Freitag, 21. Mai 2010

Queen Mom 2 - Et muss sich auch lohnen


sparglas6
Originally uploaded by \<
Seit et in meiner Heimatstadt eine dieser grünen Doc Morris-Apotheken gibt, is Queen Mom nich mehr zu bremsen. Et gibt dafür nämlich Gutscheine mit Verfallsdatum. Zum Beispiel 15% auf einen Artikel bis zum 25. Mai.
Mama (81) is von sowat elektrisiert.
Vielleicht, weil s'e schon in den 70ern "Ihr-Platz"-Rabatthefte geklebt hat und viel früher Lebensmittelmarken.
Gestern kam ich zu ihr, um mit ihr de Einkäufe zu machen.
"Geh mal eben noch nache Tante Waltraud, die hat noch 'nen 20%-Gutschein!", sagte de Mutter. Wow! Ganze 20%! Während de Mutter ihren Mantel anzog, ging ich rüber zu de Tante. Nach kaum 10 Minuten (warten, Küssken, Smalltalk) kam ich mit'm Gutschein wieder zurück, trug ihn vor mir wie ne Trophäe.
Wir fuhren zu Doc Morris.
"Ich bleib so lange im Auto", sagte de Mama.
"OK, un wat soll ich jetz' für dich holen?", fragte ich.
"En Rölleken Zahnseide", sagte se.
Dank langjährigem, mentalen Training kann ich solche Situationen mittlerweile bewältigen.


Donnerstag, 6. Mai 2010

Lifestyle 36 - Spike it up, Abrissbirne!


Outtake 2 - Stupid pose
Originally uploaded by andres.thor
Ich war beim DM um mir "was für die Haare" zu kaufen. So'n Gel oder so zum Reinstrubbeln eben. Ich wollte da keine verdammte Wissenschaft draus machen. Quasi bei DM mal eben so "easy in, easy out". Da stand ich dann doof vor fünf Regalmetern Hairstyling-Produkten.
Fuck.
Die Skala für Härtegrade ist übrigens nach oben offen. So von Kalksandstein über Granit bis Diamant, drunter gibt's irgenwie leider nix. Dabei wollte ich wirklich nichts mit "FX", kein Ultra, kein Extrem, keinen Igel-Look, nichts Maximales, nichts Partyresistentes, Megastacheliges, Kompromissloses und schon gar nicht Urst-Nonplusultra-Styling bizarre mit mattierendem Effekt und UV-Schutz total für die "Strandmatte"!
Herrgott!
Ich irrte durch den Laden und fand nach drei Runden eine Drogeriefachverkäuferin, der ich mein Herz ausschüttete: "Hey, ich will doch mit meinen Haaren keine Häuser einreißen!"
Sie verstand.
"Nehmens'e dat!", sagte die Fachfrau und drückte mir ein taubenblaues Nivea Gel der Stufe 3 = Stark in die Hand.
Ich vermute, das Mittel der Wahl für das konservative Klientel.
Pffft!
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Dienstag, 4. Mai 2010

Lifestyle 35 - Kleingruppenhaltung


huhn
Originally uploaded by pinke_olive
In 42477 Radevormwald hat man einen Kaufpark mit stolzen 2.200 m² Verkaufsfläche gebaut und am 30.03.10 eröffnet, nachdem man den in die Jahre gekommenen EXTRA einfach plattgemacht hatte.
Der neue Laden ist ziemlich gut sortiert. Zum Vergleich bekommt man im Akzenta in Wuppertal-Barmen vier verschiedene Sorten der mexikanischen Gewürzspinne - sogar die Roten - im Kaufpark in Rade immerhin zwei Sorten, leider nur die Mittelscharfen.
Naja, ich schlenderte so umher und schubste meinen Riesen-Einkaufswagen durch die Regal-Canyons. Wer in seiner Kindheit mit 38 m²-EDEKAs groß geworden ist (z.B. Kaiserstr. 142), in denen man nur Körbchen bekam statt Wagen und aus Platzgründen nur Cornichons statt Schlangengurken gehandelt wurden, findet's hier auf der fast 60-fachen Fläche automatisch sowas von grandios weitläufig!
Ich kam am Eierstand vorbei: Und hey, ehrlich, da gab's alles! Vom schnöden holländischen KZ-Ei bis hin zum Bio-Fair-Trade-Ovoiden von natürlich freivögelnden Hühnern! Doch plötzlich blieb mein Blick an einem Sixpack "Eier aus Kleingruppenhaltung" hängen. Aufgedruckt war ein grinsendes, Tirolerhut tragendes Ei!
Kleingruppenhaltung!
Och!
Wie reizend!
Sofort hatte ich Bilder im Kopf von pittoresken Hühner-WGs - wie zu meiner Studentenzeit! So mit runden Tischchen, Kartenspiel, Musik und Tanz!
Gekauft!
Komisch, normalerweise kaufe ich gar keine Eier...

Zu Hause habe ich schnell festgestellt, dass ich auf einen Euphemismus, ein Schönfärbewort hereingefallen bin - Kleingruppenhaltung (Link) - diese Vögel!

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Montag, 3. Mai 2010

Unterwegs für den National Geographic, Teil 1


Chicha de Punucapa
Originally uploaded by Lin linao
Eine ehemalige Kollegin, Petra, war in den späten 80ern mit einem National Geographic-Fotografen unterwegs in den Anden, um im Rahmen einer Reportage über von der Außenwelt völlig abgeschiedene Dörfer zu berichten.
Sie fuhren mit dem Jeep, bis es nicht mehr weiterging. Dann schulterten sie ihre nicht unerhebliche Ausrüstung und stiegen in der dünnen Luft bergan, einem Ziegen- oder Lamapfad entlang.
Die Sonne schien, es war warm, bald waren die Trinkflaschen leer. Der Pfad wand sich steil heran. Neben dem Pfand floss ein munteres Bächlein den Berg hinab, aber die beiden waren zu sehr Profi, als dass sie ihre Trinkflaschen an der Abwasserleitung ihres Zielortes aufgefüllt hätten.
Als die Sonne fast unterging, stolperten die beiden in das Dorf. Ein paar Ziegen liefen umher, die Hauptstraße war schmal und wurde von etwas windschiefen, bröckelnden, ehemals weiß gestrichenen Häusern flankiert, die entweder mit morschen Dachziegeln oder so etwas wie Reet gedeckt waren, den die Sonne silbergrau ausgeblichen hatte.
Petra wurde von elementaren Kräften nach vorne gezogen - Trinken! Sie stolperte voran, ließ den Fotografen hinter sich. Nach einigen hundert Metern gelangte sie an so etwas wie einen Laden, einen Ausschank vielleicht sogar! Hinter einem primitiven Tresen stand eine traditionell gekleidete Frau mit Hut und starrte sie an.
"Agua, porfavor", krächzte die Durstige.
Die Tresenfrau zauberte mit der Gewandheit eines Hütchenspielers ein Glas mit einer altbierbraunen Flüssigkeit hervor. Das Glas war sogar beschlagen! Petra kippte es auf ex! Köstliches Nass!
Sie bekam noch eins, die Tresenfrau strahlte zahnlückig und murmelte etwas Begeistertes.
Während Petra auch dieses Glas auf ex trank, tauchte keuchend der Fotograf auf.
"Wow! Du trinkst Chicha (Link)?", fragte er mit einem gewissen Gesichtsausdruck.
"Äh, ja, wieso...?"
"Das ist Spuckebier. Das wird aus gekauten Maisfladen hergestellt!"

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[zu Teil 2]

Sonntag, 2. Mai 2010

Lifestyle 34 - du Yuppie, ich nix!


Porsche Panamera
Originally uploaded by Alexander Vollmer
Mitte der 90er war ich hochsommers in einer Kneipe in Wuppertal auf der Hochstraße. Es war eine jener Sommernächte, an denen es auch Mitternacht noch 22°C hatte. Ich stand mit einer Menge Leute auf dem Bürgersteig in der Nähe der offen stehenden Kneipentür und trank ein Pils, denn drinnen war es unerträglich heiß. Auf der wenig befahrenen Straße näherte sich rasch ein schreckliches Geräusch, das einem Ju 87 Sturzkampfbomber zum Verwechseln ähnelte. Wie sich herausstellte war es aber ein schwarzer Porsche mit Düsseldorfer Kennzeichen, der schlingernd und bremsenquietschend am rechten Bordstein vor der Kneipe zum Stehen kam. Heraus sprang ein Yuppie mit Blazer. Der hechtete ohne auch nur einen Augenblick inne zu halten in die Kneipe, drängte sich an den Tresen und verlangte ein Alt. Lässig warf er aus dem Handgelenk einen Fünfmarkschein hin, grunzte ein "Stimmt so" und hastete mit seinen 0,2 l Alt ("Kaltgetränk nach Art Bier") wieder nach draußen.
Alle dort starrten ihn an.
Der Yuppie leerte das Glas in einem Zug, warf das Glas, ohne vorher nachzusehen, hinter sich an die Hauswand, wo es zerschellte. Währenddessen sprang er schon in seinen Porsche und verschwand mit einem ultimativ lautstarken RÖÖÖÖHRRR!!!
Ich wusste in diesem Augenblick ganz intensiv: Wenn das Yuppie war, dann ich nix!!!
Heute hat der Vogel in meiner Erinnerung die Visage von Dieter Bohlen, was es noch ein wenig ekliger macht, das Ganze.

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Mittwoch, 28. April 2010

ru24 History 15: Hackethal soll sterben! (1987)

1987. In der Jahrgangsstufe des Theodor-Heuss-Gymnasiums Radevormwald (THG) hatte ich als Mitschüler einen (1) Heavy-Metal-Fan. Er trug ausschließlich tiefschwarze Stretch-Hosen und T-Shirts aus dunkler Materie mit Aufdrucken von Venom, Possessed, Slayer und Voivod. Seine Matte hätte Klingonen vor Neid erblassen lassen, ebenso aber auch sein überaus reizbares, cholerisches Temperament. Dieses ständige Zornbrüllen und Aufwallen war auch seinen Freunden und Bekannten irgendwann mal zu viel. Eine Handvoll Schwachköpfe beschlossen eines Tages, es dem Heavy-Cholerik-Metal mal "zu zeigen". Sie heckten den wenig perfiden und durchaus diskutablen Plan aus, dem Kerl mal "auf die Motorhaube seines Golf zu kacken".
Heiko P., der beeinflussbarste Mensch, den ich je traf, war geradezu ideal zur Durchführung des "Plans", schon nach kurzer Zeit stimmte er begeistert zu, derjenige zu sein, welcher...
Es wurde Abend, es dämmerte. Die Handvoll Rächer machte sich auf den Weg zum Wohnort des Metals, ein stilles Wohngebiet am Rand von Radevormwald. Während sich die Gruppe im Hintergrund hielt und durch Tannengrün schielte, tappte Heiko über den Bürgersteig, hielt immer wieder nach potentiellen Augenzeugen Ausschau. Vorsichtig kletterte er mit seinen Turnschuhen auf die Motorhaube, ließ die Hosen herunter, ging in die Hocke, presste...
In diesem Augenblick sprang ein Fenster an der Wohnung des Metals auf und die Mutter des Cholerikers schrie eine völlig unartikuliert wirkende Folge von Silben - als sei sie besessen!
Heiko floh panisch mit heruntergelassenen Hosen, die Anstifter machten sich aus dem Staub.

Am Ende waren sich auf jeden Fall alle einig, dass die besessene Metal-Mutter "Hackethal soll sterben!" gebrüllt hatte.
Die rätselhafte Sentenz erlangte zu dieser Zeit einige Berühmtheit und wurde sogar zu einem Lied einer lokalen Punk/Metal-Band verarbeitet, dessen Titel und Refrain natürlich "Hackethal soll sterben!" gelautet hatte.

Professor Julius Hackethal (1921-1997) (Link) hat von alledem nie etwas erfahren.


Dienstag, 27. April 2010

Auf ganz dünnem Eis

Sonntag in Köln, Sonnenschein, blauer Himmel von Horizont zu Horizont, Außenterasse im Café Reichard (Link), Blick auf den Dom, die besten Plätze. Meine Begleitung und ich sind begeistert! Unsere Lieblingskuchen kommen (sie: Zitronenbaiser, ich: Haustorte), ebenso die Kännchen Kaffee. Leichter Wind weht, eine Hummel braust vorbei.
In meinem Kopf spielt eine Cocktail-Jazz-Band "Girl from Ipanema".
Ich muss schon Eichendorff bemühen, um dem gerecht zu werden:
Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküßt
Die Torte - der Traum eines jedes Essgestörten - ist vertilgt, schmiegt sich cremig-wohlig an meine Magenwände, ich packe meine neu erworbene Kamera aus, mache ein paar Fotos von meiner Begleitung, sie dann von mir. Summa summarum ein dutzend Grinse-Fotos.
Alle lächeln.
Alles gut!
Eine Frau vom Nachbartisch fragt, ob sie uns mal zusammen fotografieren soll..., so vor dem Dom...?
Wir: Haha, nein, wir sind keine Touristen!
Alle lächeln.
Alles gut!
Ich erzähle meiner Begleitung was von der Gesichtserkennung an der neuen Kamera, irgendwie schaue ich zu der Nachbarin, die interessiert zuzuhören scheint.
Tisch-Nachbarin: "Meine Kamera kann Leute schlank fotografieren! Soll ich Sie mal ablichten?"
Der Tonarm wird mit einem jaulenden Geräusch von der "Girl from Ipanema"-LP in meinem Kopf gefegt.
Totenstille.
GAAANZ DÜNNES EIS!!!
Ich überschlage kurz die Anzahl der potentiellen Augenzeugen: 300.
Selbst meine sündhaft teure Rechtsschutzversicherung würde da höchstens zwei Jahre bei der Endstrafe rausholen.
Dennoch, ich könnte ihr meinen Teelöffel direkt ins...
Oder...
"Fotografieren S'e da ruhig mal jemanden mit, der's nötig hat!", antworte ich stattdessen lächelnd. Meine Augen lächeln nicht mit.
Die Person ist schlau genug, um kurz darauf wortlos und ohne Aufsehen zu verschwinden.
Tsts.
Ich hab' schon Leute für weniger erledigt.

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Montag, 26. April 2010

ru24: Automobiles 13 - Wertigkeit

Ein befreundeter Polizeibeamter erzählte mir einmal im Vertrauen, dass das Land NRW bei Polizei-Fahrzeug-Neubestellungen bei VW die "guten, serienmäßigen" Sitze in den Dienstfahrzeugen aus Kostengründen gegen Billigsitze tauschen ließe.
In diesem Gebaren des Landes zeigt sich die Wertigkeit des Staatsbeamten: 250,00 EUR einsparen bei einem Dienstfahrzeug scheint für ein Bundesland reizvoller zu sein, als die langfristige körperliche Unversehrtheit der Fahrzeuginsassen.
Da passte DAS hier wie die Faust aufs Auge:
Unions-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte auf www.spiegel.de folgendes:
“Wer ein Polizeiauto beschädigt, dem drohen fünf Jahre Haft. Wer einen Polizisten verletzt, zwei Jahre. Das ist absolut nicht nachvollziehbar.”
Wer also einmal in die missliche Lage kommen sollte, sich Vollzugsbeamten wiedersetzen zu müssen - wovon ich dringend abraten möchte - dann bitte nur die preiswerten Beamten schrotten, nicht aber das wertvolle Dienstfahrzeug, es handelt sich schließlich um Staatseigentum...
Nun ja.
Realsatire eben.

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Samstag, 24. April 2010

Glaubensbekenntnis


2009-11-22 Laid to rest
Originally uploaded by [ henning ]
[SPOILER: Gläubige jeglicher Coleur lesen bitte etwas Anderes als diesen Beitrag, danke, sonst heult gleich wieder einer]

Neulich war ich bei Menschen zu Gast, was zuweilen vorkommt.
Vor dem Essen wurde oldschool gebetet: "Komm Herr Jesu sei unser Gast, und segne was du uns bescheret hast, Amen." Ich muss ergänzend erwähnen, dass einer der besuchten Menschen erst sechs war und deshalb wohl der Hokuspokus abgezogen wurde.
In Augenblicken, in dem Theismus mein Leben streift, bin ich immer etwas verlegen. Angelegentlich schaute ich in diesem Fall auf meinen Teller und dachte daran, dass das Essen gerade dabei war, auszukühlen, während die beteten. (Da versucht die Lebensmittelindustrie unseren Nahrungsmitteln seit über 100 Jahren den letzten göttlichen Funken Natürlichkeit auszutreiben, und die Christenheit bedankt sich noch, naja, vielleicht ja für's Naturidentische.)

Nicht zuletzt meinem Katholischen Kindergarten (Blogbeitrag) verdanke ich es, dass es mir schon sehr früh so ging, dass ich eine Marienerscheinung als weitaus beunruhigender empfunden hätte, als eine Entführung durch Außerirdische (Blogbeitrag).

Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie das so ist mit einem Schöpfer. Diese YPS-Urzeitkrebse habe ich nämlich auch mal gehabt. Ich habe die Eier ins vorher penibel gesalzene Wasser geschüttet. Dann habe ich alle halbe Stunde nachgesehen. Bis es sowas von todsterbenslangweilig war, denn es ist ja gar nix passiert. Und dann hab ich die Plempe einfach vergessen. Mom hat eine Woche später das trübe Biotop ins Klo entsorgt - so war sie!
Mir als Gott ging's letztendlich am Arsch vorbei, was aus den Krebschen wurde, ob sie mich anbeteten oder ob sie auf einer Stippvisite in der Kanalisation waren.
Ob man sich also jetzt artig für Speis & Trank bedankt, koscher schlachtet, ob man Ungläubige steinigt, Frauen verschleiert, Ketzer foltert, dänische Karikaturisten meuchelt, Mädchen beschneidet, Städte plündert und brandschatzt, kleine Mützchen trägt, Hexen verbrennt, Schweine für unrein hält oder Andersgläubige verfolgt, weil gerade irgendwelche geweihten Hostien bluten - dem lediglich gedachten Gott geht das alles letztendlich am metaphysischen Arsch vorbei und früher oder später heißt es für trübe Biotop sowieso: Ab ins Klo!

Und dann gibt es diese "ernsthaften" Diskussionen mit Gläubigen - gähn!
Manchmal sage ich dann so Sachen wie "Ey, ich habe gar keine Seele!"
Himpelchen und Pimpelchen antworten dann reflexartig, der Eine: "Au weh!", der Andere: "Das kannst du doch gar nicht wissen!", darauf ich: "Rehe haben doch auch keine Seele!", darauf Pimpelchen wieder: "Auch das kannst du doch gar nicht wissen!"
Gegen so Vögel kommt man nur mit einem Mittel an: "Weißt du was? Du kannst sie geschenkt haben, meine Seele, ich brauche sie nämlich nicht!"
Dann ist immer Ruh!
Über allen Wipfeln.

Und wenn ich tot bin, bin ich tot, bin ich tot - basta!

Oder Pasta:
Für alle, die mal wirklich was ganz Anderes ausprobieren wollen, empfehle ich die Religion des Pastafarianismus, die das Fliegende Spaghettimonster (FSM) anbetet.
Das spricht mich an - ganz spontan!

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Donnerstag, 22. April 2010

Lifestyle 35 - Hygienegefummel


Penny Markt
Originally uploaded by calaggie
Im PENNY, dem Supermarkt meines Vertrauens, werden auch Brot und Brötchen mit leidlicher Qualität aus Rohlingen aufgebacken. Die fünf bis sechs Brötchensorten landen in Drahtschütten, wo sie entnommen werden können. Doch wir leben in hygienischen Zeiten! NICHT händisch! Nein, zu diesem Behuf gab es an jeder Schütte ein Art Grillwürstchenzange. Ungummiert, versteht sich. Das war halt spannender! Für zehn Brötchen brauchte es schon mal zwei Minuten. Meistens fiel eines der Brötchen auf den Boden, machte in der glatten Zange den Houdini.
Vielen Kunden war das zu blöd, sie nahmen die Finger. Wenn sie von der bärbeißigen Marktleitung erwischt wurden, gabs richtig hinten drauf!
Gestern war ich da.
Neues Konzept.
Urst hygienisch!
Ich habe so gelacht!
Sechs Drahtschütten. Oben in jeder Schütte ist ein Schlitz wie in einem Panzerspähwagen. in dem Schlitz fest steckt in einer Führung eine Kelle, die man rechts-links und vor-zurück bewegen kann. Mittels der Kelle kann man nun jeweils ein (1) Brötchen eine Rampe hinaufschieben, auf der Rampe gibt es eine Öffnung mit zwei Klappen, darunter einen Ausgabe-Raum, in den maximal zwei Brötchen hinein passen. Hat man die Backlinge in den Ausgaberaum geschubst, muss man das Werkzeug wechseln: Grillwürstchenzange. Natürlich ungummiert. Hat sich ja bewährt. Buahaha! Jetzt kann man seine zwei Brötchen in die Tüte bugsieren, schon muss man wieder das Werkzeug wechseln für die nächsten zwei Brötchen, und so weiter.
Ich sah Wissenschaftler schon Plutonium unkomplizierter handlen!
Die nächste Steigerung wäre ein in einem Bleiglaskasten steckender Roboterarm, den man über zwei Joysticks fernsteuern muss, wie in einer Kernforschungsanlage.
Aber was tut man nicht alles für die Hygiene...

Ich habe größere Kontingente des gestrigen Abends damit verbracht, Unglückswürmer dabei zu beobachten, wie sie - Grobmotoriker wie sie waren - nach Backlingen fischten, Brötchen schubsten, mit Grillzangen hantierten und im Schneckentempo ihre Tüten füllten.
Wenn ich das nächste Mal zehn Brötchen haben möchte, backe ich mir die schneller selbst.

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