Samstag, 31. Oktober 2015

Rezept: Kürbissuppe

photo credit: Kürbissuppe via photopin (license)
Passend zum Halloween gibt's mein vielfach erprobtes und über Jahre vervollkommnetes Rezept für Kürbissuppe. Schwierigkeitsgrad: simpel, ergibt ca. 6 bis 8 Mahlzeiten. Reste lassen sich einfrieren.
Geschnippel: 20 min, Kochdauer: 25 bis 30 min, Pürieren & würzen: 10 min = insges. < 1 Stunde.

Zutaten
1 Hokkaido-Kürbis (mittelgroß)
1/2 Sellerieknolle
1 große Stange Porree (Lauch)
1 Zehe Knoblauch
ca. 5 Kartoffeln
ca. 5 Möhren
1 Stück Ingwer oder Ingwerpulver
5 TL Gemüsebrühe-Pulver
1/2 Liter hochwertigen Orangensaft mit Fruchtfleich
1/2 Flasche Weißwein trocken
6 Mettenden
1 Dose Kokosmilch (gibt es auch fettreduziert)
Gewürze

Zubereitung
Kürbis waschen, halbieren, entkernen, in Spalten schneiden, die Spalten in Würfel. Sellerieknolle schälen, würfeln, ebenso Porree in Scheiben schneiden, die Möhren und Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und sehr klein würfeln (damit er beim Pürieren auf jeden Fall dran kommt). Knoblauch pressen.

Rama zum Braten (o. vgl.) in einem großen Topf erhitzen und das gesamte Gemüse ca. 5 Minuten lang bräunen.
Die 5 TL Gemüsebrühe-Pulver hinzugeben, zusätzlich Salz, Pfeffer.
Mit Weisswein und O-Saft ablöschen. Keine weitere Flüssigkeit hinzugeben.
Mettenden auf beiden Seiten ca. 15x mit der Gabel einpieken (bei zu viert eingeschweißten Würsten diese zum Einpieksen in der Packung lassen, danach auspacken), Würste oben auf das Gemüse legen und alles zusammen ca. 25 bis 30 Minuten bei niedrig gestellter Energiezufuhr bei geschlossenem Deckel köcheln.

Topf von der Herdplatte nehmen, Würste herausnehmen. Dose Kokosmilch hinzugeben, weitere (optionale) Gewürze: Kräuter der Provence, Curry, Paprikapulver, Chili, Kürbisgewürz (z.B. von HERBARIA), Prise Zucker zum Abrunden.
Die Suppe minutenlang manisch mit dem Pürierstab bearbeiten.
Die Konsistenz der Suppe ist nun sehr dick, denn so ist's recht! Wem sie gar zu sämig ist, der darf sie verdünnen, sollte mir aber bitte nicht unbedingt davon erzählen.

Man kann das feine Süppchen mit in der Pfanne gerösteten Kürbiskernen und einem Schuss Kürbiskernöl garnieren, wenn einem der Sinn danach steht. Zwiebelbaguette? Aber sicher.


Freitag, 23. Oktober 2015

Automobiles 24: Fußgänger, eine Straße überquerend

photo credit: Kriss Crossing via photopin (license)

Als Kind brachte meine Mutter mir bei, die Straße immer sehr zügig zu überqueren. Das "Überfahren werden" wirke sich nämlich mindestens "arg ungünstig" wenn nicht gar "hoch drastisch" auf das eigene Wohlbefinden aus. Hierbei wurden die "3K" als Schlüsselworte verwendet: "Krankenhaus, Krüppel, Krematorium". Das korrellierte übrigens mit den noch in den 70ern herumfahrenden Autos, die so dermaßen unverformbar waren, dass man damit hätte Häuser einreißen können.

In den folgenden Jahren passierte so Einiges.
Neuwagen punkteten mehr und mehr mit aktiver und passiver Sicherheit. Sog. "Hirschfänger" an Autos wurden verboten. Die Unfallzahlen gingen allgemein zurück. Die nach 1987 geborenen wurden zudem zeitgleich mit der von Manfred Krug beworbenen "Advocard ist Anwalts Liebling"-Werbung groß -- sie wurden immer selbstbewusster. Und: Je mehr der Wohlstand der bundesrepublikanischen Haushalte zunahm, umso mehr Mütter hatten nun ein Auto, mit dem sie ihre Brut in die Schule karren und von dort wieder abholen konnten. Wenn immer man an einer 30er-Zone einer Schule vorbeifährt, sieht man so alles mögliche, vor allem SUVs, aber keinesfalls zu Fuß gehende Schüler. Nach Hause chauffiert, spielten die Blagen dann zur Entspannung im Schneidersitz auf Spielkonsolen Fußball, denn draußen spielen wurde ja dank der Medienhetze der Privatsender immer gefährlicher: "Überall Perverse. Man hört ja so viel." Zu allem Überfluss wurde 2011 die Wehrpflicht abgeschafft.

Letztens schlichen vor mir nach 1997 geborene mit der Behäbigkeit einer Kontinentaldrift über die Straße. Ich stellte den Motor ab. Während ich gemütlich ein Snickers aß, weil es mal wieder "etwas" länger dauerte, und nach meinem Kindle kramte, kam ich drauf: Bei dieser Generation war "Rennen" oder "schnelles Gehen" überhaupt nicht mehr im Repertoire der bipedalen Fortbewegung enthalten. Sie konnten nicht schneller.


Mehr davon: (Blogbeitrag) (Blogbeitrag)

Donnerstag, 22. Oktober 2015

ru24: Die Zukunft ist JETZT!

photo credit: Back To The Future Car via photopin (license)

Gestern, am 21.10.2015, kam Marty McFly im zweiten Teil von "Zurück in die Zukunft" zusammen mit Doctor Emmett Brown mit dem fliegenden DeLorean in Hill Valley an. Der berühmte Zeitreisende Marty McFly fragte bei Rundumschlag24 an, ob er mich, Henning, als "Menschen der Zukunft" interviewen dürfe -- aber sicher!

Marty McFly: "Hallo Henning -- Mensch der Zukunft!"
Henning M.: "Ja, 'hallo' erstmal! :D"

Marty McFly: "Humm. Was bedeutete denn 'Doppelpunkt großes D'?"
Henning M.: "Haha! Das erfährst du noch früh genug."

Marty McFly: "Oh, gut. Dann zur ersten Frage: Mann aus der Zukunft, wie steht es mit Fusionsenergie im Jahre 2015?"
Henning M.: "Fusionsenergie... Also, der "Mr Fusion" Kleinfusionsreaktor, der Doc Browns DeLorean jetzt antreibt, ist in meinem Jahr 2015 noch genau so Zukunftsmusik wie in unserem gemeinsamen 1985. Alle möglichen Institute doktern dran herum, aber immer heißt es 'in fünf Jahren wissen wir mehr'. Wir haben ja in all den Jahren ja nicht einmal ein Atommüll-Endlager finden können, vielleicht ab 2050 (Quelle). Man weiß nur jetzt schon eines ziemlich sicher, dass es keinesfalls in Bayern liegen wird."

Marty McFly: "Ach! Und Raumfahrt? Haben wir eine Station auf dem Mond und auf dem Mars?"
Henning M.: "Leider nein. Nach der Einstellung des Space Shuttle-Programms in 2011 gibt es keinen Ersatz und wer jetzt ins All will, muss wohl mit den Russen fliegen."

Marty McFly: "Russen...? (*räusper*). Wie steht es mit Weltfrieden?"
Henning M.: "Muahahaha!!!"

Marty McFly: "Ja. Das war deutlich. ... Das liegt sicher an diesen Libyern!
Henning M.: "Ich glaube, die mischen gerade als einzige nicht mit."

Marty McFly: "So? (*räusper*). Was ist denn mit diesem Internet-Ding, von dem alle reden?"
Henning M.: "Dieses 'Internet-Ding' ist eine ganz feine Sache! Kommunikation, Unterhaltung, Shopping. Leider erfuhr die Welt vor ziemlich genau einem Monat, dass der Britische Geheimdienst GCHQ mit 'Karma Police' die größte Überwachungsmaschinerie der Welt betreibt. Seit 2007 werden hier alle alle angesurften Internet-Seiten jeder greifbaren IP-Adresse des gesamten Worldwide Web gespeichert, die Online-Daten zu Profilen zusammengefasst (Quelle). Das war den Medien nicht einmal eine Seite-2-Meldung wert. Keine Sau interessiert das."
[Der ru24-Musikvorschlag dazu: (Youtube)]

Marty McFly: "(*räusper*). Da hätte es 1985 aber einen Riesenaufstand wegen gegeben!! Wie konnten denn die Menschen binnen drei Jahrzehnten so dermaßen stumpf werden? Neue Drogen?"
Henning M.: "Nein. Damit die Leute nicht randalieren oder allgemein auf dumme Ideen kommen, gibt es jetzt alle Nasen lang verkaufsoffene Sonntage. Das klappt ziemlich super."

Marty McFly: "Hä? (kleinlaut) Und fliegende Autos?"
Henning M.: "Nope. Elektroautos. Kanzlerin Merkel kündigte eine Millionen Elektroautos in Deutschland bis 2020 an (Quelle). Und sa-gen-haft: Es fehlen zur ersten Million nur noch 982.000! Hey... Lichtblick: Elon Musk von Tesla Motors hat seine Patente der Welt geschenkt (Quelle) Wow. Jetzt könnte ja sogar Mercedes ein Elektroauto bauen! Naja, zumindest angeblich "bald" (Quelle). BMW kündigte bereits sogar einen elektrischen SUV an. Und einen Tesla Motors Konkurrenz machenden Elektrosportwagen (Link)."

Marty McFly: "Die Computer des Jahres 2015 müssen unfassbar schnell sein, oder?"
Henning M.: "Keinesfalls. Wir haben Windows. Allerdings sind Rasenmäh- und Staubsaugerroboter auf dem Vormarsch."

Marty McFly: "Aha...? ... (*räusper*). Was ist mit Holografie?"
Henning M.: "Nee. Die steckt noch immer in den Kinderschuhen. Aber in den nächsten Jahren könnte es was werden damit, sogar zum Anfassen. (Quelle)."

Marty McFly: "Och? Und wie steht es mit der Gleichberechtigung der Frau?"
Henning M.: "Nein."

Marty McFly: "Eh, gibt es ein Heilmittel gegen Krebs?"
Henning M.: "Nein."

Marty McFly: "Also, ich habe mir die Zukunft ganz anders vorgestellt."
Henning M.: "Ich auch."

Marty McFly: "Danke für das Gespräch. Sag mal, was ist das denn da eigentlich für ein kleines, leuchtendes Teil in deiner Hand, mit dem du ständig herumspielst? Ein Handschmeichler?"


Bitte vormerken: Der nächste Termin zum Faktencheck ist der 12. Oktober 802.701, da kommt dann der Zeitreisende aus "Die Zeitmaschine" bei den Elois und den Morlocks an (Link).




Dienstag, 20. Oktober 2015

76

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Wenn ich zum ersten Mal ein neues Restaurant betrete, bestelle ich ein Gericht, zum Beispiel die Nummer 76. Schmeckt es mir wirklich ganz vorzüglich, dann werde ich, so lange dieses Restaurant existiert, immer wieder die 76 essen. Warum sollte ich einen Reinfall mit der 56 erleben oder Pech haben mit der 33?
Mal ehrlich: Alles Andere wäre doch verrückt! :D
Die Liebste, die über solches autistisches Gebaren nur den Kopf schüttelt, ordert jedes Mal etwas anderes, sagt aber dann in 2/3 der Fälle: "Ich hätte besser auch das bestellt, was du hast".

Es gibt Schokoriegel, die sind einfach perfekt.
Snickers ist seit 1930 im Handel. Mars ist von 1932. Kitkat gibt es seit 1975. WTF sollte man daran ändern? Mal ehrlich: Alles Andere wäre doch verrückt! Sollte man meinen. Leider scheint die Lebensmittelbranche hier völlig anderer Meinung zu sein. Also tauchen in unserem Bürokiosk ständig diese geschmacksverirrten Look-Alikes auf: Snickers "Intense Choc", KitKat "Dark Chocolate", Corny Müsliriegel mit Bananengeschmack (wuäh!), Twix "White" oder "Cappuchino" und leider völlig daneben: "Hanuta Milch + Crispies" -- das können sich die Herrschaften von Ferrero wirklich sonstwo hinstecken!
Natürlich bleiben diese Krampen immer bis zuletzt übrig im Kiosk. Am Ende wird man vor der Neubefüllung des Kiosks quasi gezwungen, diesen Schwachsinn angewidert und unter Protest herunterzuwürgen.
ICH WILL DIE SECHSUNDSIEBZIG!!!


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Bürogeplänkel 59 - Das Lob der Vorgesetzten

photo credit: More empty cubes via photopin (license)

Ein Freund von mir klagte mir sein Leid: Er arbeite nun schon seit über 15 Jahren im gleiche Unternehmen, mühe sich täglich redlich ab, seinen Job zu erledigen, sei aber für seine -- wie er findet -- permanent gute, manchmal überragende Leistung nur ein einziges Mal gelobt worden.
Nun, das Lob war leider nur auf Rückfrage ausgesprochen worden.
Und es war auch noch mit Einschränkungen versehen gewesen.
Auch war es nicht der Vorgesetzte gewesen, der das Lob ausgesprochen hatte, sondern nur dessen Sidekick.
Klar gab es in dieser langen Zeit schon E-Mails an die Belegschaft mit dem Betreff "Hey, das war ja ziemlich OK!", aber manchmal muss Lob einfach eine persönliche Note haben, damit man nicht innerlich kündigt.
Deshalb kramt dieser, mein Freund in seiner Verzweiflung, wenn die Nacht am dunkelsten ist, manchmal dieses winzige, so unbedacht wie halbherzig ausgesprochene, zudem auch noch mit Einschränkungen versehene Lob hervor, hält es wie einen Schatz zwischen seinen Handflächen und wärmt sich an dessen schwächlichen, vage bernsteinfarbenen Glanz.
Er hat ja nichts Anderes.

In dem Unternehmen, in dem ich arbeite, ist es völlig anders!
Wenn ich mit einer Sprengstoffweste ins Büro meines Vorgesetzten gestratzt käme und mit irre rollenden Augen verlangte, dass ich für meine Arbeit auch mal gelobt werde, dann würde ich nach kaum drei bis vier Stunden zähen Verhandlungen mit dem Verhandlungsführer eines Anti-Terror-Teams mein Lob schon noch bekommen! Muahahaha!
Also vom Verhandlungsführer der Antiterroreinheit.
Mein Vorgesetzter müsste erstmal googlen, was dieses "Lob"-Ding überhaupt sein soll.


DIE ZEIT-Artikel zu dem Thema: (Link)
Mehr zum Thema: (Blogbeitrag)


Sonntag, 11. Oktober 2015

ru24 History: P.M. Erstausgabe (1978)

Originalfoto

Im Oktober 1978 erschien, herausgegeben von Gruner + Jahr, erstmalig "P.M. - Peter Moosleitners interessantes Magazin" (Wikipedia). Die "Was-ist-Was-Bücher" meiner Kindheit hatten mich entsprechend eingenordet, sodass ich, jetzt 11-jährig, die perfekte Zielgruppe war. Etwas Besseres als ein Magazin, welches "neugierig auf morgen" im Untertitel trug, konnte es für mich gar nicht geben --  denn neugierig auf morgen war ich ja auch. Peter Moosleitner - was für ein feiner Mann!
In der Erstausgabe gab es Artikel über "den Dinosaurier in uns", "Haremsfrauen", "Liebe der Tiere" und das "Super-Flugzeug" Fairchild A10.
"Wie das erste Titelbild schon verheißt, hatte P.M. einfach alles, was ein [11-Jähriger] interessant findet: Dinos, Frauen, Technik, Sex." (Quelle)
Wie ich beim Lesen erfuhr, hatte das Erdkampf-Flugzeug Fairchild A-10 (Wikipedia), "Warzenschwein" genannt, unter der Titan-gepanzerten Pilotenwanne eine mit 30 mm Uran-Hartkern-Geschossen bestückte siebenläufige und rotierende Gatling-Gun, die 4.200 Schuss in der Minute abfeuern konnte. Mit dieser GAU-8A-Avenger-Kanone konnte man Panzer in Konfetti verwandeln! Grundgütiger, wenn das mal nicht heißer Scheiß war! Natürlich ging ich am nächsten Tag in Radevormwald zum Kaufhaus Nickel, fuhr mit der Rolltreppe nach unten in die Spielzeugabteilung und kaufte mir von meinem Taschengeld den zum Artikel passenden Revell-Flugzeugbausatz dazu (Abb.). Wann immer ich in den letzten fast 40 Jahren eine Fairchild am Himmel gesehen habe, dachte ich "Hey!"

Nach dieser Erstausgabe habe ich P.M. sofort abonniert und etwa 10 Jahre lang gelesen, später allerdings nur noch mit dem Gefühl, dass sich die Themen ständig im Kreis drehten.

Heutzutage grenzt sich P.M. gegen seriöse Wissenschafts-Magazine mehr und mehr mit esoterischen und pseudowissenschaftlichen Inhalten ab (Link).


Mehr über die Zukunft von Damals: Blogbeitrag


Freitag, 9. Oktober 2015

Macht es Sinn, dass ich das alles erinnere?

photo credit: [mobile] Things That Come Up on the TV via photopin (license)

Mehr und mehr Menschen schauen sich US-Serien im englischen Original an.
Was für tapfere Menschen!
"This doesn't make any sense!" und "I remember our days at Groom Lake" sind durchaus valide englische Sätze, die man so oder ähnlich zu hören bekommt, es sei denn, der Sprecher ist aus Texas und man versteht kein Wort.
Kurioserweise schwappt seit Jahren -- zusätzlich zu den ganzen Anglizismen, die sich in unsere Sprache eingesneakt haben, auf leisen Casual Socks & so ganz ohne Action Cam -- auch noch die englische Grammaktik zu uns herüber, but hello!

Denn anders ist es nicht zu erklären, dass selbst die Kommentatorin auf WDR5 heute morgen davon gesprochen hat, dass dieses und jenes "Sinn mache". Gleich mehrfach!
Aufgemerkt: Im Deutschen kann man Sinn nicht herstellen, ihn nicht machen, fabrizieren. Etwas kann sinnstiftend sein oder sinnvoll, sinnig, auch sinnlos sein, aber "Sinn machen" geht nicht, was im Grunde aber 90% der Bevölkerung natürlich nicht davon abhält, solches zu sagen.

"Ich erinnere meinen Urlaub", schrieb letztens ganz unbefangen eine Freundin auf Facebook. "I remember". Das ist englische Grammatik. Aufgemerkt: Bei uns sagt man zurzeit noch "Ich erinnere mich an meinen Urlaub".

Doch keine Sorge: Wenn mich nicht alles täuscht, wird beides schon bald als Möglichkeit im Duden stehen. Vermutlich macht es dann auch keinen Sinn mehr, das zu erinnern.
Ein Hoch auf den rigiden Franzmann, dessen Sprachpolizei die Härteste der Welt ist.


Freitag, 2. Oktober 2015

Bürogeplänkel 58: passiv-aggressiver Hase

Originalfoto
Gründonnerstag war dieses Jahr am 2. April. Da bekam die gesamte Belegschaft des Unternehmens, in dem ich arbeite, einen "Milka Lila Schmunzelhasen" geschenkt.
So weit, so undramatisch.
Die Lebenszeit dieses, meines Schokoladenhohltiers lag bei mir etwa 0,2 Sekunden unter der einer Schneeflocke in der Hölle.
Thema durch.
Fisch gelutscht.
Der Rest ist Grüner Punkt.
Heute haben wir den 2. Oktober. In den Lebensmittelgeschäften des Landes gibt es bereits seit Wochen jeden erdenklichen hochkalorischen Weihnachtsschnickschnack, unter anderem natürlich längst auch die "Milka Weihnachtsmänner" zu kaufen.
WIESO ALSO steht seit geschlagenen sechs Monaten bei einer Kollegin dieser scheiß "Milka Lila Schmunzelhase" noch immer an ihrem Arbeitsplatz herum? Ist es nicht schlimm genug, dass ich täglich arbeiten gehen muss? Nein, wenn ich reinkomme oder rausgehe aus dem Büro, grinst mich also auch noch dieses Teil höhnisch an! Ach ja: Es hilft auch nichts, dass ich die Kollegin mehrfach auf ihren aus der Zeit gefallenen Hasen anspreche, sie nur so: "Hahaha!", als hätte ich sie zum scheiß Spaß darauf hingewiesen! Leute: Kriegt man so ein Teil geschenkt, dann isst man es auf, verdammt noch mal. Oder verschenkt es. Aber nein, Madame lässt es ein halbes Jahr lang herumstehen wie bestellt und nicht abgeholt.
Was bedeutet das?
Küchenpsychologisch analysiert ist es eine passiv-aggressive Masche, die Kollegin will damit durch die Blume (des Hasen) sagen:
"Von euch, Schergen der Geschäftsleitung, nehme ich mal gar nichts an! Ich lasse mich weder von euch und schon gar nicht von euren Almosen einwickeln! Seht her, ich sammle euren billigen Flitter hier gut sichtbar für alle und speie es euch das jeden Tag ins fahle Antlitz!"
Liebwerte Kollegin: Mach das Ding weg (Fristsetzung: 09.10.), oder ich helfe dir dabei.


Donnerstag, 17. September 2015

ru24 Special: PARIS (von â bis z)

photo credit: Tour de Eiffel via photopin (license)

Ampel, Fußgänger-: Erscheint an der Fußgängerampel das grüne Männchen, dann laufen alle Einheimischen in hellen Scharen über die Straße. Beim roten Männchen ebenso.

Bäckereien: Der Boulanger ist auch im dritten Jahrtausend immer noch der Ort, an dem der Franzose seine Knüppelbrote ersteht. Die schleppt er dann bündelweise unterm Arm mit nach Hause, nicht aber, ohne schon an einem herumzunagen. Doch ach! Viele Boulanger sind schon lange eine „Boulangerie et patisserie artisanale“ (Beispiel), ein lichtdurchfluteter Back-Olymp der Herrlichkeiten!!! Hier geben sich Quiche, Eclairs, Macarons und unfassbare andere Leckereien ihr Stelldichein.
Dagegen sind „Butzenbacher Landbrot“ und „Nussecke“ echt finsterstes Mittelalter.

Französische Sprache: Data, der zweite Offizier des Raumschiffs Enterprise (Star Trek TNG), nennt sie „die obskure Sprache Französisch“ und wer wollte diesem messerscharfen Verstand widersprechen (außer Picard)? Wenn man in Paris Métro (U-Bahn) fährt und die geschrieben Stationen auf dem Stationsanzeiger mit dem vergleicht, was da als Station in den Lautsprecherdurchsagen genuschelt wird, dem fällt auf: Man multipliziere einfach die Anzahl der geschriebenen Silben mal „musche“ (sprich: wie in „Garage“). Also aus der Station „Denfert-Rochereau“ der Linie M6 wird die Ansage „musche-musche-musche“. Das verstehen dann wirklich nur Franzosen. Das Ohr des Franzmannes ist also per se aufs Obskure getrimmt. Was nimmt es Wunder, dass der wiederum Touristen nicht versteht, auch, wenn sie sich redlich bemühen mit dem Radebrechen? Der Grund ist, weil sie sich redlich bemühen! Wer also meint, vor seinem Frankreich-Urlaub unbedingt noch einen Sprachkurs belegen zu müssen, kann ruhig auch die VHS-Kurse „Niederländisch“ oder „Portugiesisch“ besuchen, gerne auch „Makramee“, ist eh Latte.

Gastronomie = Unmengen winziger Bistro-Tische dicht an dicht und doppelt so viele schmale Stühlchen. Hier kommt man schon kaum zu seinem Platz, wenn alles noch unbesetzt ist. Die Läden selbst sind zwischen März und Oktober oft leer, da die Kundschaft sich draußen auf den winzigen Sitzgelegenheiten entlang des Bürgersteiges herumdrückt. Hier lässt man sich gerne nieder, denn man wird gesehen und es ist ja auch immer was los: Es hupt und bremst und qualmt und quietscht und flucht. Preislich liegt quasi alles bis 0,25 Liter bei 4,80 €, außer heißer Milch, die kostet 4,20 €. Ist der Laden urst verkehrsgünstig gelegen, d.h., man kann von der Front des Bistros gleich auch noch eine Seitenstraße einsehen und/oder es kommt mit Pauken & Trompeten die Müllabfuhr, dann kostet der Milchkaffee in der ersten Reihe "premier smog" auch mal 5,20 €. In manchen Läden sind diese Plätze zudem ausschließlich für handverlesene Stammkundschaft reserviert.
Nachdem man dir dein einziges Getränk gebracht hat, lässt die Bedienung dich den Rest des Abends links liegen. Vorteil: Man kann einen billigen Abend Wange an Wange mit dem tosenden Straßenverkehr verbringen. Nachteil: Man verbringt einem billigen Abend Wange an Wange mit dem tosenden Straßenverkehr.
Wenn Raum gleichbedeutend ist mit Luxus, dann sind nach Geschlechtern getrennte Toiletten alberner Zierrat. Also gibt's für die Gäste und das Personal nur ein einziges Scheißhaus, eine Klobrille existiert nicht und Hygiene ist Kür, nicht Pflicht.

Hustler: Touristenmagneten ziehen Touris an und diese wiederum Hustler [eng.: Gauner, Abzocker, Falschspieler]. Von dem einen und von dem anderen gibt es in Paris eine ganze Menge. Wovor man sich in Acht nehmen sollte: Scharen von Romas, die versuchen, Gutgläubige zu einer Unterschrift zu bewegen (im Nachhinein hat man alles doppelt). Besonders am Montmartre bedrängen Gruppen von farbigen Herren Touristen, indem sie ihnen ungefragt Bändchen an den Zeigefinger flechten und dann dafür abkassieren. Das ist unangenehm und macht schlechte Laune. Entlang der Seine verfolgen einen Clowns, die einem ununterbrochen unangenehm ins Ohr pfeifen – WTF? Und auf dem Weg zwischen den Trödelmärkten von Saint Ouen treiben fliegende Händler (Stichwort "acht Uhren am Unterarm") und Hütchenspieler (ernstlich!) ihr Unwesen.
Ansonsten sollte man seine Wertsachen immer fein im Auge behalten.

Kaffee: Bestellt man „un café“, bekommt man einen Espresso. Wer einen „café crème“ bestellt, bekommt einen Milchkaffee. Den gibt’s in klein (hat Espressogröße) und groß (kleine Tasse). Einmal habe ich versucht, einen Filterkaffee mit Milch zu bestellen und bekam eine knallvolle Tasse schwarzen Kaffee und ein Kännchen kalte Milch dazu. Haha, ihr lustigen Franzosen! (weiterführender Link)

ÖPNV: Am besten holt man sich einen Wochenpass für die Öffentlichen, dazu benötigt man ein Passbild. Das bringt man am besten von zu Hause mit. Ansonsten gibt es ein bissi nach Pipi riechende Passbildautomaten, die einem in genuscheltem Französisch verklickern, was jetzt gerade mal nicht allzu biometrisch war am aktellen Versuch. Wenns mal wieder länger dauert: Snickers. Zur Anfertigung des Passes z.B. unten im Gare du Nord muss man eine halbe Stunde Schlange stehen, die Frau hinter dem Schalter ist eine Hardcorebürokratin -- aber dann lüppt es immer & überall mit dem Ticket.
Während deutsche Busfahrer warten, bis alle sitzen, drückt sein französisches Pendant sofort noch während des Einsteigens der Fahrgäste beherzt aufs Gas, sodass alle herumpurzeln, vor allem Deutsche, die gerade versuchen, ihr Portemonnaie zu verstauen.

Pariser: Den männlichen Bewohner von Paris erkennt man an der Baskenmütze, der Gitanes im Mundwinkel, dem Glas Pastis und am Akkordeon. Zumindest bis etwa 1950. Pariserinnen von heute sehen alle aus wie Sophie Marceau ("La Boum - die Fête"), die Haarlänge variiert. Leider sind die Bewohner der Hauptstadt nicht synchronisiert, sodass Kommunikation unmöglich ist.

Parks: Dem Franzmann ist es anscheinend erst Park, wenn es mindestens zwei Symmetrieachsen hat, Schnirkel-Schnörkel-Hecken, Golfrasen und diverse Springbrunnen, krustig von barockem Zierrat. Aus der Luft sieht das Ganze aus wie ein (idealerweise quadratisches) Ornament (hier). Müll, Vandalismus, Rasen-betreten-verboten-Betreter und grillende Ghule wie z.B. in Berlin sucht man auf diesen ondulierten & geföhnten Golfrasen-Naherholungs-Kacheln vergebens, dafür sorgt die konsequent durchgreifende Parkaufsicht.
Im Jardin du Luxembourg hat man all diese Pracht und Fülle indes auf die Spitze getrieben – hier gibt es zusätzlich zu allem Überfluss auch noch kostenlose (Liege)stühle, Teiche mit Enten, Boule- und Schachspieler, Mini-Segelboot-Verleih und Büdchen, die warme Quiche veräußern – c'est  bon!

Sehenswürdigkeiten:
Arc de Triomphe: Grundgütiger, das Teil ist so groß wie ein kleiner Mond! Was ich nicht wusste, ist, dass man da oben drauf herumlaufen kann, hier heißt es die 284 Stufen gegen eine grandiose Aussicht abzuwägen. Champs Elysées: Trotz des weithin bekannten Liedes gleichen Namens: Bitte weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen (außer Touris und mördermäßig überteuerte Läden). Disney Land Paris: Für alle, die im Ausland hauptsächlich zu McDonald’s gehen. Hier gibt’s sauberen, turbokapitalistischen Spaß für die ganze RTL-Familie. Eiffelturm: Mon dieu, rockt der! Das gute, alte Stück kann völlig kostenlos besucht werden, wenn man nicht hoch hinaus will. Und die Aussicht wäre ohnehin doof, Paris, so ganz ohne Eiffelturm… Zum Beginn der Dämmerung an den Champs du Mars (Marsfelder) mit diversen artisanalen Patisserieprodukten auf einer Parkbank zuerst der Beleuchtung und dann dem Funkeln des Riesen zu harren, das ist hoch-romantisch. „Stadt der Liebe“ at ist’s best! (Tipp vom frisch Verheirateten.) Louvre: Meine Herren! Schon von außen einschüchternd groß. Die Ausstellungsfläche beträgt 60.000 qm, das sind 15 Fußballfelder. Im Inneren kann man hartnäckige Verklumpungen von Menschen dabei beobachten, Selfies mit der Mona Lisa (einer überschätzten Renaissance-Dame) zu schießen. Marché aux puces in Saint Ouen (puce = Floh): Hierbei handelt es sich um einen, nur von Sa-Mo geöffneten, x Hektar großen (Hallen-)Trödelmarkt, hauptsächlich für Altes & Antikes. Wenn man es an den Hustlern, Hütchenspielern, fliegenden Händlern und arg ambulanten Maiskolbengrillern vorbei geschafft hat, eröffnen sich ungeahnte Wunderwelten. Hier gibt es alles: Von der original Elvis-LP bis hin zu ausgestopften Giraffen in diversen Größen. Auch wenn man nichts kauft: Sagenhaft! Notre Dame: Der Eintritt ist frei, wer allerdings schon einige größere sakrale Gemäuer von innen gesehen hat, findet hier wenig Überraschendes. Spaß macht die ziemlich laute Bandansage in zwölf Sprachen, man solle leise sein. Für 5,00 € kann man die Schatzkammer besichtigen: schon besser! Links am Gebäude endet die Ansteh-Schlange für die 402 (keuch!) Stufen zum Turm – leider ein Muss, schon wegen der berühmten Wasserspeier und des Ausblicks wegen. Père Lachaise: Dieser Friedhof ist „eine Oase der Ruhe, nicht nur der Letzten“ (lesenswerter Artikel) und er sprengt jede Dimension! Man sollte mindestens einen halben Tag dafür einplanen – wenn einem der Sinn nach solchem steht. Hier ruhen Chopin, Edith Piaf, Jim Morrison, Oscar Wilde, Sarah Bernhardt usw., aber: Ohne arg detaillierten Plan ist das die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Place de la Concorde: riesiges Brachland mit einem (1) ägyptischen Obelisken und zwei (2) Springbrunnen eingeklemmt zwischen den Tuilerien (dem Pariser Central Park) und den Champs Elysées. Sacré-Cœur de Montmartre: Sollte man schon wegen des „œ“ besuchen. Am Fuße des Bauwerks gibt es ein altes Karussell (sehr pittoresk), auf dem Weg den Berg hinan wird man hart von (siehe ->) Hustlern angegangen, Montmartre selbst ist sehr schön, leider touristisch völlig über-erschlossen. Versailles: Der Sonnenkönig wohnte urst pompös aber auch außerhalb: Das ist ein Tagesausflug.

Stoppschild: In Paris gibt es genau so viele Stoppschilder wie Eiffeltürme, nämlich eins (1). Wer es schafft, das zu überfahren, der darf es behalten. (Link)

Straßen-Verkehr: In Paris ist kein Ort weiter als 500 m von einer U-Bahn-Station entfernt. Dennoch fahren die Pariser mit beachtlichen Mengen Motorrollern und verbeulten Autos mit mit Gaffer-Tape angeklebten Außenspiegeln in der Gegend herum. Sobald ein Fahrer einen Parkplatz findet, dann parkt er beherzt auf Gehör ein, auch, wenn das gar nicht nötig wäre, weil genügend Platz ist: der berüchtigte automobile "french kiss". Französische Autos sehen oft aus wie alte Golfbälle – nicht nur vorne und hinten.
Ein Faszinosum sind die riesigen Kreisverkehre der Städte: Sie sind gefühlt achtspurig, haben bis zu acht Zu- und Ausfahrten, dafür kommen sie ohne eine einzige Linie auf dem Asphalt aus. Das sich dem deutschen Touristen bietende Ballett aus tollkühnen Radfahrern, beherzten Moped-Piloten, wagemutigen Autofahrern und LKW-Schwerlast-Akrobaten ist Schwanensee in der praktischen Anwendung.
Passiert doch einmal ein Auffahrunfall, dann beschauen sich die beiden Monsieurs direkt vor Ort hoch entspannt das Malheur. Hat ihr verschrammtes Gefährt signifikant gelitten oder macht eine Beule mehr den Braten nun auch nicht mehr fett? Meist trennt man sich einvernehmlich.

Touristen: 30 Millionen von ihnen wimmeln jährlich durch Paris. Manchmal verfangen sich ihre Selfie-Sticks oder sie erzeugen aus der Ferne gesehen stachelschweinartige Strukturen mit ihren Selbstbildnis-Stangen (Abbildung). Zu einem großen Teil sind es hoch enthusiastische Asiaten, die versuchen, Selfies mit sich selbst vor [ALLEM] aufzunehmen (auch wenn ihr(e) Partner(in) daneben steht). Der Rest ist eine bunte Mischung aus südländischen Paaren ("sie" wabert mit Mörder-High-Heels über das Katzenkopfpflaster von Montmartre), erwachsene Disney-Enthusiasten mit Mickey-Ohrenmütze, die sich damit zum Vollhorst machen, Leute mit angeleinten Kindern und sonstige Vögel (moi).

Währung: Frühstück für zwei: 32,00 €, ein kleines Bier 4,80 €. Aufgemerkt: In Paris zahlt man mit dem französischen Euro. Dadurch wirkt vieles sehr teuer – eine Illusion.

Wohnen: Wer denkt, dass Wohnen in Köln teuer ist ("suche 4-Zimmer-Wohnung für bis zu 1.500,00 €"), der würde für die paar Piepen in der Stadt der Liebe vielleicht ein unrenoviertes Dachgeschosszimmer im 6. Stock (ohne Aufzug) eines Altbaus bekommen. Kalt.
Wen wundert's also: Wenn es sich nicht gerade um Gebäude mit Säulenportikus oder Boulevards handelt, ist Paris eng. Die Bürgersteige der Seitenstraßen sind schmal. Dort finden dennoch die Tische der beengten Bistros, schmalen Bars und winzigen Restaurants Platz, zudem Mülltonnen und Passanten in beide Richtungen. Der Pariser, der es gewohnt ist, schmal zu leben, tigert hier lässig übers Trottoir.

Zebrastreifen: Mehr Zebrastreifen als in Paris geht nicht. Leider sind sie ausschließlich Dekoration. Wenn du als Passant beim Überqueren der Straße (egal ob mit oder ohne Zebra-Deko) keinen Augenkontakt zum Heranrasenden hast: Lauf! Forrest! Lauf!


20 Dinge, die man als Tourist in Paris auf keinen Fall machen sollte (ext. Link)

Montag, 31. August 2015

Wie schreibt man eigentlich ...

Neulich bei EBAY

Wie schreibt man eigentlich ...

PACKET? Packen, packt, gepackt, Päckchen -- aber Paket. Menno! Das ist ja voll gemein! "Packet" ist nur richtig, wenn man es als veraltetenden Imperativ zu "packen" am Satzanfang verwendet: "Packet ihr Kinder, ihr Männer und Frau'n". Na, geht doch! :D

STRUCKTUR? "Struck" ist ein Stadtteil von Remscheid und Peter Struck war von 2002 bis 2005 Bundesminister der Verteidigung. Trotzdem: "Struktur".

MASCHIENE? Wenn Mütter mal wieder die "Ma-Schiene" fahren... Merke: Fremdwörter schreibt man in der Regel nicht mit "ie". Die falsche Maschinen-Schreibweise ist allerdings nützlich, wenn man Schnäppchen bei EBAY & Co. machen will: Link (zurzeit über 30.000 Treffer!) Tipp: Wenn es alle falsch machen, wird es eh bald in den Duden aufgenommen.

KORREGIEREN? Korrektur, Korrektorat aber korrigieren. Auch gemein. Aber "korregieren" ist zu korrigieren. Immer.

JALUSI: Das französische Element des Wortes Jalousie ist nicht zu unterschätzen! Aber "Jalusi"? Auch hier sind aufgrund hoch-kreativer Schreibweisen außergewöhnliche Schnäppchen bei EBAY möglich! (Link)

PYAMA? Na "fast". Das pakistanische Wort pājāmā (Sprache: Urdu) kam über das Englische ins Deutsche, da kann ja auch in Bezug auf die Schreibweise kein Auge trocken bleiben. Also dann lieber "dünner Schlanfanzug" schreiben statt Pyjama. Tipp:  ran an die "Pyama"-Schnäppchen bei EBAY! Link (zurzeit immerhin 122 Treffer)

EINZIGSTE? Der Klassiker! Aufgemerkt: Wenn man schon der einzige ist, kann nichts und niemand noch "einziger" sein. Nein, auch nicht "aller-allereinzigster". Mit "einzig" ist es übrigens wie mit "tot" und "schwanger", wo Steigerungen auch nicht gesteigert sinnstiftend sind.