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Dienstag, 31. Mai 2016

Mit Flip-Flops durch das ganze Jahr

photo credit: geta and tabi socks via photopin (license)

Seit einigen Wochen bin ich stolzer Besitzer von Flip-Flops.
Nach anfänglichem Befremden über das Flippen & Floppen läuft es jetzt sehr gut. Und da ich als Minimalist nicht für jede Jahreszeit unterschiedliche Hausschuhe haben möchte, überlegte ich mir bereits das Flippen & Floppen im urst fußkalten Bergischen Land für die Zeit zwischen dem 1. November und dem 20. März.
Die Idee war, ein paar Tabi-Socken (Link) zuzulegen.
Hey! Yeah!
Was bin ich doch für ein Fuchs!
Doch halt... Was würde meine Frau dazu sagen? Bevor ich also spontan die Bestellung in die Tat umsetzte, ließ ich mein theoretisches Vorhaben als Testballon bei den Kolleginnen im Büro steigen.
Doch ach! Ich blickte in verständnislose, leere Gesichter, die mir quasi pantomimisch mitteilten "Hä? Da greift doch sofort die "Socken in Sandalen"-Todesregel, ist also total verboten!!"
*seufz*
Ich sag mal so: Crocs darf ich auch schon nicht tragen...

Frauen sind toll, sie machen aber auch viel Probleme.


Sonntag, 11. Oktober 2015

ru24 History: P.M. Erstausgabe (1978)

Originalfoto

Im Oktober 1978 erschien, herausgegeben von Gruner + Jahr, erstmalig "P.M. - Peter Moosleitners interessantes Magazin" (Wikipedia). Die "Was-ist-Was-Bücher" meiner Kindheit hatten mich entsprechend eingenordet, sodass ich, jetzt 11-jährig, die perfekte Zielgruppe war. Etwas Besseres als ein Magazin, welches "neugierig auf morgen" im Untertitel trug, konnte es für mich gar nicht geben --  denn neugierig auf morgen war ich ja auch. Peter Moosleitner - was für ein feiner Mann!
In der Erstausgabe gab es Artikel über "den Dinosaurier in uns", "Haremsfrauen", "Liebe der Tiere" und das "Super-Flugzeug" Fairchild A10.
"Wie das erste Titelbild schon verheißt, hatte P.M. einfach alles, was ein [11-Jähriger] interessant findet: Dinos, Frauen, Technik, Sex." (Quelle)
Wie ich beim Lesen erfuhr, hatte das Erdkampf-Flugzeug Fairchild A-10 (Wikipedia), "Warzenschwein" genannt, unter der Titan-gepanzerten Pilotenwanne eine mit 30 mm Uran-Hartkern-Geschossen bestückte siebenläufige und rotierende Gatling-Gun, die 4.200 Schuss in der Minute abfeuern konnte. Mit dieser GAU-8A-Avenger-Kanone konnte man Panzer in Konfetti verwandeln! Grundgütiger, wenn das mal nicht heißer Scheiß war! Natürlich ging ich am nächsten Tag in Radevormwald zum Kaufhaus Nickel, fuhr mit der Rolltreppe nach unten in die Spielzeugabteilung und kaufte mir von meinem Taschengeld den zum Artikel passenden Revell-Flugzeugbausatz dazu (Abb.). Wann immer ich in den letzten fast 40 Jahren eine Fairchild am Himmel gesehen habe, dachte ich "Hey!"

Nach dieser Erstausgabe habe ich P.M. sofort abonniert und etwa 10 Jahre lang gelesen, später allerdings nur noch mit dem Gefühl, dass sich die Themen ständig im Kreis drehten.

Heutzutage grenzt sich P.M. gegen seriöse Wissenschafts-Magazine mehr und mehr mit esoterischen und pseudowissenschaftlichen Inhalten ab (Link).


Mehr über die Zukunft von Damals: Blogbeitrag


Samstag, 15. Juni 2013

Bürogeplänkel 51 - Lieber tot als defibrilliert

http://goo.gl/UTZMf
Ein Hoch auf die Moderne und auf das nächste Büro-Gadget: den Defibrillator.

Machen wir uns nichts vor: Wir werden ja alle nicht jünger. Nichtmal ich! Der eine oder andere Herzstillstand im Büro steht uns statistisch gesehen also noch bevor. Deswegen: Daumen hoch für die weise Entscheidung der Geschäftsführung, für eine massiv alternde Belegschaft so ein Gerät anzuschaffen.

Modern, modern: Nachdem man die Scheibe am Blech-Kisterl an der Flur-Wand eingeschlagen hat, gibt das inliegende Gerät tatsächlich gesprochene Anweisungen von sich. Aber ganz so gesittet wie in dem Video (Link) wird es beim Reanimieren der Kollegenschaft sicherlich nicht zugehen. Vor meinem geistigen Auge spielt sich das eher wie ein Sketch aus dem Muppets-Laboratorium ab. Aber vielleicht gerade deshalb erzählt das sprechende Gerät zwischendurch zur Auflockerung auch mal 'nen Witz:
Kommt 'ne Frau beim Arzt.
Sagt der Arzt: "Was haben Sie denn?"

Sagt die Frau: "Mittagspause!"
Übrigens, in der weiblichen Kollegenschaft keimt bereits erster, reflexartiger Widerstand gegen das Wiederbelebt-werden. Sicher, sicher - damit war ja zu rechnen...
"Mich fasst keiner an", sagten gestern tatsächlich zwei der Bürodamen.
"HÄ? WIE? Lieber tot als defibrilliert?", fragte ich, um Fassung ringend.
"Genau!", bekam ich als bockige, brockige Rückantwort.
Tsts! Leute, Leute!!!
Man fasst es einfach nicht!

Eine Ausnahme würden die Damen sicher bei Dr. Douglas „Doug“ Ross (aka George Clooney aus der Serie Emergency Room) machen.
Eventuell...
Aber nur für den Fall, dass sie am Tag ihres Herzstillstandes ihren wirklich allerbesten BH tragen.


Siehe auch: Blogbeitrag, Blogbeitrag, Blogbeitrag


Sonntag, 12. Mai 2013

Das Schema

http://goo.gl/yDxgu
Der männliche Franzose an sich spricht ja eher ein bestenfalls absurd brockiges Deutsch, wenn man den germanischen Herrn dazu befragte. Außerdem ernähren sich die Baskenmütze tragenden Gitanes-Raucher bekannterweise von Schnecken, Fröschen und weißem Knüppelbrot. Französinnen allerdings haben nicht nur diesen reizenden Akzent, der teutonische Mannsbilder in Wallung versetzt, sie 'aben generell eine 'ammermäßig anziehende Wirkung auf den 'omme Allemande.

Den Skandinavier belegt das teutonische Mannsbild mit den Attributen »grober Knochenbau«, »Albino«, »Alkoholproblem«. Mit einer (am besten naturblonden) Skandinavierin an seiner Seite allerdings würde er bei seinen Kumpels urst beträchtlich punkten.

Der südeuropäische Mann wird vom deutschen Herrn folgendermaßen eingeschätzt: kleinwüchsig, dafür jedoch unverhältnismäßig aufbrausend und mit überbordendem Machismo ausgestattet. Frauenzimmer aus dem Süden Europas indes belegen sie mit den Charakteristika »rassig«, »temperamentvoll« und »glutäugig«!

Für den Amerikaner an sich hat der männliche Germane nur so viel übrig, wie er Sympathien für mindergebildete, übergewichtige, bis an die Zähne bewaffnete Evangelikale aufbringen kann. Die Amerikanerin an sich ist ihm da viel lieber: Ist sie doch eine kesse, moderne Frau von Welt aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die dazu noch die einzige Fremdsprache spricht, die der Deutsche (urst mäßig) beherrscht.

Ihre asiatischen Geschlechtsgenossen halten deutsche Männer für winzig und irgendwie merkwürdig über-nerdig, fernöstliche Frauen finden sie aber mandeläugig, exotisch, und insgesamt aphrodisierend!

Irgendwie sehe ich hier sich ein Schema abbilden, aber ich komme nicht drauf, was es genau ist.
Vielleicht brauchen wir mehr Daten.



Samstag, 4. Mai 2013

Verfallsdatums-Memmen

http://goo.gl/AfHeu
Sigrun, die Freundin von Ludger (Blogbeitrag) kaufte ihre Lebensmittel ausschließlich und schon aus Prinzip nicht beim Discounter wie gewöhnlicher Pöbel & Lumpenproletariat das so machen.Vielleicht ist es ja ein wunderbares Gefühl, für den gleichen Fraß einfach 1/3 mehr auszugeben als alle anderen, wer weiß, ich werde es wohl nie erfahren. Sigrun prüfte ihren Kühlschrank täglich auf "ablaufende" Lebensmittel und schmiss immer tonnenweise von dem überteuerten Zeugs bereits einen Tag vor Ablauf des Verfallsdatums ungeöffnet weg. Vielleicht gibt einem auch das ein wunderbares Gefühl, wenn man ziemlich schräg drauf ist, wer weiß, ich werde wohl auch das nie erfahren.
Ach Frauen!
Immer so überaus heikel!

Leute: Vielleicht haben es die Schergen der chemischen Industrie ja geschafft, die meisten unserer Sinne so stumpf zu machen wie ein Milchbrötchen. Aber kucken und gesunder Menschenverstand reichen noch immer aus! Echt! Ich muss das doch jetzt nicht noch extra erklären, oder?
Aber viele hauen 1A-Lebensmittel lieber einfach in die Tonne.
Sicher, sicher.
Schön blöd.

Jetzt passt mal schön auf, Spacken: Ich hatte am Zeigefinger die Haut neben dem Nagel etwas eingerissen, es blutete leicht. Ich war gerade bei de Mutter zu Hause, da fiel mir ein: 'Hey, Mercurochrom!' Das ist das grellrote Zeug, das ich als Kind auf Verletzungen gepinselt bekam, z.B. auf die Knie. Ich gehe zum Küchenschrank, da steht et, dat Fläschken. Es ist EBEN DAS Fläschchen, ca. 1972er Jahrgang eines quecksilberhaltigen Medikaments, das man 2003 endgültig aus dem Verkehr gezogen hat (Wikipedia).
Ich gebe es zu: Es war etwas schwierig zu öffnen, aber es ging.
Ich pinselte mir etwas auf die Wunde und stellte es wieder weg.
Noch Fragen?
DAS!!!
IST!!!
SPARTA!!!
Ihr kleinen Verfallsdatums-Memmen.


Montag, 8. April 2013

Kulturrevolution 2.0

http://goo.gl/etHwd
Mao Zedong (Link), Freund Sonne Chinas, gilt als eine der einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Das mag auch an den (je nach Rechnung) 76 Millionen Toten liegen, die zwischen 1949 und 1967 mit auf seine Mao-Kappe gingen (Quelle).
"Mao benutzt keine Zahnbürste, sagt zu seinem Leibarzt: 'Ein Tiger putzt sich auch nie die Zähne, und trotzdem sind sie scharf.' Er wäscht sich nie die Haare und duscht nicht." (Quelle)
"Der Biografie seines Leibarztes Li Zhisui zufolge hatte Mao darüber hinaus sexuellen Verkehr mit hunderten (...) Frauen. Dabei habe Mao bewusst das Risiko in Kauf genommen, die Frauen mit seinen Geschlechtskrankheiten, die er nie auskuriert hatte, zu infizieren" (a.a.O.).
(Daran sieht man, dass man als Mega-Massenmörder-Womanizer seine Hygiene durchaus in vielfältiger Weise vernachlässigen darf - tsts!)

Eine Sache indes scheint mir gut gelungen zu sein an diesem ganzen schrecklichen, massenmordenden, maoistischen Kulturrevolutions-Ding: der Blaumann mit Stahlkappenschuhen für alle. Denn: Wer jemals mit einer größeren Anzahl Frauen zusammengearbeitet hat (moi) und sich tagein, tagaus & Abends mit Beleuchtung das oberflächliche Geseihere zum Thema, Schuhe, mehr Schuhe, noch viel mehr Schuhe, Modefarbe, Riemchen, Halstuch, Handtaschen passend zum Gürtel, Schuhe passend zur Handtasche, usw. usf anhören muss, der fände ein bisschen Kulturrevolution hier sehr heilsam.
Immer, wenn es ganz schlimm wird, stelle ich mir die ganze Brut in Blaumann und Stahlkappenschuhen vor.
Kulturrevolution 2.0.


Freitag, 4. Januar 2013

Bürogeplänkel 45 - Ich kann im Büro nirgendwo sitzen

http://goo.gl/gjCyV
Sitze ich im Büro noch länger bei den Frauen, werde ich ganz sicher wahnsinnig!!!
Heute ist z.B. der "Tag des schönen Schuhs". Alle Mitarbeiterinnen in meiner Firma tragen heute nämlich total schöne Schuhe. Es braucht nur eine reinzukommen, zum Dienst zu erscheinen, da sagt schon eine: "Ooh, du hast aber schöööne Schuhe an!"
Nachdem ich das gefühlte 15x gehört habe, beginnt mein präfrontaler Cortex (Hirrrn!), sich zu verflüssigen.
Trage auch ich schöne Schuhe heute?
Tragen wir nicht alle schöne Schuhe heute?
Tragen wir nicht immer alle schöne Schuhe?
Sind Schuhe nicht eigentlich sowas von idiotisch scheissdrecksegal, Himmelherrgott???
Muahahahaha!!!

http://goo.gl/Z1fPA
Setze ich mich im Büro zu den Jungs rüber, werde ich ganz sicher wahnsinnig!!!
Heute ist z.B. der "Tag des SUV"/"Tag des BVB". SUV-Vergleiche wie "VW Touareg V10 TDI vs. Chevrolet Duramax" sind nämlich total wichtig. Ebenso wie "Ballsportverein Borussia vs. Schlacke Nullvier" etc. Und ob der Marvin Kramps als Rechtsaußen bei Bayern (oder Bayer?) taucht oder nicht - et scheint hoch relevant! Nachdem ich das gefühlte 15x gehört habe, beginnt mein präfrontaler Cortex (Hirrrn!), sich zu verflüssigen.
Sind Fußball und Autos auch nur halbwegs relevante Themen?
Sind Fussball und Autos nicht eigentlich sowas von idiotisch scheissdrecksegal, Himmelherrgott???
Muahahahaha!!!

Unterm Strich: Ich kann im Büro nirgendwo sitzen.


Mehr Schuhe: (Blogbeitrag)
Mehr Fußball: (Blogbeitrag)


Donnerstag, 15. November 2012

Kommunikation im dritten Jahrtausend

http://goo.gl/gPrfA
Spätherbst 22.012 v. Chr.: Während sich die Sammlerinnen als Gruppe brabbelnd über die lokale Vegetation hermachten und Beeren, Pilze, Samen und lecker Schnecken einsammelten, hielt ihre Geräuschkulisse wildes Getier ab und schützte gleichzeitig davor, dass eine verloren ging.
Der Jäger indes hatte schweigsam seinem Tagewerk nachzugehen, der entscheidende Faktor für das Heil des Waidmanns. Jagte er in der Gruppe, so schwiegen die Männer gemeinschaftlich, verständigten sich mit Blicken oder mittels Zeichensprache wie heute noch beim Base- oder Football.

Im Spätherbst 2012 n. Chr. lassen sich Nahrungsmittel quasi en passant sammeln (Blogbeitrag). Die Sammlerinnen der Horde sind über den halben Globus verteilt, sie halten Kontakt via Facebook, SMS, Handy/Telefon, Skype, E-Mail und zwitschern bei Twitter (in unterschiedlichen Gewichtungen). Das Gebrabbel ist dasselbe geblieben, nur wird jetzt alles auf elektronischem Wege abgewickelt.
Der ehemalige Mammutjäger hat auch ein Handy, natürlich. In der Regel ist es ein State-of-the-Art-Handy. Der Jäger hat dieses Gerät, einem Schmuckspeer gleich, hauptsächlich als Prestigeobjekt zum Angeben bei anderen Männchen. Allerdings kann er sich prima damit wecken lassen, er kann dufte damit daddeln, ins Netz gehen. Wenn es schellt, erschreckt sich der Mammutjäger: "Orr, scheiße, och nee, ein Anruf!"

Das ist der große Mist an Smartphones - dieses ständige Erreichbarkeits-Ding! Und das ist jetzt mal fast so schrecklich wie dieses SMS-Ding!
Muss Mann SMS schreiben?
Muss Mann auf eine SMS wie "Bin gerade im PIMPI-Markt, brauchen wir noch Linde-Klee-Honig und Toilettenpapier?" wirklich antworten - und das auch noch zeitnah?
In Robert Rodriguez' Film "Machete" (2010) spricht es der klingenschwingende Protagonist gleichen Namens aus: "Machete schreibt keine SMS!"
A very manly man!
Eine Offenbarung!!!
Schwielige thumbs up.



Mittwoch, 17. Oktober 2012

Bürogeplänkel 40 - Klokeim-Infektion

goo.gl/ivutB
Als Kind habe ich oft Sachen gespielt wie: Der Boden ist aus Lava, wer ihn berührt ist tot! Dann habe ich hochgradig umständlich kletternd ganze Räume durchquert...
Die heikle Damenwelt spielt solches noch heute, am liebsten auf Toiletten: Wer irgendetwas berührt, bekommt Klokeime und stirbt entstellt eines schrecklichen, schrecklichen Todes!!!

Auf der Damentoilette im Büro ist nun einer der kleinen Mülleimer (man mag ihn auch "Bindeneimer" nennen) in einer der Kabinen zu Bruch gegangen. War natürlich niemand, muss wohl Materialermüdung gewesen sein, das mit dem Zertrümmern.
Sicher, sicher.

Was vermtlich geschah:
Madame Heikel wankt auf ihren top-trendigen 10-cm-Wedges-Absätzen in die Toilettenkabine, reißt ein Blatt T-Papier ab, um damit die Klinke von innen zu drücken und die Kabine zu verriegeln.
Anzahl Berührungen: 0, verbleibende Restleben: 3, Score: 1.000
Mme. lauscht, sie ist alleine. Sie läßt die südwärtigen Hüllen fallen und hückelt sich schwebend wie ein Hovercraft 3 cm über dem garstig verkeimten Toilettendeckel hin - bloß nie-nie-niemals etwas berühren! Diese Oberschenkel-Muskulatur würde das sog. "starke Geschlecht" mit blankem Neid erfüllen, wüssten sie nur davon! Es plätschert.
Anzahl Berührungen: 0, verbleibende Restleben: 3, Score: 2.000
Et Madämchen reckt sich und grofelt an der T-Papier-Rolle herum, findet aber den Anfang des Papiers nicht. Ihre Nagelstudio-Griffel tasten ins Leere. Madame bekommt Übergewicht nach vorne. Ausfallschritt ist ist nicht wegen der hockenden Pose. Mit einem gurgelnden Kreischen kippt sie nach vorne. Normale Menschen würden sich jetzt mal eben an den Kabinenwänden festhalten, aber Mme. Heikel würde nie-nie-niemals die urst verkeimten Toilettenwände berühren!!! Sekundenbruchteile verrinnen in heller Panik. Kurz bevor das VÖLLIG UNDENKBARE passiert, der Touchdown der ungeschützten Hände auf dem endverkeimten, indiskutablen Toilettenboden, beschließen die Reflexe von Madämchen im letzten Augenblick, ihr gesamtes Körpergewicht mit der rechten Hand auf dem Bindeneimer abzufangen.
Crunch!
Anzahl Berührungen: 1, verbleibende Restleben: 0, Score: 0
Mme. Heikel verläßt die Kabine hochroten Antlitzes, wäscht sich manisch die Hände, öffnet mit einem spitzen Ellenbogen die Tür in den Flur, benutzt achtmal das dort angebrachte Vogelgrippe-Desinfektionsspray und flieht schaudernd diese infektiöse Szene des Grauens. Im Grunde ist sie nun aufgrund einer unheilbaren Klokeim-Infektion so gut wie todgeweiht, ein wandelnder Leichnam (Blogbeitrag).


Dienstag, 25. September 2012

Schutzheilige des weiblichen Schuhticks

"Wenn ich mit offenem Fenster schlafe, höre ich manchmal eine Frau vor Glück schreien und frage mich, wer ihr nachts um zwölf Schuhe liefert." @peterbreuer, Twitter
bit.ly/QStxWn 
Imelda Marcos, ehemalige First Lady der Philippinen und Gattin des philippinischen Ex-Diktators Ferdinand Marcos, gilt landläufig als die Schutzheilige des weiblichen Schuhticks. Als man sie und ihren Gatten hops nahm, fanden sich in den prunkvollen Gemächern der ehemaligen Machthaberin 3.000 Paar Damenschuhe (Quelle)...
Püh!
Das sind doch Peanuts! Popsängerin Mariah Carey (Blogbeitrag) soll tatsächlich 10.000 Paar Schuhe besitzen.
Sicher, sicher.
Et Mariah muss ja sowas von urst-ultra-abnorm überglücklich sein, 27 Jahre lang jeden Tag ein anderes Paar Schuhe tragen zu können (vor allem wenn sie über 25 Jahre davon mehr und mehr aus der Mode kommendes Schuhwerk auftragen muss)...
Schwachsinnige.

So richtig können da meine Kolleginnen nicht mithalten.
Aber sie sind allzeit bemüht.
Wann immer eine auf neuen Schlappen in die Räumlichkeiten geschwebt kommt, gibts grundsätzlich ein großes Hallo! (Man scannt sich also als Dame unentwegt untereinander.) "Oooh!", "Hach, die sind aber toll!", "Zeig mal!", "Hanä, die Riemchen sind aber raffiniert!", "Die Farbe passt ja genau zur Handtasche und zu deinem Gürtel", dann kommen sie angerannt und halten ihre winzigen Füßchen aneinander. Dieses Gewese muss für die Neuschuhbesitzerin ein innerer Reichsparteitag sein...
Und dann spielen sie neuerdings auch noch die Zalando-Werbung nach: "Schrei vor Glück" (hier). Unser Postmann hat schon so dieses Zucken am rechten Auge...
"Männer stehen meist fassungslos vor dem Schuhtick der Frauen - reichen ihnen doch oft - von Sportschuhen abgesehen - ein Paar braune und ein Paar schwarze." (Quelle)
Jep.
Genau.
Schon bei dem Wort "Trendschuh" wird mir ganz blümerant (Blogbeitrag).
Nun, Zalando steht wegen seiner Arbeitsbedingungen am Pranger (Quelle). Und wer schon mal den eigenen Slavery-Footprint (hier) hat berechnen lassen, kommt vielleicht mit kleiner gleich 25 Paar Lederschuhen mal über die eine oder andere Saison.
Weniger ist mehr.


Sonntag, 16. September 2012

Bürogeplänkel 37 - Activmen: Niemand muss ertrinken

bit.ly/Nw7OFK
Die in meiner Firma arbeitenden Damen (in ihrer Gesamtheit "Antjes" genannt) absolvierten mindestens einmal jährlich erfolgreich eine Tour (zweitägige Planwagenfahrt, 12-stündiges Schuh-Shopping, etliche Likörchen durcheinander, Hihi!, Filmriss). Da wollten die Herren der Schöpfung natürlich nicht hinten anstehen und schufen die "Activmen". Konsequent falsch geschrieben sollten sich unter diesem Banner die Herren des Unternehmens versammeln, um eine Riesenmenge Spaß zu haben!
Und was hatten wir für einen Spaß - z.B. "Kanufahren auf der Sieg". Noch heute schrecke ich manchmal aus Träumen hoch, einen gurgelnden Schrei auf den Lippen...

Die Sieg.
Wir waren vorbereitet. Jeder hatte einen gut verknoteten und somit wasserdichten Müllsack mit Wechselwäsche dabei. In einem sehr ruhigen Knick der Sieg, der mehr etwas von einem Teich als von einem Flüsschen hatte, konnten wir erste Erfahrungen mit dem Kanu-Paddeln machen. Es klappte so mittel. Wir lernten, wie man ein Kanu lenkt (der hinten sitzende steckt das Paddel hinter sich ins Wasser und drückt es in die eine oder andere Richtung). Ich konnte nur 'links'. Wir lernten, dass man die unruhigen Stelle im Wasser immer da zu passieren hat, wo die meiste Gischt ist. Röngdöng, Probezeit vorbei, wir fahren los!
Äh...
Die Jungs sprangen in die Kanus, ich gelangte zu dem, in dem bereits Raimund und Schleuti saßen. Mein Platz war plötzlich hinten - der des Lenkers.
"Ich kann nur links!", sagte ich.
"Haha, geht schon!", freuten sich die Jungs.
Wir fuhren los. Alles klappte ganz vorzüglich, bis wir an die erste unruhige Stelle kamen, so ca. 400 m weiter.
"Henning, re-hechts!!!", brüllten die beiden.
"Spacken, ich kann nur li-hinks!", schrie ich zurück.
Das Kanu legte sich quer zur Strömung und kenterte. Raimund blieb vorsichtshalber mit dem Fuß im Kanu hängen, Schleuti lag auf ihm, das die Strömung einfangende Kanu drückte beide noch zusätzlich unter Wasser, das hier etwa hüft-tief war. Raimunds schaffte es mit größter Mühe, seinen Kopf über Wasser zu halten. Nach einer Weile sagte er den Satz. Artikuliert. Sachlich. Für alle verständlich. Denn es ist nicht die Sache des Stoikers, in x-beliebigen Situationen auch nur ansatzweise Contenance und Besonnenheit vermissen zu lassen. So auch hier:
"Wenn der Schleuti jetzt mal von mir runter geht, dann muss auch niemand ertrinken."
Wie aus dem Lehrbuch!!!
"Für den Stoiker als Individuum gilt es, seinen Platz in [der] Ordnung [der Dinge] zu erkennen und auszufüllen, indem er durch die Einübung emotionaler Selbstbeherrschung sein Los zu akzeptieren lernt und mit Hilfe von Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit strebt." (Wikipedia)
Chapeau!
Am Ende saßen wir tropfnass im Kanu und fuhren weiter. Etwa weitere 400 m später rasteten die "Activmen" in einem Knick. Wir hatten ja schließlich insgesamt schon das 0,8-fache eines Kilometers zurückgelegt! Ein nicht kanufahrender Kollege (Dieter) hatte freundlicherweise Bierbänke aufgebaut, es gab K-Salat und Würste - hey! Schleuti hatte sich die nassen Sachen ausgezogen und die Trockenen aus seinem Müllsack angezogen, nicht die weiseste Entscheidung, wie sich beim sofortigen Kentern bei der Weiterfahrt zeigen sollte.
Und so ging der Spaß immer weiter.
Paddel, paddel, paddel.
"Rechts!", "Re-hechts!!!"
"Spacken!"
*kenter*
usw., usf.
Irgendwann wechselten wir gnädigerweise die Boote, ich saß plötzlich vorne bei Felix in einem Zweierkanu, wenigstens ging jetzt auch 'rechts'.
Paddel, paddel, paddel.
Paddel, paddel, paddel.
Ächz.
Paddel, paddel, paddel.
Paddel, paddel, paddel.
Argl.
Paddel, paddel, paddel.
Paddel, paddel, paddel.
So langsam hatte ich dann auch mal genug gepaddelt.
"Felix, wie lange ist denn noch?", fragte ich mit brennenden Armen nach hinten zum Steuermann.
"Och, so das erste Fünftel haben wir!", freute sich Felix.
Paddel, paddel, paddel.
Paddel, paddel, paddel.
*kotz*
Am rechten Flussufer kam ein Ausflugsrestaurant in Sicht. Alle Plätze direkt an der Sieg waren vollständig besetzt.
"Felix, wir fahren jetzt mal rechts ran!"
Ich stieg aus, klemmte mir meinen Müllsack unter den Arm.
"Viel Spaß noch, ich trink mir hier nen Cappu, wenn ihr fertig habt, könnt ihr mich ja abholen."
Felix paddelte wie ein Duracell-Häschen von dannen.
Ich, der ich tropfnass den Fluten entstieg, wurde von den die Außengastronomie weidlich nutzenden Herrschaften angestarrt.
"Tach!", sagte ich in die Runde und ging auf die Toilette, um mich umziehen.

Ich kann mich erinnern, irgendwann in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts während einer Pest-Epidemie mehr Spaß gehabt zu haben, als bei dieser Paddelei auf der Sieg.


Dienstag, 6. Dezember 2011

Mädchensorgen

http://bit.ly/sbjiwz
Es gibt aufsehenerregende physikalische und biologische Vorgänge, die sich ausschließlich in Haushalten mit weiblichen Haushaltsvorstand ereignen.
 
1) Sofortverstopfung (instantane Obstruktion)
Ich hatte mal eine Freundin, bei der hätte sich der Abfluss quasi instantan verstopft, wenn man nur ein einziges Mal brockiges Spülwasser abgelassen hätte, ohne dieses erbärmliche Zusatz-Gitterdings aus dem 1,00-Euro-Laden zu benutzen. Einmal ließ ich das Teil in der Wohnung der Freundin beim Spülwasserablassen weg, weil – hey! – Wasser läuft um so vieles besser ab, wenn man das Ding einfach neben die Spüle legt! Aber klar – sofort war Deutschland in Not!
*Kreisch!!!* »Du verstopfst den Abfluss!!!«
»Nein. Du verstopft den Abfluss mit dem Kackteil, ich habe ihn nur befreit«, hätte ich gerne gesagt. Aber nassforsch kann man kreischenden Damen ja schon mal gar nicht kommen, wenn man noch was vom Wochenende haben möchte.
»Ich zahle dir die Klempnerrechnung«, sagte ich ruhig. Es folgte ein unerquicklicher Dialog, der hier nicht wiedergegeben werden soll. In Teilen ging es um eine notariell beglaubigte Klempnerrechnungs-Blanko-Übernahme-Bestätigung.
Gottogott!
Max Goldt würde das jetzt als "Mädchensorge" bezeichnen.
Ich finde, es geht nichts darüber, dass wenn das Spülwasser mal wieder ganz besonders stückig ist, beim Ablaufen lassen den Finger im Abfluss zu rotieren, bis das Gebrocke durch die sechs Löcher ist. :)

2) Sofortschimmel (instantaner Fungus)
Männer legen gerne schon einmal feuchte Kleidungsstücke in die Waschmaschine, schalten diese aber erst später an. Doch dabei unterschätzen sie die größte Gefahr für feuchte Wäschestücke: Instantanen Fungus, der natürliche Feind des weiblichen Haushaltsvorstands. Und Gott behüte, man läßt eine fertig gelaufene Waschmaschine über Nacht unaufgehangen stehen! Was dann passieren würde, dagegen sind die Vorhersagen zum Ende des Maya-Kalenders nur ein Scherz!
Sicher, sicher.
Männer trocknen Wäsche ohnehin grundsätzlich "falsch". Am Standwäschetrockner hängen sie ihre Kledage nur über einen Draht! So kommt man nämlich prima mit einem Standwäschetrockner aus. Aber das ist natürlich großer Mist! Aus Sicht der Frau muss man Kleidung zum Trocknen immer über zwei Drähte gleichzeitig hängen. Damit trocknet Wäsche ca. 17 % schneller. Dieses Verfahren verballert aber auf jeden Fall immer 176 % der Kapazität eines Standwäschetrockners. Dort nicht mehr aufhängbare Kledage muss dann auch noch über Stühlen und Heizkörpern in der ganzen Wohnung ausgebreitet werden. Hauptsache, es sieht aus wie in einem Flüchtlingslager.
Aber was tut man nicht alles, damit es nicht schimmelt und Wäsche schon am übernächsten Tag um 14:30 Uhr trocken ist (wenn man noch im Büro ist) und nicht erst um 18.00 Uhr (wenn man nach Hause kommt).

Donnerstag, 25. Juni 2009

Familie 2 - First dog


Bo, The First Dog
Originally uploaded by srqpix
"Die Hündin von Franklin D. Roosevelt, "Fala", erhielt so viel Fanpost, dass eigens eine Sekretärin abgestellt wurde, um die Briefe zu beantworten" (Quelle).
Nun, es handelt sich hier natürlich um amerikanische Fans. Niemand sonst käme sonst ernstlich auf die Idee, einem Hund einen Brief zu schreiben.
Aber was für eine putzige Idee! Hihi!
Und weil Amerikaner der Meinung sind, dass weiße, selbstredend heterosexuelle, verheiratete Christenfamilien mindestens 2 Kinder und einen Hund benötigen, hat jetzt auch die Familie Obama einen Hund.
*hüstel*
Afroamerikanische Familien also manchmal auch. Angeschafft wurde der portugiesische Wasserhund "Bo", wie man so hört.
Da wird sich jetzt wohl der Secret Service drum kümmern.

Im Manne an sich schlägt trotz aller Moderne noch immer das Herz eines Mammutjägers. Deshalb ist auch die deutsche Familie nicht komplett ohne einen domestizierten Wolf. Je nach dem, was Züchter davon übrig gelassen haben.
Also schafft das "Familienoberhaupt" einen Hund an.
Familie komplett.
Natürlich hat man keinen Secret Service zur Hand, das Gassigehen muss in Eigenregie organisiert werden. Darum kümmern muss sich natürlich die Gattin, weil der Gatte geht ja seinem Ernährer-Job nach. Die strapazierte mehrfachbelastete Ehefrau muss sich also neben ihrem 25-Stunden-Job, den Kindern, dem Garten und dem Haushalt noch um einen müffelnden, vollgezeckten Flokati kümmern. Sie packt den Hund zusätzlich in den mit Kindern und Einkäufen vollgestopften Corsa, in dem neuerdings ein Kokos-Duftbäumchen vergeblich versucht, gegen Rufus anzustinken. Und weil Mami es nicht mehr immer schafft, alle Nasen lang Gassi mit ihm zu gehen, muss eben die Tochter 3x täglich raus.
Was sieht man also, wenn man mit dem Auto durch einen x-beliebigen Wohnort fährt? Mädchen und Frauen, die mit Hunden unterwegs sind.
Die Mammutjäger lassen sich immerhin am Wochenende mit den Hunden sehen, die sie angeschafft haben. Dann schlappen sie so beschwingt wie ein altes Dreizehenfaultier und leersten Blickes die Bürgersteige entlang, als würden sie Zeit schinden.

Zuletzt rettet also so etwas Profanes wie ein Hund die hochheilige Institution der Familie: So lange Papa am Wochenende mit dem Tier unterwegs ist, kommt es nicht zu sogenannten Familien-Tragödien.


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