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Montag, 8. September 2014

Der etwas andere Blogbeitrag

photo credit: Kiosk Neustadtring Ecke Glücksstaße via photopin (license)

Wenn man drauf achtet, findet man es IRL oder im Internet auf Schritt & Tritt: "der/die/das etwas andere" Wasauchimmer. Natürlich, normal sind wir ja alle nicht!
Sicher, sicher.
Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?
Ja, ja.
Also werten wir ein kleines, nach Pipi riechendes Bahnhofs-Kiosk mal mit der Nullaussage "Das etwas andere Kiosk" urst superdolle auf. Dito "die etwas andere Tankstelle" (stinkt nach Gummi, Sprit und Pächter) und "der etwas andere Blumenladen" (müffelt nach Geranien).
Meine Herren!
Hier handelt es sich eindeutig um das Arschgeweih aller Aussagen über Wasauchimmer!
Und andererseits: Wer möchte denn ernstlich "die etwas andere Abreibung" oder "den etwas anderen Insektenstich" bekommen, geschweige denn "der etwas anderen Motorradgang" begegnen? Oder wie wärs mit der "etwas anderen unheilbaren Krankheit"?
Aha!
Sucht man bei Google (Stand 08.09.2014), so finden sich:
  • "der etwas andere": ungefähr 14.600.000 Ergebnisse
  • "die etwas andere": ungefähr 15.800.000 Ergebnisse
  • "das etwas andere": ungefähr 13.800.000 Ergebnisse
Was unterm Strich 44.200.000 mal "etwas andere" Wasauchimmers ergibt.
Und 44,2 Millionen mal "etwas anders" ist exakt der gleiche Bullshit wie alles andere auch.
Ihr macht mich echt fertig.


Montag, 31. Dezember 2012

www 19 - Facebook-Profil bei Google auffindbar - WTFWJD???

http://goo.gl/itcx8 
Soeben erleben wir die gefühlte 19. Facebook-Hysterie-Welle über uns hinwegziehen: OMFG*!!!
Denn: Man kann das Facebook-Profil bei Google finden!!!
Bei Google, der gar schri-schra-schröcklichen Datenkrake!!!
Ausgerechnet da!!! Jetzt kann man Hans' & Franz' und Himpelchens & Pimpelchens und SOGAR MEIN Facebook-Profil mittels unseres KLARNAMENS bei Google AUFFINDEN!!! AUF-FIN-DEN!!! Kraisch!!! Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag! Mein Gott!
Ich schloss mich 4 Tage in einem Bodentresor ein, las die einschlägigen Aufrufe von Profi-Hysteriken dazu auf Facebook und ernährte mich ballsttoffreich. WTFWJD** ging es mir wieder und wieder durch den Kopf, wie ein Mantra.
Geläutert kehrte ich ins Licht zurück.

1) Ob man jetzt bei Google oder direkt bei Facebook nach "Susanne Bäcker" sucht, ist ja wohl sowas von völlig Jacke wie Hose.
2) Social Media ist nun mal "mit Leuten". Tja, das ist scheiße, ja, ich weiß. Aber ihr könnt noch soviel winseln und wehklagen, et ändert doch nix dran!
3) Double facepalm, wenn ich sehe, wie Himpelchen & Pimpelchen auf Facebook ihre bisherigen Klarnamen nun rückwärts schreiben oder willkürliche Leerzeichen einfügen, damit sie "von außen" nicht mehr gefunden werden können.

Sagt mal: Geht's noch, ihr Pfeifen?

Euch Euer
Gninneh Suahgnilhüm
aka Henni Ng Mühli Ng Haus


  *) OMFG = Oh my fucking god
**) WTFWJD = What the fuck would Jesus do?


Montag, 26. Juli 2010

Lifestyle 38 - Es kann jeden treffen


ghostwoman
Originally uploaded by Picturesimon
Queen Mom (82) hatte wieder etwas ausgeschnitten, was sie mir bei meinem Besuch wohlmeinend in die Hand drückte.
"Hier, da kannste abnehmen, so in diesem Internet", sagte sie.
"Oh toll!", sagte ich und nahm den Wisch an mich. Irgendwie war es eine ausgerissene Seite aus dem Apothekenblättchen. Eine leicht moppige junge Frau strahlte darauf von Ohr zu Ohr bei der bloßen Vorstellung, so "über das Internet kostenlos die Pfunde purzeln zu lassen" - auf www.zu-fett-fürs-balett.de oder so.
Naja. Immerhin war es kostenlos.
Doch noch war ich nicht so weit.
Mein Geburtstag beraumte sich an. Ich räumte auf wie ein Irrer, die Wohnung in einen unrealistischen, zumindest optisch pseudosterilen Zustand zu versetzen.
Der Wisch lag noch immer auf dem Schreibtisch.
"Naja, muss ja nicht jeder sehen", dachte ich und faltete das Blatt andersherum.
Der Geburtstag kam, Menschen wuselten herum, betatschten alles und verschwanden wieder.
Tage später saß ich an meinem Schreibtisch, da fiel mein Blick auf eine Anzeige in Riesenlettern: "Stuhlinkontinenz kann jeden treffen!" und darunter "Als es mich traf, habe ich mich geschämt wie ein kleines Kind".
Hä???
Es war die Rückseite des Diät-Blättchens.
Niemand traut sich nun, mich darauf anzusprechen.
Tolle Wurst.
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Freitag, 25. Juni 2010

www 14 - Facebook Typologien


Facebook
Originally uploaded by Laughing Squid
81% - die schweigende Mehrheit
Irgendwann mal bei Facebook angemeldet, dümpelt dieser Account so vor sich hin. Geburtstagswünsche von vor 7 Monaten gammeln hier ebenso ungelesen herum wie hoffnungsfrohe Einträge von "Freunden", "doch mal wieder was zusammen zu unternehmen". Die meisten dieser Vögel haben es nicht einmal zum Profilbild geschafft.
Eine Sonderform stellt der "passive Kontaktesammler" dar: Alle zwei Monate erwacht er aus seiner Lethargie, um alle sechs anstehenden Kontaktanfragen zu bestätigen, dann taucht er sofort wieder unter, wenigstens für die nächsten Monate.

5% - El Normalo
Der normale Wald- und Wiesennutzer. Täglich über längere Zeiträume präsent, gibt er gerne fast überall seinen Senf dazu. Er ist das Rückgrat von Facebook.

3% - Glücksnussöffner
Der Glücksnussöffner steht stellvertretend für all jene, die FB keinen eigenen Content hinzufügen, sondern z.B. jeden Tag fast ausschließlich sturheil ihre Glücksnuss öffnen: "Du wist einen schönen Tod haben". Alternativ geben sie damit an, dass ihnen bei Farmville mal wieder eine totaaal niedliche Zwerglanguste zugelaufen ist.

2% - Captain Krypto
Captain Kryptos Statusmeldungen sind selbst für Eingeweihte oft unverständlich. Wie aus sehr altem Assyrisch übersetzt, bleiben diese Sentenzen rätselhaft bis prä-apokalyptisch oder schlicht mundartlich. Im Zweifelsfall kann man sich einfach einreden, dass es "irgendwie" - optional auf Schwitzerdütsch - um "World of Warcraft" geht.

2% - vager Jammerlappen
Ihre Statusmeldungen sind immer negativ, dazu so vage wie möglich gehalten:
"J. Ammer-Lappen: Macht den Schmerzen jetzt ein Ende" (meint: Seine Vagheit entschließt sich endlich, doch mal eine Aspirin einzuwerfen),
"J. Ammer-Lappen: Sieht keinen Sinn mehr darin, überhaupt weiterzumachen..." (meint: Belegt bei dem iPhone-Spiel "Doodle Jump" den letzten Platz und erwägt, aufzugeben),
"J. Ammer-Lappen: Kann nicht aufhören, zu weinen" (meint: Schneidet soeben die dritte Zwiebel).
Wichtig ist, dass alle durch diese suizidal wirkenden Sätze aufgescheucht werden und reflexartig in Massen Aufmunterndes von sich geben.

2% - Superdarling
Jeder liebt Superdarling. Superdarling ist so unglaublich positiv und nett, dass man es kaum für möglich hält. Am Herdfeuer von Superdarlings Herzen wärmen sich die von der Kälte des Netzes unterkühlten Massen.

1% - Ich-Girl
Das Ich-Girl tauscht sein Profilbild täglich aus, es beginnt fast alle Statusmeldungen mit "Ich ...". Es ist fast 20 Stunden am Tag bei Facebook eingeloggt, postet dann: "Ich bin so unglaublich müde" (surprise, suprise), "Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr" (wen wunderts?), "Ich bin total dolle krank" (Überraschung: Vitamin D bildet sich in der Haut nur im Zusammenhang mit Sonnenlicht) (Link).
Das Ich-Girl schart eine größere Gruppe von mitfühlenden Mädchen um sich, die zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Aufmunterung parat haben, zumindest in den ersten Jahren.

1% - Hyperactive!!!
Hyperactive!!! ist immer und überall zugegen, ist wunderbar witzig, kommentiert, was das Zeug hält - bis in die frühen Morgenstunden. Auf Hyperactive!!! mag niemand mehr verzichten wollen. Wenn Hyperactive!!! sich mal 23 Stunden nicht blicken läßt, gründet garantiert jemand eine "Wir wollen Hyperactive!!! zurück!"-Gruppe.

1% - Der Freak
Findet in den Weiten des Netzes immer etwas Außergewöhnliches, um es zu posten, oft bekommt man von den angeklickten Links leider Augenkrebs, but no risk no fun.

1% - Jäger(in) des verlorenen Links
"Weiß noch jemand den Link zu den hübschen Puschen, so Hausschuhe, grauer Filz, schmal geschnitten und wunderschön, den hatte jemand vor einem dreiviertel Jahr gepostet. Die wollte ich doch meiner Mami schenken!" - Im Grunde erklärt das schon alles.
F: Wie hieß nochmal diese Suchmaschine? A: Facebook

1% - Der Teleprompter
Aktualisiert etwa alle 6 Stunden seinen Status, am liebsten mit einem Handy-App, das Ganze im wichtig aussehenden Twitter-Style: "Bin #gerade mit #Heike im #IKEA". Dem Teleprompter ist das völlig Latte, ob das jemanden interessiert, es fiele ihm aber auch niemals ein, den Post eines Anderen zu kommentieren. Warum das "Soziales" Netzwerk heißt, wird dem Teleprompter für immer ein Rätsel bleiben.

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Freitag, 1. Januar 2010

www 9 - Domain-Weltmeister der Herzen


Du bist doof!
Originally uploaded by txtblogger
Seit einiger Zeit ist es amtlich:
"Mit dem Ende des Jahres 2008 sind wir Deutschen nicht mehr länger Weltmeister in Sachen Domains. Künftig steht .cn an erster Stelle, China ist damit neuer Domainweltmeister." (Quelle)
82 Millionen Deutsche waren weltweit also Domainweltmeister (will meinen, in keinem anderen Land der Welt gab es so viele registrierte Homepages), bis sie von 1,3 Milliarden Chinesen mit .cn vom Platz gefegt wurden. Ich finde, wir haben uns gegen eine gelbe Übermacht im Verhältnis 1:16 gut gehalten!
Aber um welchen Preis?
Denn mittlerweile haben Hans und Franz eine eigene Homepage (www.hansundfranz.de), Himpelchen spielt mit Pimpelchen Gesellschaftsspiele (www.himpelchen.de) und so geht das immer weiter!
Fakt ist: Nimm ein beliebiges deutsches Wort, egal wie hirnrissig es ist, setze ein "www." davor und ".de" dahinter, gib das in der Zeile deines Browsers ein und drücke Enter.
Ich habe das mit folgenden Wörtern versucht und bin meistens sofort fündig geworden:
www.pups.de, www.hirni.de, www.ruelpser.de, www.achselhaar.de, www.blitzbirne.de, www.ohrenschmalz.de.
Gott! Es gibt ja jeden Scheiß!
Das schmerzt doch!
Mein absoluter Schlaumeier-sind-auch-Idioten-Favorit ist: www.skrotum.de (Skrotum ist das Fachwort für "Hodensack") als Verlinkungs-Page für einen Fliesenfritzen und einen Fußballverein.
Und mein persönlicher brüllender-Schwachsinns-Favorit, bei dem sich mir echt die Zehennägel aufrollen, ist: www.autohaus-toeff-toeff.de, vermutlich ein Autohaus für dreijährige Vollidioten.

OK. Aber jetzt sind die Chinesen dran.
www.feng-shui.cn ist schon mal vergriffen - Überraschung!
Aber sicherlich werden wir weiterhin "Weltmeister der Herzen" sein, wie immer.

P.S.: ru24-Mördertipp: Die Domains www.treppenhausklo.de und www.rattenschiss.de sind noch frei - ran!!!

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Samstag, 10. Oktober 2009

www 5 - Internet gucken

Max Goldt schlug bereits im Jahre 2000 in seiner Kolumne vor, den schon zu diesem Zeitpunkt ziemlich bescheuerten Begriff "im Internet surfen" gegen "Internet gucken" auszutauschen.
Irgendwann so um den Dreh herum war ich noch mit einem 28er- oder 56er-Modem unterwegs, das hatte eher was von "Internet is wie wennse parks", das behäbige Schreiten eines arg betagten Dreizehenfaultiers.
"Surfen"? - Nee!
Heute ist mir unbegreiflich, wie ich das noch bis vor zwei Jahren ausgehalten habe. Nämlich mit der Gelassenheit einer Hindu-Kuh mit langsam austrocknenden Augen auf den Aufbau einer Internetseite zu starren, die sich Element für Element vervollständigte, in der unteren grauen Leiste anzeigend: "noch 63 Elemente". Immer in der Hoffnung: jetzt bitte nicht auch noch Flash! Manchmal brachte es etwas, zum Klo zu gehen.
Heute bin ich mit meinen 6 MBit hinreichend schnell unterwegs, doch surf' ich, oder was? Je mehr ich drüber nachendenke, umso anachronistischer und umso mehr 90 finde ich diesen Begriff.
Was ich im 3. Jahrtausend im Web 2.0 mache, ist nämlich tatsächlich "Internet gucken oder hören" (z.B. auf youtube & lastfm), recherchieren (googlen & wikipedia) und "Internet machen" (z.B. hier auf blogspot & flickr), aber "surfen"?
Quatsch.

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