Montag, 15. Mai 2017

@work 24: Wurst

photo credit: Georgie Pauwels Now or never via photopin (license)

"Bitte ziehen Sie das dicke Kabel jetzt vom Drucker ab", sagte ich zu der Kundin am Telefon.
"Ja, und jetzt?", fragte sie.
"Jetzt schauen Sie bitte mal am anderen Ende des dicken Kabels."
"Hä?"
"Na, ein Ende halten Sie in der Hand, jetzt geht es mir um das andere Ende."
"Hä?"
"Na, das ist mit einem Kabel wie bei einer Wurst, die hat auch zwei Enden."
"Ach so! Ja, wissen Sie, Sie müssen mir das erklären wie einer Frau!"
"Ja, das war das mit der Wurst."


Freitag, 31. März 2017

Lärmbelästigung durch Vorgesetzten

photo credit: Dis da fi we (was Hickatee) Goodbye Belize Tour - Sarteneja - Wildtracks; Education and Reaserch - 40 via photopin (license)

Ein Bekannter klagte mir sein Leid: Wer mit seinem Chef in der Firma auch nur eine Stunde im gleichen Raum verbinge, verlöre den Verstand!
Das liege daran, dass er so laut trinke, schlürfe, gurgele!
Das liege daran, dass er so laut esse, malme, schmatze!
Das liege daran, dass er so laut atme, schnaube, grunze!

Aber der Herr Vorgesetzte ist auch mal nicht anwesend. Dann versuchen die von den permanenten Schallemissionen gepeinigten Kollegen ihren kargen Büroalltag damit aufzupeppen, indem sie voll chefmäßig ihren Kaffe mit 110 db(A) schlürfen [Industriestaubsauger aus 1 m Entfernung]. Auch versuchten sie, einen Keks mit 108 db/A zu zermalmen wie ein Boss [Presslufthammer aus 1 m Entfernung] oder ein Bonbon über signifikante Zeiträume mit 70 db(A) zu lutschen [Industriepumpe aus 1 m Entfernung].
Das macht irrsinnig viel Spaß, doch ihre Bemühungen sind allzeit nur ein schwacher Abklatsch gegen DAS ORIGINAL.

Zur Entlastung seiner Untergebenen geht der Chef in seiner Mittagspause gerne in einem Nebenraum ein Nickerchen machen. Schade nur, dass dann das Kabuff dann niemand betreten kann, aus Angst, ihn trotz der Schnarchgeräusche von 111 db(A) [laufende Kettensäge aus 1 m Entfernung] zu wecken.

Natürlich übertreiben alle ein bisschen, denn es geht bei Geräuschen immer um die gefühlte Lautstärke. Trotzdem bestehen alle Büroinsassen darauf, dass ein Brüllaffe den Job ihres Chefs in jeder Hinsicht besser machen könnte -- aber vor allem leiser.


Ich empfehle: Link


Dienstag, 28. März 2017

Brötchen aus altem Getreide -- reloaded

photo credit: maltehempel_de Brot und Brötchen via photopin (license)
Als ich heute morgen zu einer gottserbärmlich frühen Zeit den Bäcker nahe meines Arbeitsplatzes betrat, ahnte ich es noch nicht. Ich stellte mich halbwegs gerade vor den Tresen und schaute den hin- und herhuschenden Theken-Maiden zu, beiläufig striff mein Blick die Schlagzeile der BILD, aber da stand überraschenderweise irgendein Schwachsinn. *kicher*
Ich wippte ein wenig herum, versuchte erfolglos die Winz-Preisschilder an den fernen Brötchen-Schütten zu entziffern, da kam ich aber auch schon dran.
"Ich hätte gerne vier Dinkel-Kürbis-Brötchen", sagte ich.
Die Aufback-Maid tütete meine Backlinge ein, dann tippe sie etwas in ihre Kasse.
Ich kroste im Portemonnaie derweil etwas Kleingeld zusammen.
"Das macht  3,28 €", sagte sie.
So genanntes "Kleingeld" war in dieser Situation völlig bedeutungslos!
"Bitte!?", quakte ich.

*** UNTERBRECHUNG ***
Ich will hier den Rat einer mir sehr nahe stehenden Person befolgen und mich nicht kleingeistig über hohe Preise beklagen. Auch sei es hier nicht statthaft, zu behaupten, dass ein Bäcker, der z.B. vor der Jahrtausendwende 1,64 DM für ein Brötchen verlangt hätte (und 6,56 DM für derer vier), vom aufgebrachten Mob zu Recht gebrandschatzt worden wäre. Solches zu äußern geht ziemlich an der Sache vorbei, denn wir leben im Jetzt -- und jetzt ist 2017!
*** UNTERBRECHUNG ENDE ***

'Mit dem Bezahlen ist man das meiste Geld los', sagte schon der große Karl Valentin.
Ich zahlte also den Betrag (vereinbart wurde Ratenzahlung nach einer SCHUFA-Auskunft), riet aber den wackeren Aufbäckersfrauen, doch direkt 1,50 € pro Dinkel-Kürbis-Brötchen zu verlangen, da sich das viel leichter rechne als 0,82 € je Backling, zumal Lufthansa-Piloten -- offenbar die Zielgruppe dieses Backwerks -- den Unterschied gar nicht bemerken würden.
"Na, die Brötchenpreise sind sehr genau kalkuliert!", konterte die Aufbäckersfrau.
Ich ging zum Lachen auf die Knie.



Also: Wie kommt es zu diesem Preis eines Dinkel-Kürbis-Brötchens? Ich habe rastlos recherchiert und folgende mögliche Ursachen isolieren können:
  • Spekulationen auf steigende Getreidepreise durch entmenschte Banken,
  • der wachsende antiquarische Wert von alten Getreidesorten wie Dinkel, Einkorn und Emmer
  • Missernten durch Kürbiskern-Käferfraß,
  • harte Diskalkulie beim Kalkulationspersonal des Bäckers (mein Favorit) oder schlicht 
  • Gier, bzw.
  • mehreres/alles gleichzeitig.
"Man weiß et nich!", hätte de Mutter gesagt.

Ich für meinen Teil werde nun die einzig logische Konsequenz aus der Sache ziehen: Ich werde Lufthansa-Pilot.



Erster Teil "Brötchen aus altem Getreide", siehe Blogbeitrag.



Freitag, 24. März 2017

Ohrwurm

photo credit: Leo Javiex Vía Láctea via photopin (license)

Seit etwa zehn Tagen habe ich einen Ohrwurm.
Einen Ohrwurm zu haben, ist in dem Falle kein Ding, wenn man das Lied mag. Meistens ist es aber irgendein Scheiß, der einen quält, das ist halt wie im richtigen Leben. Bei mir ist es seit Anfang letzter Woche "Über sieben Brücken musst du gehn".
Als das Lied in meinem Gehirn auftauchte, musste ich mir erst mal den Text zusamenreimen, ich bin ja nicht gerade schlagerfest, wie z.B. 100% aller Steffis, die ich kenne.
Refrain
Über sieben Brücken musst du gehn,
sieben dunkle Jahre überstehn,
siebenmal wirst du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein.
Gottogott! Hatte ich das Lied im Ohr, weil ich in den letzten Tagen meines 49. Lebenjahrs weilte und 7 x 7 = 49 war? Oder bezog sich der merkwürdig metaphysisch angehauchte Text auf die stellare Nukleosynthese durch Kernfusion? -- zuerst entsteht in Sonnen Helium, später entstehen immer schwerere Elemente bis hin zum Eisen -- das gute alte "we are all made of stars". Und inweiweit hatte das alle mit mir zu tun?

Ich googlete so vor mich hin, erfuhr, dass das Lied gar nicht von dem ursprünglich aus Siebenbürgen in Rumänien stammenden Peter Maffay war, sondern der Titelsong des zweiten Albums der DDR-Rockgruppe Karat von 1978 (Link). Maffay hatte den Song dann mit ausuferndem Saxophonsolo 1980 in der BRD veröffentlicht (Link). Auch erfuhr ich, dass die Karat-Texte generell zu einem gewissen Grad zu "Verschwurbelung" und vager Metaphorik neigten, schon, um den piefigen Unrechts-Staatsapparat nicht gegen sich aufzubringen.
Aha!
Soso!

Bevor ich noch tiefer in die Materie (sic!) eindrang (stellare Physik, Metaphysik, Rock der DDR), hörte ich zufällig, dass der scheidende Bundespräsident Gauck sich vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr zum Großen Zapfenstreich anläßlich seines Abtretens "Über sieben Brücken musst du gehn" gewünscht hatte (Link). Diese Info musste mein grandioses Gehirn Tage vorher irgendwo aufgeschnappt haben -- Ohrwurm-Fall gelöst.
Theoretisch.
Was bleibt ist der Wurm...

Und jetzt alle: "ÜBER SIEBEN BRÜCKEN MUSST DU GEHN!!"


Dienstag, 7. März 2017

Bürogeplänkel 62 -- Lavendelig im Büro

Elen-Antilope
Bis gestern hatten wir im Büro eine schreckliche Fliegenseuche von alttestamentarischen Ausmaßen.
"Sie fliegen mir ins Gesicht, in die Haare, in den Mund!!", jammerte immer eine meiner Kolleginnen.
Nun ja. 
Mir kam die Häufigkeitsverteilung dieser Winz-Fliegen eher vor wie Bewohner Islands: Hier mal eine, da mal eine. Mancherorts lagen auch vereinzelte Mikro-Kadaver herum (Bild), so häufig wie eine in der Serengeti verendete Elen-Antilope.
Aber wegen des übereifrigen Gespuckes, Haarsträhnengepustes und mit-den-Händen-Geklatsche der Damen hat die Geschäftsleitung zu einer konzertierten Aktion aufgerufen:
  • ein von Killerfliegen befallener Ficus wurde spontan ausgewildert
  • noch nicht auf Pflanzengranulat umgestellte Pflanzkübel wurden systemisch migriert
  • alle Pflanzkübel bekamen gelbe Fliegenfangpads eingesetzt
  • es wurden etwa ein Dutzend Tellerchen mit Lavendelöl aufgestellt
Fazit:
Die Fliegen sind weg.
Alle Mitarbeiter sind auf Lavendel.
Hier am Arbeitsplatz kommt es mir vor, als säße ich mitten in der 80er-Jahre LENOR-Werbung:

LAVENDEL, OLIVER, JANINE -- VERNELL!!!

Aber vielleicht bin ich auch nur high.
Ich ruf' mir jetzt ein Taxi nach Hause.
Wirsing.


Samstag, 25. Februar 2017

Bürogeplänkel 61 - Ablenkung ist alles


Foto: Leroy Becker vom 25.02.2017, 12:30 Uhr
Seit "Altweiber" (letzten Donnerstag) werde ich als Wuppertaler in der Firma von Kollegin Kathi gedizzt, weil der Narrenruf der Wuppertaler Karnevalisten "Wuppdika!" ist.
Tsts! :P
"Wuppdika!", ruft sie mir hinterher -- na klar, dizzt mal ruhig den Wuppertaler, der sich für Karneval so brennend interessiert wie für Fußball oder den sog. "Rennsport". Gottlob findet sich in Wikipedia eine recht umfangreiche "Liste der Narrenrufe" (hier)  -- und da ist "Wuppdika!" echt die kleinste Sorge:

Schnarragagges!   Heidenei Narrenzunft Kißlegger Hudelmale 
Allamoschee!  Effeltrich
Häbberla Mäh!  Neustadt an der Aisch
Alekerch Schepp Schepp!  Altenkirchen (Westerwald)
Edscha Awoa un Ella Uhu!  Ediger-Eller
Knolli Knolli Schabau!  Scharmede
Kattfiller!  Attendorn

OK. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt: Das oben eingebettete Bild zeigt die Kaffe- und Milch-Ausgabedüsen unseres hochheiligen Jura-Kaffee-Vollautomaten im Büro von unten und wie sie wirklich sind: ECHT SCHLIMM HART VERRANZT.
Würg!
Was ist dagegen schon "Wuppdika"?

Ablenkung ist alles.


Montag, 20. Februar 2017

"Ich will danebenstehen, während es anbrennt"

photo credit: domit thermomix eve! via photopin (license)

Der Thermomix polarisiert. Ich treffe entweder nur Leute, die schon immer einen haben wollten/einen haben oder Personen, die teilautomatisierte Nahrungszubereitung kategorisch ablehnen. Dazwischen gibt et nix. Alle Fans des Thermomix bekommen IMMER einen geradezu schwärmerischen Gesichtsausdruck -- es ist unmöglich, bei den Ausführungen auf das Wort "geil" zu verzichten oder die Leistung des "TM5" nicht lautmalerisch zu preisen: "WROOOOSCH -- fertig!" Die Gegner schauen verbissen, beginnen mit dem Schwadronieren, dann reden sie sich in Rage. 

Folgende "Argumente gegen den Thermomix" werden mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fast immer entgegengeschleudert (Mehrfachnennungen möglich):
  • "Ich will selber danebenstehen, während es anbrennt." (75%)
    Hey! Klingt nachvollziehbar.
  • "Was kostet der? 1.200,00 €?!!? Boah!" (70%)
    Komischerweise kennen aber alle den korrekten Preis.
  • "Ich esse keinen Brei!" (60%)
    Niemand hat die Absicht, einen Brei zu kochen. Wirklich.
  • "Ich liebe es, zu kochen, ich will den Kontakt zu den Nahrungsmitteln nicht verlieren!" (50%) Stay in touch, Honey. Raspele deinen Möhrensalat ruhig auf die harte Tour und höre alte Tonbänder mit Klassikaufnahmen dazu.
  • "Es kann nicht braten." (30%)
    Das kann ein Kitchen Aid aber auch nicht, Schweinchen Schlau.
  • "Ich hasse Thermomix!" (15%)
    Puh! Menschen mit ausschließlich binären Sympathien/Antipathien sind mir seit jeher suspekt. Es gibt eine ganze Menge Grautöne, und nicht nur wegen des Buches...

Wenn sich einer eine Spiegelreflexkamera für 1.200 Öcken kauft, dann sagt doch auch keiner:
"Ich zeichne noch alles von Hand!"
"Ich will den Kontakt zu meinen Kontaktabzügen nicht verlieren!"
"Fotografie tötet die klassische Ölmalerei!"

 Wenn sich einer eine pervers große Glotze kauft, dann sagt ja auch keiner:
"Also, wir haben Fenster!"
"Ich will den Kontakt zur Realität nicht verlieren!"
"Er kann nichts drucken!"

Thermomix: Die einen kaufen sich Alufelgen, die Anderen etwas Sinnvolles.


Freitag, 10. Februar 2017

Trauerfeier

photo credit: Missud R.I.P, granny via photopin (license)

Die Tage war ich mit meinem Bruder auf einer Beerdigung. Die Friedhofskapelle war "proppentvoll" (hätte de Mutter gesagt), wir mussten stehen. Das, was nun folgte, war mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären:
  • Die Anwesenden wurden genötigt, drei Strophen des Liedes "424" zu singen. Der Text war vermutlich irgendwann  im Barock unter dem Einfluss von Fliegenpilzen in einem Hungerturm zusammengetackert worden, die "Melodie" waren Zufalls-Tonfolgen. Dazu "sangen" alle: "Lorooo, loroo, lorooo".
  • Der Priester besprenkelte die Urne mit Weihwasser, dann sagte er etwas über Trauer und zitierte aus dem Johannesevangelium, was man, wenn man nach "Trauer Johannes Zitat" googlet, auf Anhieb findet.
  • Die Anwesenden wurden genötigt, etwas mitzubeten, das irgendwie fast alle auswendig konnten, nur die Hardcore-Heidenkinder nicht (Bruder & moi).
  • Der Priester verfiel in einen merkwürdigen schamanistischen Singsang, was aber niemand der Anwesenden groß wunderte (außer die üblichen Verdächtigen).
  • Die Anwesenden wurden genötigt, zwei Strophen des Liedes "337" zu singen. Der Text war vermutlich im Spätmittelalter während eines syphilitischen Fieberschubs entstanden, eine "Melodie" fehlte. Dazu "sangen" alle, die sich die Mühe machten: "Lorooo, loroo, lorooo".
  • Der Priester besprenkelte die Urne schon wieder mit Weihwasser, dann ließ er sich dazu herab, "ausnahmsweise" (Zitat), einen Text über die Verstorbene zu verlesen, den die Familie verfasst hatte. Das einzige Highlight dieser Veranstaltung.
  • Es gab ca. drei bis vier weitere "Programmpunkte", die ich aber vergessen habe, weil ich in ein Kurzzeit-Koma gefallen war.
  • Alle verließen die Kapelle und prozessierten hinter Priester, Familie und Urne her.
Den Priester konnte man jetzt im Licht etwas besser sehen. Er war ein pummeliger Mann, blass wie ein Fischbauch, im weibischen Ornat. Er ließ es sich nicht nehmen, am Grab noch geschlagene 20 Minuten Schall zu emittieren, die Trauergesellschaft harrte derweil im Freien bei 0° C aus.

Jetzt mal in echt: WTF?
Alles, was die Kirche zu dieser Veranstaltung beigetragen hat, war in Teilen bestenfalls "schräg" zu nennen, der überwiegende Rest war muffig bis zur Fäulnis oder total off. Und so zeitgemäß wie ein Exorzismus. Um die Verstorbene ging es hier nicht einmal marginal, sondern nur um das mechanische Abspulen von überkommenem Brauchtum aus der Mottenkiste: "Lorooo, loroo, lorooo". Und hey! Das war schon "evagelisch reformiert", Grundgütiger! Die anwesenden beiden Heidenkinder befiel schon bei dem Gedanken, auf der eigenen Trauerfeier seinen Mitmenschen einmal so einen Kernschrott anzutun, nacktes Grauen.

Hier muss man wohl oder übel zu Lebzeiten selbst Hand anlegen, damit das auch klappt.


Zum Thema:
Blogbeitrag: "Mit TW ins All"
Checkliste: "Die eigene Beerdigung planen"


Sonntag, 5. Februar 2017

"Man" darf einen Scheiß sagen

photo credit: " fragments 'pictosophiques " badiousian conatus differential . . via photopin (license)
Wann immer im Radio "jemand von der Straße" interviewt wird, dann dauert es keine 10 Sekunden, und der Befragte sagt so etwas wie "... man weiß so wenig darüber" oder "... man kann sich so etwas gar nicht vorstellen" oder "... man hört ja so viel" dann frage ich mich immer, von wem die/der Interviewte da gerade überhaupt redet. WTF ist "man"? "Man" wurde doch gar nicht befragt, sondern tatsächlich die munter vor sich hinstammelnde Person da am Mikro!

Der Philosoph Martin Heidegger über "das Man" in seiner Schrift "Sein und Zeit":
"Das Man entlastet [...] das jeweilige Dasein in seiner Alltäglichkeit. Nicht nur das; mit dieser Seinsentlastung kommt das Man dem Dasein entgegen, sofern in diesem die Tendenz zum Leichtnehmen und Leichtmachen liegt." (s. Heidegger, a.a.O.)
 "Diese Entlastung durch das Man ist das Gleiche, was Niklas Luhmann später als „Komplexitätsreduktion durch Institutionen” bezeichnen wird. Offensichtlich benötigt jeder Einzelne solche Identifikationen mit dem „Man” (...), um die Komplexität seines Alltags zu bewältigen." (Quelle)
"Das „Man” findet sich in allen Institutionen, in die sich Menschen einordnen, sei es die Familie, der Wissenschaftsbetrieb[, eine Sport-] oder eine Religionsgemeinschaft. Wer die Unterwerfung anderer unter die „Herrschaft des Man” kritisieren will, muss sich zunächst eingestehen, dass er selbst ebenfalls unter der Regierung eines „Man” lebt." (s. a.a.O.)
Ich versuche, mir solches abzugewöhnen.
Vielleicht sollten du und ich, gerade, wenn es um starke Meinungen geht, versuchen, deutlich mehr Sätze zu bilden, die das Personalpronomen "ich" enthalten. Und wenn eine oder einer mal wieder sagt "Man wird ja wohl noch sagen dürfen, dass ...", dann sollten du und ich jene oder jenen schon aus Frack grundsätzlich fragen: "WER IST MAN UND WIE STEHST DU EIGENTLICH PERSÖNLICH ZU DEM THEMA?!", da sieht die Sache nämlich gleich ganz anders aus.
Bäng!
Denn: "Man" darf einen Scheiß sagen.