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Freitag, 9. Oktober 2015

Macht es Sinn, dass ich das alles erinnere?

photo credit: [mobile] Things That Come Up on the TV via photopin (license)

Mehr und mehr Menschen schauen sich US-Serien im englischen Original an.
Was für tapfere Menschen!
"This doesn't make any sense!" und "I remember our days at Groom Lake" sind durchaus valide englische Sätze, die man so oder ähnlich zu hören bekommt, es sei denn, der Sprecher ist aus Texas und man versteht kein Wort.
Kurioserweise schwappt seit Jahren -- zusätzlich zu den ganzen Anglizismen, die sich in unsere Sprache eingesneakt haben, auf leisen Casual Socks & so ganz ohne Action Cam -- auch noch die englische Grammaktik zu uns herüber, but hello!

Denn anders ist es nicht zu erklären, dass selbst die Kommentatorin auf WDR5 heute morgen davon gesprochen hat, dass dieses und jenes "Sinn mache". Gleich mehrfach!
Aufgemerkt: Im Deutschen kann man Sinn nicht herstellen, ihn nicht machen, fabrizieren. Etwas kann sinnstiftend sein oder sinnvoll, sinnig, auch sinnlos sein, aber "Sinn machen" geht nicht, was im Grunde aber 90% der Bevölkerung natürlich nicht davon abhält, solches zu sagen.

"Ich erinnere meinen Urlaub", schrieb letztens ganz unbefangen eine Freundin auf Facebook. "I remember". Das ist englische Grammatik. Aufgemerkt: Bei uns sagt man zurzeit noch "Ich erinnere mich an meinen Urlaub".

Doch keine Sorge: Wenn mich nicht alles täuscht, wird beides schon bald als Möglichkeit im Duden stehen. Vermutlich macht es dann auch keinen Sinn mehr, das zu erinnern.
Ein Hoch auf den rigiden Franzmann, dessen Sprachpolizei die Härteste der Welt ist.


Montag, 12. Januar 2015

Daten-Scampi

photo credit: 20120227-NodeXL-Twitter-bigdata network graph via photopin (license)

Google ist die weltgrößte Datenkrake. Sagen immer alle. Oder war das Facebook? Oder Payback (oder so)? Hmmm. Auf jeden Fall lesen "sie" mit Big Data in mir wie ein Buch! "Die" wissen doch schon zwei Minuten vor mir, wann ich zum Klo muss!
Voll bad die NSA-Schergen!

Doch wie schlimm ist es wirklich?

Ein praktisches Beispiel:
(1) Ich habe mir vor acht Wochen im Internet ein Hemd & einen Kapuzenpulli bei der Fa. HAPPYSIZE bestellt (die haben Klamotten für Fatties).
(2) Gestern Abend habe ich geschaut, ob POLAROID schon die "Socialmatic 14MP Wi-Fi Digitalkamera" rausgebracht hat und was die so kostet.

Ergebnis:
Heute also bekomme ich Internet-Werbung für den HAPPYSIZE Kapuzenpulli (den ich schon habe) eingeblendet. Und - voll die Überraschung - Werbung für die POLAROID Socialmatic. Als Drittes kriege ich Reklame der PARSHIP Partneragentur angezeigt - mutig, wenn man bedenkt, dass ich in weniger als fünf Monaten heiraten werde.

Leute, Leute, Leute!
Für ein Datengekrakel in dieser Qualität hätte man keinen Schnullewupp-Teraflop-Rechner mit 2.000 Terabyte Arbeitsspeicher gebraucht. Das hätte jeder Minderbemittelte mit einem DIN-A7-Abreißblöckchen genau so gut, wenn nicht besser hinbekommen können.

Also bleibt cool: Die Datenkrake ist in Wirklichkeit ein Daten-Scampi.


Mittwoch, 28. August 2013

Photogeschwurbel

http://goo.gl/YwVnVy
Seit einiger Zeit gibt es bei Facebook eine Gruppe "Photogeschwurbel" (Name geändert). Hier treffen sich Photointeressierte (alles mit ph) aus Wuppertal und Umgebung zum Austausch von Photowissen und gelegentlichen Treffen bis hin zu Phototouren und Coachings. Am besten hat man eine digitale SLR für 800,00 EUR aufwärts, besser investiert man mit allem Schnickes an Zubehör bis zu dem 5-fachen. In der Gruppe posten die Vögel (bzw. Phögel) dann ihre Photos mit ph:

Da ist zum Beispiel „Gerhard K.“, der fotografiert am liebsten grausam nichtssagende Gebäude wie die „Sparkassenfiliale Remscheid-Hasten“ oder „marodes Stadthaus Wuppertal-Cronenberg“. Und weil das alles so lähmend uninteressant ist, fummelt er einen fetten HDR-Effekt drauf, bis die Bilder vor Unnatürlichkeit quietschen - als würde man sie durch digitales Bonbonpapier betrachten.
Tipp: Leider wissen das wohl nur Profis: HDR rockt, aber nur, wenn man es nicht sieht.

Da sind die Frauen „Sabine H.“, „Wiebke S.“ und „Ingrid V.“, sie knipsen tapfer was das Zeug hält, am aller-aller-aller-liebsten Gräser mit unscharfem Hintergrund (selektive Unschärfe). Aber wenn es dann darum geht, dass sie ihre Bilder zeigen, dann zieren sich die Damen. Da basteln sie vor der Veröffentlichung im Forum lieber tapfer pastellfarbene Rahmen um die Bilder oder verbauen bis zu sechs ihrer Fotos zu einer Art lavendelfarbener Gräser-Fotoalbumseite, ganz so, als sei ein einzelnes, „nacktes“ Bild es nicht wert, überhaupt gezeigt zu werden.
Tipp: Seid selbstbewusster.

Dann ist da „Martha R.“, die weniger Wert auf das Fotografieren an sich, aber mehr Wert auf trickreiche Bildbearbeitung legt. Da sie von Letzterem leider genauso wenig Schimmer wie von Ersterem hat, postet sie in einer Tour ihre ihre drastischen Fehlversuche wie gewagten Fragen: „Wie kriegt man das hin, dass Gesichter noch unnatürlicher aussehen als mit dem Photoshop Plasticky-Plugin (bei alle Knöpfe auf 10)?“
Tipp: Das alles interessiert doch kein Schwein. Ansonsten gilt das Gleiche wie für HDR, Madame.

Der Rest postet Fotos von übersichtlich bekleideten 17-jährigen M(o)/(ä)dels – Kunststück! Da kommen in aller Regel gelungene Bilder bei herum, es sei denn, man verreißt die Kamera auf den auf der Couch sitzenden, gelbe und unregelmäßige Zähne zeigenden Nackmull.
Tipp: Manchmal ist weniger mehr, aber in diesem Falle ist es gegebenenfalls umgekehrt.

http://goo.gl/mbDOlm (Billoknipse)
Dann kam der große Tag, der erste Photowalk! Es ging zur Henrichshütte nach Hattingen. Ächzend und schwer beladen wie die Sherpas trafen die Photo-Walker am Parkplatz des Industriedenkmals ein. Um ihre Hälse hingen riesige Spiegelreflexkameras mit megalomanischen Tele-Objektiven, auf den original-Tragegurten stand in der Regel CANON oder NIKON. Um noch einige, wichtige Kamera-Zentimeter dazu zu bekommen, waren auf die großen Zoom-Objektive trutzige Sonnenblenden gesteckt worden - trotz sehr übersichtlichen Sonnenscheins. Die ohnehin wulstigen Chassis der Kameras waren mit Zusatz-Batteriegriffen versehen, die nochmal die Klobigkeit des Ganzen um bis zu 45% zu steigern wussten. Nicht kleckern - KLOTZEN!!! Objektivrucksäcke und Profi-Stative waren Pflicht, nicht Kür. Im Grunde waren alle (bis auf wenige) schon vom Equipment her bereit, jahrelang als Kriegsberichterstatter im Gebirge verlorenzugehen. Nur ein paar Looser und Hungerleider trauten sich ernstlich, mit ihren Billoknipsen oder sogar mit dem Handy hier aufzulaufen - tsts!!! Grundgütiger - die haben ja Nerven...
Nach dem Ablichten diverser Nasen und des ehemaligen Stahlwerks traf man sich im Restaurant. Ihre schwarzen, gummierten Riesenkameras legten alle vor sich auf die SEHR lange Artus-Tafel. Gottogott: Es sah aus wie ein grotesker Schwanzvergleich im Lack-und-Leder-Swingerclub - irgendwie eklig.

Kaum zerstreuten sich die Massen, posteten kurz darauf die Ersten in der Facebook-Gruppe "Photogeschwurbel" ihre an dem Tag geschossenen Bilder:
Gerhard K. hatte einen schmerzhaften HDR-Effekt auf jeden rostigen Tank gelegt, den er hatte ablichten können.
Sabine H., Wiebke S. und Ingrid V. hatten total hübsche Fotos von Gräsern vor rostigen, unscharfen Tanks gemacht. Dann hatten sie vage fliederfarbene Rahmen drumherum gebastelt oder Fotoalbumseiten draus gebaut. Voll total nett! Echt!
Martha R. hatte ihre 1.200-EUR-Kamera auch irgendwo hin gehalten, ihre Ergebnisse hatte sie mit diversen Photoshopfiltern zu Antoni Gaudís LSD-Träumen verunstaltet und noch ein Dutzend schlecht ausformulierter Fragen dazu gestellt, die kein Schwein interessierten.
Die Übrigen hatten an der Henrichshütte heimlich ihre 17-jährigen Töchter oder Nichten ausgepackt und diese teilentkleidet vor industriellem Verfall posieren lassen - you can't go wrong with that!


Dito: (Blogbeitrag)


Sonntag, 27. Januar 2013

www 20 - The social network

http://goo.gl/fZtwe 
Noch vor 2006 hätte man es für eine super Idee halten können: Mit allen Nasen, die man kennt, gleichzeitig in Kontakt zu stehen. „Die Welt offener und vernetzter [zu] machen“, wie Marc Zuckerberg es ausgedrückt hat.

Dieses Privacy-Ding bei Facebook ist mittlerweile durch ständige Änderungen so massiv undurchsichtig geworden, dass selbst Zuckerbergs Schwester Randi-po-pandi nicht mehr richtig durchblickt (Link). Irgendwann habe ich aufgegeben noch verstehen zu wollen, wer jetzt welchen Post von mir sehen kann und wer nicht und wtf warum. "Alle" ist die Default-Einstellung.
Ist es nicht mittlerweile sowieso sowas von völlig schnuppe?
Na, das hat ja gut geklappt, Facebook.

Im Laufe der letzten Jahre hat man sich bei FB mit Hans und Franz "angefreundet". Teilweise ist es bei manchen in den vergangenen Jahren geradezu zu regelrechten "Wer-kennt-wen"-Orgien gekommen. So sind viele jetzt mit "Kalle Klammroth, dem Klassenarsch"* (o. vgl.) aus dem heimatlichen Weiler befreundet, mit denen sie als Teenies hinterm Bürgerhaus Anno '82 mal ein Hansa-Pils gezischt haben, Berührungspunkte heute = Null. Und gerade diese verwegenen Vögel posten was das Zeug hält, meist Post-Weiterleitungen von hochfragwürdigen Gruppen-Seiten wie "Schatz, bitte schluck. Bett ist frisch bezogen" (Link) oder "Nein, Stil ist nicht das Ende des Besens" (Link) - Autschn!
*) Aus "Schöner leben mit dem kleinen Arschloch", W. Moers

Zu dieser Überzahl an Nasen kommt die Tatsache, dass Facebook eines Tages absurderweise beschloss, alle "Gefällt mir-Listen" (Filme, Bücher, Musik, Tralala) in Gruppen umzugestalten, die auch tatsächlich Content produzieren (= posten). Dadurch bin ich jetzt auch "irgendwie befreundet" mit den Filmen "Fight Club", "Star Wars Episode IV", "Scott Pilgrim", den Büchern "Daemon" und "Die Hyperion-Gesänge" und  den Bands "Kraftwerk" und "Lemon Jelly" (usw.) - so unnötig wie ein Kropf! Zusätzlich dazu kommen die Gruppen, die man ohnehin abonniert hat, wie "I love Wuppertal", "Der Postillion", "Jamiri" usw. usf. Dann gibt es ja noch die Möglichkeit, Leute "zu abonnieren" oder sie mit dem Prädikat "enge Freunde" zu belegen.
Im Laufe der Zeit hat sich so jeder sein eigenes, aus allen Fugen geratenes FB-Monstrum erschaffen.

Wenn man bei dieser Mörder-Timeline auf dem Laufenden bleiben wollte, müsste man täglich etwa 1,3 km Zeugs lesen. Schlaue Vögel im Dienste des Zuckerbergs haben eingesehen, dass sich diese absurden Riesenmengen an Nichtigem nur noch hart gesottene Vollzeitkasper vollständig reinziehen könnten und mussten Abhilfe schaffen: mithilfe des "edgeranks". Jetzt bestimmt ein intransparenter Konzern-Algorithmus, was du von den Meldungen deiner "Freunde" überhaupt zu sehen bekommst und was nicht, wer Posts von dir sehen kann und wer nicht. Das führt dazu, dass nur noch 12% aller Kontakte, mit denen du "befreundet" bist, deine Posts überhaupt zu sehen kriegen und du umgekehrt nur noch 12% der Posts deiner Kontakte. Man lasse diese Tatsache einmal einwirken...
Facebook-Marketing-Direktor Brian Boland begründet das wie folgt:
There are pieces of content you create that are interesting, and there’s some that are not.” (Quelle)
Das ist ja ganz schön feist!
Meine Fresse!
Die haben echt Eier!

Aber jetzt erklärt sich, warum etliche meiner Posts einfach kaltherzig von allen ignoriert wurden, obwohl es sich (in meinem Falle selbstredend) um grandiose Perlen abendländischer Unterhaltung gehandelt hat!
Richtig, richtig interessant wird das, wenn eine Selbstmordankündigung automatisiert als "not interesting" eingestuft werden und sie deswegen keine Sau zu sehen bekommt... (= Sozial-Darwinismus via Algorithmus).

Also, jetzt mal "in echt": Wenn ich 12% meiner richtigen, echten Freunde (und ich meine das Wort in seinem eigentlichen, wirklichen Sinne) erreichen will, dann kann ich sie ansimsen, anrufen oder mich mit ihnen treffen - IRL! Das ist ad hoc drastisch effektiver als in einem von Nichtigkeiten überfluteten sog. "sozialen Netzwerk" herumzudödeln, welches meine Äußerungen auch noch nach Lust & Laune im Nirwana verschwinden läßt.
Da kann ich mich ja ebenso gut mit meiner Mutter unterhalten.



Mehr Facebook: (Blogbeiträge)


Montag, 31. Dezember 2012

www 19 - Facebook-Profil bei Google auffindbar - WTFWJD???

http://goo.gl/itcx8 
Soeben erleben wir die gefühlte 19. Facebook-Hysterie-Welle über uns hinwegziehen: OMFG*!!!
Denn: Man kann das Facebook-Profil bei Google finden!!!
Bei Google, der gar schri-schra-schröcklichen Datenkrake!!!
Ausgerechnet da!!! Jetzt kann man Hans' & Franz' und Himpelchens & Pimpelchens und SOGAR MEIN Facebook-Profil mittels unseres KLARNAMENS bei Google AUFFINDEN!!! AUF-FIN-DEN!!! Kraisch!!! Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag! Mein Gott!
Ich schloss mich 4 Tage in einem Bodentresor ein, las die einschlägigen Aufrufe von Profi-Hysteriken dazu auf Facebook und ernährte mich ballsttoffreich. WTFWJD** ging es mir wieder und wieder durch den Kopf, wie ein Mantra.
Geläutert kehrte ich ins Licht zurück.

1) Ob man jetzt bei Google oder direkt bei Facebook nach "Susanne Bäcker" sucht, ist ja wohl sowas von völlig Jacke wie Hose.
2) Social Media ist nun mal "mit Leuten". Tja, das ist scheiße, ja, ich weiß. Aber ihr könnt noch soviel winseln und wehklagen, et ändert doch nix dran!
3) Double facepalm, wenn ich sehe, wie Himpelchen & Pimpelchen auf Facebook ihre bisherigen Klarnamen nun rückwärts schreiben oder willkürliche Leerzeichen einfügen, damit sie "von außen" nicht mehr gefunden werden können.

Sagt mal: Geht's noch, ihr Pfeifen?

Euch Euer
Gninneh Suahgnilhüm
aka Henni Ng Mühli Ng Haus


  *) OMFG = Oh my fucking god
**) WTFWJD = What the fuck would Jesus do?


Donnerstag, 15. November 2012

Kommunikation im dritten Jahrtausend

http://goo.gl/gPrfA
Spätherbst 22.012 v. Chr.: Während sich die Sammlerinnen als Gruppe brabbelnd über die lokale Vegetation hermachten und Beeren, Pilze, Samen und lecker Schnecken einsammelten, hielt ihre Geräuschkulisse wildes Getier ab und schützte gleichzeitig davor, dass eine verloren ging.
Der Jäger indes hatte schweigsam seinem Tagewerk nachzugehen, der entscheidende Faktor für das Heil des Waidmanns. Jagte er in der Gruppe, so schwiegen die Männer gemeinschaftlich, verständigten sich mit Blicken oder mittels Zeichensprache wie heute noch beim Base- oder Football.

Im Spätherbst 2012 n. Chr. lassen sich Nahrungsmittel quasi en passant sammeln (Blogbeitrag). Die Sammlerinnen der Horde sind über den halben Globus verteilt, sie halten Kontakt via Facebook, SMS, Handy/Telefon, Skype, E-Mail und zwitschern bei Twitter (in unterschiedlichen Gewichtungen). Das Gebrabbel ist dasselbe geblieben, nur wird jetzt alles auf elektronischem Wege abgewickelt.
Der ehemalige Mammutjäger hat auch ein Handy, natürlich. In der Regel ist es ein State-of-the-Art-Handy. Der Jäger hat dieses Gerät, einem Schmuckspeer gleich, hauptsächlich als Prestigeobjekt zum Angeben bei anderen Männchen. Allerdings kann er sich prima damit wecken lassen, er kann dufte damit daddeln, ins Netz gehen. Wenn es schellt, erschreckt sich der Mammutjäger: "Orr, scheiße, och nee, ein Anruf!"

Das ist der große Mist an Smartphones - dieses ständige Erreichbarkeits-Ding! Und das ist jetzt mal fast so schrecklich wie dieses SMS-Ding!
Muss Mann SMS schreiben?
Muss Mann auf eine SMS wie "Bin gerade im PIMPI-Markt, brauchen wir noch Linde-Klee-Honig und Toilettenpapier?" wirklich antworten - und das auch noch zeitnah?
In Robert Rodriguez' Film "Machete" (2010) spricht es der klingenschwingende Protagonist gleichen Namens aus: "Machete schreibt keine SMS!"
A very manly man!
Eine Offenbarung!!!
Schwielige thumbs up.



Donnerstag, 26. Juli 2012

Psychos müssen bleiben!

bit.ly/QkWWwm
Wie man mit statistischen Mitteln Psychopathen an ihren Tweets (Twitter-Posts) erkennt... (Quelle: Golem.de, Link):
"Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einer antisozialen oder dissozialen, einer narzistischen Persönlichkeitsstörung sowie dem sogenannten Machiavellismus in ihren Tweets eine emotionalere Sprache verwenden als andere Twitter-Nutzer (...)"
Aber mal Hand aufs Herz:
Wenn wir alle wie auch immer gearteten Gestörten von unserer Facebook- oder Twitter-Timeline tilgten, wer oder was the fuck bliebe denn da noch übrig? Veranstaltungsinfos von "Schloss Burg" vielleicht (Link). Tolle Wurst!
Vergesst es, Buddies!

Die 89,6% Strahlies müssen bleiben!


Montag, 2. Juli 2012

Bürogeplänkel 35 - Jura HAL 9000

bit.ly/KW3b6n
Nachdem unser alter, hochdekorierter Jura Kaffee-Vollautomat (Blogbeitag) die Grätsche gemacht hat - spektakulär mit einer kleinen Verpuffung wie ein minimalistischer Dschihadist - bekamen wir ein neues Gerät.
Jura HAL 9000.
Das ist STATE OF THE ART! Nicht nur, dass er Bluetooth und ein grafikfähiges Farb-Display hat, sondern er hat auch auch ein großes, rotes, allessehendes Auge (wie sein großer Bruder aus "2001 - Odyssee im Weltraum", Link).
Die erste Begegnung war bereits beeindruckend.
"Guten morgen, Dave", sagte der Kaffee-Vollautomat mit angenehm synthetischer Stimme, als ich mich annäherte.
"Äh, ich heiße Henning", sagte ich.
"Ah, sehr gut, Henning! Was kann ich für dich tun? Du siehst müde aus."
"Es ist Montag... Kaffee?", fragte ich eingeschüchtert.
"Es tut mir Leid, Henning, aber das kann ich nicht tun. Du benötigst etwas mit mehr Kick. Ich mache dir stattdessen einen Ristretto Doppio", sagte HAL 9000 und legte los.
"Ristretto?"
"Ristretto ist ein Espresso mit verringerter Wassermenge, Doppio heißt 'doppelt'", erklärte die Maschine, während das Filtrat dampfend in meine Tasse einlief.
"Äh, ... danke."
"Dein Kaffee-Heißgetränk ist nun fertig. Ich hoffe, es belebt dich angemessen."
"Danke..."
"Ich arbeite gerne mit Menschen, Henning."
"Ich auch."
Ich ging mit dem hochschwarzen Getränk zu meinem Arbeitsplatz zurück. Da war sie schon, die Facebook-Freundschaftsanfrage von "HAL 9000".
Wow.
Ich werde sie wohl kaum ausschlagen können.
Das Ding hat mich in der Hand.


Samstag, 2. Juni 2012

Aktienkauf - man kann auch "Schwein haben"

bit.ly/MiK08h
1) Manfred Krug (Link) machte 1996 Werbung für die T-Aktie. Krug war knorke und irgendwie konnte mit der Telekom-Aktie ja auch nicht wirklich etwas schieflaufen. Aber ich war "eine Art Stundent" (Soziologie, Wuppertal) und größere finanzielle Transaktionen waren nicht drin. Pech gehabt!, dachte ich. Tatsächlich aber fiel die "Volksaktie" von über 100,00 EUR (2000) auf 8,41 EUR (2002). Manfred Krug distanzierte sich später deutlich von seinem Werbetreiben und entschuldigte sich beim Kleinaktionär dafür (Link).
Schwein gehabt!

2) Irgendwann in 1999 gab mein damaliger Arbeitskollege Dieter R. mir einen super Tipp: "Mann, du musst Aktien von China Telecom kaufen! Es gibt für Telekommunikation nur diesen Anbieter in China und die Chinesen wollen alle ein Handy haben! Ich habe jetzt für 1.000 Mack gekauft!" Ich war mal wieder pleite. Aber ich ging trotzdem zur Sparkasse, um für 1.000 Mack zu ordern. Plötzlicher Reichtum drohte! Der Sparkassen-Schlips schwallte mich 90 Minuten lang zu, wie verrückt es sei, überhaupt auf Telekommunikation zu setzen, geschweige denn in Asien, was für sich schon verrückt sei. Das Ganze war also quasi (verrückt)². Als er fertig geschwallt hatte, grofelten im Sparkassenfoyer schon die Putzfrauen herum, zum Aktienkauf war es zu spät. Zwei Tage später war "wat" mitm Wagen, also eh Schicht mit Aktienkauf. Pech gehabt!, dachte ich. Jahrelang bin ich davon ausgegangen, die Chance meines Lebens vertan zu haben - bis ich mal jemanden, der sich damit auskannte, nachsehen ließ. Die China Telecom-Aktie schoss in die Höhe wie ein Pfeil, um dann kurz drauf abzustürzen wie eine Kühl-Gefrierkombination aus 10.000 m Höhe. Die Aktie blieb ein Penny-Stock. Das Nachfolgeunternehmen heißt China Telecom Corporation Limited.
Schwein gehabt!
(Und: Danke Schlipsträger!)

3) In meiner damaligen Shadowrun-Rollenspielgruppe kam in 2000 so etwas wie eine Massenhysterie auf, als der Start der Infineon-Aktie bevorstand. Hey! Eine neue "Volksaktie"! Kraisch! Siemens-Tochter! Mikrochip-Produktion! Pentium und so!!! Alle in der Rollenspielgruppe wollten kaufen, für mindestens 1.000 Mack. Ich war mal wieder pleite, denn et war wie immer "wat" mitm Wagen. Pech gehabt!, dachte ich. Ich musste also mal wieder passen. Aber statt Infineon-Aktien zu kaufen, hätte man seine Kohle auch mit Wein, Weib und Gesang verjubeln können, am Ende hätte man da mehr von gehabt, nämlich Pfandflaschen. Der Kurs crashte von 70,20 EUR (2000) auf 0,94 EUR (2008). So etwas nennt sich "Penny-Stock" (Quelle).
Schwein gehabt!

Dann kam länger nichts.

4) Beim Börsengang von Facebook am 18. Mai 2012 dachte ich: hey! ... etc., etc. (Link).
Schwein gehabt!
Wie immer.


Auch nett: (Link)


Montag, 12. März 2012

Ausblick auf kommende Sensationen

http://bit.ly/xHJqSt 
Früher, da war im Raucherzimmer immer Bombenstimmung! Die Kollegen trudelten ein, steckten sich eine an und fluchten gründlich. Irgendwann fing eine oder einer an zu kichern und dann jagte eine Zote die Andere. Nach spätestens einer dreiviertel Zigarette war man so weit wieder aufgebaut, dass man dem Rest des Arbeitstages mutig ins Auge blicken konnte.
Heute kam ich ins Raucherzimmer, dort stand ein Kollege mit seinem Smartphone und wischte schweigend darauf herum. Er blickte nicht einmal auf, er erkannte mich wohl an den Schuhen. Nach zwei Minuten kam der nächste Kollege herein, hatte sein Smartphone bereits in Vorhalte. Ich blickte vom Einen zum Anderen. Niemand sprach. Ihr Körperhaltung war irgendwie bucklig, wie sie so in ihre Geräte starrten. Sie waren wohl mit ihren sozialen Netzwerken beschäftigt. Oder vielleicht kommunizierten sie ja miteinander.
*irrkicher*
Hey: Da geht noch was!
Daten-Brillen sind der nächste technische Evolutionsschritt! Google bringt bald eine heraus, die auf Android läuft (Link). Dann stehen alle so in der Gegend herum wie die Pet Shop Boys, die auf den Bus warten, können sich aber fürs Zwischenmenschliche, Private auch mal ganz prima via Facebook anstubsten.
Ick freue mir.
Danke, Moderne!


Freitag, 2. März 2012

www 17 - Datenschutz

http://bit.ly/w6laya
Es gibt allerlei schützenswerte Daten in meinem Leben:
Mein Geburtsdatum: Tipp: Wenn man zu recht den Alptraum Identitätsdiebstahl fürchet, sollte man sein Geburtsdatum nicht an jeder Ecke posten (wie bei Facebook usw.). Lesenwert: (Link).
Meine Bankverbindung: Tipp: Tatsächlich reicht die aus, um auch ohne Geheimzahl ganz leicht Geld von meinem Konto zu zocken (Link).
Meine EC-Geheimzahl: jaja
Meine Kreditkartennummer: Da brauchen wir nicht drüber reden, oder?
Meine Adresse: Die braucht auch nicht jeder zu haben, es sei denn, man steht auf Stalker, die nachts am Briefkastenschlitz schnüffeln.
Meine Handynummer: nö. Das Teil nervt schon so genug.
Krankenkassendaten, Sozialversicherungsnummer usw. behalte ich auch für mich, klar.

Ja: In allen vorgenannten Fällen möchte ich gerne Datenschutz beantragen!

Aber hey!
Was für ein Skandal, wenn das Smartphone Bewegungsprofile von mir speichert! Mal ehrlich: Wen interessierts? Es sei denn, man gehört zur al-Qaida Schwäbisch Gmünd (Link).
Was für ein Skandal, wenn die Kleidung, die ich mir kaufe, frisch ab Werk noch RFID-Tags enthält, die man mit entsprechenden Scannern (wenn man denn nur einen hätte) auslesen könnte. Damit könnte man dann, wenn einem der Sinn danach stünde, Teenager-Passantinnen scannen und ermitteln, dass ihre Klamotten von H&M und in Bangladesh in einem Sweat-Shop von 13-jährigen Mädchen zusammengekloppt worden sind - voll die totale Super-Duper-Überraschung!
Was für ein Skandal, wenn die Bundesregierung eine Volkszählung machen will, um herauszufinden, wen sie da eigentlich regiert! Sofort schreien alle: VOLKSZÄHLUNGS-BOYKOTT!!! (Und gründen stante pede eine Facebook-Gruppe "Volkszählungsboykott sofort!" - Muahahaha!) Danach beschweren sich alle, dass die Bundesregierung wieder mal voll am Bürger vorbei regiert. Merkt da einer noch was?
Was für ein Skandal, wenn die allmächtigen Internet-Werkzeuge, die ich Tag für Tag benutze, meine Daten speichern und damit die Hilfestellung, die sie mir leisten, kontinuierlich verbessern! Unerhört! Google ist so eine schlimme Datenkrake!!! Wenn dagegen Amazon uns Tipps gibt, welche Bücher uns auch interessieren könnten, dann ist das aber voll OK.
Was für ein Skandal, dass Facebook meine persönlichen Daten vertickt und sogar das Recht an meinen hochgeladenen Bildern innehält! Die werden die Fotos, die ich 2005 von den verschneiten Brombeerbüschen gemacht habe, für 6,6 Mio. US$ ans Museum of Modern Art, NYC verhökern und ich gehe mal wieder leer aus!
Na klar...

Also ehrlich, Leute, wenn ihr paranoid seid, dann lasst das doch einfach alles!
Alternativ kann Nachdenken helfen. Auch, über die Rolle der Medien. Die haben euch nämlich mal wieder aufgehetzt. Davon leben sie.

Alternativen:
Handy: Weder iPhone noch Android-betriebene Systeme bieten 100%-ige Sicherheit. Also holt den alten NOKIA-Knochen von 1996 wieder raus (Nokia 1610, Link).
Soziales Netzwerk: geht zu Diaspora (Link). Da ist zwar keiner, aber eure Daten sind sowas von sicher.
Suchmaschine: Benutzt doch eine Metasuchmaschine, die eure Daten erst gar nicht speichert, ihr nervösen Vögel (Link).
Datensicherheit: Wie wärs mit verschlüsseln? (Link)
AV & Firewall: Hier gibts die Testsieger (PC) kostenlos: (Link) und (Link).
Gedankenkontrolle: bastelt euch lustige Hütchen aus Alufolie, das macht auch sicher vor Sozialkontakten (Link).



Dienstag, 21. Februar 2012

www 16: Momentan nicht netzwerksozial

http://bit.ly/zLJEnw
Facebook.
Soziales Netzwerk schön und gut.
Aber was ist, wenn man sich gerade mal gar nicht netzwerksozial fühlt?
Ich gehe also irgendwie trotzdem rein ins soziale Netzwerk, in der Mittagspause, so aus Gewohnheit.

...
Es meldet: „K. Obold spielt Kristall-Prokrastination“
Himpelchen schreibt: „Will Blumen pflücken. Wann kommt der Frühling?“
Susanne Klickerklacker kommentiert: „Au ja!!! Will auch!!!“
Flora Soft meldet: „Ich mach mir mal einen Holundertee!“
Es meldet: „Hara Kiri gefällt das.“
Es meldet: „Lee Harvey Oswald hat sein Profilbild von 'flaues Geschwurbel' nach 'undefinierbares Wischiwaschi' geändert
Es meldet „Susanne Klickerklacker hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Kaugummi im Haar 13.03.1984' hinzugefügt“
Es meldet: „Butzelmann spielt Tötet-sie-alle—Gott-wird-sie-sortieren“
Es meldet: „Hara Kiri benutzt jetzt die total unübersichtliche Timeline“
Es meldet: „Himpelchen spielt Regenbogen-Einhorn-Kitsch“
Es meldet „Susanne Klickerklacker hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Wurzelbehandlung 02.08.2009' hinzugefügt“
Pimpelchen schreibt: „Habe gerade im Garten ein Eichhörnchen gesehen, glaube ich!“
Es meldet: „Lee Harvey Oswald, Herta Bullrich-Salz und 12 anderen gefällt das.“
Susanne Klickerklacker kommentiert: „Toll!!!“
Es meldet: „Pimpelchen spielt Elfen-Delfin-Schnulli“
Es meldet „Herta Bullrich-Salz hat ihren Beziehungsstatus von 'Es ist kompliziert' auf 'Abo' geändert.
K. Obold kommentiert: „Mir ist schlecht.“
Butzelmann schreibt: „Gauck sucks.“
Lee Harvey Oswald kommentiert: „Yeah, Mann. Politiker: Alle korrupt!“
Susanne Klickerklacker postet ein unscharfes Bild von ihrem benutzen Eierbecher.
Es meldet „Flora Soft hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Auf den 927er-Bus warten 28.11.2001, 17:33 Uhr' hinzugefügt“
...
*seufz*

Für diese meiner nicht-netzwerksozialen Tage hätte ich gerne eine Kommentar- und Posten-Automatik...

Henning (Automatik) meldet: Werde gerade von Außerirdischen entführt – cool!
Henning (Automatik) kommentiert on Holundertee: "Du kannst den Beutel jetzt rausnehmen, 3 Minuten sind rum!"
Es meldet „Henning (Automatik) hat in seiner Timeline das Lebensereignis 'Einkäufe mit Queen Mom bei Metzgerei, DM, Doc Morris und Penny 16.02.2012' hinzugefügt“
Henning (Automatik) meldet: "Führe meine Marienerscheinung auf Drogenkonsum in der Jugend zurück."

Wenn nur alle so eine Automatik hätten...
Allerdings würde das keiner mitkriegen, weil sich alle mal wieder im Real Life auf einen Holundertee träfen. Und das "Soziale Netzwerk" würde endlich zum Selbstläufer.


Mehr facebook auf ru24: (Blogbeitrag)(Blogbeitrag)(Blogbeitrag)(Blogbeitrag).


Mittwoch, 1. Februar 2012

(www 15) Fragen an ru24: Facebook-Profilbild

http://bit.ly/7kfoEP
Iris L. aus W. fragt: "Lieber ru24, warum haben dermassen viele Leute auf Facebook eigentlich Fotos ihrer Kinder als Profilbild?"

ru24 antwortet: Nach eingehender Durchsicht meiner FB-Kontakte und ein paar der Kontakte meiner Kontakte, kristallisieren sich folgende FB-Profilbild-Klassiker heraus:

Joe Cool fotografiert sich im Badezimmerspiegel
Sicherlich 'der Klassiker' unter den Profilbildern, natürlich immer am ausgestreckten Arm von schräg oben. Es sei denn, dass iPhone muss mit aufs Bild, dann natürlich von vorne mit nur minimal wirrem Blick am Kultobjekt vorbei.
Easy Rider mit Fortbewegungsmittel
OK, aber das sollte spätestens ab Mitte 25 kein Thema mehr sein, oder?
George und Tina
Dieses Profilbild eines überglücklichen Pärchens ist eigentlich als Affront gegen alle Single-"Freunde" bei FB gedacht. Vielleicht erfreut es sich aber gerade deshalb so großer Beliebtheit.
unscharfes, überbelichtetes Geschwurbel
die Kamera versehentlich in der Nähe des ICE-Fensters in den Sonnenuntergang ausgelöst, noch ein paar wirklich zufällige Filter aus dem Grafikprogramm drüberziehen - fertig ist das neue Profilbild. Sehr geheimnisvoll. Hält sich vermutlich für das Phantom der Oper. Oder ist paranoid. Aber warum dann Facebook?
Der Promi
Das Profilbild (überwiegend in schwarzweiss) zeigt einen Prominenten. Vermutlich ist er ein toter Amerikaner. Na gut: Theodor Heuss kann Steve McQueen einfach nicht toppen. Das Warum indes bleibt das Geheimnis des Profilinhabers.
Max Mustermann bewirbt sich bei der Deutschen Bank
OK. Ja, du hast dich von einem Fotografen in einem Studio vor einem Vorhang fotografieren lassen. Aber das ist wirklich das beste Bild, das es von dir gibt? Facepalm!
You're such a sport!
Im Urlaub 2006 auf Malle mal einen Surf-Schnupperkurs nach einer halben Stunde abgebrochen? Egal, es gibt ja drei Bilder, die belegen, was du für doch für eine Sportskanone bist!
Der ewige Urlauber
Weißt du eigentlich, wie es sich auf die Psyche der schwer arbeitenden Bevölkerung auswirkt, wenn du ausschließlich Urlaubsfotos (incl. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Strand, azurblauer Himmel) als Profilbilder nimmst? Lass das!
Billy the Kid
Gibt es in zwei Varianten. Eins: Das Profilbild zeigt den FB-Account-Inhaber als Kind - süüüß! Zwei: Das Profilbild zeigt das Kind des FB-Account-Inhabers. OK. Du hast es selbst gemacht. Vermutlich mit Sex. Und es soll dich eines Tages ersetzen. Warum nicht schon mal damit anfangen?
Vielleicht klärt das deine Frage, Iris.

Bonus:
Ich habe die Profilbilder meiner FB-Kontakte einmal ausgezählt:
55x: lächeln oder lachen (32%)
13x: tragen eine Sehhilfe (19 %)
10x: tragen eine Sonnenbrille (15%)
8x: tragen eine Kopfbedeckung (12%)
8x: Profilbild = Comicfigur (12%)
7x: Urlaubs-Schnappschuss (10%)
3x: mit Partner auf Bild (4%)
3x: Bild ist nur unscharfes Geschwurbel (4%)
3x: mit Kumpel auf Bild (4%)
2x: wurde im Badezimmerspiegel aufgenommen (3%)
2x: mit Kind auf Bild (3%)
2x: mit Familie auf Bild (3%)
2x: mit Pferd auf Bild (3%)
1x: mit Hund auf Bild (1%)
1x: mit Spiegelreflexkamera auf Bild (1%)
1x: Hochzeitsfoto (ohne Ehepartner) (1%)
1x: trägt Kopfhörer (weiß) (1%)
1x: trägt Badekappe (rosa) (1%)
1x: "typisches" Bewerbungsfoto (1%)
1x: Profilbild zeigt nur das Kind (1%)
1x: zeigt Person nur von hinten (1%)
1x: trägt Clownsnase (1%)
1x: Profilbild zeigt ausschließlich ein Schaf (1%)
Das sagt schon eine ganze Menge über die Vögel aus!

Zum Lachen: Link
Blogbeitrag: Facebook-Typologien


Freitag, 25. Juni 2010

www 14 - Facebook Typologien


Facebook
Originally uploaded by Laughing Squid
81% - die schweigende Mehrheit
Irgendwann mal bei Facebook angemeldet, dümpelt dieser Account so vor sich hin. Geburtstagswünsche von vor 7 Monaten gammeln hier ebenso ungelesen herum wie hoffnungsfrohe Einträge von "Freunden", "doch mal wieder was zusammen zu unternehmen". Die meisten dieser Vögel haben es nicht einmal zum Profilbild geschafft.
Eine Sonderform stellt der "passive Kontaktesammler" dar: Alle zwei Monate erwacht er aus seiner Lethargie, um alle sechs anstehenden Kontaktanfragen zu bestätigen, dann taucht er sofort wieder unter, wenigstens für die nächsten Monate.

5% - El Normalo
Der normale Wald- und Wiesennutzer. Täglich über längere Zeiträume präsent, gibt er gerne fast überall seinen Senf dazu. Er ist das Rückgrat von Facebook.

3% - Glücksnussöffner
Der Glücksnussöffner steht stellvertretend für all jene, die FB keinen eigenen Content hinzufügen, sondern z.B. jeden Tag fast ausschließlich sturheil ihre Glücksnuss öffnen: "Du wist einen schönen Tod haben". Alternativ geben sie damit an, dass ihnen bei Farmville mal wieder eine totaaal niedliche Zwerglanguste zugelaufen ist.

2% - Captain Krypto
Captain Kryptos Statusmeldungen sind selbst für Eingeweihte oft unverständlich. Wie aus sehr altem Assyrisch übersetzt, bleiben diese Sentenzen rätselhaft bis prä-apokalyptisch oder schlicht mundartlich. Im Zweifelsfall kann man sich einfach einreden, dass es "irgendwie" - optional auf Schwitzerdütsch - um "World of Warcraft" geht.

2% - vager Jammerlappen
Ihre Statusmeldungen sind immer negativ, dazu so vage wie möglich gehalten:
"J. Ammer-Lappen: Macht den Schmerzen jetzt ein Ende" (meint: Seine Vagheit entschließt sich endlich, doch mal eine Aspirin einzuwerfen),
"J. Ammer-Lappen: Sieht keinen Sinn mehr darin, überhaupt weiterzumachen..." (meint: Belegt bei dem iPhone-Spiel "Doodle Jump" den letzten Platz und erwägt, aufzugeben),
"J. Ammer-Lappen: Kann nicht aufhören, zu weinen" (meint: Schneidet soeben die dritte Zwiebel).
Wichtig ist, dass alle durch diese suizidal wirkenden Sätze aufgescheucht werden und reflexartig in Massen Aufmunterndes von sich geben.

2% - Superdarling
Jeder liebt Superdarling. Superdarling ist so unglaublich positiv und nett, dass man es kaum für möglich hält. Am Herdfeuer von Superdarlings Herzen wärmen sich die von der Kälte des Netzes unterkühlten Massen.

1% - Ich-Girl
Das Ich-Girl tauscht sein Profilbild täglich aus, es beginnt fast alle Statusmeldungen mit "Ich ...". Es ist fast 20 Stunden am Tag bei Facebook eingeloggt, postet dann: "Ich bin so unglaublich müde" (surprise, suprise), "Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr" (wen wunderts?), "Ich bin total dolle krank" (Überraschung: Vitamin D bildet sich in der Haut nur im Zusammenhang mit Sonnenlicht) (Link).
Das Ich-Girl schart eine größere Gruppe von mitfühlenden Mädchen um sich, die zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Aufmunterung parat haben, zumindest in den ersten Jahren.

1% - Hyperactive!!!
Hyperactive!!! ist immer und überall zugegen, ist wunderbar witzig, kommentiert, was das Zeug hält - bis in die frühen Morgenstunden. Auf Hyperactive!!! mag niemand mehr verzichten wollen. Wenn Hyperactive!!! sich mal 23 Stunden nicht blicken läßt, gründet garantiert jemand eine "Wir wollen Hyperactive!!! zurück!"-Gruppe.

1% - Der Freak
Findet in den Weiten des Netzes immer etwas Außergewöhnliches, um es zu posten, oft bekommt man von den angeklickten Links leider Augenkrebs, but no risk no fun.

1% - Jäger(in) des verlorenen Links
"Weiß noch jemand den Link zu den hübschen Puschen, so Hausschuhe, grauer Filz, schmal geschnitten und wunderschön, den hatte jemand vor einem dreiviertel Jahr gepostet. Die wollte ich doch meiner Mami schenken!" - Im Grunde erklärt das schon alles.
F: Wie hieß nochmal diese Suchmaschine? A: Facebook

1% - Der Teleprompter
Aktualisiert etwa alle 6 Stunden seinen Status, am liebsten mit einem Handy-App, das Ganze im wichtig aussehenden Twitter-Style: "Bin #gerade mit #Heike im #IKEA". Dem Teleprompter ist das völlig Latte, ob das jemanden interessiert, es fiele ihm aber auch niemals ein, den Post eines Anderen zu kommentieren. Warum das "Soziales" Netzwerk heißt, wird dem Teleprompter für immer ein Rätsel bleiben.

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Dienstag, 22. Juni 2010

ru24: www 13 - Ich bin drin 3.0

Abends (nach einem Arbeitstag am PC im Büro) skype (Link) ich mit meiner Berliner Freundin. Das ist "videofonieren am PC", ich hätte es vor einer Woche auch noch nicht so genau gewusst.
Und wenn man schon am PC sitzt, so Auge in Auge miteinander quatscht, dann kann man sich gleichzeitig auch diverse Dateien zukommen lassen. Über Skype geht das jetzt irgendwie nicht, vermutlich weil sie "Mac ist" und ich "PC". Also senden wir uns während des Gesprächs z.B. ein Dutzend zusammengezippter Fotos via yousendit (Link) zu. Derweil tauschen wir uns über "unseren Tag" und den aktuellen Facebook-Tratsch (Link) aus, danach berichtet sie mir beiläufig in einem Nebensatz, dass sie mir auf meinen Flickr-Account (Link) ein paar Flickr-Mails geschrieben hat, um mich auf bestimmte Flickr-Gruppen aufmerksam zu machen, die mich interessieren könnten, auf die ich aber nimmer gekommen wäre (Beispiel).
Hey! Klasse!
Da geht plötzlich das "richtige" Telefon: Lüdel-lüdel-lüdel! Eine gute Freundin aus Köln ist dran, um mir mitzuteilen, dass sie mir eine SMS aufs Handy geschrieben hat, mit dem Inhalt, dass ich ein E-Mail bei web.de (Link) bekommen habe...
[*hüstel* Ja, tatsächlich bekomme ich nicht immer alles mit - und wer mich kennt...]
Während des Telefon-Telefonats mit ihr lächle ich in die neue Logitech-Webkamera auf meinem Monitor, werfe meiner fernen Videofoniererin eine Braue zu und öffne parallel bei web.de das E-Mail. Inhaltlich dreht es sich um die Kooperation zwischen der guten Freundin und mir auf "Google Text & Tabellen" (Link) die wir mit gemeinsamen Münchner Facebook-Freunden haben, wenn wir zur Kommunikation nicht gerade das Facebook-Mail mit dem Vierfachverteiler nutzen...
Mein Augenlid zuckt.
Ob alles in Ordnung ist, fragt meine Berliner Freundin, nachdem ich das Kölner Telefonat beendet habe.
Ich...
Nein, nein, alles in Ordnung, mein Mauszeiger irrlichtet herum, ich klicke irgendwo irgendwas, drehe Kreise.
Mein Blick ist leer.
"Ich muss auf die Couch", sage ich.

Ich gehe ein Buch lesen, aus Papier.

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Dienstag, 5. Januar 2010

ru24: www 10 - Mecker, mecker, mecker!


facebook
Originally uploaded by pshab
Man kann auf Facebook z.B. auch Nachrichten von Spiegel Online (SPON) abonnieren. Täglich scheinen dann sporadisch Meldungen aus den verschiedenen Ressorts auf, bunte Mischung, wie HARIBO COLOR-RADO.
Natürlich interessiert nicht jeden immer alles, das liegt in der Natur der Sache.
Doch wer wäre der Deutschen, nähme er das nicht sofort zum Anlass, ein Fass aufzumachen?
Unmittelbar melden sich Himpelchen und Pimpelchen empört zu Wort:
HIMPELCHEN: Ok, jetzt reichts. "SPIEGEL ONLINE verbergen". Klick.
...
PIMPELCHEN: DAS soll eine Eilmeldung wert sein? ... was ist mit dem Sack Reis in China?
...
BUTZELMANN: Ey, was geht? Wenn das eine Eilmeldung ist, dann kann ich mir das mal locker sparen, Mann. "Mich als Fan entfernen" Klick.
Das ist doch sehr traurig!
SPON wird sich die Augen ausweinen!
Schreibt jemand wütende Leserbriefe an eine Zeitung, weil sie einen Sportteil oder ein Feuilleton hat?

Manchmal kommt bei Facebook auch ein SPON-Beitrag, vielleicht sogar eine +++Eilmeldung+++ zum Thema "Google". Dann...
Dann ist niemand empört, dass es ihn nicht interessiert. Weil Google benutzt schließlich jeder. Nur wohin jetzt mit der allergerechtesten Empörung?
Genau!
Sofort sind Himpelchen und Pimpelchen wieder zur Stelle:
HIMPELCHEN: Voll die Datenkrake! Die sammeln doch mehr Daten über uns als alle Geheimdienste zusammen!
...
PIMPELCHEN: Google spioniert uns total aus! Voll gemein!
...
BUTZELMANN: Big Brother, Mann, sag ich, schlimm die Brüder, echt, zum Kotzen!
Hey Leute!
Schon gemerkt?
Einen Tod müsst ihr nämlich sterben!
Entweder, jemand weiß nichts über euch, dann dürft ihr euch nicht über Meldungen wie "Eisschnellläuferin: Pechstein darf in Salt Lake City starten" oder "Wechsel an Konzern-Spitze: GM-Chef Henderson gibt auf" aufregen. Woher soll denn jemand wissen, dass genau das euch einen feuchten Kehricht interessiert?
Und wenn jemand exakt dem vorbeugen will, auf dass er eine vage Ahnung bekäme, wie es in eurem finsteren, kleinen Oberstübchen so tickt, dann ist er eine ganz doll schlimme Datenkrake.
Ihr seid doof, glaube ich.


Mittwoch, 25. November 2009

www 7 - Märchen-Transplantation


Rotkäppchen I
Originally uploaded by GretchensFrage
Wenn man bei Facebook Mitglied ist, dann erfährt man nicht nur, was Himpelchen und Pimpelchen so machen, z.B.: "Himpelchen gießt gerade seinen Kaktus namens Jürgen" oder "Pimpelchen hat hinter seinem Kühlschrank einen Flusen gefunden, der ganz doll aussieht wie Fidel Castro", sondern es gibt zu allem Überfluß noch Tamagotchis (*zeitshredder!!!*), Glücksnüsse, allerlei Orakel, urst freundliche Winkekatzen und etliche Quizzes, z.B.:
Henning nahm am "Welche MÄRCHENFIGUR bist du?"-Quiz teil und erzielte folgendes Ergebnis: Rotkäppchen
"Häh? Was? Große Zähne?" Leider bist du etwas schwer von Begriff, trotzdem (oder gerade deshalb) genießt du aber das volle Vertrauen deiner Mitmenschen. Wenn ein Korb voller Essen unbeschadet von A nach B transportiert... werden soll – dann bist du die Person der Stunde! Schließlich geht ja dann am Ende doch irgendwie immer alles gut...
Nun ja. Normalerweise sollte man so etwas nicht zu ernst nehmen, normalerweise...
200 Therapiesitzungen später habe ich eine Märchen-Transplantation bezahlt bekommen - gottlob! Die Krankenkasse meines Vertrauens hatte tatsächlich eingesehen, dass ich eindeutig im falschen Märchen-Körper steckte.
Jetzt bin ich der Bär aus Schneeweißchen und Rosenrot.

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