.gl/0vYeJ 
Ich beginne mit drei aufpeitschenden Zitaten:
»Mit dem Niedergang des römischen Reiches ging der Niedergang Bonns in der Spätantike und im frühen Mittelalter einher.« (Quelle)
»1949 wurde Bonn überraschend zur vorläufigen Hauptstadt gewählt, 1991 beschloss die Regierung zum Entsetzen der Bonner den Umzug nach Berlin.« (Quelle)
»'Bonn ist halb so groß wie der Zentralfriedhof von Chicago, aber doppelt so tot', lästerte der amerikanische Schriftsteller John le Carré über die [damals] neue deutsche Hauptstadt« (Quelle) - und da war Bonn noch die Kapitale und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.
Der Regierungsumzug nach Berlin war in 1991 - das ist übrigens schon was länger her.
Seitdem sank der ohnehin schon arg niedrig stehende Stern Bonns weiterhin kontinuierlich. Viele der jüngeren Bundesbürger (Jahrgang 1985 ff.) wissen gar nicht, dass Bonn überhaupt existiert. Wolfenbüttel - ja. Hückeswagen - ja. Aber "Bonn"? Was soll das denn sein? Vielleicht sollte die BRAVO in ihren nächsten 20 Ausgaben mal einen Bonn-Starschnitt im Maßstab 1:1 beilegen.
Oder: Kennt jemand berühme Bonner?
Nun ja... Da wäre zum Einen der weithin unbekannte und verlachte Barockdichter Johann Möchtegott Klöbel (Blogbeitrag). Auch hörte man vom Dadaisten Theoderich W. Weizenkeim. Und von... nada.
Himmel! Bei meinem Anruf bei der "Auskunftsstelle der Bundesbahndirektion West" war die auskunftgebende Person Frau Penelope Zierfisch-Trester überrascht, dass die Stadt Bonn überhaupt ans Schienennetz angeschlossen sei, geschweige denn, dass sie über so etwas wie einen "Hauptbahnhof" verfüge. Meine weiteren Ermittlungen verliefen im Sande.

Jetzt mal in echt: Welche Birne eines minderbemittelten radikal-islamistischen Vollpfosten-Terrornetzwerkes sucht sich als Ziel für einen Bombenanschlag den Bonner Hauptbahnhof aus? (Artikel)
Das ist irgendwie schon ein bisschen traurig.

Ich habe hier mal ein paar sich zum Abriss lohnende Objekte aufgelistet (bitte vorher räumen lassen, danke): LINK. Und da, wo die herkommen, gibt's noch viel mehr, z.B. LINK.


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Reißt euch mal am Schlüpper!

http://goo.gl/jtC3x

Der tolerante, weltoffene Multikulti-Bürger an sich wird volljährig und gilt dann vor dem Gesetz als "erwachsen", nach etwa zehn Jahren ist er das dann auch so ganz bei kleinem. Man geht wählen, hat lustige "Kröskes" (= Liaisons), richtige Beziehungen und Rucksackurlaube. Peu à peu beginnt eine Phase der Familienplanung (oder -verweigerung), die in der Regel binnen weiteren zehn Jahren in die Pötte kommt. Alles easy und unverbindlich.
Vielleicht wird der Bürger sogar zum Familienmensch und Häuslebauer.

Ab hier beginnt dann die Erosion:

Wer vorher immer schallend über die Unterschichts-Namen in den Geburtsanzeigen der Zeitung gelacht hat, nennt seine Bälger in einem Anfall von hormon-induzierter Hyper-Kreativität nun selbst Lennox-Sören und Ipanema-Sophia. Im Kindergarten treffen sie dann auf Zaïre, Solveig-Blue, Agent-Orange, Fynn-Ottokar und Mia-Cäcilia (Blogbeitrag) (Blogbeitrag).

Wer vorher gerne mal einen Stick/Joint, ein Pfeifchen, eine Blubber eine Bong geraucht hat, schaut nun mißmutig auf "diese Kiffer". Das sind doch alles potentielle Kriminelle, die sich nicht im Griff haben! Und schließlich ist Cannabis eine Einstiegsdroge, das weiß doch jeder!
Am Ende werden Lennox-Sören und Ipanema-Sophia schon am Jägerzaun des Kindergarten-Freigeländes von HIV- & HEP-positiven Drogensüchtigen angefixt.
Sicher, sicher.

Wer vorher integrativen Unterricht dufte fand, vielleicht sogar Inklusion (Link), schaut nun sparsam, wenn's um die eigene Brut geht. Ziehen Ausländerkinder, Behinderte oder sogar behinderte Ausländerkinder nicht das Niveau der Klasse herunter? Bekommen Lennox-Sören und Ipanema-Sophia später Probleme, wenn sie aufs Gymnasium gehen wollen/müssen? Da man keinesfalls als "ausländerfeindlich" gelten möchte, was man selbstverständlich natürlich keinesfalls ist, sondern lediglich "kritisch hinterfragend", muss man bei seiner Begründung ganz schön tricksen. Protipp: Argumentiere mit "Gefahr durch unbekannten Impfstatus" (Link).

Wer vorher die Berichterstattung der Medien für "reißerisch" gehalten hat, klebt nun an den Lippen der vage hautfarben abgespachtelten PRO7-Nachrichten-Meduse. Hier erfährt man ungeschminkt (Muahahaha!!!), wie die gesamte Gesellschaft langsam aber sicher in Anarchie und Wahnsinn versinkt. Sodom und Gomorrha! Immer schön auf die hören, für die Angst das große Geschäft ist - und man hört ja so viel! Sicher ist sicher: Statt seine Kinder auch mal 200 m zu Fuß gehen zu lassen, werden sie halt mit dem SUV überall hingefahren, auch zu den Nachbarn gegenüber (Blogbeitrag).

Wer vorher Hundehaltung für zu lästig gehalten hat, um daran überhaupt einen Gedanken zu verschwenden, benötigt jetzt, im Rahmen von "Familie 1.0", fast schon zwangsläufig einen müffelnden Flohzirkus - der Herr des Hauses muss sich schließlich nur im Ausnahmefall selbst darum kümmern. (Blogbeitrag) (Blogbeitrag)

Wer vorher eher für Bewährungsstrafen war, den einen oder anderen politischen Kuschelkurs vertrat, will nun natürlich die härtere Gangart, nicht nur für Dealer. "Wegsperren, das kriminelle Gesocks, am besten für immer!", heißt es immer öfter. Man fordert drastische Strafen für Verbrecher, gerne auch Einzel- und/oder Dunkelhaft sowie die Einführung der Todesstrafe. Schließlich heißt es Brut und Eigentum zu schützen! Aber bitte: Gefängnis- oder Forensik-Neubauten immer in einem anderen Bundesland errichten, als dem Eigenen! (Blogbeitrag)

Meine Fresse, reißt euch mal am Schlüpper!
Versucht bitte, die Frühvergreisung so lange aufzuhalten, wie es eben geht.



Dienstag, 11. Dezember 2012

Die schrecklichen Folgen der Onanie

http://goo.gl/ULffK
Jeder kennt sie, die schrecklichen Folgen der Onanie: unsteter Blick, Nachtschweiß, Haare zwischen den Fingern, Rückenmarkschwund und Schwachsinn. Wie gut, dass zumindest Juden und Moslem (früher auch Christen) ihre Babyjungs beschneiden ließen und lassen, damit sie diesem schrecklichen Schicksal entgehen können (Artikel).
Alles gut!
Aber dann hatte das Landgericht Köln die Beschneidung eines muslimischen Jungen als Körperverletzung gewertet, weil der Eingriff medizinisch nicht notwendig gewesen sei (siehe a.a.O.).
Ja spinnen die?
Und "das Recht auf körperliche Unversehrtheit" - das ist doch nur was für Lappen!
Doch: "Für alle in der Bundesregierung ist es völlig klar: Wir wollen jüdisches und wir wollen muslimisches religiöses Leben in Deutschland", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin (Quelle).
Man kann sich lebhaft vorstellen, wie das religiöse Leben vorgenannter Religionsgemeinschaften knirschend zum Erliegen käme, wenn man festlegte, dass Jungs erst bei Erlangung der (eingeschränkten) Geschäftsfähigkeit selbst über die Versehrung/Unversehrtheit ihrer Körpers bestimmen könnten... unvorstellbar! Möglicherweise käme es sogar zu genitalem Verstümmelungstourismus, vielleicht nach Holland oder Polen!
Während in Deutschland das Kupieren von Hunden seit 1987 (Ohren) und 1998 (Schwanz) gesetzlich geregelt = verboten ist (Quelle), hatte der schusselige deutsche Gesetzgeber entsprechende Regelungen für das Kupieren von Babys bislang leider verpeilt, voll peinlich!

An alle Gläubige: It' so easy - wenn euer Gott gewollt hätte, dass Männer keine Vorhaut haben, hätten sie keine - von Geburt an, ihr Vögel! Meine Güte!
Noch Fragen Kienzle?
Nein, Hauser.


Freitag, 7. Dezember 2012

Fremdschämautomation

http://goo.gl/btiyb 
Erster richtiger Wintertag des neuen Winters 2012/2013! Eingemummelt wie der Michelin-Mann wanke ich in die Wuppertaler Rathaus-Galerie, grofele unter anderem durch die Auslagen eines Ladens namens XENOS. Hier gibts alles außer vernünftig, wie ich feststelle. Grandioser Plunder und fragwürdigster Schnulli reihen sich so dicht an dicht, dass einem die Augen bluten. Direkt am Ladeneingang steht ein Regal mit etwa zehn Regalmetern batteriebetriebenen Weihnachts- und Schneemännern, Pinguinen, Robben, Rentieren und Erdhörnchen (Beispiel).
Bizarr - aber wenigstens ist Ruhe im Karton!
Ich gehe weiter, als hinter mir ein Herr um die 60 den Laden betritt. Der Herr interessiert sich augenscheinlich sehr für potentiell singende, tanzende, lärmende, plärrende Fremdschämautomation zu je 15,99 EUR das Stück und drückt den ersten "TRY ME"-Button an einem Weihnachts-Erdhörnchen. Sofort erfüllt nichtswürdiges Geplärr den Laden, dazu singt das spastisch zuckende Erdhörnchen mit hyperaktiver Heliumstimme.
Während mein Gehirn krampfhaft versucht, diesem brachialen Angriff Herr zu werden, schüttelt der Herr etwas unmutig den Kopf und drückt einer Weihnachtsrobbe im X-Mas-Jogger die Flosse, Robbe legt sofort zusätzlich zum Erdhörnchen los, spielt zum scheppernden Gesang Balalaika. Der Herr braucht nur wenige Sekunden, um festzustellen, dass es das keinesfalls sein konnte, da drückt er bereits den nächsten Knopf. Und den Nächsten. Und noch einen. Santa brüllt ein fröhliches "Jingle Bell Rock", zusätzlich zu Erdhörnchen ("Have Yourself A Merry Little Christmas"), Robbe ("Robbing around the Christmas Tree"), dem rappenden Rentier ("Rudolph, the Red-Nosed Reindeer"), Schneemann ("Frosty The Snowman") und Pinguin mit Riesenwollmütze ("Winter Wonderland").
Das durch die Luft wabernde Geplärr ist vollends waffentauglich! Was die Mini-Lautsprecher an Tonqualität missen lassen, holen sie locker durch Lautstärke wieder herein! Die ultra-aggressive Sound-Kakophonie beginnt, mir das Gehirn aus den Ohren zu schmelzen!
Aaaaaah! Allen denkenden Wesen im Umkreis von zwölf Metern winden sich in Krämpfen am Boden. Der Herr, offenbar nicht Mitglied der vorgenannten Spezies, schüttelt leicht angewidert den Kopf, steigt über mich und ein paar weitere Kunden hinweg und verschwindet in den Regalreihen.
Die digitalen Gräuel verstummen eins nach dem Anderen.
Ich rappele mich auf und fliehe diesen Laden, Land zu gewinnen.

Wieder zu Hause begreife ich, dass diese brüll-lauten Grotesk-Monstrositäten zum Verkauf stehen.
Zum Verkauf! Wer the fuck kauft denn nur sowas?
Unbegreifliches Winter Wonderland.


Donnerstag, 29. November 2012

ru24 History 42: Nakamichi Dragon RX-505 (1986)

http://goo.gl/asqXX
1986 (alle Blogbeiträge) war nicht nur das Jahr der Tschernobyl-Katastrophe (Blogbeitrag). Es war das "Internationale Jahr des Friedens". Die Saatkrähe (lat. Corvus frugilegus) war der Vogel des Jahres. Joseph Beuss und Lilly Palmer starben. (Quelle) "9 1/2 Wochen" (Link) mit Kim Basinger und Mickey Rourke lief in den Kinos. In der (auch nach 25 Jahren überraschend zeitlosen) Designerhütte von "Börsenmakler John" (Rourke) konnte man für Sekunden sehen, wie ein Kassettendeck "Nakamichi Dragon RX-505" (Filmausschnitt) spektakulär den Auto-Reverse machte, indem es selbsttätig die Kassette umdrehte. Hier ist es vernünftig zu sehen: Link (beim RX-202).
Das war 1986 hochgradig elektrisierend!
Et gab ja sonst nix!
Irgendwann klärte auch mich ein HiFi-Freak auf: Beim normalen Auto-Reverse wird der Tonkopf beim Richtungswechsel des Bandes um einige Millimeter vor bzw. zurück bewegt, um die auf dem Band gegenüberliegende Spur auszulesen. Hierbei entstünden mit der Zeit "gewisse Toleranzen" = Ungenauigkeiten (der Fachmann spricht vom "Azimutfehler"), die das Klangerlebnis schmälerten. Bei Nakamishi stehe der Kopf felsenfest, weil die Kassette gedreht werde.
Sa-gen-haft!!!

Das Gerät stand seinerzeit ganz oben auf allen Jungs-Wunschlisten, knapp gefolgt von einem Dual- oder Thorens-Subchassis-Plattenspieler (Link). Heute wäre es nur noch eine Kuriosität, wie ein dressierter T-Rex, der einen Salto rückwärts machen kann.
Aber cool.


Freitag, 23. November 2012

Strömt herbei, ihr Völkerscharen - es hackt!

http://goo.gl/F1dHx
Zwischen Januar 1992 und März 1996 habe ich als studentische Hilfskraft bei der Barmag AG gearbeitet. Die Abteilung EL-KH umfasste etwa 60 Mitarbeiter, von denen ständig jemand Geburtstag hatte. Und weil et kurz nach'm Kriech war un alle wieder richtich wat auffe Rippen brauchten, gab et immer fett Mettbütterkes!
Es wurde also vom Geburtstagskind ein in dieser Abteilung tradiertes wie standardisiertes Festessen ausgerichtet: Brötchen mit Schweinemett!
Das Besprechungszimmer wurde mit Beschlag belegt. Teller, Messer, Salz und Pfeffer wurden herbeigeschafft. Kiloweise Butter stand halbpfundweise auf Tellerchen herum, riesige Mengen Zwiebelringe verströmten einen impertinenten Geruch, den auch geschlossene Türen nicht aufzuhalten vermochten. Er zog durch die Räumlichkeiten, sodass sich noch erwartungsfroh die Nüstern des in der hintersten Ecke Arbeiteten weiteten. Der Riesenberg Hack wurde monumental im Besprechungszimmer auf dem großen Konferenztisch aufgebahrt - ein Ayers Rock aus gemahlenen Schweinekadavern!
Dann war alles aufgebaut.
Es hab einen kurzen Augenblick der Stille und des Innehaltens, ganz so, als ging es hier wirklich um eine feierliche Totenwache. Doch dann stürzten die Mitarbeiter wie Heuschrecken aus allen Winkeln herbei, allesamt alles andere als ausgemergelt oder gar hohlwangig, dafür aber ausgestattet mit Ellenbogen und dem unbedingten Willen zum Mett! Ich wurde Augenzeuge, wie gierigsten Blickes babykopfgroße Mettklumpen auf Brötchenhälften verpresst wurden, Zwiebelringe wurden daraufgehäuft, die Pfeffermühle arbeitete unentwegt, es malmte und schmatzte.
Die Atmosphäre wurde dichter.
Mehr und mehr Kollegen drängten in den Raum, in der Hitze der Leiber lief die Butter dunkelgelb an, das Mett schwitzte, wurde an den Rändern braun. Die Luft, aufgeheizt, zum Schneiden dick, war ein Brodem vielfältigster Ausdünstungen, das die Scheiben beschlagen ließ.
Manche der Kollegen fraßen sich schwitzend in Rage, dem Blutrausch eines Frettchens nicht unähnlich. Erst, als das Gebirge aus Mett bis zum letzten Krumen abgetragen war, da trollten sich die Völkerscharen wieder, in den Zähnen porkelnd, um lange, fahle Fasern hervorzuziehen.
Zurück blieb ein Konferenzraum, dessen Boden eine geschlossene Brötchenkrümeldecke aufwies - und der Geruch.
Das weitestgehend ignorierte Geburtstagskind holte den Staubsauger aus der Putzmittelecke und begann aufzuräumen.

Wann immer ich heute in eine Mettbrötchen-Situation gerate, dann heißt mich die Erinnerung ein Käsebrötchen essen.


Donnerstag, 15. November 2012

Kommunikation im dritten Jahrtausend

http://goo.gl/gPrfA
Spätherbst 22.012 v. Chr.: Während sich die Sammlerinnen als Gruppe brabbelnd über die lokale Vegetation hermachten und Beeren, Pilze, Samen und lecker Schnecken einsammelten, hielt ihre Geräuschkulisse wildes Getier ab und schützte gleichzeitig davor, dass eine verloren ging.
Der Jäger indes hatte schweigsam seinem Tagewerk nachzugehen, der entscheidende Faktor für das Heil des Waidmanns. Jagte er in der Gruppe, so schwiegen die Männer gemeinschaftlich, verständigten sich mit Blicken oder mittels Zeichensprache wie heute noch beim Base- oder Football.

Im Spätherbst 2012 n. Chr. lassen sich Nahrungsmittel quasi en passant sammeln (Blogbeitrag). Die Sammlerinnen der Horde sind über den halben Globus verteilt, sie halten Kontakt via Facebook, SMS, Handy/Telefon, Skype, E-Mail und zwitschern bei Twitter (in unterschiedlichen Gewichtungen). Das Gebrabbel ist dasselbe geblieben, nur wird jetzt alles auf elektronischem Wege abgewickelt.
Der ehemalige Mammutjäger hat auch ein Handy, natürlich. In der Regel ist es ein State-of-the-Art-Handy. Der Jäger hat dieses Gerät, einem Schmuckspeer gleich, hauptsächlich als Prestigeobjekt zum Angeben bei anderen Männchen. Allerdings kann er sich prima damit wecken lassen, er kann dufte damit daddeln, ins Netz gehen. Wenn es schellt, erschreckt sich der Mammutjäger: "Orr, scheiße, och nee, ein Anruf!"

Das ist der große Mist an Smartphones - dieses ständige Erreichbarkeits-Ding! Und das ist jetzt mal fast so schrecklich wie dieses SMS-Ding!
Muss Mann SMS schreiben?
Muss Mann auf eine SMS wie "Bin gerade im PIMPI-Markt, brauchen wir noch Linde-Klee-Honig und Toilettenpapier?" wirklich antworten - und das auch noch zeitnah?
In Robert Rodriguez' Film "Machete" (2010) spricht es der klingenschwingende Protagonist gleichen Namens aus: "Machete schreibt keine SMS!"
A very manly man!
Eine Offenbarung!!!
Schwielige thumbs up.



Sonntag, 11. November 2012

Forensik: Warum Wuppertal und nicht Nowosibirsk?

goo.gl/2bx1L 
Eine "Forensik", das ist eine Forensische Klinik. Sie dient der "Behandlung, (...) Begutachtung und (...) Unterbringung von psychisch kranken Straftätern" (Quelle).
Für den Standort zur Ansiedlung einer "Forensik" auf dem ehemaligen Gelände der Bereitschaftspolizei auf Lichtscheid in Wuppertal sieht das Land NRW offenbar "keine Alternative" (Quelle: WZ).
Also soll so eine Art Gothams "Arkham Asylum" (Link) vor der eigenen Haustür entstehen, mindestens...

Was nun alle befürchten: Dass es eine "forensische OT" (OT = offene Tür) werden soll! Und: Welcher Standort, wenn nicht ein Bonzenwohngebiet in Wuppertal bietet sich besser an, gewalttätige Kriminelle, sexuell motivierte Serienmörder und untherapierbare Kannibalen ganz bei kleinem wieder in die freie Wildbahn auszuwildern?
Der Anwohner an sich speit Gift & Galle, wie immer.
Niemand ist sich mehr seines Lebens sicher!
Schon gar nicht die Kinder!
Die Ki-hin-der!

Warum also Wuppertal und nicht Wladiwostok?
Erklärung: Wladiwostok liegt nicht in NRW.
Dann vielleicht Nowosibirsk oder Archangelsk?
Auch nicht...
Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung versuchte den Anschein zu erwecken, er käme ausm Quark, und schlug als alternativen Standort "Kleine Höhe" vor. So wie uns der Franzmann seine Atommeiler in Cattenom (Link) direkt auf die Grenze zur BRD gesetzt hat, wäre dieser Standort auf der Grenze zu Velbert sicher ein toller Coup gewesen! Die Irren wären dann schick rüber zu den Velbertern marodieren gegangen. Aber An- und Umwohner protestieren mal sofort gegen den Standort, fanden das voll unverschämt von Jung und hatten aus der Kleinen Höhe, der "Kornkammer Wuppertals" (Muahaha!) ohnehin schon seit langem ein Naturschutzgebiet machen wollen, sicher, sicher (Protestseite). Als schützenswerte Fauna bietet sich hier vermutlich der scheue und bislang noch nie gesehene "Bergische Schliepkotten-Schliefer" an (Link).

Also: Bitte nicht ohne die Bürger planen (TV-Beitrag, WZ-Kommentar)!
Aber mit den Bürgern kann man ja auch nix planen, die wollen ja nie auch nur irgendwat! (Blogbeitrag)
Et is nich so einfach mitm Bürger.

Jetzt wurde auch noch geleakt, dass alle Insassen der Forensik sowohl Z+ (Zombie positiv) getestet wurden, als auch durch einen bedauerlichen Laborunfall radioaktiv verstrahlt wurden und permanent hohe Dosen Strahlung abgeben. Deshalb müsse man sie noch öfter herauslassen, als ohnehin schon geplant.
Gottogott!!!