Freitag, 10. Mai 2013

Restaurantkritik 5 - Schwartz's (Montréal, Kanada)

Wann immer wir am SCHWARTZ'S DELI, Saint-Laurent Boulevard 3895, Montréal vorbeikamen, standen Menschenschlangen vor dem Laden.
Dann kam er, der große Tag und wir gingen selbst  hin. Keine Schlange. Wir traten ein. Da waren zwei freie Plätze direkt ganz vorne. Ein Kellner nickte uns nicht unfreundlich zu, wir setzten uns. Das war gutes Karma! Kurz drauf kamen Leute rein, denen ziemlich eindeutig verklickert wurde, dass sie mal schön draußen Schlange stehen müssten und überhaupt!

Der Laden: weiße Plattendecke wie im Büro, Neonlicht. Hoch profanes Mobiliar, Holz-Imitat, Stahlrohrstühle, Kunstleder, Papierplatzdeckchen. Aber was woanders schäbig wirken würde, war hier eine charmante, irgendwie schangelige Zeitreise in vergangene Jahrzehnte. Es gab einen langen Tresen mit Barhockern an der einen Wand und Tische für bis zu vier Personen an der anderen Wand. Wenn man nur zu zweit ist, bekommt man ohne Rückfrage ein anderes Pärchen dazugesetzt. In einem Kabuff direkt neben dem Eingang saß ein Kassierer und stierte etwas blutunterlaufen in die Menge. By the way: Keine Kreditkarten! Nur Bares ist Wahres!
Was man bei SCHWARTZ'S DELI unbedingt bestellen muss: Smoked meat sandwich, Pommes (fries), Gewürzgurke (dill pickle), Krautsalat (coleslaw) und eine Cherry Cola (Cott's Black Cherry Soda). Nur so ist es wirklich authentisch.

Das Essen:
Was man bei SCHWARTZ'S DELI bekommt: Sehr viel erstklassiges, wunderbar gewürztes Räucherfleisch (mit sehr wenig Sandwich), einen Teller Pommes, eine riesige, 'interessant' eingelegte Gewürzgurke, sahnigen Krautsalat und eine unfassbar synthetisch schmeckende 50er-Jahre Cherry Cola (mit Strohhalm aus der Dose), die das ganze Zeitreise-Erlebnis indes perfekt abrundete.

Die Bedienung: war flott und aufmerksam, achtete aber penibel darauf, dass die Gäste es sich nicht zu gemütlich machen im Deli, also nix mit Espresso bestellen und noch ewig rumquatschen - es musste Platz geschaffen werden für die Schlange stehenden potentiellen Gäste draußen auf der Straße!
Wir legten unser Trinkgeld auf den Tisch, zahlten beim Kassenwart die angenehm angemessene Rechnung und waren rundum zufrieden.


Schwartz's | Montreal Hebrew Delicatessen
www.schwartzsdeli.com

Geöffnet:
Mo - Mi: 8:00 - 0:30
Do, So: geschlossen
Fr: 8:00 - 1:30
Sa: 8:00 - 2:30


Mittwoch, 8. Mai 2013

Kanada: Poutine

Coq-O-Bec 
Man war nicht in Kanada, wenn man keine Poutine gegessen hat, da sind sich Kanadier in Bezug auf Touristen einig. Das Online-Wörterbuch dict.cc sagt über "Poutine": "[Can.] [gastr.] {f} Pommes frites und Käsebruch in Bratensoße" (Link).
Nun.
So ziemlich...

Wir ließen uns von einer Einheimischen - Linda - einen Laden empfehlen, der zum Thema "Poutine" eine Verköstigung allererster Kajüte bieten sollte. Linda fuhr uns freundlicherweise sogar mit ihrem riesigen Pickup hin, wir landeten in der Rôtisserie "Coq-O-Bec" (Link) in Terrebonne in der Nähe von Montréal. Eine Rôtisserie (klingt toll) ist übrigens schlicht ein Grillimbiss. 
Gottogott!
Das Coq-O-Bec war ein spartanisch eingerichteter Grill mit Stahlrohrstühlen und Kunstledersitzbänken unter Neonlicht - nichts sollte somit von den uns zu erwartenden Köstlichkeiten ablenken, auch nicht das Wetter, das war Grotte. Poutine gabe es in den Größen klein, mittel und groß, was anschaulich durch die Take-away-Syroporschachteln illustriert wurde, die man recht dekorativ hinter den Tresen an die Wand geklebt hatte.
Ich so: "Hmmm?!"
Linda überredete mich wortreich zu der großen Portion - Herrgott! - ich wußte doch nicht, worauf ich mich einließ!
Puh!
Wir setzten uns auf eine Ledersitzbank und harrten der Dinge, die da kommen sollten...
Und die Dinge kamen! Die Bedienung stellte meinen Begleiterinnen ihre Portionen vor die Nase. Während die Damen noch fassungslos über die Größe ihrer Mahlzeiten lachten, wurde kurzum die WIRKLICH GROSSE Portion geliefert - ein Ayers Rock hochverdichteter Kalorien!
Also - man nehme: Einen Pizza-Teller voller ziemlich brauner Pommes, man packe Hühnchenfleisch oben drauf, dito weiße Käsebröckchen (die beim Draufbeißen quietschen) und man begrabe das Ganze in überrreichlich brauner Soße ("gravy").
Bon Appetit!
...
Nun ja, was soll ich sagen... ich habe nur 2/3 der Portion geschafft.
Kulinarisch gesehen ist die Poutine etwa bei "Doppelpommes mit 4-fach Jägersoße" einzuordnen.



Kanada: GRÖSSER

http://goo.gl/jBlgb
"Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde und fast so groß wie Europa. Das Land nimmt rund 41 % des nordamerikanischen Halbkontinents ein. (...) Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8890 Kilometer. Kanada hat mit 243.042 Kilometern zugleich die längste Küstenlinie der Welt." (Wikipedia)
Respekt!

Wenn man aus Old Europe erstmals nach Kanada kommt, da fällt es im Grunde sofort auf:
HIER IST EINFACH ALLES GRÖSSER!

Hörnchen: GRÖSSER! (Grauhörnchen wiegen zwischen 400 und 710 Gramm, unsere roten, Europäischen Eichhörnchen kommen nur auf 200 bis 400 Gramm) - pöh! Erklärung: Viel mehr Wald = viel mehr Nüsschen = größere Hörnchen. Die possierlichen Nager sind so zahlreich, dass sie unvorstellbarerweise bei einigen kanadischen Zeitgenossen als Plage gelten... tsts!

Rotkehlchen: GRÖSSER! Während unser hiesiges mickriges Rotkehlchen (so called "European Robin") nichts als Briefbeschwerer taugt, denn es wiegt nur 15 bis 18 Gramm, bringt es der kanadische Namensvetter auf stolze 77 Gramm. Der Trick: Die Kanadier nennen ihre dem Rotkehlchen vage ähnelnde Wanderdrossel biberschlau "American Robin" (= amerikanisches Rotkehlchen). Aber hey! - bigger is better!

Ahornsirup: GRÖSSER! Wird bei uns fast ausschließlich in diesen pittoresken Glasflaschen mit dem neckischen Winz-Öhrchen am Hals verkauft (durch das nicht einmal Barbie ihren Zeigefinger stecken könnte). In Kanada verkauft man dieses universelle Lebenselixir in stabilen 540 ml-Blechdosen als Grundnahrungsmittel wie Erbsen oder gewürfelte Tomaten zu umgerechnet 6,00 EUR/Dose. Für nach dem Hockey* auf Pfannkuchen usw.

Autor: glücklich
Lebensmittel: GRÖSSER! Im Supermarkt gab's Mozzarella nur im Kilobeutel. Im Kühlregal tummelten sich eingeschweißte Packungen Steaks im Doppelpack, zusammen über ein Kilo schwer = über 500g pro Steak (Link)! Es gab Erdnussbutter in 2 kg-Gläsern (eingebettetes Bild) und Milch im 2 l-Tetrapak. Jede Marmelade ist per se mindestens 1/3 größer als das Schwartau-Familienglas bei uns. Zahnpastatuben bringen es auf titanische 120 ml (im Gegensatz bei uns: 75 ml). Und "große Portionen" im Imbiss sind WAHRHAFT GROSSE PORTIONEN! (siehe nachfolgenden Blogbeitrag)

Kühl- und Gefrierschränke: GRÖSSER! Die standardisierte Breite für Geräte der Kategorie "Weiße Ware" ist in Kanada um ca. 1/3 breiter als bei uns. Erklärung: Die Lebensmittel sind einfach so wahnsinnig groß! Außerdem haben nach dem Hockey* alle einen Bärenhunger! Und: Wer mehrfach jährlich droht einzuschneien, braucht Kühlschränke und -truhen, in denen komplette Rinder, Schweine und Schafe Platz finden, möglichst nicht nur eins von jeder Sorte.

Herd: GRÖSSER! Bärenschinken und Elch-Schulter sind nicht Schweine-Kotelett und Goldbroiler, schon klar. Vor allem wenn für nach dem Hockey* das Essen auf dem Tisch stehen muss, ist für dieses Unterfangen die europäische Puppenküche verständlicherweise ungeeignet.

Waschmaschine und Wäschetrockner: GRÖSSER! Hockey*-Mütter sind einfach froh, das in Kubikmeter messende, titanische Sport-Equipment ihrer Brut in einem Rutsch in die Waschmaschine und den Trockner zu kriegen.

Autos: Auf dem Land und in Vorstädten fahren in Kanada jede Menge GRÖSSERE 4x4-Pickups herum. Das liegt nicht nur am drastisch GRÖSSEREN Platzangebot, sondern auch am Wetter. Die brauchen einfach Riesen-Karren, die man mit wenigen Handgriffen in einen Monster-Schneeschiebe-Truck verwandeln kann. Mein Smart setzt nämlich bei ca. 12 cm Schneehöhe auf, wäre dort somit nur für 5 Monate im Jahr tauglich. Außerdem: Wenn man drei Kinder hat, die Hockey* spielen, steht man wegen der riesigen Sporttaschen schlicht vor der Wahl: Entweder permanent mit einem Umzugswagen durch die Gegend zu fahren oder direkt mit einem unanständig großen Pickup (à la Dodge Ram).
In der Stadt fährt der Kanadier an sich übrigens i.d.R. ganz normale Autos. Da könnten sich unsere deutschen SUV-Birnen mal ein Beispiel dran nehmen!


Linktipp: William Shatner "singt" die kanadische Nationalhymne "O Canada"


*) In Kanada sagt man nur Hockey, damit ist natürlich EISHOCKEY gemeint, nicht Rasen-, Roll- oder wasauchimmer. Natürlich. Nur, damit das klar ist.



Dienstag, 7. Mai 2013

Queen Mom 25 - Milch

http://goo.gl/f8daS
In 2009 bin ich mit Queen Mom in Urlaub gefahren. Abflug (Blogbeitrag) und Ankunft (Blogbeitrag) waren am Frankfurter Flughafen. Dazwischen waren wir zwei auf der AIDA in der Karibik -- not so bad!
Für de Mutter war et vor allem wichtig, dat se ihr Kaffeetrinken bekam - die wichtigste Mahlzeit des Tages so wollt et scheinen! Dat hängt irgendwie mitm Alter zusammen...
Eines Nachmittags waren wir im Restaurantbereich des Schiffs, hatten schon Kaffee & Kuchen - zum Glück fehlte uns beiden nur noch die Kaffeemilch dazu. Und manchmal ist der Wurm drin, selbst in einem so feudalen Umfeld wie der AIDA, denn ich fand weder welche am Nachbartisch noch an denen daneben. Die vier Kännchen an der Kaffeebar waren komplett leer, so begann ich, weitere Kreise zu ziehen. So langsam weitete sich das Problem zu einer Krise aus, keine Ahnung warum! Zuletzt fand ich ein zu einem Viertel gefülltes Kännchen irgendwo j. w. d. - stolz eilte ich mit der Trophäe zum Tisch zurück.
Queen Mom, die ja ohnehin nie, nie, nie 'danke' sagt (auch nicht, wenn sie Geburtstag/Weihnachten etwas geschenkt bekommt, et is ja alles immer sowas von selbstverständlich), krallte sich das Kännchen und leerte es mit einer beherzten Handbewegung komplett in ihre Bechertasse.
"Äh...", sagte ich, der ich wartend vor meinem tiefschwarzen Gebräu saß.
De Mutter nippte unbeteiligt wenngleich zufrieden an ihrem Kaffee, sie sah mich nicht einmal an.
"Tja. Dann hole ich mir jetzt auch mal Milch!", sagte ich etwas beißend und stand wieder auf.
"Ja. Ist gut!", sagte de Mutter ironie-resistent.
Herrlich, de Königin Mutter!
So ist das eben, wenn man mit gekrönten Häuptern unterwegs ist.


Mehr "AIDA mit QM": Blogbeiträge


Montag, 6. Mai 2013

Think pink

http://goo.gl/xn4gq
Seinerzeit, also prä-Drittes-Jahrtausend, war ich ein oft gesehener Kunde in der einzigen Videothek meines Heimatortes Radevormwald. Ich kann mich erinnern, bereits schon mit 16 oder so (1983) in der Videothek gewesen zu sein, als die Systeme VHS, Video 2000 und Betamax noch koexisterten (rsp. miteinander um Vorherrschaft rangen) und man nicht unbedingt jeden Titel im passenden Format bekam ("Nee, 'Apokalypse Now' haben wir gerade nur auf Beta da!").
Ende der 90er Jahre hatte die Videothek schon bessere Tage gesehen und auch schon einige Locations verschlissen. So war sie vom Alten Markt zum Neumarkt umgezogen, um dann, etwas marginaler, in die Grabenstraße in das Gebäude zu ziehen, das vor Urzeiten den ersten Aldi der Stadt beherbergt hatte.
Nachdem ich die Neuheiten-Ecke hinreichend gewürdigt hatte (leider nix), steifte ich relativ rat- und ziellos umher, putzte mir währenddessen etwas zerstreut die Brille, was bei -8,0/-6,5 Dioptrien nur selten zu optimalen Ergebnissen führt. Plötzlich umgaben mich zu drei Seiten pinkscheckige Wände!
Hä?
Wie rätselhaft!
Ich setzte die Brille wieder auf und fand mich plötzlich in der Porno-Ecke wieder.
Tsts!


Sonntag, 5. Mai 2013

TW 4 - Das Erste

http://goo.gl/YRZ9T
'TW' (Tante Waltraud, 82) hat nu auch nen flachen Fernseher. Mein Bruder hat'n besorgt un aufgestellt, hoch löbliche Aktion, das. Aus Gründen, die nur de Tante kennt un nachvollziehen kann, sollte der Fernseher keinesfalls größer sein als sein buckliger Vorgänger. Also hat se jetzt wieder son Winz-Ding mit 18,5 Zoll Diagonale oder so.
Aus Gründen, die nur de Hersteller von dem Dingen kennt un nachvollziehen kann, fangen de Programme bei dem Gerät ab 100 an. Also 100 is et Erste, 101 is et Zweite un so. De Tante hatte bislang zur Eingabe der Programme de Zahlentasten verwendet. De Bruder erklärt et der T.W., dat se nu de Auf- un Ab-Tasten verwenden soll für de Programmwahl, also er erklärt ihr et 'Zappen', de Tante nickt.
Ne halbe Woche später ruft de Tante an, er müsste nu doch mal vorbeikommen.
De Bruder scheint auf, fragt wat is.
De Tante hatte
 nach drei Tagen keine Lust mehr, dat Erste zu kucken und wollte, dat er mal umschaltet.

Siehe auch: Blogbeitrag


Samstag, 4. Mai 2013

Verfallsdatums-Memmen

http://goo.gl/AfHeu
Sigrun, die Freundin von Ludger (Blogbeitrag) kaufte ihre Lebensmittel ausschließlich und schon aus Prinzip nicht beim Discounter wie gewöhnlicher Pöbel & Lumpenproletariat das so machen.Vielleicht ist es ja ein wunderbares Gefühl, für den gleichen Fraß einfach 1/3 mehr auszugeben als alle anderen, wer weiß, ich werde es wohl nie erfahren. Sigrun prüfte ihren Kühlschrank täglich auf "ablaufende" Lebensmittel und schmiss immer tonnenweise von dem überteuerten Zeugs bereits einen Tag vor Ablauf des Verfallsdatums ungeöffnet weg. Vielleicht gibt einem auch das ein wunderbares Gefühl, wenn man ziemlich schräg drauf ist, wer weiß, ich werde wohl auch das nie erfahren.
Ach Frauen!
Immer so überaus heikel!

Leute: Vielleicht haben es die Schergen der chemischen Industrie ja geschafft, die meisten unserer Sinne so stumpf zu machen wie ein Milchbrötchen. Aber kucken und gesunder Menschenverstand reichen noch immer aus! Echt! Ich muss das doch jetzt nicht noch extra erklären, oder?
Aber viele hauen 1A-Lebensmittel lieber einfach in die Tonne.
Sicher, sicher.
Schön blöd.

Jetzt passt mal schön auf, Spacken: Ich hatte am Zeigefinger die Haut neben dem Nagel etwas eingerissen, es blutete leicht. Ich war gerade bei de Mutter zu Hause, da fiel mir ein: 'Hey, Mercurochrom!' Das ist das grellrote Zeug, das ich als Kind auf Verletzungen gepinselt bekam, z.B. auf die Knie. Ich gehe zum Küchenschrank, da steht et, dat Fläschken. Es ist EBEN DAS Fläschchen, ca. 1972er Jahrgang eines quecksilberhaltigen Medikaments, das man 2003 endgültig aus dem Verkehr gezogen hat (Wikipedia).
Ich gebe es zu: Es war etwas schwierig zu öffnen, aber es ging.
Ich pinselte mir etwas auf die Wunde und stellte es wieder weg.
Noch Fragen?
DAS!!!
IST!!!
SPARTA!!!
Ihr kleinen Verfallsdatums-Memmen.


Freitag, 3. Mai 2013

Hirn

http://goo.gl/zbjc9
Die Nachbarfirma hat plötzlich und unerwartet offenbar einen 21-jährigen Image-Berater engagiert.
"Besser als nix!", würde de Mutter jetzt sagen.
Man hat also aus dem Entrée des Gebäudes massenhaft Abbildungen somalischer, österreichischer und südostpakistanischer Patenkinder entfernt, um freien Wandplatz zu schaffen für... Tadaaa... Graffiti!
Hey! Applaus!
Sehr löblich!
Das fertige Werk: tatsächlich gelungen (siehe eingebettetes Bild). Es zeigt ein über-überdimensionales, menschliches Gehirn, magentafarben angelaufen mit rot verfärbter Hirnangangdrüse (Hypophyse). Das Gehirn ist im oberen Bereich dreidimensional angeschnitten (Obduktion?) und zeigt im Inneren grüne, handgelötete Computerplatinen aus den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

1) die Farbe des Hirns deutet dringend auf eine Kohlenmonoxid-Intoxikation als wahrscheinlichste Todesursache hin.
2) Alternativ ist der Tod möglicherweise durch eine Fehlfunktion der über 40 Jahre alten Schaltkreise herbeigeführt worden.

Eine eigens durch mich gefälschte ad-hoc-Umfrage bei meinen Kolleg(inn)en ergab, dass diese Wandbemalung die Nachbarfirma somit in etwa zu 93% korrekt repräsentiert.
War Spaß.


Montag, 8. April 2013

Kulturrevolution 2.0

http://goo.gl/etHwd
Mao Zedong (Link), Freund Sonne Chinas, gilt als eine der einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Das mag auch an den (je nach Rechnung) 76 Millionen Toten liegen, die zwischen 1949 und 1967 mit auf seine Mao-Kappe gingen (Quelle).
"Mao benutzt keine Zahnbürste, sagt zu seinem Leibarzt: 'Ein Tiger putzt sich auch nie die Zähne, und trotzdem sind sie scharf.' Er wäscht sich nie die Haare und duscht nicht." (Quelle)
"Der Biografie seines Leibarztes Li Zhisui zufolge hatte Mao darüber hinaus sexuellen Verkehr mit hunderten (...) Frauen. Dabei habe Mao bewusst das Risiko in Kauf genommen, die Frauen mit seinen Geschlechtskrankheiten, die er nie auskuriert hatte, zu infizieren" (a.a.O.).
(Daran sieht man, dass man als Mega-Massenmörder-Womanizer seine Hygiene durchaus in vielfältiger Weise vernachlässigen darf - tsts!)

Eine Sache indes scheint mir gut gelungen zu sein an diesem ganzen schrecklichen, massenmordenden, maoistischen Kulturrevolutions-Ding: der Blaumann mit Stahlkappenschuhen für alle. Denn: Wer jemals mit einer größeren Anzahl Frauen zusammengearbeitet hat (moi) und sich tagein, tagaus & Abends mit Beleuchtung das oberflächliche Geseihere zum Thema, Schuhe, mehr Schuhe, noch viel mehr Schuhe, Modefarbe, Riemchen, Halstuch, Handtaschen passend zum Gürtel, Schuhe passend zur Handtasche, usw. usf anhören muss, der fände ein bisschen Kulturrevolution hier sehr heilsam.
Immer, wenn es ganz schlimm wird, stelle ich mir die ganze Brut in Blaumann und Stahlkappenschuhen vor.
Kulturrevolution 2.0.


Freitag, 5. April 2013

Probezeit für Skandalpäpste

http://goo.gl/B65eD
Papst Benedikt der XII., XVII. oder LXIII. stand ja nicht nur auf eine feiste römische Nummerierung, die sich kein Mensch merken konnte, sondern auch auf Brokatfummel und Krokant-Oblaten. Nach seiner Frühpensionierung mit 86 wurde ja dann mit "Franziskus" überraschend schnell ein neuer Papst gewählt. Aber nicht nur an der Schnörkellosigkeit der fehlenden Nummerierung zeigt sich das Unprätentiöse des frischgebackenen kirchlichen Oberhauptes: Der neue Papst, mit 76 ein junger Hüpfer, fuhr schon als Kardinal am liebsten mit der U-Bahn zur Arbeit. Als frischgebackener Pontifex Maximus zahlte er seine Hotelrechnung selbst - in Euro wohlgemerkt, nicht mit Gold-Dublonen (Link) - Respekt!
Doch kaum im Amt, die Farbe auf dem Klingelschild war noch nicht richtig trocken, kam der Schock: Seine Heiligkeit wäscht "in der Jugendhaftanstalt Casal del Marmo zwölf jungen Strafgefangenen - unter ihnen auch Muslime und zwei Mädchen" (Quelle) die Füße.
Knackis!
Frauen!
Muslima!
Jailhouse Rock ante portas!
Gott!
Gottogott!!
Gottogottogott!!!
SKANDALPAPST!!!
Wird er bald auch medienwirksam "Pussy Riot" (Link) die Füße waschen?
Wie weit wird er noch gehen? Wird er auch drogenabhängigen Transsexuellen jüdischen Glaubens die Pedalen salben?
Vielleicht wird die Location der nächsten Life-Fuß-Performance sogar zuvor via Vatileaks (Link) veröffentlicht.

Gläubige fordern schon jetzt ein halbes Jahr Probezeit für Päpste.