Dienstag, 21. November 2017

ru24 Special: KÖLN VON A-Z, Teil (3): "Hilfsbereitschaft" bis "Melaten-Friedhof"

photo credit: Günter Hentschel Bierstöpsel via photopin (license)

Hilfsbereitschaft

Freundliches Völkchen.
Eines Tages fuhr ich mit der U-Bahn vom Ebertplatz aus sonstwohin. Ich war mir unsicher, wann ich wohl aussteigen müsste und fragte einen mir vertrauenswürdig scheinenden Mitpassagier. Direkt hatte ich drei freundliche Kölner an der Backe, die mir versicherten, es seien noch drei Stationen. An der richtigen Station angekommen, machten mich gleich fünf Personen darauf aufmerksam, dass ich JETZT aber mal flugs aussteigen müsse. Wäre ich sitzen geblieben, hätten mich vermutlich sieben nette Kölner aus dem Wagen getragen.
Alle sehr freundlich, sagenhaft!
Fun fact: In Köln kann man sogar Taxifahrer nach dem Weg fragen.


Hochwasser (Rhein)

Es ist ein wenig wie mit der →Stadtmauer.
In Köln schien man lange Zeit darauf zu vertrauen, dass der Rhein schon wisse, wo seine Grenzen liegen. Doch der Fluss belehrte die Stadt immer wieder eines Besseren. So erreichte der Rhein am 1. Januar 1926 einen Pegelstand von 10,69 Metern und überflutete weite Teile der Stadt. Die daraufhin errichteten Schutzmaßnahmen erwiesen sich jedoch als unzureichend, als der Rhein im Dezember 1993 erneut auf 10,63 Meter anstieg und die Altstadt sowie weitere Stadtteile überschwemmte. Erst nach diesem "Weihnachtshochwasser" begann ein Umdenken. Die Stadt investierte rund 430 Millionen Euro in den Hochwasserschutz, errichtete mobile Schutzwände und neue Pumpwerke. Heute ist Köln je nach Rheinabschnitt gegen Pegelstände von bis zu 11,90 Metern geschützt.

Die Lehre aus der Geschichte? Der Rhein hält sich nicht an menschliche Planungen. Daher ist es klüger, mit dem Rhein zu planen, anstatt gegen ihn.


Hohenzollernbrücke

Meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands.
"Mit 1220 Zugfahrten pro Tag ist sie die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Deutschlands. Das Bauwerk gilt, zusammen mit dem Kölner Hauptbahnhof, als zentraler Engpass im Schienenverkehr in der Region Köln." (Wiki) Na, hey! Läuft! Und wenn man zu den zwanghaften Typen gehört, die ihrer Liebsten zur "ewigen Liebe" (*zwinker-zwinker*) ein Love-Lock (Blogbeitrag) hängen müssen, dann befindet man sich hier mit bereits 2,731 Millionen angebrachten Schlössern in bester, wenngleich nicht allzu origineller Gesellschaft.


Karneval (offiziell)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei.
Das offizielle Kölner Karnevalsprogramm koordiniert das Festkomitee Kölner Karneval.
Die Karnevalssession oder die „fünfte Jahreszeit“ wird offiziell am 11. November um 11.11 Uhr auf dem Kölner Alter Markt bzw. Heumarkt eröffnet. Vor mehreren tausend Karnevalsfans treten die bekanntesten Karnevalsmusiker auf, außerdem wird das designierte Kölner Dreigestirns vorgestellt. Von nun an eskalieren die Aktivitäten schrittweise: Nach der noch beschaulichen Advents- und Weihnachtszeit beginnen ab Neujahr die Karnevalssitzungen und -bälle. Büttenredner, Tanz- und Musikgruppen treten auf. Anfang Januar findet die Prinzenproklamation statt. Der Straßenkarneval wird am Weiberfastnacht, also dem Donnerstag vor Aschermittwoch um 11:11 Uhr eröffnet, ebenfalls auf dem Alter Markt. Die Jecken feiern in den Kneipen und Straßen jetzt einfach bis zum Abend des Karnevalsdienstags durch. Am Karnevalssonntag finden die Kölner Veedelszöch statt. Die besten Fuß- und Wagengruppen der →Veedel werden prämiert und dürfen am nächsten Tag sogar am großen Rosenmontagszug teilnehmen, der der offizielle Höhepunkt des Kölner Karnevals ist.
In der Nacht zum Mittwoch werden in den →Veedeln die Nubbel verbrannt, eine mannsgroße Puppe, die symbolisch für die während des Karnevals begangenen Sünden steht.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei. (vgl. Wiki)


Karneval (inoffiziell)

Am Aschermittwoch ist (fast) alles vorbei.
Mittwoch vor Aschermittwoch: Die nicht-karnevalsaffinen Kölner vernageln spätestens jetzt ihre Läden und Wohnungen und kehren der Stadt den Rücken (Link). Die Hardcore-Karnevalisten geben ihre Kinder direkt für eine ganze Woche zur Oma, da man ja nicht riskieren kann, dass die Pänz im Falle permanenter Abwesenheit der Erziehungsberechtigten in der Karnevalswoche verwahrlosen.
Donnerstag vor Aschermittwoch um 11:11 Uhr: Während im Umkreis von 100 km um Köln jetzt in den Firmen die Korken alkoholfreier Sekts an konfettigesprenkelten Büffets mit Mettberg knallen, kippen die Kölner, die ja allesamt frei haben, alles, was Umdrehungen hat, denn es ist wie an jedem Karneval scheißkalt, da helfen Schabau und →Kölsch und was sonst noch kribbelt und dösig macht. Von nun an eskalieren die Aktivitäten schrittweise: Rein in die Kneipe zum Wasser lassen, aufwärmen und wieder nachtanken, bützen und schunkeln, raus auf die Straße, bützen und schunkeln usw., das Ganze ad infinitum. Dazu spielt es volkstümliche Karnevalslieder à la "Echte Fründe", "Superjeilezick", "Drink doch ene met", "Mer losse d'r Dom en Kölle", "Ich ben ne Räuber", "Die Karawane zieht weiter" (Link) usw., das Ganze ad infinitum. Während der Pegel steigt, kommen sich z.B. der "Verrückte Hutmacher" (Marvin) und "Wonderwoman" (Leonie) -- die natürlich beide getrennt vom eigenen Partner losgezogen sind und sich vorher gar nicht kannten -- gerne auch mal etwas näher. Noch näher. Gegebenenfalls auch viel näher. Es wird Nacht. Auf den Straßen sammeln sich neben dem Müll die Schnapsleichen und es wird wildgepinkelt. Desorientierte Personen, zumeist Karnevalstouristen von Außerhalb stolpern herum und suchen ihre Polinten (Handy, Portemonnaie, Schlüssel), die Freundin oder den Nachtbus.
So geht das tagelang.
Nachdem die Nubbel in den →Veedeln verbrannt sind, ist ja quasi nie nix passiert in Köln...
Im Falle hämmernder Kopfschmerzen wirft man ein paar Migräne Kranit ein und gegen das Brennen im Schritt hilft ein Breitbandantibiotikum. Für den Schwangerschaftstest gilt: Ein positives Testergebnis kann ab dem zweiten Tag nach dem Ausbleiben der Periode als gesichert angesehen werden (vgl. hier).
Am Aschermittwoch ist (fast) alles vorbei.


Kirche

Was Krupp in Essen ist die katholische Kirche in Köln.
Das Erzbistum Köln hat sa-gen-haf-te 3,5 Milliarden € (das sind übrigens 3.500 x 1 Millionen €) in seinem Dagobert-Duck-Geldspeicher, Tendenz steigend. (Quelle)


Klima

Was für Sittiche.
Köln ist geografisch fein eingekuschelt, sodass das schlimme Wetter der Eifel oder des Bergischen Landes hier wie ein schlechter Scherz wirken. Im Winter ist es in Köln gerne mal minimal regnerisch und auch mal ein bissi neblig, während am nahen Leverkuser Kreuz die Schneepflüge sich in Schneewehen festfahren. Schneit es dann doch mal ausnahmsweise in Kölle -- oh weh!, dann schiebt man das Zeug ein wenig hin und her, an den verantwortlichen Stellen nuschelt man "Et kütt wie et kütt" und "Et hätt noch immer jot jejange" und lässt wie immer den Lieben Gott einen guten Mann sein. Dann stapft der Bürger in den Nebenstraßen halt mal zwei Wochen lang durch den über-knöchelhohen Matsch.
Aber wie sehr die Stadt von der Sonne beschienen ist, zeigt, dass lärmende Schwärme wilder Papageien (Halsbandsittiche) in Köln als "Plage" gelten.


Klüngel

Man kennt sich, man hilft sich.
Filz und Korruption gibt es in jeder Stadt. Aber das sind so häßliche Wörter. Köln hat den Klüngel. →Adenauer fasste den Kölschen Klüngel so zusammen: „Man kennt sich, man hilft sich“. Es geht um ein Netzwerken der Parteien und Entscheidungsträger bei einigen Stangen →Kölsch: In Köln klüngelt die CDU sogar (im Verborgenen) mit der Linkspartei. Diese Gefälligkeits-Netzwerke lohnen sich für alle Beteiligten, denn Schlampereien lassen sich auf diese Art & Weise sehr elegant unter den Teppich kehren oder versinken schlicht im Polit-Sumpf.
Die neue, parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat dem Klüngel den Kampf angesagt. Das klappt nicht auf Anhieb: (Link). Ob sie schon bei ein paar Herrengedecken sondierende Einzelgespräche mit den Betreffenden geführt hat, ist nicht bekannt.


Kölsch (Bier)

Stangenware.
Diese Bierspezialität darf "nur in Köln und der näheren Umgebung hergestellt werden. Das obergärige helle, hochvergorene, hopfenbetonte, blanke (klare) Vollbier darf nur in der Kölner Stange serviert werden." (Wiki) Für Außenstehende scheint der Kölner sein Bier aus Reagenzgläsern zu trinken. Dabei geht es dem Kölner um die Frische des Bieres: Einen großen Schluck und einen kleinen, dann bringt der Köbes, der kölsche Kellner, schon wieder ein neues Glas, das geht hier zack-zack. Schales Bier kennt der Kölner nur aus Gruselgeschichten, in denen es um Alt, Pils und Hefeweizen geht.
Für Fans: Der Früh-Fanshop "Em Golde Kappes" (Im goldenen Kohl) hat von 11.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet -- für den Erwerb von (vorwiegend flüssigen) "Last-Minute-Geschenken".


KVB

"Komme vielleicht bald"
Wie die meisten Verkehrsbetriebe (außer der Schweizer Bahn, die ist pünktlich, sauber, freundlich UND preiswert: hier) sieht sich auch der KVB ständiger Kritik ausgesetzt. Täglich fahren mit den Bussen und Bahnen der Kölner Verkehrsbetriebe rund 900.000 Menschen, das macht gut 276 Millionen Fahrgäste im Jahr, Tendenz steigend. Bei Umfragen mangelt's an Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit, aber hey: anders wär's doch auch gruselig! ;) Im Grunde sind die Kölner mit einem KVB, der um die Schulnote 4 herum bewertet wird, ganz zufrieden (Yelp).
Positiver Ausblick: Dafür, wenn's mit der Warterei mal wieder länger dauert, hat der KVB Leihfahrräder im Programm, die erfreuen sich so großer Beliebtheit, damit schafft man es sogar bis nach Kopenhagen... (Artikel)


Melaten-Friedhof

"Wat fott es es fott"
Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Angefangen hatte der Friedhof als "Leprosium", ein Ort außerhalb der Stadtmauern, an dem man Leprakranke und sonstige Aussätzige hin abschob und sammelte, die „Maladen“ (von französisch „malade“, krank). "Im Jahre 1980 unter Denkmalschutz gestellt, ist der Melatenfriedhof heute ein anziehendes Ausflugsziel, vor allem wegen der vielen hier bestatteten Prominenten, der interessanten Grabmäler und des parkartigen Charakters der Anlage, die eine ökologische Nische mitten in der Großstadt ist." (Wiki)


Stay tuned: Teil 4 erscheint am 26.11.


Sonntag, 19. November 2017

Nasenschleimhautpeitsche

photo credit: Flickred! Pink Man via photopin (license)
1989 war "Mauerfall", der Öltanker Exxon Valdez fuhr vor Alaska auf ein Riff und 40.000 Tonnen Rohöl liefen aus, Taylor Swift wurde geboren und Wolfgang Joop fiel nichts besseres ein, als sein chemisches Kampfmittel namens "Joop! Homme" auf den Markt zu bringen (Kampagne: "Real Men Wear Pink"). Diese rosafarbene Nasenschleimhautpeitsche verseucht seitdem die Republik, ein Geruch so undezent wie ein Schlaganfall, so wuchtig wie eine soeben geöffnete, in der prallen Sonne stehende Mülltonne voller verwesender Glitzer-Barbies.
"Der Duft polarisierte und tut dies immer noch. (...) Wer Joop! Homme aufträgt, drückt damit aus, dass er über eine gehörige Portion Selbstvertrauen verfügt." (Quelle)
Ja, gemeint ist hier das "Selbstvertrauen" eines Mannes, der "allahu akbar!" ruft, bevor er sich inmitten einer Gruppe Unschuldiger in die Luft sprengt.
"Grundsätzlich können Sie Joop! Homme auch tagsüber auftragen, wenn Sie zur Arbeit gehen, sofern Sie vorsichtig dosieren. (...) Doch wenn Sie auf engem Raum mit anderen Personen zusammenarbeiten, besteht die Gefahr, dass manche Menschen den Duft etwas zu aufdringlich empfinden. Deshalb eignet sich Joop! Homme in erster Linie als Parfüm für die Freizeit. (s. a.a.O.)
Definiere "engen Raum"... Bei Joop! Homme würde ich schon den Petersdom als beengt bezeichnen. Außerdem möchte ich mir wünschen, dass die "Träger" des "Dufts" ihre Freizeit nicht in der gleichen Stadt wie ich verbringen.
"An heißen Tagen sollten Sie das Eau de Toilette hingegen eher im Schrank stehen lassen. Die Wärme intensiviert nochmals das ohnehin schon starke Aroma. Dafür ist Joop! Homme ein ideales Parfüm für Herbst und Winter." (s. a.a.O.)
Ideal, hm?
Am Sonntag, den 12.11.2017 ca. um 13.30 Uhr entdeckte mein in einer Einliegerwohnung im Parterre lebender Herr Nachbar "Joop! Homme" als "Winterduft" für sich. Meine Nasenschleimhäute degenerierten direkt im ganz großen Stil. Unvorstellbar: der Vogel hat wirklich, wirklich nur gezählte sechs (6) Schritte von seiner Wohnung bis auf die Straße und dennoch gelingt es ihm seitdem täglich, das Treppenhaus bis in den vierten Stock hoch komplett zu durchseuchen!
WTF?

Ich mache mir jetzt immer (wie bei "Das Schweigen der Lämmer") etwas Wick Vaporub unter die Nase, bevor ich in die widerliche Luft des Treppenhauses heraustrete.
Ich hoffe, der Herr Nachbar hat nur eine 30 ml-EdT-Pulle.


Donnerstag, 16. November 2017

ru24 Special: KÖLN VON A-Z, Teil (2): "Düsseldorf" bis "Heilige Drei Könige"


Köln und Düsseldorf sind wie Villarriba und Villabajo.
Schon seit dem 11. Jahrhundert gibt es Häckes zwischen den beiden Städten Köln und Düsseldorf. Als Düsseldorf dann im 19. Jahrhundert "von den protestantischen →Preußen zur Hauptstadt der Rheinprovinz gemacht wurde und eben nicht das viel größere und bedeutendere [katholische] Köln" (Quelle), waren die Kölner vergrätzt. "Diese Schmach wiederholte sich noch einmal, als die Engländer nach dem Zweiten Weltkrieg Düsseldorf zur Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen erklärten." (s. a.a.O.)
Der Sage nach gibt es heute schon aus Frack in der ganzen Stadt Köln kein Verkehrsschild, das auf die Existenz der Nachbarstadt überhaupt hinweist. Eigentlich macht das auch nichts, denn niemand in Köln würde sich mit Alt löschen, wenn er brennen würde, das gute, alte "Alaaf gegen Helau" eben, siehe Carolin Kebekus auf youtube.
Die Rache Kölns: Man hat dramatisch bessere Laune als die hochnäsigen Haute-Couture-Nachbarn. Während also in Köln (Villarriba) noch hart gefeiert wird, beschließt man in Düsseldorf (Villabajo) schon Landesgesetze -- sind doch alles Spießer!


Farina

Erste Parfümfabrik der Welt.
Der Italiener Giovanni Maria Farina zog bei seinem bereits in Köln ansässigen Bruder ein und nannte sich von nun an Johann Maria Farina. Im Jahre 1709, bereits 90 Jahre vor "→4711", gründete er in Köln die erste Parfümfabrik der Welt. Damit begann die weltweite Verbreitung des von ihm entwickelten Aqua mirabilis (alkoholbasiertem Duftwasser), welches er zu Ehren von Köln "Eau de Cologne" nannte. Das Wässerchen schlug hohe Wellen und wurde ein riesiger Verkaufsschlager.
EdC diente "neben der Körperpflege zum Parfümieren von Wäsche [ebenso] als „Raumspray“ und Badezusatz, und wurde nicht selten auch getrunken" (vgl. hier). Nicht nur das Bürgertum, sondern auch die Prominenz der damaligen Zeit wie Napoleon und Goethe gehörten zu den begeisterten Kunden.
Es wird bis heute unverändert hergestellt, vertrieben.


FC

Effzeh.
"Am Freitag, den 13. Februar 1948 fusionierten die Spielvereinigung Sülz 07 und der Kölner Ballspiel-Club (KBC) 1901 zum 1. Fußball-Club 01/07 e. V." (Quelle)
1950 überreichte die Zirkusdirektorin Carola Williams bei einer Karnevalssitzung dem FC einen jungen Geißbock mit dem Zusatz, dass es dem Verein noch an einem Glücksbringer fehle. Das Tier wurde nach dem Spielertrainer Hans "Hennes" Weisweiler "Hennes" getauft. (vgl. Wiki) Das Böckchen spricht man lokal übrigens "Böckschn" aus. Mehr dazu: Postillion
1951 und 1961 nahm der 1. FC Köln das Gründungsjahr des KBC zum Anlass, 50. und 60. Geburtstag zu feiern. Dann entsann man sich auf 1948 als eigentliches Gründungsdatum und nahm dieses wiederum zum Anlass, 1998 und 2008 abermals 50. und 60. Geburtstag zu feiern -- Hey! Party geht immer!
Der "Effzeh" krepelt in letzter Zeit (Stand Ende 2017) um den hinterletzten Tabellenplatz herum ("Letzter FC Köln") und war auch zuletzt in der Saison 1977/78 Deutscher Meister, aber what shalls. Dann feiern wir halt 2018 fett den 70. Geburtstag!


Ford-Werke

Größter Arbeitgeber Kölns.
1925 kann →Adenauer die Ford-Werke in Köln ansiedeln. Henry Ford himself reist 1930 für die Grundsteinlegung an. Heute sind die Ford-Werke mit mehr als 18.000 Mitarbeitern Kölns größter Arbeitgeber. In Köln-Niehl ist nicht nur die Europazentrale von Ford, hier wird auch der Fiesta gefertigt (vgl. hier).
Das waren noch Zeiten, als der "Kölsche Manta" Ford Capri hieß.


Franzmann ante portas

Franzosenzeit.
Napoleon annektierte 1801 die linksrheinischen Gebiete Deutschlands, die zuvor durch das revolutionäre Frankreich erobert worden waren. Es begann die Franzosenzeit. Tatsächlich war Köln in der Vergangenheit völlig heruntergewirtschaftet worden und nur durch das →Stapelrecht von 1259 (das war 542 Jahre her!!!) kam noch etwas Geld herein. Modernen Schnickes wie Industrialisierung etc. begegnete man mit gewohntem "Wat soll dä Quatsch?" (→Grundgesetz, Rheinisches). Nun also plötzlich erschien in Form der Französischen Herrschaft überraschend die Moderne in der Stadt. Und auf einmal gab es quasi alles: "Gleichberechtigung der Protestanten, Wohnrecht für Juden, Einführung von Hausnummern, Organisation von Straßenbeleuchtung und Müllabfuhr, Niederschrift der Gesetze und eine Säkularisation des Kirchenbesitzes als Grundlage für die Industrialisierung." (vgl. Quelle)
Hey! Wann immer dem Kölner völlig unverdient Gutes einfach so in den Schoß fällt, dann kommt er extrem gut klar damit. Kaiser Napoleon wurde 1804 und 1811 bei seinen Besuchen der Stadt begeistert empfangen.
Aber leider geht alles Gute auch einmal zu Ende. 1815 marschierten die Preußen in Köln ein.


Geschichte arg zusammengedampft

Von der Ubier-Siedlung zur Millionenstadt.
Die lokalen Barbaren machen den Römern in Germanien arg viel Scherereien, nur der Stamm der →Ubier bietet sich dem Imperium Romanum als Fremdenführer an, weswegen sie „nicht allzu gut gelitten“ sind unter Germanen, sodass man sie in das Gebiet des heutigen Kölns in die Oppidum Ubiorum umsiedeln muss. Diese Siedlung wird mit der Gründung der "Colonia Claudia Ara Agrippinensium", die man praktischerweise mit "CCAA" oder schlicht "Colonia" abkürzte, im Jahr 50 n. Chr. zur Stadt erhoben. Um etwa 80 n. Chr. erhält die Stadt mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte überhaupt.
Im Frühmittelalter wird Köln Residenzstadt und nach ca. 800 ist der (Erz)bischof von Köln eine der bedeutendsten Personen im Reich. 882 kommt eine Wikinger-Raubhorde auf drei Schiffen den →Rhein heruntergefahren und brandschatzt die Stadt, nachdem man den geforderten Tribut in Silber nicht aufbringen kann. Daraufhin verstärkt man die Mauern der Stadt, was von da an optimal gegen Wikinger hilft. Im Hochmittelalter ist Köln mit etwa 40.000 Einwohnern größte Stadt des deutschsprachigen Raums und bekommt 1180 die damals längste Stadtmauer überhaupt (7,5 km). 1259 erhält Köln das Stapelrecht, welches den Kölner Bürgern ein Vorkaufsrecht aller auf dem →Rhein transportierten Waren sichert und so sehr zum Wohlstand der Stadt beiträgt.
1794 ziehen französische Truppen in die Stadt ein, sie wird kampflos übergeben. In der Stadt lebende Juden und Protestanten werden der übrigen Bevölkerung gleichgestellt. Der die Stadt besuchende Kaiser Napoleon wird 1804 und 1811 begeistert empfangen.
1815 wird, als Ergebnis des Wiener Kongresses, das Rheinland mit der Stadt Köln Teil des Königreichs →Preußen. Auf Drängen der preußischen Verwaltung gründet sich das Festkomitee Kölner →Karneval als ein "das Fest ordnendes Komitee". Der erste kontrollierte Kölner Rosenmontagszug findet 1823 statt. 1841 stößt der König von →Preußen die Fertigstellung des Kölner →Doms an. Von 1855 bis 1859 wird die Dombrücke errichtet, die erste feste Rheinbrücke seit der Römerzeit. 1880: Der →Dom wird wirklich fertiggestellt.
1925 kann →Adenauer die →Ford-Werke in Köln ansiedeln.
1933 ff. Die bekloppten Nazis haben wie immer nichts Positives beigesteuert.
1940-1945 Zerstörung von 90% der Stadt durch Flächenbombardement der Alliierten, der →Dom wird schwer beschädigt, die gezählte Bevölkerung sinkt auf knapp über 100.000 Einwohner.
1964 Der 1. →FC Köln wird erster Deutscher Meister in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.
1969 Ferigstellung der →Schmitz-Säule.
1975 wird Köln neben West-Berlin, Hamburg und München zur vierten Millionenstadt Deutschlands.
(Mehr: lesenswerte Serie auf RP online hier)


Grundgesetz, Rheinisches

Von wegen "philosophischer Ansatz".
Der gebürtige Südtiroler und Bonner Bürger Konrad Beikircher verfasste im Jahre 2001 das Buch "Et kütt wie‘t kütt – Das Rheinische Grundgesetz" (Kiepenheuer & Witsch, Link). Hier greift Beikircher fünf rheinische Lebensweisheiten auf, die der Rheinländer (und vor allem der Kölner) zum "philosophischen Ansatz" hochstilisiert, das aber in tatsächlich lediglich die eigene Unfähigkeit kaschieren soll:
  • Artikel 1: Et es wie’t es
  • Artikel 2: Et kütt wie’t kütt
  • Artikel 3: Et hätt noch immer jot jejange
  • Artikel 4: Wat fott es es fott
  • Artikel 4a: Kenne mr nit, bruche mr nit, fott domet!
  • Artikel 5: Wat soll dä Quatsch?
  • Artikel 5a: Wer weiß, wofür et jot es (Quelle)


Heilige Drei Könige

Gehypte Gebeine.
Im Grunde sieht man sie vor sich, die Silhouetten vor einem Nachthimmel: Drei auf Kamelen reitende Könige aus dem Morgenland mit ihren Geschenken dem Stern folgend. Im neuen Testament (und auch nur bei Matthäus) wird lediglich von Magiern gesprochen, die freundlich mit "Weisen aus dem Morgenland" übersetzt wurden, ihre Anzahl und ihre Namen wurden gar nicht genannt. Im dritten Jahrhundert begann eine umfangreiche Legendenbildung und bereits ein paar hundert Jahre später bekamen die mittlerweile zu Königen avancierten Grenzwissenschaftler die Namen Caspar, Melchior und Balthasar aufs Haupt gedrückt. Von nun an wurden sie von der Katholischen Kirche als Heilige verehrt. Doch auch erdachte Könige legen sich mal zur letzten Ruhe. "Der Überlieferung zufolge soll die hl. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, um das Jahr 326 von Konstantinopel nach Palästina gereist sein, dort die →Reliquien aufgefunden und an sich genommen haben." (Wiki)
Na, das klingt ja schon ein bissi nach Schmu...
Die Gebeine (wessen auch immer) landeten in Mailand. Es wird 1162. Kaiser Barbarossa drückte sie dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel als Dank für seine Schützenhilfe gegen die rebellischen Mailänder in die behandschuhte Hand -- als Kriegsbeute. Der ritt klappernd mit dem Sack voll Knochen zurück nach Kölle, hatte dabei aber genug Zeit, sich zu überlegen, was er mit diesem tollen Sack voll Gaben (kicher!) anfangen sollte. Der lange Ritt und die reichlich vorhandene frische Luft brachten ihn auf die richtige Fährte: Noch unterwegs in die Heimat begann er, eine groß angelegte PR-Kampagne zu lancieren, wodurch die bis dahin in der Christenheit unbekannten Knochen viral gingen. Köln und sein (alter) Dom wurden dadurch zu einem der bedeutendsten Pilgerorte Europas. Seit Ende des 12. Jahrhunderts liegen die gehypten Gebeine im berühmten, goldenen Dreikönigsschrein (Wiki).
Siehe auch →Stadtwappen. Mehr dazu hier.


Stay tuned: Teil 3 erscheint am 21.11.


Dienstag, 14. November 2017

Automobiles 25: Blinken und Winken

photo credit: mripp The future of german car industry via photopin (license)

Meinerzeit (1985), als ich in 5608 Radevormwald bei der Fahrschule Nitsch den Führerschein gemacht habe, hieß der Blinker noch "Fahrtrichtungsanzeiger" und die Ampel "Lichtzeichenanlage". Man bremste nicht, man "verzögerte". Auf den theoretischen Bögen tauchte zu allem Überfluss ständig auch noch "der Mann mit dem Handwagen" an der Kreuzung auf und wollte Vorfahrt. Ächz!
In diesen prähistorischen Tagen, als man den Flintstones näher war als den Jetsons, da wurde an der "Lichtzeichenanlage" sogar der "Fahrtrichtungsanzeiger" betätigt, wenn man denn ungleich geradeaus fahren wollte. Manchmal geriet man auch in eine Situation, da man einem entgegenkommenden Fahrzeug in einer engen Straße soviel Entgegenkommen entgegenbrachte, dass man es vorbei ließ -- der Fahrer des anderen Wagens grüßte dann freundlich mit der Hand und er lächelte dabei, manchmal gab es alternativ eine kurze Lichthupe und ein Lächeln.
Seitdem hat sich viel geändert.
Der Mann mit dem Handwagen wurde aus den Führerschein-Lernbüchern verbannt, Dinge bekamen griffigere Namen. Man kann mit Apps für die theoretische Prüfung lernen. Aber vor allem der Gebrauch der Blinker wurde von Jahr zu Jahr mehr eingeschränkt, zuletzt radikal. Die Leute fahren in der Moderne einfach in der Gegend herum, bremsen hier und da, halten an und fahren weiter, all das, ohne auch nur einmal mit dem Blinker gezuckt zu haben. Man muss raten, was die Menschen, die vor einem fahren, planen und was sie um- und antreibt. Sind die zum Genuss der Morgen- oder Abendröte unterwegs, suchen sie einen Parkplatz, wollen sie losfahren oder anhalten? Das ist nicht immer ganz ungefährlich, denn: man weiß et ja nich!
Oft kommt mir in den engen Nebenstraßen Wuppertals einer entgegen, da fahre ich mit dem Smart schnell in eine Parklücke und setze den Blinker links und warte, dass ich weiterfahren kann. Der Entgegenkommende starrt zu 80% angelegentlich geradeaus, während er an mir vorbei fährt. Ich habe gerade eine Serie, was diese Situationen angeht.
Irgendwann ist die Rücksicht, die Kommunikation, das Freundliche beim Autofahren abhanden gekommen.
Alles Aut(o)isten.

Wenn das mit dem Selbstfahren mal passé ist in den nächsten Jahrzehnten, dann muss mit dem autonomen Fahren eines ganz sicher nicht zu Grabe getragen werden: der umsichtige und freundliche Autofahrer, der steht nämlich schon jetzt auf der Roten Liste.


Samstag, 11. November 2017

ru24 Special: KÖLN VON A-Z, Teil (1): "11.11." bis "Dreigestirn"

photo credit: EOSfoto.nl Kölner Dom & Hohenzollernbrücke via photopin (license)

"Ovends danze un springe, morjends de Botz net finge."

11.11.

Mit Erreichen des 11. Novembers eines beliebigen Jahres beginnt in Köln die "fünfte Jahreszeit", der →Karneval.


4711

Suspekt.
Der Kaufmann Wilhelm Mülhens bekam der Legende nach die Rezeptur für sein Wunderwasser  im Jahre 1792 von einem Mönch zur Hochzeit geschenkt. Suspekt. Es wird (erst) seit 1799 hergestellt und  schmeckt wie Terpentinersatz. Dennoch wurde es zur inneren Anwendung vertrieben. Als 1810 die französischen Besatzer die Offenlegung aller medizinalen Rezepturen verlangten, schwenkte man bei Mühlhens flugs auf die äußere Anwendung um und vertrieb 4711 von da an als Duftwasser (Wiki). Suspekt. Da die alteingesessene Parfumfabrik Farina viel berühmter war, stellte man bei Mülhens allerlei Herren mit dem Namen "Farina" ein, um sich einen Firmennamen zu verpassen, der hinreichend stark dem des stärksten Konkurrenten ähnelte. Suspekt. Es kam zu einer Reihe von Prozessen, 1881 wurde es gerichtlich endgültig untersagt, den Namen Farina zu benutzen.


5000

Vor dem 1. Juli 1993, also vor der Umstellung der Postleitzahlen in Deutschland von vier auf fünf Stellen (Stichwort: "Fünf ist Trümpf"), gab es ein "5000 Köln". Seufz.


Adenauer

"Wat nix is, dat is nix."
Konrad, die alte Knitterbirne, war zwischen 1917 und 1933 Oberbürgermeister der Stadt Köln (Link), damals noch so glatt wie ein Ei (Bild). 1933 stand Köln nach der sog. "Machtergreifung" ein Besuch Hitlers ins Haus. Adenauer hatte sich gedacht: "Wat nix is, dat is nix." Schon aus Frack hatte er deshalb an der Deutzer Brücke angebrachte Hakenkreuzfahnen vor dem braunen Besuch wieder abnehmen lassen. Das hat ihn zwar den Job gekostet, aber hey: Rockt!
→ Ford → Schäl Sick


Archäologie

Archäologisches Minenfeld.
Ein Spatenstich in Köln führt unweigerlich zu archäologischen Funden. Es finden sich antike Früh-Kölsch-Kronkorken und olle Kamellen in großer Zahl, tiefer aber auch römische Münzen, Legionärsgräber, Tempelanlagen. Durch die Letztgenannten (plus Fliegerbomben) verzögern sich die Bauarbeiten in der Domstadt um ein erkleckliches Maß. Da hilft nur noch →klüngeln weiter.


BAP

Huck kutt mer vuur, als wenn et jestern woor.
Die Kölschrock-Band BAP war in den frühen 80ern eine zeitlang republikweit fast Mainstream, von überall tönten "Verdamp lang her " (Album "für usszeschnigge!", 1981) und "Kristallnaach" (Album "Vun drinne noh drusse", 1982). Die beiden Alben allein wurden je etwa eine Million mal verkauft. Die Texte indes sind für das unbewaffnete Ohr in etwa so verständlich wie Niederländisch und enthalten Textzeilen wie "Huck kutt mer vuur, als wenn et jestern woor" ("Es kommt mir vor, als wenn es gestern war"). Nur die ganz Harten konnten bei den Songs mitsingen.
BAP haben vom Beginn ihrer Karriere an mehr als 5,9 Millionen Tonträger verkauft, sie gehören somit zu den erfolgreichsten Interpreten in Deutschland. Bandleader Wolfgang Niedecken, der auch Soloprojekte macht und nebenbei noch Maler und Autor ist, wurde  für sein soziales und politisches Engagement 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Vor dem BAP-Konzert isst sich der Kölner ein Hämmche, kippt ein paar Schabau zum Vorglühen, besprenkelt sich maßvoll mit Odekolong und verlässt das Haus in Richtung →KVB.


Bläck Fööss, Brings, Cat Ballou, Höhner, Kasalla, Paveier etc.

Nur für Fans.
Was Pavlovs Hund sein Glöckchen sind dem Kölner seine Mundart-Musikgruppen. Besonders zwischen dem →11.11. und Aschermittwoch schrammeln sie sich die Finger blutig. Dazu tobt dann der angeschickerte Mob schunkelnd und bützend ab, während der graue Himmel mit Kamelle und Konfetti gesprenkelt wird. Da muss man schon Fan sein -- oder Kölner.


Büdchen

Gekühlte Pittermännchen immer reichlich vorrätig.
Köln kann mit seinen ca. 1.000 Büdchen als Hauptstadt der Kioske bezeichnet werden.
Der Kiosk (kölsch sprich: "Büdschn") ist die Lebensader Kölns. Hier sind gekühlte Pittermännchen immer reichlich vorrätig. "An den kölschen Feiertagen, wie →11.11., →Karneval oder CSD fahren einige Büdchen 24 Stunden-Schichten. (...) Einige Kioskbesitzer sind (...) die lokale Zeitung der Nachbarschaft. Aber vielmehr noch sind sie Vertrauensperson, der man die Wohnungsschlüssel anvertraut, Päckchen oder Einschreiben, oder Neuigkeiten aus dem Privatleben. Man trinkt dort einen Kaffee oder →Kölsch, trifft Nachbarn aus dem →Veedel und der „Kölsche Klaaf“ (Klatsch) nimmt seinen Lauf." (vgl.: hier)


Dom

Der Dom ist der BER Kölns.
1164 werden die Gebeine der →Heiligen Drei Könige aus Mailand nach Köln gebracht. Köln und sein (alter) Dom werden zu einem der bedeutendsten Pilgerorte Europas. 1248 ist die Grundsteinlegung am neuen gotischen Dom nach französischem Vorbild. Alle an der Gelddruckmaschine "Dom" beteiligten scheffeln die grobe Kohle ohne Ende: Ablass, Spenden, Verkauf von Devotionalien, →Reliquien und frömmelnden Schnulli. Im Jahr 1560 werden die Bauarbeiten -- TROMMELWIRBEL -- "aus finanziellen Gründen" eingestellt. WTF?! Dann passiert 300 Jahre lang nichts, außer, dass zwei Bauarbeiter um ein gotisches Dixi-Klo herumscharwenzeln und die Kölner "Et hätt noch immer jot jejange" nuscheln. 1794: Der wilde Franzos kommt in Form von napoleonischen Truppen vorbei und verheizt das Chorgestühl, der Sakralbau wird derweil als Pferdestall und Lagerhalle zweckentfremdet. Der Dom ist jetzt knapp vor "Ruine". 1841: Auf Veranlassung von König Friedrich Wilhem IV. von →Preußen (Berlin) und mit Promi-Werbung von Außerhalb (Goethe/Weimar) gründen die Kölner den "Zentralen-Dombau-Verein". 1842 legt der preußische König den Grundstein für den Weiterbau. "Et kütt wie et kütt" brabbeln die Kölner, die mit Aktionismus seit jeher "nix to donn" haben. 1880 ist der Dom (dank fremder Hilfe) nach 632 Jahren dann mal endlich fertiggestellt. 
Hätte man die Kölner machen lassen, wäre die Domplatte heute eine Geröllwüste mit ein paar stehenden Strukturen nach Akropolis-Vorbild.

Zum Vergleich: Der Bau der Kathedrale Notre-Dame de Paris wurde im Jahr 1163 begonnen und 1345 fertiggestellt. Wenn man dran zieht, schafft man so etwas in schlanken 180 Jahren


Domplatte

Touristensammelstelle.
"Mitten in die zugebaute Innenstadt drängelt sich ein Dom, arrangiert wie von unten durch 'ne Betonplatte geschossen." (Dietmar Wischmeyer)
"Domplatte", das ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die den Kölner →Dom seit 1970 umgebende 7.000 m² große Fußgängerplattform (Wikipedia). Hier wuseln Touris aller Coleur direkt busladungsweise herum, Skater schießen durch die Zwischenräume und Straßenkünstler wie Akrobaten, Pflastermaler und "lebende Denkmäler" konkurrieren mit Straßenmusikanten, die meist nicht so gut sind, aber dafür umso lauter aufspielen, gerne auch mit plärrender Verstärkeranlage.


Dreigestirn, Kölner

"Eimol Prinz zo sin en Kölle am Rhing.
En nem Dreijesteen, voll Sonnesching.
Dovun han ich schon als kleine Fätz jedräump.
Einmol Prinz zo sin, söns häs de jet versäump."
(Wicky Junggeburth)

Kölscher Knochenjob für Jungfrau, Prinz und Bauer.
"Der Kölsche Jung an sich hat zwei Träume. Einmal dabei sein, wenn der →FC deutscher Fußballmeister wird. Und einmal im Leben Dreigestirn werden" (lesenswerter Artikel).
Das Kölner Dreigestirn besteht aus Jungfrau, Prinz und Bauer und es sind allesamt Herren. Während ihrer etwas über einmonatigen Regentschaft sind sie die pop-up-Popstars des Kölner →Karnevals und der "Spaß" kostet sie pro Kopf etwa 50.000 €. "Unglaubliche 370 Auftritte stehen auf dem Programm, an Wochenenden und in der heißen Phase um Weiberfastnacht bis zu 14 am Tag. Von ihren Familien sehen sie sechs Wochen lang nichts." (s. a.a.O.) So geht das dann vom Festsaal ins Altersheim, von dort in einen Hotelsaal, auf ein Partyschiff, in die Kaserne, ab zur Stadthalle, wieder in den nächsten Festsaal usw. -- von Morgens um 10.00 Uhr bis Nachts um 2.00 Uhr, tagein, tagaus, Woche für Woche. Und buchstäblich überall ist Humba!-humba!-Täteräää!!!, "dreifaches Kölle Alaaf!" und rheinischer Frohsinn galore incl. "Drink doch ene met" und natürlich →Kölsch und schunkeln und bützen bis der Arzt kommt und drei Dutzend Jecken, die ein Selfie mit dem Dreigestirn machen wollen.
Das sind die kommenden tapferen Kandidaten für diesen Höllenritt: Link.


Stay tuned: Teil 2 erscheint am 16.11.


Mittwoch, 18. Oktober 2017

@work 25: Superlative

photo credit: skersting66 Female RTHB via photopin (license)

Nicht immer findet der Kunde die richtigen Worte zur Schilderung seines technischen Problems. Der eine Kunde hat überall "Kasterl" (südd./österr.), der Andere versucht es zur Abwechslung mit Fachterminologie. Natürlich geht dabei auch mal was daneben...

Der kleinste Drucker
mit dem ich es beruflich jemals zu tun hatte, war der, von dem der Kunde am Telefon behauptete, dass er sich soeben "kolibriert"[1].

Der coolste Drucker
Während handelsübliche Farbdrucker die Bude tendenziell aufheizen, hat der unglaublich coole Kyocera TASKA-Alaska[2] vermutlich ein ***-Eisfach anstelle eines Papierfachs.

Die teuersten Drucker-Kartuschen
Durch das überraschende Auftreten von Farbdruckern zum Ende des letzten Jahrhunderts bekamen einige der CMYK-Toner-Kartuschen vom Kunden verwegen teuer klingende Namen verpasst:
1) Cayenne-Kartusche (Porsche)
2) Magneta-Kartusche[3] (ABBA oder X-Men?)
und außer Konkurrenz:
3) YOLO!-Kartusche

Die günstigste Art zu Mailen
Vergessen wir Lotus Notes, Outlook und Co., so richtig spottbillig wird das Mailen, wenn der Kunde E-Mails von seinem eigenen E-Mail-Discount[4] aus versendet.



1) kalibriert
2) TASKalfa
3) Cyan, Magenta, Yellow
4) E-Mail-Account


Sonntag, 27. August 2017

ru24 Special: Was wählen zur Bundestagswahl 2017?

photo credit: Christoph Scholz Leute vor z.B. Box und Bundestagswahl - scharf via photopin (license)

Schöner wählen mit ru24.
Ein kleiner Ratgeber.


CDU/CSU
Mutti Merkel tritt total schweren Herzens noch einmal an, macht wie Kohl die 16 Jahre voll, wenn sie wiedergewählt wird, denn wer soll sonst den Karren aus dem Dreck ziehen? Sie hat ja alle infrage kommenden Kandidaten in ihrer Partei weggebissen. Und wer Mutti wählt, bekommt auch Mutti -- inklusive Merkel-Raute. Da ist keinerlei Vision, kein Anpacken der großen Probleme wie Renten und Altersarmut, Überalterung der Gesellschaft. Mutti regiert nicht, sie reagiert, es sei denn, sie sitzt das Problem einfach aus. Oder sie zieht sich raus und überlässt unbequeme Entscheidungen ihrer Partei, damit es bloß nicht an ihr hängen bleibt. Hie und da gibt Mutti auch mal die Autokratin wie beim Atomausstieg oder bei der sog. "Asylkrise". Wer CDU/CSU wählt, bekommt die gewohnte Hausmannskost aus uninspiriertem Laborieren plus ein bissi blauweißem, wurstigen Bayern-Schwachsinn à la PKW-Maut, Herdprämie usw.
Ihre Freunde (z.B. bei VW) bezeichnen Merkel als "Partner der Industrie", doch vermutlich wird sich in der Bevölkerung der Begriff "Lobbynutte" durchsetzen.

SPD
Die alleinige Regierungsverantwortung zu haben, das muss nach dem Schröder-Desaster für die SPD mittlerweile so dermaßen gruselig sein, dass sie es nicht einmal ansatzweise versuchen. Jeder im Politikbusiness weiß, dass man Kanzlerkandidaten wie eine Marke langsam über Jahre hinweg aufbauen muss, sie reifen läßt, damit der Wähler sich dran gewöhnen kann. Die SPD macht es so, als würde man Red Bull auf den Markt bringen und sich zwei Wochen später darüber wundern, dass die ultrasüsse Gummibären-Plempe keiner trinkt. Die Sozis zerren also Steinmeier (2009) und Steinbrück (2013) und Schulz (2017) ein paar wenige Monate vor der Wahl aus der Grabbelkiste, wackeln damit hektisch vor dem Wähler herum (wie mit einer Gummihuhnattrappe vor dem Rottweiler) und allzu große Überraschung: es klappt schon wieder nicht!
Der "Schulz-Zug" hat mittlerweile Spur H0.

Die Grünen
Viele"hängen noch der Illusion nach, bei den Grünen handele es sich um eine halbwegs linke, ökologische, irgendwie auch soziale Partei." (J. Ditfurth, Quelle) Die Grünen sind längst denselben Sachzwängen des Machterhaltes unterworfen wie alle anderen Parteien auch. Sie sitzen in Aufsichtsräten, Regierungen und Parlamenten und ihr Wirken ist so grün wie ein 100,00 €-Schein.
Was bisher geschah: Die rot-grüne Koalition der Schröder-Jahre versprach Deutschland nach 16 Jahren Kohl eine »demokratische Revolution« Die Grünen entschieden bei dem deutschen Kriegseinsatz im Kosovo, dem ersten seit 1945 genau so mit wie auch bei der Agenda 2010 und bei Hartz IV. Die Gesundheitsversorgung verschlechterte sich, das Asylrecht wurde verschärft, Renten gekürzt. Den vielleicht noch verheißungsvollsten »Neubeginn« mit Rot-Grün, gab es in Gestalt von Steuersenkungen für Kapital, für Gutverdienende und Reiche.
Man braucht nicht herumzurätseln, was die Grünen tun werden, wenn sie wieder an die Regierung kommen, man muss nur betrachten, was sie bereits getan haben. (Vgl. a.a.O.)

FDP und AfD
Die beiden neoliberalen Parteien. Ich persönlich finde die FDP noch ärgerlicher als die AfD.
Die AfD sind ja bloß sich auf Schritt und Tritt blamierende, plärrende Fritten, die es offenbar nicht besser wissen. Ein AfD-Parteitag muss für die Mitglieder ein berauschendes Gefühl sein, da sie während der ganzen Veranstaltung ausnahmsweise mal nicht die dümmste Sau im Raum sind. Aber die FDP? Braucht es in einem Staat, in dem die großen Parteien bereits dermaßen unübersehbar und selbstverständlich mit dem Kopf im Arsch der Lobbys stecken, noch einen pipigelben Sidekick an ihrer Seite, der mit Klientelpolitik und Neoliberalismus auch noch die restlichen Krümel ehemals sozialer Politik wegfegt? Aus Wählersicht ist FDP-Wählen so, als wenn ein Ertrinkender nicht "Hilfe!" ruft, sondern sich beim Ertrinken noch mit letzter Kraft eine Fanta bestellt. Aber über so einen Quatsch soll der potentielle FDP-Wähler bloß nicht nachdenken, deshalb hat sich Blender Lindner nach dem Rebranding seiner Partei schick im Unterhemd in schwarzweiß in Szene gesetzt, schaut auch viel auf sein Handy. Wähler so: Hey, das mache ich ja auch!
Seid nicht so dumm.

Die Linke
Seit die Titanen Lafontaine und Gysi in Rente sind, wagenknechtet die Partei so vor sich hin. Attraktiv an der Linken ist, dass sie die letzte Partei ist, die noch linkes Gedankengut vertritt. Aber Euro-Abschaffung, Austritt aus der NATO, zuviel Putinversteherei und überschroffe Israelkritik turnt hier genau so schnell wieder vollständig ab.

Piraten
Die Piraten waren meine große Hoffnung. Frisch, neu, basisdemokratisch, modern. Leider scheiterten sie an der Realpolitik ebenso wie am anschwellenden Zustrom immer neuer Mitglieder, darunter nicht wenige totale Wirrköpfe und Komplettverneiner. Jede inhaltliche Linie verlor sich, bis zuletzt gar nichts mehr kam von den Piraten, selbst nicht mal mehr zu typischen Piraten-Themen wie Datenschutz, Snowden, NSA usw. So schade. Ihr wart eurer Zeit weit voraus, Freunde, jetzt seid ihr Geschichte.


Ich weiß, das wird von Wahl zu Wahl schlimmer!
Bitte macht den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 (hier) und neu: den Sozial-O-Mat der Diakonie (hier). Bevor ihr gar nicht wählen geht (voll verboten!), versucht es bitte erst einmal damit.
Geht wählen, aber macht keinen Scheiß.


Freitag, 11. August 2017

Paul

photo credit: Renate Bomm Cumpleaños de hoy via photopin (license)

Ein Kollege ist Vater geworden.
Die Ankündigung samt Foto des gottlob bereits gesäuberten Säuglings wurde in der Firma herumgemailt.
Statt Kanye-Wayne oder Jeremiah-Palomino hat das Kind einen ganz normalen Namen bekommen.
Der Bub heißt Paul.
Respekt!
Es gibt sie noch, die guten Namen!
Weiter so.


Mittwoch, 9. August 2017

Bundesernährungsminister

photo credit: Howdy, I'm H. Michael Karshis Grilled Apple Sausage via photopin (license)
Unser aller Bundesernährungsminister Schmidt (CSU) verlangt: „Was drauf steht, muss drin sein“, und will das auch durchsetzen. Worum es überhaupt geht: Na, um was wohl? -- Die fortwährende Verbrauchertäuschung! Denn machen wir uns nichts vor, jeder kennt das: Man jumpt mal eben etwas kopflos in den Supermarkt, um Grillwürste und Grillfleisch zu kaufen, knallt das Geraffel in den Wagen, zahlt an der Kasse und rast mit erhöhter Geschwindigkeit zum Grillfest, welches sich durch eine Rauchsäule am Horizont bemerkbar macht. Doch ach! Für die "Vegetarische Grillwurst" hat kein Schwein seinen Kopf riskiert und "Tofu" ist wider Erwarten doch keine afrikanische Antilopenart, auch wenn "Tofu-Antilope" doch irgendwie total vertraut klingt!
Wie sehr wurde man getäuscht!!!
Mennomenno!
Die Kumpels werfen sich Blicke zu. Man selbst steht als Vollpfosten da, muss zur Strafe den Fraß selbst essen und darf dazu nur ein abgelaufenes alkoholfreies Bier trinken -- hart aber fair.
Grillabend im Arsch!

Bundesernährungsminister Schmidt (CSU) will jetzt aus diesem Grund die Hersteller von vegetarischen Leberwürsten, veganen Frikadellen und Würsten dazu verknacken, dass sie ihre fleischlosen Pendants nicht mehr Leberwurst, Frikadelle und Wurst nennen dürfen.
Schon, damit so etwas nicht mehr passiert.
Dann wird alles besser!
Hurra!
Da hat die edle, kleine und feine Fleisch-Zunft es dem übermachtigen, veganen Goliath, der mit Qual-Tofu und Ekel-Fleischersatz all die Jahre so fies in die Schlagzeilen geraten war, mal so richtig gezeigt!

Danke, Herr Minister Schmidt (CSU) für die strunzdumme und erbärmlich durchschaubare Lobbyarbeit.


Donnerstag, 3. August 2017

Bürogeplänkel 63 -- Nickerchen machen im Chill-out Area

photo credit: tarboxje Sweetness - Tal  napping via photopin (license)
Im Unternehmen meines Vertrauens mache ich Mittags ganz gerne mal ein Nickerchen.
Das so called "Chill-Out-Area" der Firma ist bequem, aber auch sehr verkehrsgünstig gelegen, es ist ein -- nur mit einem Vorhang abgetrenntes -- Durchgangszimmer zur Pausenküche und zu einem anderen Büro.
Sobald man es sich dort gemütlich gemacht hat, startet ein absurdes Beckett-Theaterstück.

DAS BÜRO AM ENDE DES GANGES
Besetzt mit lediglich 5,5 Personen, ist dieser Hort der Arbeit, was Störungen aller Art angeht leicht als Fliegengewicht zu unterschätzen. Aber mit dieser über-agilen Mannschaft könnte man eine komplette Filmkulisse besiedeln! Quasi minütlich bis hin zum Zehnsekundentakt ploppt einer oder eine aus dem Büro, öffnet KRIK! und schließt PA-KLIK! die Glastür und verschwindet gemessenen Schrittes entweder in der Pausenküche KRIK! PA-KLIK! oder im angrenzenden Flur (Tür: PLAK!). Natürlich kommen sie von diesen Orten auch wieder zurück. Die aus dem Flur Rückkehrenden machen nicht selten Zwischenstation in der Pausenküche. PLAK! KRIK! PA-KLIK! KRIK! PA-KLIK! ... KRIK! PA-KLIK! KRIK! PA-KLIK! Man kann die Tür zum Büro aber auch offen stehen lassen und sich in der schönen Disziplin der Distanzkommunikation üben.

DIE PAUSENKÜCHE
Hier stehen Mikrowelle und ein zu Gruppensitzungen einladender Tisch. Die Mikrowelle läßt sich mit recht wenigen Tastendrücken BLIP-BLIPBLIP-BLIP-BLIP-BLIPBLIP-BLIP-BLIPBLIPBLIP!! programmieren, damit sie irgendwas für 180 Sekunden erwärmt, das dann IT-IT-IT! fertig ist. Am Tisch sammeln sich zu bestimmten Zeiten illustre Runden juveniler Pausierender, die angeregte Diskussionen über Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" führen: mömömö-HAHA-mömö-HAHAHA ... mömömömömömö... HAHAHA!!!

DER TOILETTEN-FLUR
Die einzigen beiden Toiletten dieses Stockwerks befinden sich nur 80 cm Luftlinie hinter der allzeit nur angelehnten Tür zum Pausenraum. Nicht nur wegen des Kollegen der Nachbarfirma mit dem Tarnnamen "Käpt'n Strull", sondern auch wegen der geschätzten 80 Personen, die hier im 45-Sekunden-Takt auf die Toilette gehen, ist es ein Drehkreuz. Die Türen zu den Toiletten sind i.d.R. auch nur angelehnt und die automatischen Türschließer rammen sie nach Öffnung wieder in ihre alte Position zurück. BÄNG!!! macht es eigentlich andauernd - BÄNG!!!
Auch ist es lustig, wenn man Kollegen vor der Toilette trifft, um den neuesten Tratsch über Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" aus dem Raucherzimmer zu verbreiten. MÖMÖMÖMÖ... HAHAHA!!!

MITINSASSEN IM CHILL-OUT AREA
Gerade jüngere Kollegen definieren "Chill-Out Area" völlig anders als ich. Sie zeigen sich gegenseitig Videos von Kim Kardashians Bandwurm "Ali Baba-Bob" auf ihren Handys HAHAHA!!! und unterhalten sich "minimal lauter" (in Überzimmerlautstärke), da sie gerade mit Kopfhörern Cannibal Corpse oder "Die besten Exzenterpressen der Industriegeschichte" hören. Auch schlagen juvenile Kollegen gerne mit verbundenen Augen nach einer eselförmigen, von der Decke hängenden Piñata, feuern sich dabei gegenseitig an, während andere Kollegen (moi) nur wenige cm entfernt davon versuchen, auf der Couch ein Nickerchen zu machen.



KOLLEGIN S.
Jeder hat schon Geschichten davon gehört, dass es Menschen gibt, die bei fast jeder Situation schlafen können, selbst in Schützengräben unter Artilleriebeschuss während der Russ vorrückt. Dieses Gen hat meine Kollegin S.: Sie legt sich selbst im sogenannten "Chill-out Area" einfach hin und macht ein Nickerchen. Einfach so. Trotz BÄNG!!! KRIK! PA-KLIK! BLIP-BLIPBLIP BÄNG!!! MÖMÖMÖMÖ... HAHAHA!!! IT-IT-IT!
Da kann ich nur neidisch werden.