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Samstag, 21. April 2012

ru24 History 35 - Daten-Archäologie

http://bit.ly/JhwdIN 
Im Oktober 1991 hatte ich mit dem Studium an der BUGH Wuppertal angefangen. Im Frühjahr 1992 war es so weit: Ich hatte genug Geld zusammen, um mir meinen ersten PC zu kaufen. Es war ein 468-DX33 mit 4 MB RAM und einer 80 MB Festplatte (Atelco, Wuppertal). Das Gehäuse wog etwa 20 kg und war genau so hoch wie mein Schreibtisch, das Mauspad habe ich dann einfach drauf gelegt. Dazu gab es einen 14" Röhrenmonitor. Gezahlt habe ich damals ziemlich genau 3.000,00 DM.
Windows 3.1 gabs auf sieben 3,5"-Installationsdisketten dazu und zuvor war DOS 5.0 (auf drei 3,5"-Installationsdisketten) zu installieren. Dateinamen waren damals maximal acht (8) Zeichen lang *kicher*. Ich fing an, mich einzulesen. Nach etlichen Try and Error-Episoden optimierte ich angstfrei die Treiberreihenfolge in der AUTOEXEC.BAT.
Meine 3,5"-Disketten (Doom I, The Incredible Machine I, Castle Wolfenstein I, zahllosen Schriftarten und Windows Hintergrundbilder im seinerzeit den Winz-Monitor ausfüllenden Format 640x480 etc.) verwahrte ich sauber beschriftet und mit unterschiedlich farbigen Labels beklebt in einer Box. Die Datenträger hatte ich mit "VGA-Copy/386" (von Thomas Mönkemeier, Link) auf 1,72 MB statt auf 1,44 MB formatiert und die Daten waren mit dem Archivierungsprogramm "ARJ" (von Thomas Jung, Link) über mehrere Datenträger gepackt (sog. "multi-volume archives"). So konnte man leicht die eine oder andere Diskette sparen. Für die schreckliche Befehlszeilen-Syntax von ARJ hatte ich mir Batch-Dateien geschrieben.
Ich glaube, ich war ein kleiner Nerd, damals.
Gut, dass ich an derart verwurstete Daten nicht mehr ran muss, ich wüsste heute gar nicht, wo ich anfangen sollte...

Auf zeit.de wurde jetzt berichtet, dass der Quellcode von "Prince of Persia I" auf wundersame Weise und mit viel fachmännischer Hilfe gerettet werden konnte (Link). (Über) 20 Jahre alte Daten zu retten, zählt also heutzutage schon zur "Daten-Archäologie".
Respekt!
Mal sehen, wie es in 20 Jahren mit den E-Books von heute aussieht...

Da fällt mir ein: Meine Sinclair ZX Spectrum Datasetten, die ich mit meinem ITT Mono-Kassettenrecorder aufgenommen hatte, habe ich auch noch... :)
Und irgendwo fliegen ein paar Kilometer selbst gedrehte Super8-Filme herum, es wird ja immer obskurer!
Schnell, ruft einen "Daten-Paläontologen"!


Donnerstag, 12. April 2012

@work 11 - technischer Fortschritt

http://bit.ly/HzkkwA
Was hat es seit 1992 nicht alles für technische Fortschritte gegeben!
Aus einem Festplattenvolumen von 120 MB ist 1 T geworden - Faktor 8.738 (Info).
Aus 4 MB RAM Arbeitsspeicher sind 4 GB RAM Arbeitsspeicher geworden - Faktor 1.000.
Aus einem Prozessortakt von 100 MHz sind 2.20 GHz geworden - Faktor 22.
Aus Windows 3.1 (mit DOS 5.5) wurde Windows 7 - Faktor 2,26 (Spaß).
Hurra!

Doch die Probleme von damals sind so aktuell wie nie: Es druckt nicht. Oder der Drucker verarbeitet die Jobs extrem langsam. Die Geschwindigkeit des Rechners kommt einer Arbeitsverweigerung gleich. Lotus Notes ist erst recht urst ultra langsam. Das Plakatdruckprogramm ist so lahm, dass Getipptes erst Sekunden später auf dem Bildschirm erscheint. Datensicherungen sichern keine Daten. Dokumente verschwinden, Datenbanken rauchen ab, Rechner, Monitore und Drucker "in echt". Es schmort.

1992 bis 2012: Es war ein langer Weg, aber wir sind ihn gegangen. 
Abgesehen von dekorativem Schnickes ist eigentlich alles wie immer.
Die zivilisierte Menschheit doktert seit 20 Jahren an den Symptomen herum und hofft, dass mit der nächsten Hardware und der nächsten Software alles besser wird.

Ich gehe felsenfest davon aus, dass in 20 Jahren der PC und Windows rückblickend als lächerlichste Irrtümer der Moderne angesehen werden.
Und wenn nicht, dann sind wir in 2032 schlimmstenfalls exakt genau so im Arsch wie heute.

Persönliche Notiz: Nur noch 22 Jahre bis zur Rente.


Mehr dazu: (Blogbeitrag)


Freitag, 4. September 2009

PC-Tastaturen - Willkommen in der Hölle!


Tastatur
Originally uploaded by Andreas Schwab
Während die Moderne Einzug hielt, bekamen PC-Tastaturen immer mehr Tasten.
Die Windows-Taste habe ich seit dem Beginn ihrer Existenz tatsächlich schon einmal benutzt - als die Maus mal ausgefallen war oder so. Ansonsten ist sie so unnütz wie eine Ringelblumen-Taste.
Es gibt auch eine Taste, die heißt tatsächlich "Rollen". Dunkel kann ich mich erinnern, diese in der Kreidezeit mal benutzt zu haben. Die Taste "Pause" dito: Wenn es in DOS 5.0 zu schnell scrollte (obwohl man die Turbo-Taste daktiviert hatte - kein Spaß) und es war vom Inhalt mehr als eine Bildschirmseite, dann habe ich seinerzeit auch schonmal die Taste "Pause" gedrückt, um den Wust anzuhalten. Kurz drauf sind dann die Dinosaurier ausgestorben. Warum es diese Taste noch immer gibt, wird das sahnige Geheimnis der Tastatur-Hersteller bleiben.
Aber das alles ist harmloser Firlefanz gegen die Tasten des Grauens: "Umschalt-Feststelltaste" und "Einfg". Diese beiden Tasten haben mich schon mehr Nerven gekostet, als alle Spam-Mails die ich jemals bekommen habe zusammen.
Ja gut: Ich tippe nicht mit 10 Fingern.
Und blind auch nicht, ich schaue während des Tippens auf die Tastatur.
Und manchmal tippe ich eben daneben.
Dann passiert das Folgende: ICH TIPPE UND TIPPE; UND STELLE DANN FEST; DASS DIE BEKACKTE fESTSTELLTASTE DIE GANZE zEIT AKTIVIERT GEWESEN IST - %#@*!!!
Danke, Feststelltaste!
Oder ich gehe mit dem Cursor irgendwo in den Text um etwas einzufügen, und für jeden Buchstaben, den ich eingebe, wird einer, der da bereits stand, gelöscht. Überaus unschön, wenn man einen ganzen Satz eingetippt hat - %#@*!!!
Danke Einfg-Taste!
Ich kann jetzt meine Büro-Schere nehmen und die Delinquenten einfach extrahieren - dann quatscht mich jeder im Büro auf die Schlaglöcher in meiner Tastatur an. Aber vielleicht kennt ja auch jemand eine dem 3. Jahrtausend angemessene Lösung.
Ich bitte auf jeden Fall darum.

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