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Mittwoch, 27. Juli 2016

Bürogeplänkel 60 - Titanen

photo credit: HerrenhäuserGärtenHannover (3) via photopin (license)

Stormin' Norman
Neulich stand ich in der Firmentoilette am Waschbecken und wusch mir die Hände. Über den Gang hörte ich hastige Schritte näherkommen, die Tür zur Toilette flog auf und ein Schemen barst in den Vorraum der Toilette, verschwand lärmend und rumpelnd in einer der beiden Kabinen, die Tür schlug zu, die Verriegelung knallte rein -- ein tosender Titan!
Schlagenden Herzens trocknete ich mir die Hände ab.
Aus einer Laune heraus rief ich dem Herrn hinterher: "Meine Fresse! Da sind ja selbst die Nazis Anno '39 zarter in Polen eingefallen!!" (Merke: Außerhalb von Toiletten sind Nazi-Vergleiche verboten.)
Der Herr schwieg dazu und ich trollte mich.
Einige Tage später grüßte ich im Treppenhausflur den Chef der Nachbarfirma, dieser grüßte nur arg verhalten zurück. Das wiederholte sich mit der Zeit mehrmals.
Soso...


Silent Bob & Silent Jim
Wenn er in der Kabine neben dir sitzt, versucht Silent Bob, nicht das leiseste Geräusch zu machen. Man hört nicht einmal ein Atemgeräusch, keinen Pups, kein Knarzen der Brille durch Gewichtsverlagerung. Silent Bob wartet, bis du weg bist, er sitzt das knallhart aus. Kommt ein Neuer nach dir in die Kabine, dann wartet Silent Bob eben, bis auch der weg ist. Silent Bob ist der Simulation eines Untoten so nahe, wie ein Mensch sein kann. Am Arbeitsplatz scheint ihn niemand zu vermissen, vielleicht denken alle, er ist auf Dienstreise. Ständig.
Silent Jim ist sein Bruder im Geiste. Er macht alles genau so wie Silent Bob, nur atmet er lauter.

Letztens passierte das Undenkbare: Silent Bob saß in der rechten Kabine und Silent Jim in der Linken. Beide saßen es aus, dass der Eine die Toilette vor den Anderen verließ, damit er endlich loslegen konnte. Der halbe Vormittag ging ins Land, ohne dass einer der beiden lautlosen Titanen nachgegeben hätte. Ich vermute, dass Silent Jim wegen böse eingeschlafener Füße kurz ohnmächtig geworden ist und so Silent Bob die Gunst der Stunde nutzte, die Sitzblockade spontan aufzulösen.


P.S.: Aus gut unterrichteten Kreisen habe ich soeben erfahren, dass es bei den Damen exakt das gleiche Problem gibt, allerdings mit Silent Jane und Silent Mary. Dem investigativem Wesen der Kolleginnen allerdings ist es zu verdanken, dass man eine ziemlich klare Vorstellung davon hat, um wen genau es sich dabei handelt. So viel sei gesagt: Es sind keine Kolleginnen der Nachbarfirma...


Donnerstag, 28. Juni 2012

Bürogeplänkel 34 - Herrentoiletten-Typologie II

bit.ly/QqYcKC
Der Wald- und Wiesenpinkler
Er betritt die Toilette, geht zu den Pissoirs, wählt von den Dreien das ganz rechte oder das ganz linke und legt los. Spülen nach der Verrichtung scheint optional zu sein, deshalb gehen immer mehr Toiletten zu moderner Sensortechnik und Spülautomaten über, weil es die Schwachmaten irgendwie nicht auf die Kette bekommen.

Klemmi
Der Klemmi pinkelt nur am Urinal, wenn er alleine ist. Sobald jemand schon dort steht (auch wenn es nicht der King of the Hill ist, s.u.), sucht er eine Kabine auf.

Der Durchlauferhitzer
Der Durchlauferhitzer trinkt während der Bürostunden in etwa so viel wie eine Ochse mit Diabetes, deshalb geht er alle vier Minuten pinkeln. Ein Kollege der Nachbarfirma treibt das so dermaßen auf die Spitze, er sollte seinen Schreibtisch direkt ans Pissor stellen, denn er ist DER URINATOR!!!

Der allzu edel Bestückte
Ein Kollege aus der Nachbarfirma ist gar so edel bestückt, dass er sich die Hände VOR dem Urinieren wäscht, auf dass er sein bestes Stück nicht mit Bürokeimen (Link) kontaminiere. Der Vorgang des Resttröpfchen Abschüttelns dauert im übrigen länger als der des Wasserlassens. Äußerst verwegen.

King of the Hill
Der King of the Hill benutzt immer das mittlere Pissoir, egal, ob er alleine auf der Toilette ist oder eines der beiden äußeren Pissoirs bereits besetzt sind. Im letzteren Fall benutzen nämlich normalerweise 95% aller hinzutretenden Herren immer das am weitesten entfernte Pissoir, schon, um ein Minimum an Privatsphäre zu haben und auch zu geben. Aufgrund noch unerforschter Umstände läßt der King of the Hill beim Pinkeln die Hosen auf Halbmast hängen, ein verstörender Anblick für Hinzutretende.
Der King of the Hill ist der Hauptgrund für Klemmis.


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Mittwoch, 27. Juni 2012

Bürogeplänkel 33 - Herrentoiletten-Typologie I

bit.ly/KD8BhZ
Der Schüchterne
Er betritt die Toilette, sieht, dass eine der Kabinen bereits besetzt ist und verschwindet wieder unverrichteter Dinge. Der Schüchterne würde gerne inmitten der Ödnis der Atacama-Wüste seine Notdurft verrichten, notfalls geht es aber auch in einer menschenleeren "Bedürfnisanstalt".

Silent Bob
Man hat gar nicht den Eindruck, dass die Kabine neben einem überhaupt besetzt ist. Ist sie aber. Silent Bob geriert sich derweil als Untoter: Er atmet nicht einmal, geschweige denn, dass man von ihm einschlägige Geräusche hört. Silent Bob wartet, dass du fertig wist, damit er loslegen kann. Er sitzt das aus. Notfalls wartet er den ganzen Tag.

Der SMSer/Twitterer
Vom Nebenklo hört man nichts außer Tastaturgedaddel. Vielleicht schreibt der Nebenmann via Handy einen Tweet über die Geräusche, die du machst, vielleicht schreibt er mit seiner Freundin eine romantische SMS, vielleicht schreibt er seiner Freundin eine romantische SMS über die Geräusche, die du machst.

Der Über-Performer
Der Über-Performer in der Kabine neben einem klingt, als werfe jemand ein Dutzend schwerer Stiefel in einen Mini-Pool und spiele dabei auf einer Tuba die Titelmelodie von "Der weiße Hai". Respekt! Rauchen, Feuer und offenes Licht sind jetzt lebensbedrohlich. Atmen auch.


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Samstag, 10. März 2012

Bürogeplänkel 30 - Blauer Korallenzauber

http://bit.ly/xcBuau
Wie bereits geschrieben (Blogbeitrag) malträtiert man die Geruchsrezeptoren der Toilettenbesucher unseres Büros seit Neuestem professionell mit einem vollautomatischen AirWick Freshmatic Compact, so called "Lufterfrischer" (Muahaha!)...
"Bratapfel und Zimt" gabs zur Weihnachtszeit für beide Toiletten. Nachdem sich der infernalische Inhalt nun endlich erschöpft hatte, drosch zum gefühlten Frühlingsanfang die neueste geruchliche Perversion auf mich ein: "Blauer Korallenzauber".
Hey! Merkt da noch einer was?
Wie riechen denn blaue Korallen?
Na, ganz bestimmt nicht so! Clownfische würden in Schwärmen Suizid begehen, wenn blaue Korallen so röchen!
Es hat eher was davon, als hätte man aus Barbies hellblauen Bauchnabelflusen ein Einhorn gebastelt, das nun im breiten Strahl sozialistisches Billig-Rasierwasser pisst.
OK...
Ich bin rüber zu den Mädels auf die Toilette. Die werden zurzeit mit pinkfarbenem "Magnolie und Kirschblüte" bedieselt.
Der Unterschied: das Einhorn ist pink.

Die Jungs blau, die Mädchen rosa: Und ist es nicht Wahnsinn, so hat es doch Methode!

Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wörtchen mit unserer allzu kreativen Reinigungskraft sprechen, die für die Bestückung der Teile zuständig ist.


Dienstag, 25. Oktober 2011

Bürogeplänkel 26 - Die Moderne, das Luder!

http://bit.ly/ocrEUW
Welche geruchlichen Brachialitäten habe ich nicht schon alles überstanden! Da war z.B. im Jahr 2000 die extrem besuchte CeBit-Toilette in Halle 2, Nähe Stand C36 (Symantec). Vor jedem Pissoir, vor jeder Kabine standen mindestens fünf Messebesucher Schlange, eine gewaltige, sich immerfort erneuernde Phalanx der Ausscheidung. Der daraus resultierende Pesthauch hätte mich fast gezwungen, statt meinen Darmtrakt meinen Mageninhalt zu entleeren. Ich floh diesen schrecklichen Ort mit tränenden Augen, würgend und vor allem unverrichteter Dinge.

Dergestalt abgehärtet fing ich in meiner aktuellen Firma an. Trotz einer heftigen Hire-Phase beider Unternehmen (2005), die in meinem Stockwerk die gleiche Toilette benutzen, erreichte der olfaktorische Level trotz zwischenzeitlicher Überbevölkerung niemals mehr als 0,32 CeBit und nach der darauffolgenden Fire-Phase (2007) niemals mehr als 0,2 CeBit.
Doch die Moderne, das Luder, wollte mehr, viel mehr!
Nach der Anbringung eines Handdesinfektionsgerätes gegen die böse, böse Vogelgrippe (oder welche Seuchen-Sau gegen Ende 2009 auch immer durchs Dorf getrieben wurde - Blogbeitrag) hatte es jetzt fast zwei Jahre lang keine technischen Schnickschnack-Neuerungen mehr gegeben.

Heute komme ich auf die Toilette, und mein erster Gedanke ist, dass dort eine preiswerte Prostituierte explodiert sein muss, zumindest dem Geruch nach. Aber es ist die Moderne, die mir so wuchtig und betäubend wie ein Süßkindscher Alptraum auf die Schleimhäute schlägt! Der Grund: "AirWick Freshmatic Compact" mit Geruchs-Sensor. Ein kleiner Automat, groß wie ein Tischlautsprecher, entscheidet jetzt selbsttätig, wann angeblich dicke Luft ist und hält dagegen, als gäb's kein Morgen! "Bratapfel und Zimt" soll das übrigens sein - Muahahaha! Im Grunde kann man schon froh sein, dass AirWick nicht versucht hat, "Kotze" nachzubilden.
Dieses Ding verteilt jetzt seinen irgendwie pinkfarben stinkenden, beißenden, vollsynthetischen Dritte-Welt-Nuttendiesel gnadenlos im ganzen Raum und auf den anwesenden Urinierenden.
Jetzt weiß ich, wie ich diesen brachialen Angriff auf meine Nase am besten beschreibe: Als würde Barbie verwesen.

Ich vergebe 0,7 CeBit.
Danke, Moderne!

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Montag, 14. Dezember 2009

ru24: richtig Gas geben

Auf dem Kölner Ringfest ist echt was los. Kölsch fließt in Strömen und alle Kneipen werden für 1,00 EUR zur öffentlichen Toilette. In eine solche schlitterte ich hinein. Es roch schon im Flur wie im Puma-Käfig. Im Herrentoilettenraum herrschte ein Gedränge wie in der Tokioter U-Bahn. Der Boden war schlüpfrig. An den fünf Pissoirs standen je ca. fünf Herren, jeweils einer in Aktion, vier in Wartestellung. Spülen, Hose zu, der nächste. Spülen, Hose zu, der nächste. Ein bereits angetrunkener Zecher stolperte zu dem mittleren Pissoir, schwankend sein Wasser abzuschlagen und ließ dabei überaus performant einen Wind fahren.
Die anwesenden Herren begrüßten das Ereignis mit fröhlichem Hallo.
Durch soviel Zuspruch fühlte sich der Zecher animiert, noch einmal richtig Gas zu geben.
Es folgte ein vielstimmiges, raues Gelächter, einer aufgeregten Hundemeute nicht unähnlich.
"Draußen ist mehr Platz wie drinnen!!!", brüllte der Zecher begeistert mit falscher Komparativbildung, schloss seinen Hosenstall und wankte davon.

Auch nicht mehr ganz nüchtern, beschloss ich, eines Tages von diesen großen, messianischen Worten zu künden.

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Dienstag, 24. November 2009

Wachtraum-Hygiene


Drupalcamp Day 1
Originally uploaded by Webdevil666
In der Firma auf der Toilette gibt es einen Endlos-Handtuchspender mit einem Aufkleber: "CWS UNO SCHMIDT - Spendersysteme für die Wachtraum-Hygiene", las ich.
Hä? Was?, dachte ich.
Nun, tatsächlich waren es natürlich "Spendersysteme für die Waschraum-Hygiene".
Ach so.
Na, das wäre auch noch schöner!
Und: Wachtraum-Hygiene-Spender wären ja auch ständig leer.
Zumindest die auf der Herrentoilette.

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Donnerstag, 5. November 2009

Bürogeplänkel 9 - Interessanter Hygiene-Effekt


Biohazard Level 4
Originally uploaded by Simon Strandgaard
In meiner Firma hat man nun an den Toiletten (die wir mit der Nachbarfirma auf dem Flur gemeinsam haben) einen Hand-Desinfektions-Spender in einer Wandhalterung angebracht. Schließlich leben wir alle plötzlich in Seuchenzeiten! Die Vogelgrippe war zwar zugegebenermaßen ein Rohrkrepierer, bei der Schweinegrippe ist noch nicht klar, ob die Impfung nicht mehr Opfer fordern wird, als die Grippe selbst, aber wir sind schon mal hochgradig sensibilisiert! Außerdem kurbelt der Verkauf von allerlei Seuchenschnickschnack die marode Wirtschaft an! Deshalb fordere ich: Chemturion Biogefahr-Anzüge (Bild) für alle - die sind soo cool! Wie bei dem Film Outbreak - Lautlose Killer! Damit könnte ich zu Hause endlich mal meinen Kühlschrank innendrin sauber machen...
Und vielleicht steht ja für 2010 schon die nächste Pandemie in den Startlöchern! Hamster-Herpes vielleicht oder Pinguin-Pocken!

Vorhin habe ich auf jeden Fall einen Herren aus der Nachbarfirma gesehen, wie er sich nach dem Klogang die Hände desinfizierte. Dann betrat ich die Toilette und entdeckte, dass er seine schaumige Pisse im Urinal nicht heruntergespült hatte.
Interessanter Hygiene-Effekt!

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