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Dienstag, 18. März 2014

Queen Mom 28 - Man wird et einfach nich gewahr!

Stethoskop by FotoDB.de
Stethoskop, a photo by FotoDB.de on Flickr.

De Mom war vom Altenheim aus überraschend innet Krankenhaus gekommen. Als wir se nu im SANA-Klinikum besuchten, wusste se auch nich so recht, warum se nu genau da war. Et war "irgendwat mitte Luft" = "Atemnot"). De Schwestern auffe Station wussten aber natürlich auch nix, die wissen schon ganz grundsätzlich nie auch nur irgendwat. Die könnten nichmal wat über de Todesursache vonnem Geköpften sagen: "Da müssenSe mitm Dokter sprechen!"
Undn Dokter is natürlich weit un breit nich auszumachen, der is gerade bei nem "Notfall".
Sicher, sicher.
So viele Notfälle gibbet gar nich!

Dann, alsbald, kam de SMS vonm Bruder, die ungewöhnlich wortreich verkündete: "Mom ist wieder im Altenheim. Alles Ok. LG."

Kurzum Mittwochs drauf besuch ich also de Mutter.
Ich sach: "Mutter, wat waret?"
"Ja, wat sollet denn gewesen sein?", fragt de Mutter, als würd ich nach der Ursache für en Himmelsereignis fragen.
"Na, hat de Azt im Krankenhaus denn wat gesacht?"
"Jo!", sacht se bockig.
"Na, n Grund, weswegen du nu im Krankenhaus wars?"
"Na, se haben mich doch mitm Krankenwagen abgeholt, da musset doch wohl auch wat gewesen sein!", sacht se.

Gottogott!
Man wird et einfach nich gewahr!


Freitag, 24. Januar 2014

Tipp aus dem Stasi-Museum

NSA_Field_Station_006 by Sven_71
NSA_Field_Station_006, a photo by Sven_71 on Flickr.

Fun-Fact: Wer im Stasi-Museum Berlin mit dem privaten Handy telefoniert oder eine SMS schreibt, wird mit dem allergrößten Selbstverständnis abgehört.
Von den Amis und den Briten.

Natürlich sitzt da keiner mehr wie Ulrich Mühe seinerzeit im Kabuff ("Das Leben der anderen"), hört sich alles an und macht sich mit Bleistiftstummel und Kladde seine Notizen. Denn dazu müssten die amerikanischen Geheimdienste ja eine zweite Erde im Keller haben und jeder der 7,2 Milliarden Bewohner dort jobbt wacker als Stasi-Scherge.
Da diese total verlockende Aussicht leider nicht zu realisieren ist, müssen stattdessen mathematische Algorithmen die Hekatomben an Gelaber und pubertärem SMS-Geschreibsel, geWhatsAppe und ge-E-Maile nach Verdächtigem durchwuseln.

Das Budget nur der USA für Geheimdiensttätigkeit beträgt insgesamt 50 Milliarden US$ per Anno.
Doch manchmal ist weniger mehr.
Vielleicht stellen die Geheimdienste (NSA, MI6 & Co.) den allzu bemühten Brute-Force-Versuch der Vorab-Entdeckung von Terror-Spacken mal ganz ein -- klappt ja eh nicht, wie man prima am Bostoner Marathon-Massaker sehen kann.
Vielleicht nutzt man stattdessen das Hinschmalz von 100.000 Analysten und 100 Super-Duper-Computern ein bissi sinnstifender dafür, aus dieser Welt einen lebenswerteren Ort zu machen -- dann hört das Terror-Gespacke nämlich ganz von selbst auf -- total die Überraschung!
Ist nur ein Tipp.


Sonntag, 19. Mai 2013

Problem solved, level: old school

http://goo.gl/I5SPT
Die Eltern von meiner Arbeitskollegin (B. W.), beide Anfang 70, waren mit dem Wohnmobil auf einem Camingplatz. Abends saßen sie mit einem befreundeten Camperpaar gleichen Alters, Horst und Leni, noch draußen und genossen den lauen Abend. Horst kramte in seiner Jackentasche und holte sein Handy, ein Nokia 2100 heraus.
"Du, schau mal, da oben ist so ein komischer blinkender Briefumschlag. Was ist das?", fragte Horst.
Der Vater der Kollegin schaute sich das Phänomen mit seiner Lesebrille und mehr Licht an.
"Nee, Horst, das ist nicht so schlimm, mach die keine Sorgen, das kenn ich, das geht von ganz alleine wieder weg!"
Problem solved, level: old school.


Donnerstag, 15. November 2012

Kommunikation im dritten Jahrtausend

http://goo.gl/gPrfA
Spätherbst 22.012 v. Chr.: Während sich die Sammlerinnen als Gruppe brabbelnd über die lokale Vegetation hermachten und Beeren, Pilze, Samen und lecker Schnecken einsammelten, hielt ihre Geräuschkulisse wildes Getier ab und schützte gleichzeitig davor, dass eine verloren ging.
Der Jäger indes hatte schweigsam seinem Tagewerk nachzugehen, der entscheidende Faktor für das Heil des Waidmanns. Jagte er in der Gruppe, so schwiegen die Männer gemeinschaftlich, verständigten sich mit Blicken oder mittels Zeichensprache wie heute noch beim Base- oder Football.

Im Spätherbst 2012 n. Chr. lassen sich Nahrungsmittel quasi en passant sammeln (Blogbeitrag). Die Sammlerinnen der Horde sind über den halben Globus verteilt, sie halten Kontakt via Facebook, SMS, Handy/Telefon, Skype, E-Mail und zwitschern bei Twitter (in unterschiedlichen Gewichtungen). Das Gebrabbel ist dasselbe geblieben, nur wird jetzt alles auf elektronischem Wege abgewickelt.
Der ehemalige Mammutjäger hat auch ein Handy, natürlich. In der Regel ist es ein State-of-the-Art-Handy. Der Jäger hat dieses Gerät, einem Schmuckspeer gleich, hauptsächlich als Prestigeobjekt zum Angeben bei anderen Männchen. Allerdings kann er sich prima damit wecken lassen, er kann dufte damit daddeln, ins Netz gehen. Wenn es schellt, erschreckt sich der Mammutjäger: "Orr, scheiße, och nee, ein Anruf!"

Das ist der große Mist an Smartphones - dieses ständige Erreichbarkeits-Ding! Und das ist jetzt mal fast so schrecklich wie dieses SMS-Ding!
Muss Mann SMS schreiben?
Muss Mann auf eine SMS wie "Bin gerade im PIMPI-Markt, brauchen wir noch Linde-Klee-Honig und Toilettenpapier?" wirklich antworten - und das auch noch zeitnah?
In Robert Rodriguez' Film "Machete" (2010) spricht es der klingenschwingende Protagonist gleichen Namens aus: "Machete schreibt keine SMS!"
A very manly man!
Eine Offenbarung!!!
Schwielige thumbs up.



Sonntag, 28. Oktober 2012

Das Lob des Vaters

goo.gl/CVBcv
Während man ein Kompliment in erster Linie für die zufällig zusammengewürfelten Gene von Mom und Dad (und dazu passende Kledage) bekommt, erhält man ein Lob für etwas, was man selbst getan, gemacht oder geschaffen hat.
Als Kleinkind wird man noch fürs Scheißen über den grünen Klee gelobt, fürs Krickelkrackel und dafür, mal nicht völlig irrwitzig gekleckert zu haben. Dann dünnen sich die Lobpreisungen mit den Jahren mehr und mehr aus. Im Grunde gehen sie asymptotisch gegen Null, bis der Halleysche Komet öfter aufscheint als dass man mal für etwas gelobt wird.
Natürlich ist das lediglich ein »gefühlter Wert«.
Selbstverständlich bekommt man hie und da schon auch mal Anerkennung. Vielleicht dafür, bei einer Beerdigung nicht gestört zu haben oder für einen im Mittelteil recht gelungenen Blogbeitrag.
Doch wenn das ausgesprochene Lob nicht von einer speziellen, hochgestellten Lichtgestalt kommt, sondern von Hans und Franz, dann prallt es leider einfach so doing! von uns ab!

Mit Lichtgestalten sind gemeint z.B. der Dalai Lama, Spock von Vulkan, Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper, Stephen Hawking oder total absurd & durchgeknallt: der eigene Vater! (Muahaha!!!)
Denn: Der Mt. Everest des Lobes ist das Lob des eigenen Vaters.

Wie masochistisch kann man eigentlich sein?
Meiner einer wäre eher von einem rotgekochten Lobster (dem Namen nach überaus geeignet) gelobt worden als vom eigenen Vater. Dad wäre implodiert, hätte er zeitlebens auch nur ein lobendes Wort über seine Lippen gebracht. Er war vielmehr der »Das-kannst-du-aber-besser-Typ«.
Mt. Everest, 8.869-ster Höhenmeter, der Sherpa ist vor 600 Metern mit Gefrierbrand ausgefallen. Man schleppt sich dahin, setzt einen Fuß vor den anderen, im Stiefel knirscht es, da ist schon wieder ein Zeh abgebrochen, einatmen, ausatmen. Die Kopfschmerzen von Brain-Freeze erreichen ein absurdes Niveau. Aber irgendwann ist es geschafft! Als coole Sau loggt man sich mit dem Smartphone bei Foursquare ein, um der Welt seine Position bekannt zu geben. Hans und Franz sind ganz aus dem Häuschen! Dann passiert länger nichts. Nach einer halben Stunde kommt sie dann, die heiß ersehnte SMS des Vaters: »Ich habe noch ein paar Vorschläge für Verbesserungen. Mutter grüßt, du sollst dich warm anziehen und auf dich aufpassen. Papa«
Mich würde interessieren, welche SMS Felix Baumgartner vor/während/nach seinem Sprung aus der Stratosphäre von seinem Dad bekommen hat.

Dann doch lieber hie und da mal ein fettes Eigenlob! Das stinkt zwar angeblich - püh! Aber WTF ist denn bitte die Alternative? Das ist allemal besser, als diese Plempe Red Bull zu trinken und vom Rand der Erde zu springen, nur, um sich nachher Verbesserungsvorschläge anhören zu müssen.


Mittwoch, 27. Juni 2012

Bürogeplänkel 33 - Herrentoiletten-Typologie I

bit.ly/KD8BhZ
Der Schüchterne
Er betritt die Toilette, sieht, dass eine der Kabinen bereits besetzt ist und verschwindet wieder unverrichteter Dinge. Der Schüchterne würde gerne inmitten der Ödnis der Atacama-Wüste seine Notdurft verrichten, notfalls geht es aber auch in einer menschenleeren "Bedürfnisanstalt".

Silent Bob
Man hat gar nicht den Eindruck, dass die Kabine neben einem überhaupt besetzt ist. Ist sie aber. Silent Bob geriert sich derweil als Untoter: Er atmet nicht einmal, geschweige denn, dass man von ihm einschlägige Geräusche hört. Silent Bob wartet, dass du fertig wist, damit er loslegen kann. Er sitzt das aus. Notfalls wartet er den ganzen Tag.

Der SMSer/Twitterer
Vom Nebenklo hört man nichts außer Tastaturgedaddel. Vielleicht schreibt der Nebenmann via Handy einen Tweet über die Geräusche, die du machst, vielleicht schreibt er mit seiner Freundin eine romantische SMS, vielleicht schreibt er seiner Freundin eine romantische SMS über die Geräusche, die du machst.

Der Über-Performer
Der Über-Performer in der Kabine neben einem klingt, als werfe jemand ein Dutzend schwerer Stiefel in einen Mini-Pool und spiele dabei auf einer Tuba die Titelmelodie von "Der weiße Hai". Respekt! Rauchen, Feuer und offenes Licht sind jetzt lebensbedrohlich. Atmen auch.


Mehr ru24-Typologien: Link
Noch viel mehr Toilette: Link


Dienstag, 22. Juni 2010

ru24: www 13 - Ich bin drin 3.0

Abends (nach einem Arbeitstag am PC im Büro) skype (Link) ich mit meiner Berliner Freundin. Das ist "videofonieren am PC", ich hätte es vor einer Woche auch noch nicht so genau gewusst.
Und wenn man schon am PC sitzt, so Auge in Auge miteinander quatscht, dann kann man sich gleichzeitig auch diverse Dateien zukommen lassen. Über Skype geht das jetzt irgendwie nicht, vermutlich weil sie "Mac ist" und ich "PC". Also senden wir uns während des Gesprächs z.B. ein Dutzend zusammengezippter Fotos via yousendit (Link) zu. Derweil tauschen wir uns über "unseren Tag" und den aktuellen Facebook-Tratsch (Link) aus, danach berichtet sie mir beiläufig in einem Nebensatz, dass sie mir auf meinen Flickr-Account (Link) ein paar Flickr-Mails geschrieben hat, um mich auf bestimmte Flickr-Gruppen aufmerksam zu machen, die mich interessieren könnten, auf die ich aber nimmer gekommen wäre (Beispiel).
Hey! Klasse!
Da geht plötzlich das "richtige" Telefon: Lüdel-lüdel-lüdel! Eine gute Freundin aus Köln ist dran, um mir mitzuteilen, dass sie mir eine SMS aufs Handy geschrieben hat, mit dem Inhalt, dass ich ein E-Mail bei web.de (Link) bekommen habe...
[*hüstel* Ja, tatsächlich bekomme ich nicht immer alles mit - und wer mich kennt...]
Während des Telefon-Telefonats mit ihr lächle ich in die neue Logitech-Webkamera auf meinem Monitor, werfe meiner fernen Videofoniererin eine Braue zu und öffne parallel bei web.de das E-Mail. Inhaltlich dreht es sich um die Kooperation zwischen der guten Freundin und mir auf "Google Text & Tabellen" (Link) die wir mit gemeinsamen Münchner Facebook-Freunden haben, wenn wir zur Kommunikation nicht gerade das Facebook-Mail mit dem Vierfachverteiler nutzen...
Mein Augenlid zuckt.
Ob alles in Ordnung ist, fragt meine Berliner Freundin, nachdem ich das Kölner Telefonat beendet habe.
Ich...
Nein, nein, alles in Ordnung, mein Mauszeiger irrlichtet herum, ich klicke irgendwo irgendwas, drehe Kreise.
Mein Blick ist leer.
"Ich muss auf die Couch", sage ich.

Ich gehe ein Buch lesen, aus Papier.

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