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Samstag, 9. Dezember 2017

Mein erfolgreichster Baumarkt-Besuch seit drei Jahren

photo credit: essenstweet Frikadellenbrötchen @ Residenz Kino via photopin (license)

Den BAUHAUS-Baumarkt in Münster mit seiner 20.000 m² Verkaufsfläche betrat ich nur, weil ich seine Kundentoilette besucht habe.
Yay! Das war mein erfolgreichster Baumarkt-Besuch seit drei Jahren! — Kein „die-Hacken-ablaufen“, keine Suche nach dem einen zuständigen Mitarbeiter, keine 1,75 Regalkilometer voller in Asien zusammengeklopptem, minderwertigen Tand zu überteuerten Preisen. Einfach nur „easy in, easy out“.
Naja, fast.
Am Ausgang gab’s eine im Baumarkt eingezeckte Bäckereifiliale (eine "Aufbäckerei"), ist ja modern, dieses Shop-in-Shop-Gedöns. Der Bäckereitresen war mindestens acht Meter lang. Ich machte einen Schritt darauf zu und löste damit versehentlich bei einer der Bäckereifachverkäuferinnen eine Art Annäherungsalarm aus. Sie federte hinter dem Tresen hoch wie an einer Mechanik befestigt. Ihre Augen fixierten mich, sie fasste mich mit einem Blick wie der RIDGID Parallelschraubstock „Matador“ mit einer Backenbreite von 120 mm, den es irgendwo schräg hinter ihr in 550 m Luftlinie zu erwerben gab. Ich hatte von der Auslage ja bereits einen stolzen 20 cm-Ausschnitt begutachten können! Eigentlich hätte ich gerne mal wenigstens fünf Sekunden lang geschaut, was es überhaupt im Angebot gab!
„Was kann ich für Sie tun?“, plärrte sie in der Stimmlage eines preußischen Feldwebels und ließ mich keine Sekunde aus den Augen.
Meine Herren!
„Ich habe keinen Schimmer, was sie so verkaufen!“, mopperte ich.
„Nehmen S‘e ‘n Frikadellenbrötchen mit Krautsalat!“, befahl die Fachkraft.
„... O.K.!“
War übrigens ‘ne Top-Entscheidung.

Fazit: Wenn man den Baumarkt gar nicht betritt, sondern nur den Parkplatz und die Toilette benutzt, vielleicht noch von einer Shop-in-Shop-Bäckerei-Fach-Domina das Richtige aufs Auge gedrückt bekommt — wenn einem soviel Gutes widerfährt, dann sollte man ganz schnell sehen, dass man Land gewinnt.
Besser wird es hier nicht mehr.


Mittwoch, 27. Juli 2016

Bürogeplänkel 60 - Titanen

photo credit: HerrenhäuserGärtenHannover (3) via photopin (license)

Stormin' Norman
Neulich stand ich in der Firmentoilette am Waschbecken und wusch mir die Hände. Über den Gang hörte ich hastige Schritte näherkommen, die Tür zur Toilette flog auf und ein Schemen barst in den Vorraum der Toilette, verschwand lärmend und rumpelnd in einer der beiden Kabinen, die Tür schlug zu, die Verriegelung knallte rein -- ein tosender Titan!
Schlagenden Herzens trocknete ich mir die Hände ab.
Aus einer Laune heraus rief ich dem Herrn hinterher: "Meine Fresse! Da sind ja selbst die Nazis Anno '39 zarter in Polen eingefallen!!" (Merke: Außerhalb von Toiletten sind Nazi-Vergleiche verboten.)
Der Herr schwieg dazu und ich trollte mich.
Einige Tage später grüßte ich im Treppenhausflur den Chef der Nachbarfirma, dieser grüßte nur arg verhalten zurück. Das wiederholte sich mit der Zeit mehrmals.
Soso...


Silent Bob & Silent Jim
Wenn er in der Kabine neben dir sitzt, versucht Silent Bob, nicht das leiseste Geräusch zu machen. Man hört nicht einmal ein Atemgeräusch, keinen Pups, kein Knarzen der Brille durch Gewichtsverlagerung. Silent Bob wartet, bis du weg bist, er sitzt das knallhart aus. Kommt ein Neuer nach dir in die Kabine, dann wartet Silent Bob eben, bis auch der weg ist. Silent Bob ist der Simulation eines Untoten so nahe, wie ein Mensch sein kann. Am Arbeitsplatz scheint ihn niemand zu vermissen, vielleicht denken alle, er ist auf Dienstreise. Ständig.
Silent Jim ist sein Bruder im Geiste. Er macht alles genau so wie Silent Bob, nur atmet er lauter.

Letztens passierte das Undenkbare: Silent Bob saß in der rechten Kabine und Silent Jim in der Linken. Beide saßen es aus, dass der Eine die Toilette vor den Anderen verließ, damit er endlich loslegen konnte. Der halbe Vormittag ging ins Land, ohne dass einer der beiden lautlosen Titanen nachgegeben hätte. Ich vermute, dass Silent Jim wegen böse eingeschlafener Füße kurz ohnmächtig geworden ist und so Silent Bob die Gunst der Stunde nutzte, die Sitzblockade spontan aufzulösen.


P.S.: Aus gut unterrichteten Kreisen habe ich soeben erfahren, dass es bei den Damen exakt das gleiche Problem gibt, allerdings mit Silent Jane und Silent Mary. Dem investigativem Wesen der Kolleginnen allerdings ist es zu verdanken, dass man eine ziemlich klare Vorstellung davon hat, um wen genau es sich dabei handelt. So viel sei gesagt: Es sind keine Kolleginnen der Nachbarfirma...


Sonntag, 24. April 2016

ru24 Special: KALIFORNIEN, USA (von a bis z)

San Diego Sunset

Auto: Als Auto gilt in Kalifornien etwas, in das man über einen Trittstufe einsteigen muss. Ein Pickup oder Riesen-SUV sollte es schon sein. Als Kleinstwagen und Einsteigermodell gilt z.B. der in die Jahre gekommene "Isuzu Trooper" (Bild), gefolgt vom Ford F-150 (Bild), die unbestrittenen Herren der Straße sind die Dodge RAM 3500 V8 Heavy Duty Pickup Trucks mit Doppelreifen hinten (Bild). Am besten, eine Familie hat einen Riesen-SUV und einen oder mehrere Riesen-Pickups, man weiß ja nie. Ja, es gibt auch "normale" Autos in Kalifornien (meist japanische Mittelklasse), ein (1) Enthusiast aus Long Beach fährt sogar Golf und es wurden insgesamt gar drei (3) Smarts gesichtet, aber das ist nur mikrobisches Plankton auf Straßen, die von Walen dominiert werden.
Hammer: Was man in sunny California so gut wie nie sieht -- und das hat mich echt geflasht --, das sind Cabrios. Aber vielleicht sind 25° C (77° F) dem Kalifornier an sich einfach noch nicht warm genug, sodass er noch mit seinem Winter-SUV herumgurkt.

COSTCO: Vergleichbar mit unserer METRO findet man hier die Lebensmittel, mit denen man die riesigen amerikanischen Kühl-Gefrierkombinationen endlich einmal voll bekommt! Die 3-Pfund-Packung (1,36 kg) Philadelphia Frischkäse, Skippy Erdnussbutter gibt es gleich nur im Doppelpack zu 2,72 kg, Chipstüten groß wie Rotband-Säcke. Hier bersten die (Kühl-)Regale voller bizarrer Convenience-Produkte wie etwa backfrische Lasagne zu 3 kg und megalomanische verzehrfertige Eiscremetorten. Wozu zu Hause noch den Kochlöffel schwingen? Auch kann man hier kiloweise fertige Schnittchen kaufen. Natürlich soll die Gesundheit nicht zu kurz kommen, dafür gibt es hier auch einzelne, in Scheiben vorgeschnittene, ungeschälte Äpfel, die des Erwerbs harren -- you know: An apple a day keeps the doctor away.
In Anbetracht all dieser Pracht ist das hier gehandelte Toilettenpapier etwa 3 cm breiter als normal, ich finde, es steckt irgendwie System dahinter.

Coupons: Der Kassenbon an der Supermarktkasse ist locker ein Yard zwei Fuß lang (ca. 1,5 m, siehe Einheiten). Das liegt nicht am Megaeinkauf, sondern an den Coupons, die man noch aufgedruckt bekommt: 15% auf einen Artikel der Wahl bis zu dem und dem Datum, 30% auf KELLOGS Mumble Crumble oder 10% auf den gesamten Einkauf, wenn der über einem gewissen Betrag liegt oder man bekommt zwei Packungen COLGATE Ultra umsonst dazu etc. Diese Coupons kommen auch per Postwurfsendung ins Haus und sind auch im Internet zu finden, selbstredend auch über Handyapp. Wer jetzt ein Fuchs ist, sammelt die Coupons in dicken Ordnern und tüftelt darüber, wie man die wohl am heilsbringendsten zusammen mit einer PAYBACK-Karte und Lufthansa Miles & More kombiniert bekommt. Die Schlauberger sparen signifikant, indem sie Zeit & Hirnschmalz investieren, die, die einfach nur einkaufen wollen, zahlen eben drauf.

Deutscher sein in Kalifornien: Die Leute sprechen einen an, weil sie hören, dass man Deutsch spricht, dann erzählen sie, dass sie mal in Deutschland (Rammstein) stationiert waren oder zu Besuch waren (Hamburg, München) oder immer schon mal nach Deutschland fahren wollten (Oktoberfest). Dabei geben Sie auch sofort ihren kompletten Wortschatz preis: "Ghouten dak -- ahouf videasayn!" Wenn das geklärt ist, erklären sie einem, wo wir als Deutsche nun unbedingt hingehen müssen, um hoch authentische german "Bratz & Kraut" (Bratwurst & Sauerkraut) sowie "Heffe-why-cyn" (Hefeweizen) zu beziehen. Als seien wir ohne unsere German Products in California auf der Stelle auf cold turkey.

Einheiten: Sämtliche Einheiten sind hier über den Daumen eher "Harry Potter" als logisch-metrisch.
Länge: Eine Meile (entspricht 1,6 km, sie) unterteilt sich in 1.760 Yards (WTF?)  zu je 3 Fuß (uh?) zu je 12 Zoll (OMG!) -- ernstlich.
Temperatur wird in Fahrenheit gemessen, wobei Wasser bei 32° F gefriert und bei 212° F kocht -- ernstlich.
Flüssigkeiten: 1 gallon (= 3,79 l) entspricht 8 Pints (pt., 0,55 l) zu je 4 gill. o_O
Reifenluftdruck erfreut sich der Maßeinheit "Pound-force per square inch", das Drehmoment bei Autos wird übrigens in Foot-pound (Pfundfuß) angegeben *kicher*. "Pfundfuß" ist zurzeit mein neues Lieblingswort!

Erdbeben sind in Kalifornien so häufig, wie sich im Bergischen Land jemand über das Wetter beschwert. Allerdings haben die meisten Beben einen Stärke um die 2,0, sodass man gar nichts merkt. Dass eines Tages "The Big One" kommen wird, ist hier jedem klar. Das kann morgen sein oder erst in 100 Jahren. Also macht man weiter wie gewohnt.

Freundlichkeit: Ernstlich nahezu alle Kalifornier, denen ich begegnet bin, hatten ein sehr sonniges Gemüt, fast jeder freute sich über "die Deutschen". Die einzigen Ausnahmen waren ein arg mürrischer avocadohandelnder Mexikaner am Straßenrand, der in seinem Fernseher im Verkaufsstand lieber die neueste Folge von "Sturm der Leidenschaft" sehen wollte, als Früchte zu verkaufen und ein Gift & Galle spuckender Obdachloser in San Francisco, dessen Polinten ständig von seinem Karren fielen, wofür er uns Passanten die Schuld gab, sicher, sicher. Später saß Freund Sonne zu unserer großen Begeisterung mit uns im Bus nach Haight-Ashbury und monologisierte ein endloses aber nicht unrythmisches "SHITFUCKSHITSHITSHITFUCK".

Gastronomie: McDonald's, Burger King oder KFC sind hier eher die Ausnahme, ich habe kaum einen der drei Vorgenannten zu Gesicht bekommen. Dafür gibt es IHOP (International House of Pancakes), In and Out-Burger, die Bubba Gump Shrimp Company und viele Dutzend weitere spannende Läden mehr. Die Portionen sind riesig, die Preise moderat und Service wird überall RIESENGROSS geschrieben. Zum Essen bekommt man fast immer noch Tütchen mit Chips oder Cracker dazu (z.B. zur Clam-Chowder = Muschelsuppe noch bizarre Oyster-Cracker) -- warum auch immer. Kaffee und Softdrinks bekommt man bis zum Abwinken kostenlos nachgeschenkt und was man von seinem Essen nicht schafft, kann man in einen Doggy Bag mit nach Hause nehmen.
Das Bestellen des Essens ist allerdings wie bei Subway (Blogbeiträge) eine Herausforderung: Man bekommt grundsätzlich zu seiner Wahl noch ein halbes Dutzend bizarrer Wahlmöglichkeiten unterbreitet (immer genuschelt), die kleinen Nuschelmuscheln.

Geld: Münzen: 1 Cent „Penny“ (Durchmesser 19,05 mm), 5 Cents „Nickel“ (21,21 mm), 10 Cents „Dime“ (17,91 mm), 25 Cents „Quarter“ (24,26 mm), 50 Cents „Half dollar“ (30,61 mm), 1 Dollar „Buck“ (26,50 mm) -- die Größen gehen also bei aufsteigendem Wert auf-ab-auf-auf-ab -- am besten man legt der Kassiererin einfach sein gesamtes Kleingeld hin und lässt die Profis ran.
Scheine: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 -- sie sind alle gleich groß und haben in etwa die gleiche Farbe. Also muss man sie ständig sortieren, idealerweise nicht in aller Öffentlichkeit, sonst finden sich schnell "interessierte Individuen".
Am besten, man zahlt einfach alles mit Karte, wie die Einheimischen.

Highway: Alle Spuren sind gleichberechtigt. Da das Tempolimit von 55 mph für alle gilt und Temposünder sogar vom Hubschrauber aus erfasst werden, halten sich alle recht schön brav daran. Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass man bei Spurwechseln nach rechts auch immer einen Schulterblick machen muss, läuft es sehr gut. Dann kann man fahren und fahren, eine Tankstelle direkt am Highway gibt es nicht, man muss abfahren zum Tanken. Die Ausfahrten zeigen an "no service", wenn keine Tanke in der Nähe ist. Manchmal kommt länger nichts. Dann fährt man mit fast leerem Tank ab und dann sind da plötzlich vier Tanken -- eine an jeder Ecke der Kreuzung. o_O

Homeless: Man sieht viele Obdachlose in Kalifornien, je nachdem, wie stark die lokale Polizei sie aus dem Stadtgebiet vertreibt -- zuweilen bis an die Ränder der Highway-Auffahrten, für die dann wohl der Staat verantwortlich ist. In San Francisco scheint das SFPD generell Besseres zu tun zu haben, als Penner herumzuschubsen. Hier gehören sie einfach zum Stadtbild, ebenso wie die mit Passbild-Lanyards versehenen Businesskasper. In San Diego, der an Mexiko grenzenden Küstenstadt, kann man sich überhaupt nicht entscheiden, ob es sich dem einen oder anderen Gammelvogel um einen skatenden Hippie, runtergerockten Surf-Hobo oder doch um einen arg derangierten Hipster mit Pappunterkunft handelt. Egal, tiefenentspannt sind die San Diego-Dudes allesamt.

kcal: Während Lebensmittelpackungen immer und ausschließlich nur Kalorienangaben "pro Portion" z.B. "277 kcal à 44 g" aufgedruckt bekommen (was die Schergen der Lebensmittelindistrie freuen wird), hat man die Restaurants & Fastfoodketten dazu verdonnert, Kalorienangaben zu ihren Getränken und Gerichten dazuzuschreiben. Das war für McDonald's, Starbucks & Co. sicherlich genau so ein Schock wie für die Kunden, die sich arglos am Morgen ihren "Iced Caramel Macchiato" in Größe "Venti" mit Vollmilch abholten, der plötzlich auf stolze 1.017 kcal kommt. Es ist ernüchternd, wenn man begreift, dass man soeben weit über 1/3 der empfohlen Tageskalorienmenge als Morgenkaffee hatte.

Los Angeles: Die Sehenswürdigkeit überhaupt ist das Getty Museum. Das Hollywood-Schild wird von der Polizei 24/7 bewacht und das Gelände rund ums Schild darf nirgends betreten werden, es ist überhaupt nur von bestimmten Stellen aus zu sehen. Doch das Beste an LA ist: Wenn man mal da war, kann man später bei TV-Serien wie Bosch, Flaked & Co. (Liste) und bei Filmen ununterbrochen wie ein Wackeldackel weise nicken und sagen: Da drüben habe ich mir die Schuhe zugebunden und da drüben hatten wir diese riesigen, ekligen Zwiebelringe!

Natur: Ich bin niemals zuvor in meinem Leben an einem Fleck der Welt gewesen, der von Sonne & Natur dermaßen gesegnet war wie dieser. Hier wachsen Dukatenbäumchen als Hecke und die Vorgärten explodieren geradezu vor Grün. Kolibris schwirren umher (insgesamt 600 Vogelarten), geradezu über-exotisch wurde es, als ein Truthahngeier versuchte, vor unserem Auto einen Roadkill von der Straße zu befördern. Seehunde und Seelöwen liegen an den Piers und auf Bojen herum, ganze Schulen Delphine (ja, die Sorte mit 'ph') schwimmen mit dem Schiff mit, überall gibt es Eichhörnchen, Eidechsen, Damwild, Monarch-Schmetterlinge. Wow!!
Der 17-mile-drive ist die vielleicht schönste Küstenstrecke der Welt, sobald man aussteigt riecht es nach Zypressen, Kiefern, Blumen und Meer, es ist unbeschreiblich.

Balboa Park, San Diego

San Diego: ist ein Surfer-Paradies. Das "Gaslamp Quarter" von SD ist völlig uninteressant, sagenhaft sind die kleinen Häuschen, schrammeligen Läden und wackeligen Bars in Ocean Beach. Die Straße bis runter zum langen Pier ist palmengesäumt (Bild oben). Ein Sonnenuntergang hier ist die Wucht in Tüten für alle Grasraucher, von denen es in SD nicht zu wenig gibt. Der Balboa Park ist einer der schönsten und aufwendigsten Parks, die ich je gesehen habe. Der Kaktusgarten rockt. Die gepflegten Rasenflächen darf man betreten und laden zum Dösen & Picknick ein. Der Park hat duchgehend kostenloses WLAN und eine eigene App, mittels der man nach allen Angeboten suchen kann, auch nach Toiletten.
Der beste Mexikaner bei dem wir je gegessen haben, ist Ortegas Cochina (Webseite).
Durch die hohe Dude-Dichte der Stadt sind die Supermärkte dazu übergegangen, elektronische Wegfahrsperren in ihre Einkaufswagen einzubauen, damit diese das Grundstück nicht verlassen und als Pennermobil enden.

San Francisco: Wenn man nicht dort war, glaubt man kaum, wie steil die Straßen einer Stadt sein können. Ich habe mich vor Ort gefragt, wer ernstlich auf die Idee kam, hier zu siedeln: Das war völlig verrückt, vor allem mit Kutschen und Pferden! Mit dem Cable Car, welches ausschließlich nur noch Touristen nutzen, sollte man wirklich ganz unbedingt fahren! An der ersten Station wimmelt es von Touris, man sollte ab der zweiten Station einsteigen und sich so etwa eine halbe Stunde Anstehen sparen. Die Fahrt (7,00 $) sollte man außen am Cable Car stehend bis Fishermans Wharf genießen. Dann schnell ein paar Fotos vom Fishermans Wharf-Logo mit Krebs und dann sollte man die Beine in die Hand nehmen, denn das Areal ist touristisch völlig übererschlossen, um es vorsichtig auszudrücken. Es lohnt, beim Rückweg mit dem Cable Car in China Town auszusteigen und man sollte mit dem Bus nach Haight-Ashbury fahren.
Tipp: In Berkeley wohnen und mit der BART-Bahn nach SF fahren, denn dort werden Parkplätze mit Gold aufgewogen. Außerdem kenne ich persönlich eine Person in meiner alten Heimatstadt, die seit dem Autofahren in SF eine Angststörung betreffs steiler Straßen hat.

Starbucks: Wer mal schnell Pipi muss und auch ins WLAN möchte, der ist bei Starbucks USA an der richtigen Adresse, denn hier gibt es immer Beides -- und auf 500 Metern gibt es manchmal drei Filialen, kein Witz (es gibt 13.000 Filialen insgesamt in den USA). Bestellen sollte man sich dann dort ganz unbedingt einen ganz normalen Filterkaffee. Erst einmal bekommt man den ohne großes Gemansche & Gepansche sofort ausgehändigt, spart hunderte kcal und das Teil ist im Gegensatz zu den anderen "Kaffe-Kreationen" bezahlbar dazu (hier die ganze kcal-Liste: Link).
Wieder zu Hause in good old Germany gilt dann wieder: "Freunde lassen Freunde nicht zu Starbucks gehen".

Tanken: Eine amerikanische Zapfsäule hat optisch eher etwas von einem Geldspielautomaten. Tanken geht nur auf Vorkasse. Die Zapfsäulen akzeptieren zwar Kreditkarten, aber sie wollen einen ZIP-Code dazu, der einer amerikanischen Postleitzahl entspricht. Man geht also zum Kassenhäuschen, zahlt vorab 40,00 $ auf die Säule Nummer 6, geht zum Auto zurück, drückt die Taste für den Sprit, den man möchte (hier gibt es alles aus einem Rüssel), tankt. Passen nur 37,22 $ in den Tank, geht man wieder zum Häuschen zurück und bekommt die restlichen 2,78 $ wieder auf die Karte gutgeschrieben. Das klingt umständlich und das ist es auch.

Toiletten: In Deutschland ist man gewohnt, dass, wenn der Laden Sitzplätze hat, dann gibt es dort in der Regel auch eine Kundentoilette. Das ist hier nicht so. Kleinere Donut-Schuppen usw. haben oft ein "No Restrooms"-Schild. Die übrigen Läden (siehe "Starbucks"), egal wie groß, begnügen sich sehr häufig mit einer (1) einzigen Unisex-Toilette, sodass es durchaus länger dauern kann, bis man die mal unbesetzt erwischt. Im IHOP in Bakersfield hatte ich 6x hintereinander kein Glück, dann wollte ich nicht mehr müssen. Dafür, dass die Meisten nur eine einzige Toilette haben, ist diese überraschend sauber.

Touristen: Wähle eine zufällige Küstenstadt Nordamerikas, wähle einen zufälligen Tisch in einem zufälligen Restaurant in einer beliebigen Seitenstraße -- und es werden Deutsche am Nebentisch sitzen. Wir haben das geschafft. Mehrfach. Während sich Serben und Brasilianer in dieser Situation gegebenenfalls weinend in die Arme fallen, wenn sie sich zufällig z.B. am Südpol begegnen, so "soll [es] ja als typisch deutsch gelten, es als unangenehm zu empfinden, beim Individualtourismus auf Landsleute zu treffen." (Tina Kupke, Facebook)
Ja. Isso.

Uggs: Bei 25° C geht dem Deutschen an sich das Herz endgültig auf. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Palmen galore!! Vor Ort stapfen die vielbesungenen california Girls dann aber immer noch gerne mit Uggs herum, weil die lokalen Damen anscheinend echt andere Temperaturen gewöhnt sind, als läppische 77° Fahrenheit. Gut, dass wir vor diesen Temperaturen wieder weg waren.

Verkehrsregeln: An der roten Ampel darf man rechts abbiegen, wenn man schön aufpasst und es nicht ausdrücklich untersagt ist. Doppelt durchgezogene Linien gelten nicht, wenn man über sie in eine Einfahrt abbiegt oder aus einer kommt. Am Stoppschild hält man nur mal gerade eben so an. Wer an einer 4er-Stopp-Kreuzung als erstes ankommt, darf als Erstes weiterfahren. Auf der Autobahn ist rechts überholen genau so normal wie links überholen. Tempolimits liegen immer bei 25/35/45/55 Meilen die Stunde. Und so. Ist man selbst entspannt, sind die Anderen es auch.
Hat man sich endlich daran gewöhnt, reist man wieder ab.

Weber-Grill: Wer in der neuen Welt etwas auf sich hält, hat einen Weber-Grill und einen Weber Barbecue-Smoker im Backyard stehen und besucht thematisch passende Abendschulkurse dazu, z.B., wie man so allerlei, z.B. Quarkbällchen, auf den Punkt grillt.
"Im Jahr 1952 erfand George Stephen den ersten Kugelgrill, indem er die Unterseiten zweier Bojen zu einem Grill mit Deckel umfunktionierte. ... Bis zur Erfindung und Etablierung des Kugelgrills waren in Nordamerika hauptsächlich Grills aus Ziegelstein üblich, die fest installiert waren." (Wikipedia) Der Firmensitz von Weber-Stephen Products LLC ist in Palatine, Illinois, USA.

Weinproben: Das "Wine Country ist eine Weinbauregion in Nordkalifornien. Sie liegt nördlich von San Francisco und besteht aus über 400, überwiegend in Sonoma County und Napa County angesiedelten Weingütern. Zu den bekanntesten Weinbaugebieten der Region gehören Napa Valley, Sonoma Valley (...) und Russian River Valley." (Wikipedia) Wer in der malerischen Ecke allerdings gerne an einer Weinprobe teilnehmen möchte, sollte viel Sonne im Herzen tragen, da die "wine tastings" zwischen 10.00 Uhr morgens und 17.00 Uhr am Nachmittag stattfinden -- vielleicht, um lange ausschlafende Alkoholiker auszusperren. Leider waren wir zu diesen Zeiten anderweitig beschäftigt.

Zwiebelringe: In Kalifornien sind die Zwiebelringe so groß, dass ein Baby sie als Stirnreif tragen könnte. Wo auf diesem Planeten gibt es solche Zwiebeln? Und nimmt man nur den Äquator dieser Riesenzwiebeln dafür? Rätselhaft!

Riesenzwiebelringe und Crackertütchen

Freitag, 22. März 2013

Bürogeplänkel 49 - al-Qaida ist überall

http://goo.gl/oePZP
Ich komme von der Toilette, da treffe ich unsere Putzfrau Krau Kern.
"Moin!", sage ich, "Auf der Herrentoulette ist die Flüssigseife alle!"
Frau Kern nickt beflissen, greift sich reflexartig einen der herumstehenden Kartons und reißt ihn auf. Das Innere besteht aus 20 Flaschen Wasauchimmer. Sie hält eine der Flaschen ins Licht und blinzelt etwas kurzsichtig herum.
"Äh-nä, dat ist Hand-Infektionsmittel!", sagt sie.
Grundgütiger!
Hand-Infektionsmittel!
Nur gut, dass ich mir nach dem Toilettengang niemals am Hand-Infektionsgerät die Hände infiziere.
Al-Qaida, ick hör dir trapsen.


Freitag, 9. November 2012

Bürogeplänkel 41 - Kaiserstunden des Bizarren

goo.gl/B49ae
Mittwoch
Mehrere hygienische Damen konnten ganz genau beobachten, wie ein männlicher Mitarbeiter der Nachbarfirma auf der Damentoilette verschwand. Sie lauerten ihm auf, bis er nach langen Minuten wieder auftauchte! Shocking! Nur mit Not konnte verhindert werden, dass die hygienischen Damen meines Unternehmens aus Kopierpapier-Kartonage einen Scheiterhaufen errichteten, um in einem Fackelzug den "Spanner" den reinigenden Flammen zu übergeben!
Mein Einwand, dass er wohl "Stuhlgang" gehabt habe, wurde als völlig abwegig abgeschmettert. Aber was weiß ich schon?
Es wurde nicht zu lange gefackelt! Man eskalierte den Fall mit hysterischem Unterton direkt an die Vorgesetzten, die ihrerseits Kontakt zu den Hochgestellten der Nachbarfirma aufnahmen, um den Täter stante pede einer hochnotpeinlichen Befragung zu unterziehen (Eselsmütze, Streckbank, Adeles "Someone like you" [Blogbeitrag]).
In der Zwischenzeit schossen bei den hygienischen Damen die Theorien arg ins Kraut, was der "Perverse" wohl auf der Damentoilette gewollt habe:
  • div. Gender-Problematiken ("sexuelle Identität")
  • "spannen" und/oder "onanieren"
  • Bergung von Drogen, die eine Komplizin ihm dort hinterlegt hat
  • Installation von hochmodernem Videoüberwachungs-Equipment
  • mehreres oder alles der vorgenannten Punkte
Die Hysterie schaukelte sich derweil weiter auf.

Die allerhygenischte Rädelsführerin verlangte von den Vorgesetzten:
1) Spezialreinigung der Toilettenkabine durch die Reinigungskraft. Ich sah unsere Putzfrau im Geiste dort mit einem Chemturion-Anzug (Link) unter hartem UV-Licht mittels eines Rückentanks Chlorbleiche versprühen. Sicher, sicher...
Muahahaha!!!
2) Begehung der Toilette mit den Vorgesetzten zwecks Aufspürung von hochmodernem, für das menschliche Auge quasi unsichtbarem Videoüberwachungs-Equipment.
Dies wurde tatsächlich gemacht.
Muahahaha!!!
Während alles zunehmend absurder wurde, erlebte ich köstliche Kaiserstunden des Bizarren!
Mein schönster Arbeitstag!

Donnerstag
Die Vorgesetzten der Firmen tauschten sich über das Ergebnis der hochnotpeinlichen Befragung aus. Zuletzt kam ja doch die schreckliche Wahrheit ans Licht! Der schäbige Spanner war zuletzt unter den Klängen von Adeles "Someone like you" eingeknickt und hatte zugegeben, schrecklichen Diarrhoe vulgo Durchfall gehabt zu haben. Als auf der Herrentoilette alles besetzt gewesen war, hatte er sich keinen anderen Ausweg gewusst...
Natürlich: Es bleiben Zweifel...


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Bürogeplänkel 40 - Klokeim-Infektion

goo.gl/ivutB
Als Kind habe ich oft Sachen gespielt wie: Der Boden ist aus Lava, wer ihn berührt ist tot! Dann habe ich hochgradig umständlich kletternd ganze Räume durchquert...
Die heikle Damenwelt spielt solches noch heute, am liebsten auf Toiletten: Wer irgendetwas berührt, bekommt Klokeime und stirbt entstellt eines schrecklichen, schrecklichen Todes!!!

Auf der Damentoilette im Büro ist nun einer der kleinen Mülleimer (man mag ihn auch "Bindeneimer" nennen) in einer der Kabinen zu Bruch gegangen. War natürlich niemand, muss wohl Materialermüdung gewesen sein, das mit dem Zertrümmern.
Sicher, sicher.

Was vermtlich geschah:
Madame Heikel wankt auf ihren top-trendigen 10-cm-Wedges-Absätzen in die Toilettenkabine, reißt ein Blatt T-Papier ab, um damit die Klinke von innen zu drücken und die Kabine zu verriegeln.
Anzahl Berührungen: 0, verbleibende Restleben: 3, Score: 1.000
Mme. lauscht, sie ist alleine. Sie läßt die südwärtigen Hüllen fallen und hückelt sich schwebend wie ein Hovercraft 3 cm über dem garstig verkeimten Toilettendeckel hin - bloß nie-nie-niemals etwas berühren! Diese Oberschenkel-Muskulatur würde das sog. "starke Geschlecht" mit blankem Neid erfüllen, wüssten sie nur davon! Es plätschert.
Anzahl Berührungen: 0, verbleibende Restleben: 3, Score: 2.000
Et Madämchen reckt sich und grofelt an der T-Papier-Rolle herum, findet aber den Anfang des Papiers nicht. Ihre Nagelstudio-Griffel tasten ins Leere. Madame bekommt Übergewicht nach vorne. Ausfallschritt ist ist nicht wegen der hockenden Pose. Mit einem gurgelnden Kreischen kippt sie nach vorne. Normale Menschen würden sich jetzt mal eben an den Kabinenwänden festhalten, aber Mme. Heikel würde nie-nie-niemals die urst verkeimten Toilettenwände berühren!!! Sekundenbruchteile verrinnen in heller Panik. Kurz bevor das VÖLLIG UNDENKBARE passiert, der Touchdown der ungeschützten Hände auf dem endverkeimten, indiskutablen Toilettenboden, beschließen die Reflexe von Madämchen im letzten Augenblick, ihr gesamtes Körpergewicht mit der rechten Hand auf dem Bindeneimer abzufangen.
Crunch!
Anzahl Berührungen: 1, verbleibende Restleben: 0, Score: 0
Mme. Heikel verläßt die Kabine hochroten Antlitzes, wäscht sich manisch die Hände, öffnet mit einem spitzen Ellenbogen die Tür in den Flur, benutzt achtmal das dort angebrachte Vogelgrippe-Desinfektionsspray und flieht schaudernd diese infektiöse Szene des Grauens. Im Grunde ist sie nun aufgrund einer unheilbaren Klokeim-Infektion so gut wie todgeweiht, ein wandelnder Leichnam (Blogbeitrag).


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Ein Hoch auf das Klempnerhandwerk

goo.gl/KxeJ8 
Im vergangenen Urlaub kam es, dass ich mit der Liebsten und Freunden in dem von mir hochgeschätzten Nachbarland Niederlande weilte. Ein Land, das so große Menschen hervorgebracht hat (Liste) wie Antoni van Leeuwenhoek (*1632, Begründer der Mikrobiologie), Vincent van Gogh (*1853, Maler), Johannes Diderik van der Waals (*1837, Entdecker der Kraft, dank der Geckos an der Wand haften) und Maurits Cornelis Escher (*1898, Künstler und Grafiker), um nur einige wenige zu nennen.
Und da es sich begab, dass wir gerade in Den Haag weilten, besuchten wir natürlich auch die Ausstellung von Letztgenanntem: "Escher in het Paleis" (Link) mit 130 Originalen des Künstlers in edlem Ambiente.
Was soll ich sagen?
Natürlich toll!
Aber irgendwann muss auch der Kunstinteressierteste eine Toilette aufsuchen und ich wurde fündig. Und wie ich fündig wurde! Etwas versteckt gelegen fand sich im dritten Stock ein kleiner, aber dafür unheimlich hoher Toilettenraum. (...) Nachdem es vollbracht war, zog ich an der Reißleine des in lichter Höhe angebrachten Spülkastens und KA-WOOOOOOSCH!!! droschen die Wassermassen brachial wie Poseidons Rösser höchstselbst durch durch die Keramik! Was für ein tosender, schäumender, erhabener Augenblick! Dies hatte rein gar nichts von sogenannten "Flachspülern", dies war keine scheu in der Wand verborgene, schmalbrüstige und winselnde Billo-Baumarktspülung, nein, dies war die unbändige, entfesselte Kraft von 10 Litern Wasser, die sich durch ein 50 mm Fallrohr aus fast 4 m Höhe Bahn brachen.
Niemand brauchte an diesem tempelgleichen Ort solch einen schnöden Tand wie eine "Klobürste", denn es blieb einfach nichts zum Bürsten übrig!
Muahahahaha!
Gurgelnd und zischend füllte sich der Spülkasten nach.

Manchmal bedauere ich es doch, in der Moderne zu leben.
Ein Hoch auf das Klempnerhandwerk vergangener Tage!


Donnerstag, 27. September 2012

Bürogeplänkel 39 - Hygiene: The next big thing im Büro

bit.ly/Pru2Gv
05. Nov. 2009: Installation eines Hand-Desinfektors im Gang (Blogbeitrag)
25. Okt. 2011: Aufstellen eines elektronischen "Raumluftverbesserers" auf den Toiletten (Blogbeitrag)
01. Okt. 2012: Installation eines Toilettendeckel-Desinfektions-Spenders in jeder Toiletten-Kabine
Hurra!
Wenn man an all die Keime denkt, die heutzutage in deutschen Schul-Schwämmen, Spül-Lappen und Kühlschränken leben, ist eine regelmäßige Desinfektion des trockenen und deshalb nahezu keimfreien Toilettendeckels ja das alles entscheidende A und O persönlicher Hygiene. Mehr dazu: Link.
But what's the next big thing???

Ein Ausblick auf kommende Sensationen:
01. Apr. 2013: Installation von berührungslosen Infrarot-Seifenspendern und berührungslosen Handtrockengebläsen statt der unhygienischen Drück-Spender und Endloshandtücher
22. Dez. 2015: Installation einer Personenvereinzelungsanlage im Eingangsbereich. Die das Gebäude betretenden Einzelpersonen werden zwangsweise mit desinfizierenden Aerosolen besprüht: "Die Kaltvernebelung stellt überall dort, wo sogenannte 'Basis-Hygienemaßnahmen' an Ihre Grenzen stoßen, eine gemäß Experten sinnvolle Dekontaminationsmtehode dar." (Quelle)
02. Aug. 2017: Während der sterilisierenden Vereinzelung findet zusätzlich eine der Massentierhaltung des Großraumbüros angemessene Zwangsimpfung aller Mitarbeiter statt. Sie sollten "innerhalb von 30 Tagen bis zu 8 verschiedene Antibiotika bekommen, wie es etwa in der niedersächsischen Hähnchenmast üblich ist." (Quelle)
Einige weniger robuste Kolleginnen und Kollegen segnen das Zeitliche, aber Opfer müssen gebracht werden. Der Krankenstand der überlebenden Mitarbeiter ist so niedrig wie seit 1934 nicht mehr.
02. Feb. 2022: Hygiéia, der griechische Göttin der Gesundheit und Namenspatin der Hygiene steigt vom Olymp herab und beginnt wahllos, mittels ihres Blickstrahls ganze Landstriche zu sterilisieren.
Drei Wochen später sind Keime wirklich kein Thema mehr.
Weltweit.
Leute aber auch nicht.


Donnerstag, 28. Juni 2012

Bürogeplänkel 34 - Herrentoiletten-Typologie II

bit.ly/QqYcKC
Der Wald- und Wiesenpinkler
Er betritt die Toilette, geht zu den Pissoirs, wählt von den Dreien das ganz rechte oder das ganz linke und legt los. Spülen nach der Verrichtung scheint optional zu sein, deshalb gehen immer mehr Toiletten zu moderner Sensortechnik und Spülautomaten über, weil es die Schwachmaten irgendwie nicht auf die Kette bekommen.

Klemmi
Der Klemmi pinkelt nur am Urinal, wenn er alleine ist. Sobald jemand schon dort steht (auch wenn es nicht der King of the Hill ist, s.u.), sucht er eine Kabine auf.

Der Durchlauferhitzer
Der Durchlauferhitzer trinkt während der Bürostunden in etwa so viel wie eine Ochse mit Diabetes, deshalb geht er alle vier Minuten pinkeln. Ein Kollege der Nachbarfirma treibt das so dermaßen auf die Spitze, er sollte seinen Schreibtisch direkt ans Pissor stellen, denn er ist DER URINATOR!!!

Der allzu edel Bestückte
Ein Kollege aus der Nachbarfirma ist gar so edel bestückt, dass er sich die Hände VOR dem Urinieren wäscht, auf dass er sein bestes Stück nicht mit Bürokeimen (Link) kontaminiere. Der Vorgang des Resttröpfchen Abschüttelns dauert im übrigen länger als der des Wasserlassens. Äußerst verwegen.

King of the Hill
Der King of the Hill benutzt immer das mittlere Pissoir, egal, ob er alleine auf der Toilette ist oder eines der beiden äußeren Pissoirs bereits besetzt sind. Im letzteren Fall benutzen nämlich normalerweise 95% aller hinzutretenden Herren immer das am weitesten entfernte Pissoir, schon, um ein Minimum an Privatsphäre zu haben und auch zu geben. Aufgrund noch unerforschter Umstände läßt der King of the Hill beim Pinkeln die Hosen auf Halbmast hängen, ein verstörender Anblick für Hinzutretende.
Der King of the Hill ist der Hauptgrund für Klemmis.


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Mittwoch, 27. Juni 2012

Bürogeplänkel 33 - Herrentoiletten-Typologie I

bit.ly/KD8BhZ
Der Schüchterne
Er betritt die Toilette, sieht, dass eine der Kabinen bereits besetzt ist und verschwindet wieder unverrichteter Dinge. Der Schüchterne würde gerne inmitten der Ödnis der Atacama-Wüste seine Notdurft verrichten, notfalls geht es aber auch in einer menschenleeren "Bedürfnisanstalt".

Silent Bob
Man hat gar nicht den Eindruck, dass die Kabine neben einem überhaupt besetzt ist. Ist sie aber. Silent Bob geriert sich derweil als Untoter: Er atmet nicht einmal, geschweige denn, dass man von ihm einschlägige Geräusche hört. Silent Bob wartet, dass du fertig wist, damit er loslegen kann. Er sitzt das aus. Notfalls wartet er den ganzen Tag.

Der SMSer/Twitterer
Vom Nebenklo hört man nichts außer Tastaturgedaddel. Vielleicht schreibt der Nebenmann via Handy einen Tweet über die Geräusche, die du machst, vielleicht schreibt er mit seiner Freundin eine romantische SMS, vielleicht schreibt er seiner Freundin eine romantische SMS über die Geräusche, die du machst.

Der Über-Performer
Der Über-Performer in der Kabine neben einem klingt, als werfe jemand ein Dutzend schwerer Stiefel in einen Mini-Pool und spiele dabei auf einer Tuba die Titelmelodie von "Der weiße Hai". Respekt! Rauchen, Feuer und offenes Licht sind jetzt lebensbedrohlich. Atmen auch.


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Samstag, 10. März 2012

Bürogeplänkel 30 - Blauer Korallenzauber

http://bit.ly/xcBuau
Wie bereits geschrieben (Blogbeitrag) malträtiert man die Geruchsrezeptoren der Toilettenbesucher unseres Büros seit Neuestem professionell mit einem vollautomatischen AirWick Freshmatic Compact, so called "Lufterfrischer" (Muahaha!)...
"Bratapfel und Zimt" gabs zur Weihnachtszeit für beide Toiletten. Nachdem sich der infernalische Inhalt nun endlich erschöpft hatte, drosch zum gefühlten Frühlingsanfang die neueste geruchliche Perversion auf mich ein: "Blauer Korallenzauber".
Hey! Merkt da noch einer was?
Wie riechen denn blaue Korallen?
Na, ganz bestimmt nicht so! Clownfische würden in Schwärmen Suizid begehen, wenn blaue Korallen so röchen!
Es hat eher was davon, als hätte man aus Barbies hellblauen Bauchnabelflusen ein Einhorn gebastelt, das nun im breiten Strahl sozialistisches Billig-Rasierwasser pisst.
OK...
Ich bin rüber zu den Mädels auf die Toilette. Die werden zurzeit mit pinkfarbenem "Magnolie und Kirschblüte" bedieselt.
Der Unterschied: das Einhorn ist pink.

Die Jungs blau, die Mädchen rosa: Und ist es nicht Wahnsinn, so hat es doch Methode!

Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit unserer allzu kreativen Reinigungskraft sprechen, die für die Bestückung der Teile zuständig ist.


Dienstag, 25. Oktober 2011

Bürogeplänkel 26 - Die Moderne, das Luder!

http://bit.ly/ocrEUW
Welche geruchlichen Brachialitäten habe ich nicht schon alles überstanden! Da war z.B. im Jahr 2000 die extrem besuchte CeBit-Toilette in Halle 2, Nähe Stand C36 (Symantec). Vor jedem Pissoir, vor jeder Kabine standen mindestens fünf Messebesucher Schlange, eine gewaltige, sich immerfort erneuernde Phalanx der Ausscheidung. Der daraus resultierende Pesthauch hätte mich fast gezwungen, statt meinen Darmtrakt meinen Mageninhalt zu entleeren. Ich floh diesen schrecklichen Ort mit tränenden Augen, würgend und vor allem unverrichteter Dinge.

Dergestalt abgehärtet fing ich in meiner aktuellen Firma an. Trotz einer heftigen Hire-Phase beider Unternehmen (2005), die in meinem Stockwerk die gleiche Toilette benutzen, erreichte der olfaktorische Level trotz zwischenzeitlicher Überbevölkerung niemals mehr als 0,32 CeBit und nach der darauffolgenden Fire-Phase (2007) niemals mehr als 0,2 CeBit.
Doch die Moderne, das Luder, wollte mehr, viel mehr!
Nach der Anbringung eines Handdesinfektionsgerätes gegen die böse, böse Vogelgrippe (oder welche Seuchen-Sau gegen Ende 2009 auch immer durchs Dorf getrieben wurde - Blogbeitrag) hatte es jetzt fast zwei Jahre lang keine technischen Schnickschnack-Neuerungen mehr gegeben.

Heute komme ich auf die Toilette, und mein erster Gedanke ist, dass dort eine preiswerte Prostituierte explodiert sein muss, zumindest dem Geruch nach. Aber es ist die Moderne, die mir so wuchtig und betäubend wie ein Süßkindscher Alptraum auf die Schleimhäute schlägt! Der Grund: "AirWick Freshmatic Compact" mit Geruchs-Sensor. Ein kleiner Automat, groß wie ein Tischlautsprecher, entscheidet jetzt selbsttätig, wann angeblich dicke Luft ist und hält dagegen, als gäb's kein Morgen! "Bratapfel und Zimt" soll das übrigens sein - Muahahaha! Im Grunde kann man schon froh sein, dass AirWick nicht versucht hat, "Kotze" nachzubilden.
Dieses Ding verteilt jetzt seinen irgendwie pinkfarben stinkenden, beißenden, vollsynthetischen Dritte-Welt-Nuttendiesel gnadenlos im ganzen Raum und auf den anwesenden Urinierenden.
Jetzt weiß ich, wie ich diesen brachialen Angriff auf meine Nase am besten beschreibe: Als würde Barbie verwesen.

Ich vergebe 0,7 CeBit.
Danke, Moderne!

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Donnerstag, 8. April 2010

ru24 Mysterium 6/Bürogeplänkel 20: erklärtes Wunder

Wann immer ich im letzten dreiviertel Jahr zur Toilette gegangen bin, lag die Chance, am Pissoir mit einem bestimmten Herrn der Nachbarfirma zusammenzutreffen, bei ca. 70%.
Aus Überraschung wurde Verwunderung.
Aus Verwunderung wurde Verwirrung!
Wir war das nur möglich?
Anfangs sagte ich noch jovial: "Ah, so trifft man sich bei den profansten Tätigkeiten!" oder "Hoho! Weltmeisterschaft im Synchronpinkeln!", aber nach einer Weile gingen mir die Sprüche aus, da staunte ich nur noch.

So traf ich den Herrn [Name der Redaktion bekannt] monatelang zwei Mal täglich, er am ganz linken Pissoir, ich am ganz rechten Pissoir, wir lächelten uns etwas verhalten zu - ein Mysterium!
Ich behielt dieses kleine Wunder für mich.
Bis ...

Letzten Dienstag traf ich bei dieser profanen der profansten Tätigkeiten meinen Chef, er am ganz linken Pissoir, ich am ganz rechten Pissoir.
Wir grüßten einander, so verhalten, wie man das als Mann nur am Pissoir tut.
"Ach, sonst treffe ich hier immer einen Mitarbeiter der Nachbarfirma!", sagte ich.
Chef schmunzelte.
"Sie meinen sicherlich Herrn [Name der Redaktion bekannt]?", fragte er.
Tausend heulende Höllenhunde...
Ich war wie vom Donner gerührt!
Wie konnte er das nur wissen!?
"Ja, genau!", japste ich.
"Den treffe ich hier auch nahezu immer", sagte er nur.
...
Herr [Name der Redaktion bekannt] hat also lediglich den ultimativen Prototyp der Primanerblase!

Merke: Ein erklärtes Wunder ist profan.

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Donnerstag, 25. Februar 2010

Lifestyle 32 - Was hätte der alte Knigge getan?

Ein ehemaliger Kollege war in meiner Firma zu besuch. Mit Reiner habe ich mich immer prima verstanden. Ich sah ihn aus der Ferne, ich winkte, dann schellte aber mein Telefon und dann war wieder was Anderes. Irgendwann musste ich auf die Toilette. Da stand er am Pissoir, beendete just sein Tun dort - er schloss sich die Hose.
"Hey!", sagte ich.
"Hey", kam es von ihm.
Normalerweise hätten wir uns freundlich die Hände geschüttelt, doch...
Etwas hilflos blickten wir an uns hinab, auf unsere Hände.
"Nee, lass mal!", griente ich.
Wir lachten.
Was hätte nur der alte Knigge in dieser Situation getan?

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Montag, 14. Dezember 2009

ru24: richtig Gas geben

Auf dem Kölner Ringfest ist echt was los. Kölsch fließt in Strömen und alle Kneipen werden für 1,00 EUR zur öffentlichen Toilette. In eine solche schlitterte ich hinein. Es roch schon im Flur wie im Puma-Käfig. Im Herrentoilettenraum herrschte ein Gedränge wie in der Tokioter U-Bahn. Der Boden war schlüpfrig. An den fünf Pissoirs standen je ca. fünf Herren, jeweils einer in Aktion, vier in Wartestellung. Spülen, Hose zu, der nächste. Spülen, Hose zu, der nächste. Ein bereits angetrunkener Zecher stolperte zu dem mittleren Pissoir, schwankend sein Wasser abzuschlagen und ließ dabei überaus performant einen Wind fahren.
Die anwesenden Herren begrüßten das Ereignis mit fröhlichem Hallo.
Durch soviel Zuspruch fühlte sich der Zecher animiert, noch einmal richtig Gas zu geben.
Es folgte ein vielstimmiges, raues Gelächter, einer aufgeregten Hundemeute nicht unähnlich.
"Draußen ist mehr Platz wie drinnen!!!", brüllte der Zecher begeistert mit falscher Komparativbildung, schloss seinen Hosenstall und wankte davon.

Auch nicht mehr ganz nüchtern, beschloss ich, eines Tages von diesen großen, messianischen Worten zu künden.

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Freitag, 27. November 2009

Lifestyle 24 - *plunsch!* vs. *tadaaa!*


historische Toilette
Originally uploaded by jphintze
Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass ich nicht mehr in meinem Elternhaus lebe. So an die 20 Jahre. Und weil die Moderne (fast) überall außerhalb meines Elternhauses Einzug gehalten hatte, waren (fast) alle Toiletten, die ich seitdem benutzt habe, Tiefspüler
Der Unterschied zwischen Tiefspülern und Flachspülern ist *plunsch!* zu *tadaaa!*, um es umsichtig verklausuliert auszudrücken.
Am Mittwoch war ich mit meiner 80-jährigen Mutter turnusmäßig Einkäufe machen und nach dem Verräumen der Lebensmittel bei ihr überkam mich ein unaufhaltsamer Drang. Ich suchte die Toilette auf, nichtsahnend, was mich erwarten würde. Nach vollbrachtem Werk stand ich auf und drehte mich um, und - TADAAA!!! Zwanzig Jahre tiefspülen hatten mich gänzlich entfremdet von ... Ausscheidungen!
Aaah!
Die mir unter die Nase gehaltene, plötzliche Gegenüberstellung war... traumatisch! Es kostete mich alle Überwindung, nicht mit schlohweißem Haar gen Horizont zu entfliehen!

Das *Plunsch!* ist dem *Tadaaa!* ganz eindeutig vorzuziehen.

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Dienstag, 24. November 2009

Wachtraum-Hygiene


Drupalcamp Day 1
Originally uploaded by Webdevil666
In der Firma auf der Toilette gibt es einen Endlos-Handtuchspender mit einem Aufkleber: "CWS UNO SCHMIDT - Spendersysteme für die Wachtraum-Hygiene", las ich.
Hä? Was?, dachte ich.
Nun, tatsächlich waren es natürlich "Spendersysteme für die Waschraum-Hygiene".
Ach so.
Na, das wäre auch noch schöner!
Und: Wachtraum-Hygiene-Spender wären ja auch ständig leer.
Zumindest die auf der Herrentoilette.

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Donnerstag, 3. September 2009

Bürogeplänkel 6 - Voll die Seuche!

Jeder Selbständige, der von zu hause aus arbeitet, weiß: Wenn es in der Küche oder auf dem Klo aussieht wie Sau, dann ist man selbst schuld daran. Oder der Besuch war schuld, wenn wieder alles vollgekrümelt ist.
Wenn man aber in einem Büro arbeitet und es in der Küche oder auf dem Klo aussieht wie Sau, dann liegt das an den Kollegen.
Folgende Büro-Grausamkeiten sind immer wieder Stein des Anstoßes:

Küche: Kaffeemaschine
Bei einer Oldschool-Kaffemaschine muss einfach nur der, der den letzten Kaffee genommen hat, eine neue Kanne aufsetzen. Diese Regel ist so einfach, da kann eigentlich nichts schiefgehen... Buahahahaha!
Bei einem Kaffeevollautomaten muss man nur auf den Knopf drücken und man erhält ein "Heißgetränk nach Art Kaffee". Es sei denn, das Gerät meldet "Wassertank leer", "Rechter/Linker Bohnenbehälter leer", "Satzbehälter leeren" (siehe auch Link). Dann zieht sich merkwürdigerweise eine volle Stunde niemand einen Kaffee, als sei die Maschine tabu.
Aber das kann auch Zufall sein... Buahahahaha!

Küche: Spülmaschine
Wenn einer Teller, Tasse, Glas, Löffel, Messer benutzt hat, sollte er sie in die Spülmaschine räumen - so weit die Theorie. Da aber viele Mitarbeiter im Büro den gehobenen Ständen angehören, also bereits als Kinder zu kleinen "Maharadschas" oder "Maharanis" erzogen worden sind, schaffen sie es bestenfalls mal, ihr benutzes Besteck & Geschirr auf oder in die Spüle zu stellen. Die "Ignoranten" machen es genauso.
Bei allen Vorgenannten unterscheidet man den "Stapler" von dem "Planscher": Während der "Stapler" nach dem Vorbild des Turmbaus zu Babel Teller, Gläser und Tassen zu immer aberwitzigeren Konstrukten auftürmt, stellt der "Planscher" alles in die Spüle und lässt Wasser hinein laufen. In den hier entstehenden blubbernden Suppen können nach Stunden nur noch sehr, sehr ekelresistente Mitarbeiter "im Trüben fischen".
Ein weiterer Typus ist der "blinde Grobmotoriker" ("Gromo"), der seinen Kram zwar in die Spülmaschine räumt, dann aber so erratisch, wie Schimpansen es machen würden: Teller quer rein, Tasse mit der Öffnung nach oben irgendwo hin.
Und dann gibt es in jedem Unternehmen noch "Hygieia", die Göttin der Sauberkeit, die in diesem Umfeld ständig etwas schrubbt und sterilisiert, dabei aber unablässig seufzt und jammert.

+++ SPOILER +++

Das Folgende ist kein Stoff für Luschen, nichts für Himpelchen und Pimpelchen. Ab hier ist es FSK18!

+++ SPOILER +++


Küche: Mikrowelle
Sicherlich für die Raumfahrt entwickelt, ist die Mikrowelle aus der modernen Assi-mit-Niveau-Küche nicht mehr wegzudenken. So erfreut sie sich auch im Büro großer Beliebtheit. Der Mitteleuropäer an sich weiß im Gegensatz zum Ami, dass man Haustiere nicht in der Mikrowelle trocknen soll, weil sie sonst Schaden nehmen: sie detonieren. In der firmeneigenen Mikrowelle sind dem zum Trotz augenscheinlich schon viele Tiere getrocknet worden, mit teilweise hochgradig drastischen Resultaten - und das waren nicht nur Hamster! Jemand sollte sich freiwillig mit Hammer und Meissel mal ans Reinigen des Gerätes machen... Buahahahaha!

Küche: Kühlschrank
Definition von "Kühlschrank im Büro": "Eine feuchte Grotte, in die die Mitarbeiter ihre Lebensmittel zum Sterben geben."
Verfallsdaten sind doch nur für Lappen: Geöffnete Orangensäfte halten sich im Tetra-Pak noch jahrelang! Easy! Der feuchte Strunk kompakter Fäulnis, der im Inneren der Tüte entsteht, lässt sich nicht mehr durch die Öffnung pressen - kein Thema: Somit verbleibt die Tüte sicherheitshalber in Kühlung!
Wurst trocknet von außen nach innen, beginnt zu schillern, bekommt großflächige grüngraue Flecken, schimmelt, fault, verändert sich auf vielfältige, faszinierende Art und Weise. Hähnchen-Mortadella (siehe auch Link) bekommt z.B. schon nach wenigen Wochen wieder Flaum, ein Wunder der Natur!
Käse beginnt zu schwitzen, trocknet zuerst am Rand, schrumpft, rollt sich ein, schimmelt erst weiß, dann grau, dann grün, irgendwann beginnt er, Fäden zu ziehen.
Bukos oder Brunchs sind nach Wochen oder Monaten der Abgeschiedenheit zu Stunts in der Lage, die man nicht für möglich halten würde. Das oben eingebettete Bild ist so ein Beispiel, das ich Ende 2006 für die Nachwelt festgehalten habe - einfach das Bild mal anklicken und genießen!
Gekochte Speisen - man kann nur noch ahnen, was Mutti einst leckeres gekocht hat - gären in ihren Tupperdosen vor sich hin, ihre Metamorphosen niemals abschließend, es ist ein Gedeihen und Vergehen, quasi ein Garten in der Flasche!
Mathematik: Nach einem faszinierenden Verteilungsmuster in meiner Firma ist die Hälfte des gammelnden Kühlschrank-Inhalts von einer einzigen Mitarbeiterin, eine weitere Hälfte der übrig gebliebenen Hälfte von einer weiteren etc.
Und jetzt kein Spaß: In der Firma, in der ich zwischen 1992 und 1996 als Student gearbeitet habe (Barmag AG, Remscheid), gab es einen Kühlschrank, den man aufgegeben hatte. Die Gerüche, die diese Unsäglichkeit emittierte, wenn Unwissende ihn versehentlich öffneten, liegen mir noch heute auf der Zunge wie ein Pesthauch.
Kalkutta kann überall sein... Buahahahaha!

Toiletten
Schon an der Uni hatte mir eine Putzfrau geklagt, dass die Frauentoiletten wesentlich sauiger seien als die Herrentoiletten. Tatsächlich scheint sich dieser Umstand auch auf einer Bürotoilette zu bestätigen, so ergab zumindest mein Smalltalk mit einer langjährigen Reinigungskraft.
Hey, hallo? Noch siffiger als auf der Herrentoilette? Würg!
Meines Erachtens liegt diesem Kuriosum zugrunde, dass Frauen immer so heikel sind und somit berührungslose Toilettengänge für das non plus ultra halten. Vielleicht geht bei diesen Akrobatiknummern einfach mehr daneben? Auf jeden Fall bin ich auf diese Oberschenkelmuskulatur ein wenig neidisch.
Tsts!
Allgemein kann auf jeden Fall gesagt werden, dass Toilettenbürsten dann, wenn sie am nötigsten gebraucht wurden, sie offensichtlich leider nicht zum Einsatz gekommen sind. Der ruchlose Verursacher floh aus der Anonymität seines Verschlages auf nimmer Wiedersehen, der nach ihm Eintretende kann ja sehen, wie er mit ... nun, ... einem explodierten Schokoladen-Fondue klar kommt... Buahahahaha!

Fazit:
Nur durch das rigide Aufzwingen von Küchendiensten auf alle Mitarbeiter ist bislang in meinem Büro noch keine Seuche ausgebrochen.
Doch resistente Supererreger lauern bereits überall, vielleicht im Spültuch, dass zwar jeder zum Wischen benutzt, danach angewidert an seinen Fingern riecht, aber nie jemand ausspült oder mal zum Trocknen aufhängt.
Bis zur Entvölkerung ganzer Landstriche durch die Spültuchpest: Hoch die Tassen!

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