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Samstag, 24. Dezember 2016

Wunder der Weihnachtszeit 5

photo credit: HAMED MASOUMI via photopin (license)
Eine Freundin, die Sozialarbeit macht, erzählte mir von den Leuten die sie gerade betreut. Die Erwachsenen rauchen in der Wohnung, schicken aber währenddessen ihre Kinder zum Atmen auf den winterlichen Balkon.
Also, ich spüre da ganz deutlich den Geist der Weihnacht!
War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Augenblick Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Vorweihnachtszeit": hier.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Wunder der Weihnachtszeit 4

photo credit: Kotah and Santa in the Evening via photopin (license)
Heiligabend bin ich zur Mittagszeit im Geniesel kurz zum EDEKA gelaufen, die Reste besorgen. Am Fuße der Rathaus-Galerie in Wuppertal-Elberfeld begegneten mir zwei alte Frauen mit nikotingegerbten Pekinesengesichtern. Sie husteten beide was das Zeug hielt und würgten dabei offenbar faustgroße Klumpen Sputum aus den Untiefen ihrer Lungen nach oben. Es klang wie "Der Zauberberg", letztes Kapitel
"Raucht euch mal eine!", murmelte ich für sie unhörbar.
Eine der beiden hatte fertig gewürgt.
"Wir müssen noch Zigaretten kaufen!", sagte sie zu ihrer Mithustenden mit John-Wayne-Synchronstimme.
Yay!
War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Vorweihnachtszeit": hier.


Dienstag, 24. Dezember 2013

Wunder der Weihnachtszeit 3


Eigentlich geht ja nichts darüber, sich Heiligabend Mittag noch kurz vor Ladenschluss in den Einzelhandel zu stürzen. Ich mache das seit Jahren und habe es noch nie bereut. Gerade der Satiriker kann hier als teilnehmender Beobachter ganz dufte das Verhalten seiner Mitmenschen an den Definitionsrändern untersuchen.
Doch ach!
Alles ging recht zivilisiert zu, keine Spatengesichter, Hackfressen und auch keine Oberarmkonflikte um den letzten Kanister Glühwein an Rudis Reste-Rampe.
Verdammt...
Ich betrat den EDEKA in der Rathaus-Galerie. Hier waren die einzige Herausforderung drei Omas mit Rollatoren, die 1) nur ein Drittel so schnell gingen, wie man selbst, 2) Gänge verstopften und 3) entweder überraschend stehenblieben oder erratisch abbogen. Das war so eine Art Pac-Man mit langsamen Geistern, aber als Videospielidee auch nicht zu verachten. *vormerk*
Ich bekam alles, was ich kaufen wollte, stand eine Viertelstunde an und war wieder draußen...
Verdammt...
Als ich am Karlsplatz auf den Bus wartete, stand da eine Frau, leicht abgerissen. Sie lachte lauthals, wieder und wieder. Zuerst dachte ich, sie telefoniere mit Woody Allen, aber da war kein Hörer oder Headset. Nein, sie war mal sowas von grandios gut drauf, dass sie unausgesetzt Tränen lachte!
Ich ging die mir bekannten Drogen durch, kam aber am Ende darauf, dass sie wohl einen Weihnachts-Elf geraucht haben müsse, um dermaßen abnorm gut drauf zu kommen.
Wow!
War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Weihnachtszeit": hier.


Dienstag, 7. Mai 2013

Queen Mom 25 - Milch

http://goo.gl/f8daS
In 2009 bin ich mit Queen Mom in Urlaub gefahren. Abflug (Blogbeitrag) und Ankunft (Blogbeitrag) waren am Frankfurter Flughafen. Dazwischen waren wir zwei auf der AIDA in der Karibik -- not so bad!
Für de Mutter war et vor allem wichtig, dat se ihr Kaffeetrinken bekam - die wichtigste Mahlzeit des Tages so wollt et scheinen! Dat hängt irgendwie mitm Alter zusammen...
Eines Nachmittags waren wir im Restaurantbereich des Schiffs, hatten schon Kaffee & Kuchen - zum Glück fehlte uns beiden nur noch die Kaffeemilch dazu. Und manchmal ist der Wurm drin, selbst in einem so feudalen Umfeld wie der AIDA, denn ich fand weder welche am Nachbartisch noch an denen daneben. Die vier Kännchen an der Kaffeebar waren komplett leer, so begann ich, weitere Kreise zu ziehen. So langsam weitete sich das Problem zu einer Krise aus, keine Ahnung warum! Zuletzt fand ich ein zu einem Viertel gefülltes Kännchen irgendwo j. w. d. - stolz eilte ich mit der Trophäe zum Tisch zurück.
Queen Mom, die ja ohnehin nie, nie, nie 'danke' sagt (auch nicht, wenn sie Geburtstag/Weihnachten etwas geschenkt bekommt, et is ja alles immer sowas von selbstverständlich), krallte sich das Kännchen und leerte es mit einer beherzten Handbewegung komplett in ihre Bechertasse.
"Äh...", sagte ich, der ich wartend vor meinem tiefschwarzen Gebräu saß.
De Mutter nippte unbeteiligt wenngleich zufrieden an ihrem Kaffee, sie sah mich nicht einmal an.
"Tja. Dann hole ich mir jetzt auch mal Milch!", sagte ich etwas beißend und stand wieder auf.
"Ja. Ist gut!", sagte de Mutter ironie-resistent.
Herrlich, de Königin Mutter!
So ist das eben, wenn man mit gekrönten Häuptern unterwegs ist.


Mehr "AIDA mit QM": Blogbeiträge


Mittwoch, 2. Januar 2013

Komaplaner 2013/2014

http://goo.gl/iXRTd
Die Kollegin neben mir sagt am Telefon zum gefühlten 100. Mal: "Soviel Zeit muss sein: Frohes, neues Jahr!"
Aaaah!
Hiermit weite ich meinen Plan, mich im kommenden Jahr über die gesamte Advents- und Weihnachtszeit in ein künstliches Koma legen zu lassen, bis zum 05. Januar 2014 aus.

Ich zähle mal alle Vorteile auf:
- man erspart sich die Fressorgien, verliert etwa 15 Kilo Gewicht, statt 5 Kilo zuzunehmen,
- man erspart sich die Weihnachtsmusik des Einzelhandels und des privaten Umfelds,
- man erspart sich das Geschiebe auf Weihnachtsmärkten und schlechten Glühwein,
- man erspart sich Hektik und sich kontinuierlich steigernde Hysterie,
- man erspart sich Geschenke, Verwandte.
- Scheisswetter.

Und bei Ausweitung des Ganzen (incl. Silvester):
- man erspart sich das Fressen, Saufen, das Knalltrauma, den Kater
- man erspart sich etwa 325x (ab dem 10. Mal hirnschädigendes) "Frohes, neues Jahr!" von Hans & Franz
- man erspart sich etwa 63x (ab dem 5. Mal hirnschädigendes) "Na, wie war's? Habt ihr schön gefeiert?"

Das macht für das kommende Fest-Doppel incl. 4x Advent nur 22 Urlaubstage!


Mittwoch, 26. Dezember 2012

Queen Mom 22 - Überexotisch

http://goo.gl/0IZ3j 
Heiligabend Abend - et ist schon feierlich!
Meine Freundin Chrissi un ich sind bei meim Bruder zum Essen eingeladen. De Chrissi wollte ja un-un-unbedingt wat Selbstgebackenes mitbringen. Da hat se Muffins gemacht, hatte mich aber vorher gefragt, ob QM (Queen Mom) un TW (Tante Waltraud) sowat kennen. Ich war in mich gegangen. Positiv! Kannten se beide, TW nannte sogar Muffins-Backformen ihr eigen, ich hatte se vor Jahren mal besorgt.
Als wer reinkommen, sind QM un de TW schon da, weil wir warn ja vier Minuten zu spät dran. Et is ne Bullenhitze inne Hütte, da könnste glatt Affen großziehen. De Mutter is zufrieden. De Bruder is wat unglücklich mit den von ihm gekochten Speisen, aber et is Quatsch - et is alles lecker.
Dann kommt et zum Nachtisch.
Nu soll et also Eis und Muffins dazu geben. Im Prinzip ne ganz solide Idee. De Chrissi verteilt se. Et waren hoch professionell aussehende Zimt-Marmor-Muffins mit Weihnachts-Deko-Ornament. De Mutter kuckt, als verteile jemand mit ner Kelle Galeerenquallen. De Tante nimmt et Muffin hoch und kuckt drunter.
"Wat is et?", fragt se.
De Chrissi erklärt et.
"Ah-hmmm!", sacht de Tante arg vage, als habe man ihr gerade "Nacktschneckenkekse" erklärt..
"Aber Tantchen, du has doch de Formen!", sach ich.
De Tante erinnert sich nich. Se mümmelt dat Küchlein mechanisch wech, eher so dat Pflichtprogramm - wat wech is is wech.
De Mutter kratzt mitm Nagel wat von ihrem Muffin ab un probiert et. Dann schiebt se dat Küchlein von sich.
"Puh! Ich schaff et nich!", sacht se un löffelt ihr Eis weiter.

Hach, et is doch immer wieder herrlich, wenn man versucht, bei den Damen etwas "Exotik" int Spiel zu bringen!


Samstag, 22. Dezember 2012

Queen Mom 21 - Wunder der Vorweihnachtszeit II

http://goo.gl/dmi1M
Donnerstag vor Weihnachten.
Ich komm also zu de Queen Mom wegen de Einkäufe, diesmal vorweihnachtliche Einkäufe.
De Flur glänzt und de Mutter hat de Haare frisch in so kleine Röllekes gelegt - de Putzfrau/Frisöse war also da gewesen.
Ich setz mich.
"Wie isst?", frag ich.
"Och Gott! Wie sollet denn sein?", sacht se.
"Gut!", sach ich.
"Och jo, sachte de Mutter, holt et Portemonnaie und grofelt drin rum. Se holt zwei Fuffziger raus und drückt se mir inne Hand. "Da!", sachte se.
Ich überleg. Hatte ich de Mutter Geld geliehen? ... Nee...
Spritgeld vielleicht?
Nee, Spritgeld hatte ich ja noch nie bekommen...
"Hä?"
 "Ja, hier fürn Dinges!", sachte se.
Herrgott! Wat fürn Dinges?
"Hä?", sach ich wieder.
"Na, wegen Dinges am Montag!", sachte se.
Et dämmert mir.
Heiligabend fällt dies Jahr auf nen Montag - dat is mein Weihnachtsgeschenk!
"Mein Geschenk?", stammel ich.
"Ja sicher. Dann brauch ich nich an Weihnachten mitm Geld rummachen!"
"Äh, danke!"
"Deine Sachen krich ich dann am Montag?"
"Äh, sicher..."

War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


Mehr "Wunder der Vorweihnachtszeit": hier.


Samstag, 17. Dezember 2011

ru24 Mysterium 8: Wunder der Vorweihnachtszeit

http://bit.ly/s8Q4nm
Beim Anziehen am heutigen 4. Advent zog ich mir gewohnheitsmäßig meine linke Socke zuerst an. Leider schaute der große Zeh durch ein Loch in der Socke. Ich zog die Socke wieder aus, wohlwissend, dass, wenn ich die Socke mit einem rechten Loch stattdessen über den rechten Fuß ziehe, dass das Problem damit elegant gebannt sein würde. Gedacht, getan. Doch: Grundgütiger! Der große Zeh schaute noch immer heraus! Ein Rätsel! Plan B: Die Socke auf links ziehen! Haha! Es wäre doch gelacht... Der Zeh lugte noch immer hervor, was mathematisch nun wirklich völlig unmöglich war!
Ich stutzte, hielt inne.
Hatte sich nicht gerade vor meinen Augen ein vorweihnachtliches Wunder ereignet?
War ich nicht gerade in diesem allerprofansten Moment Zeuge des Wunders der Vorweihnachtszeit geworden?
Wunder schafft die Weihnachtszeit.
Vor dem Dorf, darin verschneit
jeder Hof und jedes Haus,
Vogelbeerbaum, Nacht für Nacht
hundert Lichtlein trägt, entfacht,
die da leuchten weit hinaus.
Achtet seiner Herrlichkeit
niemand auch im Wintergraus,
bläst der Wind doch keins ihm aus,
alle strahlen dicht gereiht -
Wunder schafft die Weihnachtszeit.

(Martin Greif, 1839 - 1911)
Meine Güte!


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Donnerstag, 1. Dezember 2011

Bürogeplänkel 27 - Tsching, tsching, tsching!

http://bit.ly/u9IKVK
Im Büro wurde jetzt ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Das Problem des Schmückens wurde elegant an unsere Raumpflegerin delegiert. Die ächzte und stöhnte bei der Baumdeko herum wie bei einer Wurzelbehandlung, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen: ein geschmückter Christbaum.
"Sieht scheiße aus!", kommentierte eine Kollegin.
"Hä?", fragte ich.
Aber was weiß ich schon?
"Na, die alten Kugeln! Der Baum sieht doch jedes Jahr gleich aus!", geiferte sie.
Ach so!
Früher nannte man so etwas "Tradition".
Früher, da wurde der Baumschmuck noch an die nachfolgenden Generationen vererbt.
Früher wurde das Lametta abgehangen und gebügelt für das nächste Jahr aufbewahrt, naja...
Früher hatten wir einen Kaiser.
Heute hält die Chefdekorateurin des Haushalts des dritten Jahrtausends vermutlich 75 verschiedene Kugeltypen bereit (in drei Größen, in den Farben rot, blau, weiß, gold und silber, jede Farbe in glänzend, mattiert, semitransparent, transparent und "perlmutt").
Und man sollte natürlich nicht die Augen vor den Anregungen aus der neuen Brigitte verschließen, die vielleicht vermeldet: Kugeln sind "out", gefrostete Zapfen sind "in". Oder quergestreifte Blech-Gnus mit Svarovski-Krone.
Natürlich.
Mattgepaukt von des Tages Knechtungen kehrte ich heim. Mein Herzblatt bat mich nach dem Essen, ihr die Weihnachtsdeko-Kiste von oben aus dem Schrank zu holen. Als sie die Kiste öffnete - Whoah!!! Ein Blick in den Koffer aus Pulp Fiction wäre ein Dreck dagegen gewesen!
"Wir brauchen also nie wieder Baumschmuck kaufen!", sabberte ich begeistert. Hurra! Thema durch!
"Och, Quatsch!", kam es von ihr entrüstet.
...
Ich habe verstanden.


Montag, 28. Dezember 2009

Lifestyle 27 - erster nachweihnachtlicher Geschenke-Umtauschtag

Heute kann der Handel sich warm anziehen.
Denn heute ist der erste Tag, an dem Beschenkte die Grotesk-Gaben ihrer Verwandtschaft wieder umtauschen können.
Ich stelle mir die Dialoge an Heiligabend beim Auspacken der Geschenke so vor:

"Oh mein Gott! Ein Katzenklo???"
"Du wolltest doch eines haben, ich hab dich doch extra gefragt am Telefon, Junge!"
Kurz senkt sich nachdenkliche Stille über das behaglich weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer, alle starren den 16-jährigen an, der fassungslos ein pinkfarbenes Putzi-Katzenklo von sich hält. Dann dämmert es ihm.
"Gott, Oma, BUSHIDO, nicht Muschi-Klo!"
"Hä?"
"Der ist Rapper!"
"Retter?"
"RAPPER!"
"Hä?"
"Wie 50 Cent!"
"Hier Junge, ich geb dir noch 'nen ganzen Euro! Wenn das alles ist! Soll ich das Muschi-Klo wieder mit nach Hause nehmen?"
"Nein, Oma, ich tausche DAS KATZENKLO um! Hast du noch den Bon?"
"Was für einen Gong denn?"
"Schon gut Oma, ich tausche es auch so um!"
"Hast du überhaupt eine Katze?"
"NEI-HEIN, OMA!"
"Nicht dass die dir jetzt in die Ecken macht, Junge!"
"OOOMA!!!"

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Samstag, 26. Dezember 2009

ru24 Wissen 10, Teil 1: Christbaum, -(us)kind, Nikolaus, Weihnachtsmann, -baum



Originally uploaded by Claus Rebler
Gestern abend im Freundeskreis entbrannte eine Diskussion über die diversen Sinnbilder und Bräuche des Weihnachtsfestes. Was die Diskussion deutlich erschwerte, war die Tatsache, dass ein 6-jähriges Mädchen anwesend war, das an Engelchen und Weihnachtsmann glaubte.
Doch wer bringt denn nun die Geschenke? Christkind, Weihnachtsmann oder beide? Sind Weihnachtsmann und Nikolaus der/das Selbe? Ist das Christkind ein Mädchen, obwohl das Christuskind doch mit ziemlicher Sicherheit ein Junge war/ist?
Sind Christbaum und Weihnachtsbaum vielleicht auch etwas Anderes? Und wieso bekommt eine sterbende Tanne die Vorsilbe "Christ-"?
Das ist alles ziemlich durcheinander.
Heute habe ich mal nachgesehen.

Weihnachtsmann = Nikolaus? Nö.
Christkind = Christuskind? Nö.
Weihnachtsbaum = Christbaum? Jep!
Macht 2:1.

Nun, das Universum in dem wir leben, ist ja meist komplizierter, als wir denken.
Hier mal ein paar hard Facts zum Fest:
"Der Weihnachtsmann ist eine Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens. In Deutschland besitzt er diese Rolle vor allem in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland. Dargestellt wird er als freundlicher alter Mann mit langem weißem Bart, roter mit weißem Pelz besetzter Kutte, Geschenkesack und Rute. Die Darstellung des dicklichen Weihnachtsmanns mit dem rot-weißen Mantel gab es schon im 19. Jahrhundert. Das beweisen alte Postkarten. Diese spezielle Variante des Weihnachtsmanns im rot-weißen Gewand wurde seit 1931 alljährlich von dem Unternehmen Coca-Cola aufgenommen und für eine Werbekampagne zur Weihnachtszeit verwendet. Ob Coca-Cola damit entscheidend zur weltweiten Verbreitung des Weihnachtsmanns beigetragen hat, ist nach wie vor sehr umstritten.
Der Tradition nach bringt er den „braven“ Kindern an Heiligabend (bzw. in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember) Geschenke und den „bösen“ eine Rute. Er vereinigt somit Eigenschaften des gutmütigen Sankt Nikolaus und seines verurteilenden Knechtes (Ruprecht, in Bayern und Österreich Krampus, in der Schweiz Schmutzli oder im Rheinland Hans Muff)." (Link)
Ich schwöre: Von einem "Hans Muff" habe ich trotz meiner Nähe zum Rheinland noch nie gehört!
"Nikolaus von Myra, griech. Νικόλαος Μυριώτης, (* zwischen 270 und 286 in Patara; † 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365), wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als griechischer Bischof von Myra in (Lykien) in Kleinasien, damals Teil des Römischen, später des Byzantinischen Reichs. Nikolaus von Myra ist der Schutzpatron Russlands, Kroatiens, Serbiens sowie der Kaufleute, der Seefahrer, der Schüler und Kinder. Der Name bedeutet „Sieg(reich)er des Volkes“ (νικός + λαος). (...)
Nikolaus’ Wirken hat zu vielfältigen Legendenbildungen beigetragen, die im Laufe der Jahrhunderte dazu führten, dass er als einer der wichtigsten Heiligen angesehen wurde. Die Legenden basieren allerdings nicht nur auf (vorgeblichen) Taten des Bischofs von Myra, sondern auch auf denen eines gleichnamigen Abtes des Klosters Sion bei Myra, der später Bischof in Pinara war und 564 starb." (Link)
Naja, es hat ja schon Päpste gegeben, die die Brandschatzung von verrufenen Bordellen nur deshalb verhinderten, weil sie ihnen gehörten. Der Gläubige indes sieht darin allerdings das, was er sehen will: Mut und unerschütterlichen Glauben.
"Das Verhältnis zwischen Christkind und Nikolaus als Gabenbringer ist komplex und entwickelte sich widersprüchlich: Eine Entwicklungslinie geht vom Nikolaus zum Christkind, die andere vom Christkind zum Nikolaus." (Link)
Sie werden sich vermutlich ständig gegenseitig sabotieren, der alte Herr und die blond gelockte Göre: Mal hier einem Rentier ein Abführmittel untergejubelt, mal da eine Kufe am Schlitten angeraut, dafür bekommt es vom Alten heimlich (Ho-ho-ho!) ein bisschen Hundestuhl ans Nachthemderl geschmiert...
"Das Christkind ist eine vor allem in Österreich, der Schweiz, in katholischen Regionen Deutschlands sowie in der Region um Nürnberg verbreitete Symbolfigur des Weihnachtsfestes. Erwachsene erzählen Kindern, dass zu Weihnachten das Christkind kommt und heimlich die Weihnachtsgeschenke bringt. Es wird häufig als blondgelocktes Kind mit Flügeln und Heiligenschein dargestellt. Umgangssprachlich wird das Christkind häufig mit dem Christuskind, der Darstellung des neugeborenen Christus, verwechselt." (Link)
Ja. Ist mir auch schon passiert.
"In Mitteleuropa wird der Weihnachtsbaum (je nach Region auch als Christbaum oder Tannenbaum bezeichnet) zur Weihnachtszeit in Kirchen und Wohnungen sowie auf Plätzen in Ortschaften aufgestellt und mit Lichterketten, Kerzen, Glaskugeln, Lametta, Engeln oder anderen Figuren geschmückt. Dieser Weihnachtsbrauch verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus über die ganze Welt." (Link)
Na, wenigstens hier ist es mal eindeutig!
Aber es ist schon sprechend, dass nur sterbende Koniferen das Prädikat "Christ-" bekommen.
Himpelchen und Pimpelchen winseln jetzt: "Unserer hat aber einen Wurzelballen!"
Jaja! Klar.

Ich wünsche ein frohes Rest-Fest!
Und ein frohes Reste-Essen.

>>> Teil II folgt morgen!

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Dienstag, 22. Dezember 2009

ru24: History 5 - Nikolaus Anno 1971

Am 06. Dezember 1971 (ich war 4 3/4 Jahre alt) informierten mich meine Eltern, dass am Abend der Nikolaus zu uns komme. Ich war aufgeregt. Nikoläuse hatte ich schon viele gesehen. Als Figuren. Als Püppchen. Als Schokoweihnachtsmänner. Alle hatten gemein, dass sie mir vom Boden aus etwa bis zum Knie gingen. Die Sache mit dem "Weihnachtsmann am Abend" schien also hinreichend ungefährlich.
Es wurde dunkel. Irgendwann wurden Kerzen angesteckt. Die roten Kerzen knisterten und tropften. Ich bekam etwas Feierliches angezogen. Gleich würde der Weihnachtsmann kommen!
Ich fragte meine Eltern etwas 100x, wann es denn soweit sei.
Dann endlich schellte es an der Haustür!
Ich sprang auf, wie von der Tarantel gestochen.
Rannte zur Haustür.
Riss die Tür auf.
Um den winzigen Weihnachts-Gnom einzulassen.
Ich blickte nach ganz, ganz unten.
Riesige schwarze Stiefel!
Mein Blick wanderte nach oben.
Riesiger Mantel!
Riesiger Bart!
Riesige Nase!
Riesige Mütze!
Aaah!
Geistesgegenwärtig knallte ich dem Penner die Tür vor der Nase zu.

Meine Eltern waren dann verrückt genug, ihn einzulassen.
Das war dann noch ganz schön gruselig.

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Samstag, 19. Dezember 2009

Lifestyle 26 - Weihnachtlich brennet die Netzhaut

Nun gut. Jede Zeit hat ihre schrecklichen Verfehlungen. Früher waren es Popper. Doch jetzt verkaufen irgendwelche Baumärkte schon seit fast einer Dekade an die 80cm bis 1,20m große Weihnachtsmann-Püppchen mit nuttig aussehendem Polyesterhaar, Bart und Acrylmäntelchen. Und was angeboten wird, egal wie grottenhäßlich oder grenzdebil, wird ja bekanntlich auch gekauft, da ist der vielgepriesene Konsument nicht wählerisch. Ich stelle mir nur immer vor, was die Sklavenarbeiter in den Sweat Shops der Dritten Welt von uns denken müssen, die diesen grauenvollen Tand für die Erste Welt herstellen.
Familienväter klettern, dem Unbill der Höhe trotzend, auf Dächer und bringen diese peinlichen, gnomischen Weihnachtsmann-Atrappen an, egal wie scheiße es aussieht! Und wenn man dann schon mal oben ist, kann man gleich auch noch Lichterketten antackern, die wie UFO-Landebahnen aussehen, allerfestlichst die Habitate zu ergrellen. Parallel dazu simulieren mit der Dezenz eines Gehirnschlages hektisch blinkende elektronische Sterne in den Glitter-Flitterfenstern das zartromantische, winterliche Glitzerspiel von Mondlicht, das sich in Eiszapfen bricht. Denn das soll es darstellen, das Blinken und Blitzen - absolut unvorstellbar, nicht wahr?
"Weihnachtlich glänzet der Wald,
Freuet Euch, Christkind kommt bald",
singt es da.
"Wald? Glanz? Ich seh' nix! Aber ich glaub', ich krieg' von dem Geblinke hier einen epileptischen Anfall!"

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Mittwoch, 9. Dezember 2009

ru24: Lifestyle 27 - Weihnachtsgurke?


Weihnachtsgurke
Originally uploaded by prb
In Münster auf den fünf Weihnachtsmärkten gab es keinen Stand mit einschlägigen Weihnachts-Dekorations-Artikeln, der nicht auch Weihnachtsgurken im Angebot gehabt hätte.
Hallo?
Weihnachtsgurken?
Wtf?
Wikipedia weiß Rat (Link):
"Eine Weihnachtsgurke ist ein aus Glas geblasener Weihnachtsbaumschmuck in Form einer Gurke. Vor der Bescherung wird die Gurke im Weihnachtsbaum versteckt. Die Eltern lassen dann die Kinder – aus einiger Entfernung – danach suchen, und das Kind, das die Gurke entdeckt, darf als erstes seine Geschenke öffnen. Bei mehr als zwei Kindern in der Familie werden entsprechend mehr Gurken im Baum versteckt und die Geschenke in der Reihenfolge des Auffindens geöffnet.
Weihnachtsgurken erfreuen sich vor allem in den USA großer Beliebtheit. Man behauptet, es handele sich um eine alte deutsche Weihnachtstradition. In Deutschland jedoch ist der Brauch nahezu unbekannt."
Nahezu trifft es.
Aber Märkte entstehen, Bedürfnisse werden geweckt. Als ich meiner lieben Freundin B. von diesem Aberwitz berichtete, zog sie ansatzlos einen Flunsch.
"Warum hast du mir keine mitgebracht? Du weißt doch, wie gerne ich Gurken mag!", maulte sie.
Herrgott! Auf Schinkenbroten!
Aber am Baum?

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Dienstag, 1. September 2009

Wintermäntel im August


Ice Cream
Originally uploaded by hartp
Am letzten Dienstag, so um den 25. August herum, lief ich durch die Innenstadt, ließ mir die Sonne ins Antlitz scheinen, genoss das Sommerwetter und dachte an ein Walnuss-Eis. Als ich bei der Filiale von Ernsting's Family vorbeikam, bekam ich schon beim Anblick der Auslagen Schweißtropfen: Daunenjacken und Steppmäntel, allesamt mit struppigen, räudig aussehenden Synthetik-Fellkrägen. Das ist nicht nur antizyklisch, was das Wetter angeht, das ist pervers! Wer kauft denn Wintermäntel im August bei 30°C im Schatten? Die sich in den Modegeschäften neben Moon-Boots und Ohrenwärmen zwei Monate lang langweilenden Einzelhandelsfachverkäufer stellen sich die Frage vielleicht auch. Jahrein, jahraus.
In den Supermärkten rundum ziehen seit Tagen Dominosteine, Nougathäppchen & Spekulatius ein. Verdammt, das wurde auch langsam Zeit! Dort stehen die Leckereien dann und harren stoisch schwitzend und ihre Aggregatzustände wechselnd wie Leute ihre Unterwäsche der fernen Weihnacht. Sollten sie nicht vorher verschlungen werden und tatsächlich ihrer gedachten Anwendung zugeführt werden, nämlich als Leckerei fürs Fest, dann haben sie bereits über ein Dritteljahr auf dem Buckel - hmmm, lecker! Was viele nicht wissen: Es wird nämlich in der Regel nicht nachproduziert.
In einer Zeit, in der Hans & Franz auf Pump leben - also bereits die Kohle der kommenden Monate ausgeben - können sie für das gepumpte Geld auch getrost die Waren der kommenden Monate kaufen.
Hart aber fair.
Irgendwie ist das doch eine elegante Strafe.

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