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Freitag, 11. August 2017

Paul

photo credit: Renate Bomm Cumpleaños de hoy via photopin (license)

Ein Kollege ist Vater geworden.
Die Ankündigung samt Foto des gottlob bereits gesäuberten Säuglings wurde in der Firma herumgemailt.
Statt Kanye-Wayne oder Jeremiah-Palomino hat das Kind einen ganz normalen Namen bekommen.
Der Bub heißt Paul.
Respekt!
Es gibt sie noch, die guten Namen!
Weiter so.


Samstag, 31. Januar 2015

"ActionCam"


photo credit: Hammer365: 227/138 Run Forest Run via photopin


Ein Kollege aus der Nachbarfirma berichtete mir stolz, dass er sich jetzt eine "ActionCam" gekauft habe. Er verlor sich schwärmerisch in Details, derweil ich darüber nachdachte, wie unglaublich wenig Sinn eine solche Anschaffung für mich und mein Leben machen würde. Ich gehe zu Fuß. Wenn ich motorisiert unterwegs bin, dann innerhalb der Sicherheitsfahrgastzelle eines Kleinwagens mit 999 ccm-Motor. Für längere Strecken nehme ich die Bahn. Um grausame Jahrmarkts-Fahrgeschäfte wie den VOMITOR mache ich traditionell einen Bogen. Meine Hobbys haben überhaupt keine Schnittmenge mit "Beschleunigung" und "Lebensgefahr". Für mich wäre die Anschaffung einer ActionCam in etwa so sinnvoll wie für eine Hindu-Kuh.

Also: raus aus den "Casual Socks" und rein in die "Function Shoes", etwas Perfect Face Care moisturizing cream auf die Backen, die "ActionCam" "GoPro Hero3 White Edition" mit dem "GoPro Helmet Front Mount" an die Hirse getackert und sofort wild drauf los beschleunigt! Lasst die unnötigen Anglizismen richtig krachen!!
Is klar.

Doch für wen lohnt sich die Anschaffung einer "ActionCam"? Wer auf Youtube schaut, findet die Antwort: Sie ist das angesagte Top-Gadget für jeden, der als Hobby total zeitgemäß "was mit CO2" macht, oder seine Freizeit zwanghaft in einem Zustand der Dauerbeschleunigung verbringt.
Wer sieht sich letzten Endes das ganze Filmmaterial an? Da müssen ja Millionen Terabyte in Full-HD und Ultra-HD zusammenkommen! Natürlich kuckt wieder kein Schwein. Es interessiert Mitmenschen einen feuchten Kehricht, wie du mit deinem Mountain-Bike über die Emscherstraße und die Wilhelmstraße von Herne-Wanne nach Wanne-Eickel fährst. 99,9% der Daten verrotten schön im digitalen Nirwana und sind in einigen Jahrzehnten so weit von der Technik überholt worden wie ein animiertes gif von 1992 heute.

Ausnahme: Nur exakt ein einziger Filmclip ist für die Nachwelt interessant: der Letzte. Sowas bringt dann auch auf Youtube richtig Klicks! Yay! Denn eines ist die "ActionCam" gewiss: der Flugschreiber des kleinen Mannes.


Wen's interessiert: Action-Cams im Test


Dienstag, 4. Dezember 2012

Bürogeplänkel 43 - Schulterverletzung

http://goo.gl/gGFgY 
Eine Freundin erzählte mir, sie habe im Netz bei Elitepartner einen Herrn kennengelernt, der mit einem überaus passablen Foto von sich gelockt hatte - ein Beau sozusagen. Sie sei (Zitat) "scheiß vier Stunden lang zu dem Vogel hingefahren", um dann beim Öffnen seiner Wohnungstür festzustellen, dass das Foto wohl aus den Neunzigern gewesen sein musste. Die eklatante Gewichtszunahme erklärte der glücklose Don Juan glattzüngig mit einer "Schulterverletzung", die es ihm "in letzter Zeit unmöglich gemacht" habe, Sport zu treiben, sicher, sicher.

Im Büro werden wir per E-Mail mit anhängendem Bewerbungsbild über die Neueinstellungen der Personalabteilung informiert. Mehr oder weniger interessiert schaut sich die Belegschaft an, was der Firma da an Mitarbeitern demnächst ins Haus flattert:
Kandidat 1 heißt in etwa "Frodomir Przybilla" und sieht aus wie Nosferatu (Link),
Kandidat 2 heißt in etwa "Rufus Rantanplan" und sieht aus wie Moby (Link),
Kandidat 3 heißt in etwa "Mike Steel" und sieht aus wie der US-Schauspieler Mark Valley (Bild) nach zusätzlichen Stunden in der Maske und weiteren Durchgängen bei einem Photoshop-Profi. Der tiefe Blick dieser azurblauen Augen, dieser Glitzerstern auf den schneeweißen Zähnen, dieser verwegen von hochbezahlten Hairstylisten verstrubbelte Haaransatz!
Der Kerl ist ein Undercover-FBI-Agent, mindestens!
Die Damen waren ganz aus dem Häuschen, aufgeregtes Getuschel trug die frohe Kunde von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz! Was für ein Beau! Und die Erhabenheit dieser Züge! Das maskuline Kinn! Da! Jetzt hat er mir zugezwinkert! Hahaha! Hihihi!
Nur Kollege Kevin giftete neidisch: "Der ist doch voll gephotoshoppt!"
Die sechs Wochen bis zur Einstellung am 03.12.2012 vergingen schleppend - wenn man auf etwas wartet... . Die Damen hatten demnach also genügend Zeit zur Vorbereitung wg. Frisör- und Maniküre-Terminen. Selbst drei Pfund abnehmen war ja noch drin bei diesem großzügigen Zeitmanagement!

Der große Tag.
Alle saßen parat. Die Haare waren je nach Typ geglättet oder gelockt, Brust raus, Bauch rein. Das Schellen an der Tür kündigte den verheißungsvollen Schönling an!
Die Luft knisterte von statischer Aufladung!
Die Bürotür öffnete sich!
Da!
Oh weh! Der Kerl sah ja "voll normal" aus. "Mike Steel" hieß wohl doch Harald Habermann, war ganz augenscheinlich kein Undercover-FBI-Agent, sondern leider nur ein EDV-Fuzzi. Die Damen entspannten sich enttäuscht.
Vermutlich hatte Habermann aufgrund einer "Schulterverletzung" den Styling-Termin und das anschließende exzessive Photoshoppen sausen lassen, was die eklatante Diskrepanz zum Bewerbungsfoto fast erklären würde.


Mittwoch, 29. August 2012

Bürogeplänkel 36 - Von langer Hand vor die Wand gefahren

bit.ly/RnjAyn
Irgendwo in den Hügeln um Wermelskirchen hatte ein neuer Burger-Schuppen eröffnet, der hoch-grandiose BurgerBrater™. Kollegin T.E. hatte das als Riesengelegenheit angesehen, eine Sammelbestellung für die ganze Firma auf die Beine zu stellen – so weit, so löblich und nachahmenswert!
Zwei Wochen vor dem großen Tag wurde eine Speisekarte und eine Bestell-Liste herumgegeben. Die Karte enthielt eine erkleckliche Anzahl an Burger-Varianten, weiterhin auch Pommes Frites, Chicken-Wings, Zwiebelringe, etc., etc. und (zumindest für das Bergische Land) exotische Saucen wie Zitronengras-Mayonnaise sowie zahlreiche Dips.
Eine Woche vor dem großen Tag wurde von jedem der Besteller – es hatten sich stattliche 35 gefunden – der entsprechende Betrag abkassiert. Die das Ganze organisierende Kollegin hatte die handschriftlichen Bestellungen der Belegschaft bereits säuberlich in eine Excel-Tabelle übertragen.
Eine Woche später war es so weit!
Alles war von einem gespannten Summen erfüllt. Kollegen, die in Erwartung des großen Schlemmens auf ihr Frühstück verzichtet hatten, glotzten hohlwangig auf ihre Armbanduhren, wenngleich schon freudige Erwartung mit ihren Mundwinkeln spielte!

Um Punkt 10.30 Uhr legte Kollegin T.E. ihre sortierte und übersichtlich formatierte Excel-Tabelle aufs Fax und gab die auf der Speisekarte eingetragene Faxnummer ein. Auf die Bestellung hatte sie 13.00 Uhr als Lieferzeit geschrieben. Eine Minute später kam der OK-Sendebericht!
Top!
Sie heftete den Sendebericht an die Bestellung  – so machen das die Profis!

Es wurde 13.00 Uhr.
Es wurde 13.05 Uhr.
Es wurde 13.10 Uhr.
Es wurde 13.15 Uhr.
Die Kollegenschar darbte mittlerweile hochnervös vor sich hin.
Die das Festessen organisierende Kollegin rief beim Burgerbrater an. Dieser war sich keiner Schuld bewusst.
„Wie, ein Fax? … Moment, ich schau mal… ja, da ist ja ein Fax! Von 10.30 Uhr, wa? … Haha! Das ist ja ne Mörder-Bestellung, ich bin heute alleine, das kann was dauern... Hihi!“
Kollegin T.E. schrieb eine Rundnachricht an alle: „Es kann noch dauern!“
Vor Auszehrung zitternde Kollegen substituierten sich mit Snickers aus dem Kiosk.

Um 14:25 Uhr – mittlerweile hatte wirklich niemand mehr Mittagspause – erschien der Auslieferator des Burgerbraters mit elefantösen Styroporkisten unter den Armen. Er packte über 100 weiße, in neutrales Einschlagpapier verpackte Päckchen in die Küchenzeile, kassierte von Kollegin T.E. einen Betrag, mit dem man den Staatshaushalt von Honduras hätte sanieren können und verschwand wie ein Geist.
Dann passierte exakt drei Sekunden lang gar nichts.
Da standen sie, reinweiß und inkognito, die Burger, Pommes, Potatoes, Salate, Saucen und Dips.
Urplötzlich schoben sich drei Dutzend ausgemergelter Elendsgestalten auf der Suche nach ihrem Burger mit Gewalt und wie ein Mann in die Küche, kletterten übereinander, drückten sich durch Lücken, die entstanden, wenn jemand stürzte und unterplaniert wurde. Da alle Kisten, Kasten, Döschen und Schälchen völlig unbeschriftet waren, nahm der Pöbel was er kriegen konnte – scheiß' auf so Feinheiten wie Hamburger oder Cheeseburger, Pommes oder Country-Potatoes, Billo-Tunke oder hochwohlfeile Premium Zitronengras-Mayonnaise zu 2,00 EUR!
Mit geprellten Rippen und blutenden Nasen saßen die Kollegen an ihren Plätzen und schlangen während ihrer Arbeitszeit und beim Klingeln des Telefons lauwarme Burger (natürlich nicht den, den sie bestellt hatten) und labberige Pommes herunter. Dazu gab‘s eine Sauce, von der man etwas anderes erwartet hatte.

Besonders schwer getroffen hatte es Poldi van Oldi (Name geändert). Er hatte bereits Wochen im Voraus seine Mama informiert, dass sie ihm an diesem Tag nichts für Mittag einpacken müsse, weil er Chicken-Wings mit Sauce beim hoch-grandiosen BurgerBrater™ bestelle. Doch wieder am Arbeitsplatz zurück, stellte er schwer atmend und am Ende seiner Kräfte fest, dass in der unbeschrifteten Mini-Box nur Platz für sechs (6) Chicken-Wings gewesen war. Seine eigens mit großem Bedacht bestellte Spezial-Sauce fehlte. Natürlich wurde er nicht satt, stattdessen erstickte er fast am lederigen Geflügel. Leider war Poldi auch nicht flexibel genug, sich eine 5-Minuten-Terrine aus dem Kiosk zu holen, denn schließlich hatte er ja immerhin 6,80 EUR für sein frugales Mahl bezahlt. Sein endloses Lamento wurde erst um 17.18 Uhr durch das Zuschlagen seiner Wagentür abgeschnitten.

Übrigens: Wir bestellten nie wieder beim hoch-grandiosen BurgerBrater™. Der Laden hat dann auch irgendwann wieder dicht gemacht, vermutlich, weil jeder nur einmal dort bestellt hat.


Freitag, 22. Juni 2012

Bürogeplänkel 32 - Realität ist, was du draus machst

bit.ly/O4f908 
Etwa drei bis zehn Prozent aller Bewohner dieses Planeten sind schwul oder lesbisch (Link). Somit handelt es sich also nicht um Einhörner oder Meerjungfrauen oder noch seltenere Gestalten, sondern um etwas ganz Normales.
Wie blaue Augen.
In Zahlen: Geht man von rund 7 Milliarden Menschen Weltbevölkerung aus, sind demnach bis zu 700 Millionen Menschen schwul oder lesbisch.
Alles gut.
Die Türkei hat 75 Millionen Einwohner.
Ein optisch durchaus modern zu nennender, türkischer Kollege behauptet nun allen Ernstes, mit großer Pose & lauter und fester Stimme, es gebe KEINEN EINZIGEN SCHWULEN TÜRKEN.
Wow.
Statistisch gesehen müsste es aber eine ganze Riesenmenge schwuler Türken geben.
Ich stehe vor einem Rätsel!
(Spaß)

Realität ist, was du draus machst.


Montag, 27. Juni 2011

Bürogeplänkel 24 - Schwarz macht schlank, aber schwarz kann nicht zaubern


Schwarz
Originally uploaded by thomasreinke2
Eine grundsätzliche Diskussion zu einem wichtigen Thema, geführt in meiner Firma über das Chatsystem "Spark":

(2:28 PM) Henning M.: http://bit.ly/4bV58U
(2:29 PM) Jochen B.*: Der ist doch nur neidisch auf das Pärchen im Hintergrund...
(2:29 PM) Jochen B.: Die können knutschen und so und er kann nur Tabletts fliegen lassen.
(2:50 PM) Henning M.: Von jeher Darth Vaders Schwachstelle...
(2:51 PM) Jochen B.: Liegt wahrscheinlich an der Maske und dem asthmatischen Geröchel.
(2:51 PM) Henning M.: Er kann nicht mal in einen Burger beißen...
(2:52 PM) Jochen B.: Ach so. Vielleicht indem er die Macht benutzt? ... Oder per Osmose?
(2:53 PM) Henning M.: Vermutlich wirklich via "Osmose". Das Röcheln ist in Wirklichkeit ein Absorbieren von fester Nahrung.
(2:53 PM) Jochen B.: Das würde bedeuten, er isst den ganzen Tag. Sieht man ihm wirklich nicht an...
(2:54 PM) Henning M.: Schwarz macht schlank.
(2:54 PM) Jochen B.: Ich weiß.
(2:54 PM) Henning M.: Dito.

*) Ex-Kollege, du fehlst! *seufz*

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Donnerstag, 25. Februar 2010

Lifestyle 32 - Was hätte der alte Knigge getan?

Ein ehemaliger Kollege war in meiner Firma zu besuch. Mit Reiner habe ich mich immer prima verstanden. Ich sah ihn aus der Ferne, ich winkte, dann schellte aber mein Telefon und dann war wieder was Anderes. Irgendwann musste ich auf die Toilette. Da stand er am Pissoir, beendete just sein Tun dort - er schloss sich die Hose.
"Hey!", sagte ich.
"Hey", kam es von ihm.
Normalerweise hätten wir uns freundlich die Hände geschüttelt, doch...
Etwas hilflos blickten wir an uns hinab, auf unsere Hände.
"Nee, lass mal!", griente ich.
Wir lachten.
Was hätte nur der alte Knigge in dieser Situation getan?

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Freitag, 25. September 2009

Bürogeplänkel 7 - Bürokollegen-Typologie

http://bit.ly/ygGG2u
Wie schon einmal erwähnt hat der Schwager eines Bekannten einen Cousin 2. Grades in einem anderen europäischen Land.
Dieser hat mir freundlicherweise folgende 15-teilige Bürokollegen-Typologie seiner Kollegen zukommen lassen (siehe eingebettete Abbildung).
Ich habe da diesmal wirklich nichts mit zu tun!

Bürokollegen-Typologie

Schlau
S. hat etliche Semester Orientalistik studiert und seine/ihre Magisterarbeit über die Übersetzungen des Codex Hamurapi von einem akkadischen Dialekt des Altbabylonischen ins Assyrische geschrieben, hierbei statistisch die Verwendung des Präpositionalobjekts bewertet. Zur Fortsetzung dieser wissenschaftlichen Laufbahn gab es weltweit drei passende Stellen - eine davon am Südpol. Doch er/sie fand Unterschlupf im Büro und ist seitdem auf hochakribische Tätigkeiten 
spezialisiert, die man sonst nur Autisten geben kann.

Freak
Trägt Spongebob-T-Shirts und hat lustige, 
in unorthodoxe Richtungen abstehende Haare. F. ist das Rückgrat des Unternehmens wenn nicht der ganzen der IT-Branche, leider schrecklich unterbezahlt.

Die allwissende Müllhalde
Während sich die meisten Kollegen nicht mehr an den Namen ihres Gesprächspartners vom letzten Telefonat erinnern können, ist AW ein Kollege/eine Kollegin, der/die mit einem fotografischen Gedächtnis ausgestattet ist und immer gerne Auskunft gibt, wie der unglaublich seltene Vorgang XY zu handhaben ist. Die Bezahlung ist unter aller Kanone.

Der allwissende Dobermann
Alles wissen, nichts preisgeben, lautet die Devise. Wer fragt – wenn er sich traut  –  wird angeknurrt und bekommt bestenfalls eine gemaulte Antwort, mit der kein Mensch etwas anfangen kann. AD wird von der Geschäftsleitung aufgrund seines/ihres exorbitanten Wissens hoch geschätzt und bezahlt, ein großer Firmenwagen ist natürlich im Programm, doch die Alltagstauglichkeit des Ganzen geht streng monoton gegen Null.

Zottel

Lebt mit Frettchen. Könnte minimal gepflegter auftreten. Bei der Arbeit besetzt Z. eine wichtige Nischenfunktion. Während Z.s Jahresurlaubs türmt sich das Unerledigte bis zur Decke, den Rest des Jahres bis zum nächsten Jahresurlaub arbeitet Z. es ab.

Sick
Ist krank. S. leidet an den geheimnisvollsten Krankheiten der Welt wie etwa Takayasu-Arteriitis, Pseudohermaphroditismus, Autoimmunhämolytische Anämie und Mumps. Er/sie ist die meiste Zeit des Jahres krank gemeldet. Den fast überwiegenden Rest des Jahres ist S. in Urlaub, denn irgendwann muss der auch genommen werden. Manchmal ist S. sogar im Büro, die Miene des gekreuzigten Heilands zur Schau stellend. In der Freizeit scheint S. kaum beeinträchtigt, Drachenfliegen, Segeln oder ausschweifende Renovierungsarbeiten ganzer Gebäudekomplexe sind allemal möglich.

Farmer

F. ist eigentlich der Held aus einer amerikanischen Detektivserie. Leider muss F. ernstlich Geld verdienen, um die vierköpfige Familie durchzubringen. Doch dazu ist F. im Büro nun wirklich am falschen Ort! Aber da F. den Job schon seit 15 Jahren macht, ist er/sie im Grunde unentbehrlich und dem Unternehmen gegenüber hochgradig loyal - was ihm/ihr bislang schon mehrere Degradierungen eingetragen hat. Jede gute Tat wird bestraft.

Grumpy
Durch Abteilungsauflösungen oder -zusammenlegungen an fremde Gestade gespült, ist G. nun in deinem Büro beschäftigt. Von dem schweren Schicksalsschlag hat er/sie sich nie erholt. G. hat keinen Vornamen, lächelt nie, spricht mit niemand und nippt stattdessen verschlossen am Holundertee. Dem gesprochenen Wort misstrauisch gegenüber geworden, verwendet G. ausschließlich die drei Floskeln „Morgen!“, „Mahlzeit!“ und „Tschüss!“, die aber nicht so gemeint sind.

Techno-Phil
Hat immer das neueste 3D-Android-Handy und zu Hause einen Alienware-Windows-Rechner. T. hasst Apple-Produkte, weil diese zu ausgereift sind, es besteht schließlich kein Optimierungsbedarf. Als Hobby stellt T. aus obskurer Hardware eigene Windows-Rechner zusammen, installiert, optimiert und übertaktet sie gewohnheitsmäßig. Wenn im Büro etwas nicht klappt, ist T. der erste Ansprechpartner. Während T. die banalen Probleme mit leichter Hand löst, gibt er/sie seinen/ihren Star-Trek-Zitateschatz zum Besten. Techno-Phil mag Katzen, weil die ein wenig sind wie Windows.

Techno-Phob
Ist technophob. Er/sie benutzt einen Kugelschreiber und Papier, um sich alles aufzuschreiben. T. beherrscht die ihr/ihm vor zehn Jahren anvertraute Software leidlich. Sobald eine Veränderung bei den Anwendungsprogrammen ihn/sie zwingt, sich umzugewöhnen, motzt er/sie mindestens zwei Wochen lang lautstark und macht ein Gesicht, mit dem man Türen abbeizen könnte. STRG+X, STRG+C, STRG+V sind für T. hochsuspekter Technikschamanismus. Und mit einer Sitzplatzänderung kann man ihm/ihr schon mal gar nicht kommen.


Beaker
B. hat vermutlich rote Haare und die meisten Eigenschaften von Techno-Phob, doch das Gemotze ist viel enervierender: Mimimimimi!!! Und B. lässt seine/ihre Laune auch an den Kunden aus. Danach beschwert B. sich, dass die Kunden wieder mal so dermaßen unfreundlich waren, nachdem sie zehn Minuten lang angeschnauzt worden sind. Sowas! Und die Kunden wollen beim nächsten Mal lieber mit Miss Sporty telefonieren.

Miss Sporty
Hält den Laden am laufen. Sie hat nur ein Hobby: Sport. Die Damen, deren Hobbys Couchsurfing oder xtreme Pizzabestelling sind, neiden MS ihre Figur. MS beneidet die anderen Damen fürs Couchsurfing und das xtreme Pizzabestelling.

Mr Sporty 
Spielt in der Regel Fußball. Die Damen sind von seinem knackigen Hinterteil begeistert, das besonders durch sein Meniskus-Humpeln gut zur Geltung kommt. MS ist der Damenwelt zugetan, die Damenwelt ihm, auch wenn alle wissen, dass seine mit Sicherheit brathähnchenbraune, platinblonde und pink geschminkte Freundin ein Solarium in Bottrop-Kirchhellen betreibt.

Mutter Theresa
Eigentlich hätte MT ihre Kinder um 14.00 Uhr von der Schule abholen müssen. Jetzt ist es kurz vor fünf und MT sitzt noch immer an ihrem Platz, hektisch bearbeitet sie die Tastatur, vom Geräusch her hört es sich an wie starker Hagel. MT wird niemals fertig mir ihrer Arbeit, denn getreu dem Baumarkt-Motto „Es gibt immer was zu tun“, findet MT einfach kein Ende. Leidtragende sind ihre Kinder, die auch mal drei Stunden vor der Schule warten müssen. Stellt man ihr einen Anruf durch, seufzt sie: „Eigentlich müsste ich seit Stunden weg sein!“, nimmt ihn aber auf jeden Fall immer entgegen. MT ist unterstes Gehaltssegment.

Moppi
Ist auf Diät. Seit 1991. Ob Atkins-, Brigitte-, Kohlsuppen-, Ananas-, Kohlehydrate-Diät, Fasten oder Weight Watchers, M. ist dabei. Man sieht aber nix von einer Abnahme, eher das Gegenteil ist der Fall. Weiter so! Das hilft, dass alle sich besser fühlen
.

Der unbekannte Mitarbeiter
In Mail- oder Mitarbeiterlisten etc. taucht immer wieder jemand auf, den niemand kennt. Vielleicht ein V-Mann/eine V-Frau des Verfassungsschutzes, vielleicht ein uneheliches Kind des Geschäftsführers – wer weiß das schon? Der unbekannte Mitarbeiter ist das letzte Mysterium der Arbeitswelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Phantom dramatisch mehr Geld verdient als du, liegt bei 99,66%.


Siehe auch: Facebook-Typologien (Blogbeitrag)