Posts mit dem Label www werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label www werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. Oktober 2014

www 21 - web.de

photo credit: mario_ruckh via photopin cc

Seit etwa 15 Jahren habe ich ein E-Mail-Konto bei web.de
Technisch ist gegen den Laden nichts einzuwenden, alles ist kostenlos und läuft. Das einzige Problem ist der sogenannte "redaktionelle Teil", den man als User aufgezwungen bekommt, sobald man sich an web.de an- oder abmeldet.

Das sieht in etwa so aus:
  • Das denkt Özil wirklich über Mertesackers Vorhautverengung
  • Männer: Warum Fremdgehen sich lohnt
  • Bilderstrecke: Diese Boxenluder packen aus
  • Bilderstrecke: Nackt im RTL-Container
  • Wiesn-Liebe und die Sterne: Flirten im Festzelt? Unser Horoskop verrät, wann sich das lohnt

Hey! Das sind ja genau die Themen, die mich brennend interessieren würden, wenn ich Grundschulabbrecher wäre! Als Hochschulabbrecher indes finde ich den RTL-Container, das Dschungelcamp oder Micaela Schäfer in etwa so interessant wie einen Nagel im Kopf. Schon deshalb möchte ich gerne zu einem anderen Mail-Webdienst wechseln, zu einem, der mich nicht für geistig zurückgeblieben hält -- habt ihr irgendwelche Vorschläge, ihr dauergeilen, blutjungen Stücke?


Sonntag, 27. Januar 2013

www 20 - The social network

http://goo.gl/fZtwe 
Noch vor 2006 hätte man es für eine super Idee halten können: Mit allen Nasen, die man kennt, gleichzeitig in Kontakt zu stehen. „Die Welt offener und vernetzter [zu] machen“, wie Marc Zuckerberg es ausgedrückt hat.

Dieses Privacy-Ding bei Facebook ist mittlerweile durch ständige Änderungen so massiv undurchsichtig geworden, dass selbst Zuckerbergs Schwester Randi-po-pandi nicht mehr richtig durchblickt (Link). Irgendwann habe ich aufgegeben noch verstehen zu wollen, wer jetzt welchen Post von mir sehen kann und wer nicht und wtf warum. "Alle" ist die Default-Einstellung.
Ist es nicht mittlerweile sowieso sowas von völlig schnuppe?
Na, das hat ja gut geklappt, Facebook.

Im Laufe der letzten Jahre hat man sich bei FB mit Hans und Franz "angefreundet". Teilweise ist es bei manchen in den vergangenen Jahren geradezu zu regelrechten "Wer-kennt-wen"-Orgien gekommen. So sind viele jetzt mit "Kalle Klammroth, dem Klassenarsch"* (o. vgl.) aus dem heimatlichen Weiler befreundet, mit denen sie als Teenies hinterm Bürgerhaus Anno '82 mal ein Hansa-Pils gezischt haben, Berührungspunkte heute = Null. Und gerade diese verwegenen Vögel posten was das Zeug hält, meist Post-Weiterleitungen von hochfragwürdigen Gruppen-Seiten wie "Schatz, bitte schluck. Bett ist frisch bezogen" (Link) oder "Nein, Stil ist nicht das Ende des Besens" (Link) - Autschn!
*) Aus "Schöner leben mit dem kleinen Arschloch", W. Moers

Zu dieser Überzahl an Nasen kommt die Tatsache, dass Facebook eines Tages absurderweise beschloss, alle "Gefällt mir-Listen" (Filme, Bücher, Musik, Tralala) in Gruppen umzugestalten, die auch tatsächlich Content produzieren (= posten). Dadurch bin ich jetzt auch "irgendwie befreundet" mit den Filmen "Fight Club", "Star Wars Episode IV", "Scott Pilgrim", den Büchern "Daemon" und "Die Hyperion-Gesänge" und  den Bands "Kraftwerk" und "Lemon Jelly" (usw.) - so unnötig wie ein Kropf! Zusätzlich dazu kommen die Gruppen, die man ohnehin abonniert hat, wie "I love Wuppertal", "Der Postillion", "Jamiri" usw. usf. Dann gibt es ja noch die Möglichkeit, Leute "zu abonnieren" oder sie mit dem Prädikat "enge Freunde" zu belegen.
Im Laufe der Zeit hat sich so jeder sein eigenes, aus allen Fugen geratenes FB-Monstrum erschaffen.

Wenn man bei dieser Mörder-Timeline auf dem Laufenden bleiben wollte, müsste man täglich etwa 1,3 km Zeugs lesen. Schlaue Vögel im Dienste des Zuckerbergs haben eingesehen, dass sich diese absurden Riesenmengen an Nichtigem nur noch hart gesottene Vollzeitkasper vollständig reinziehen könnten und mussten Abhilfe schaffen: mithilfe des "edgeranks". Jetzt bestimmt ein intransparenter Konzern-Algorithmus, was du von den Meldungen deiner "Freunde" überhaupt zu sehen bekommst und was nicht, wer Posts von dir sehen kann und wer nicht. Das führt dazu, dass nur noch 12% aller Kontakte, mit denen du "befreundet" bist, deine Posts überhaupt zu sehen kriegen und du umgekehrt nur noch 12% der Posts deiner Kontakte. Man lasse diese Tatsache einmal einwirken...
Facebook-Marketing-Direktor Brian Boland begründet das wie folgt:
There are pieces of content you create that are interesting, and there’s some that are not.” (Quelle)
Das ist ja ganz schön feist!
Meine Fresse!
Die haben echt Eier!

Aber jetzt erklärt sich, warum etliche meiner Posts einfach kaltherzig von allen ignoriert wurden, obwohl es sich (in meinem Falle selbstredend) um grandiose Perlen abendländischer Unterhaltung gehandelt hat!
Richtig, richtig interessant wird das, wenn eine Selbstmordankündigung automatisiert als "not interesting" eingestuft werden und sie deswegen keine Sau zu sehen bekommt... (= Sozial-Darwinismus via Algorithmus).

Also, jetzt mal "in echt": Wenn ich 12% meiner richtigen, echten Freunde (und ich meine das Wort in seinem eigentlichen, wirklichen Sinne) erreichen will, dann kann ich sie ansimsen, anrufen oder mich mit ihnen treffen - IRL! Das ist ad hoc drastisch effektiver als in einem von Nichtigkeiten überfluteten sog. "sozialen Netzwerk" herumzudödeln, welches meine Äußerungen auch noch nach Lust & Laune im Nirwana verschwinden läßt.
Da kann ich mich ja ebenso gut mit meiner Mutter unterhalten.



Mehr Facebook: (Blogbeiträge)


Montag, 31. Dezember 2012

www 19 - Facebook-Profil bei Google auffindbar - WTFWJD???

http://goo.gl/itcx8 
Soeben erleben wir die gefühlte 19. Facebook-Hysterie-Welle über uns hinwegziehen: OMFG*!!!
Denn: Man kann das Facebook-Profil bei Google finden!!!
Bei Google, der gar schri-schra-schröcklichen Datenkrake!!!
Ausgerechnet da!!! Jetzt kann man Hans' & Franz' und Himpelchens & Pimpelchens und SOGAR MEIN Facebook-Profil mittels unseres KLARNAMENS bei Google AUFFINDEN!!! AUF-FIN-DEN!!! Kraisch!!! Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag! Mein Gott!
Ich schloss mich 4 Tage in einem Bodentresor ein, las die einschlägigen Aufrufe von Profi-Hysteriken dazu auf Facebook und ernährte mich ballsttoffreich. WTFWJD** ging es mir wieder und wieder durch den Kopf, wie ein Mantra.
Geläutert kehrte ich ins Licht zurück.

1) Ob man jetzt bei Google oder direkt bei Facebook nach "Susanne Bäcker" sucht, ist ja wohl sowas von völlig Jacke wie Hose.
2) Social Media ist nun mal "mit Leuten". Tja, das ist scheiße, ja, ich weiß. Aber ihr könnt noch soviel winseln und wehklagen, et ändert doch nix dran!
3) Double facepalm, wenn ich sehe, wie Himpelchen & Pimpelchen auf Facebook ihre bisherigen Klarnamen nun rückwärts schreiben oder willkürliche Leerzeichen einfügen, damit sie "von außen" nicht mehr gefunden werden können.

Sagt mal: Geht's noch, ihr Pfeifen?

Euch Euer
Gninneh Suahgnilhüm
aka Henni Ng Mühli Ng Haus


  *) OMFG = Oh my fucking god
**) WTFWJD = What the fuck would Jesus do?


Mittwoch, 28. März 2012

www 18 - QR-Mania

http://bit.ly/41asjt 
Der QR-Code wurde 1994 von einem Tocherunternehmen von Toyota erfunden, für die Lagerhaltung.
Dann kamen die Smartphones. Along comes a Werbeblöddoofarsch und: Röng-Döng!!!
Mittlerweile gibt es QR-Codes aus Oreo-Keksen (Link), M&Ms (Link), LEGO (Link), Sand (Link) und ganze Läden, die aus nichts anderem als QR-Codes bestehen (Link).
Die Dinger werden auf Kühe (Link) gepappt, auf Kondome (Link), Schals (Link), Schmuck (Link), Weizenfelder und Hotels (Link) - hurra!
Hach!
Was für eine Marketing-Masche!
Das muss doch einfach die Moderne sein! Dann pappen wir die Dinger einfach überall drauf!
Aber dann ist da die Sache mit den "QR-Codes für Doofe": Man sieht so ein Ding, kramt sein Smartphone hervor, wischt es an, gibt den Freischaltcode ein, sucht die Barcode-Lese-Anwendung (wenn man sich schon eine "App" heruntergeladen hat), startet die Anwendung, dann heißt es zielen, warten, zielen, warten und Brrring! Schon nach 35,6 Sekunden hat man das Ding im Kasten und wird quasi umgehend auf die Seite mnml.com verlinkt. Doof nur, dass man diese opulente Adresse händisch binnen 8 Sekunden hätte eingeben können. Und dann ist die Webseite, die man aufruft, nicht einmal fürs Smartphone optimiert...
Oder die Dinger sind winzig, lächerlich unzugänglich oder bedecken gleich ganze Häuserfassaden, sodass man vier Stationen mit der Straßenbahn fahren muss, um sie theoretisch ganz drauf zu kriegen. Leider stehen dann jede Menge andere Häuser (ohne QR-Code) davor.

Und dann ist da noch was, denn Himpelchen und Pimpelchen weinen.
"Wäwäwäwäwä!!!", sagen sie.
Oh weh! Sie haben nämlich überhaupt kein Smartphone!
Was? Kein Smartphone? Im dritten Jahrtausend? Aber das ist doch absurd!
Äh, da fällt mir ein: Ich habe auch für mich völlig überraschenderweise ebenso keins...

Menno: Wenn ich also auf einer Webseite landen möchte, die mir was verkaufen will, dann muss ich tatsächlich noch Bannerwerbung im Internet anklicken. Oder von Hand w-w-w-.-a-m-a-z-o-n-.-d-e eintippen.
Wie brutal altmodisch bin ich denn?


15 QR-Code Fails: (hier klicken) oder mit dem Smartphone hier herumscannen:

QR Code


Freitag, 2. März 2012

www 17 - Datenschutz

http://bit.ly/w6laya
Es gibt allerlei schützenswerte Daten in meinem Leben:
Mein Geburtsdatum: Tipp: Wenn man zu recht den Alptraum Identitätsdiebstahl fürchet, sollte man sein Geburtsdatum nicht an jeder Ecke posten (wie bei Facebook usw.). Lesenwert: (Link).
Meine Bankverbindung: Tipp: Tatsächlich reicht die aus, um auch ohne Geheimzahl ganz leicht Geld von meinem Konto zu zocken (Link).
Meine EC-Geheimzahl: jaja
Meine Kreditkartennummer: Da brauchen wir nicht drüber reden, oder?
Meine Adresse: Die braucht auch nicht jeder zu haben, es sei denn, man steht auf Stalker, die nachts am Briefkastenschlitz schnüffeln.
Meine Handynummer: nö. Das Teil nervt schon so genug.
Krankenkassendaten, Sozialversicherungsnummer usw. behalte ich auch für mich, klar.

Ja: In allen vorgenannten Fällen möchte ich gerne Datenschutz beantragen!

Aber hey!
Was für ein Skandal, wenn das Smartphone Bewegungsprofile von mir speichert! Mal ehrlich: Wen interessierts? Es sei denn, man gehört zur al-Qaida Schwäbisch Gmünd (Link).
Was für ein Skandal, wenn die Kleidung, die ich mir kaufe, frisch ab Werk noch RFID-Tags enthält, die man mit entsprechenden Scannern (wenn man denn nur einen hätte) auslesen könnte. Damit könnte man dann, wenn einem der Sinn danach stünde, Teenager-Passantinnen scannen und ermitteln, dass ihre Klamotten von H&M und in Bangladesh in einem Sweat-Shop von 13-jährigen Mädchen zusammengekloppt worden sind - voll die totale Super-Duper-Überraschung!
Was für ein Skandal, wenn die Bundesregierung eine Volkszählung machen will, um herauszufinden, wen sie da eigentlich regiert! Sofort schreien alle: VOLKSZÄHLUNGS-BOYKOTT!!! (Und gründen stante pede eine Facebook-Gruppe "Volkszählungsboykott sofort!" - Muahahaha!) Danach beschweren sich alle, dass die Bundesregierung wieder mal voll am Bürger vorbei regiert. Merkt da einer noch was?
Was für ein Skandal, wenn die allmächtigen Internet-Werkzeuge, die ich Tag für Tag benutze, meine Daten speichern und damit die Hilfestellung, die sie mir leisten, kontinuierlich verbessern! Unerhört! Google ist so eine schlimme Datenkrake!!! Wenn dagegen Amazon uns Tipps gibt, welche Bücher uns auch interessieren könnten, dann ist das aber voll OK.
Was für ein Skandal, dass Facebook meine persönlichen Daten vertickt und sogar das Recht an meinen hochgeladenen Bildern innehält! Die werden die Fotos, die ich 2005 von den verschneiten Brombeerbüschen gemacht habe, für 6,6 Mio. US$ ans Museum of Modern Art, NYC verhökern und ich gehe mal wieder leer aus!
Na klar...

Also ehrlich, Leute, wenn ihr paranoid seid, dann lasst das doch einfach alles!
Alternativ kann Nachdenken helfen. Auch, über die Rolle der Medien. Die haben euch nämlich mal wieder aufgehetzt. Davon leben sie.

Alternativen:
Handy: Weder iPhone noch Android-betriebene Systeme bieten 100%-ige Sicherheit. Also holt den alten NOKIA-Knochen von 1996 wieder raus (Nokia 1610, Link).
Soziales Netzwerk: geht zu Diaspora (Link). Da ist zwar keiner, aber eure Daten sind sowas von sicher.
Suchmaschine: Benutzt doch eine Metasuchmaschine, die eure Daten erst gar nicht speichert, ihr nervösen Vögel (Link).
Datensicherheit: Wie wärs mit verschlüsseln? (Link)
AV & Firewall: Hier gibts die Testsieger (PC) kostenlos: (Link) und (Link).
Gedankenkontrolle: bastelt euch lustige Hütchen aus Alufolie, das macht auch sicher vor Sozialkontakten (Link).



Dienstag, 21. Februar 2012

www 16: Momentan nicht netzwerksozial

http://bit.ly/zLJEnw
Facebook.
Soziales Netzwerk schön und gut.
Aber was ist, wenn man sich gerade mal gar nicht netzwerksozial fühlt?
Ich gehe also irgendwie trotzdem rein ins soziale Netzwerk, in der Mittagspause, so aus Gewohnheit.

...
Es meldet: „K. Obold spielt Kristall-Prokrastination“
Himpelchen schreibt: „Will Blumen pflücken. Wann kommt der Frühling?“
Susanne Klickerklacker kommentiert: „Au ja!!! Will auch!!!“
Flora Soft meldet: „Ich mach mir mal einen Holundertee!“
Es meldet: „Hara Kiri gefällt das.“
Es meldet: „Lee Harvey Oswald hat sein Profilbild von 'flaues Geschwurbel' nach 'undefinierbares Wischiwaschi' geändert
Es meldet „Susanne Klickerklacker hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Kaugummi im Haar 13.03.1984' hinzugefügt“
Es meldet: „Butzelmann spielt Tötet-sie-alle—Gott-wird-sie-sortieren“
Es meldet: „Hara Kiri benutzt jetzt die total unübersichtliche Timeline“
Es meldet: „Himpelchen spielt Regenbogen-Einhorn-Kitsch“
Es meldet „Susanne Klickerklacker hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Wurzelbehandlung 02.08.2009' hinzugefügt“
Pimpelchen schreibt: „Habe gerade im Garten ein Eichhörnchen gesehen, glaube ich!“
Es meldet: „Lee Harvey Oswald, Herta Bullrich-Salz und 12 anderen gefällt das.“
Susanne Klickerklacker kommentiert: „Toll!!!“
Es meldet: „Pimpelchen spielt Elfen-Delfin-Schnulli“
Es meldet „Herta Bullrich-Salz hat ihren Beziehungsstatus von 'Es ist kompliziert' auf 'Abo' geändert.
K. Obold kommentiert: „Mir ist schlecht.“
Butzelmann schreibt: „Gauck sucks.“
Lee Harvey Oswald kommentiert: „Yeah, Mann. Politiker: Alle korrupt!“
Susanne Klickerklacker postet ein unscharfes Bild von ihrem benutzen Eierbecher.
Es meldet „Flora Soft hat in ihrer Timeline das Lebensereignis 'Auf den 927er-Bus warten 28.11.2001, 17:33 Uhr' hinzugefügt“
...
*seufz*

Für diese meiner nicht-netzwerksozialen Tage hätte ich gerne eine Kommentar- und Posten-Automatik...

Henning (Automatik) meldet: Werde gerade von Außerirdischen entführt – cool!
Henning (Automatik) kommentiert on Holundertee: "Du kannst den Beutel jetzt rausnehmen, 3 Minuten sind rum!"
Es meldet „Henning (Automatik) hat in seiner Timeline das Lebensereignis 'Einkäufe mit Queen Mom bei Metzgerei, DM, Doc Morris und Penny 16.02.2012' hinzugefügt“
Henning (Automatik) meldet: "Führe meine Marienerscheinung auf Drogenkonsum in der Jugend zurück."

Wenn nur alle so eine Automatik hätten...
Allerdings würde das keiner mitkriegen, weil sich alle mal wieder im Real Life auf einen Holundertee träfen. Und das "Soziale Netzwerk" würde endlich zum Selbstläufer.


Mehr facebook auf ru24: (Blogbeitrag)(Blogbeitrag)(Blogbeitrag)(Blogbeitrag).


Mittwoch, 1. Februar 2012

(www 15) Fragen an ru24: Facebook-Profilbild

http://bit.ly/7kfoEP
Iris L. aus W. fragt: "Lieber ru24, warum haben dermassen viele Leute auf Facebook eigentlich Fotos ihrer Kinder als Profilbild?"

ru24 antwortet: Nach eingehender Durchsicht meiner FB-Kontakte und ein paar der Kontakte meiner Kontakte, kristallisieren sich folgende FB-Profilbild-Klassiker heraus:

Joe Cool fotografiert sich im Badezimmerspiegel
Sicherlich 'der Klassiker' unter den Profilbildern, natürlich immer am ausgestreckten Arm von schräg oben. Es sei denn, dass iPhone muss mit aufs Bild, dann natürlich von vorne mit nur minimal wirrem Blick am Kultobjekt vorbei.
Easy Rider mit Fortbewegungsmittel
OK, aber das sollte spätestens ab Mitte 25 kein Thema mehr sein, oder?
George und Tina
Dieses Profilbild eines überglücklichen Pärchens ist eigentlich als Affront gegen alle Single-"Freunde" bei FB gedacht. Vielleicht erfreut es sich aber gerade deshalb so großer Beliebtheit.
unscharfes, überbelichtetes Geschwurbel
die Kamera versehentlich in der Nähe des ICE-Fensters in den Sonnenuntergang ausgelöst, noch ein paar wirklich zufällige Filter aus dem Grafikprogramm drüberziehen - fertig ist das neue Profilbild. Sehr geheimnisvoll. Hält sich vermutlich für das Phantom der Oper. Oder ist paranoid. Aber warum dann Facebook?
Der Promi
Das Profilbild (überwiegend in schwarzweiss) zeigt einen Prominenten. Vermutlich ist er ein toter Amerikaner. Na gut: Theodor Heuss kann Steve McQueen einfach nicht toppen. Das Warum indes bleibt das Geheimnis des Profilinhabers.
Max Mustermann bewirbt sich bei der Deutschen Bank
OK. Ja, du hast dich von einem Fotografen in einem Studio vor einem Vorhang fotografieren lassen. Aber das ist wirklich das beste Bild, das es von dir gibt? Facepalm!
You're such a sport!
Im Urlaub 2006 auf Malle mal einen Surf-Schnupperkurs nach einer halben Stunde abgebrochen? Egal, es gibt ja drei Bilder, die belegen, was du für doch für eine Sportskanone bist!
Der ewige Urlauber
Weißt du eigentlich, wie es sich auf die Psyche der schwer arbeitenden Bevölkerung auswirkt, wenn du ausschließlich Urlaubsfotos (incl. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Strand, azurblauer Himmel) als Profilbilder nimmst? Lass das!
Billy the Kid
Gibt es in zwei Varianten. Eins: Das Profilbild zeigt den FB-Account-Inhaber als Kind - süüüß! Zwei: Das Profilbild zeigt das Kind des FB-Account-Inhabers. OK. Du hast es selbst gemacht. Vermutlich mit Sex. Und es soll dich eines Tages ersetzen. Warum nicht schon mal damit anfangen?
Vielleicht klärt das deine Frage, Iris.

Bonus:
Ich habe die Profilbilder meiner FB-Kontakte einmal ausgezählt:
55x: lächeln oder lachen (32%)
13x: tragen eine Sehhilfe (19 %)
10x: tragen eine Sonnenbrille (15%)
8x: tragen eine Kopfbedeckung (12%)
8x: Profilbild = Comicfigur (12%)
7x: Urlaubs-Schnappschuss (10%)
3x: mit Partner auf Bild (4%)
3x: Bild ist nur unscharfes Geschwurbel (4%)
3x: mit Kumpel auf Bild (4%)
2x: wurde im Badezimmerspiegel aufgenommen (3%)
2x: mit Kind auf Bild (3%)
2x: mit Familie auf Bild (3%)
2x: mit Pferd auf Bild (3%)
1x: mit Hund auf Bild (1%)
1x: mit Spiegelreflexkamera auf Bild (1%)
1x: Hochzeitsfoto (ohne Ehepartner) (1%)
1x: trägt Kopfhörer (weiß) (1%)
1x: trägt Badekappe (rosa) (1%)
1x: "typisches" Bewerbungsfoto (1%)
1x: Profilbild zeigt nur das Kind (1%)
1x: zeigt Person nur von hinten (1%)
1x: trägt Clownsnase (1%)
1x: Profilbild zeigt ausschließlich ein Schaf (1%)
Das sagt schon eine ganze Menge über die Vögel aus!

Zum Lachen: Link
Blogbeitrag: Facebook-Typologien


Freitag, 25. Juni 2010

www 14 - Facebook Typologien


Facebook
Originally uploaded by Laughing Squid
81% - die schweigende Mehrheit
Irgendwann mal bei Facebook angemeldet, dümpelt dieser Account so vor sich hin. Geburtstagswünsche von vor 7 Monaten gammeln hier ebenso ungelesen herum wie hoffnungsfrohe Einträge von "Freunden", "doch mal wieder was zusammen zu unternehmen". Die meisten dieser Vögel haben es nicht einmal zum Profilbild geschafft.
Eine Sonderform stellt der "passive Kontaktesammler" dar: Alle zwei Monate erwacht er aus seiner Lethargie, um alle sechs anstehenden Kontaktanfragen zu bestätigen, dann taucht er sofort wieder unter, wenigstens für die nächsten Monate.

5% - El Normalo
Der normale Wald- und Wiesennutzer. Täglich über längere Zeiträume präsent, gibt er gerne fast überall seinen Senf dazu. Er ist das Rückgrat von Facebook.

3% - Glücksnussöffner
Der Glücksnussöffner steht stellvertretend für all jene, die FB keinen eigenen Content hinzufügen, sondern z.B. jeden Tag fast ausschließlich sturheil ihre Glücksnuss öffnen: "Du wist einen schönen Tod haben". Alternativ geben sie damit an, dass ihnen bei Farmville mal wieder eine totaaal niedliche Zwerglanguste zugelaufen ist.

2% - Captain Krypto
Captain Kryptos Statusmeldungen sind selbst für Eingeweihte oft unverständlich. Wie aus sehr altem Assyrisch übersetzt, bleiben diese Sentenzen rätselhaft bis prä-apokalyptisch oder schlicht mundartlich. Im Zweifelsfall kann man sich einfach einreden, dass es "irgendwie" - optional auf Schwitzerdütsch - um "World of Warcraft" geht.

2% - vager Jammerlappen
Ihre Statusmeldungen sind immer negativ, dazu so vage wie möglich gehalten:
"J. Ammer-Lappen: Macht den Schmerzen jetzt ein Ende" (meint: Seine Vagheit entschließt sich endlich, doch mal eine Aspirin einzuwerfen),
"J. Ammer-Lappen: Sieht keinen Sinn mehr darin, überhaupt weiterzumachen..." (meint: Belegt bei dem iPhone-Spiel "Doodle Jump" den letzten Platz und erwägt, aufzugeben),
"J. Ammer-Lappen: Kann nicht aufhören, zu weinen" (meint: Schneidet soeben die dritte Zwiebel).
Wichtig ist, dass alle durch diese suizidal wirkenden Sätze aufgescheucht werden und reflexartig in Massen Aufmunterndes von sich geben.

2% - Superdarling
Jeder liebt Superdarling. Superdarling ist so unglaublich positiv und nett, dass man es kaum für möglich hält. Am Herdfeuer von Superdarlings Herzen wärmen sich die von der Kälte des Netzes unterkühlten Massen.

1% - Ich-Girl
Das Ich-Girl tauscht sein Profilbild täglich aus, es beginnt fast alle Statusmeldungen mit "Ich ...". Es ist fast 20 Stunden am Tag bei Facebook eingeloggt, postet dann: "Ich bin so unglaublich müde" (surprise, suprise), "Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr" (wen wunderts?), "Ich bin total dolle krank" (Überraschung: Vitamin D bildet sich in der Haut nur im Zusammenhang mit Sonnenlicht) (Link).
Das Ich-Girl schart eine größere Gruppe von mitfühlenden Mädchen um sich, die zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Aufmunterung parat haben, zumindest in den ersten Jahren.

1% - Hyperactive!!!
Hyperactive!!! ist immer und überall zugegen, ist wunderbar witzig, kommentiert, was das Zeug hält - bis in die frühen Morgenstunden. Auf Hyperactive!!! mag niemand mehr verzichten wollen. Wenn Hyperactive!!! sich mal 23 Stunden nicht blicken läßt, gründet garantiert jemand eine "Wir wollen Hyperactive!!! zurück!"-Gruppe.

1% - Der Freak
Findet in den Weiten des Netzes immer etwas Außergewöhnliches, um es zu posten, oft bekommt man von den angeklickten Links leider Augenkrebs, but no risk no fun.

1% - Jäger(in) des verlorenen Links
"Weiß noch jemand den Link zu den hübschen Puschen, so Hausschuhe, grauer Filz, schmal geschnitten und wunderschön, den hatte jemand vor einem dreiviertel Jahr gepostet. Die wollte ich doch meiner Mami schenken!" - Im Grunde erklärt das schon alles.
F: Wie hieß nochmal diese Suchmaschine? A: Facebook

1% - Der Teleprompter
Aktualisiert etwa alle 6 Stunden seinen Status, am liebsten mit einem Handy-App, das Ganze im wichtig aussehenden Twitter-Style: "Bin #gerade mit #Heike im #IKEA". Dem Teleprompter ist das völlig Latte, ob das jemanden interessiert, es fiele ihm aber auch niemals ein, den Post eines Anderen zu kommentieren. Warum das "Soziales" Netzwerk heißt, wird dem Teleprompter für immer ein Rätsel bleiben.

Bookmark and Share

Dienstag, 22. Juni 2010

ru24: www 13 - Ich bin drin 3.0

Abends (nach einem Arbeitstag am PC im Büro) skype (Link) ich mit meiner Berliner Freundin. Das ist "videofonieren am PC", ich hätte es vor einer Woche auch noch nicht so genau gewusst.
Und wenn man schon am PC sitzt, so Auge in Auge miteinander quatscht, dann kann man sich gleichzeitig auch diverse Dateien zukommen lassen. Über Skype geht das jetzt irgendwie nicht, vermutlich weil sie "Mac ist" und ich "PC". Also senden wir uns während des Gesprächs z.B. ein Dutzend zusammengezippter Fotos via yousendit (Link) zu. Derweil tauschen wir uns über "unseren Tag" und den aktuellen Facebook-Tratsch (Link) aus, danach berichtet sie mir beiläufig in einem Nebensatz, dass sie mir auf meinen Flickr-Account (Link) ein paar Flickr-Mails geschrieben hat, um mich auf bestimmte Flickr-Gruppen aufmerksam zu machen, die mich interessieren könnten, auf die ich aber nimmer gekommen wäre (Beispiel).
Hey! Klasse!
Da geht plötzlich das "richtige" Telefon: Lüdel-lüdel-lüdel! Eine gute Freundin aus Köln ist dran, um mir mitzuteilen, dass sie mir eine SMS aufs Handy geschrieben hat, mit dem Inhalt, dass ich ein E-Mail bei web.de (Link) bekommen habe...
[*hüstel* Ja, tatsächlich bekomme ich nicht immer alles mit - und wer mich kennt...]
Während des Telefon-Telefonats mit ihr lächle ich in die neue Logitech-Webkamera auf meinem Monitor, werfe meiner fernen Videofoniererin eine Braue zu und öffne parallel bei web.de das E-Mail. Inhaltlich dreht es sich um die Kooperation zwischen der guten Freundin und mir auf "Google Text & Tabellen" (Link) die wir mit gemeinsamen Münchner Facebook-Freunden haben, wenn wir zur Kommunikation nicht gerade das Facebook-Mail mit dem Vierfachverteiler nutzen...
Mein Augenlid zuckt.
Ob alles in Ordnung ist, fragt meine Berliner Freundin, nachdem ich das Kölner Telefonat beendet habe.
Ich...
Nein, nein, alles in Ordnung, mein Mauszeiger irrlichtet herum, ich klicke irgendwo irgendwas, drehe Kreise.
Mein Blick ist leer.
"Ich muss auf die Couch", sage ich.

Ich gehe ein Buch lesen, aus Papier.

Bookmark and Share

Mittwoch, 3. März 2010

ru24: www 12 - Jetzt bin ich doch irritiert...


Turbopotamos - 2012
Originally uploaded by XOMATOK
Auf Wikipedia, dem modernen Orakel von Delphi, steht wahrhaftig schon, was 2010, 2011 und 2012 passieren wird. Speziell für Apokalyptiker ist ja das Jahr 2012 recht interessant, der 21. Dezember: Da endet die "rund 5125 Jahre dauernde 13-Baktun-Ära des Maya-Kalenders" - was auch immer...
Und dann gibts ja auch noch das Weltenende à la Emmerich: "2012". Georg Seeßlen schrieb wundervoll treffend in der "ZEIT" über das Machwerk: "Es ist vor allem ein dummer Film - und eine brachiale Anthologie des kinematographischen Desasters. In der Geschichte eines erfolglosen Schundromanproduzenten und gescheiterten Ehemanns, der, um seine Familie zu retten, in der Apokalypse zum Helden wird, gibt es Erdbeben, Flutwellen, Flugzeugabstürze, Schiffsuntergänge, Feuerbälle, einstürzende Neubauten. Und auf der anderen Seite Familie, Durchhaltewillen, Opferbereitschaft. (...) Dumm sind die pathetischen Dialoge, dumm ist die Konstruktion von Weltenbrand und Familiengeschichte (...)."
Hoho!
Was mich jetzt aber doch nachdenklich macht: Bei Amazon wird "2012" [Blu-ray] ab dem 25. März 2010 in einer urst robusten "Limited Steelbook Edition" angeboten (Link).
Die steckt sicher den einen oder anderen Weltenbrand locker weg.
Jetzt bin ich doch irritiert...

Bookmark and Share

Sonntag, 24. Januar 2010

ru24: www 11 - Suchet so werdet ihr finden


Manneken Pis
Originally uploaded by ►bEbO
Eine Kollegin beklagte sich einst bei mir, sie habe mal aus Spaß für eine lustige Glückwunschkarte, die sie hatte basteln wollte, bei Google in der Bildersuche nach "Männeken Pis" gesucht. Ich vermute sogar dringend mit Doppel-s. Was sie dort alles gefunden habe, sei "jenseits des Vorstellbaren" gewesen.
Tsts!
Mir ist es ähnlich gegangen. Ich hatte zur Silvesterfeier nach Eierflip-Rezepten gesucht.
Nein.
Nicht was ihr jetzt denkt... Haha!
Das Suchwort "Eierflip" war völlig unbedenklich!
Seltsam eigentlich...
Leider fand ich dermaßen viele unterschiedliche Rezepte zu diesem alkoholischen Heißgetränk (das in Amerika Eggnog heißt), dass ich schier verzweifelte. Mal mit 10 Eiern, mal mit Eierlikör, mal mit Weisswein, mal ohne, mit Wiskey, Rum, mit Honig usw.
Ich fragte ein Freundin um Rat, die empfahl mir, alternativ statt des Eierflips eine "Heiße Oma" zu machen.
Und hey! Ich kann euch sagen: "Heiße Oma" ist kein Terminus, nach dem man von vorneherein in der Bildersuche suchen sollte, ich schwöre! (*würg*)
Wie naiv kann man eigentlich sein?
Letztendlich bin ich doch noch fündig geworden. Ich habe mir einfach "um die heißen Omas herum" die Rezepte herausgepickt.

Ich will euch die jetzt bereits getesteten und für gut befundenen Rezepte, die ich aus Dutzenden von Funden herausdestilliert habe, nicht vorenthalten:

Heiße Oma:
750 ml Eierlikör (1 Flasche)
500 ml süßen Weisswein
500 ml O-Saft
zusammen in einen Topf geben und erhitzen, nicht kochen. In Becher füllen. Wem das alles nicht süß genug ist, der kann zu einem beliebigen Stadium noch Vanillzucker hinzugeben.

Eierflip:
Wie die "Heiße Oma", in Becher füllen und zu jedem Becher noch 1 EL Rum geben und unterrühren. Ebenso hier ggf. Vanillzucker nach Geschmack hinzugeben.

Bookmark and Share

Dienstag, 5. Januar 2010

ru24: www 10 - Mecker, mecker, mecker!


facebook
Originally uploaded by pshab
Man kann auf Facebook z.B. auch Nachrichten von Spiegel Online (SPON) abonnieren. Täglich scheinen dann sporadisch Meldungen aus den verschiedenen Ressorts auf, bunte Mischung, wie HARIBO COLOR-RADO.
Natürlich interessiert nicht jeden immer alles, das liegt in der Natur der Sache.
Doch wer wäre der Deutschen, nähme er das nicht sofort zum Anlass, ein Fass aufzumachen?
Unmittelbar melden sich Himpelchen und Pimpelchen empört zu Wort:
HIMPELCHEN: Ok, jetzt reichts. "SPIEGEL ONLINE verbergen". Klick.
...
PIMPELCHEN: DAS soll eine Eilmeldung wert sein? ... was ist mit dem Sack Reis in China?
...
BUTZELMANN: Ey, was geht? Wenn das eine Eilmeldung ist, dann kann ich mir das mal locker sparen, Mann. "Mich als Fan entfernen" Klick.
Das ist doch sehr traurig!
SPON wird sich die Augen ausweinen!
Schreibt jemand wütende Leserbriefe an eine Zeitung, weil sie einen Sportteil oder ein Feuilleton hat?

Manchmal kommt bei Facebook auch ein SPON-Beitrag, vielleicht sogar eine +++Eilmeldung+++ zum Thema "Google". Dann...
Dann ist niemand empört, dass es ihn nicht interessiert. Weil Google benutzt schließlich jeder. Nur wohin jetzt mit der allergerechtesten Empörung?
Genau!
Sofort sind Himpelchen und Pimpelchen wieder zur Stelle:
HIMPELCHEN: Voll die Datenkrake! Die sammeln doch mehr Daten über uns als alle Geheimdienste zusammen!
...
PIMPELCHEN: Google spioniert uns total aus! Voll gemein!
...
BUTZELMANN: Big Brother, Mann, sag ich, schlimm die Brüder, echt, zum Kotzen!
Hey Leute!
Schon gemerkt?
Einen Tod müsst ihr nämlich sterben!
Entweder, jemand weiß nichts über euch, dann dürft ihr euch nicht über Meldungen wie "Eisschnellläuferin: Pechstein darf in Salt Lake City starten" oder "Wechsel an Konzern-Spitze: GM-Chef Henderson gibt auf" aufregen. Woher soll denn jemand wissen, dass genau das euch einen feuchten Kehricht interessiert?
Und wenn jemand exakt dem vorbeugen will, auf dass er eine vage Ahnung bekäme, wie es in eurem finsteren, kleinen Oberstübchen so tickt, dann ist er eine ganz doll schlimme Datenkrake.
Ihr seid doof, glaube ich.


Freitag, 1. Januar 2010

www 9 - Domain-Weltmeister der Herzen


Du bist doof!
Originally uploaded by txtblogger
Seit einiger Zeit ist es amtlich:
"Mit dem Ende des Jahres 2008 sind wir Deutschen nicht mehr länger Weltmeister in Sachen Domains. Künftig steht .cn an erster Stelle, China ist damit neuer Domainweltmeister." (Quelle)
82 Millionen Deutsche waren weltweit also Domainweltmeister (will meinen, in keinem anderen Land der Welt gab es so viele registrierte Homepages), bis sie von 1,3 Milliarden Chinesen mit .cn vom Platz gefegt wurden. Ich finde, wir haben uns gegen eine gelbe Übermacht im Verhältnis 1:16 gut gehalten!
Aber um welchen Preis?
Denn mittlerweile haben Hans und Franz eine eigene Homepage (www.hansundfranz.de), Himpelchen spielt mit Pimpelchen Gesellschaftsspiele (www.himpelchen.de) und so geht das immer weiter!
Fakt ist: Nimm ein beliebiges deutsches Wort, egal wie hirnrissig es ist, setze ein "www." davor und ".de" dahinter, gib das in der Zeile deines Browsers ein und drücke Enter.
Ich habe das mit folgenden Wörtern versucht und bin meistens sofort fündig geworden:
www.pups.de, www.hirni.de, www.ruelpser.de, www.achselhaar.de, www.blitzbirne.de, www.ohrenschmalz.de.
Gott! Es gibt ja jeden Scheiß!
Das schmerzt doch!
Mein absoluter Schlaumeier-sind-auch-Idioten-Favorit ist: www.skrotum.de (Skrotum ist das Fachwort für "Hodensack") als Verlinkungs-Page für einen Fliesenfritzen und einen Fußballverein.
Und mein persönlicher brüllender-Schwachsinns-Favorit, bei dem sich mir echt die Zehennägel aufrollen, ist: www.autohaus-toeff-toeff.de, vermutlich ein Autohaus für dreijährige Vollidioten.

OK. Aber jetzt sind die Chinesen dran.
www.feng-shui.cn ist schon mal vergriffen - Überraschung!
Aber sicherlich werden wir weiterhin "Weltmeister der Herzen" sein, wie immer.

P.S.: ru24-Mördertipp: Die Domains www.treppenhausklo.de und www.rattenschiss.de sind noch frei - ran!!!

Bookmark and Share

Samstag, 5. Dezember 2009

www 8 - Geil ist Geiz

remscheidistsexy.de
Als ich diese Adresse das erste mal irgendwo angeschlagen sah, musste ich natürlich nachsehen.
Nun.
Es gibt anscheinend in Remscheid einen "Laden" namens Prestige. Und ich bin nicht die Zielgruppe. Ich zitiere:
"Unter dem Motto 'Dress to pay less' findet dort nämlich ab 20 Uhr die erste 'Remscheid ist sexy'-Party statt. Und so funktioniert das Konzept: Am Eingang der Diskothek wird der so genannten 'Sexynator' angeschmissen. Dabei wird das Outfit der Partygäste nach einem Punktesystem bewertet. Männer können mit einem Hemd, einer schicken Hose (keine Blue Jeans) und eleganten Schuhen maximal 40 Punkte erreichen.
Für die Bewertung der weiblichen Gäste stehen dagegen maximal 50 Punkte zur Verfügung. Ihre Kleiderordnung sieht ein sexy Oberteil, einen Rock, coole Hotpants oder ein Kleid sowie High Heels vor. Je mehr Punkte an diesem Abend von allen anwesenden Gästen zusammenkommen, desto günstiger werden die Getränkeangebote."
Je 'günstiger' die Mädels also auftreten, umso kostengünstiger der Absturz.
Je billiger desto billiger.
Geil ist Geiz.


Bookmark and Share

Mittwoch, 25. November 2009

www 7 - Märchen-Transplantation


Rotkäppchen I
Originally uploaded by GretchensFrage
Wenn man bei Facebook Mitglied ist, dann erfährt man nicht nur, was Himpelchen und Pimpelchen so machen, z.B.: "Himpelchen gießt gerade seinen Kaktus namens Jürgen" oder "Pimpelchen hat hinter seinem Kühlschrank einen Flusen gefunden, der ganz doll aussieht wie Fidel Castro", sondern es gibt zu allem Überfluß noch Tamagotchis (*zeitshredder!!!*), Glücksnüsse, allerlei Orakel, urst freundliche Winkekatzen und etliche Quizzes, z.B.:
Henning nahm am "Welche MÄRCHENFIGUR bist du?"-Quiz teil und erzielte folgendes Ergebnis: Rotkäppchen
"Häh? Was? Große Zähne?" Leider bist du etwas schwer von Begriff, trotzdem (oder gerade deshalb) genießt du aber das volle Vertrauen deiner Mitmenschen. Wenn ein Korb voller Essen unbeschadet von A nach B transportiert... werden soll – dann bist du die Person der Stunde! Schließlich geht ja dann am Ende doch irgendwie immer alles gut...
Nun ja. Normalerweise sollte man so etwas nicht zu ernst nehmen, normalerweise...
200 Therapiesitzungen später habe ich eine Märchen-Transplantation bezahlt bekommen - gottlob! Die Krankenkasse meines Vertrauens hatte tatsächlich eingesehen, dass ich eindeutig im falschen Märchen-Körper steckte.
Jetzt bin ich der Bär aus Schneeweißchen und Rosenrot.

Bookmark and Share

Donnerstag, 19. November 2009

www 6 - Wanna buy cheap plutonium, my friend?


Kraftwerk im Kraftwerk
Originally uploaded by Songkran
Eben habe ich einem Kollegen vielleicht die Suchmaschine der Zukunft gezeigt: Wolfram|Alpha (Link) vom Mathematica-Erfinder, dem Herrn Wolfram. Wenn man hier ein Suchwort eingibt, z.B. sein eigenes Geburtsdatum (mal ausprobieren!) oder eben ein x-beliebiges Suchwort, dann ist das Tolle: Man bekommt nicht 12.000 Treffer angezeigt, "relevante" zuerst (Wikipedia, Ebay, Amazon...), sondern eine Art "Portfolio", in dem Informationen zu dem Thema tabellarisch zusammengefasst werden. Das klappt oft schon ganz gut.
Ausprobiert habe ich das mal mit dem Suchwort PLUTONIUM.
Da bekommt man auf einer Seite alles angezeigt, was man so braucht, um die Bombe zu lieben und muß es sich nicht aus den ersten 15 Treffern raussuchen (Suchergebnis)!
"Jetzt such' mal bei Google nach PLUTONIUM!", sagte mein Kollege Ofi.
Gesagt getan.
Der erste Treffer war - Trommelwirbel - Ebay*... Buahahaha!
Dann Amazon:
Plutonium
ab 20€ Versandkostenfrei bestellen
Schnell, sicher, billig!
amazon.de
*kicher*
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

*) 20 Minuten später ließ sich das Suchergebnis von vorhin nicht mehr 100%ig nachstellen, der Ebay-Eintrag fehlte. Möglicherweise hatte der Google-Suchroboter bei Ebay nachgeschaut und festgestellt, dass zurzeit bissi Ebbe mit Plutonium-Abgeboten ist. Gibt man allerdings "Plutonium kaufen" in die Google-Suchmaske, dann ist der Markt wieder im Lot:
Plutonium bei eBay
www.ebay.de/Plutonium
Plutonium: Reihenweise Angebote Plutonium? Ab zu eBay!

Bookmark and Share

Samstag, 10. Oktober 2009

www 5 - Internet gucken

Max Goldt schlug bereits im Jahre 2000 in seiner Kolumne vor, den schon zu diesem Zeitpunkt ziemlich bescheuerten Begriff "im Internet surfen" gegen "Internet gucken" auszutauschen.
Irgendwann so um den Dreh herum war ich noch mit einem 28er- oder 56er-Modem unterwegs, das hatte eher was von "Internet is wie wennse parks", das behäbige Schreiten eines arg betagten Dreizehenfaultiers.
"Surfen"? - Nee!
Heute ist mir unbegreiflich, wie ich das noch bis vor zwei Jahren ausgehalten habe. Nämlich mit der Gelassenheit einer Hindu-Kuh mit langsam austrocknenden Augen auf den Aufbau einer Internetseite zu starren, die sich Element für Element vervollständigte, in der unteren grauen Leiste anzeigend: "noch 63 Elemente". Immer in der Hoffnung: jetzt bitte nicht auch noch Flash! Manchmal brachte es etwas, zum Klo zu gehen.
Heute bin ich mit meinen 6 MBit hinreichend schnell unterwegs, doch surf' ich, oder was? Je mehr ich drüber nachendenke, umso anachronistischer und umso mehr 90 finde ich diesen Begriff.
Was ich im 3. Jahrtausend im Web 2.0 mache, ist nämlich tatsächlich "Internet gucken oder hören" (z.B. auf youtube & lastfm), recherchieren (googlen & wikipedia) und "Internet machen" (z.B. hier auf blogspot & flickr), aber "surfen"?
Quatsch.

Bookmark and Share

Mittwoch, 15. Juli 2009

www 4 - Am Ende des Regenbogens

Natürlich haben mir meine Eltern, als ich Kind war, erzählt, dass am Ende des Regenbogens ein Topf voller Gold versteckt ist. Schon damals hat mich interessiert: an beiden sichtbaren Enden? Ca. 37 Jahre später kam ich bei einem Mittagsspaziergang in Wermelskirchen an einem Auto mit der Webadresse zu einem Haus Regenbogen vorbei.
Als ich wieder am Arbeitsplatz saß, hatte ich dank meines fotografischen Gedächtnisses wesentliche Teile der www-Adresse wieder vergessen - auch Götter können straucheln. Also habe ich erst einmal gegoogelt und bin dabei auf so allerlei gestoßen, z.B. bei Wikipedia. Oder bei der Berliner Morgenpost, die schrieb recht knapp zu dem Thema:
"Washington – Ein Regenbogen auf der Kindergarten-Zeichnung einer Vierjährigen hat in den USA für Aufregung gesorgt. Der Regenbogen sei ein einschlägiges Symbol der Homosexuellen-Szene, klagten besorgte Eltern in Geneva im Bundesstaat New York laut Presseberichten. Der Kindergarten habe sich entschuldigt und umgehend die Zahl der Farben bei seinen Stiften limitiert."
Die Amis. Das ist so völlig bescheuert, dass es wahrscheinlich wahr ist.
Heilige Einfalt! Aber zurück zu der Adresse aus meinem Mittagsspaziergang. Mittlerweile hatte ich sie über die Suche nach "Regenbogen Wermelskirchen" wiederentdeckt.
Nun, was soll ich sagen?
Es ist ein Alters- und Pflegeheim. Nur der Name kommt mir mit diesem Wissen um das Gold, das am Fuß des Regenbogens vergraben sein soll, ein klitzekleines bisschen ironisch vor. Bei den Pflegesätzen ist nämlich die Frage, ob das Vermögen nur an einem oder an beiden Enden des Regenbogens zu finden ist, überflüssig geworden.
Natürlich an beiden, denn das letzte Hemd hat ja bekanntlich keine Taschen.

Bookmark and Share

Freitag, 3. Juli 2009

www 3 - Pimp your Liebesleben

Nachdem stayfriends.de für uns gottlob nicht infrage kommt (siehe weiter unten), fällt mir auch eine Anekdote wieder ein. Ich stehe auf einem Jahrgangsstufentreffen entspannt an der Wand und beobachte das entwürdigende Treiben von ehemaligen Mitschülern. Alles Vögel, die trotz eines gehobenen Alters plötzlich in ihre alten Rollen verfallen und sich benehmen, als wäre Klassenfahrt. Da geht Rotwein rum, dort ein Joint, um die Beauty of the class of 1987 hat sich eine Herrentraube gebildet. Neben mir lehnt ähnlich ungezwungen der Toto, der im echten Leben Carsten heißt. »Die Mädels«, spricht er, mit dem Finger unbestimmt auf das Gewusel weisend, »sind eh alle zu alt für uns.« Damals dachte ich: Der traut sich was.
Naja, irgendwie hatte er ja recht.
Wer also meint, mit stayfriends sein Liebesleben zu pimpen, könnte irren. Wirklich interessant würde es doch für die "Freundebleiber"-Herren somit erst, wenn sie ein paar Gänge hochschalteten. Wenn sie sich statt des eigenen Abschlussjahrgangs die Jahrgänge bis +5 vornähmen, um dort zu fischen/zu wildern, je nach Temperament. Hier könnten sie die jüngeren Damen dann mit clooneyeskem Haar, Lebenserfahrung und dem lässigen Umgang mit Schulden, Scheidungsrichter und Schnabeltasse beeindrucken.
Da ginge noch einiges.

Bookmark and Share

Samstag, 20. Juni 2009

www 1 - Schulfreunde wiederfinden: geht's noch?

www.stayfriends.de wirbt mit dem Slogan »Schulfreunde wiederfinden«.
Jetzt mal in echt: Ein Freund ist eine hochheilige Institution, ein Wahlverwandter, einer der wenigen Menschen im Leben, die einem wirklich etwas bedeuten. Wenn man fünf dieser Lichtgestalten gleichzeitig sein eigen nennen kann, man schätze sich glücklich.
Ein Schulfreund hingegen ist ein aus der Not geborener Kamerad auf Zeit. Schul-Zeit. Natürlich kann aus einer solchen Notgemeinschaft eine Freundschaft werden, wenn man Glück hat. Und wenn sich dann über die Jahre sich die beiden Leben nicht zu stark auseinanderentwickeln, dann kann man noch immer befreundet sein - wie schön!
Doch warum sollte ich sogenannte »Schulfreunde« wiederfinden? Wenn man hätte Kontakt halten wollen mit den ganzen Krampen und Arschmaden, dann hätte man ihn gehalten oder schon längst wieder aufgenommen, oder irre ich?
Sicherlich kennt das jeder: man steht im Supermarkt an der Kühltheke, hat versehentlich einen Dreitagebart, trägt ein knittriges T-Shirt mit der Aufschrift »Aliens ate my brain«. Man will nur mal eben Quark kaufen, da sagt eine Stimme hinter einem »Henning?« Nun ja, das ist dann die Silke oder der Ingo (mit denen man auf dem »Gymmi« oder auf der »Real« war). Man plauscht ein wenig im Sinne von »Wohnst du auch noch hier?« - »Ja, aber fast wäre ich mal weggezogen, nach Hückeswagen!«, dann geht man etwas steifbeinig auseinander. Beide sind in diesem Augenblick froh, dass sie sich im Gegensatz zum Gegenüber gut gehalten haben. Aber das war’s dann auch.
Sollte man solche Situationen zuhauf virtuell herbeiführen?
Das ist doch völlig lächerlich!

Bookmark and Share