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Montag, 12. Januar 2015

Daten-Scampi

photo credit: 20120227-NodeXL-Twitter-bigdata network graph via photopin (license)

Google ist die weltgrößte Datenkrake. Sagen immer alle. Oder war das Facebook? Oder Payback (oder so)? Hmmm. Auf jeden Fall lesen "sie" mit Big Data in mir wie ein Buch! "Die" wissen doch schon zwei Minuten vor mir, wann ich zum Klo muss!
Voll bad die NSA-Schergen!

Doch wie schlimm ist es wirklich?

Ein praktisches Beispiel:
(1) Ich habe mir vor acht Wochen im Internet ein Hemd & einen Kapuzenpulli bei der Fa. HAPPYSIZE bestellt (die haben Klamotten für Fatties).
(2) Gestern Abend habe ich geschaut, ob POLAROID schon die "Socialmatic 14MP Wi-Fi Digitalkamera" rausgebracht hat und was die so kostet.

Ergebnis:
Heute also bekomme ich Internet-Werbung für den HAPPYSIZE Kapuzenpulli (den ich schon habe) eingeblendet. Und - voll die Überraschung - Werbung für die POLAROID Socialmatic. Als Drittes kriege ich Reklame der PARSHIP Partneragentur angezeigt - mutig, wenn man bedenkt, dass ich in weniger als fünf Monaten heiraten werde.

Leute, Leute, Leute!
Für ein Datengekrakel in dieser Qualität hätte man keinen Schnullewupp-Teraflop-Rechner mit 2.000 Terabyte Arbeitsspeicher gebraucht. Das hätte jeder Minderbemittelte mit einem DIN-A7-Abreißblöckchen genau so gut, wenn nicht besser hinbekommen können.

Also bleibt cool: Die Datenkrake ist in Wirklichkeit ein Daten-Scampi.


Sonntag, 29. Juni 2014

"Nothing to fear but fear itself" (Franklin D. Roosevelt)

flickr-Bildlink

Der Bürger an sich ist ja eigentlich schon schwindelig genug, fährt zur Arbeit von Pontius nach Pilatus, Abends von der Arbeit zum Pilates. Kochen, Kinder, Kneipe, Freunde, Facebook, zwischendurch im Job mehr leisten, mehr Sport treiben. Bio einkaufen, den Bälgern Nachhilfe geben, mit dem verflohten Flokati zum Tierarzt, dann Gassi und nach Hause. Bis die Blagen im Bett sind, ist es fast elf und die Hütte sieht aus wie Sau. Die meisten Menschen haben in diesem Augenblick nicht mehr die Muße, sich jetzt noch sechs Stunden lang durch die Bleiwüste einer Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu wälzen. Die überaus differenzierten Berichte zur Lage der Nation zu lesen und vor allem zu verinnerlichen. Stattdessen sitzen sie, mattgepaukt von des Tages Knechtungen, vor der Glotze und ziehen sich zu Bier & Chips Schrott rein, den ihnen eine zu stark geschminkte, sog. "Journalistin" (Muhaha!) vorsülzt. Hier wird nach erprobtem amerikanischen Vorbild die Angst des Bürgers gezeugt und geboren, ihm eingetrichtert, wenn er am wehrlosesten ist.
Klappt!


Es ist die Angst davor, von asylsuchenden Fremden überrannt zu werden, vor dem Islam allgemein, vor E10-Sprit, vor Killerbienen, vor neuen Allergenen, Jobverlust, Russland, multiresistenten Keimen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Islamisten. Es ist die Sorge vor der zu erwartenden Winz-Rente (die uns alle zu Obdachlosen machen wird), NSA, Ärztepfusch, wieder Jobverlust (aber aus anderen Gründen), Gift im Trinkwasser, Inflation und Deflation und den Pollen neu eingeschleppter Pflanzen. Es wird Furcht in die Köpfe gesät vor Meteoriten, Chlorhühnchen, Aluminium im Deo, Genmais, Veränderungen allgemein, neuen Stromtrassen – die Liste ist endlos – gut für die, für die Angst ein Riesengeschäft ist.
Aber was wäre der Bürger denn ohne diffuse Ängste? Ohne diese Ängste würde er ja viel weniger konsumieren. Das geht ja gar nicht!

Siehe z.B. den GAU in dem japanischen AKW Fukushima: Ein paar Stunden nach der Meldung waren in den deutschen Apotheken die Jod-Tabletten ausverkauft (Blogbeitrag). Und E10 hat sich drei Jahre nach Einführung 2011 auch noch nicht so recht durchgesetzt (Blogbeitrag). Die ängstlichen Herrschaften tanken nach entsprechender Berichterstattung lieber weiterhin spei-teures Shell Super Plus Racing Mango Chutney (Blogbeitrag), infizieren sich aber im banken-finanzierten Auto immerhin nicht mit Bus-Killerkeimen. Gegen das Gift im Trinkwasser hilft es, Sprudelkisten zu schleppen, gegen den Rentenschock kann man schon jetzt so allerlei ansparen und gegen sich verteuernden Strom kann man sich Solarzellen aufs Dach pappen. Um das alles bezahlen zu können, kann man man ja (ebenso nach amerikanischem Vorbild) einen Vielzahl "günstiger" Kredite aufnehmen, das machen ja alle so. Die Sparkasse bietet mittlerweile an, alle Darlehen, die man hat, zu einem Einzigen zusammenzufassen - damit man noch klar kommt. Das nennt sich "Kreditoptimierung" und kostet natürlich extra.
"Alles was du hast, hat irgendwann dich", heißt es in Fight Club.
Es wurde selten wahrer gesprochen.

Der Angstbürger kann jetzt zu den horrenden monatlichen Zahlungen nicht auch noch Veränderungen im Wohnumfeld ertragen (Blogbeitrag). Er kann ja nicht mehr weg, das Haus muss er schließlich bis 2045 abbezahlen. Atomkraftwerke & Atommüll-Endlager in nächster Nachbarschaft gehen aus nahe liegenden Gründen nicht, aber Windkraftanlagen oder neue Stromtrassen zum Transport der Energien aus Windkraftanlagen gehen widersinnigerweise aber auch "irgendwie" nicht! Da bricht der Angstbürger nämlich aus seiner Angststarre aus und wird zum Wutbürger aka Mitmachbürger. Hey! Wenn man sich ja sonst nix mehr leisten kann: Protestieren geht immer! Und ständig ist ja was: Die Mächte der Finsternis wollen bauen, bauen, bauen: einen Golfplatz, Windkraftanlagen, einen Jugendknast, einen IKEA, eine Forensik, um nur die großen Nöte der Wuppertaler Bürger zu benennen. In Grimma konnten die Wutbürger immerhin schon erste Erfolge erzielen: Rechtzeitig vor dem Jahrhunderthochwasser konnte der Bau einer Hochwasserschutzmauer verhindert werden! Glückwunsch an Grimmas Wutbürger, sie sind komplett abgesoffen. Die Schuld tragen natürlich die Anderen (Focus-Artikel).

Drittes Jahrtausend - hey! - die Energiewende rollt an, die Offshore-Windparks könnten bald Energie in alle Teile der Republik liefern, doch ach! Erstmal muss eine neue Nord-Süd-Trasse für Strom her, die sog. „Suedlink“-Stromtrasse. Und plötzlich sind wieder tausende Bürger auf der Straße, wollen mit allen Mitteln verhindern, dass diese Stromleitung bei ihnen auch nur am Horizont entlang gebaut wird! Man hört ja so viel, man muss an die Zukunft der Kinder denken! (Na, wer hat da wohl zu viel ferngesehen und sich von übertrieben geschminkten Nachrichten-Medusen mit diffusen Ängsten aufladen lassen?)
„Mögliche gesundheitliche Auswirkungen bewegen die Menschen besonders“, greift Landrat Spieker Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern auf. Daher plant der Landrat gemeinsam mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase eine zentrale Informationsveranstaltung im Kreisgebiet, die gesundheitliche Fragestellungen zu der geplanten Gleichstromverbindung zum Thema hat. (Quelle)
"Mögliche (...) Auswirkungen (...) bewegen die Menschen": Genau. Keinen Plan von nix aber auf diffusen Verdacht hin mal Randale machen und ne Bürgerinitiative raushauen, so sind se, unsere Wutbürger!

Jetzt mal in echt: Direkt unter einer Hochstromtrasse wollte ich auch nicht leben. Aber, lieber Gott, man kann sich doch informieren. Das ist doch keine Alien-Technologie oder ein Geheimprojekt der US-Regierung! Dann recherchiert man mal in diesem Internet und findet ganz schnell heraus (Hände weg von Eso-Seiten, Indiz: Werbung für Orgon-Strahler), dass 200 m Abstand zu einer Hochspannungsleitung reichen (Quelle). Jetzt könnte man das mal einfach nicht glauben und nimmt forsch das Fünffache an, also 1.000 m. Auch gut! Aber das war's doch jetzt, oder? Herrgott, da muss man doch nicht extra an einem Mittwochabend zu einer "zentralen Informationsveranstaltung im Kreisgebiet" gehen. Es sei denn, sie bieten lecker Schnittchen und O-Saft an.

Fazit:
Leute, Leute, Leute! Wenn euch jemand Angst macht, dann doch nur, weil mit dieser Angst Milliarden umgesetzt werden. Ihr seid das Melkvieh der Nation, vergesst das nicht. Und sie tun alles, damit ihr die Milchquote übererfüllt. Aber ihr könnt euch schützen. Lasst einfach die Glotze aus. Ich sehe seit dem 12. September 2001 nicht mehr fern (schaue aber gerne noch Serien von DVD und von Festplatte). Fast dreizehn Jahre später habe ich meine Momente, an denen ich weder Angst vor "möglichen Auswirkungen" noch irgendeinen Konsumwunsch hege.
Yay!!!
Diesen paradiesischen Zustand werde ich nicht mehr hergeben.
(You have) "Nothing to fear but fear itself" (Franklin D. Roosevelt)

Und lasst endlich diesem lärmenden Bürgermitmachquatsch, das ist sowas von peinlich!

Hier ein paar Tipps und ein weiterführender Link zum fernsehfreien Leben (Blogbeitrag).


Freitag, 24. Januar 2014

Tipp aus dem Stasi-Museum

NSA_Field_Station_006 by Sven_71
NSA_Field_Station_006, a photo by Sven_71 on Flickr.

Fun-Fact: Wer im Stasi-Museum Berlin mit dem privaten Handy telefoniert oder eine SMS schreibt, wird mit dem allergrößten Selbstverständnis abgehört.
Von den Amis und den Briten.

Natürlich sitzt da keiner mehr wie Ulrich Mühe seinerzeit im Kabuff ("Das Leben der anderen"), hört sich alles an und macht sich mit Bleistiftstummel und Kladde seine Notizen. Denn dazu müssten die amerikanischen Geheimdienste ja eine zweite Erde im Keller haben und jeder der 7,2 Milliarden Bewohner dort jobbt wacker als Stasi-Scherge.
Da diese total verlockende Aussicht leider nicht zu realisieren ist, müssen stattdessen mathematische Algorithmen die Hekatomben an Gelaber und pubertärem SMS-Geschreibsel, geWhatsAppe und ge-E-Maile nach Verdächtigem durchwuseln.

Das Budget nur der USA für Geheimdiensttätigkeit beträgt insgesamt 50 Milliarden US$ per Anno.
Doch manchmal ist weniger mehr.
Vielleicht stellen die Geheimdienste (NSA, MI6 & Co.) den allzu bemühten Brute-Force-Versuch der Vorab-Entdeckung von Terror-Spacken mal ganz ein -- klappt ja eh nicht, wie man prima am Bostoner Marathon-Massaker sehen kann.
Vielleicht nutzt man stattdessen das Hinschmalz von 100.000 Analysten und 100 Super-Duper-Computern ein bissi sinnstifender dafür, aus dieser Welt einen lebenswerteren Ort zu machen -- dann hört das Terror-Gespacke nämlich ganz von selbst auf -- total die Überraschung!
Ist nur ein Tipp.


Dienstag, 17. September 2013

DIY-PGP im Neuland

http://goo.gl/iJnhkX
Dank des Helden Edward Snowden wissen wir nun, wie der Hase läuft. Der Datenhase läuft nämlich zum MI6, damit die Briten unsere E-Mails oder Auslandsgespräche erstmal feist zwischenspeichern können.
Man könnte fragen: Was the fuck wollen denn die Briten mit unseren E-Mails, haben die nicht genügend britische E-Mails zum Lesen? Ich denke aber, sie machen das, weil sie es können. Die NSA liest natürlich auch mit, irgendwie müssen die Amis ja ihre 7,8 Zentillionen Dollar an Steuergeldern verpulvern.
Man könnte wieder fragen, aber lassen wir das.
Und ganz, ganz vielleicht liest irgendein deutscher Geheimdienst auch noch ein bissi mit. Und obwohl das für uns Deutsche alles "Neuland" ist (Merkel), haben deutsche Geheimdienste im letzten Jahr nicht 100 oder 120 E-Mails mitgelesen, sondern z.B. Anno 2010 bereits 37 Millionen, Link.
Und was macht der Bürger kommenden Sonntag? Statt Piraten wählt er Neuland-Merkel, die von nix gewusst haben will. Nur mal so: Die deutschen Geheimdienste sind dem Kanzleramt direkt unterstellt. Ich sage es mal unmissverständlich: Merkel lügt.
Aber was kann man tun, wenn einen die Politik alleine lässt? Also, wie kann man den Geheimdiensten das Leben schwerer machen?
Man muss halt selber ran:

1) Leet: Man kann seine E-Mail-Texte vor dem Versenden in "Leet" umwandeln. Was Leuten Probleme beim Lesen macht, finden Schnüffel-Algorithmen erst mal recht schwierig zu entziffern. Zum Ver- oder Entschlüsseln einfach (hier) in das entsprechende Kästchen geben und los! (Der Text wird zu: m4n k4nn 531n3 3-m41l-73x73 v0r d3m v3r53nd3n 1n \"l337\" umw4nd3ln. w45 l3u73n pr0bl3m3 b31m l353n m4ch7, f1nd3n 5chnüff3l-4l60r17hm3n 3r57 m4l r3ch7 5chw13r16 zu 3n7z1ff3rn. zum v3r- 0d3r 3n75chlü553ln 31nf4ch (h13r) 1n d45 3n75pr3ch3nd3 kä57ch3n 63b3n und l05!) Oder:

2) Enigma: Man kann seine E-Mails mit einer Enigma umwandeln, sowas hat schließlich jeder deutsche Haushalt noch irgendwo herumstehen. Notfalls geht es auch (mit wesentlich weniger Flair) mit einer Simulation. Denn: Enigma-Verschlüsselung hat gegen die Briten schon mal ne Zeitlang ziemlich gut geklappt... Zum Ver- oder Entschlüsseln einfach (hier) den Text in das obere Kästchen eingeben und los gehts!
(Der Text wird zu: FTSFEZGAJQOCSILEUIUPFNOGJEWMHKEWBRSRBRFYRFNJCEFJDPI
WOITKDJVZVACYOIMEOZVSNJOBKPMTVYXAIBBVYBAOMJSACRKUZKW
NKCXPJABYWYUZTGPPNYVSACFEEVYGTRFMOUOGRISIDJSBHUFMVK
ENDDMHGLPUEBYTBSNIQQIUYJFKDYGNELVPCMLKGGPXWDDUGPUM
RMYPNDOSNYHZOIOSSLRZOZHKNPMHNACNURMDGBJWVWSPGQKRO
NEKPPUFYHAHXVCQSMXFQBRGWGKVRDSEOKHIXHGCFMNOUTUWJQ
NFEPNCAUILJVRXZXIOVIGY)

3) Muahaha: Wenn man den Enigma-Output zusätzlich noch in Leet umwandelt, bekommt man DAS: "f75f3z64jq0c51l3u1upfn06j3wmhk3wbr5rbrfyrfnjc3fjdp1w017kdjvzv4cy01m3
0zv5nj0bkpm7vyx41bbvyb40mj54crkuzkwnkcxpj4bywyuz76ppnyv54cf33vy67
rfm0u06r151dj5bhufmvk3nddmh6lpu3by7b5n1qq1uyjfkdy6n3lvpcmlk66pxwdd
u6pumrmypnd05nyhz01055lrz0zhknpmhn4cnurmd6bjwvw5p6qkr0n3kppufyh
4hxvcq5mxfqbr6w6kvrd530kh1xh6cfmn0u7uwjqnf3pnc4u1ljvrxzx10v16y"
Die Neurotischen unter euch haben bereits bei der Enigma Walzen ausgetauscht, Start-Buchstaben der Walzen geändert und "the steckers" getauscht, sie können nach der Verschlüsselung bei dem Ergebnistext noch Leerzeichen einfügen, damit es wieder wie ein Text aussieht.
Das ist Do-It-Yourself-PGP (DIYPGP)! :)
Eat this, ihr Schnüffler!!!
(Ich habe den Test gemacht, das Rück-Entschlüsseln klappt prima, der Text ist dann aber leider in allgemeiner Großschreibung, ein Bandwurm ohne Leer- und Sonderzeichen sowie Umlaute und Zahlen müssen als Wörter geschrieben werden, sonst fehlen sie *hüstel*)
Hey! Man kann eben nicht alles haben! Haha!
Was bleibt?

4) Bundespost: Die ultimativ relativ sichere Art der Datenübertragung seit 1490.


Mehr über eure vermeintlich sicheren Web-Services und Verschlüsselungstechniken: Artikel


Protipp: 
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