Freitag, 26. Februar 2010

Bürogeplänkel 18 - Milchschaumschlürfer


milchschaum
Originally uploaded by loop_oh
Ein Hoch auf meinen Chef, der diesen hervorragenden und schweineteuren Jura Kaffeevollautomaten angeschafft hat! Das führt schonmal zu Gedränge in der Küche. Als professionaller "Milchschaumschlürfer" komme ich letztlich mit der Tasse zurück zum Arbeitsplatz. Mein Latte Macchiato hat einen wunderbaren festen Schaum - herrlich! Am Rand der Tasse entdecke ich angetrocknete Milchschaumreste - tsts! Das sind wohl Überreste von meinem Morgenlatte...
Ich nippe also an meinem Heißgetränk und drehe dabei die Tasse immer so, dass ich etwas von den angetrockneten Resten mit aufschlürfen kann. Es sind weitaus mehr, als gedacht, komisch! Herrje, ich hätte wohl doch besser eine frische Tasse genommen!
Nach einer halben Stunde begreife ich, dass es gar nicht meine Tasse gewesen war, die ich gerade schlabbernderweise von ihren schrundigen Krusten und diversen Trocknungsschichten befreit habe!
Aaaah!
Ich werde ganz sicher einen Ausschlag namens Gilch davon bekommen!

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Donnerstag, 25. Februar 2010

Lifestyle 32 - Was hätte der alte Knigge getan?

Ein ehemaliger Kollege war in meiner Firma zu besuch. Mit Reiner habe ich mich immer prima verstanden. Ich sah ihn aus der Ferne, ich winkte, dann schellte aber mein Telefon und dann war wieder was Anderes. Irgendwann musste ich auf die Toilette. Da stand er am Pissoir, beendete just sein Tun dort - er schloss sich die Hose.
"Hey!", sagte ich.
"Hey", kam es von ihm.
Normalerweise hätten wir uns freundlich die Hände geschüttelt, doch...
Etwas hilflos blickten wir an uns hinab, auf unsere Hände.
"Nee, lass mal!", griente ich.
Wir lachten.
Was hätte nur der alte Knigge in dieser Situation getan?

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Denn man tau


schwarzes weiß
Originally uploaded by Henry.
Es taut endlich massiv ab nach einem sehr schneereichen Winter.
Am Dienstag starrte ich in Wuppertal in einen Hinterhof und sann darüber nach, warum da wohl zwei Möhren, nasse Schals und Handschuhe lagen. Mit der Zeit ging mir auf: Es waren die Überbleibsel von Schneemännern.
Jetzt kommen überraschend und bereits vergessen unter grau-schmutzigen Eisbergen die Silvesterböller ans Tageslicht - und Hekatomben, Industriemengen von aufgedunsener, fettig glänzender Hundescheiße. Gut konserviert, schauen die braunen Tretminen jetzt blinzelnd in die Welt. Fußgänger können zurzeit ganz wunderbare Hundehaufenrallyes machen, ein Riesenspaß für die ganze Familie!
Und ich muss mal wieder im Büro sitzen!
Menno!

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Mittwoch, 24. Februar 2010

Murphys 2. Gesetz


Butter foil: REMOVE IT
Originally uploaded by Moff
Soeben ist es wieder passiert.
Murphys 2. Gesetz trat inkraft.
Ich sitze also im Büro und schmiere mir ein Brot. Ich nehme Margarine auf das Messer. Die Margarine springt, vielleicht angestachelt von den "wertvollen Omega 3-Fettsäuren", die sie enthält, von der Messerklinge, stößt sich - sprotz! - von meinem Oberschenkel ab und landet - slick! - auf dem Spiralkabel für mein Headset und dem Teppich.
Tolle Wurst...
Ich habe das halbe Büro mit der Nummer unterhalten, die sich verzweifelt und mit erstaunlicher Effizienz in das Spiralkabel krallende Margarine zu entfernen.
Jetzt ist nur noch ein Fleck auf meiner Hose und dem Teppich...
1. Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief (Hauptregel).
2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, bei denen etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
6. Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
7. Geht etwas nicht schief so tritt sofort Regel 1 in Kraft. (Quelle)

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Dienstag, 23. Februar 2010

Lifestyle 32 - Krümel auf Diät


Cookie Monster!
Originally uploaded by Hayley_Bouchard
Manchmal kommen Nachrichten aus den USA zu uns, die zeigen so schmerzhaft überdeutlich, was für ein hirnrissiger Verein das da drüben sein kann, dass einem kaum noch ein Reim dazu einfällt, z.B. hier: Blogbeitrag.
Es scheint wie bei der Stereoanlage zu sein: Die gesamte Anlage ist nur so gut wie ihre schwächste Komponente... Ganz allgemein aber scheint zu gelten: Es rulen die Flachschädler!
Doch in diesem Fall ist das jetzt mal so, als würde man mir erklären, dass man "The Animal" von den Muppets mittlerweile auf Ritalin gesetzt hat und dass man Beaker zwingt, einen Logopäden aufzusuchen...
Doch lest selbst:
"Seit Gründung der «Sesamstraße» Mitte der sechziger Jahre steht das Krümelmonster für Genuss ohne Reue. Mit seinen blauflauschigen Pfoten schaufelt es ekstatisch Kekse in sich hinein [...]. Damit soll jetzt Schluss sein, berichtet in den Grundfesten erschüttert die Nachrichtenagentur AP: Krümelmonster wird sich in der in dieser Woche in den USA startenden 35. Staffel der «Sesamstraße» verhältnismäßig gesund ernähren. Statt Schokokekse gibt es Obst oder aber «gesünderes» Gebäck. (...) [Das Krümelmonster] werde sich mäßigen und so den jungen Zuschauern zeigen, dass man auch einen Keks genießen kann, (...)." (Quelle)
Eines ist klar: Ein gutes Pfund Cookies mit riesigen Schokostücken kann man pflanzlich überhaupt nicht substituieren, da ist Krümel binnen kurzem voll auf Turkey!
Und dann auch noch Rohkost. Krümel wird also stundenlang das Klo blockieren und dabei schreckliche Geräusche machen.
Die einzige Eigenschaft des blauen Monsters überhaupt, dereinst die einzige Identifikationsfigur für Essgestörte, ein Sympathieträger und Idol, wurde von Schwachsinnigen entfernt, die gesamte Figur ad absurdum geführt. Man stelle sich vor, Krümel brüllt "Dinkelvollkornkeksäää", "Birchermüsliii" oder "Karottenrohkostsalaaat".
Auweh.

Tatsächlich liegt solches ja zurzeit im Trend: Zuerst nahmen sie Kater Karlo sein Holzbein, dann wurde Lucky Lukes Kippe gegen eine Kornähre ersetzt und jetzt sind die Kekse vom Krümelmonster dran. Da fragt man sich schon: What's next?

Worauf soll das denn alles hinauslaufen? Dass alle so werden wie bei "Demolition Man" im Jahre 2032 (Link)? Dass alle nur noch idiotische Kinderlieder singen, reichlich Sport treiben, nur noch total gesunde Sachen essen, nie fluchen - und Sex nur noch im Computer haben?

Vielleicht kann man eine Generation pastellfarbener Schwachsinniger, denen man die Grau- und Schwarztöne aberzogen hat, noch viel leichter regieren?
Ach so!

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Danke an Iris Luckhaus, Elke Reinhart & Michael Müller - ich habe eure Facebook-Kommentare zum Thema "Krümel auf Diät" für diesen Beitrag schamlos ausgeplündert!

Montag, 22. Februar 2010

ru24: Automobiles 12 - EWIGES LEBEN


Peace in Christ Jesus
Originally uploaded by Loci Lenar
Gerade auf dem Weg zur Arbeit: Noch 250 m bis zur grünen Ampel, noch 200 m. Zwischen der Ampel und mir, ein silberner Golf mit Heckscheibenaufkleber: "JESUS CHRISTUS: JA ZUM EWIGEN LEBEN", der mit gemütlichen 42 km/h auf die Ampel zutuckerte. 150 m. Herrgott! Langsam wurde ich unruhig, ich war ja auf dem Weg zur Arbeit und nicht zum Genuß der Morgenröte unterwegs!
Stabile 42 km/h.
Noch 100 m.
50 m.
Der Golf verzögerte schon mal prophylaktisch, die Ampel ließ sich die Chance nicht nehmen und sprang um. Sekunden später stand ich hinter dem Christen vor der roten Ampel und haderte mit meinem Schicksal, ich Atheist, Gottloser, Heide, Häretiker, Ketzer!
Hey! Klar haben die Christenvögel alle Zeit der Welt - die sind ja unsterblich!
Im Grunde kann ich schon heidenfroh sein, wenn er heute noch weiterfährt und nicht stattdessen irgendeinen Hokuspokus abzieht mit Blutregen, den Himmel verdunkelnden Heuschreckenschwärmen oder brennenden Büschen.
Gottogott!
Und ich Sterblicher habe nicht mal eine Seele!
Kein Wunder, dass ich mich auf dem Weg zur Arbeit so abhetze.

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Samstag, 20. Februar 2010

ru24 Innovation - Gluesday


Projekt 52 - Meine Süchte
Originally uploaded by Konna E
Zu den ganz großen Innovationen des 3. Jahrtausends sollte der Gluesday gehören!
Man kann sich das mit dem Gluesday folgendermaßen vorstellen: Man klappt den Kalender auf, denkt sich "Puh!" - Arbeit, Stress, Termine, Pflichtveranstaltungen 24/7. Dann nimmt man den Gluesday (von engl. to glue = kleben; das deutsche Wort "Klebtag" wird sich vermutlich nicht durchsetzen) und klebt ihn einfach in den Kalender. Die Woche kann nun folgendermaßen aussehen: Monday, Gluesday, Tuesday, ... . Nach dem stressigen Montag wird man erst einmal am Gluesday wach und kann 24 Stunden machen was man will! Und das Beste ist: Die Woche geht einfach wie gewohnt mit dem Dienstag weiter.
Hurra!
Pro Bürger ein Gluesday pro Woche sollte wohl drin sein in einem reichen Land wie der BRD!!!
Leider haben innovationsfeindliche Kräfte wieder einmal dutzende von Einwänden, warum das alles nicht machbar sein soll! Finanzierbarkeit! Eingriff in die Realität/Kausalität!
Kleinliche Bande!
Ich glaube, wir werden für den Gluesday kämpfen müssen, wie seinerzeit Papa für die 35 Stunden-Woche.

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Freitag, 19. Februar 2010

Bürogeplänkel 17 - xtreme Komplimentabwehring


dead/dying/depressed
Originally uploaded by EddieB55
Eine liebe Kollegin ist nicht in der Lage, ein Kompliment anzunehmen, es zu akzeptieren. Da ich der Meinung bin, dass man durchaus Komplimente machen sollte, wenn sie angemessen sind, kommt es häufiger zu solcherlei Dialogen:
"Schöne Schuhe." - "Die sind von meiner Tochter!"
"Schicke Jacke." - "Die ist von 1992!"
"Die Hose steht dir gut." - "Die hat mir eine Freundin aus Mitleid geschenkt!"
"Schicker Pulli." - "Den habe ich bei meinen Assi-Nachbarn aus dem Altkleidersack geklaut!"
"Du hast die Haare schön!" - "Mein Mann sagt, die sähen aus wie von 'ner Ratte abgefressen!"
Die Kollegin ist also durchaus steigerungsfähig...

Den Dialog zu "Tolles Halstuch!" im 'xtreme Komplimentabwehring-Modus' stelle ich mir folgendermaßen vor:
"Tolles Halstuch!"
"Soll ich dir mal sagen, wo das her ist?"
"Nein!", sage ich wie immer, es nützt aber wie immer nix.
Ich habe Angst.
Die Kollegin lächelt etwas traurig und legt los:
"Eine Freundin von mir hatte einen alten Hund, Ben, der hatte sich auf einer Müllkippe verlaufen und ist an einem verschimmelten Turnschuh von Reebok erstickt. Drei Wochen später hat man ihn gefunden. Bei der Obduktion hat der Tierarzt Kramuschke dieses Halstuch in seinem Rachen entdeckt, zusammengerollt wie einen Insekten-Kokon, wie in 'Das Schweigen der Lämmer'! Ich musste das Tuch 120-mal waschen, es riecht aber noch immer ein bisschen."
Ach so.

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Donnerstag, 18. Februar 2010

ru24 Wissen 15 - "I leg Sie um!!!"

photo credit: Vienna - Prater - Riesenrad via photopin (license)

Als ich beruflich das erste Mal in Österreich in einer Firma anrief und mein Sprüchlein aufgesagt hatte: "..., guten Tag!", sagte die Person am anderen Ende sehr resolut: "I leg Sie umm!!!" Der Schreck schoss mir in die Glieder! Aber ich hatte doch nur angerufen!
*winsel*
Dann hatte ich plötzlich jemand anderes am Telefon. Langsam dämmerte es mir, dass man mich auf eine andere Leitung "umgelegt" hatte. Als Alternative zum "nur umgelegt werden" in Österreich ist, auf eine "andere Klappn umgelegt" zu werden - ein anderer Anschluß eben.

Irgendwann klagte mir ein Österreicher, dass er wegen eines technischen Defekts nun leider alles "händisch" machen müsse. Tatsächlich benutzt dieses "händisch" in meiner Firma mittlerweile jeder, "manuell" oder "von Hand" klingt gegen die wunderbare Einfachheit dieses Befriffs total gestelzt.

Ich hatte mal mit einer Firma im österreichischen Kapfenberg zu tun, die Anwenderin gab an, dass jetzt noch irgendein Windows-Fenster geöffnet sei.
"Dann schließen'S jetzt des Fensterl", sagte ich zu der Frau, in der festen Überzeugung, ein ziemlich gutes Österreichisch verwendet zu haben.
"Wos hoben'S gsogt?", kreischte die Dame, "Fensterl? Mir sind's doch net in Wien!", eschoffierte sie sich.
Soso...

Und irgendwann sind auch die spannendsten Auslandsgespräche zuende!
Immer wenn ich dann zu den Österreichern "Tschüss!" gesagt habe, trat eine merkwürdige Pause ein, ein Stocken. Irgendwann habe ich mich erkundigt. Das "Tschüss!" wurde tatsächlich als "zu persönlich" empfunden, es entspricht dem österreichischen "ba-ba!", eine Art mundartliches, kumpelhaftes "bye-bye", dessen Herkunft sich etymologisch im Dunkeln verliert. Seitdem habe ich versucht, das "Tschüss" zu meiden, ich sage stattdessen "Auf wiederhören!" Danach tritt allerdings immer eine ebenso merkwürdige Pause ein. Vielleicht wird das "Auf wiederhören!" als "zu reichsdeutsch" empfunden?
Die Ösis sagen daraufhin übrigens immer "Tschüss!"...

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Dienstag, 16. Februar 2010

Lifestyle 31 - Gemüse-Golem

Seit McDonald's im April 2005 den "Gemüse Mac" aus dem Programm genommen hat, gab es als Alternative nur den McChicken.
War Spaß.
Nach dem Farb-Rebranding der Corporate Identity auf grün hat sich der dämonische Ronald McDonald nun überlegt, dass es allen Anstrengungen zum Trotz weltweit noch immer Milliarden Vegetarier gibt - die meisten allerdings, weil sie sich Fleisch nicht leisten können. Daraufhin haben sich die total urst grünen McDonald'sons gedacht: Na gut! Fünf Jahre sind genug! Und haben wieder was für Vegetarier ins Programm genommen: den zu 100 % vegetarischen Veggieburger zu 1,10 EUR!
Tadaaa!
Man sehe und staune: Bitte Link klicken.
*hüstel*
Da waren in der Werbeagentur wirkliche Kenner der Materie am Werk: Ein vor dem Esser erschöpft zusammenbrechender Gemüse-Golem - buahaha!
Das Gemüsetier wird der Zielgruppe mal so richtig Appetit machen!
Man hätte noch große, traurige Augen dranmachen sollen.
Ich höre Himpelchen und Pimpelchen schon mit heiseren Stimmchen skandieren "Rettet den Gemüse-Golem! Esst kein Gemüsetier!"
Lasst's euch schmecken!

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